Das Jahr 2015

 

Stadtladen 2013 /2015:

Der zentrale Stadtladen wird kommen, so viel steht fest. So haben es die Maintaler Stadtverordneten im Dezember 20123 beschlossen. Räumlichkeiten im Erdgeschoss des Rathauses an der Klosterhofstraße in Hochstadt sollen für ein Provisorium genutzt werden können, bevor ein endgültiger Standort festgelegt wird. Rund 95.000 Euro an Einsparung soll die Schließung der bisherigen Stadtläden in Bischofsheim, Dörnigheim und Wachenbuchen erbringen, wobei jener im nordöstlichen Stadtteil bereits nicht mehr existiert.

Den Umbau im Erdgeschoss des Rathauses kalkuliert die Verwaltung mit Kosten von 90.000 bis 100.000 Euro. Eingeplant werden die Mittel im Haushalt 2015/2016. Am höchsten schlägt mit rund 35.000 Euro die Einrichtung eines barrierefreien Zugangs im Eingangsbereich des Rathauses an der Klosterhofstraße 4-6 zu Buche, der laut Magistrat allerdings grundsätzlich erforderlich sei und deshalb unabhängig vom geplanten Stadtladen realisiert werde [Der Zugang war schon immer barrierefrei. Mehr an Barrierefreiheit kann es kaum geben, sogar über den Aufzug zu den anderen Stockwerken. Es müßte nur einen automatischen Türöffner für die Eingangstür geben. Aber angeblich ist auch der Umbau der Drehtür erforderlich.

Es müsse unter anderem ein angemessener Wartebereich mit digitalem Aufruf- und Leitsystem im Foyer eingerichtet werden. Auch den Anforderungen an Flucht- und Rettungswegen sei Rechnung zu tragen. Und ein kleines, nicht unwichtiges Detail: Brautpaare und Gäste einer Trauung sollen nicht direkt am oder durch den Wartebereich geleitet werden. Ferner soll ein zusätzlicher Informations- und Schnellbedienschalter für den Stadtladen eingerichtet werden.

 

Wenn in Maintal gespart werden soll, muß offenbar erst einmal viel Geld ausgegeben werden. Und ein Provisorium hat nur dann einen Sinn, wenn es auch die endgültige Lösung ist. Wozu muß das Erdgeschoß des Rathauses für 90.00 bis 1000.000 Euro umgebaut werden? Es geht doch nur darum, zwei Räume neben dem bisherigen Stadtladen freizumachen und einen großen Raum zu schaffen (in Dörnigheim und Bischofsheim war auch nur jeweils ein Raum für den Stadtladen da). Dabei kann man noch die Fläche des Eingangsbereichs neben dem Stadtladen einbeziehen.

Ein elektrisches Aufrufsystem haben nur ganz große Behörden. Um zu einem anderen Mitarbeiter im Rathaus zu gelangen, bedarf es jetzt einer Anmeldung an der Pforte. Man muß man in jedem Fall mehr oder weniger lang unten warten, auch wenn der Mitarbeiter sofort frei gewesen wäre. Früher ging man auf gut Glück vor die Tür des Mitarbeiters und klopfte dort.

Und im Stadtaden warteten bisher immer höchstens zwei Personen vor der Tür. In Zukunft würden es dann höchstens sechs sein. Diese können innerhalb des großen Stadtladens warten und ohne Mühe sehen, wo ein freier Platz an einem Schalter ist. Ein Leitsystem ist auch nicht erforderlich, denn wie bisher kann jeder Angestellte alle Arbeiten erledigen. Ein Informationsschalter kann mit der Pforte kombiniert werden, wo dann auch Vordrucke usw. erhältlich sind.

Allgemein ist zu sagen: Die Zentralisierung ist natürlich ein Nachteil für die Bürger, denen man bei der Gründung der Stadt versprochen hatte, ihn ihrem Stadtteil wenigstens einen Stadtladen zu erhalten. Jetzt spart die Stadt, aber die Bürger müssen draufzahlen, denn sie müssen mit dem Bus kommen, weil es nicht einmal Parkplätze am Rathaus für sie gibt. Und eine Einsparung von 95.000 Euro durch eine Zentralisierung ist natürlich nicht gegeben, denn es wird nur die Miete für zwei Räume gespart, das Personal bleibt ja.

Versehen ist der zentrale Stadtladen mit dem Hinweis „vorläufig“. Denn noch ist unsicher, was mit dem Altbau des Rathauses, in dem sich der Hochstädter Stadtladen befindet, geschehen soll. Entweder wird der in die Jahre gekommene Gebäudekomplex grundlegend saniert, an gleicher Stelle neu errichtet oder ein gänzlich anderer Standort für das gesamte Rathaus erwogen. Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Rathauses steht damit aus.

 

Bürgermeisterwahlen in Maintal:

Wahl 2013:

Jeder auswärtige Bewerber hat es schwer, weil wir ja einen amtierenden Bürgermeister haben, der aus Maintal stammt. Bei der letzten Wahl 2004 erhielt Herr Rohrbach die entscheidenden 300 Stimmen in Hochstadt, weil er ein Hochstädter ist. Bei dem jetzigen Wahlsystem spielt die fachliche Eignung nicht so eine große Rolle wie der Bekanntheitsgrad. Das ist leider so, aber nicht zu ändern.

Dabei hat Herr Rohrbach in seiner ersten Amtszeit nichts zustande gebracht als die unsinnige Umbenennung der Bahnhöfe. Und in der vergangenen Amtszeit hat er nur den Abriß des Bischofsheimer Rathauses zu verzeichnen. In der nächsten Amtszeit hat er den Bau einer Sportanlage auf Pump im Blick, ohne daß die Re-Finanzierung gesichert ist. Der neueste Plan ist der Verkauf des historischen Rathauses in Wachenbuchen, für den die Bücherei ausgelagert werden soll. Aber anstatt für die Bücherei eine neue Unterkunft zu suchen, werden zwei Vereine mit je 100 Aktiven (vorwiegend Jugendliche) aus dem Bürgerhaus vertrieben.

Jeder auswärtige Kandidat hat zudem mit innerparteilicher Opposition zu rechnen, und zwar von denen, die nicht zum Zug kamen bzw. sich nicht zur Verfügung stellen wollten (schon die Verzögerung der Entscheidung zeigt das). Beim Wähler besteht die Schwierigkeit, daß man mit einer auswärtigen Kandidatin sehr schlechte Erfahrungen gemacht hat. „Der Erhard dagegen hat es doch ganz gut gemacht“, ist dann der Eindruck des wenig informierten Wählers. Jeder Kandidat (jede Kandidatin) der SPD sollte deshalb nicht traurig sein, wenn er (sie) sein Ziel nicht erreicht: Es liegt nicht an seiner (ihrer) fachlichen und menschlichen Qualifikation, sondern nur daran, daß er (sie) nicht „von hejj! ist.

 

Bürgermeisterkandidaten 2015:

Die beiden Kandidaten der großen Parteien -Sebastian Mauer und Markus Heber - haben sich für das Amt disqualifiziert durch ihren Alleingang beim Wiederaufwärmen des Plans einer Sportstätte in der Grünen Mitte. Das Alter ist kein Hinderungsgrund, nur dürfen sie sich nicht von den Alten dirigieren lassen (Zitat: „Man muß die jungen Leute doch etwas anleiten!“).

Zu Herrn Heber ist zu sagen: Wir brauchen keinen Bürgermeister mit Kontakten zu den höchsten Parteispitzen, sondern einen, der vor Ort die Probleme löst. In der Stadtverordnetenversammlung ist Herr Heber bisher nicht durch besondere Reden aufgefallen, sondern eher blaß geblieben. Die Leserbriefe, die ihn in den Himmel heben, sind peinlich, denn sie sind bestellt und vermutlich von anderen geschrieben oder zumindest inspiriert.

Zu Herrn Maier ist zu sagen: Er hat Visionen, aber die Vorhaben mit der Bettensteuer und der Sportstätte in der Grünen Mitte mußte er ja wieder aufgeben. Er kritisiert immer die städtische Wirtschaftsförderung, aber soll er doch einmal versuchen, ein bedeutendes Unternehmen nach Maintal zu holen. Die Übernahme der Abfallentsorgung durch die Stadt ist weltfremd, denn er will die effektiv arbeitende Firma Spahn plattmachen und durch einen schwerfälligen Eigenbetrieb ersetzen

Die Kandidaten der kleineren Parteien werden keine Chance haben, auch wenn sie vielleicht durchaus geeignet sind. Als Bürgermeister hätten sie kaum eine Chance, weil die beiden Kandidaten der größeren Parteien ihre Partei dazu benutzen würden, die Arbeit des Bürgermeisters zu torpedieren. Das ist einer der Nachteile der Direktwahl der Bürgermeister.

 

Die neue Bürgermeisterin Monika Böttcher:

Schon vor der Wahl sagte jemand zu Frau Böttcher: „Falls sie wirklich gewählt werden, dann werden Sie es schwer haben gegen die zwei Platzhirsche. Die werden Ihnen doch nur beweisen wollen, daß sie die besseren Bürgermeister gewesen wären!“ Nun, der eine Platzhirsch wurde durch Herrn Fischer ausgetauscht, aber Herr Maier fand zu ihm genau so einen guten Draht wie zu Herrn Heber. Da die Parteien und Fraktionen diesen Anführern blindlings folgen, liegt alle Macht in deren Händen, letztlich aber bei Herrn Maier.

Da wird schnell einmal die Zahl der ehrenamtlichen Magistratsmitglieder erhöht, damit man das Gewicht hat der Parteilosen verringert. Der nächste Schritt wird sein, daß man wieder einen zweiten Stadtrat einführt, und wie die dieser heißen wird, da braucht man nicht lange zu raten. Die Wählerverdrossenheit wird dadurch noch steigen.

Der erste Schritt in der praktischen Politik ist aber mehr als peinlich: Herr Maier bringt wieder sein Lieblingsthema „Stadtentwicklung“ vor. Hat es dazu nicht erst kürzlich ein „Konzept“ gegeben mit der mit dem unsinnigen Vorschlag, die Bahnhofstraße zur „Stadtachse“ zu machen? Die Bahnhofstraße mit nur einer Fußgängerunterführung in der Mitte und weitgehend entlang eines Gewerbegebiets!

Außerdem hat die Stadtverordnetenversammlung erst im Dezember 2015 beschlossen, wieder ein Gutachten zur Stadtentwicklung in Auftrag zu geben. Ein weiterer Antrag der SPD zu diesem Thema verzögert doch nur alles (wie schon beim Stadion in der Grünen Mitte). In der Praxis wurde die Stadtentwicklung in den letzten Jahren doch davon bestimmt, daß man Un­ternehmer, die insolvent wurden oder die Produktion verlagerten noch dadurch belohnte, daß man ihre Gewerbegrundstücke in Bauland umwandelte. Und selbst der neue „Marktplatz“ in Bischofsheim ist aus Rücksicht auf den Investor so klein, daß man jetzt die Straße sperren muß und die Kinder auf der Tiefgarage spielen dürfen.

Den Versuch der Bürgermeisterin, die Familientag im Jahre 2017 nach Maintal zu holen, wurde natürlich von den neuen Machthabern im Maintal abgeblockt. Wie soll es da vorangehen in der Stadt, wenn nicht mehr wie bisher SPD und CDU gegeneinander arbeiten, sondern beide zusammen die Bürgermeisterin demontieren wollen?

 

Am 25.04.2017 beglückwünschte Peter Heckert, die Bürgermeisterin zu ihren Widersprüchen gegen Immobiliengesellschaft und neue Stadträte. Da sieht man einmal, daß es doch gut es ist, wenn ein Bürgermeister direkt gewählt wird. An sich bin ich nicht dafür, weil es dann leicht zu solchen Reibungspunkten kommt wie jetzt und die Verantwortlichkeiten nicht klar sind. Aber ob sie mit Ihren Widersprüchen Erfolg haben, steht auf einem anderen Blatt, die Parteien haben halt doch eine starke Stellung. Aber für den Bürger ist es empörend, wie die Parteien mit ihrem Mandat umgehen: Da wird Herr Sachtleber weggelobt in eine neue städtische Gesellschaft, die zunächst nur Geld kostet [wurde nicht umgesetzt]. Und dann ist der Weg frei, damit Herr Maier endlich den begehrten Posten als Erste Stadtrat kriegt. Aber dann müssen auch die anderen Parteien bedacht werden, die dabei mitmachen. Also ein Zweiter Stadtrat, und für die dritte Partei wird auch noch ein Posten abfallen - mindestens zum finanziellen Nachteil für die Stadt. Da gibt es einen Doppelhaushalt, aber plötzlich hat man Unmengen an Geld frei für solche Posten. Da ist der ganze Haushaltsplan doch nichts wert, da kann man sich doch die ganze Mühe sparen. Als Wähler kann man sich da nur für die WAM entscheiden, die ja gegen jeden Stadtratsposten ist (aber das ist wohl auch etwas zu viel).

Im Jahre 2020 kritisierte Peter Heckert allerdings auch die Bürgermeisterin, weil sie mit einem Rundbrief an alle Hochstädter und Wachenbucher für die Firma „Deutsche Glasfaser“ warb, die dort Glasfaserkabel verlegen wollte,

 

Das Jahr 2016

 

Kommunalwahlen 2016 in Maintal:

Die Wahlbeteiligung war wieder gering, auch weil das Wahlverfahren eine Zumutung ist. Trotz aller Informationen im Vorfeld waren viele Wähler überfordert. Dazu kamen die Warteschlangen, die trotz anderslautender Versprechungen des Wahlamtes entstanden, weil nicht mehr Wahlkabinen vorhanden waren als sonst.

Erstaunlich war, daß das Endergebnis sich doch erheblich von dem Tendenzergebnis unterschied und die SPD doch wieder zur stärksten Partei wurde. Das Tendenzergebnis beruhte ja nur auf den Stimmzetteln, auf denen nur eine Partei angekreuzt war. Viele Wähler hatten allerdings kumuliert und panaschiert und bei denen lag die SPD vorne. Das ist ungewöhnlich, denn meist unterscheidet sich gerade bei Personenwahlen das Endergebnis kaum von der Auszählung nach der Hälfte der Stimmen. Insofern ist die geringe Wahlbeteiligung kein allzu großer Mangel, denn der Wille der Einwohner wird auch so abgebildet.

Das Kumulieren und Panaschieren hat allerdings nicht viel gebracht. An sich soll dadurch der Wähler die Möglichkeit haben, von den Vorgaben der Parteien abzuweichen. Doch bei CDU und Grünen gab es überhaupt keine Veränderung an der von der Partei vorgeschlagene Liste, bei der FDP wurde nur der letzte Platz ausgetauscht (Frau Hoppe wird aber wohl wieder in den Magistrat berufen, so daß Herr Fusenig doch gewählt ist).

Allein bei der WAM konnte sich Herr Winterstein - bekannt durch viele Leserbriefe - um vier Plätze verbessern. Allein die Veränderungen bei der SPD fallen ins Gewicht, den Werner Huhn wurde in die Stadtver­ord­neten­versammlung gewählt und auch Helmut Wassermann, der sicherlich auf eigenen Wunsch so weit hinten auf die Liste gesetzt worden war. Mit anderen Worten: Der riesige Aufwand, der sich auf den ersten Blick so demokratisch ansieht – hat kaum etwas gebracht.

Diesmal nicht mehr mit dabei waren die Republikaner und noch nicht dabei war die AfD. Das kam FDP und WAM zugute, denn wer nicht CDU oder SPD wählen wollte, der wich auf diese Parteien aus. Die Grünen litten wie überall unter dem Wegfall des Fukushima-Effekts vor fünf Jahren. Bleibt nur zu hoffen, daß die Stadtverordneten in Zukunft vertrauensvoll mit der Bürgermeisterin und der Verwaltung zusammen arbeiten zum Wohle der Stadt.

 

 

 

 

Februar: VdK-Vorstand tritt zurück

Erst auf Nachfrage unserer Zeitung erfährt die Öffentlichkeit, dass der Vorstand des VdK Bischofsheim geschlossen von seinen Ämtern zurückgetreten ist. Die Vorsitzende Ute Römer nennt für ihren Rückzug gesundheitliche Gründe. Die anderen Mitglieder des Gremiums hätten den Schritt aufgrund von Überlastung unternommen. Damit löst sich der Bischofsheimer VdK- Ortsverband zwar nicht auf, bleibt aber führungslos - bis heute.

 

März: Huhn folgt auf Oehme

Lange hatte man beim Krankenpflegeverein (KPV) Wachenbuchen nach einem Nachfolger für den langjährigen Ersten Vorsitzenden Karl-Heinz Oehme gesucht, dann ist schließlich einer gefunden: Werner Huhn folgt Oehme im Amt und rückt an. die Spitze an den Verein mit über 1300 Mitgliedern.

 

März. Maintal sagt Danke in neuem Format

Aus dem etwas trockenen „Tag des Ehrenamts2 wird „Engagiert! Maintal sagt danke“. In neuem Format werden erstmals Maintals freiwillig Engagierte geehrt. In diesem Jahr sind es seine Kulturgrößen. Preisträger sind das Ehepaar Hannelore und Gert Eimer vom Kultur- und Musikverein Dörnigheim, das Junge Theater Wachenbuchen der Evangelischen Kirchengemeinde Buchen sowie die Kabarettgruppe „Mikrokosmos“ des Hochstädter Humor-Musik-Vereins.

 

Januar/November: Verein sieht seine Arbeit gefährdet

Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Maintal, Sigrid Nötling-Welther, und der Geschäftsführer Thomas Stüwe zeigen sich im Gespräch mit unserer Zeitung geschockt über die Reduzierung der Finanzmittel durch die Stadtverordnetenversammlung von 14.000 auf 7.000 Euro. Zuvor waren im Jähr 2010 die Zuwendungen in Höhe von 21.000 Euro um ein Drittel gekürzt worden. Durch die Reduzierung der städtischen Mittel sieht der Verein seine Arbeit gefährdet. Das betont auch Frank Robanus, der im November Nötling-Welther als Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Maintal ablöst.

 

Mai: Ehre für Hellmessen

Eine besondere Auszeichnung erhält der bekannte Dörnigheimer Künstler Helmut Hellmessen. Dem damals 91-Jährigen, der seit 2011 Ehrenbürger der Stadt Maintal ist, wurde für sein Lebenswerk mit dem Großen Sudetendeutschen Kulturpreis ausgezeichnet. Hellmessen, der 1924 in Karlsbad geboren wurde, beschäftigt sich in seiner Kunst intensiv mit dem Thema „Vertreibung und Heimatverlust“.

 

März: SPD siegt im Endspurt

Kommunalwahl: Trend sieht zunächst noch CDU vorn

Das Trendergebnis sieht am Wahlabend die Christdemokraten als Gewinner, doch beim Kumulieren und Panaschieren holt die SPD sagenhafte 6,2 Prozent auf, sodass nach dem vorläufigen Endergebnis einen Tag später die Sozialdemokraten abermals als stärkste Kraft aus der Kommunalwahl hervorgehen.

Mit 32,5 Prozent landet die SPD auf Platz eins, wodurch klar ist, dass Karl-Heinz Kaiser auch in der neuen Legislaturperiode Stadtverordnetenvorsteher sein wird. Doch bereits bei der konstituierenden Sitzung knirscht es intern gewaltig. Die Bischofsheimerin Helia Habibzadeh, lange Zeit ein Aktivposten innerhalb der SPD, legt überraschend ihr Mandat nieder. Der Grund: Sie möchte nicht länger mit dem Dörnigheimer Helmut Wassermann in der Fraktion sein. Zwischen beiden Sozialdemokraten gab es schon zuvor persönliche Zerwürfnisse

Die CDU erreicht 26,6 Prozent der Stimmen und bleibt zweitstärkste Kraft im Maintaler Parlament.

Klare Gewinner der Kommunalwahl am 6. März sind jedoch die Wahlalternative Maintal (WAM) und die FDP. Die Wählergemeinschaft steigert ihren Stimmenzuwachs um 5,4 auf 17 Prozent und wird drittstärkste Fraktion. Den größten Sprung nach vorne machen die Frei­demokraten, die ihr Ergebnis um 8,3 auf 12,8 Prozent verbessern können.

Klarer Wahlverlierer sind die Grünen, bei der Wahl 2011 dank des „Fukushima-Effekts“ noch die großen Gewinner, die 2016 5,2 Prozent einbüßen und auf 11,2 Prozent abrutschen und damit aktu ell die kleinste Fraktion stellen.

Die Republikaner, in der alten Legislaturperiode offiziell mit einem Sitz in der Stadtverordnetenversammlung vertreten, waren nicht wieder angetreten, ebenso stellte die AfD keine Kandidaten für das Maintaler Stadtparlament auf.

Das Interesse an der Kommunalwahl hält sich bei der Bevölkerung fast schon traditionell in Grenzen: Lediglich 36,8 Prozent der Stimmberechtigten machen von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Bescheiden fällt auch die Resonanz bei der Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl im Evangelischen Gemeindezentrum in Dörnigheirn aus, ganz im Gegenteil zu jener vom Tagesanzeiger organisierten im Vorfeld der Bürgermeisterwahl rund ein halbes Jahr zuvor.

 

Juli: Ausschreibung europaweit

Müllabfuhr: Entscheidung gegen Rekommunalisierung

Wer ist ab dem Jahr 2018 für die Abfallentsorgung in Maintal zuständig? Diese Frage beschäftigte im zu Ende gehenden Jahr nicht nur die Stadtverordneten intensiv, sondern auch die Bürger. Denn die Maintaler sehen die Aufgabe bei der Firma Max Spahn & Sohn KG in besten Händen - schließlich arbeitet das Unternehmen seit Jahrzehnten zuverlässig - und wünschen daher keine Änderung. Doch die Rechtslage sieht anders aus. Die Leistung muss in regelmäßigen Abständen ausgeschrieben werden - und zwar europaweit. Auf diese Weise soll der Wettbewerb und damit ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis für die Bürger sicherge-

stellt werden. Ganz im Sinne einer verantwortungsvollen Verwendung von Steuergeldern.

Alternativ ziehen die Stadtverordneten in Erwägung, die Abfallentsorgung zu kommunalisieren, also in Zukunft in Eigenregie durchzuführen. Hier wird bis Juli 2019 ein entsprechendes Konzept erstellt, über das dann entschieden werden soll.

Im Juli trifft eine Mehrheit aus SPD, FDP und Grünen schließlich die Entscheidung: Der Auftrag wird ausgeschrieben. Bereits im Herbst segnen die Parlamentarier den Ausschreibungstext ab. Dabei werden Abfalleinsammlung und -entsorgung und der Betrieb des Wert­stoff­hofs auf dem Gelände der Firma Spahn an der Dörnigheimer Henschelstraße als separate Leistungen aufgeführt.

Ute Rohn-Bernhard als Geschäftsführerin der Firma Spahn kündigte bereits an, dass sich ihr Unternehmen definitiv bewerben will - mit guten Aussichten, wie Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber bereits attestierte. Schließlich kann Spahn auf die entsprechende Logistik und Erfahrung zurückgreifen. Die Chancen stehen also gar nicht so schlecht, dass ab 1. Januar 2018, nach Ablauf des Vertrags zwischen der Stadt Maintal und der Firma Spahn, das neue Abfallentsorgungsunternehmen das alte ist [Im Original stand hier „neue“, aber gemeint ist natürlich, daß das alte Unternehmen auch das neue ist]..

 

April: Matz und Siegmund bestätigt

Das Votum der Mitglieder der freiwilligen Feue wehren ist eindeutig: Einstimmig wählen sie Andreas Matz für fünf weitere Jahre zu Maintals Stadtbrandinspektor. Gleiches gilt für sei- nen Stellvertreter Michael Harnisch.

Ebenfalls bestätigt wird Wilfried Siegmund als Vorsitzender der Bürgerhilfe Maintal. Siegmund hatte das Amt zunächst kommissarisch nach dem Rücktritt von Gerhard Fink im Vorjahr übernommen

 

Mai bis Oktober: Bewegte Zeiten für das Kulturcafé

Es war ein turbulentes Jahr für das Kulturcafé, das die Dörnigheimerin Carola Ossig ins Leben gerufen hat. Im Mai feierte die Initiative in den Räumen einer Bäckerei an der Kennedystraße einen verheißungsvollen Start. Lesungen und Konzerte sowie Schallplattenabende locken zahlreiche Besucher an. Im August dann das Aus mit der Schließung der Bä- ckerei. Monatelang sucht Ossig eine neue Heimat für die kulturellen Veranstaltungen und findet im „Fleur de Sel“ und der Pizzeria „Dick und Doof“ schließlich neue Partner.

 

Mai: Aus für die Laufbahn

Für die Leichtathleten von FTD und TGD, die auf der Sportanlage „Dicke Buche“ trainieren, ist es ein Schlag. Im Zuge der Neukonzeption und Sanierung der Anlage wird es definitiv keine 400-Meter-Laufbahn geben. Aus Sicht der Stadtverordneten stehen die kalkulierten Kosten von rund 700.000 Euro in keiner Relation zur überschaubaren Anzahl der Leichtathleten.

 

März: Einigung bei Norma

Lange bewegte sich in der Angelegenheit nichts, doch dann einigen sich die Geschäftsleitung der Norma Group, Maintäls größtem Arbeitgeber, und der Betriebsrat auf eine Beschäftigungs­sicherung. Die vorherige Vereinbarung war im Juni 2015 ausgelaufen. Konkret bedeu- tet die Einigung, dass die Arbeitsplätze der rund 750 Beschäftigten am Standort in Hochstadt bis Ende 2020 gesichert sind.

 

April: Hochstädter Kerb fällt aus

Bis zum traditionellen Termin am zweiten Juliwochenende ist es noch rund drei Monate hin, als Manfred Maier mitteilt, dass die Hochstädter Kerb wohl ausfallen wird. Der Vorsitende des 1. FC HochstacI macht deutlich, dass die Mitlieder des Fußballclubs in diesem Jahr zu sehr beim Baudes neuen Kunstrasenplatze eingespannt sind, um auch noch zusätzlich die Kerb ausrichten zu können. Erwartungsgemäß findet sich kein anderer Organisator, der in

die Bresche springt.

 

Januar: Doch keine Notunterkunft

Am Ende ist sie doch nicht nötig: Der Main-Kinzig-Kreis hatte in einer Gewerbeimmobilie in der Edisonstraße in Hochstadt eine Notunterkunft für bis zu 1.000 Flüchtlinge geplant. Doch die rückläufigen Zahlen an Asylbewerbern, die der Kreis zugeteilt bekommt, machen das Vorhaben nicht mehr notwendig.

 

Februar: Altlasten im Grundwasser

Eine schmierige Sache: Während der Bauarbeiten für das Wohngebiet auf dem ehemaligen Intubau-Gelände an der Eichenheege in Dörnigheim werden Altlasten im Grundwasser festgestellt. Wie sich herausstellt, hatte der Bauinvestor City 1 mit Heizöl verschmutztes Wasser in einem Graben in den nahegelegenen Wald abgeleitet. Das Thema wird auch in der Sendung „Maintower“ des Hessischen Rundfunks aufgegriffen.

 

                                              

März: Morgenstern folgt Böttcher                           

Weil Monika Böttcher zum 1. Januar 2016 Bürgermeisterin von Maintal wird, muss eine neue Kinderbeauftragte gefunden werden. Zur Wahl stellen sich Heike Centner und Irene Morgen-stern. Der Magistrat folgt der Empfehlung des Sozialausschusses und benennt die ehemalige Leiterin der Bischofsheimer Waldschule Morgenstern zur neuen Maintaler Kinderbeauftragten.

 

Mai: Marktplatz ist endlich fertig                            

Der Marktplatz in der Bischofsheimer Ortsmitte ist nicht nur geographisch das Herz des Stadtteils. Nach dem Abriss des al ten Rathauses und der anschließenden Wohnbebauung wurde auch der Marktplatz neu gestaltet. Nach langer Planung und Bauzeit kann das Areal offiziell eingeweiht werden. Im Zentrum des Areals steht der restaurierte Brunnen, der einst als Pferdetränke genutzt wurde und nun aufgearbeitet wurde.

 

Juni: Eltern sorgen für Betreuung

Unzureichende Betreuungszeiten rufen in Dörnigheim eine Elterninitiative ins Leben. Weil der städtische Hort Berliner Straße vor der ersten Unterrichtsstunde nicht geöffnet ist, aber viele Mütter und Väter bereits vor Schulbeginn an ihrem Arbeitsplatz sein müssen, orga- nisieren Eltern privat eine Frühbetreuung, die im Hort Berliner Straße angesiedelt ist. Der neue Name: „Morning Kids“.

 

Juli: Abgesagtes Festival

Das internationale Jugendtheaterfestival „Bühnenstürmer“, das die Theatergruppen der Evangelischen Kirchengemeinde Buchen 2010 ins Leben gerufen haben, muss erstmals abgesagt werden. Eine traurige Premiere für die Organisatoren. Grund für die Entscheidung ist, dass sich für die diesjährige Auflage keine Teilnehmer aus dem Ausland für das internationale Festival angemeldet hatten.

 

Juni:  Vorzeitiges Aus für „Main-Kultur“.

Es ist ein Pilotprojekt, das allerdings von kurzer Lebensdauer ist. Die Sogenannte „Main-Kultur“, die das Ziel verfolgt, das Dörnigheimer Mainufer gastronomisch zu beleben und damit als Ausflugs- und Aufenthaltsbereich aufzuwerten. Trotz guter Resonanz wird die „Main-Kultur“ allerdings nach nur drei Wochen eingestellt, weil es Beschwerden von Anwohnern gegeben haben soll und die Stadt einer möglichen juristischen Auseinandersetzung aus dem Weg gehen möchte.

 

Juni: Förderverein löst sich auf

Seit 2005 engagieren sich die Mitglieder des Fördervereins der Hochstädter Stadtteilbücherei mit viel Herzblut ehrenamtlich für Fortbestand und Ausstattung der Einrichtung an der histo- rischen Hauptstraße. Doch weil es in der Kooperation mit der Stadt klemmt, der Förderverein sich nicht ausreichend unterstützt und seine Arbeit durch eine neu geschlossene Nutzungsvereinbarung erschwert sieht, beschließen die Mitglieder auf ihrer Hauptversammlung die Auflösung des Fördervereins zum Ende des Jahres.

 

Juli: Hundesteuer sinkt wieder

Die Grünen halten ihr im Kommunalwahlkampf gegebenes Versprechen: Nachdem der städtische Haushalt leicht im Plus ist, bringen sie in der Stadtverordnetenversammlung den Vorschlag ein, die 2014 erfolgte Erhöhung der Hundesteuer zurückzunehmen und erhalten dafür die Zustimmung im Parlament. Damit kostet der Ersthund wieder 90 statt 120 Euro und der Zweithund und 144 statt 200 Euro. Damit löst sich auch die Bürgerinitiative gegen die Erhöhung der Hundesteuer auf.

 

 

Mai: Konzept bleibt in der Schublade

Stadtbus: Parlament will stattdessen kleine Veränderungen

Es sollte der große Wurf werden, das neue Gesamtkonzept für den Stadtbusverkehr: schnellere Verbindungen, eine bessere Taktung, attraktiveres Angebot für die ÖPNV-Nutzer. Doch als klar wird, dass das deutlich bessere Angebot auch deutlich höhere Kosten mit sich bringen wird - je nach Variante zwischen 460.000 und 600.000 Euro - kippen Maintals Parlamentarier das Konzept.

Lange hatte die Stadtpolitik über einem neuen Konzept für den Stadtbusverkehr gegrübelt. Ihren Anfang nahm die Sache im Jahr 2012, als es eigentlich darum ging, das Angebot aufgrund gekürzter Zuschüsse durch den Rheinj-Main-Verklehrsverbund zu reduzieren. Doch stattdessen entschied man sich einige Zeit später, das Busangebot auszubauen, in der Hoffnung, dadurch mehr Fahrgäste gewinnen zu können.

Doch der ÖPNV gilt als chronisch defizitär und die Maintal Beteiligungs-GmbH (MBG) hätte das Minus aus Stadtbusverkehr und Maintalbad auf Dauer nicht mit den Gewinnen der Maintal-Werke auffangen können. Darüber hinaus stehen für die Stadtverordneten die kalkulierten Kosten in keinem Verhältnis zu den erhofften Qualitätsverbesserungen. Sie beschließen deshalb in der Maisitzung des Parlaments, das Konzept auf Eis zu legen.

Stattdessen sollen Schritt für Schritt kleine Verbesserungen erreicht werden. Die erste dieser Art wird zum Wechsel auf den Sommerfahrplan umgesetzt: Ein zusätzlicher Bus auf der Linie 23 soll die Verspätungsanfälligkeit dieser Verbindung beseitigen. Diese Maßnahme verursacht ebenfalls Mehrkosten, allerdings „nur“ in Höhe von rund 98.000 Euro.

Optimierungen sind auch auf der Linie 24 geplant. Für Maintaler Pendler ist diese Strecke längst nicht so interessant wie für Kinder und Jugendliche aus Niederdorfelden und Schöneck, die in Bischofsheim eine der weiterführenden Schulen besuchen. Daher möchte die Stadt Maintal eine stärkere finanzielle Beteiligung der beiden Nachbargemeinden.

Dort wiederum kann man sich eine Verlängerung der Linie zum Hessen-Center in Frankfurt-Bergen-Enkheim vorstellen. Die Verhandlungen über einen neuen Vertrag kommen 2016 zu keinem Ergebnis und sollen 2017 fortgesetzt werden.

 

November: Kaum Chance für Revision

Fall Klock: Anträge sind zulässig, aber unbegründet

Die Chancen auf eine erfolgreiche Revision im Fall Klock schwinden: Auch wenn sie erst im Januar 2017 verhandelt werden, scheinen die Revisionsanträge der Nebenkläger bereits jetzt vom Tisch zu sein. Ob es Mord und Totschlag war, wie die Nebenkläger, Kinder und weitere Angehörige des Dörnigheimer Ehepaars Klock, behaupten, oder Notwehr, wie es das Hanauer Landgericht im Sommer 2015 urteilte, werden die fünf Richter zwar nicht entscheiden. Allenfalls um mögliche Verfahrensfehler geht es in der Revision. Gleichwohl dürften schon erste Weichen gestellt sein.

So ist davon auszugehen, dass die Revisionsanträge der Nebenkläger bereits jetzt vom Tisch sind. Als „zulässig, aber unbegründet“ verwirft die Bundesanwaltschaft in einer Antragsschrift vom 7. September smtliche Verfahrensrügen der Rechtsanwälte Markus Roscher-Meinel und Michael Bauer.

Der Dietzenbacher Strafrechtler Karl Kühne-Geiling, Verteidiger des freigesprochenen Claus Pierre B., ist allerdings überzeugt, dass die Revision nicht standhalten wird - auch nicht jene der Bundesanwaltschaft: „Das Urteil lässt keine Fragen offen. Es ist in sich logisch und in seiner Begründung überzeugend.“

 

September: Schwimmen nur für Frauen

Die Idee ist nicht neu, aber das Konzept wurde ein wenig überarbeitet, und so bietet die Stadt Maintal ab September wieder einmal wöchentlich Frauenschwimmen im Maintalbad an. Eine Stunde, immer freitags von 11 bis 12 Uhr, sind die Frauen dann unter sich. Die Wiederein- führung nach 16 Jahren Pause geht vor allem auf eine Initiative der Frauengruppe im Stadtteilzentrum Bischofsheim zurück.

Juni: Volkschor löst sich auf

Es ist das Ende eines Traditionsvereins. Doch weil sich niemand mehr bereiterklärte, die notwendigen Vorstandsämter zu besetzen, wurde die Entscheidung für den Volkschor Dörnigheim, der seit 1860 besteht, unvermeidlich. Der Junge Chor, der nach Auflösung des Ge- mischten Chors noch bestand, findet bei der Turngemeinde Dörnigheim eine neue Heimat.

 

August: Es soll ein Arzt werden

Nachdem Kinderärztin Dr. Claudia Schramm eine größere Praxis bezieht, stehen die Räume in der Berliner Straße 31 in Dörnigheim leer. Die Stadt wünscht sich wieder Ärzte oder Phy- siotherapeuten als Nachmieter. Trotz intensiver Werbung findet sich lange Zeit kein In- teressent. Erst Ende des Jahres zeichnet sich ein möglicher Kandidat ab.

 

Mai: Entspannung bei Zahlen der Flüchtlinge

Der Masterplan „Asyl“ war seit Sommer 2015 der Leitfaden, wenn es um die angemessene Unterbringung von Flüchtlingen ging. Um auf die hohen Zuweisungszahlen zu reagieren, ent- schied Maintal, sukzessive alle städtischen Grundstücke mit entsprechenden Unterkünften zu bebauen. Weil im Verlauf des Jahres 2016 weni-er Menschen nach Maintal kommen, können Vorhaben wie die Teilbebauung des Bischofsheimer Festplatzes und die geplante Unterkunft an der Bruno-Dreßler-Straße vorerst ausgesetzt werden. Zudem werden weitere Grundstücke aus dem Masterplan herausgenommen und sind damit nicht mehr für Flüchtlingsunterkünfte reserviert.

 

Juli: Kunstrasen für den FCH

650 Stunden Arbeit in Eigenregie haben die Mitglieder des 1. FC Hochstadt investiert, um sich und vor allem ihrem Verein einen Traum zu erfüllen: einen Kunstrasenplatz. Nach jahre- langer Planung war es ganz schnell gegangen. Ein halbes Jahr zuvor hatten die Stadtverordneten entschieden, dem FCH Mittel aus dem Kommunalen Investitionsprogramm zuteil werden zu lassen, im April lag die Förderzusage des hessischen Finanzministeriums vor und im Mai wurde mit dem Bau begonnen.

 

Juli: Bücherschrank wird zerstört                 

Zum dritten Mal stecken Unbekannte den öffentlichen Bücherschrank im Bereich des Busbahnhofs Maintal-Ost in Brand. Die umfunktionierte Telefonzelle brennt komplett ab, die Bücher sind nicht mehr zu retten. Daraufhin entscheidet die Stadt, am gleichen Standort keinen neuen Bücherschrank zu errichten und sucht stattdessen nach Alternativen.

 

Juni: Überflutung durch Starkregen                         

Die Maintaler kommen noch einmal mit dem Schrecken davon. Zumindest im Vergleich zu den Schäden, die in Folge der starken Regenfälle im Juni in den Nachbarkommunen entstehen. Doch auch in Maintal hinterlassen die Starkregenereignisse ihre Spuren. Die Feuerwehren aus allen vier Stadtteilen sind mehrfach im Einsatz, weil Bäche über die Ufer treten, Straßen mit Schlamm überspült werden, Bäume auf die Fahrbahn stürzen oder Keller und Unterführungen volllaufen.

 

Oktober: Lange Tafel in Rhönstraße

Die Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim veranstaltet gemeinsam mit der Stadt und dem Arbeitskreis „Asyl“ unter dem Titel „Bischofsheim is(s)t mit!“ eine gemeinsame Tafel auf der Rhönstraße in der Nähe der neuen Flüchtlingsunterkunft. Hunderte Bürger und Flüchtlinge kommen dabei ins Gespräch. „Die Tafel wächst und wächst“, ist Pfarrer Jens Heller begeistert von der Resonanz der Maintaler bei dieser Premiere. Auch 2017 soll es eine solche Tafel geben.

 

September: Abschied nach 19 Jahren

Karin Daferner, die gute Seele der Dörnigheimer Wilhelm-Busch-Schule, geht nach 19 Jahren in den Ruhestand. Die Sekretärin der Grundschule war für die Kinder eine wichtige Anlaufstel le. „Ich war immer Ansprechpartnerin für die großen und kleinen Nöte“, berichtet sie anlässlich ihrer Verabschiedung gegenüber unserer Zeitung. Die 63-jährige Wachen- bucherin bleibt der Schule als Vorsitzende des Fördervereins erhalten.

 

September: Neubau für die Kewa

Beim Fußballverein Kewa Wachenbuchen ist einiges in Bewegung auf dem Sportgelände im Wald. Neben dem bisherigen Vereinsheim, das saniert wird, entsteht ein Neubau, in dem Dusch- und Umkleideräume untergebracht werden. Beim bereits bestehenden Vereinsgebäude wird das Dach erneuert.

 

 September: Neue Kinderärztin

Eine Auslastuni von 180 Prozent: So manche: Unternehmen würde sich über solche Zahlen freuen Nicht aber Dr. Claudia Schramm. Die Dörnigheimer Kinderärztin ist längst am Limit, sogar schon darüber hinaus. Nach monatelangen Verhandlungen erhält sie nun Verstärkung in ihrer Praxis. Dr. Maja Schulze unterstützt das Team bei der Versorgung der kleinen Patienten. Schramm ist dankbar, dass die Kassenärztliche Vereinigung einer personelle Verstärkung schließlich zugestimmt hat. Aber sie hatte sich mehr erhofft. Denn zugestanden wird der Dörnigeimerin lediglich eine halbe Stelle.

 

November: Friedhof wird erweitert

Die Kapazitäten des Bischofsheimer Friedhofs neigen sich dem Ende zu - etwa 70 bis 80 Prozent der derzeitigen Fläche von rund 24 000 Quadratmetern ist belegt. Daher will die Stadt Maintal die Ruhestätte Richtung Norden erweitern. Dazu muss unter anderem in den Waldbestand eingegriffen werden. Die zweite Offenlegung der Pläne läuft bis Ende 2016. Sollten keine unabwendbaren Vorbehalte eingehen, so teilt die Stadt Main mit, kann der Satzungsbeschluss im Frühjahr 2017 folgen.

 

September: Metzgerei Nickel schließt

Der Einzelhandel hat es auch in Maintal immer schwerer, das Ladensterben geht auch 2016 weiter. So schließt mit der Metzgerei Nickel in der Mozartstraße ein weiterer Traditionsbetrieb. Nach über 80 Jahren muss sie zum 30. September schließen. Das kleine Familienunternehmen war in finanzielle Schieflage geraten. Versuche, den Betrieb in anderer Form aufrechtzuhalten, scheitern. Die drei Mitarbeiter können an andere Betriebe vermittelt werden.

 

Dezember: „Maintal macht mit“

Die Stadt Maintal startet unter dem Namen „Maintal macht mit“ ihre neue Beteiligungsplattform im Internet (https:maintalmachtmit.de). Ab dem 1. Dezember können die Bürger Maintaler Ideen einbringen und Fragen stellen. Die neue Beteiligungsplattform ersetzt das zuletzt nur noch schwach frequentierte und Anfang 2015 abgeschaltete Maintal-Forum.

 

Juni /November: Wechsel bei SPD-Spitze

Wechsel an der SPD-Spitze: Im Juni gibt der langjährige Parteivorsitzende Sebastian Maier den Chefposten ab. Der Fraktion im Stadtparlament steht er aber weiter vor. Kommissarisch übernehmen seine Stellvertreter Christian Preuß und Tobias Lehnert die Aufgaben. Bei der Nachwahl im November übernimmt dann Maiers Ehefrau Janna den SPD-Parteivorsitz.

 

Dezember: Kritik an Erweiterung

Der Einzelhandel hat es auch in Maintal immer schwerer. Das Ladensterben geht weiter und viele Geschäftsräume stehen mittlerweile leer. Da ist die geplante Erweiterung des Hessen-Centers im benachbarten Bergen-Enkheim ein herber Schlag für die Maintaler Geschäftsleute. Die Stadt Maintal spricht sich deutlich gegen die Pläne aus. Frankfurt hatte im Sommer den Aufstellungsbeschluss gefasst, sodass das Vorhaben, die Verkaufsfläche des Hessen-Centers um rund ein Drittel zu erweitern, immer konkreter werden. Auch andere umliegende Kommunen wie Hanau oder Bad Vilbel wehren sich gegen den Plan.

 

November: Maintal will Geld zurück

Der Zustrom von Hunderttausenden Flüchtlingen traf die Kommunen 2015 recht unerwartet. Genauso unerwartet waren die Städte und Gemeinden mit Mehrkosten konfrontiert, die vorher nicht einkalkuliert waren. Maintal will sein Geld jetzt zurück, notfalls vor Gericht - so jedenfalls das Votum in der Novembersitzung des Hauptausschusses für Finanzen und Stadtentwicklung. Die Gesamtkosten für die Flüchtlingsunterbringung beläuft sich in Maintal nach städtischen Angaben bisher auf rund 1,7 Millionen Euro.

 

November: Bankfiliale schließt                    

Für viele Wachenbucher ist es ein Schlag: Die Filiale der Frankfurter Volksbank macht dicht. Die Bürger des kleinsten Stadtteils werden künftig in der Bischofsheimer Filiale betreut. Das Kreditinstitut begründet seine Entscheidung damit, dass sich der individuelle Beratungsbedarf dermaßen erhöht hat, dass die kleine Wachenbucher Filiale dem nur noch schwer nachkommen konnte und zugleich der Bargeldbedarf gesunken ist.

 

Juli: 40-jährige Partnerschaft           

Seit 40 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen der Stadt Maintal und der Marktgemeinde Moosburg im österreichischen Kärnten. Diese jahrzehntelange Freundschaft wird mit einem großen Fest in Moosburg gefeiert, in dessen Rahmen Herbert Gaggl als Bürgermeister der Marktgemeinde die Goldmedaille der Stadt Maintal als höchste Auszeichnung erhält.

 

September bis Dezember:  Verhältnis wird angespannter

Kritik an Böttcher nimmt zu - „Inhaltsleerer Etatentwurf“ führt zu Schulterschluss der Fraktionen.

Am Ende ihres ersten Amtsjahrs als Bürgermeisterin geht die parteilose Monika Böttcher auf Konfrontationskurss zu den Stadtverordneten, die ihren Haushaltsentwurf für 2017 als „inhaltsleer und ohne eigene Ideen“ bezeichnen. Vor allem werfen sie dem Magistrat „handwerkliche Fehler“ vor. So fehlen beispielsweise die Begründungen für geplante neue Stellen.

Die Fraktionen haben über 100 Nachfragen und einen erheblichen Klärungsbedarf, was den vorgelegten Etatentwurf anbetrifft und bitten deshalb Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser (SPD), die Entscheidung über den Haushalt von der November- auf die Dezembersitzung zu vertagen, was dann auch geschieht.

Böttcher weist derweil den Vorwurf der „handwerklichen Fehler“ zurück und stellt sich vor die Verwaltung. Dies wiederum stößt auf Unverständnis der Stadtverordneten. Kaiser erklärt deshalb vor der Haushaltsdebatte, dass die Kritik der Fraktionen nicht der Verwaltung, sondern allein dem hauptamtlichen Magistrat gegolten habe. „Die Mitarbeiter der Verwaltung sind für uns tabu“, stellt er an die Adresse der Bürgermeisterin klar und wirft dieser vor, diese vorzuschieben.

Die Dezembersitzung wird auch deshalb zum Höhepunkt der bisherigen Konfrontation zwischen den Stadtverordneten und Böttcher, weil sich die fünf Fraktionen erstmals in Maintals Geschichte auf ein gemeinsames Antragspaket zum Haushalt geeinigt haben, das dann auch bei einer Enthaltung einstimmig verabschiedet wird. Sie streichen einige der geplanten neuen Stellen in der Stadtverwaltung und frieren zehn Millionen Euro an Investitionen ein. Vor allem aber bringen sie die Gründung einer städtischen Immobiliengesellschaft auf den Weg, die sich um die Stadtentwicklung kümmern soll. Über die zukünftige Ausrichtung des Maintalbads soll 20174 entschieden werden. Der SPD schwebt ein Allwetterbad vor.

Böttcher platzt in ihrer Rede der Kragen und spricht von einer „Blockade des Magistrats“ durch die Stadtvgerordneten, die ihr Antragspaket an der Öffentlichkeit  vorbei beschließen wollten. Außerdem hätten die Fraktionen den Mehrbedarf anPersonal einfach ignoriert, und die Entscheidung, das Geld für einen Rathausneubau zu streichen und nur 50.000euro für dringende Renovierungssarbeiten im alten Teil des Verwaltungsgebäudes in Hochstadt zu bewilligen, bezeichnet sie als „erbärmlich“. Die Stadtverordneten ließen die dort unter Platznot leidenden städtischen Mitarbeiter im Stich.

Mit Entsetzen reagierendie Fraktionen auf die Attacken des Stadtoberhaupts. Das Antragspaket sei der Öffentlichkeit vorgestellt und auch Tage vor der Parlamentssitzung auf der städtischen Internetseite einzusehen gewesesen. Sie weisen die herbe Kritik Böttchers zurück. Die letzte Parlamentssitzung des Jahres ofenbart, dass es schlecht um das Verhältnis zwischen Bürgermeisterin und Stadtverordneten bestellt ist.

 

September: Premiere wird angenommen

Die Bürgerversammlung findet in neuem Format unter dem Titel „Rund ums Rathaus“ statt und wird von den Maintalern angenommen Nicht nur Poliotik, sondern auch die vanderen Fachbereiche sowuie zahlreiche Vereine sind vertreten. Initiator der Neuerung ist Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kai-ser.  Die Bürger können Fragen an die Bürgermeisterin und die Fraktionsvertreter stellen, was rege getan wird.

 

September: Lions feierm 20-Jähriges

Auf ereignisreiche zwei Jahrzehnte mit vielen Aktionen zur Unterstützung von sozialen und anderen Projekten können die Mitglieer des Maintaler Lions-Clubs bei ihrer Jubiläumsfeier zu rückblicken. Im Vorschulkindergarten der Privaten Kantschule an der Dörnigheimer Wingertstraße würdigen unter anderem Landrat Erich Pipa (SPD) und Eberhard Wirfs, der 2009 / 2010 Weltpräsi- dent der Lions gewesen ist, das Engagement des Maintaler Clubs.

 

September: Wechsel bei den Käwern

Die Hochstädter Käwern haben einen neuen Vorsitzenden: Der 64-jährige Karl-Heinz Lutz wird von einer außerordentlichen Mitgliederversammlung zum Nachfolger von Michael Weinheimer gewählt, der im Frühjahr zur regulären Jahreshauptversammlung seinen Rückzug aus beruflichen und familiären Gründen ankündigt und das Amt noch bis Juli kommissarisch ausübt. Lutz ist schon seit vielen Jahren im Vorstand der Karnevalisten tätig.

 

Dezember: Honeywell vor dem Aus.

Wenige Wochen vor Weihnachten geht der Betirbesrat des Dörnigheimer Standorts der Firma Honeywell mit der Meldung an dieÖffentlichkeit, dass die Geschäftdführung beschlossen chabe, die Produktion bis Ende 2018 einzustellen und den Standort Ende 2019 komplett zu schließen. Damit stehen 116 Arbeitsplätze vor dem Aus. Honeywell ist bereits seit den fünfziger Jahren in Dörnigheim beheimatet und war einst weit über 1000 Mitarbeiter der größte Maintaler Arbeigeber.

Reinhard Acker, der Geaschäftsführer der Honeywell  Regelsysteme Maintal GmbH, erklärt zur geplanten Schließung: „Honeywell prüft regelmäßig alle Bereiche seiner Geschäftstätigkeit, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen und die Rentabilität zu sichern. Infolgedessen hat die Geschäftsführung der Sparte Aerospace die schwierige Entscheidung getroffen, die Produktion im Werk Maintal Ende 2018 zu beenden und den Standort bis Ende 2019 vollständig zu schließen.“ Mit dem Betriebsrat werde zusammengearbeitet, um einen Sozialplan und Interessenausgleich für die Mitarbeiter zu erzielen, fügt Acker an.

Die Entscheidung der Geschäftsführung von Honeywell löst Solidaritätsbekundungen der politischen Spitze des Main-Kinzig-Kreises, vom Betriebsrat der Hochstädter Firma Norma Group und einer Landtagsabgeordneten der Linken aus.

Die Stadtverordneten und der Magistrat der Stadt Maintal verfassen eine Solidaritätserklärung, in der an die soziale Verantwortung des Unternehmens gegenüber seinen Mitarbeitern appelliert wird. Die Maintaler Politik fordert die Geschäftsführung von Honeywell auf, „al- les mögliche zu unternehmen, um die 116 Arbeitsplätze zu erhalten“.

 

November / Dezember: Geringe Resonanz.

Die Ergebnisse des 2014 erstellten Bürgergutachtens werden in allen vier Stadtteilen vorgestellt. Das Interesse der Bürger hält sich jeweils in engen Grenzen. Die Zuhörer erfahren einiges über Ist-Zustände wie beispielsweise den Dörnigheimer Schandfleck am „Opel- Eck“ am Ortseingang aus Richtung Hanau. Auch einige Lösungsmöglichkeiten zur Stadtentwicklung werden aufgezeigt. Doch insgesamt wirkt das, was die Bürger zu hören bekommen, „hinrei- chend unkonkret“, wie es Andreas Frölich, der Pate des Leitbild-Projekts „Wachenbucher Ortsmitte“, treffend formuliert.

 

November: Razzia auch in Maintal

Im Rahmen einer bundesweiten Großrazzia, die sich gegen den verbote nen radikalislamischen Verein „Die wahre Religion“ richtet, werden auch zwei Privatwohnungen in Maintal durchsucht und Verbotsverfügungen ausgehändigt. In welchem Stadtteil sich die Wohnungen befinden, kann das hessische Landeskriminalamt auf Nachfrage unserer Zeitung nicht näher konkretisieren. •

 

November: Absage wegen Vogelgrippe

Die Vogelgrippe, die in Hessen einigen Tieren zum Verhängnis wird, sorgt auch für die Absage der Ausstellung der Wachenbucher Geflügelzüchter. Nachdem das hessische Umweltministerium die Stallpflicht für Geflügel verschärft und sie auf alle Geflügelbestände im Land ausgeweitet hat, kann die Veranstaltung im Bürgerhaus Wachenbuchen nicht stattfinden.

 

Dezember: Ausbau der Versorgung

In den vergangenen Jahren wurde in Maintal oft darüber geklagt, daß es an Ärzten mangele. Entsprechend erfreulich ist nun die Kunde, dass die Gemeinschaftspraxis Dr. Jochen Schellmann / Thomas Blaschek zum ersten medizinischen Versorgungszentrum in Maintal ausgebaut werden  kann. Die KassenärztlicheVereinigung gibt der Hochstädter Praxis die Zusage und gewährt außerdem einen dritten Arztsitz [Die Praxis soll künftig im Neubaugebiet „Am Weides“ ihren Sitz haben].

 

November: Orden für Eibelshäuser.

Es ist die höchste Anerkennung für Verdienste um das Gemeinwohl: der Verdienstorden der Länder der Bundesrepublik Deut land. Diesen erhält nun auch der Hochstädter Manfred Eibelshäuser in Wiesbaden aus den Händen von Ministerpräsident Volker Bouffier. Eibelshäuser prägte ab 2001 als Präsident des Hessischen Rechnungshofs und drei Jahre später zusätzlich als erster Landesbeauftragter für Wirtschaftlichkeit in der Verwaltung maßgeblich die Finanz- und Haushaltspolitik des Landes Hessen.

 

 

Gemarkungssteine zwischen Hochstadt und Wachenbuchen                                 02.01.2017

Lang ist es her, dass die drei alten Gemarkungssteine die Grenze zwischen Hochstadt und Wachenbuchen dokumentierten, informiert der bekannte Wachenbucher Landwirt Ludwig Stein. „Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass die Stadt Maintal diesen Steinen mit historischem Hintergrund Rechnung getragen hat“, lobt Stein die städtischen Verantwortlichen. An einer Ecke des Börwiesenwäldchens, genau an der Grenze zwischen Hochstadt und Wachenbuchen, wurde dieser Platz durch das Aufstellen von zwei neuen Ruhebänken und den drei dazugehörigen alten Grenzsteinen wieder neu hergerichtet. Jeweils über 400 Jahre Vergangenheit haben die stummen Zeitzeugen bereits hinter sich. Kurz nachdem die Steine gesetzt wurden, tobte der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648). Zu einem Grenzstein mit der Aufschrift „WB 1613“ hat Ludwig Stein eine besondere Beziehung. Er pflügte ihn bei der Bestellung seines Ackers zutage, ohne diesem zunächst besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Erst einige Zeit später, als der Regen die Schriftzüge freispülte, wurde erkannt, welche deutung diesem als Grenzstein kam. „Nachdem jetzt der Feldweg wegen des Baugeländes in Hochstadt umgelegt und befestigt wurde, wird dieser Platz von der Öffentlichkeit noch mehr wahrgenommen und einige zeitliche Rückbesinnung angeregt", ist Ludwig Stein abschließend überzeugt.

[Ludwig Stein braucht auf seine „Rettung“ des Steins nicht stolz zu sein, denne r hat ein geschütztes Bodendenkmal von seinem ursprünglichen Standort entfernt. Das gilt auch für die anderen Steine. Sein Schwager Wilhelm Schmidt hat auch so einen Grenzstein mit Jahreszahl am Eingang seines Grundstücks. Im Luisantring hat sogar eine Familie einen Grenzstein aus einer anderen Gemeinde neben ihrer Tür ins Haus eingebaut.

Weitere hohe Grenzsteine liegen heute woanders: Bei Norbert Mankel (Am Selzenborn) liegt ein Grenzstein, der hinter dem Neubaugiet in der Bahnhofstraße in Höhe des Bogenschützenplatzes stand. Ein weiterer wurde vor dem Haua Glidner (Weiherstraße 3) ausgegraben, weil der neue Besitzer ihn nicht haben wollte (diestadt hat ihn wohl in Obhut genommen. Und im Forstcamp im Dörnigheimer Wald an der Bahnlinie lagert die Stele, die früher auf der in der Nähe gelegenen Düne stand und wieder unten am Weg aufgestellt werden sollte. Da aber der Landesarchäologe nicht wie versprochen einen Text dazu verfaßt hat, unterblieb die Aufstellung).

 

 

 

 

2017

 

Katholische Kirche Hochstadt (März)

Die katholische St.-Bonifatius-Gemeinde feiert im März ihr 25-jähriges Weihejubiläum und schaut bei den Feierlichkeiten auf den Bau der Kirche zurück. Der schlicht gehaltene Bau sorgte damals sogar für Spott, heute gehört er zum Stadtbild rund um das Rathaus.

 

Helmut Schmidt (März)

Eine große Ära geht im März zu Ende: Nach 20 Jahren gibt Helmut Schmidt die Führung des Blasorchesters Wachenbuchen an seinen Wunschnachfolger Wolf-Günter Koch ab. Für sein jahrzehntelanges Engagement erhält Schmidt den Ehrenbrief des Landes Hessen.

 

Müllabfuhr (März)

Wer wird in Maintal der nächste Müllentsorger? Diese Frage beschäftigte die Stadt schon in 2016. Viele Bürger befürchten, dass die Firma Spahn den Auftrag verlieren könnte. Nach einer europaweiten Ausschreibung steht im April fest: Der Gewinner heißt Spahn.

 

Kleeblatt – Altersheim Hochstadt (April)

Das dritte „Kleeblatt“-Seniorenwohnheim Maintals, gelegen im Neubaugebiet „Am Weides“ in Hochstadt, öffnet Anfang April seine Pforten. Eigentlich sollte es schon im Sommer 2016 fertig sein, aber während der Bauarbeiten haben sich immer wieder Verzögerungen ergeben. Im neuen „Kleeblatt“-Seniorenwohnheim werden 60 Senioren professionell in ihrem Alter begleitet. Träger ist das Deutsche Rote Kreuz, der Neubaukostet insgesamt rund 7,4 Millionen Euro.

 

Städtepartnerschaften (Mai)

Um gerade in Zeiten des Brexits und eines Auseinanderdriftens in Europa den Stellenwert von Maintals Städtepartnerschaften zu unterstreichen, findet im Mai erstmals das Fest der Freundschaft statt. Es ist das erste Treffen dieser Art seit den 1achtiger Jahren und fast alle kommen und bringen Präsente mit: Vertreter aus dem französischen Luisant, dem österreichischen Moosburg und dem ungarischen Esztergom. Nur das griechische Katerini fehlt.

 

Dörnigheimer Sportanlage (Mai)

Die Arbeiten zur zentralen Dörnigheimer Sportanlage an der Dicken Buche starten am 17. Mai. Vorausgegangen sind jahrelange Diskussionen um den Standort. Der Umbau soll 5,6 Millionen Euro kosten und im Herbst 2018 fertig gestellt sein.

 

Maintaler Business-Lounge (Juni)

Im Juni und bei hochsommerlichen Temperaturen laden der Tagesanzeiger und der Verlag Hanauer Anzeiger zur ersten Maintaler Business-Lounge ins Café „Im Garten Eden“ in Dörnigheim ein. Mit Vertretern aus Vereinen, Wirtschaft und Politik ist Netzwerken angesagt.

 

„Mainkultur“ – Außengastronomnie (Juni)

Obwohl das Wetter eher durchwachsen ist, genießen viele Maintaler und auswärtige Besucher an der Außengastronomie Mainkultur am Dörnigheimer Mainufer den Sommer. Betreiber Ahmet Cetiner bietet den Gästen neben Erfrischungen auch Yoga-Kurse am Wochenende, und sogar Live-Musik gibt es an manchen Abenden zu hören. Auch optisch punktet die Mainkultur: Zwei anthrazitfarbene Container und eine Holzterrasse samt Liegestühlen und Sonnenschirmen laden zum Entspannen ein. Die Außengastronomie muss mit ihrer Eröffnung bis Ende Juni warten, weil noch eine Genehmigung des Wasser-Straßen- und Schifffahrtsamtes aussteht. Ende September werden die Container wieder entfernt, die Holzterrasse bleibt – für die Mainkultur 2018.

 

Kreuzung Rumpenheimer Fähre (Juni)

Fast ein Jahr dauern die Arbeiten an der Großbaustelle B 8 zwischen dem Kreuzungsbereich L3268 / K985 zur Rumpenheimer Fähre und Fechenheim. Hessen Mobil sanierte hier die Fahrbahndecken. Das Bundesverkehrsministerium investiert rund drei Millionen Euro in den 3,7 Kilometer langen Streckenabschnitt. An einigen Wochenenden ist die vielbefahrede Pendlerstrecke sogar voll gesperrt. Während der Sanierung der Fahrbahn kann der Verkehr immer nur auf einer Seite der vierspurigen Straße geführt werden. Mitte Juni können die vielen Berufspendler aus Maintal und der Region Hanau endlich aufatmen: Die Strecke wird wieder komplett freigegeben.

 

Busverkehr nach Niederdorfelden (Sommer)

Nach langen Verhandlungen können sich die Kommunen Niederdorfelden, Schöneck und Maintal in letzter Minute bezüglich der Buslinie MKK 24 einigen. Die Nachbarn übernehmen nun einen größeren Anteil der Kosten. Auch positiv: Nun fährt die Linie bis Bahnhof Maintal-West.

 

Wildtierfreunde (Sommer)

Geldsorgen plagen die engagierten Mitglieder des Vereins Wildtierfreunde: die Stadt Frankfurt will ab kommenden Jahr ihren Zuschuss von 2.500 Euro streichen. Das stellt den Hanauer Verein, dessen Gelände auf Maintaler Gemarkung liegt, vor große Probleme. Mittlerweile beschäftigen sich auch die Maintaler Kommunalpolitiker mit dem Verein. Seitens des Magistrats gibt es keine Förderung. Nun wird darüber diskutiert, was machbar ist.

 

Großmetzgerei Brandenburg (August)

Bei der Standortsuche der Großmetzgerei Wilhelm Brandenburg ist auch Maintal im Gespräch. Bis­lang hat das Unternehmen in Frankfurt-Fechenheim produziert, will sich jedoch vergrößern. Konkret handelt es sich bei dem vorgeschlagenen Gründstück um das Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei Frankfurt. Hier steht auf Maintaler Gemarkung eine Fläche von 11,5 Hektar zur Verfügung. Hinzu kämen 3,5 Hektar auf Frankfurter Stadtgebiet. Im Poker um den neuen Standort zieht Maintal jedoch den kürzeren. Im August wird bekannt, dass Brandenburg auf das Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts nach Erlensee zieht.

 

Reformationsgedenken (August)

Mit einer originellen Aktion bereichert die Hochstädter Kirchengemeinde das Reformationsjubiläum im Lutherjahr: Bürger können in ein großes Modell des Hochstädter Kirchturms, das von Pfarrer Uwe Rau präsentiert wird, ihre eigenen Thesen einwerfen.

 

Hilfeleistung (Sommer)

Diese Geschichte berührt: Die elfjährigen Luka und Maximilian helfen einer 85-jährigen

Dörnig­­heimerin am Opel-Eck aus einer Notsituation, kümmern sich um sie und rufen den Rettungswagen.

 

E-Ladesäulen (Sommer)

Das Projekt Aufbau eines ganzen Netzes von E-Ladesäulen im Stadtgebiet von Maintal ist längst ins Rollen gekommen, da wird es durch das Stadtparlament ausgebremst. Dieses beschließt, den weiteren Ausbau von E-Ladesäulen auszuschreiben. Der Unternehmer Ahmet Cetiner, der sowohl hinter dem Ladesäulen- als auch dem E-Carsharing-Projekt steht, sieht seine Firma in ihrer Existenz bedroht – Ausgang ungewiss. Im Frühjahr 2018 soll der Magistrat eine Übersicht möglicher Standorte vorlegen.

 

Immobilien-Gesellschaft (September)

In ihrer Septembersitzung beschließt die Stadtverordnetenversammlung die Gründung der Maintal Immobilien-Gesellschaft (MIG). Diese soll Areale wie etwa das Gelände des FC Germania Dörnigheim an der Eichenheege zum Wohngebiet entwickeln. So vergleichsweise sachlich diese Entscheidung letztlich ausfällt, so hitzig ist die Diskussion im Frühjahr. Diese fokussiert sich nicht auf die Immobilien-Gesellschaft an sich, sondern um die Personalien. Weil Erster Stadtrat Ralf Sachtleber Interesse am MIG-Geschäftsführerposten hat, wird von Seiten der Politik die Stelle eines zweiten hauptamtlichen Stadtrats ins Spiel gebracht. Nach unzähligen Wortgefechten und Vorwürfen ist klar: Die Stelle wird ausgeschrieben.

 

Besuch der Bundesfamilienministerin (September ?)

Katarina Barley (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, besucht das preisgekrönte „Maintaler Bündnis für junge Geflüchtete“ das im Rahmen des Bundesprogramms „Willkommen bei Freunden – Bündnisse für junge Flüchtlinge“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung mit jungen Flüchtlingen in Maintal arbeitet. Barley trifft die jungen Menschen im alten Bahnhofsgebäude in Dörnigheim und hört aufmerksam ihren Geschichten zu. Auch Bürgermeisterin Monika Böttcher ist dabei. Christine Mayer-Simon vom Arbeitskreis Asyl appelliert an die Ministerin, sich für die Wiedereinführung des Familiennachzugs einzusetzen.

 

Kassel:

Mietspiegel (September)

Nach drei Jahren Diskussion einigen sich der Mieterbund und der Verband Haus & Grund auf einen neuen Mietspiegel für Maintal. Durchschnittlich steigen die Mieten um zwölf Prozent.

 

Fähre (Oktober)

Schwere Zeiten für Pendler, die auf die Mühlheimer Mainseite übersetzen möchten: Seit dem 10. Oktober liegt die Fähre in Dörnigheim still. Der Landkreis Offenbach als Eigentümer hat den bestehenden Pachtvertrag mit der Maintaler Familie Spiegel fristlos gekündigt. Sie soll sich nicht an Auflagen gehalten haben. Die Fähre ist zudem in die Jahre gekommen und reparaturbedürftig. Nun ist guter Rat teuer. Landrat Thorsten Stolz will sich für eine Fortführung einsetzen und stellt einmalig 15.000 Euro für die Instandsetzung zur Verfügung. Allerdings muss der Landkreis Offenbach zunächst einen neuen Pächter gewinnen. Wann die für Maintal wichtige Fährverbindung reaktiviert wird, steht nach wie vor in den Sternen.

 

Honeywell bleibt (Oktober)

Der Kampf um den Standort in Dörnigheim und den Erhalt der Arbeitsplätze bei der Firma Honeywell geht im Oktober in eine neue Runde. Während die Gewerkschaft IG Metall Hanau-Fulda, der Betriebsrat sowie die Geschäftsführung über die Zukunft diskutieren, verleihen die Mitarbeiter ihren Forderungen mit Protestaktionen Nachdruck. Am Ende gibt es kurz vor Weihnachten die gute Nachricht für die verbliebenen Honeywell-Mitarbeiter: Der Standort in Maintal bleibt vorerst erhalten.

 

Abschied von Pfarrer Müller (Oktober ?)

Viele Tränen fließen beim emotionalen Abschied des Wachenbucher Pfarrers Helmut Müller. Nach 35 Jahren als Pfarrer der evangelischen Gemeinde verabschiedet er sich in den Ruhestand. Bei seinem letzten Gottesdienst erweisen ihm viele Weggefährten sichtlich gerührt ihre Ehre.

 

Wochenmarkt in Bischofsheim (Oktober)

Der Wochenmarkt in Bischofsheim ist mehr als nur eine Einkaufsmöglichkeit. Immer freitags vormittags treffen sich unter den bunten Schirmen am Fuße der evangelischen Kirche nicht nur die Kunden, sondern auch die Marktbeschicker. Und das seit 30 Jahren. Mit einem Fest feierte der Markt seinen Geburtstag und sogar Bürgermeisterin Monika Böttcher griff zum Einkaufsbeutel. Einige der Marktbeschicker sind von Anfang an dabei: Alexander Neun, Rosa Hartmann Bedel, Heinz Reitz, Markus Zwing, Martin Hanstein und Timo Kleebes Familie. Beim Geburtstagsfest ist auch der Tagesanzeiger mit einem Stand vertreten.

 

Musik-Corps Bischofsheim (November)

Ende November muss das Musik-Corps Bischofsheim seinen langjährigen Proberaum im Feuer­wehrgerätehaus Bischofsheim räumen, denn die Feuerwache muss grundsaniert werden. Das Musik-Corps kommt vorerst im Keller des Bürgerhauses Bischofsheim unter. Der Verein schlägt auf der städtischen Internet-Plattform „Maintal macht mit“ einen Neubau für Vereine vor und erreicht erstmals die geforderte Mindestanzahl von 100 Stimmen.

 

Mord auf der Ranch (November)

Was geschah wirklich auf der Main River Ranch in Dörnigheim? Der Fall um die ermordeten

Eheleute Harry und Sieglinge Klock wird seit November in Hanau neu verhandelt. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil, bei dem die beiden Täter wegen Notwehr frei gesprochen worden sind, einkassiert. Der sogenannte Klock-Prozess wird das Gericht im kommenden Jahr weiter beschäftigen.

 

Villa Kunterbunt (Dezember)

Im Dezember konnten alle Schüler der Grundschule Villa Kunterbunt in Bischofsheim ein Weihnachtstheaterstück anschauen, welches direkt an die Schule kam. Das Ensemble bestand aus einem

Schauspieler, der alleine sein ganzes Bühnenbild, die Requisiten und die Technik organisierte und

mit an die Grundschule brachte. Die Vorstellung fand in der Pausenhalle statt, die glücklicherweise

über einen zentralen Platz verfügt, der als Bühne dienen konnte. Die Kinder wurden immer wieder mit Gesang und Dialogen in das Theaterstück eingebunden. Es ging um einen König, der sich zu Weihnachten immer nur Gold und Reichtümer wünschte und am Ende die wahre Botschaft des Weihnachtsfestes – fernab von Konsum – verstand.

Die Kinder – von der Vorklasse bis zur vierten Jahrgangsstufe – waren begeistert von dem Stück und den komödiantischen Einlagen des Schauspielers. Da der Schauspieler über weitere Stücke

in seinem Repertoire verfügt, ist es angedacht, dass das Weihnachtstheater im kommenden Jahr wieder die Schüler der Villa Kunterbunt besucht.

 

Leihladen (Dezember)

Das Interesse von Bürgern und Medien ist enorm: Anfang Dezember öffnet im Dörnigheimer Gewebegebiet erstmals ein Leihladen. Die Idee der Ehrenamtler, den Konsum einzuschränken und sich nicht jedes Gerät zu kaufen, findet großen Anklang. Auch überregionale Medien berichten.

 

Polizei (Dezember)

Anfang Dezember ist es endlich soweit: Die Polizei Maintal packt die Umzugskartons und verlässt die Räume in der Kirchgasse in der Dörnigheimer Altstadt. Die neue Station in der Edisonstraße ist in einem ehemaligen Firmengebäude.

 

Möbelfirma Seip Bischofsheim (Dezember).

Bischofsheims ältester Familienbetrieb feierte in diesem Jahr sein 175. Jubiläum

Das Schreinerhandwerk ist das Kernstück der Traditions- und Ausbildungsfirma. Einbauküchen der Marke CONTUR werden maßgeschneidert und mit sämtlichen Anschlüssen aus einer Hand immer pünktlich aufgebaut und montiert – ausgeführt von langjährigen Fach kräften. Qualität steht an oberster Stelle! Der Inhaber Andreas Seip mit Ehefrau Elke und den beiden Töchtern Stefanie und Jenny sowie Schwiegersohn Jürgen Seip, der zur Zeit die Meisterprüfung absolviert, und zusammen mit zwei Gesellen sind sie das Organisationsteam in Planung, Aufbau und Service für Küchen,

Möbel und Türen nach Maß. Unterstützt werden sie von Lydia Traxler, der Schwester des Inhabers, mit ihrem Mann Klaus in der Geschäftsführung sowie dem Verkauf einer übersichtlichen Möbelkollektion im Schlaf- und Wohn­bereich.

 

Weihnachtsmusik (Dezember)

Wie jedes Jahr, so zogen auch an diesem Heiligabend Musiker des Wachenbucher Blasorchesters und des Hochstädter Posaunenchors in den Mittagstunden durch die Straßen. Das Blasorchester spielte zum Abschluß vor dem Historischen Rathaus vor der Kirche in Wachenbuchen. Zwischen Rathaus, Partnerschaftsbrunnen und Adventskranz aus Moosburg fanden die Weihnachtslieder der Formation viel Zuspruch und stimmten die Kirchenbesucher auf das Fest der Feude ein. Der Ehrenvorsitzende Helmut Schmidt wünschte frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Der Hochstädter Posaunenchor zog sogar in zwei Gruppen durch die Hochstädter Straßen und trat später in der Kirche im Familiengottesdienst und in der Christmette auf.

 

Fruchtige Variationen für den Speierling:

Ein neues Projekt im Jahre 2017 in Hochstadt will den Speierling schützen, erhalten und wieder ins Bewusstsein bringen. Selbst im Winter – ohne Blätter und ohne Früchte– haben diese alten und ehrwürdigen Bäume eine imposante Erscheinung: Die Speierlingsbäume in Hochstadt. Die Biologin Monika Peukert setzt sich für ihren Bestand ein.

Speierlinge sind zumeist bekannt als wichtiger Zusatz beim Keltern von Apfelweinen. Sie geben dem Äppelwoi sein rundes Aroma und die goldene Farbe. Das diese kleinen Früchte sehr viel mehr sind und können, darauf will die Frankfurter Biologin Monika Peukert mit ihrem Maintaler Speierlingsprojekt aufmerksam machen.

Bei einem winterlichen Rundgang auf der Hochstädter Hartig erzählt sie von der Vielfältigkeit dieser Frucht. In einer extremen Schräglage liegt auf dem (neuen) Friedhof in Hochstadt ein Speier­lingsbaum mehr als er steht. „Diese Schräglage ist eine Besonderheit einiger Speierlingsbäume in Hochstadt“, erklärt Peukert. Auf der Wiese gegenüber vom Friedhof steht ein weiteres Exemplar, das sicher über 100 Jahr alt sei. Der Baum ist knapp 15 Meter hoch, also doppelt so hoch wie ein Apfelbaum, meint die Biologin. Überhaupt werden diese Bäume sehr hoch für einen Obstbaum. Ihre Borke ist knorrig und zerklüftet, der Speierling (lateinisch Sorbus domestica) ist verwandt mit der Eberesche.

Peukert hat aus Filz Modelle der Früchte gemacht, sie sind größer als eine Kirsche und kleiner als eine kleine Birne. Peukert bewundert die Formen- und Farbenvielfalt dieser Wildfrucht, die schon die Römer und Griechen kannten und als Lebenselexier schätzten.

Dank einer finanziellen Unterstützung der Umwelt-Lotterie von Lotto Hessen kann im kommenden Jahr in Hochstadt ein Projekt zur Bestandspflege des Speierlings umgesetzt werden. Federführend ist der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig-Kreis, ausgeführt werden die einzelnen Maßnahmen von Peukerts Frankfurter Büro An-Land. Die Biologin setzt sich bereits seit vielen Jahren im Raum Frankfurt und Umgebung für den Erhalt von alten Obst- und Kräutersorten ein und ist eine aner­kannte Naturschutz-Expertin.

So hat sie vor drei Jahren in Maintal alle Speierlingsbäume erfasst und kartiert. „In diesem Jahr haben wir eine Nacherhebung gemacht.“ Ergebnis: Es wurden 120 Bäume gefunden, samt Steckbrief und einer Pflegezustandsbeschreibung. Die meisten Bäume stehen auf Privatgrundstücken. Ein Großteil der Bäume werde leider nicht geerntet und hätte viel Pflegebedarf, so Peukert. Aber: „Es ist ein sehr dichter Bestand mit einer guten Alterstruktur. Es gibt sehr alte, aber auch sehr junge Bäume.“

Das sei vor allem auch den Bemühungen des ortsansässigen Arbeitskreises (AK) Streuobst zu verdanken, alte Obstsorten in eine Nutzung zu bringen. Bei dem Speierlingsprojekt spiele der AK Streuobst eine zentrale Rolle, betont die Biologin und Baumkennerin. Aber auch die örtlichen Keltereien wie Höhl oder Stier seien von Bedeutung. „Die nutzen ja den Speierling auch, das ist dann ein Anreiz, weitere Bäume zu pflanzen.“ Denn ihr Credo lautet: „Ohne Nutzen keinen Schutz.“ Sie will daher die Verwertung der reifen Frucht bekannter machen. Deswegen umfasst ihr Speierlingsprojekt viele Facetten.

So will Peukert mit speziellen Speierlings-Kochkursen das kulinarische Potenzial dieser besonderen Obstart aufzeigen

Im Mai soll es eine Blütenwanderung zu den Hochstädter Speierlingsbäumen geben. Im Februar plant sie eine Beratung für Baumbesitzer und Interessierte zur richtigen Pflege der Bäume. Ein Vortrag und eine Exkursion sollen auch angeboten werden. Und: „Wir wollen auch Patenschaften für Bäume vermitteln, die nicht mehr genutzt oder gepflegt werden.“

Peukert selbst hat vor Jahrzehnten dank eines Freundes ihr Faible für die kleine Frucht entdeckt. 1985 sah sie den damals berühmten Speierlingsbaum in Bonames. „Ich war überwältigt, seitdem läßt er mich nicht mehr

los.“ Der Baum in Bonames steht nicht mehr. Sie jedoch wurde zur Speierlings-Expertin. Die Biologin schätzt an der Frucht auch die unterschiedlichen Reifezeitpunkte. Er kann von Ende August

bis Ende November reif sein. „Jeder Baum hat andere Eigenschaften.“ Wenn ein Speierling vollreif ist, hat er mehr Zucker als jeder Apfel. Ein alter Baum kann bis zu 400 Kilo Früchte bringen. Das ergibt für Maintal viele Tonnen an Speierlingen. Aber die Ernte ist aufwendig, weil die Bäume hoch und dickstämmig sind. Wie bei den fünf hohen Bäumen, die oberhalb der Schule in Hochstadt in einer Reihe stehen. „Die Gruppe ist sehr markant, weil sie so zusammenstehen.“

Im Rahmen des Projektes stehen für die kommenden eineinhalb Jahre rund 10.000 Euro zur Verfügung. Peukerts Ziel: Es soll sich vor Ort ein Speierlings-Netzwerk etablieren, das nach Ablauf des Projekts weiterbesteht. Denn: Ein Speierlingsbaum kann bis zu 400 Jahre alt werden.

 

Zwei Rezepte mit Speierling

„Far breton à la corme“

 Zutaten:

180 g Mehl (Weizenmehl oder – glutenfreie Mehlmischung Schär hell), 90 g Zucker, 3 Eier, ½ l Milch, ½ TL Backpulver, ca. 500 g reife Speierlinge. Nach Bedarf mit Vanille oder zerstoßenen Machlepi (Steinweichselmandeln)

würzen, Butter für  die Form.

Zubereitung:

Aus den anderen Zutaten einen Teig formen. Auflaufform (zirka 25 cm x 30 cm) gut buttern, Boden locker mit Speierlingen belegen, Teig drüber gießen,zirka 45 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 220 Grad goldbraun

backen. Während des Backens austretenden Saft mit dem Pinsel über dem Kuchen verteilen, diesen Vorgang eventuell wiederholen – das ergibt eine schöne glänzende Zuckerglasur. Diese Abwandlung eines französischen

Rezepts schmeckt am besten frisch und noch warm. Nicht länger als einen Tag aufheben.

Bratspeierlinge:

Zutaten: 500 g reife Speierlinge, etwas Zucker und Zimt, eine Handvoll gehackte Walnüsse, Honig, Butter für die Form.

 Zubereitung: Früchte in eine gefettete Backform geben, nach Belieben mit Zucker und Zimt bestreuen, im vorgeheizten Backofen etwa 10 bis 15 Minuten bei zirka 160°C backen. Mit gehackten Walnüssen und Honig be­streuen. Lecker nach fettem Essen. Bei sehr süßen Früchten den Honig weglassen.

 

Arbeitskreis Asyl:

Mit Hilfe in die Ausbildung: Arbeitskreis Asyl will 40 geflüchtete Menschen durch neues Projekt besser in einen Beruf führen. Die ehrenamtlichen Helfer des Arbeitskreises Asyl haben ein neues Projekt initiiert. Unter dem Titel „Ausbildungsprojekt 2018“ soll eine Gruppe von Geflüchteten dabei unterstützt werden, in der deutschen Berufswelt Fuß zu fassen.„Wir haben das Projekt entwickelt, weil die Deutschkurse nicht mehr so gefragt sind“, berichtet Christine Mayer-Simon, Sprecherin des Arbeitskreises. Denn: „Viele der Migranten sind sprachlich schon sehr weit.“ Jetzt gehe es dem AK Asyl daher darum, diese Menschen für den deutschen Ausbildungsmarkt fit zu machen.

Dafür haben ein gutes Dutzend ehrenamtlicher Helfer zusammen ein Konzept für ein Ausbildungsprojekt entwickelt, das die Angebote der Bundesagentur für Arbeit ergänzen soll. Hintergrund sei die Erfahrung, so Mayer-Simon, dass die Geflüchteten viel Unterstützung und persönliche Beratung bräuchten. „Sie haben viele Fragen zu den komplexen beruflichen Themen, das kann die Bundesagentur nicht leisten.“

Anfang Januar sollen die regelmäßigen Projekttermine beginnen, dann werden in drei Kursen ausgebildete Lehrer Mathematik anbieten. Zuvor haben die Teilnehmer einen Mathetest absolviert, um ihre Kenntnisse einschätzen zu können. Bereits vor einigen Wochen hatte das AK Asyl interessierte Geflüchtete zu einer ersten Informationsveranstaltung eingeladen, um sie über das Ausbildungsprojekt zu informieren. 40 Personen hätten sich gemeldet, berichtet die AK-Sprecherin. Die Teilnehmer sind zwischen Anfang und Ende 20 Jahre alt. „Wir haben erklärt, dass wir sie auf dem Weg in einen Beruf begleiten wollen, aber auch was wir erwarten, nämlich regelmäßige Teilnahme und Engagement.“ Schließlich mussten sich die Teilnehmer in einer Art „Vertrag“ dazu symbolisch verpflichten.

Geplant ist, dass jeweils Kleingruppen von sechs Personen von einem ehrenamtlichen Helfer betreut werden. Dieser Hauptansprechpartner wird mit den Teilnehmern Lebensläufe schreiben, Bewerbungsanschreiben üben und auch in Rollenspielen Bewerbungsgespräche trainieren. „Es geht vorrangig darum, den jungen Leuten die Angst zu nehmen“, betont Mayer-Simon. Dazu sollen auch Fachleute Vorträge zu spezifischen Themen halten. Zum Beispiel ein Berufsschullehrer, der aus der Praxis einer Berufsschule berichtet.

Mayer-Simon weiß, dass der Einstieg in eine Ausbildung und vor allem der Alltag in der Berufsschule für die Geflüchteten schwierig ist. „Sie brauchen einen langen Atem und Mut, um nicht vor den ersten Problemen zu resignieren.“

Um aus den positiven Erfahrungen anderer Migranten, die es geschafft haben, Zuversicht zu schöpfen, hat der AK Asyl auch einen Vortrag mit drei Vertretern des Frankfurter Vereins InteGreater organsiert. Dieser Verein hat den diesjährigen Integrationspreis der Stadt Frankfurt gewonnen. Bei InteGreater engagieren sich junge Menschen mit Migrationshintergrund, die es im deutschen Bildungs- und Berufssystem geschafft haben. Sie wollen durch ihr positives Beispiel andere Migranten über Hindernisse und Schwierigkeiten hinweg helfen und Mut machen.

 „Der größte Erfolg ist bereits“, so Mayer-Simon, „dass die Geflüchteten realisiert haben, dass ihr Weg in Deutschland nur über eine Ausbildung funktioniert.“ Einige der Teilnehmer haben sogar schon konkrete Berufswünsche. Wie etwa eine junge Frau, die pharmazeutisch-kauf­männische Assistentin in der Apotheke werden möchte. Der Arbeitskreis würde sich freuen, wenn sich Inhaber örtlicher Handwerksbetriebe finden würden, die im Rahmen eines Vortrags aus ihrer Praxis berichten könnten. „Dann könnten sie darstellen, was sie bei Bewerbern suchen, was sie brauchen.“

 

Schönfeldforum:

Der Jahresrückblick 2017 ist für das Maintaler Brüder-Schönfeld-Forum zugleich eine Rückschau auf 20 Jahre bürgerschaftlichen Engagements. Zwar erfolgte die Gründung eines eingetragenen Vereins erst Ende 2009, doch das erste so überschriebene Brüder-Schönfeld-Forum fand bereits im November 1997 statt. Wie der Vorsitzende Herbert Begemann berichtet, war die ursprünglich Idee, einmal im Jahr zu einer Veranstaltung einzuladen, die sich mit der Verfolgung während der nationalsozialistischen Zeit beschäftigt. Da im ehemaligen Atriumbau der Dietrich Bonhoeffer-Schule (jetzt Brüder-Schönfeld-Haus) Umbauarbeiten stattfanden, gab es das erste Brüder-Schönfeld-Forum in einem Tagungsraum des benachbarten Doorm-Hotels.

Schnell erwies sich das Interesse der Öffentlichkeit als wesentlich vielfältiger und intensiver als angenommen. So engagierten sich - mit organisatorischer und finanzieller Unterstützung der Stadt Maintal - zahlreiche Bürgerinnen und Bürger für Zeitzeugengespräche, Theateraufführungen, Synagogenbesuche und weitere Aktionen. Immer im Focus die Zusammenarbeit mit den örtlichen, weiterführenden Schulen.

Vorsitzender Herbert Begemann erinnert sich an emotional beeindruckende Beispiele wie die symbolische Grundsteinlegung der 1938 zerstörten Jüdischen Schule Wachenbuchen, die Besuche von Angehörigen ermordeter Juden in deren Heimatort, die Ausstellung mit Marcel und Teofila Reich-Ranicki oder den Auftritt verschiedener Schultheater. Besonders erwähnenswert auch die große Anne-Frank-Ausstellung mit ihren umfangreichen Rahmenveranstaltungen oder die nach ausgiebiger Diskussion erfolgte Widmung des Käthe-Jonas-Platzes.

Dieses breite Spektrum ist weiterhin das Markenzeichen des Brüder-Schönfeld-Forum e.V., heute ein über die Stadtgrenzen hinaus anerkannter Verein. Eingebunden ist die Tätigkeit des Vereins in die „Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Hessen“. Sie trifft sich zweimal im Jahr. Die Hessische Landeszentrale für Politische Bildung hat das Maintaler Brüder-Schönfeld-Forum gebeten, das nächste Gedenkstättentreffen in Maintal auszurichten. Für den Verein ist das ein Zeichen besonderer Wertschätzung seiner bisherigen Arbeit. Das Treffen findet am 22. März 2018 im Ev. Gemeindezentrum Dörnigheim statt.

 

 

2018

 

Dörnigheim: Die Diskussion um die Reaktivierung der Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim wird im Jahr 2018 zu einem wahren Dauerbrenner. Auf Mühlheimer Seite  ist eine Bürgerinitiative aktiv, in der sich auch Maintaler beteiligen. Auf politischer Ebene entwickelt sich eine teils emotionale Debatte um die Finanzierung sowohl was Reparaturkosten als auch die Unterhaltung der Fähre betrifft. Der Main-Kinzig-Kreis sagt schließlich einen Zuschuss von 15. 000 Euro zu. Am wenisten trägt zur Debatte der Kreis Offenbach bei, nach wie vor der Besitzer und offizielle Betreiber der seit Oktober 2017 stillgelegten Fährverbindung. Aktueller Informationsstand von dort: Das Vergabeverfahren für den Betrieb der Fähre ist noch nicht abgeschlossen.

 

Wachenbuchen: Es ist ein Jahrhundertsommer. Ein Sommer, der ins Freie und in die Biergärten lockt. Leider nicht in Maintal. In Wachenbuchen wird der Außenbereich der Bürgerhaus-Gaststätte zwar ab Frühjahr entsprechend saniert und neu gestaltet. Doch die Arbeiten verzögern sich aus verschiedenen Gründen immer wieder, sodass die Eröffnung noch im Jahr 2018 scheitert. Im kommenden Frühjahr soll das neue Areal aber dazu einladen, gemütliche Abende unter freiem Himmel zu verbringen.

 

Hochstadt: Elisabeth Huhn erhält für ihr langjähriges Engagement für die Multiple-Sklerose-Gruppe „Die MainSchwäne“ das Bundesverdienstkreuz aus den Händen von Hessens Staats-sekretär Thomas Metz. Die Maintalerin rief die Selbsthilfegruppe 1980 ins Leben.       

 

 

 

 

 

 

 

Das Jahr 2019

 

Stadtverordnetenversammlung

 

Das oberste Beschlußorgan einer Kommune ist die Gemeindevertretung, in Maintal die Stadtverordnetenversammlung. Deshalb soll sie auch zuerst behandelt werden. Doch in diesem Jahr ging es vor allem um die Wahl eines neuen Ersten Stadtrats.  Am 31. Dezember sollte die zweite Amtszeit von des Ersten Stadtrats Ralf Sachtleber eigentlich enden. „Ich bewerbe mich um eine weitere Amtszeit“, kündigt Sachtleber an. Lediglich die Grünen und die CDU sprechen sich bei unserer Abfrage zum Ausblick auf das Jahr 2019 klar für Sachtleber aus.

Im Zusammenhang mit der Stadtratswahl machten die Grünen im August eine Flugblattaktion zugunsten des derzeitigen Amtsinhabers Ralf Sachtleber, die bei den anderen Parteien auf heftige Kritik stieß. Die Befürchtung der Grünen war, dass SPD und CDU mit Hilfe ihrer jetzigen Mehrheit statt einem jetzt zwei hauptamtliche Stadtratsposten schaffen und Kandidaten aus ihren eigenen Reihen zur Wahl stellen werden. Bürgermeisterin Monika Böttcher und Erster Stadtrat Ralf Sachtleber sahen jedoch die Stadt mit zwei fachkompetenten Führungskräften gut aufgestellt, um alle Aufgaben zu leisten. Von 88 Aufträgen der Stadtverordnetenversammlung seien 37 erledigt und 50 in Bearbeitung.

Anfang September setzte Ahmet Cetiner in der Debatte um die anstehende Wahl eines Ersten Stadtrats ein Zeichen. Der Unternehmer, der unter anderem Pächter der Sommergastronomie Mainkultur ist und regelmäßig mit satirischen Beiträgen auf sich aufmerksam macht, präsentiert sich als potenzieller Kandidat für den Posten. Er machte damit Opposition gegen die Parteien, die das Amt politisch besetzt haben wollten. Wenn das Parteibuch wichtiger sei als die persönliche Eignung, dann brauche es konsequenterweise einen Kandidaten, der gegenüber allen Fraktionen loyal sei.

 

Der 23. September war der Tag der Entscheidung, ob der Erste Stadtrat in Maintal in seine dritte Amtszeit geht oder nicht. Umgeschwenkt war indessen die CDU, die zu Jahresbeginn noch betont hatte „das Beste für Maintal ist aus unserer Sicht die Wiederwahl Sachtlebers“. Sie ist aber von dieser Überzeugung zwischenzeitlich abgerückt. Unzufriedenheit mit der Arbeit des Amtsinhabers und die Überzeugung, dass im Hauptamt ein Vertreter aus der Politik sitzen sollte, sind wesentliche Gründe, mit denen Fischer für einen personellen Wechsel eintritt.

Rückhalt fand Sachtleber weiterhin bei den Grünen, die ihn 2007 als Kandidaten nominiert hatten. „Für Maintals Zukunft ist es unerlässlich, dass Bürgerinnen und Bürger, Stadtverordnete und Verwaltung weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten. Für diese integrative Aufgabe ist aus Sicht von B90/ Die Grünen niemand besser geeignet als Ralf Sachtleber“, lautete die Begründung. Das sahen auch über 300 Maintaler so, die mit ihrer Unterschrift an die Stadtverordneten appellieren, Sachtleber „im Interesse unserer Stadt“ wiederzuwählen.

 

Es soll auch in Zukunft nur einen Ersten Stadtrat in Maintal geben. Das dürfte aber nicht Ralf Sachtleber sein. Die Stadtverordneten sprachen sich mehrheitlich gegen eine Wiederwahl des Amtsinhabers aus. Stattdessen soll nun ein Wahlvorbereitungsausschuss gegründet werden, der eine Ausschreibung der Position vornimmt und damit das Feld für einen weiten Bewerberkreis öffnet. Ob Ralf Sachtleber darunter sein wird, ist offen.

Auch Bürgermeisterin Monika Böttcher brach eine Lanze für ihren Kollegen im Hauptamt. Man sei seit dreieinhalb Jahren ein Team und würde die Themen, die hier angesprochen würden, auch umsetzen. Der Antrag der Grünen für eine Wiederwahl des Amtsinhabers wurde mit 17:23 Stimmen abgelehnt bei zwei ungültigen Stimmen. Ralf Sachtleber machte deutlich, dass er sich nicht auf eine Ausschreibung bewerben wird. Dreh- und Angelpunkt der Aussprache war die grundsätzliche Debatte über eine politische Schärfung im Hauptamt.

 

Ein Name stand bereits im Raum: Karl-Heinz Kaiser. Der Sozialdemokrat ist seit 2011 Stadtverordnetenvorsteher. Aus dem Ersten Bürger der Stadt könnte also der Erste Stadtrat werden. Und auch für die dadurch freiwerdende Position des Stadtverordnetenvorstehers wurde schon ein Name gehandelt: Martin Fischer, Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU.

Der Wahlvorbereitungsausschuss hat im Oktober die Stelle ausgeschrieben. Bis zum 30. Oktober können sich Interessierte auf die freie Position im hauptamtlichen Magistrat bewerben. Gesucht wird eine „fachlich geeignete und im Umgang mit kommunalpolitischen Gremien erfahrene Persönlichkeit mit Führungserfahrung“, heißt es in der Ausschreibung. Weiterhin seien eine kollegiale Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin, den städtischen Gremien und einer engagierten Verwaltung sowie die Kooperation mit einer aktiven, interessierten Bürgerschaft Voraussetzungen für diese Funktion.

Für welche Fachbereiche Sachtlebers Nachfolger zuständig sein wird, entscheidet Bürgermeisterin Monika Böttcher. Noch bis Ende des Jahres ist Ralf Sachtleber Maintals Erster Stadtrat. Sollte bis dahin kein geeigneter Nachfolger gefunden worden sein, hat er sich dazu bereit erklärt, die Geschäfte bis Ende März weiterzuführen.

Nächstmöglicher Termin für eine Wahl wäre die Sitzung am Montag, 16. Dezember. Aber auch am Tag der Wahl selbst kann der Kreis der Bewerber um weitere Kandidaten ergänzt werden. Das Vorschlagsrecht liegt dann allerdings allein bei der Stadtverordnetenversammlung. Sollten an diesem Abend weitere Kandidaten benannt werden, würde der Wahlvorbereitungsausschuss in einer Sitzungsunterbrechung zusammenkommen, um zu prüfen, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllt sind. Dies vorausgesetzt, wäre eine Wahl noch am gleichen Abend möglich. Wenn im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit für einen Kandidaten erreicht wird, folgen weitere Wahlgänge. Und nach jedem einzelnen ist es auch möglich, den Prozess abzubrechen. Und dann stand ja auch noch im Raum, ob die Wahlalternative Maintal (WAM) einen Antrag auf Abschaffung des Postens stellt

Die Vorsitzenden sind sich fraktionsübergreifend einig, dass die nicht-öffentlichen Sitzungen des Wahlvorbereitungsausschusses dem Schutz der Bewerber dienen. Denn es gibt keine Garantie auf eine Wahl. Deshalb sollen die Personen nicht geschädigt aus dem Verfahren hervorgehen. Es könnten sich schließlich auch Kandidaten bewerben, die sich in einem festen Arbeitsverhältnis befinden. Die Schattenseite des Verfahrens ist, dass interessierte Kreise, die das Verfahren in Misskredit bringen wollen, die Möglichkeit haben, Legenden zu streuen.

 

Es meldeten sich dann mehrere Bewerber:

1.Ahmet Cetiner, parteilos, aus Bischofsheim, , Pächter der Sommergastronomie Mainkultur und Gründer eines Carsharing-Unternehmens (das er aber bald wieder aufgeben mußte), der sich vor allem gegen einen Bewerber mit Parteibuch aussprach (Anfang September).

2. Sabine Freter, parteilos, studierte Bauingenieurin, seit 2017 Bereichsleiterin der Stadtwerke in Mörfelden-Walldorf (Ende November). Als wichtige Themen für Maintals Zukunft sieht sie vor allem das Schaffen von Arbeitsplätzen und von Wohnraum.

3. Anahit Schäfer, Ehefrau des Fraktionsvorsitzenden der FDP, ehrenamtliche Stadträtin, nach der Reifeprüfung in Jerewan hat sie Technologie der anorganischen Chemie studiert und sich als Schneiderin selbständig gemacht und diese Selbständigkeit in Maintal fortgeführt (Anfang Dezember).

4. Andreas Bühner, parteilos, im Jahre 2005 hat er in Dörnigheim ein Ingenieurbüro als Startup gegründet und es bis zum Verkauf Ende 2018 samt 85 Mitarbeitern geführt. Er will vor allem Bürgerversammlungen und als Erster Stadtrat vor allem kaufmännischen Vorsicht walten lassen und Stadtentwicklung in Eigenregie machen (Anfang Dezember).

5. Ioannis Sarigiannidis, parteilos, aus Dörnigheim. Er arbeitet bei einem Bildungsträger in Hanau und will den lebendigen Dialog mit den Bürgern führen, am besten an einem zentralen Ort der Begegnung in Maintal.

Im Gespräch war auch schon Martin Fischer, Partei- und Fraktionsvorsitzenden der CDU. Aber weil der Wahlprüfungsausschuß seine Arbeit noch nicht abgeschlossen hatte., konnte in der Dezember-Sitzung kein neuer Stadtrat gewählt werden.

 

 

Weitere Themen des öffentlichen Lebens

Die Bürgermeisterin setzte ab März ihre Stadtteilgespräche auf dem Wochenmarkt Bischofsheim fort. Weitere Gespräche in den anderen Stadtteilen folgten. Auch die Vereinsgespräche fanden wieder statt. Über die städtische Facebook-Seite wurden die Fragen der Nutzer live beantwortet. Auch für Kinder und Jugendliche gab es Termine. Aber die Beteiligungsplattform „Maintal macht mit“ für die Ideen ihrer Bürger wurde aufgegeben wegen mangelnder Beteiligung (und der Forderung von 100 Unterstützern).

 

Die Maintaler Fraktionen warben für die Europawahlen am 26. Mai mit Pizzas, die nicht mit dem Logo der Pizzeria, sondern mit einem gemeinsamen Aufruf der Maintaler Stadtverordneten., am kommenden Sonntag an der Europa-Wahl teilzunehmen und ihre Stimme einer demokratischen Partei zu geben. Und am Samstag diskutierten vier Fraktionsvertreter auf einem Podium in Höhe der Main-Kultur ihre jeweiligen Vorstellungen vom zukünftigen Europa, umrahmt von einem Kultur- und Unterhaltungsprogramm. In Hochstadt müssen sich die Wähler im Vergleich zu den vergangenen Wahlen auf neue Wahllokale einstellen. Die zwei Wahllokale aus dem Rathaus ziehen um ins Bürgerhaus, Ringstraße Süd 21, und das Wahllokal aus dem Gemeindehaus ist nun im DRK-Seniorenzentrum, Konrad-Höhl-Straße 6, zu finden.

Die Grünen wurden in Maintal die zweitstärkste Kraft nach der CDU. Sie konnten ihr Ergebnis mit 23,0 Prozent im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren mehr als verdoppeln. Die Verlierer der Wahl sind die SPD (minus 12,4 Prozent) und die CDU (minus 4,7 Prozent). Die AfD erhielt 10,9 Prozent, die Wahlbeteiligung lag bei 56,0 Prozent (40,3)

 

Im Mai wurden in den beiden Familienzentren Treffs für alle Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern angeboten. um vor allem junge Mütter miteinander ins Gespräch bringen. In den Einrichtungen können sich Eltern zudem Rat zu Erziehungs- oder. Im Familienzentrum Uhlandstraße wurde das Elterncafé weitergeführt. Die Sozialpädagogin Verena Strub leitet seit 2017 die Stabsstelle für Integration. Diese Zuordnung außerhalb der Fachbereiche mache deutlich, dass das Thema Integration quer zu allen liege und alle Ämter damit befasst seien. Sechs Themenfelder werden unter Beteiligung von Experten ausgearbeitet. Die Bereiche gliedern sich in „Lernen in Maintal – Sprache und Bildung“, „Aufwachsen in Maintal“, „Arbeiten in Maintal“, „Alt werden in Maintal“, „Leben und Wohnen in Maintal“ und „Miteinander reden in Maintal – im Dialog für Toleranz und Vielfalt“.

 

Im Rahmen des Programms zur „Förderung von Gemeinwesenarbeit in Stadtteilen/Quartieren mit besonderen sozialen und integrationspolitischen Herausforderungen“ der Hessischen Landesregierung konnte in Bischofsheim der internationale Gemeinschaftsgarten aufgebaut werden. So war auch die Gartengruppe im Juli auf dem Markt der Möglichkeiten als Vertreterin für das Stadtteilzentrum Bischofsheim dabei.

 

Die Maintal Aktiv–Freiwilligenagentur lud im Oktober zur Demokratiewerkstatt ins Stadtteilzentrum Bischofsheim mit dem Schwerpunkt „Demokratie stärken!“ ein.

 

Im Oktober zogen die Grünen in Maintal eine positive Bilanz ihrer transparenten Arbeit:

Seit dem Frühjahr dieses Jahres haben die Maintaler Grünen eine neue Agenda zur Mitgliederwerbung in Kraft gesetzt. Offener, aktueller, niederschwelliger, konkreter wollen die Grünen werden, um mehr Menschen für die Maintaler Politik und die damit verbundenen Grünen-Standpunkte zu gewinnen. Die Zeiten für einen neuen Politikansatz scheinen nie besser gewesen zu sein, als in der Zeit, in denen den Grünen das Thema Klimaschutz die Tore zur politischen Mitte weit geöffnet hat, in Maintal und anderswo. Wie ein neuer, offener Zugang zu Politik und politischer Mitbestimmung aussehen kann, dazu hatten Mitte September den Landesvorsitzende Philip Krämer eingeladen.

 

Die Maintaler FDP warnte im Oktober davor, die nun verabschiedete Grundsteuerreform solle nicht für Steuererhöhungen in Maintal genutzt werden. Sie forderte, dass sich die Bemessungsgrundlage für die Steuer an der Fläche orientiert, damit keine hohen bürokratischen Erfordernisse auf die Bürgerinnen und Bürger und die Verwaltung zukommen. Kritiker sind allerdings gegen die reine Flächenbemessung und fordern, dass auch der Immobilienwert bei der Berechnung eine Rolle spielen müsse. Ansonsten käme es zur bizarren Situation, dass eine Mittelstands-Familie, die auf dem Land im Altbauhaus mit einem großen Garten wohnt, erheblich mehr Grundsteuer zahlen muss als ein schwerreicher Besitzer von Luxusappartements im Frankfurter Nordend. Die Maintaler Stadtverordnetenversammlung kann dann entscheiden, mit welchen Hebesätzen wir die verschiedenen Nutzungsarten versehen.

 

Bei der Diskussion über den Klimawandel im November ging es vor allem um die Frage, ob man vom Klimawandelt oder vom Klimanotstand sprechen solle, ob es also eine Klimakrise gibt und dass die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen. Die Ausschüsse haben ich zum Klimanotstand bekannt und diesem eine hohe Priorität eingeräumt. Es wurde die Gründung eines Klimabeirates beschlossen und ein Aktionsplan „Klimaschutz Maintal 2025“ sollte erstellt werden. Die Stadtverordnetenversammlung aber entschied sich nur für eher kleine Projekte (Verkehrswende oder Pflanzung von Bäumen), anstatt einer großen Veränderung.

 

Die Stadt Maintal beklebte im November die Bio-Abfallbehälter mit Info-Stickern, weil Fehlwürfe den Betreibern der Biokompostieranlage große Probleme bereiten.

 

Der Haushalt 2020 wurde Mitte Dezember mit einer wenn auch schwachen Mehrheit beschlossen. Die Fraktionen hatten sich schon im Oktober zum Ziel gesetzt, bis 2030 alle städtischen Gebäude klimaneutral zu gestalten. Um dieses Vorhaben umzusetzen, hatten die Grünen angeregt, die Stelle für einen technischen Energiebeauftragten zu schaffen. Dieser Antrag wurde am Montag aber mit Mehrheit abgelehnt. Einigkeit herrschte bei den Fraktionen indes beim Thema Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder, vor allem bei der Schulkindbetreuung an der Fritz-Schubert-Schule. Der fertige Haushaltsplan fand lediglich bei den Fraktionen der CDU und der WAM Zustimmung

 

An Heiligabend machte die Verwaltungsspitze ihren traditionellen Rundgang bei der Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz Maintal, bei der Feuerwehr und den Mobilen Sozialen Hilfsdiensten, um sich dort zu bedanken für die im abgelaufenen Jahr geleistete Arbeit.

 

 

Stadtentwicklung

 

Anfang des Jahres wurden auf dem alten Friedhof Dörnigheim die Toiletten für Friedhofsbesucher geschlossen, lediglich bei Trauerfeiern oder Beerdigungen darf sie genutzt werden.

Der Grund ist Vandalismus.

 

Für den Spielplatz an der Mainfähre in Dörnigheim wurde eine neue Konzeption erarbeitet:

Neue Spiel- und Sportgeräte sollen dafür sorgen, dass Eltern und Großeltern künftig nicht nur von der Bank aus das muntere Treiben beobachten, sondern selbst aktiv werden. Der Mehrgenerationenspielplatz kann und soll von allen Altersgruppen genutzt werden, die Geräte sind auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar. Die Fläche soll nicht nur erweiterter Spielplatz sein, sondern auch ein Begegnungsort, für eine soziale Interaktion zwischen Generationen und Bevölkerungsgruppen.

 

Ende Januar wurden die Anwohner des Gebiets innerhalb der Straßen Waldstraße, Fechenheimer Weg, Friedhofstraße und Eugen-Kaiser-Ring informiert, daß auf ihren Grundstücken möglicherweise Altlasten vorliegen in Form von Trümmerresten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Nicht brauchbare Schuttteile aus Frankfurt wurden dazu verwendet, das Feuchtgebiet für eine Bebauung nutzbar zu machen. Ende 2016 buchstäblich kamen sie beim Erweiterungsbau der Waldschule wieder zutage. Säuglinge und Kleinkinder sollen nicht direkt auf und mit der Erde spielen, Erwachsene sollten nach Garten- und Erdarbeiten die Hände immer gründlich waschen. Vom Anbau von Wurzel- und Knollengemüse wird abgeraten.

Einzelprojekte:

 

Die Ideen für ein neues, zentrales Rathaus, das im Bereich des Bahnhofs Maintal-Ost in Dörnigheim hätte entstehen können, wurden Anfang des Jahres zu den Akten gelegt. Von diesen Überlegungen übrig geblieben ist das geplante Bürger- und Dienstleistungszentrum, denn mit dem dortigen Bus­bahnhof ist eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben. Noch in diesem Jahr sollte die Umsetzung des Projekts beginnen. Denkbar ist unter anderem den zentralen Stadtladen dort unterzubringen. Außerdem könnten von der Öffentlichkeit häufig frequentierte Einrichtungen der Verwaltungen im neuen Zentrum am Bahnhof Maintal-Ost ihren Platz finden.

Mit dem Haushalt 2019 beschlossen Maintals Parlamentarier, den Altbauflügel des Rathauses inklusive des Grundstücks an der Sandgasse zu veräußern. Statt wie einst in der politischen Diskussion mal angedacht an einem zentralen Punkt, soll die Stadtverwaltung auf drei Standorte verteilt werden: Rathaus an der Klosterhofstraße, ehemaliges Polizeigebäude an der Dörnigheimer Kirchgasse und das Bürger- und Dienstleistungszentrum als einziger echter Neubau.

Das geplante Bürger- und Dienstleistungszentrum ist Bestandteil eines Gesamtkonzepts zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Dörnigheim, das von der Stadtleitbildgruppe „Maintal Entree“ erarbeitet und 2014 vorgestellt wurde. Dieses beinhaltet auch eine Modernisierung des Bahnhofsgebäudes, das derzeit noch im Besitz der Deutschen Bahn ist und mittelfristig von der Stadt erworben werden soll. Für das Bürger- und Dienstleistungszentrum werden die jetzigen Park-and-ride-Parkplätze weichen müssen, sie sollen durch ein Parkhaus östlich des Bahnhofs ersetzt werden. Auch der Bau des Parkhauses soll 2020 realisiert werden.

[Die Verwaltung war einmal in Hochstadt zentralisiert worden, um weite Wege zwischen den einzelnen Abteilungen zu vermeiden. Bei zukünftig drei Verwaltungsstandorten wird es wieder an sich unnötige Fahrten geben. Der Busbahnhof liegt zwar zentral, aber wer fährt schon mit dem Bus? Wo soll aber der parken, der mit dem Auto kommt? Wo parken die städtischen Angestellten? Schon jetzt sind auf beiden Seiten des Bahnhofs die Parkplätze knapp. Die neun­zig Parkplätze auf Dörnigheimer Seite sollen durch nur neunzig (oder 150?)  Parkplätze: 2019auf dem Gelände der ehemaligen Expreßgutannahme ersetzt werden. Und die Parkplätze vor dem Braubachzentrums sind nur für Kunden]

 

Der Metrokonzern plante schon länger, den Real-Einkaufsmarkt an der Wingertstraße mit

 62 Mitarbeiter zu verkaufen. Eigentümer des Grundstücks sowie des Gebäudes ist aber die Carlton Group, Real ist nur Mieter. Carlton möchte in Kooperation mit der Stadt Maintal das Gelände neu bebauen, um den Ortseingangsbereich positiv zu entwickeln und aufzuwerten. Im Frühjahr 2018 wurde die Öffentlichkeit über den Vorentwurf für einen Bebauungsplan informiert. Im Februar 2019 wurde die Sache wieder einmal spruchreif. Man hatte einen Vollsortiment-Anbieter im Blick. Neben einem Vollsortiment-Händler wird es dort auch einen Discounter geben und weitere Fachgeschäfte, einen Drogeriemarkt und Bäckereien.

 

Die traditionsreiche Baugenossenschaft hat 2016 nach 20 Jahren wieder begonnen, neuen Wohnraum zu schaffen. Aktuelles Projekt im März 2019: Ein Wohnhaus mit 15 Wohneinheiten, das im Bereich Ecke Beethovenstraße/ Kolpingstraße/ Hasengasse mit einer Fläche von rund 1.300 Quadratmetern. Unter dem Namen „Neue Mitte Kolpingstraße“ entstand zunächst bis März des vergangenen Jahres ein Komplex mit elf Wohneinheiten an der Kolpingstraße 3. Als zweiter Abschnitt dieses Projekts soll nun auf einer Freifläche entlang der Beethovenstraße und der Hasengasse ein viergeschossiges Gebäude in L-Form gebaut werden, das später die Adresse Kolpingstraße 2–4 tragen wird. In den beiden Gebäudeteilen werden laut der Baugenossenschaft insgesamt 15 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 1150 Quadratmetern errichtet, die alle ausgestattet sind mit Tageslichtbädern, Balkon beziehungsweise Terrasse oder Loggia. Der Baukörper wird als leicht geschwungene L-Form konzipiert und nimmt dadurch den Straßenverlauf der Beet­hovenstraße und der Hasengasse auf. Die beiden aneinanderhängenden Gebäudeteile werden jeweils mit einem eigenen Treppenhaus ausgestattet, um dadurch eine mögliche Geräuschkulisse deutlich zu minimieren.

Die Erdgeschosswohnungen sind barrierearm konzipiert, die Heizungs- und Warmwasserversorgung soll zum Teil aus einer Solarthermieanlage gespeist werden. Bei den Wohnungen werden Zwei-, Drei- sowie Vier-Zimmer-Einheiten erstellt. Damit könne die Baugenossenschaft ihren Mitgliedern ein möglichst breites Spektrum an unterschiedlichen Wohnungs- und Zimmergrößen anbieten.

 

Im April wurde entschieden, daß es in Maintal kein stationäres Hospiz geben soll. Stattdessen soll ein Expertenteam in bereits bestehenden Einrichtungen, wie Krankenhäusern und Pflegeheimen, eingerichtet werden, ein Netzwerk „Hospiz- und Palliativversorgung Maintal“.

 

Die leerstehende Produktionshalle der Firma Mettenheimer an der Philipp-Reis-Straße wurde im Herbst 2012 abgerissen und in der Folge Wohnbebauung realisiert wurde. Die Dirk van Hoek GmbH aus Bad Soden errichtete dort 33 Häuser. Bis heute nicht verwirklicht wurde ein „Gewerberiegel“, der zur Straßenfront hin entstehen sollte. Nun aber gibt es einen privaten Investor, der seine Ideen für die Errichtung eines dreigeschossigen Baus, in dem ein Hotel und ein Restaurant unterkommen sollen, prüfen lässt.

 

Im April stellte Ido Michel, der Eigentümer der Michel-Hotelkette, sein Plan vor, neben seinem Hotel „Best Western“ ein Hochhaus mit 60 Wohnungen zu errichten. Das wäre ohne Frage ein Hingucker am westlichen Stadteingang von Dörnigheim, aber dazu wäre eine Änderung des Bebauungsplans nötig, weil nach dem jetzigen Plan auf dem Grundstück lediglich Hotelbauten zugelassen sind An der Südwest-Ecke des Areals soll neben dem Hotelgebäude ein Hochhaus mit 17 Geschossen entstehen. Für das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss wäre eine öffentliche Nutzung denkbar, beispielsweise mit einer Arztpraxis, einem Café, einem Fitnessstudio oder Ähnlichem. Darüber würden sich 60 Mietwohnungen auf die weiteren Geschosse verteilen. Diese sind barrierefrei geplant und sollen eine Größenordnung von 70 bis 75 Quadratmetern. Für alle Wohnungen ist ein Balkon oder eine Loggia vorgesehen. Das Grünkonzept sieht unter anderem vor, den Ringwall zur Kennedystraße und zur Querspange zu verdichten.

Mit dem Turm würde ein wichtiger Beitrag zur Schaffung von Wohnraum geleistet, und das mit möglichst geringem Flächenverbrauch, und unter anderem durch Technik wie Erdwärmespeicher eine gute Effizienz. Daher auch der Name, den die Planer dem Projekt gegeben haben: „Green Tower“. Städtebaulich würde der Turm gut ins Dörnigheimer Westend passen. Denn entlang der West­endstraße stehen bereits drei Hochhäuser. Der Green Tower setze diese städtebauliche Struktur fort und hätte im Falle einer Realisierung einen Ausstrahlungseffekt auf die Umgebung.

Die FDP lehnte gleich ab, weil nach dem Stadtentwicklungskonzept in der Regel keine neuen Häuser gebaut werden sollen, die mehr als vier Vollgeschosse haben. Es gehe zwar darum, mehr Wohnraum zu schaffen, insbesondere bezahlbaren Wohnraum, dies dürfe aber nicht um den Preis der Verschandelung des mittelstädtischen Stadtbilds passieren. Hochhäuser sind kein Beitrag zu einer gesunden Durchmischung der Stadtbevölkerung und bringen großes soziales Konfliktpotenzial mit sich. Auch für WAM und Grüne war das Projekt eindeutig zu viel des Guten. Auch Stadtrat Sachtleber meinte, das Projekt sei eine Ohrfeige an die stadtplanerischen Bemühungen der vergangenen fünf Jahr.

CDU und SPD aber waren für den „Green Tower“: Mit ihrer Mehrheit stimmten Ende Mai CDU und SPD im Ausschuß schließlich für den Antrag und damit für die Änderungen des Bebauungsplans. Das endgültige Votum wird am Dienstag, 11. Juni, um 18 Uhr in der öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten fallen. Die Gegner werden mit Spannung erwarten, wie der Bauherr die notwendigen 120 Stellplätze realisieren möchte.

Auch die Grünen waren strikt gegen den Bau dieses 17-stöckigen Hochhauses auf dem Gelände des Michel-Hotels am westlichen Dörnigheimer Ortseingang. Aus Sicht der Grünen werden wichtige Vorschriften des Baurechts verletzt. Ein Hausbau soll danach nicht mehr als 40 Prozent der Fläche eines Grundstückes beanspruchen. Im vorliegenden Fall wären es 80 Prozent, also eine fast vollständige Bebauung. „Es ist auch vollkommen unklar, wo die notwendigen 160 zusätzlichen Parkplätze herkommen sollen. Die größeren Grünflächen, die bei den älteren Wohnhochhäusern in Maintal üblich sind, würden fast vollständig wegfallen“,

sagt sie.

Ein nachgeschobener Antrag der SPD fordert, dass 30 Prozent sozial geförderte Wohnungen entstehen, ein Mobilitätskonzept inklusive Parkplatzkonzept gemäß Stellplatzverordnung sowie ein Energiekonzept vorgelegt werden sollen.

In der Stadtverordneten befürworten im Juni  alle Fraktionen die Wohnbebauung auf dem Gelände des Michel-Hotels mit einem 30-prozentigen Anteil an günstigen Mietwohnungen. Aber bei der maximalen Ausnutzung des Grundstücks und der geplanten 17-geschossigen Bebauung hört die Einigkeit dann auf. Für die Änderung des Bebauungsplans gab es trotz aller Widerstände schließlich eine Mehrheit.

Das weitere Vorgehen in Sachen „Green Tower“ sieht nun vor, dass der Maintaler Magistrat zunächst einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor Ido Michel schließt, in dem eine Mindestquote von 30 Prozent gefördertem Mietwohnungsbau, ein Mobilitäts- sowie ein Energiekonzept festgelegt werden. Dieser Vertrag, den alle Fraktionen befürworten, muss zunächst befürwortet werden, bevor der Bebauungsplan im Sinne von CDU und SPD beschlossen wird. Damit ist der erste Schritt in Richtung „Green Tower“ getan, auch wenn das letzte Wort in der Sache noch lange nicht gesprochen ist.

 

Die Barrierefreiheit des Bahnhofs Maintal-Ost ist seit Jahren ein Dauerthema. Durch die Erhöhung der Bahnsteige, die in der Zwischenzeit erfolgte, hat sich die Ein- und Ausstiegssituation für die Fahrgäste mittlerweile verbessert. Ein nach wie vor bestehendes Problem ist jedoch auch im April 2019, dass zumindest das Gleis in Fahrtrichtung Frankfurt nicht barrierefrei zu erreichen ist. Das wird vorerst auch so bleiben. Zwar plant die Deutsche Bahn eine Modernisierung des Haltepunkts, in deren Zug neben der Treppe eine barrierefreie Rampe sowie Aufzüge den Zugang zum Bahnsteig ermöglichen sollen. Allerdings sind diese Pläne gekoppelt an die Baumaßnahmen im Zuge der Realisierung der Nordmainischen S-Bahn.

 

 

Die Schulferien bieten im Sommer regelmäßig Gelegenheit, dringend erforderliche Baumaßnahmen an Kanalisation und Straßen zu beginnen. Die Stadt investiert rund 1,9 Millionen Euro in Sanierungen und Instandsetzungen an Maintaler Straßen. Hinzu kommen noch Arbeiten der Maintal Werke, die Gasleitungen in Bischofsheim erneuerten. Einige Straßen mußten komplett gesperrt werden, weil die unter ihnen liegende Kanalisation erneuert oder erweitert werden muss. Hier bauten verschiedene Firmen im Auftrag der Stadt Maintal. Betroffen sind die Stadtteile Wachenbuchen, Hochstadt und Bischofsheim.

In der Straße Alt Wachenbuchen wurdet bis voraussichtlich Ende Oktober der Kanal ausgetauscht und von einem Innendurchmesser von 40 Zentimetern auf 50 bis 60 Zentimeter erweitert. Und in Hochstadt schließlich befindet sich vor der Kelterei Höhl eine größere Baustelle. Hier wurde der gesamte Straßenaufbau erneuert und zudem der östliche Gehweg ausgebaut.

Der Radweg „R4“ zwischen der Hochstädter Straße und dem Parkplatz vor dem Aldi Bischofsheim wurde bis Anfang August grundhaft erneuert sowie der Parkplatzvor dem Kochberg ausgebaut.

An der Waldschule in Bischofsheim wurde der kleine Schulhof saniert, und an der Werner-von-Siemens-Schule in Dörnigheim wurden Container für die anstehende Baumaßnahme aufgestellt. In der Hochstädter Fritz-Schubert-Schule wurde ein Klassentrakt saniert, aufgrund des geforderten Brandschutzes. Die Maßnahme dauert noch bis Ende des Jahres. In der angrenzenden Adolf-Diesterweg-Schule wurde die Turnhalle saniert, unter anderem wird eine LED-Beleuchtung installiert und der Sporthallenboden erneuert (im Sommer 2021 machte allerdings das undichte Dach alles wieder zunichte).

Die teuerste Baumaßnahme der nächsten Monate begann während der Sommerferien an der Albert-Einstein-Schule in Bischofsheim. Hier wurde das gesamte Gebäude B brandschutztechnisch saniert. Außerdem erhält der naturwissenschaftliche Bereich eine komplett neue Ausstattung.

 

Mitte August wurde von den Vereinen „Haus und Grund Hanau“, „Haus und Grund Bergen-Enkheim“ und „Mieterbund Hanau“ ein neuer Mietspiegel für Maintal beschlossen. Man hat sich auf eine Steigerung der Tabellenwerte um 5,3 Prozent verständigt und energetische Maßnahmen stärker berücksichtigt.

 

Im August wurde über das Opel-Eck gesprochen, das seit vielen Jahren als heruntergekommene „Ladeninsel“ als Schandfleck angesehen wurde. Im Oktober hatte es die Stadt geschafft, gemeinsam mit dem Eigentümer einen belastbaren Plan für die Zukunft des rund 1.800 Quadratmeter großen Geländes zu erstellen. In drei Jahren sollte nun zwischen Kennedy- und Berliner Straße ein moderner, ansehnlicher Mix aus Wohnbebauung und Ladenlokalen entstehen. Im Erdgeschoss der neuen Bebauung sollen sich Ladenlokale befinden, darüber in mehrgeschossiger Bauweise Wohnungen. Außerdem soll eine Tiefgarage gebaut werden.

 

Der Magistrat freute sich im Oktober besonders darüber, dass die Stadt nun endlich ein neues Gewerbegebiet erhalte: In Bischofsheim entsteht in Kooperation mit der Nachbarstadt Frankfurt auf einer Fläche von 15 Fußballfeldern das Gewerbegebiet Maintal-West. Die Absprachen für das Großprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei Frankfurt sind laut Magistrat abgeschlossen. Im Frühjahr kommenden Jahres beginnt die Stadt Maintal mit der Erschließung des Geländes, einschließlich eines Straßenbaus auf Frankfurter Stadtgebiet.

Zwei weitere Gewerbegebiete seien noch geplant: Eines in Bischofsheim in der Nähe der „Grünen Mitte“ und eines in Main-Nähe zwischen Dörnigheim und Hanau. Hier soll eine Mischform aus Neubaugebiet und Gewerbeansiedlung entstehen. (12. Oktober).

 

Der Zeitplan für das Parkhaus am Bahnhof Maintal-Ost stand. Bereits im Jahr 2020 sollte der Startschuss für den Bau fallen. Doch dann stellte die Deutsche Bahn im Frühjahr ihren Baustellenabwicklungsplan für die Realisierung der nord-mainischen S-Bahn vor und die Maintaler Pläne waren hinfällig.

Die Bahn wird einen Teil der Fläche, auf der das Parkhaus entstehen soll, für die Baumaßnahme benötigen. Allerdings ist längst beschlossene Sache, dass auf dem heutigen Park-and-ride-Parkplatz auf Dörnigheimer Seite ein Bürger- und Dienstleistungszentrum entstehen soll. Das geht aber nur, wenn alternative Parkflächen zur Verfügung stehen. Deshalb die Pläne für ein Parkhaus.

Weil man mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes nicht bis zur Fertigstellung der nordmainischen S-Bahn auf Maintaler Gemarkung warten möchte, stellte Sachtleber Anfang November nun mögliche Ausweichflächen vor. Außerdem schlägt der Magistrat die Erhebung von Gebühren für die P+R-Flächen vor, damit diese nicht zweckentfremdet werden, sondern tatsächlich nur den Pendlern zur Verfügung stehen.

Derzeit gibt es auf der Dörnigheimer Seite des Bahnhofs 85 Parkplätze. An der Philipp-Reis-Straße auf Hochstädter Seite sind es 92. Hinzu kommt eine provisorisch hergerichtete Fläche an der Max-Planck-Straße, die Platz für 60 Autos bietet. Damit existieren rein rechnerisch 237 Parkplätze. Für das Bürger- und Dienstleistungszentrum wurde zusätzlich ein Bedarf von 50 bis 111 Stellplätzen ermittelt, je nach Größe und Nutzungsfläche.

287 bis 348 Parkplätze sind also insgesamt nötig, die vorerst ohne Parkhaus realisiert werden sollen. Die Pläne der Stadtspitze hierzu sehen wie folgt aus: Auf Hochstädter Seite werden die 92 Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz an der Philipp-Reis-Straße sowie die 60 an der Max-Planck-Straße beibehalten. Zusätzlich könnte die Stadt eine Lagerfläche am Ende der Max-Planck-Straße pachten, wo 48 Stellplätze denkbar wären.

Auf Dörnigheimer Seite sind 105 Plätze auf dem Grundstück parallel zu den Gleisen vorgesehen, auf dem später das Parkhaus gebaut werden soll. Hinzu kommen könnten 28 Stellplätze in der Lahnstraße, wo die Stadt ein Grundstück vom Tennisclub Rot-Weiß erworben hat. In Summe gäbe es dann 333 Abstellflächen.

Wenn voraussichtlich 2028 die Arbeiten rund um die nordmainische S-Bahn abgeschlossen sind, kann das Parkhaus mit mindestens zwei Parkebenen und 160 Pkw-Plätzen sowie Fahrradabstellflächen entstehen. Bei Bedarf wäre auch eine dritte Parkebene denkbar. Was die Erhebung von Parkgebühren für die öffentlichen P+R-Flächen betrifft, die bereits zeitnah erfolgen soll, sind Tagessätze von 1,00 bis 1,50 Euro im Gespräch.

Bezüglich der Parkraumbewirtschaftung gab es Bedenken: Wer mit dem Auto zur Bahn fährt, macht grundsätzlich etwas richtig. Da hätte ich Bauchschmerzen, dies zu bestrafen. Wer dann rund 30 Euro im Monat an Parkgebühren zahlen müsste, der fährt vermutlich weiter bis zur Borsigallee und profitiert dann zudem von der günstigeren Tarifzone. Für die umliegenden Wohngebiete sieht der Magistrat eine stärkere Überwachung vor. Trotz der Einwände erhielt der Vorschlag, Gebühren für das Parken zu erheben, die mehrheitliche Zustimmung im Ausschuss und braucht als Nächstes den Segen durch die Stadtverordnetenversammlung.

 

 

 

Dicke Buche

Bewohner am Erlenweg beschwerten sich im Juli über den Lärm, der von der Sportanlage ausgeht. An die hohen Metallzäune hinter den Toren müssten Tornetze, um den Lärm aufprallender Bälle zu mindern. Die Lärmschutzwand - gerade mal etwas länger als 30 Meter - müsse soweit verlängert werden, dass sie alle rund um die Kunstrasenplätze angrenzenden Häuser westlich und südlich der Anlage, durch die Wand geschützt seien. Angrenzend an den Kleinfeldplatz müssten höhere Zäune her mit Ballnetzen. Die Gastronomie muss eingezäunt werden, damit von dort keine Vereinsfremden auf das Gelände können.In den Abendstunden könnten immer wieder Eindringlinge au die unzureichend gesicherte Anlage kommen:

[Dazu muß man wissen, daß die drei Häuser amWeidenweg direkt an dem Spielfeld schwarz gebaut wurden].

Auf der Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt wurde der Magistrat aufgefordert, die Beseitigung der Mängel zu prüfen.

Anwohner klagten: Bälle im Garten, Wildpinkler, Lärm und Beleidigungen würden in den einst ruhigen Nächten noch getoppt: Wenn ein Dutzend junger Männer nachts saufend und johlend Angst verbreitet, dann wollen sie hier nicht wohnen, dann will hier niemand wohnen.

Die Stadt hat Kirschlorbeer gepflanzt, der in einigen Jahren Sichtschutz darstellen wird.

 

Eichenheege

Im April ist rund vier Jahre nach Abschluss des städtebaulichen Vertrags das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Gelände der Firma Intubau in der Dörnigheimer Eichenheege nahe des Bahnübergangs so gut wie fertiggestellt. Einzig das im Bauplan Haus A genannte Gebäude am nordwestlichen Rand des Gebiets fehlt noch. Dort sollen die im städtebaulichen Vertrag vereinbarten 15 sozial geförderten Mietwohnungen entstehen – nach Auskunft des Investors soll noch in diesem Jahr mit deren Bau begonnen werden.

Der Bauträger, das ist in diesem Fall die City 1 Grundbesitz GmbH, die ihren Sitz in Neu-Isenburg hat. Auf dem Areal am Waldrand von Dörnigheim, zwischen den Straßen Eichenheege und Daimlerstraße, hat City 1 seit 2015 insgesamt 49 Einfamilienhäuser sowie zwei größere Mehrfamilienhäuser errichtet. Im dritten und kleinsten der drei geplanten Mehrfamilienhäuser sollen die vertraglich vereinbarten 15 geförderten Wohnungen entstehen.

 

Auf dem ehemaligen Sportplatz möchte die Stadt ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept realisieren und die Wohn- und Lebensqualität innerhalb des Quartiers erhöhen. Das städtebauliche Konzept sieht eine Mischung aus Mehrfamilien-, Reihenhäusern, Doppelhaushälften und Einfamilienhäusern vor. Fest steht bereits, dass die städtische Maintal Immobilien-Gesellschaft auf einem Teil der insgesamt 2,7 Hektar großen Fläche drei Mehrfamilienhäuser mit geförderten Wohnungen errichten wird. 42 Einheiten sind vorgesehen.

Weitere Mehrfamilienhäuser wird es in der Gebietsmitte geben. 60 Wohneinheiten, verteilt auf drei Gebäudekomplexe, die sich um eine Grünfläche gruppieren, sollen dort entstehen. Hier ist zudem eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen für die Bewohner geplant. Die Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser werden indessen am Waldrand liegen und das Neubaugebiet einfassen. Vorgesehen sind nur 161 Parkplätze für rund 138 Wohneinheiten, davon 13 Besucher- und vier Carsharing-Stellplätze. Die geplanten Stellplätze für die Bewohner sollen entlang der einzig öffentlich befahrbaren Straße – denn das Gebiet soll nicht nur autoarm, sondern weitenteils auch autofrei sein – und am südlichen Waldrand entstehen. Ein Besucherparkplatz ist im Eingangsbereich geplant. Mit dieser Planung hatte so manches Ausschussmitglied im Mai seine Probleme: Schließlich würden die neuen Eigentümer kaum auf ihr zweites Auto verzichten, weil in dem Gebiet nur noch ein Stellplatz pro Wohneinheit vorgehalten werde. Stattdessen dürfte sich die ohnehin angespannte Situation in den umliegenden Straßen weiter zuspitzen. Dann werden zusätzliche Runden gedreht, um das Auto irgendwie irgendwo abzustellen. Das ist weder ökologisch sinnvoll noch trägt es zum sozialen Frieden in der Nachbarschaft bei.

In der Stadtverordnetenversammlung wurde der Vorentwurf verworfen, nicht nur wegen der Stellplätze, sondern ebenfalls die Anordnung der Wohngebäude, die angedachte Lage des Spielplatzes, das noch nicht ausdefinierte Energiekonzept und einige weitere Planungsdetails

Nach drei Monaten Überarbeitungszeit räumten bis auf die Grünen im August alle vertretenen Fraktionen ein, dass der zweite Entwurf besser sei als das zurückgewiesene erste Konzept.

Im neuen Entwurf wurde die Anzahl der Stellplätze erhöht, die aber weiterhin dezentral an den Außenbereichen des Baugebiets liegen.

 

 

Es wird Auto-Ladestationen geben und E-Roller-Ladestationen, der Einsatz von Erdwärme-Pumpen zur Energieversorgung. Wird noch geprüft. Letztlich verabschiedete der Bauausschuss gegen die Stimmen der SPD das überarbeitete Konzept, wobei die Sozialdemokraten für die Stadtverordnetenversammlung Zustimmung signalisierten (22. August).

 

Mainufer:

Im Dezember haben die Stadtverordneten entschieden, 100.000 Euro zu investieren, um das gastronomische und kulturelle Angebot der Mainkultur auszubauen. Anfang des Jahres fand sich daraufhin eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und der Stadtleitbildgruppe Mainufer unter Leitung des Stadtverordnetenvorstehers Karl-Heinz Kaiser zusammen. Sie sollten Vorschläge für Maßnahmen zu erarbeiten, die auf eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität abzielen. Es gab Meinungsverschiedenheiten über die Verwendung der Mittel.

Sollen diese investiert werden, um das Mainufer aufzuwerten, um damit die Grundlagen für zukünftige kulturelle Veranstaltungen zu schaffen oder müssen mit den Geldern infrastrukturelle Voraussetzungen für den Pächter der Mainkultur geschaffen werden, um das gastronomische Angebot zu stärken?

Im Juni wurde ein Katalog mit acht Maßnahmen vorgestellt, die im Bereich des Main­ufers für eine Aufwertung sorgen sollen, die Gastronomie war dabei nur ein Randbereich. Ahmet Cetiner, vor vier Jahren der Initiator und seitdem Pächter der Mainkultur-Gastronomie, hatte sich von dem Auftrag der Arbeitsgemeinschaft, verbesserte Rahmenbedingungen für seine Gastronomie erhofft. Es fehlt an Schattenplätzen und an befestigten Bereichen für Sitzmöglichkeiten. Er war aber nicht Mitglied des Ausschusses, weil er ein Eigeninteresse hatte.

Der Bereich hatte aber sehr unter Vandalismus zu leiden. Schon Mitte März war der Pavillon am Fähranleger wegen Vandalismusschäden abgebaut worden. Der Sandkastenbereich des Spielplatzes am Dörnigheimer Mainufer mußte Mitte Juli gesperrt werden, weil überall Glasscherben und Splitter verteilt waren und eine bloße Reinigung nicht mehr möglich war. Immer wieder haben Anwohner von zerbrochenen Glasscherben und mit Graffiti beschmierten Mauern berichtet. Einmal pro Jahr reinigt eine Firma im Auftrag der Verwaltung professionell den Sand sämtlicher öffentlicher Spielplätze in Maintal.

Auch die Stadt Maintal bestätigte im Frühjahr auf Anfrage, dass rund um das Mainufer besonders häufig Vandalismusschäden auftreten würden. Speziell nachts und am Wochenende seien deshalb Präventivstreifen der Ordnungsbehörden unterwegs. Vertreter von Verwaltung, Ordnungsamt und Polizei luden deshalb im Juni zu einer Informationsveranstaltung ein, weil sie von den Bürgern Erfahrungsberichte, Ideen, Vorschläge erhofften, wie mit den Problemen umzugehen sei. Jugendliche allerdings fehlten.

Am 15. August, kam es zu einem Austausch in der Sommergastronomie der Mainkultur. Dabei zeigte sich, dass die Fortführung des Angebots über alle Parteigrenzen hinweg politischer Konsens ist. Unterschiedliche Ansichten gab es allerdings, was den Einsatz von Steuermitteln und die Realisierung bestimmter Maßnahmen angeht.

Für Pächter Ahmet Cetiner etwa ist der vorliegende Maßnahmenkatalog, der unter anderem die Sanierung des Fährsockels, die Installation von Beleuchtung, einem Abwasseranschluss, den Bau einer Freitreppe oder die Einrichtung einer Eventfläche vorsieht, aber ebenso Fundamente für die Gastronomie-Container und eine Beschattungsmöglichkeit, kein Beitrag, um die Mainkultur wirtschaftlich zu betreiben. Auch wenn es keine schlechten Maßnahmen sind.

Gleichzeitig stellten sowohl Cetiner als auch CDU-Partei- und Fraktionschef Martin Fischer klar, dass die 100.000 Euro keinesfalls eine Subvention des Pächters sind, sondern vorgesehen sind, um die notwendigen Voraussetzungen für eine Sommergastronomie zu schaffen. Denn der aktuelle Pachtvertrag läuft bis 2021 und wird dann neu ausgeschrieben.

Seit Beginn der Saison im April seien knapp 18.000 Besucher in die „Mainkultur“ gekommen. Das Angebot wird also gerne angenommen, auch wenn aus Sicht des Pächters durchaus noch Luft nach oben ist.

Die Frage, wie eng oder weit der Begriff „Kultur“ mit Blick auf die „Mainkultur“ gefasst werden soll, war im Dezember ein Dreh- und Angelpunkt der Diskussionsrunde. Die einen wünschen sich ein stärkeres kulturelles Angebot im engeren Sinne, die anderen – wie etwa Böttcher oder Cetiner – sehen in der „Mainkultur“ durchaus einen Beitrag zur Kultur. „Kultur ist mehr als nur Theater. Kultur entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen“, sagte Böttcher. Die 100.000 Euro sollen genutzt werden, um den gastronomischen Betrieb zu sichern.

 

 

Auf 94.000 Euro schätzt ein externer Planer die Kosten – hat bei seiner Kalkulation aber nur fünf der insgesamt acht geplanten Maßnahmen berücksichtig: Für einen festen Untergrund für die „Mainkultur“ auf zirka 20.000 Euro, für eine Einhausung der Mülltonnen 15.000 Euro, für einen sogenannten WLAN-Access-Point 1.500 Euro, für die Herstellung von Bodenfundamenten für Gastronomie-Großschirme 8.000 Euro und eine Abwasserpumpstation wäre mit 50.000 Euro der teuerste Posten. Auch die Wasser- und Stromanschlüsse für die Gastronomie am Mainufer sind wichtig. Auch investiert die Stadt Maintal 5.000 Euro in die Gestaltung des Fährsockels. Eine Freitreppe und die geplante Beleuchtung südlich der Mainwiese werden hingegen weiter auf sich warten lassen.

 

 

 

 

Hochstadt:

Anfang Februar erfolgte der erste Spatenstich für ein Wohn- und Ärztehaus hinter dem Seniorenzentrum. mit der Anschrift Am Weides 67. Die städtische Immobilien-Gesellschaft errichtet nach eigenen Angaben den Neubau der zehn Wohneinheiten mit Wohnflächen in Größen zwischen 45 und 100 Quadratmetern sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum von etwa 270 Quadratmetern. Im Gebäude wird ein Fahrstuhl den Zugang zu den einzelnen Etagen erleichtern. Fünf der neun geförderten Wohnungen seien barrierefrei geplant. Erstellt werden die Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 750 Quadratmetern nach dem aktuellen Stand der Energieeinsparverordnung. Alle Wohnungen sind mit Balkonen oder Dachterrassen ausgestattet. Im Außenbereich werden 20 Parkplätze angelegt. Durch die Förderung des Kreises in Höhe von 231.000 Euro und das Erbpachtgrundstück der Stadt Maintal liegt der Mietpreis bei höchstens sieben Euro pro Quadratmeter.

Neun zusätzliche Sozialwohnungen werden hinzukommen, wenn das Bauprojekt der Maintal Immobilien Gesellschaft im Baugebiet Am Weides in Hochstadt abgeschlossen ist. Menschen mit einem niedrigen oder mittleren Einkommen können bei der Stadt einen Wohnberechtigungsschein beantragen. Die Einkommensgrenzen liegen allerdings derzeit für einen Einpersonenhaushalt bei 15.573 bis 18.686 Euro, für einen Zweipersonenhaushalt bei 23.627 bis 28.351 Euro, zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person 6.444 Euro. Für jedes zum Haushalt rechnende Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um weitere 650 Euro jährlich. En Rollstuhlfahrer, der in einer Dachwohnung  in der Ringstraße wohnt, kam dafür nicht in Frage.

 

Am historischen Rathaus soll ein kostenloser WLAN-Hotspot ganz ohne Beschränkungen bei der zeitlichen und inhaltlichen Nutzung eingerichtet werden im Rahmen des Förderprogramm „Digitale Dorflinde“ des Landes Hessen, das eine Förderung von bis zu 1.000 Euro pro installiertem Hotspot und bis zu 10.000 Euro je Kommune vorsieht. „Digitale Dorflinden“ soll es dann in Dörnigheim im Kinderclub und Bonis Treff, auf der Sportanlage „Dicke Buche“ und im Bereich der Freien Turnerschaft Dörnigheim geben, in Bischofsheim auf dem Marktplatz, auf dem Gelände des FSV Bischofsheim, im Bürgerhaus sowie im Kinder- und Jugendhaus, in Hochstadt rund ums Historische Rathaus und im Bürgerhaus sowie in Wachenbuchen im Bürgerhaus.

 

Wachenbuchen:

Ende 2017 hat die Stadt Maintal das Volksbankgelände an der Ecke Raiffeisenstraße /         Hanauer Landstraße in Wachenbuchen gekauft. Seitdem steht das markante Gebäude leer. Dass es abgerissen wird, steht bereits fest. Die Stadtleitbildgruppe „Ortsmitte Wachenbuchen“ hat schon viele Ideen für eine Nachnutzung des Geländes gesammelt, zum Beispiel eine gemischte Bebauung mit Wohnen, Gewerbe und Ladenlokalen. Eine Tiefgarage könnte unter dem Gebäude gebaut werden. Im Erdgeschoss könnte ein Gesundheitszentrums entstehen. Auch öffentliche Toiletten, vor allem für Busfahrer, sind denkbar.

Weitere Ideen für die Nachnutzung sind ein Gründerzentrum, ein Jugendzentrum, ein Lese-Café mit Orientierung zu dem bereits bestehenden Parkplatz mit einer Bewirtung durch Initiativen von Bürgern, Vereinen oder Gewerbetreibenden aus Wachenbuchen. Außerdem bräuchten die Freien Turner Wachenbuchen, die den Teil des Gebäudes nutzen, mehr Lagerfläche. „Das sind alles nur Ideen“, sagt Frölich. Was letztlich davon umgesetzt wird, muss die Stadt entscheiden. In einem ersten Schritt wurde bereits der Biergarten neben dem Bürgerhaus neu gestaltet und im Mai neu eröffnet.

 

Im Bauausschuss gab es im September eine Diskussion über eine angebliche Vereinbarung zur Bebauung des fünf Hektar großen Areals „Am Berghof“, früher Gärtnerei Kaufeld. Im Vorfeld der geplanten Zwangsversteigerung des Gärtnereigeländes im Mai 2015 soll es eine schriftliche Absprache zwischen dem damaligen Magistrat mit Bürgermeister Erhard Rohrbach und Erstem Stadtrat Ralf Sachtleber sowie dem benachbarten Landwirt Ludwig Stein gegeben haben. Der Landwirt soll damals angekündigt haben, nicht an der Versteigerung teilzunehmen, wenn eine Abstandsfläche von 10.000 Quadratmetern zum angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieb diesem zur Nutzung als Ackerfläche überlassen wird.

Zu einer Zwangsversteigerung sei es letztlich nicht gekommen, weil man sich mit den Gläubigern habe einigen können. Diese Vereinbarung aus 2015 bildet aber die Grundlage für ein aktuelles Schreiben, das der Landwirt vergangene Woche an Karl-Heinz Kaiser geschickt hat:

Die zwischenzeitlich an die Maintal Immobilien Gesellschaft übertragene Abstandsfläche soll zurück ins Eigentum der Stadt kommen, wo sie gemäß eines 2017 getroffenen Beschlusses der Stadtverordneten verbleiben soll.

Sollte diese Rückübertragung erfolgen, sieht der Landwirt offensichtlich seine ursprünglich mit dem Magistrat getroffene Vereinbarung konterkariert. Deshalb kündigt er in dem Brief

in der Frage des Abstands sämtliche Rechtsmittel auszuschöpfen, sodass es in den nächsten drei, vier Jahren keinen Bebauungsplan geben werde. Denn tatsächlich ist der Mindestabstand von 100 Metern zwischen der geplanten Bebauung und dem Aussiedlerhof auf dem derzeit vorliegenden Entwurf unterschritten, um das Flächenpotential stärker auszuschöpfen und mehr Wohneinheiten zu realisieren.

Der Erste Stadtrat setze sich deshalb für einen Kompromiss ein: Verkauf der Abstandsfläche zum derzeit gültigen Bodenrichtwert von Ackerland, um im Gegenzug die Abstandsfläche ohne Konflikte mit dem landwirtschaftlichen Betrieb reduzieren zu können. In einem weiteren Schreiben des Landwirts an eine andere Fraktion verweist dieser darauf, dass man auf die Maximalforderung von 100 Metern Abstand verzichte, wenn es zu einer Übertragung der Fläche komme. Eigentümer ist seit vergangenem Jahr die Maintaler Immobiliengesellschaft.  Damit über die Fläche überhaupt verhandelt werden kann, muss diese aber an die Stadt Maintal zurückübertragen werden Kaiser äußert der aber auch Zweifel darüber, „dass hier nur Ackerland zur Pflege erworben werden soll“ (sondern Hoffnung auf Bauland besteht).

 

Ende November waren die rund 1350 Quadratmeter verkehrsberuhigte Fläche im östlichen Arm der Straße „Alt Wachenbuchen“ fertig. Ein neuer Kanal und neue Wasserleitungen wurden verlegt, darüber ein herbstfarbenes Pflaster und in den Rinnen mit grauem Kopfsteinpflaster.

 

Es wurden 746 000 Euro hier verbaut, eine Summe, die natürlich nicht alleine in den Belag ging. „Der Kanal, der vorher 40 Zentimeter Durchmesser aufwies, wurde durch einen neuen mit 50 bis 60 Zentimetern ersetzt. Das musste sein, da der alte baulich wie hydraulisch nicht mehr den aktuellen und vor allem zukünftigen Anforderungen gewachsen war“, sagt Matthias Goldbach vom Fachdienst Tiefbau des Eigenbetriebs Betriebshof.

Das oberflächliche Erscheinungsbild des Straßenbelags soll zum Fachwerkambiente der Häuser in Alt Wachenbuchen korrespondieren; es ist besser als der Teerbelag, aber natürlich nicht so wie das alte Pflaster (dieses ist noch im westlichen Teil der Straße erhalten, die einzige Stelle im Maintal, die noch altes Pflaster hat). Daß im verkehrsberuhigter Bereich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind und motorisierte Zeitgenossen Schrittgeschwindigkeit fahren müssen, ist natürlich eher Wunschdenken

 

 

Landwirtschaft

 

Im März wurde Bettina Weber als neue Weinkönigin des 1.Hochstädter Winzerverein gekürt

und hört fürderhin für ein Jahr auf den adligen Namen Bettina I. Sie löst Susanne I., Susanne Meyer ab, die bisher bei Weinproben und Veranstaltungen das Zepter schwang. Bettina Weber ist 52 Jahre jung, lebt seit 2001 im Maintaler Stadtteil und kommt gebürtig aus Kilianstädten. Sie ist seit rund 33 Jahren Apothekenhelferin in Schöneck-Kilianstädten.

Im Juni fand wieder das Rebenblütenfest statt, bei dem auch der „Rote Hochstädter“ ausgeschenkt wurde Aber auf dem Weinberg „Am hohen Rain“ darf er nicht mehr wachsen. Die im 19. Jahrhundert aus Amerika nach Deutschland importierte Wildrebe „Vitis Reparia“ ist nämlich genau genommen ein Gemüse, ujnsoll sogar zur Weinbereitung ungeeignet sein, „und wir dürfen auf unserem Weinberg nur zugelassene Rebsorten anbauen“, erklärt Winzerpräsident Gerhard Koffler. Dabei machten diese bis vor einigen Jahren fast ein Drittel des gesamten Bestands auf dem Weinberg aus. Denn der Wein mit seinem charakteristischen Eigengeschmack war und ist beliebt, die Rebe noch dazu kaum krankheitsanfällig.

Die Wahl für eine Ersatzpflanzung fiel auf den traditionellen Riesling und die neue Sorte „Cabernet Cortis“, die man als Weiß- oder Rotwein ausbauen kann. Im Moment geht der Trend zum Weißwein, weil er leichter und frischer ist. Daher wurde auch die Sorte Cabernet Cortis bisher als Weißwein ausgebaut.

Am Rebenblütenfets im Winzerhof, beteiligten einmal mehr Freunde aus der französischen Partnerstadt Luisant,. Es ist traditionell das Fest, zu dem die Winzer die ersten Weine aus dem Vorjahr ausschenken. Diesmal standen aus dem Jahr 2018 ein Dornfelder Rosé, ein lieblicher Riesling, der Spessartblick (Kerner) und der Grauburgunder auf der Getränkekarte. Der Rote Hochstädter ist indessen Jahrgang 2015. Wobei Weinfreunde mitnichten befürchten müssen, bald auf den Hochstädter Traditionsrotwein verzichten zu müssen. Der Weinberg umfasst gut die Hälfte der Reben des Vereins. Die übrigen wachsen in den Höfen, an Hauswänden, auf Garagendächern und anderen Grundstücken von Mitgliedern und Privatleuten. Dort wird auch der Rote Hochstädter weiterhin zu finden sein

 

Ende September öffnete der Kürbishof in der Bachstraße 18 in Wachenbuchen seine Tore.

„Bischofsmütze“ und „Teufelskralle“ werden auf dem knapp anderthalb Hektar großen Feld unweit des Reiterhofs angebaut. Wer Speisekürbisse anbieten möchte, muss reines Saatgut kaufen. Die Eigenzucht wird allein als Zierkürbis verkauft und zu Dekozwecken verwendet.

Es werden 40 Speise- und Zierkürbissorten zum Verkauf angeboten.

Der Anbau ist arbeitsintensiv, weil er weitgehend von Hand erfolgt. Zwar gibt es eine Vorbehandlung gegen Unkraut, aber alles, was danach wächst, muss mit der Hacke entfernt werden

Kürbisse sind sehr empfindlich. Das gilt nicht nur für die Pflanze, die deshalb nicht mit Unkrautbekämpfungsmitteln in Kontakt kommen darf, sondern ebenfalls für die so massiv wirkende Frucht mit der harten Schale. Auf gar keinen Fall darf der Strunk abbrechen, andernfalls beginnt die Frucht zu faulen. Gleiches gilt für Druckstellen, weshalb die einzelnen Kürbisse vorsichtig in die bereitstehende Holzkiste gelegt werden.

 

 

Am beliebtesten bei den Kunden ist nach wie vor der Hokkaido. Der ist auch bei den Schnecken beliebt. Weil der Sommer sehr trocken war, gab es allerdings nicht viele von ihnen.

Halloween-Kürbisse dürfen noch eine Weile liegen. Weil bei Kürbissen eine fünfjährige Fruchtfolge einzuhalten ist, wird auf dem Feld im nächsten Jahr Weizen angebaut werden.

 

Viele der gepflückten Äpfel werden veredelt. Aus ihnen wird Apfelwein. So auch bei Familie Hensel aus Hochstadt, Trinkbrunnenstraße 3. Anika Hensel arbeitet beim MainÄppelHaus am Lohrberg und setzt sich in Maintal im Arbeitskreis Streuobst für den Erhalt eben dieser ein. Früher haben viele ihre Äpfel in Betriebe gebracht, die dann daraus Apfelwein hergestellt haben. Doch mittlerweile keltern viele mehr und mehr privat.

Bis vor zwei Jahren hat auch ihr Vater Kurt Hensel jedes Jahr mindestens 400 Liter Apfelwein gekeltert. „Denn ich habe für mich selbst schon einen Liter gerechnet, den ich täglich getrunken habe“, sagt er. Kurt Hensel ist jetzt 88 Jahre alt und lässt nun seine Familie und die Nachbarn und Freunde die schwere Arbeit machen. Der „alte Hochstädter“ ist aber immer noch dabei und gibt Anweisungen.

Anfang Oktober werden zunächst alle Äpfel gewaschen und dann kleingehäckselt, ehe der frische Most mit Muskelkraft in der Kelter herausgepresst wird. Zwischendurch greift Kurt Hensel immer mal wieder ein und sei es nur, um die Lage der Pressbretter zu korrigieren. Kurt Hensel wurde in Hochstadt geboren, ist mit dem Apfelwein aufgewachsen. Gelernt hat er den Beruf des Schreiners. Vor sechs Jahren hatte er eine Herz-OP, die ihn aber nicht daran gehindert hat, seine Apfelbäume weiter zu pflegen. Bis vor zwei Jahren ist er dazu auch immer noch selbst auf die Leiter gestiegen, um Äste abzusägen. Der 2019er verspricht laut dem Experten ein guter Jahrgang zu werden. Denn der Most erreichte einen Spitzenwert von 60 Oechsle, der Alkoholgehalt ist also entsprechend hoch

 

In 66 Jahren hat Imker Fischer solche Trockenheit nicht erlebt:

Hans Fischer hält schon seit 66 Jahren Bienen. Das Vorstandsmitglied im Imkerverein Büchertal sagt Anfang Oktober: „Wir erleben derzeit eine Trockenheit, wie ich sie in 66 Jahren noch nicht erlebt habe. Die Blüten in diesem Sommer waren voller Pollen, aber Nektar gab es kaum, bedingt durch außergewöhnlichen Flüssigkeitsmangel.“ So haben die Bienen zwar ihre Bestäubungsarbeit leisten können, selbst aber viel zu wenig zu fressen gehabt und folglich auch nur extrem wenig Honig produzieren können:

Vor Jahren noch sei eine tödliche Milbe das größte Problem der Imker gewesen. Gegen die gebe es längst ein Mittel: Gegen die Trockenheit gibt es leider keines. Eigentlich hätten die Bienen für diese Winternahrung selbst sorgen müssen. Konnten sie aber nicht“, sagt Fischer, „ich musste schon frühzeitig mit Zuckerwasser zufüttern.“

Dies sei aber weder besonders gut für die Bienen noch für den Imker, schließlich sollten die Tiere ihre Nahrung ja selbst sammeln. Auf lange Sicht, sagt Fischer, gefährde die Trockenheit also auch die Existenz der Bienen: „Die brauchen Nektar. Nicht nur Pollen.“

Fischer zeigt auf Blaudisteln, die im Garten stehen, zeigt auf seine Apfelbäume und auf seine Linden am Garteneingang: „Die Linden verlieren seit Wochen ihre Blätter, eigentlich sind die sehr robust.“ Die Wurzeln der genügsamen Bäume würden offensichtlich kaum noch Wasser transportieren, sagt Fischer.

Für ihn heißt das ganz konkret, dass der ansonsten sehr ergiebige Grundwasserbrunnen im Frühjahr 2019 ausgetrocknet ist: „Auch den habe ich seit 66 Jahren“, sagt Fischer, „und aus einer Tiefe von dreieinhalb Metern hat er immer zuverlässig Wasser.“

Auf die Frage, ob der Brunnen denn nach Regen wieder Wasser liefern werde, muss Fischer milde lächeln. Dann schüttelt er den Kopf: „Leider nein!“

 

Die rekordverdächtige Zeit von weniger als vier Stunden, die das Keltern der Trauben in Anspruch genommen hat, liegt maßgeblich an der erstmals verwendeten Hydropresse

Unerfreulicher ist jedoch ein weiterer einleuchtender Grund für die geringere Arbeitszeit: Weniger als die Hälfte, nämlich 2000 statt 4.700 Kilogramm Trauben, konnten dieses Jahr im Vergleich zu 2018 geerntet werden. Vor allem der späte Frost im Mai, aber auch die Dürre, als es im Sommer 14 Tage lang extrem heiß war, und der viele Regen kurz vor der Erntezeit sind dafür verantwortlich.

Auch hierzulande werden die Auswirkungen des Klimawandels sichtbar:  Riesling sei früher erst Ende Oktober reif gewesen, mittlerweile ist er das teilweise sogar schon Ende September. Auf die Nachfrage, ob denn durch die steigenden Temperaturen wenigstens das Frostrisiko geringer werde, winkt der Kenner ab. „Es wird dennoch immer wieder Frostschäden geben, es gilt einfach, Vorkehrungen zu treffen.“

Quantitativ ist dieses Wein-Jahr wohl eher enttäuschend für den Hochstädter Winzerverein. Aber: „Von der Qualität her sind wir äußerst zufrieden, wenn auch die Öchsle-Zahl letztes Jahr ein klein wenig besser war“, bilanziert Vereinsvorsitzender Gerhard Koffler. Insgesamt neun verschiedene Weinsorten werden nach Gärung und Filtration im Februar oder März nächsten Jahres in Flaschen abgefüllt werden. Im Frühjahr beginnt dann wiederum die Arbeit in und an den Reben – frei nach dem von den Hochstädter Winzern zitierten Motto: „Der Wingert will den Winzer jeden Tag sehen.“

Nun steht am Wochenende Mitte Oktober erst einmal das traditionelle Federweißenfest des Hochstädter Winzervereins an. Im urigen Hof an der Bischofsheimer Straße 9 können dann die Weine der vorigen Jahre, allerlei leckere Speisen sowie natürlich Federweißer und Zwiebelkuchen probiert und genossen werden.

 

Der Ertrag Apfelernte 2019 war durchschnittlich. Der Ertrag von durchschnittlich 75 Kilogramm pro Baum ist mittelmäßig. Für die Äpfel einen Zuckergehalt von 60 Grad Oechsle ermittelt, wobei 50 Grad Oechsle eigentlich ideal ist. Auch bei 45 werden die Äpfel zum Keltern des Apfelweins abgegeben. Der Apfelwein wird deshalb nicht besonders süß, sondern der Alkoholgehalt steigt. Zu erwarten sei, dass der Jahrgang 2019 mit durchschnittlich 7,5 Prozent Alkoholgehalt deutlich über den eigentlich apfelweintypischen fünf bis fünfeinhalb Prozent liegen werde.

Den Pessimismus einiger Experten, die in 20 Jahren ein Aussterben der Äpfel in Hessen befürchten, teilt Anika Hensel nicht: „Aber wir werden gießen müssen, bewässern.“ Außerdem gebe es „Profiteure“ des neuen, wärmeren Klimas: „Die Birnen und Quitten fühlen sich wohl bei der Trockenheit, und auch meine Feigenbäume haben viele Früchte getragen.“ (21. Oktober).

 

 

Forst

 

Baumfällarbeiten stehen im Februar im „Pappelwäldchen“ am Dörnigheimer Mainuferweg an. Grund für den Einsatz der Motorsäge ist das Alter der Bäume und die damit verbundenen Risiken für Passanten. Bei den betroffenen Bäumen handelt sich um so genannte Hybridpappeln, die nach dem Zweiten Weltkrieg als schnell wachsende, allerdings nicht standortgerechte Gehölze gepflanzt wurden. Diese Pappeln haben den Zenit ihres Baumlebens überschritten.

Haben die Bäume ihr Durchschnittsalter von 60 bis 80 Jahren erreicht, werden sie zunehmend anfällig für Fäulnis und Pilzbefall – und das bleibt nicht ohne Folgen. Auffällig sind auch die verstärkte Totholzbildung sowie angebrochene und ausbrechende Äste oder ganze Kronenteile. Für die gefällten Bäume wird es natürlich Nachpflanzungen mit standortgerechten Bäumen geben. Das Wäldchen wird in seiner Bestandsgröße erhalten bleiben.

Bei der Neuanpflanzung verfolgt die Stadt das Ziel, in diesem Bereich durch die Auswahl entsprechender Bäume einen Auenwald zu entwickeln. Charakteristische Gehölzarten wären Schwarzerle und Eiche, die weniger bruchanfällig und an den Standort im Überflutungsbereich des Mains besser angepasst seien.

 

Kaum Niederschlag, außergewöhnlich viel Sonne und heiße Temperaturen – der vergangene Dürresommer gilt als „Jahrhundertsommer“. Und er hat seine Spuren hinterlassen, nicht nur in der heimischen Landwirtschaft, sondern vor allem auch im Wald. In Maintals Wäldern haben sich insbesondere Borkenkäfer wie Buchdrucker und der Kupferstecher ausgebreitet.

Die Massenvermehrung der Schädlinge hat bereits in 2018 enorme Schäden am Wald verursacht – weitere Folgeschäden sind in 2019 sowie den Folgejahren zu erwarten. Doch nicht nur der Schädlingsbefall an Fichten macht dem Maintaler Förster Koch im März zu schaffen: „Es gibt hier auch das so genannte Diplodia-Triebsterben an Kiefern. Dadurch verfärben sich die Nadeln zuerst rötlich, dann stirbt die Kiefer ab. Das sei für den heimischen Wald besonders schlimm, weil die Kiefer an das hiesige Klima eigentlich sehr gut angepasst sei.

Etwa 600 Hektar Waldfläche gibt es in Maintal. Mehr als ein Zehntel davon ist nun nach er­sten Prognosen nachhaltig geschädigt. Der Grund: die anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen, allerdings nicht erst durch den vergangenen „Jahrhundertsommer“. Koch beobachtet die Entwicklung nun seit knapp 16 Jahren. Im Jahr 2003 gab es auch schon einen solchen besonders heißen, trockenen und niederschlagsarmen Sommer. Seitdem sind die jährlichen Durchschnittstemperaturen um etwa zwei bis drei Grad Celsius gestiegen. So waren früher die Monate März bis Mai eher nass und kühl. Nun herrscht oft um diese Zeit langanhaltende Trockenheit mit dem Resultat, dass viele der Neuanpflanzungen vertrocknen.

Auf solche anhaltenden Trockenperioden sind vor allem die Wälder in Maintal und Umgebung schlecht eingestellt, besonders wenn sie wie in großen Bereichen im Maintaler Wald auf Sandböden stehen. Diese sind von Natur aus schon sehr nährstoffarm und speichern dazu noch sehr schlecht das Wasser. Die Bäume geraten unter Stress und werden anfällig für Schädlinge.

Doch nicht nur an den Nadelhölzern wie Fichte, Kiefer und Douglasie haben sich Parasiten eingenistet, auch Laubbäume sind betroffen. So gibt es etwa die sogenannte Rußrindenkrankheit an Ahorn, die durch den Schlauchpilz Cryptostroma corticale ausgelöst wird. Doch das ist nur ein Problem von vielen. Die Sporen dieses Pilzes können bei direktem Kontakt für den Menschen unter Umständen schädlich sein.

Der vermehrte Käferbefall, aber auch durch Stürme umgeworfene Bäume haben dazu geführt, dass es seit einiger Zeit ein Überangebot auf dem Holzmarkt gibt. Dadurch sind die Holzpreise im Keller, Nadelholz zurzeit kaum absetzbar. Das stellt Waldbesitzer wie die Stadt Maintal auch vor finanzielle Herausforderungen. Normalerweise endet die Holzsaison im März, doch in diesem Jahr müssen vermutlich bis in den Sommer hinein befallene Bäume aus Gründen des Forstschutzes und der Verkehrssicherheit eingeschlagen werden.“

Die Vegetation wird sich mittel- und langfristig verändern. Neben den angeschlagenen Nadelbäumen kommt auch die Buche, die am häufigsten vorkommende Baumart in Hessen, mit der Klimaerwärmung schlecht zurecht. Deshalb müsse man beim Aufforsten zunehmend experimentieren, um herauszufinden, welche Gehölze für die künftigen Klimaverhältnisse in der Region geeignet sind. Das schließt auch fremdländische Baumarten mit ein. Dabei sind Bäume aus dem Mittelmeerraum da oft frostempfindlich nur eingeschränkt geeignet. Es gibt Baumarten aus Südosteuropa oder gar aus dem Kaukasus, die sowohl höhere Durchschnittstemperaturen als auch Frost vertragen, wir sind da erst am Anfang. Der Klimawandel, er betrifft also nicht nur die fernen Inseln in Mikronesien oder die Sahel-Zone in Afrika, sondern ist längst bei uns angekommen.

Im April hat Hessen-Forst reagiert und setzt nun einen so genannten „Harvester“ ein, der maschinell einzelne Bäume fällt und gleich an Ort und Stelle verarbeitet. Er ist ausgeliehen aus dem benachbarten Frankfurter Stadtwald.

 

Die markierten Fichten, Douglasien und Kiefern sind allesamt abgestorben, bei kräftigem Wind oder gar Sturm drohen Äste und ganze Bäume auf die Spazierwege zu fallen. Am Gänweiher in der Gemarkung Bischofsheim stehen einige dieser Bäume direkt an den Wegen.

Aber auch tiefer im Wald wachsende Bäume können wir mit dem Harvester, einer Vollerntemaschine, erreichen und so die Weiterverbreitung von Schädlingen eindämmen.

Geschädigt sind inzwischen auch Laubbäume. Ahornbäume werden insbesondere von der so genannten „Rußrindenkrankheit“ befallen. Einer Pilzinfektion, welche über Jahre hin das Ablösen der Rinde und das schleichende Ende beim Ahorn hervorruft. „Die Sporen dieses Pilzes sind auch für Menschen gesundheitsschädlich, sodass wir die Wege hier um den Gänsweiher für Spaziergänger und Fahrradfahrer gesperrt haben während der Fällarbeiten. Das Pilzwachstum ist durch die Trockenheit des vergangenen Jahres ebenfalls befördert.

Die jüngst erfolgten Baumfällungen im Bischofsheimer Wald dienten indessen dazu, die Verbreitung von Schädlingen einzudämmen. Durch hohe Temperaturen und langanhaltende Trockenheit waren die Bäume anfällig für Schädlinge wie Borkenkäfer und eine Pilzart. Deshalb mußte man schnell über die Saison hinaus handeln und geschädigte Bäume entfernen, um gesunde Bäume zu schützen. Die Fällarbeiten konnten im Mai abgeschlossen werden. Nun soll das Holz zeitnah abtransportiert werden.

 

Nahe des Simmetswegs in Wachenbuchen waren viele Eschen vom Eshentriebsterben befallen. Sie wurden zu Hackschnitzeln für die Holzhackschnitzelanlage auf dem Betriebshof verarbeitet. Doch wo die Eschen weichen mussten, recken sich bereits neue Bäume zaghaft der Sonne entgegen: Eichen. Etwa 4.000 Stück wurden auf der knapp 0,4 Hektar großen Fläche gesetzt und mit einem Zaun umgeben.

 

Im Waldstück zwischen der A 66 und der Thingstraße in Hochstadt mußten im Juli zahlreiche Bäume gefällt werden, die der Hitze der vergangenen Jahre zum Opfer gefallen sind. In den vergangenen Wochen und Monaten mussten bereits hunderte Bäume in und um Maintal aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Zuerst sind die Hotspots dran. Waldstücke an Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Straßen. Besonders gefährlich auch für Waldbesucher sind die sogenannten Grünastabbrüche. Als letztes Mittel zur Rettung lassen die Bäume dabei ihre eigenen Äste absterben.  Förster Koch sagt: „Ich bin frustriert und traurig. Ich mache das seit 35 Jahren, in so einem schlechten Zustand habe ich die Wälder noch nicht gesehen“. Das Baumsterben macht vor keiner Baumart halt. An der Thingstraße sind es vor allem Buchen und Eschen. Aber auch Eichen und Kiefern halten die hohen Temperaturen nicht aus. Speziell in Hochstadt hat der Revierförster auch mit dem Problem der Grundwasserabsenkung zu kämpfen. Hier übt die Autobahn Druck auf den Boden aus und verdrängt das Grundwasser, dass für die Bäume immer schwerer zu erreichen ist.

 

Bruno Kemmerer ist Jagdpächter in Wachenbuchen. Gemeinsam mit Ludwig Fix und Hans Puth betreut er ein rund 700 Hektar großes Revier. Die Jagd ist nur eine von einer recht langen Liste an Aufgaben eines Jagdpächters ist. Zum Beispiel wurden sechs Wildäcker angelegt mit Buchweizen, Klee und Hafer. Außerdem gibt es eine Salzlecke für das Wild

Auch um die Fütterung der Rebhühner und Fasane kümmern sich die drei Pächter, ebenso um die nächtliche Zählung der Hasen, die zweimal jährlich erfolgt, oder die Rettung der Rehkitze vor der Mahd. Und sie weisen Malbäume für die Wildschweine aus, an denen die ihr juckendes Fell schubbern können.

Ein Jäger darf nicht einfach schießen, was ihm vor die Flinte läuft. Im Frühjahr und Sommer haben die Wildtiere Schonzeit. Die Quoten sind festgelegt und werden von der Unteren Jagd­behörde in einem Abschussplan vorgegeben, der alle drei Jahre auf der Grundlage eines Verbissgutachtens durch Pächter und Förster im jeweiligen Revier erstellt wird. In diese Abschussliste wird auch das sogenannte Fallwild eingerechnet, also Wildtiere, die bei Autounfällen ums Leben kommen.

Den Hochsitz müssen die Pächter selbst in Schuss halten. Insgesamt 25 davon stehen im Wachenbucher Revier. Meistens an sogenannten Wechseln. Nicht selten queren Wildtiere an diesen Wechseln auch viel befahrene Straßen, wie die K 872 zwischen Wachenbuchen und Wilhelmsbad. Dort errichten die Jagdpächter regelmäßig Duftzäune: Alle 30 Meter sprüht man auf die Bäume einen Schaum, den man mit einer Flüssigkeit geimpft hat. Zum Schutz der Rehe und anderer Wildtiere richten die Pächter auch auf ihren gepachteten Äckern Feldholzinseln an.Im November ist die Drückjagd in Kooperation mit benachbarten Revieren. Diese zu organisieren, eine Streckenliste zu erstellen und ebenso die Trichinenschau, um sicherzustellen, dass das Wildbret frei von Trichinen (einem Virus) ist, gehört zu den Aufgaben der Jagdpächter.

 

Die Zeit zwischen Herbst und Winter ist die Zeit schwerer und zahlreicher Wildunfälle. Der Hauptgrund dafür: Massen von Autos bewegen sich am Morgen und Abend viel zu schnell durch diffuses Licht. Die Tiere – in Maintal Rehe, Füchse, Dachse oder Wildschweine – werden dann oft übersehen.

In und um Maintal gibt es drei Wildwechsel-Schwerpunkte, an denen die Unfall-Gefahr besonders groß ist, sagt der Leiter des Hegeringes Klaus Weyland: An der Gemeindegrenze von Maintal zu Frankfurt am Main, rund um den Charlottenhof gibt es einen starken Wildwechsel von Schwarzwild und vereinzelt Rehwild über die Landesstraße 3209 ins Enkheimer Ried.

Ein zweiter Gefahrenschwerpunkt sei an der östlichen Gemeindegrenze Maintals zu Hanau: Die Kreisstraße 872, die von Wachenbuchen in Richtung Hoher Tanne und Wilhelmsbad verläuft, ist ein Schwerpunkt, gerade bei Wildunfällen mit Rehwild. Rotwild, also Hirsche, gebe es in Maintal nicht. Dritter Schwerpunkt mit Bedeutung ist die Landesstraße 3008, viele Füchse werden auch überfahren.

Die Gefahr von Wildunfällen machten sich Verkehrsteilnehmer leider erst dann klar, wenn es schon gekracht habe. Die Polizeien im Großraum Hanau/Maintal informieren bei Wildunfällen mittlerweile die Hegeringleitungen, die dann Jäger an die Unfallstellen entsenden. Die fotografieren die Fahrzeuge und stellen den Beteiligten die nötigen Papiere aus. Den Schaden, den ein 100 Kilogramm schweres Wildschwein oder ein 15 bis 18 Kilogramm schweres Reh am Fahrzeug verursachen könnten, würden sich auch nur wenige Verkehrsteilnehmer vergegenwärtigen.

Radfahrer und Mountainbiker sollten auf ausgewiesenen Wegen bleiben, damit Rehkitze und auch andere Tiere nicht in Panik versetzt werden und aus ihren Ruheräumen getrieben würden. Gegen Hunde, die in der Natur unangeleint laufen würden, sei generell nichts zu sagen: „Nur dann, wenn der Halter sie nicht richtig steuern kann, dann gehört der Hund an die Leine Von Hunden zu Tode gehetzte Rehe gebe es leider viel zu häufig.

Im laufenden Jahr 2019 gab es im Bereich der Hegegemeinschaft II (Bischofsheim, Büdesheim, Dörnigheim, Hochstadt, Kilianstädten, Mittelbuchen, Nidder, Niederdorfelden und Wachenbuchen) 40 gemeldete, behördlich erfasste Wildunfälle. Auf Maintal entfielen 14 davon; Wachenbuchen (7) ist hier vor Hochstadt (4) und Bischofsheim (3) Schwerpunkt. Im Vorjahr gab es 24 Wildunfälle in Maintal und 61 in der Hegegemeinschaft II. Wachenbuchen (9) lag hier stadtintern vor den Stadtteilen Bischofsheim und Hochstadt (beide 7) und Dörnigheim (1). Insgesamt stiegen die Fallzahlen bei Wildunfällen im Zehn-Jahres-Vergleich in und um die Stadt Maintal stetig an.

 

Im Dezember wurde wieder „Problemholz“ im Maintaler Wald gefällt. Der Revierförster Koch sagt:. „Seit Monaten mache ich nichts anderes, als tote Bäume zu markieren“. Regelrechte Schneisen sind vereinzelt in den Wald geschlagen, weil die Bäume derart geschädigt waren, dass ein Kahlschlag unvermeidlich war. Ganze Fichtenbestände hat der Holzvollernter in den vergangenen Tagen gefällt und entastet. Für die langen Fichtenstämme, die vom Borkenkäfer befallen waren, geht es nach China. Aber der Markt wird derzeit überschwemmt mit Holz.

Aber die Wirtschaftlichkeit ist das geringere Problem. Vielmehr geht es darum, das Holz jetzt zeitnah aus dem Wald zu schaffen, damit sich die Schädlinge nicht weiter verbreiten. Es gibt mittlerweile keine Baumart mehr, die klimastabil ist. Die Kiefer leidet unter einem Pilz, der Ahorn unter der Rußrindenkrankheit, das Eschensterben geht weiter, und auch Buche und Eiche kommen mit den Veränderungen nicht zurecht.

 

.

 

Gewerbe

 

Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten kann man nicht nur sich und seiner Familie etwas Gutes zu tun, sondern auch ganz grundlegend an der Arbeitssituation der Erzeuger der Produkte etwas ändern. Die Stadt Maintal geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat sich zum Ziel gesetzt, sich Fairtrade-Town nennen zu dürfen. Das Siegel der „TransFair e.V.“ steht unter anderem für stabile und gerechte Mindestpreise, ein Verbot von Kinderarbeit, den Aufbau von Gemeinschaftsprojekten zur Bildung und Gesundheitsversorgung sowie langfristige Handelsbeziehungen und die Förderung ökologischen Anbaus. Weltweit gibt es rund 2000 Fairtrade-Towns und rund 500 Kommunen in Deutschland.

Wer Fairtrade-Town werden möchte, muss verschiedene Kriterien erfüllen. Neben einem Ratsbeschluss und dem Verkauf von mindestens zwei fair gehandelten Produkten in der Verwaltung muss ebenso eine Steuerungsgruppe gegründet werden, zu der mindestens drei Personen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zählen. Ebenso müssen Fairtrade-Produkte im Sortiment des Einzelhandels und in der Gastronomie vorhanden sein sowie in öffentlichen Einrichtungen angeboten werden.

Mit Globus als Einzelhandelspartner ist die Steuerungsgruppe der Zertifizierung nun ein gutes Stück näher gekommen. Die ortsansässige Firma bietet in ihrem Markt über 150 Fairtrade-Produkte an und auch der Ausschank im eigenen Café ist komplett Fairtrade. In der Vergangenheit konnten bereits die Cafés „Pearson und Puppe“ und „Im Garten Eden“ sowie die „Little Beach GmbH“ als Gastronomen gewonnen werden.

Neben den evangelischen Kirchengemeinden Hochstadt, Dörnigheim, Wachenbuchen und der katholischen Kirchengemeinde St. Edith Stein beteiligen sich auch die Vereine DLRG, FSV Bischofsheim und das Junge Theater in Wachenbuchen. Letzteres wird im Januar eine Podiumsdiskussion zum Thema „faire Arbeits- und Handelsbedingungen“ veranstalten.

Nun fehlt dem Projekt nur noch eine Schule.

 

In Hessens erstem Leihladen im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim gibt es rund 420 Alltagsgegenstände zum Ausleihen Gegründet wurde der erste Leihladen Hessens auf Initiative der fünfköpfigen Stadtleitbildgruppe „Nachhaltigkeit“. Seit Anfang des Monats läuft das Geschäft nun unter dem Dach der Bürgerhilfe Maintal. Mitte Januar feiert das fünfköpfige Initiatoren-Team den einjährigen Geburtstag des Geschäfts, das im Dezember 2017 eröffnet wurde. Freitagnachmittags hat der Leihladen geöffnet, immer von 16 bis 17.30 Uhr. Jedes Mal kommen durchschnittlich zwei bis drei Interessierte, die etwas leihen wollen.  Alle rund 420 Objekte, die in dem Katalog des Leihladens erfasst sind, sind nicht vom Team gekauft, sondern gespendet.

Weit oben auf der Liste steht ein Stehtisch, denn für eine Gartenparty hat man von der Bierzeltgarnitur bis zum Geschirr sonst fast alles. Besonders häufig werden Werkzeuge ausgeliehen. Auch die Brett- und Gesellschaftsspiele kommen gut bei den Maintalern an: Und es kommt regelmäßig eine Frau, die sich immer ein neues Puzzle ausleiht.

Für ein Pfand in Höhe von durchschnittlich fünf bis zehn Euro – je nach Wert des Leihgegenstands kann das Pfand aber auch bei 50 Euro liegen – kann man etwas ausleihen. Und zwar auf unbestimmte Zeit.

So wird am Tag der Ausleihe eine ungefähre Angabe über den Zeitpunkt der Rückgabe gemacht. Wenn der Gegenstand aber später zurückgegeben wird, dann ist das auch nicht schlimm. Pro Monat wird eine Ausleihgebühr in Höhe von zwei Euro fällig.

 

Ab 9. März hat das Team auch samstags von 12 bis 14 Uhr geöffnet. Außerdem will das Team die Räume im Gewerbegebiet-Ost künftig verstärkt für Veranstaltungen nutzen. So ist für kommenden Freitag, 8. Februar, ab 18 Uhr eine Klamottentausch-Party geplant. Weitergeführt wird der Nachhaltigkeitsgedanke dann am Freitag, 15. Februar, um 18 Uhr bei einem gemeinsamen Reste-Essen. Die Teilnehmer bringen einfach Lebensmittel mit, die sie übrig haben und sonst eventuell wegwerfen würden. In der Küche des Leihladens wird daraus dann gemeinsam gekocht und gegessen.  Ein kollektives Saubermachen steht am Samstag, 9. März, auf dem Programm. Von 10 bis 12 Uhr wird zusammen das Gelände rund um den Leihladen von Müll befreien.

 

Im Reparatur-Café im Stadtteilzentrum Bischofsheim kann man an jedem dritten Samstag im Monat dort seine kaputten Sachen reparieren lassen. Wer hier herkommt, bringt die Nähmaschine mit, die es nicht mehr tut, ein zerrissenes Hundeband, einen angeschlagenen Bilderrahmen. eine Gebetskette, die neu aufgefädelt werden muß

 

Anfang März gab es einen Besucheransturm im neuen BMW-Autohaus Krah + Enders

in der Kesselstädter Straße 49 zwischen dem „Globus“ und (unmittelbar angrenzend) der Maintal-Kesselstädter Gemarkungsgrenze. Für den Tag der Eröffnung war nicht nur das nagelneue Gebäude des Autohauses von Krah + Enders mit einem roten Teppich für die Besucher und weiß-blauen Luftballonketten an der Fassade herausgeputzt worden. Selbst die zur Stärkung bereit gehaltenen Weißwürste trugen „Haut Couture“: Auf dem engen weißen Outfit jeder einzelnen Wurst prangte der braune Aufdruck des Unternehmens, als sei dies ein neues Modelabel. Hunderte von Besuchern wollten am Samstag das neue Zentrum in Dörnigheims Gewerbegebiet Ost sehen und bei dieser Gelegenheit auch gleich die neuesten BMW-Modelle betrachten.

Den ganzen Tag über begrüßten Inhaber Peter Enders und Geschäftsführer Ottmar Gerk die Kunden und solche, die es vielleicht werden wollen und führten durch das großzügig gestaltete Gebäude. Investitionen von zwölf Millionen Euro ermöglichten dem Familienunternehmen am neuen Standort zwischen Otto-Hahn- und der Kesselstädter Straße jetzt auf eigenem Grundstück das Modernste zu bieten, was derzeit in punkto Autoservice auf dem Markt ist: Im Haupthaus sind Service, Ausstellungen und Verkauf unter einem Dach vereint.

Wer sein repariertes Fahrzeug abholen will, steht – mit Blick auf die mit Glasrolltoren ausgestattete Werksannahme im Kundenbereich.

Neben Maintal unterhält der Familienbetrieb Krah + Enders BMW-Autohäuser in Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim, Schlüchtern, Fulda, Hünfeld, Gersfeld und Eschwege. Über 600 Mitarbeiter kommen da zusammen, in Maintal sind 93 Menschen beschäftigt.

Was Mitarbeiter wie Kunden gleichermaßen freuen dürfte, ist die Tatsache, dass mit dem neuen Gebäude nun alle Serviceleistungen unter einem Dach angeboten werden, womit die Lauf- und Kommunikationswege sich verkürzen. Am alten, 1998 erbauten Standort - der 2004 vom Vorgänger Borse als Mietobjekt übernommen worden war - waren die Abteilungen auf mehrere Gebäude verteilt. Auf der Vorab-Eröffnung, die zeitgleich mit der Vorstellung der neuesten Modelle, nämlich der 3er Limousine, dem Z 4-Roadster und dem 8er Cabrio, stattfand, soll schließlich am 27. und 28. Juli noch eine weitere offizielle Eröffnungsveranstaltung folgen.

Im Obergeschoss ist der Ausstellungsraum für die Gebrauchtwagen. Rund 70 Wagen haben hier Platz, nachdem sie zuvor per Lastenaufzug in den ersten Stock transportiert worden sind.

Als größte Besonderheit des neuen Hauses bezeichnete Enders die Neuerung, dass ebenerdig die komplette Mini-Ausstellung und die Neuwagen zu sehen sind, also dort, wo der Kunde sich im Wartebereich quasi mittendrin befindet. Im Reifen-Hotel können 2.500 Reifensätze von Kunden eingelagert werden. Im Hauptgebäude gibt es neben der Fotovoltaikanlage auf dem Dach Luft- und Wärmepumpen, LED-Technik und eine ressourcenschonende Wasseraufbereitung für die Waschstraße. Draußen ist eine Elektro-Tankstelle installiert.

 

Die fünfte Auflage des sogenannten Coworking Spaces und auch das Unternehmerfrühstück des Hanauer Anzeiger fand Ende März über den Dächern von Maintal statt, und zwar passend zum Thema der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins an einem modernen Arbeitsplatz, nämlich in einem Coworking Space.

Seit einem Jahr gibt es The Roof in Maintal. Die umfängliche Infrastruktur für Start-ups, Freiberufler und Unternehmer. Auf einer Fläche von 130 Quadratmetern stellt der Unternehmer Ahmet Cetiner Büroräume, Besprechungsräume, Präsentationstechnik, eine Küche und eine Dachterrasse zur Verfügung, die nach Abschluss einer Mitgliedschaft genutzt werden können.

Es gibt unterschiedliche Pakete für eine Mitgliedschaft, je nach individuellem Bedarf: vom Tagesticket für 18 Euro bis zum All-Inclusive-Paket ist alles möglich. Das gilt auch für die Arbeitsplätze. So genannte Workstations ermöglichen es, die Technik mobil dort zu nutzen, wo man an diesem Tag arbeiten möchte. Drei Büros stehen dafür zur Verfügung.

Gesprächsstoff gab es also reichlich für die geladenen Gäste aus der Wirtschaft, Gespräche, die sich mit der neuen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins mit dem Schwerpunkt „Arbeitgeber 4.0“ vertiefen und natürlich auch weiterdenken lassen, ganz im Sinne von Coworking Spaces

 

Wer sein Auto auf dem Parkplatz am Opel-Eck am Stadteingang von Dörnigheim abstellt, parkt gefährlich: Die Fläche wird von der Hanauer Überwachungsfirma Parkwatcher kontrolliert. Diese wirft aber Kunden im April vor, gar nicht in dem Geschäft gewesen zu sein, auf dessen Parkplatz sie ihr Fahrzeug abgestellt hätten. Allerdings haben die „abgestraften“ Autofahrer die Möglichkeit, sich gegen die Bußgeldbescheide zu wehren. Die Parkraumüberwachung auf einem Privatgelände durch ein beauftragtes Unternehmen wie die Hanauer Firma Parkwatcher íst rechtlich zulässig. Aber im Gegensatz zum öffentlichen Straßenraum greift auf Privatgrundstücken nicht die Halterhaftung. Heißt konkret: Ermittelt Parkwatcher den Halter eines widerrechtlich geparkten Fahrzeugs, muss das Unternehmen auch nachweisen, dass der Halter zum im Bußgeldschreiben genannten Zeitpunkt auch tatsächlich der Fahrer war. Um den Parkplatz am Opel-Eck hatte es bereits zuvor Ärger gegeben: Im Januar dieses Jahres wurde über die unterschiedliche Beschilderung berichtet. Netto hat aber seine Schilder angepasst und erlaubt nun auch nur noch eine Parkzeit von 90 Minuten mit Parkscheibe.

 

Die Gewerkschaft Verdi hat im April die Verhandlungen mit der Leitung der drei Maintaler DRK-Seniorenzentren „Kleeblatt“ um bessere Löhne die Gespräche abgebrochen. Laut Verdi gehe es bei den Löhnen um eine Differenz von bis zu 20 Prozent. Die Gewerkschaft schlägt eine schrittweise Anpassung der Gehälter an das Tarifniveau vor, damit der wirtschaftlichen Situation des Hauses Rechnung getragen werden könne. Die Geschäftsführerin Gudrun Schröter teilte aber der Verdi-Tarifkommission mit, dass sie nicht vorhabe, mit Verdi über einen Tarifvertrag zur Anerkennung des DRK- Reformtarifvertrags zu verhandeln. Die Einrichtungsleitung verfolge stattdessen eine hausinterne Lösung.Sie will die mögliche Einführung eines bundesweiten Flächentarifvertrags für die Pflegebranche abwarten. Sollte sich diesbezüglich bis Jahresende nichts tun, wolle man ein eigenes Lohnsystem einführen. Um ein Zeichen zu setzen, sei eine Einmalzahlung für Juni geplant.

 

 

 

Ende Mai kann es zu einem Warnstreik. Ungefähr 30 der 170 Mitarbeiter zogen in einer Demonstration durch Bischofsheim. Ihre Forderung: bessere Arbeitsbedingungen, bessere Entlohnung und ein Tarifvertrag.

Die drei „Kleeblätter“ beschäftigen rund 170 Mitarbeiter. waren an diesem verregneten Morgen zu der Demonstration erschienen, die den Warnstreik begleitete. Der Zug begann am Bischofsheimer „Kleeblatt“ und zog knapp eine Stunde lang durch den Stadtteil, ehe man am Marktplatz mit einer Bekundung schloss. Besonders die Hauswirtschaftskräfte und Pflegehelfer, also nicht examinierte Pfleger, bräuchten dringend eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Die Leiterin will verhandeln und angemessen vergüten, aber keinen Tarifvertrag. Der Hintergrund dieser Aussage ist, dass das „Kleeblatt“ mehr Mitarbeiter beschäftige als nötig. Damit wolle man die Pflegequalität erhöhen. Sollte man jetzt die Forderung nach einem Tarifvertrag umsetzen, so müssten Stellen gestrichen werden.

Die Stadtverordneten sahen im Juli  im konkreten Fall sehr wohl die Politik in der Verantwortung, sich mit den Pflegekräften solidarisch zu erklären. „Wenn wir in Maintal dem Deutschen Roten Kreuz schon Grundstücke zur Verfügung stellen, dann muss sich das DRK auch an Spielregeln halten. Dazu zählt ein Tarifvertrag“, erklärte SPD-Fraktionschef Sebastian Maier. „Wir wollen ordentliche tarifliche Verhältnisse in Häusern, die wir gebaut haben“, so Hartmut König.

Ende November einigten sich Verdi und die Geschäftsführung der Maintaler DRK-Seniorenzentren „Kleblatt“ endlich in dem zähen Tarifstreit. Das Ergebnis: Ab Juni 2020 werden die Verträge der rund 170 Beschäftigten der „Kleeblätter“ schrittweise an den so genannten DRK-Reformtarifvertrag angepasst. Bislang betrug diese Differenz bei einer examinierten Altenpflegekraft monatlich rund 386 Euro brutto, bei Hilfskräften sogar bis zu 423 Euro.

Doch damit ist jetzt Schluss: Ab 1. Juni 2020 werden zunächst die Gehälter von Pflegekräften angepasst, ein Jahr später dann die der Pflegehelfer und anderer Mitarbeiter.

 

Erstmals beteiligte sich im Juni der Telekommunikationsanbieter Drillisch mit Sitz in Maintal an der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Bislang hat das Unternehmen, dessen bekannteste Tochter „1und 1“ ist, kein eigenes Netz, sondern nutzt die Antennen der nationalen Konkurrenz. Das wird sich jetzt ändern. Denn mit der Ersteigerung von sieben Frequenzblöcken für gut eine Milliarde Euro wird Drillisch nun ein eigenes Netz aufbauen. Damit wird es in Deutschland künftig Funkmasten von vier und nicht nur von drei Unternehmen geben. Mögliche Folgen: Sinkende Preise etwa bei Handyverträgen für den Verbraucher.

Nach dem Abschluss der zwölfwöchigen Auktion, die am Mittwoch endete und nicht zuletzt durch Drillisch als zahlungsfreudigem Mitbieter dem Bund mit 6,6 Milliarden Euro deutlich höhere Einnahmen als erwartet bescherte, zeigte sich Ralph Dommermuth, Chef des Mutterkonzerns United Internet, zufrieden: „Wir haben Frequenzen ersteigert, mit denen wir in der Lage sind, ein leistungsfähiges 5-G-Netz aufzubauen“, erklärte er. Als Neueinsteiger hat Drillisch Ausnahmeregelungen und muss daher weniger in der Fläche ausbauen als seine Konkurrenten.

Allerdings wurde die Firma am Ende noch überboten und bekam damit einen Block weniger als in dem wochenlangen Ringen angestrebt. Von den 41 Frequenzblöcken entfallen die meisten auf die Deutsche Telekom, die 13 Blöcke ersteigerte und dafür 2,17 Milliarden Euro zahlen muss. Auf Vodafone entfallen zwölf Blöcke für 1,88 Milliarden Euro und auf Telefónica neun für 1,42 Milliarden Euro.

 

 

 

Das Café „Pearson und Puppe“ in Hochstadt wird von den Inhaberinnen Katharina Puppe und Michelle Blythe geborene Pearson geführt. Blythe kümmert sich in der Küche ums Frühstück und Puppe bereitet nebenan im Eislabor schon alles vor. Hier wird nämlich alles selbst gemacht: Müsli, Kuchen, Torten, Eiscreme, Konfitüren, Soßen für herzhafte Gerichte und für Eis. Sie haben das Eismachen in Berlin „von der Pike auf gelernt von zwei Männern, die in Italien von einem Eismeister gelernt haben und ihr Eis deutschlandweit an Eisdielen verkaufen. Die Männer haben auch beim Einrichten des Eislabors geholfen.

Eismachen und dabei mit neuen Rezepten zu experimentieren ist Puppes Leidenschaft. Dass siee auch gerne neue, ausgefallenere Eissorten entwirft, war zunächst schon ein Wagnis für so ein kleines Dörfchen wie Hochstadt. Jetzt sind das Milchreiseis und das Gurke-Limette-Minze-Sorbet die Renner des Cafés und machen es zu etwas ganz Besonderem. Sorten wie Amarena-Kirsch oder Malaga haben sie nicht im Sortiment, weil etwa Rum-Aroma oder rote Farbstoffe nicht zu ihrer Philosophie passen. Aber natürlich haben sie auch die klassischen Sorten in der Vitrine.

Zu Café-Besitzerinnen wurden sie spontan. Ursprünglich hatten sie 2013 damit angefangen, selbst gemachte Soßen, Konfitüren und Marshmallows auf dem Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Als die ehemalige Eisdiele in Hochstadt zum Verkauf stand, wurden sie von einer Freundin angesprochen, ob sie diese nicht übernehmen wollen. Puppe hatte zuvor schon Restaurants geleitet, aber noch kein Eiscafé. Da es aber das einzige Café in Hochstadt ist, war den Freundinnen sofort klar: Seit April 2017 betreiben sie nun arbeitsteilig das Café und sind ein eingespieltes Team.

Neben Selbstgemachtem setzen sie auf Nachhaltigkeit und sind bei ihren To-go-Behältnissen auf natürlich abbaubare Alternativen umgestiegen. Eisbecher und Löffel sind aus Maisstärke und man kann bei ihnen Mehrwegkaffee-Becher für einen Euro erwerben. Das Café „Pearson und Puppe“ befindet sich in der Hauptstraße 44 in Maintal. Es hat täglich, außer montags, von 9 bis 20.30 Uhr geöffnet.

 

Die Sportbootschule Steiner bereitet angehende Skipper aus ganz Hessen und sogar Rheinland-Pfalz auf die Prüfung für den Sportbootführerschein vor. Der Kursleiter Moritz Hinner kommt aus Koblenz, genau wie der einstige Gründer und Inhaber der Sportbootschule, der Herr Josef Steiner. Der Gründer Josef Steiner verkaufte das Unternehmen mit Eintritt in den Ruhestand und Moritz Hinner ist nach wie vor ein ausgewiesener Experte und – trotz seiner Jugend – ein Dienstleister par excellence. Das wissen auch die 13 Intensivkurs-Teilnehmer zu schätzen, darunter vier Frauen, die im Juli das Wochenend-Theorieseminar in Maintal belegt haben.

Im Sportboothafen Mainkur setzen sie sich zwei Tage lang jeweils acht Stunden mit der Theorie der Sportboot-Schifffahrt auseinander, lernen zu navigieren, Knoten zu binden und bringen eine medizinische Prüfung hinter sich. Zur Praxis, der Fahrstunde auf dem Main mit einem 60 PS starken Quicksilver-Motorboot, lädt Hinner ein paar Tage später ein. Es habe auch schon Prüfungstage mit 50 Teilnehmern gewesen, die dem Prüfer dann jeweils zwischen zehn und 15 Minuten zeigen müssen, wie sie das Sechs-Meter-Boot anlegen, wie sie einen über Bord gegangenen Menschen retten würden.

 

Das Handelsunternehmen Globus wurde vor 190 Jahren im saarländischen St. Wendel durch Franz Bruch gegründetAls Ururenkel des Firmengründers steht heute der 69-jährige Thomas Bruch an der Spitze von Globus, das viel Wert darauf legt, konzernunabhängig zu sein. Das Handelsunternehmen hat neben insgesamt 47 SB-Warenhäusern, 91 Baumärkten und sechs Elektrofachmärkten in Deutschland auch 27 Vollsortimenter in Tschechien und Russland sowie zwei Baumärkte in Luxemburg. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen immerhin 7,6 Milliarden Euro Umsatz

Der Maintaler Globus hat rund 1. 000 Quadratmeter Fläche und es gibtzwischen 80.000 und 90.000 Artikel. Steffen Stoldte ist seit einigen Monaten Marktleiter. Es gibt hier 19 Kassen und 52 Kassiererinnen, die größte Globus-Filiale in Russland hätte 100 Kassen. Das Haus in Maintal ist mit seiner hauseigenen Bäckerei und Metzgerei auch schon beeindruckend. Hier arbeiten insgesamt rund 300 Mitarbeiter, die allermeisten in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Als Globus das früher hier ansässige Real übernahm, wurden alle damaligen 124 Mitarbeiter übernommen. Aktuell machen 15 Auszubildende eine Lehre bei Globus Maintal.

An der Fischtheke werden 80 verschiedenen Sorten Fisch verkauft und mit ihnen Meeresfrüchte-Salate. In der Bäckerei arbeiten insgesamt 22 Mitarbeiter, davon sechs Bäcker und vier Konditormeister. Rund5000 Weizenbrötchen verlassen täglich die Backstube. Im Konditorenraum werden täglich mindestens 16 Tortensorten gemacht. Und natürlich Käsekuchen, der meistverkaufte Kuchen. In der die Fleischhalle der Metzgerei herrschen nur zwei Grad Temperatur.Vier bis sechs Ausbeiner zerlegen den ganzen Tag nur Tiere. Das Rind- und Kalbfleisch kommt aus Frankreich, das Schweinefleisch wird aus Belgien bezogen. Für die Wurstzubereitung gibt es ebenfalls einen Raum, hier stellen vier Mitarbeiter den Brät für die hauseigenen Würste her, füllen sie und drehen sie von Hand ab. Im Räucher- und Kochraum werden Würste und Fleisch nicht nur in großen deckenhohen Maschinen geräuchert, sondern auch geduscht. Das Kochfleisch wird in der Dusche runtergekühlt.

 

Ende des Jahres schloß die Buchhandlung Thieleman in der Bahnhofstraße 18 in Dörnigheim schließen, Maintals einzige Buchhandlung dicht. Eineinhalb Jahre lang hatte das Ehepaar gesucht und gehofft, dass der Laden weitergeführt wird. Als Karin Thielemann-Kraft 1981 in Dörnigheim ihre Buchhandlung eröffnete – erst in der Hasengasse, sechs Jahre später dann am heutigen Standort in der Bahnhofstraße – hat sie sich damit einen Traum erfüllt. Seit Kindertagen spielen Bücher eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Da lag die Lehre als Buchhändlerin nahe. Das war bei ihrem Mann genauso. „Es hat Spaß gemacht“, sagt er und lässt den Blick durch den rund 100 Quadratmeter großen Raum schweifen.Zum Service gehört eine umfassende, ganz individuelle Beratung, Bestellungen im Laden, telefonisch oder online über die Homepage mit Über-Nacht-Lieferung und natürlich die Verpackung als Geschenk.

Bücherfreunde jeden Alters, Schüler, Studenten, Büchereien und Schulen, sie alle haben ihre Lektüre über den Laden mit der efeuberankten Fassade bezogen.

 

In Hanau wird im Dezember unter dem Dach des Behinderten-Werks ein Unverpackt-Laden eröffnen. Der im Sinne der Nachhaltigkeit Produkte ohne Verpackungen verkaufen Für Maintal gibt es solche Überlegungen ebenfalls. Die 41-jährige Bischofsheimerin Stefanie Oefner hat schon einen Businessplan.  Ein geeignetes Objekt hat sie schon gefunden: Die alte Schlecker-Filiale in Alt Bischofsheim wäre aufgrund der Fläche mit 220 Quadratmetern und der Lage ideal. Aber die Investitionen und der Umsatz schrecken noch ab. Unter „Maintal unverpackt“ ist für Dienstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr eine Infoveranstaltung mit Stefanie Oefner im „The Roof“, Wilhelm-Röntgen-Straße 11 im Gewerbegebiet Maintal-Ost geplant (Im Globus-Markt gibt es auch einen Unverpackt-Bereich).

 

Gaststätten in Maintal

„Thierrys Küche Zum Neuen Bau“ in Hochstadt, Hauptstraße 44:

Ristorante „Paisan“ an der Kennedystraße in Dörnigheim

„Bürgerhaus Hochstadt in der Bahnhofstraße

„Ratsstuben“ im Bischofsheimer Bürgerhaus (90 Plätze)

„Babbelgass“ im Hochstädter Weinkeller, Hauptstraße 47

Restaurant und Bistro „Kesselflicker“ in Bischofsheim

 

 

 „Terra Nova“ in Dörnigheim

„Ebbelwei-Schänke“ im Historischen Rathaus in Hochstadt

„Dubrovnik“ im Bürgerhaus Wachenbuchen

 „G´nuss“ am Sportplatz Dicke Buche in Dörnigheim

 

 

Industrie

 

Hochstadt ist Hauptsitz eines weltweit agierenden Konzerns mit 30 Produktionsstandorten auf vier Kontinenten, der Norma-Group (früher Rasmnussen). Für die Zukunftssicherung ist es aber erforderlich, kontinuierlich Prozesse zu hinterfragen und zu optimieren. Deshalb muß Norma im Juli 49 Stellen streichen. Im Gegenzug unterzeichnete die Geschäftsführung eine mit Betriebsrat und Gewerkschaft ausgehandelte Zukunftssicherungsvereinbarung bis 2023. Für mindestens weitere vier Jahre sollen damit die Kernbereiche von Norma in Hochstadt erhalten bleiben. Dies sind die Herstellung von Klemm- und Schlauchschellen aus Metall sowie die Fertigung von Fluidsystemen aus Kunststoff. Hochstadt ist übrigens der größte und einzige Standort in Europa, an dem beide Produktionsbereiche verankert sind. Auch Forschung und Entwicklung sind auf dem Areal an der Edisonstraße untergebracht.

Innovation und Know-How kommen bei Norma aus den eigenen Reihen. Die Entwickler konzentrieren sich nicht nur auf das Produkt selbst, sondern beziehen den gesamten Produktionsprozess mit ein und blicken dabei noch mehr als zehn Jahre voraus. Es geht darum, Trends und Entwicklungen vorwegzunehmen, um sie frühzeitig dem Kunden vorzustellen. Dabei fertigt Norma sowohl für den weltweiten Markt als auch kundenspezifisch.

Längst wird nicht nur die Automobilbranche beliefert, wobei neben dem klassischen Verbrennungsmotor auch Hybrid- und Elektroantriebe verstärkt in den Fokus rücken. Hier hat Norma kürzlich den Auftrag eines führenden Batterieherstellers über die Entwicklung und Fertigung von Leitungssystemen für das Batterie-Thermomanagement in Hybridfahrzeugen erhalten.

Dadurch gibt es mittlerweile kaum ein Anwendungsgebiet, in dem sich nicht Verbindungstechnik von Norma findet – ob im Automobilbereich, im Wassermanagement, in der Luftfahrt, im Schiffbau, in der Landwirtschaft, im Pharmabereich, im Baugewerbe oder im Bergbau.

Im August hat Norma für das Gesamtjahr seine Prognosen korrigiert und kündigt eine Verschärfung seines Sparprogramms an.  Hintergrund des Sparkurses ist der Rückgang des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im ersten Halbjahr um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seit 1. August ist Dr. Michael Schneider der neue Vorstandsvorsitzende der Norma Group. Er übernimmt die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden interimsweise zusätzlich zu seinem Amt als Finanzvorstand.

Es sind vor allem Handelsauseinandersetzungen und Sanktionen, die sich negativ auf die Geschäftsprognose auswirken. Die daraus resultierende Investitionszurückhaltung und Marktschwäche schlagen sich in einem anhaltend rückläufigen Geschäft in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika sowie Asien-Pazifik nieder. Eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte ist aus heutiger Sicht nicht absehbar. Der Interimschef kündigt an, man werde das Portfolio mittel- und langfristig sehr fokussiert ausrichten auf die Wachstumsbereiche E-Mobilität und Wasser.

Langfristig sei Norma gut aufgestellt und werde von den Megatrends der Branche profitieren. Die Produkte sind in allen Antriebsarten einsetzbar, ob das ein Diesel ist, ein Benziner, Hybrid, Plug-in-Hybrid, ein Elektro- oder Brennstoffzellen-Fahrzeug. Das Unternehmen stellt unter anderem Schläuche, Verschraubungen, Rohre und Befestigungen, aber auch Leitungen und Steckverbindungen für Batteriekühlsysteme von Elektroautos her. Daneben gibt es noch einen kleineren Geschäftsbereich für Be- und Entwässerungssysteme, der in Zukunft eine größere Rolle spielen soll.

Im November werden auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, die meisten davon über ein Freiwilligenprogramm. Hinzugekommen ist außerdem noch die Entlassung von 60 Leiharbeitern – insgesamt hat der Konzern in den vergangenen Monaten also mehr als 100 Stellen gestrichen.

Insgesamt arbeiten am Maintaler Standort noch 700 Beschäftigte, davon 200 im Ingenieur- und Planungsbereich und 500 in der Produktion. Die abgebauten Stellen waren alle im Produktionsbereich. Ab 2020 will das Unternehmen bis zu 45 Millionen Euro jährlich einsparen. Gelingen soll das durch eine „Optimierung der Kapazitäten in allen Standorten. Ab 2023 werden dann Einsparungen von 40 bis 45 Millionen Euro jährlich erwartet.

Die Stimmung in der Belegschaft am Standort Maintal ist nicht gut, sagt der Betriebsratsvorsitzende. Die Mitteilung über das weitere Sparprogramm sei für alle überraschend gewesen. „Wir als Betriebsrat sehen weitere Maßnahmen in Maintal kritisch“, so Ditzel. „Trotzdem dürfen wir aber auch nicht die Augen davor verschließen, was um uns herum geschieht“, sagt er mit Blick auf die schlechte Konjunktur.

 

Frauen

 

Im Kontext des Weltfrauentages für ihr ehrenamtliches Engagement wurden Ursula Aurbek, Gisela Schnatterbeck und Barbara Soff am Sonntag, 10. März mit einer Linde im Frauenhain geehrt. Ursula Aurbek ist seit 16 Jahren die gute Seele des monatlichen Kaffeeklatschs der Bürgerhilfe, hält das Team zusammen und sorgt bei den Besuchern für gute Laune. Ausgezeichnet wird die Maintalerin für mittlerweile 38 Jahre Ehrenamt in den verschiedensten Institutionen. Angefangen hat alles im Jahr 1981 als Kassiererin beim „Mini Club“ in Dörnigheim. Dazu kamen der Turnverein und die Sängervereinigung Hochstadt sowie die evangelische Kirchengemeinde in Hochstadt (im „Cafair“ und seit März 2018 auch als ehrenamtliche Küsterin). Von 2000 bis 2009 war Aurbek zudem ehrenamtliche Schöffin am Hanauer Landgericht.

Gisela Schnatterbeck war in verschiedenen Einrichtungen und Veranstaltungen für Senioren auf dem Laufsteg unterwegs, bis gesundheitliche Einschränkungen dies nicht mehr zuließen.

Auch die Freude an der Musik hat sie spät entdeckt, für sich selbst und für andere. Am 8. April wird die geborene Altenstädterin ihren 91. Geburtstag im Kreis der Familie feiern; Gisela Schnatterbeck ist Mutter von sechs Kindern, Großmutter von acht Enkeln und auch schon Urgroßmutter von fünf Urenkeln. Bereits im Februar 1955 bezog die Familie das Haus in der Rathenaustraße, in dem Schnatterbeck noch heute wohnt.

Vieles ließe sich ja telefonisch organisieren. So habe sie eine Büttenrednerin von der Karnevalsabteilung Blau-Weiß der Freien Turnerschaft Dörnigheim und für Tanzmusik Werner Obermeier in Vertretung von „Schmidtchen Schleicher“ gewinnen können. Seit über 28 Jahren gehört Schnatterbeck zum Organisationsteam des Tanztees. Einmal pro Monat, immer mittwochs nachmittags, schwingen bis zu 100 Gäste aus Maintal und Umgebung bei gemütlicher Atmosphäre das Tanzbein zur Musik von „Schmidtchen Schleicher“ alias Günter Schmidt. (zu Frau Soff siehe Organisationen VdK).

 

Seit 1981 finden am 25. November überall auf der Welt Aktionen statt, die auf das Thema „Gewalt an Frauen“ aufmerksam machen. Auch die Stadt Maintal nimmt daran teil. Annika Frohböse, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sagt dazu:

Durchschnittlich wird davon ausgegangen, dass etwa jede dritte bis vierte Frau einmal im Leben Opfer von Gewalt wird, das ist leider in Maintal nicht anders. Das ist eine sehr, sehr hohe Zahl, man muss also davon ausgehen, dass es viele Frauen betrifft. Die Statistik umfasst aber nicht nur das Thema häusliche Gewalt, sondern auch zum Beispiel sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen, also alle Formen von Gewalt. Dennoch glaube ich, dass wir davon ausgehen müssen, dass viel mehr Frauen von häuslicher Gewalt betroffen sind als wir wahrnehmen.

Die Frauenhäuser in Hanau und in Wächtersbach sind auch für Maintal zuständig. Außerdem gibt es ein bundesweites Hilfetelefon für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Auf Deutsch und in 17 Fremdsprachen sind täglich rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer     08000/11 60 16 Beraterinnen erreichbar. Eine weitere Anlaufstelle ist Pro Familia in Hanau, und wenn es um sexualisierte Gewalt geht, ist die Lawine in Hanau außerdem ein guter Ansprechpartner.

In Maintal finden zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen zahlreiche Aktionen statt. Zum einen beteiligt sich die Stadt an einer Aktion aus Hanau, bei der bedruckte Brötchentüten in fünf verschiedenen Bäckereien ausgegeben werden. In roter Schrift steht darauf „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“; zudem sind die Telefonnummern von Beratungsstellen und Frauenhäusern in der Region aufgelistet. Die Stadt Maintal beteiligt sich außerdem an der internationalen Aktion „Orange your city“, die von verschiedenen Menschenrechtsaktionen organisiert wird und bei der weltweit Orte am 25. November orange angestrahlt werden, zum Beispiel die Niagarafälle oder die Europäische Zentralbank in Frankfurt. In Maintal werden Mitarbeiter der Verwaltung Fenster im Rathaus mit orangefarbenem Transparentpapier bekleben. Zudem hissen Mitarbeiter der Stadtverwaltung zusammen mit weiteren Akteuren etwa aus dem Frauenbeirat seit einigen Jahren im Rahmen des Aktionstags eine orangefarbene Fahne, um so Farbe gegen Gewalt an Frauen zu bekennen. Interessierte sind zu der Fahnenhissung am Montag ab 16 Uhr vor das Rathaus in Hochstadt eingeladen.

 

 

Kinder

 

Wenn sich in der Hochzeit der Infekte zwischen November und März die Türen der Praxis in Dörnigheim öffnen, dann stehen Eltern mit kranken Kindern auf dem Arm Schlange an der Anmeldung der Kinderarztpraxis von Dr. Claudia Schramm. Ohne eine effiziente Organisation stünde die Praxis vor dem Kollaps. Daher führte das Team um die Kinder- und Jugendärztin die Akutsprechstunden ein. Zweimal täglich – ausgenommen Mittwoch und Freitag – können Eltern während der einstündigen Sprechstunde mit ihrem kranken Kind ohne Termin vorstellig werden. Jedes Kind wird angeschaut. Bei ernsten Notfällen wie Atemnot oder akuten Blutungen wird natürlich sofort gehandelt.

Die Notfallsprechstunde hat ihren Grund: Das Praxisteam möchte verhindern, dass gesunde Kinder, die mit einem festen Termin zu einer Kontrolluntersuchung oder Impfung in der Praxis sind, auf Kinder treffen, die akut krank sind.

Schon 2015 ergab eine Untersuchung der Versorgungssituation im Planungsbereich, dass die Auslastung ihrer Praxis bei 180 Prozent liegt. Der Schnitt bei den im Kreis niedergelassenen Kinderärzten lag bei 120 Prozent. Seitdem hat sich die Situation nur bedingt gebessert. Zwar hat Schramm nach langem Ringen durch die Kassenärztliche Vereinigung eine zusätzliche halbe Stelle genehmigt bekommen – mit im Team ist Dr. Maja Schulze – aber auch die Zahl der Kinder ist weiter gestiegen. Ich würde gerne noch einen weiteren Arzt anstellen. Aber ich darf nicht“, sagt sie. Sogar bis zu vier Kinderarztsitze in Maintal hielte sie für vertretbar. Doch es liegt an der Kassenärztlichen Vereinigung zusätzliche Kinderarztsitze zu genehmigen, aber aus deren Sicht ist Maintal überversorgt.

Auch ihr Kollege Dr. Uwe Seitz, der in Bischofsheim eine Kinderarztpraxis mit kardiologischem Schwerpunkt betreibt, kommentiert das Stichwort „Überversorgung“ mit einem trockenen Lachen. „Die Bedarfsplanung ist uralt. Die Kinderärzte sind alle deutlich über ihrem Limit“.

 

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche zur Kindertagespflege fand Ende Mai am Rathaus in Hochstadt der Aktionstag der Maintaler Kindertagespflege statt. Ziel des Vormittags war es, für möglichst viele Interessierte ansprechbar zu sein und über die Kindertagespflege berichten zu können. Zu diesem Zweck fand sich die Mehrzahl der 25 derzeit in Maintal aktiven Tagesmütter mit „ihren“ Kindern und auch Mitarbeiterinnen der Servicestelle Kindertagespflege Maintal ein. Dabei ist Maintal im Bereich der Kindertagespflege schon lange führend, gibt es dieses Angebot für die Eltern kleiner Kinder doch bereits seit 1991. Der Aktionstag diente außerdem dazu, weitere Tagesmütter und -väter zu gewinnen. So konnten sich Interessierte über diesen Beruf informieren.

 

Susanne Gabler deren Sohn Constantin Trisomie 21 hat, nahm bei dem Videoprojekt einer Elterninitiative zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März teilzunehmen. „Du bist so!“ heißt das Lied samt Musikvideo, bei dem mehrere Kindermusik-Bands und Kinderliedermacher mitgewirkt haben. Ein-gespielt und produziert wurde der Song von der Band Krawallo.

Vor etwa vier Wochen ist die Familie Gabler dafür von Dörnigheim ins westfälische Ibbenbüren gereist – und hat dort eine riesige Party gefeiert. 130 Kinder und Jugendliche, mit Down-Syndrom und ohne, haben sich dort getroffen, einander kennengelernt und zusammen gefeiert. Ziel des Projekts „Du bist so!“ ist es, am Welt-Down-Syndrom-Tag Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Und darauf aufmerksam zu machen, dass das Leben mit Trisomie 21 ganz normal und lebenswert sein kann.  

Zum heutigen Welt-Down-Syndrom-Tag gibt es außerdem auch eine Plakat-Aktion. Der fünfjährige Constantin lächelt den Maintalern dabei unter anderem in Arztpraxen, Bäckereien und Behörden von Postern und Postkarten entgegen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

 

Hunde werden bald auf Maintaler Spielplätzen ein seltener Anblick sein. Denn die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Sport und Kultur haben in ihrer Sitzung im März mehrheitlich einer Magistratsvorlage zugestimmt, die ein Verbot der Vierbeiner auf städtischen Spielplätzen vorsieht. Dafür soll die Satzung zur Gefahrenabwehrverordnung über die Sicherung der Sauberkeit und über das Verhalten in öffentlichen Anlagen geändert werden. Aktuell gilt auf Spielplätzen eine Leinenpflicht für Hunde. Das hat zum einen hygienische Gründe. Und zum anderen könnten Kinder sich von Hunden, auch wenn sie angeleint wären, bedroht fühlen. Es gibt aber einige Hundehalter, die sich schon jetzt nicht an die Leinenpflicht halten. Die werden sich von einem grundsätzlichen Hundeverbot sicherlich auch nicht beeindrucken lassen In diesem Zusammenhang verwies Bürgermeisterin Böttcher auf die soziale Kontrolle. Es gebe einige Bürger, die andere auf Verbote und Fehlverhalten hinweisen würden.

 

Dank Polizeihubschrauber: Vermisster Neunjähriger gefunden

Ein gutes Ende nahm die Suche nach einem vermissten Kind aus Maintal m April dank der Unterstützung des Polizeihubschraubers. Wie die Polizei mitteilte, fand die Hubschrauberbesatzung den neunjährigen Jungen, der mit einem roten Fahrrad unterwegs war, gegen 21.20 Uhr an der Kennedystraße. Gegen 18.40 Uhr war das Kind von einem Spielplatz in der Westendstraße davongeradelt und seitdem spurlos verschwunden. Der Junge war unversehrt und wurde durch die Streife in die Obhut seiner Mutter übergeben

 

Für die Betreuung von Klein- und Kindergartenkindern haben Eltern einen Rechtsanspruch. Sobald das Kind aber die Grundschule besucht, gibt es DAn keine Garantie mehr auf einen Betreuungsplatz. Für berufstätige Mütter und Väter ein riesiges Problem, das oftmals mit Existenzängsten einhergeht. Gibt es keine Betreuung, steht auch die Ausübung des Jobs auf der Kippe. Gerade vor Beginn eines neuen Schuljahres zittern daher viele Eltern, wenn es um Platzkapazitäten in den Betreuungseinrichtungen der verschiedenen Träger und deren Verga­be geht. Folgende Einrichtungen bieten Betreuungsplätze an:

  • Waldschule Bischofsheim, Grundschule an der Waldstraße
  • Das Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Main-Kinzig gGmbH
  • Villa Kunterbunt Bischofsheim mit dem Förder-Verein
  • Siemensschule Dörnigheim mit Regenbogenhaus in Trägerschaft des SC Budokan
  • Morning Kids: Der Elternverein in den Räumen des Deutschen Roten Kreuz
  • Buschschule Dörnigheim an der Siemensallee mit „Arche“ der Ev. Kirchengemeinde
  • Abenteuerland Dörnigheim des Eltern-Kind-Verein Maintal.
  • Schubertschule Hochstadt mit Ganztagsangebot im Profil 1 an.
  • Büchertalschule Wachenbuchen mit Ganztagsangebot im Profil 1.
  • Städtische Hortplätze: In den städtischen Einrichtungen stehen insgesamt 170 Hortplätze zur Verfügung: 25 in der Kita Bücherweg, 80 im Hort Berliner Straße, 30 im Familienzentrum Schillerstraße und 35 im Familienzentrum Uhlandstraße. Veränderungen: Die Hortplätze in der Siemensallee (rund 20 in 2018/2019) werden zum neuen Schuljahr in Kita-Plätze umgewandelt. Dafür wurden 2017 die Betreuungsplätze für Schulkinder in der Arche an der Wilhelm-Busch-Schule um 20 auf insgesamt 50 aufgestockt. Kapazitäten.

 

Irene Morgenstern hat ihr Ehrenamt als Kinderbeauftragte im Juni niedergelegt. Aus persönlichen Gründen. Ich habe pflegebedürftige Eltern, um die ich mich stärker kümmern muss.

Als langjährige Leiterin der Waldschule war sie Wegweiserin für die Kinder. Jetzt ließ sie sich von den Jungen und Mädchen leiten. Morgenstern hat die große Hoffnung, dass das Ehrenamt der Kinderbeauftragten institutionalisiert wird, etwa in einem Kinderbüro bei der Stadtverwaltung. Diese Pläne gibt es auch bei der Stadtverwaltung. Sie will mit einem Kinder- und Jugendbüro eine hauptamtlich besetzte Anlaufstelle bieten.

Maintal war eine der ersten hessischen Kommunen mit einer Kinderbeauftragten. Im Jahre 1990 übernahm Editha Kaudelka das Ehrenamt und prägte es über einen Zeitraum von 15 Jahren.

 

Ende September fand wieder das Kelterfest auf der Kinder- und Jugendfarm in Hochstadt statt. Viele Eltern mit ihren Kindern und Besucher kelterten begeistert aus gespendeten Äpfeln leckeren Apfelsaft. Das kulinarische Büfett mit selbst gebackenem Kuchen und hausgemachten Salaten war reichlich bestückt. Dazu gab es saftige Steaks oder Bratwurst vom Grill.

Während sich die Mütter angeregt bei einer Tasse Kaffee austauschten, versammelten sich einige Väter um die Feuerstelle. Es musste ein Feuer entfacht werden, da das gemeinsame traditionelle Stockbrotbacken für Groß und Klein auch wieder auf dem Plan stand.

Die Kinder eroberten natürlich die Farm. So zog es viele auf den Hügel, um die Bergrutschbahn auszuprobieren. Die Sandkiste mit dem großen Schiff war ideal für Krabbelkinder. Der herrliche Sonnenschein zog viele Kinder an die Wasserpumpe, um zu matschen. Riesengroße Seifenblasen wurden in die Luft gepustet, um von den Kindern gefangen zu werden. Auch die Schaukel im Walnussbaum oder das Baumhaus wurde stark bespielt.

„Wir bedanken uns auch beim Nabu, mit dem wir verbunden sind. So konnten wir mit unseren Kindern in diesem Jahr am Vögel- beziehungsweise Insektenzählen teilnehmen. Die Kinder waren so begeistert, dass wir im nächsten Jahr eine eigene Nabu-Kindergruppe bilden werden“, heißt es in der Pressemitteilung der Farm.

 

Im November erhielten in der Kita einen Infobrief des Vereins „Kaleidoskop“, der über das allgemeine Vorgehen bei der Vergabe eines Betreuungsplatzes für Grundschüler der Hochstädter Fritz-Schubert-Schule aufklärte. Dort findet sich eine Formulierung, die viele Familien verunsichert: „Legen wir die aktuellen Prognosen und Anmeldungen zugrunde, können wir nur an etwa 20 Prozent der Vormerkungen einen Platz vergeben“, heißt es dort. In Zahlen übersetzt stellt sich die Situation wie folgt dar: Voraussichtlich 19 Betreuungsplätze werden vakant. Dem gegenüber stehen 79 Vormerkungen.

Derzeit gibt es insgesamt 123 Betreuungsplätze an der Fritz-Schubert-Schule In der benachbarten städtischen Kita Bücherweg wurden die Hortplätze in den vergangenen Jahren zugunsten der Betreuung von Kindern unter und über drei Jahren gestrichen. Eltern verweisen aber darauf, dass man Räumlichkeiten in der Adolf-Diesterweg-Schule nutzen könnte und bis zum Sommer ausreichend Zeit bliebe, um Personal einzustellen.

Auf Einladung Böttchers kamen Ende November Vertreter des Main-Kinzig-Kreises als verantwortlichem Schulträger, der Fritz-Schubert- und der benachbarten Adolph-Diesterweg-Schule, des Trägervereins Kaleidoskop und der Stadtverwaltung zusammen, um über Lösungen zu beraten.

Was die Erhöhung der personellen Ressourcen betrifft, ist in Zeiten des Fachkräftemangels die Kooperation mit Vereinen denkbar. Auch aus der Elternschaft, die aufgrund von Berufstätigkeit dringend auf eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder angewiesen ist, wurde die Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert. . Bereits im Januar sollen die einzelnen Ergebnisse zusammengetragen, ausgewertet und im Rahmen eines weiteren Runden Tisches konkrete Schritte besprochen werde.

 

Der Weltkindertag, der in Maintal immerhin auch schon zum 27. Mal stattfand, soll die Rechte der Kinder in den Mittelpunkt stellen und somit bei Jung und Alt noch bekannter machen. Erneut wurden auch in Maintal zu diesem Anlass wieder Spenden gesammelt: Insgesamt 2.000 Euro kamen für das UNICEF-Projekt „Nothilfe Jemen“ zusammen. Wenn in Deutschland über die Kinderrechte gesprochen wird, so geht es meist um die Berücksichtigung ihres Willens und Möglichkeiten der Beteiligung, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Dies spiegele auch die Änderung der Hessischen Landesverfassung wider. Blickt man aber über die Grenzen Deutschlands oder sogar Europas hinaus, wird schnell bewusst, dass es Kinder gibt, für die ganz andere Rechte im Mittelpunkt stehen.

Die Stadt Maintal hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen deshalb bereits seit 2012 zum Spendenpartner des Weltkindertags ernannt. Alle am Fest beteiligten Stände spenden mindestens die Hälfte ihres Gewinns an ein vorher festgelegtes Projekt von UNICEF – viele spenden auch den kompletten Gewinn. Zusätzlich stehen verteilt auf dem Festgelände Spendendosen, deren Inhalt ebenfalls dem Projekt zugutekommt. In diesem Jahr konnten insgesamt 2.000 Euro für das UNICEF-Projekt „Nothilfe Jemen“ gesammelt werden.

 

 

Kindertagesstätten

 

In der Kita Wingertstraße gibt es einen männlichen Erzieher: Nach seinem Abitur studierte der heute 34-Jährige Germanistik und Anglistik, während er parallel begann, als Journalist zu arbeiten. Heute ist Peter Seibert Erzieher. Nachdem Seibert erste Erfahrungen als Handballtrainer sammelte, merkte er, dass ihm die Arbeit mit Kindern Spaß macht. 2014 begann er eine praxisintegrierte Teilzeitausbildung zum Erzieher über die Stadt Hanau. Seit Anfang 2018 ist er in der Kita Wingertstraße angestellt. Einer von aktuell zehn männlichen Erziehern in den zwölf Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt Maintal.

 

Es zeichnet sich keine Einigung bei der Neuvergabe der Mittagsverpflegung in den städtischen Kitas ab. Die Entscheidung über die Ausschreibung der Leistung wird daher

in einer Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 12. Februar, geschehen.

Der Stadtelternbeirat spricht sich bei den Zuschlagskriterien für eine stärkere Gewichtung der Qualität aus. Der Ausschuß beschloß dann unter anderem eine Änderung bei der Gewichtung der Zuschlagskriterien. So wird der Gesamtpreis nun mit 45 Prozent gewichtet (Magistratsvorlage: 50 Prozent), Qualität und Güte des Ernährungskonzepts mit 25 Prozent (Magistrat: 20 Prozent) sowie Qualität und Güte der eingesetzten Lebensmittel mit 25 und die Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz der Transportfahrzeuge mit fünf Prozent. Wegen vergaberechtlicher Bedenken wird ein Probeessen nicht Bestandteil der Vergabekriterien sein, ebenso wird es keine Probezeit für den Anbieter geben.

Um Chancen auf einen Zuschlag zu erhalten, muss der Anbieter zwei vegetarische und zwei nicht-vegetarische Musterspeisepläne für die Geltungsdauer von vier Wochen (20 Verpflegungstage) einreichen, in denen detailliert aufgelistet ist, an wie vielen Tagen es Fleisch-, Seefisch- beziehungsweise fleischlose Gerichte geben darf. Dabei sollen auch „weniger bekannte Lebensmittel“ wie Quinoa, Couscous, Bulgur sowie zum Beispiel Grünkern und Hirse als Bratlinge verwendet werden.

 

Neben dem Neubau an der Eichenheege, für den es bereits grünes Licht gibt, sollen noch in diesem Jahr die Planungen für eine neue Kita an der Bischofsheimer Rhönstraße beginnen, wo eine fünfgruppige Einrichtung entstehen soll. Durch die Modulbauweise muß bis ins Detail geplant werden. Hinzu kommen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen in einigen bestehenden Einrichtungen.

Dass Maintal dutzendfach neue Kitaplätze aus dem Boden stampft, hat seine Gründe. Zum einen sind in Folge der Ausweisung neuer Baugebiete vor allem Familien nach Maintal gezogen. Zum anderen spürt Maintal wie auch andere Kommunen, dass durch den kostenfreien sechsstündigen Betreuungsplatz deutlich mehr Kinder eine Kita besuchen, die zuvor länger in der Familie betreut wurden.

Das alles erfordert vielfach eine Anpassung der räumlichen Gegebenheiten, zumal der Sechs-Stunden-Platz auch das Mittagessen beinhaltet. Doch nicht alle Kitas verfügen über die nötigen Kapazitäten. So auch der Ahornweg in Hochstadt. Der Bistrobereich, wo die Drei- bis Sechsjährigen ihr Frühstück und Mittagessen einnehmen, befindet sich im Flur, und genau das ist ein Problem. Denn direkt daneben sind die Garderoben. Das sorgt für Unruhe, denn wenn sich die einen zum Essen hinsetzen, werden die anderen abgeholt. Dann geht es entsprechend laut und turbulent zu. Keine angenehme Atmosphäre, um in Ruhe zu essen.

Auch die dem Ahornweg angegliederte Waldgruppe braucht einen eigenen Raum. Die Möglichkeiten, das Raumkonzept dem Bedarf anzupassen, sind überschaubar. Denn der vor Jahren geplante Kauf eines angrenzenden Wiesengrundstücks scheiterte. Nun soll ein Teil des Hauses in den Außenbereich verlängert und zweigeschossig ausgebaut werden. Dort sollen Bistro und Küche sowie im Obergeschoss Personalräume unterkommen. Den bisherigen Bistrobereich möchte man als flexiblen Gruppenraum für die Waldkinder gestalten. Durch die räumliche Neukonzeption soll es außerdem möglich werden, einen Schlafraum und Wickelbereich zu schaffen, um künftig auch Kinder ab einem Jahr aufzunehmen. Derzeit arbeitet der Architekt die finalen Pläne und damit auch die Kostenkalkulation aus.

Einen Stadtteil weiter sind die Pläne schon weiter fortgeschritten. In der Kita Kilianstädter Straße in Wachenbuchen sollen die U 3-Plätze aufgestockt werden und mehr Platz für Personal und als Lagerfläche entstehen. Dabei erweist sich eine angeschlossene Dienstwohnung im Obergeschoss der Kita, die Ende vergangenen Jahres frei wurde, als echter Glücksgriff. Dort sollen Personal-, Besprechungs- und Lagerräume eingerichtet werden. Zeitgleich soll der bisherige Personalraum in einen Gruppenraum für eine 15-köpfige altersgemischte Gruppe von ein bis sechs Jahren umgewandelt werden.

Bei dem Neubauprojekt auf dem ehemaligen Sportplatz des FC Germania Dörnigheim an der Eichenheege ist allein die Grundfläche von 66 mal 17 Meter groß. Zudem entsteht der Bau zweigeschossig, weil in dem „Haus für Kinder und Familien“ nicht nur eine Kita mit sechs Gruppen untergebracht wird, sondern ebenfalls die Servicestelle Kindertagespflege Maintal, die ihre Büroräume aktuell im Bürgerhaus Bischofsheim hat.

Ein Blick auf den Plan zeigt: Räumliche Engpässe wird es hier in absehbarer Zeit nicht geben. Sechs Gruppen, Zusatzräume für Kleingruppenarbeit, Schlafräume, Lagerräume für Spielgeräte, multifunktionale Besprechungsräume und im Bereich der Servicestelle ein Spielkreisraum, wo sich Tagesmütter treffen können, sowie ein Vertretungsraum für Tagespflegeeltern mit angeschlossenem Schlafbereich.

 

Das alles findet sich hier unter einem Dach. Es soll auch ergänzende Angebote für Familien bieten, Pekip- oder Babymassage-Kurse zum Beispiel Nur an einem herrscht noch Mangel: an Erziehern. Daher hofft man, dass der Neubau das Interesse von Erziehern weckt, die sich vorstellen können, gemeinsam mit erfahrenen Kollegen aus Maintal und unter Leitung von Elke Kächelein bereits ab Herbst dieses Jahres Leben in das neue Haus zu bringen.

In der Kita Siemensallee sollen ab August die verbliebenen Hortplätze in Kitaplätze umgewandelt werden, um dem Bedarf gerecht zu werden. Die benötigten Schulkindbetreuungsplätze werden durch den Hort Berliner Straße sowie durch die Arche beziehungsweise das geplante Ganztagsangebot der Wilhelm-Busch-Schule aufgefangen.

Im Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße ist für dieses Jahr ebenfalls eine räumliche Erweiterung vorgesehen, um eine zusätzliche Gruppe zu schaffen. Hier wird mit zwei Millionen Euro kalkuliert. In der Gänsseestraße laufen derweil die abschließenden Arbeiten im Zuge von Sanierung und Neugestaltung des Außengelände.

 

Im Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße in Bischofsheim finden seit einiger Zeit regelmäßig Kinderkonferenzen statt. Sie gehören zum festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Damit erfahren bereits die ganz jungen Bürger der Stadt, wie Demokratie und Partizipation funktionieren und was sie bedeuten. Die Hortkinder dürfen – im Rahmen des Machbaren – das Ziel selbst festlegen und machen auch eifrig Vorschläge: Schnitzeljagd, der Spielplatz, Eis essen gehen und mehr.  Damit nicht endlos geredet und diskutiert wird, übernimmt immer ein Kind die Rolle des Zeitwächters.

Die Konferenz findet alle zwei Wochen statt und wird von den Grundschülern eigenständig vorbereitet und moderiert. Es werden aktuelle Themen aus dem Alltag im Hortleben geklärt werden: Streit und Ärger auf dem Schulweg, Schulranzen, die nicht in den Fächern, sondern auf dem Boden lägen beziehungsweise dorthin geworfen würden und Streit aufgrund eines neues Spiels, das einige Kinder ziemlich doof fänden, weil es ausgrenze und nur lauter Unruhe und Ärger mache.

 

 

Hessenweite Kampagne: Kitakinder sammeln kiloweise Abfall:

Anfang Mai durchforsten 24 Vorschulkinder der Kita Ahornweg einen Busch. Sie beteiligen sich an der Aktion „Sauberhafter Kindertag“, um schon die Jüngsten für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Auch die Maintaler Kitas sind regelmäßig mit dabei.

 

„Vergangenes Jahr haben wir eine illegale Müllablagerung entdeckt und allein damit vier große Abfallsäcke gefüllt“, erinnert sich Erzieherin Christiane Bauer.

Den Kindern entgeht tatsächlich nichts. Wirkt der schmale Fuß- und Radweg zwischen den Hochstädter Kleingärten und der Südumgehung auf den ersten Blick sauber und aufgeräumt, entdecken die aufgeweckten Jungen und Mädchen dennoch überall winzige Abfallreste, die sie mit ihren Zangen aufklauben. Auch so füllt sich allmählich der große blaue Abfallsack. Der kann an der Schranke kurz vor dem Hochstädter Waldsportplatz deponiert werden und wird später von Mitarbeitern der Stadt abgeholt.

 

Kita Vilbeler Straße hat einen Forscherraum. Dort lernen die Kinder zum Beispiel die verschiedenen Arten von Zucker kennen – herkömmlichen Haushaltszucker, Hagel- und Puderzucker. Seit sechs Jahren ist die Einrichtung an der Vilbeler Straße als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert, im Mai wurde ihr das Siegel zum dritten Mal verliehen.Viele der Spiel- und Lernmaterialien im Forscherraum sind selbstgemacht: An Sanduhren sollen die Kinder spielerisch an das Thema Zeit herangeführt werden und mithilfe von Plastikflaschen, in denen sich unter anderem Federn, Sand und gefärbte Flüssigkeiten befinden, lernen sie das jeweilige Gewicht und die Beschaffenheit der verschiedenen Materialien kennen.

Neben dem Schwerpunkt Forschen und Bauen gibt es noch andere Themenräume in der Kita Vilbeler Straße. So können sich die Kinder im Kreativraum beim Malen und Gestalten und im Sportraum beim Fußballspielen oder Turnen austoben, in der Bücherei in Fantasiewelten eintauchen oder im Naschgarten selbst angebaute Minze, Johannisbeeren oder Blaubeeren probieren.

Auch im Außenbereich der Kita und bei Ausflügen in den Wald forschen die Kinder fleißig. „Da wird jeder Stein umgedreht und sich alles angeschaut“, sagt Stützel. Bisweilen werden auch seltene Fundstücke zu Forschungsobjekten. „Diese Spinne haben wir im Keller gefunden“, sagt Eliana (5) und deutet auf ein Einmachglas. Das kleine, leblose Krabbeltier dient den Kindern nun als Anschauungsmaterial. So können die Kinder ihre Umgebung und die Natur kennenlernen und zum anderen Berührungsängste abbauen.

 

Das Familienzentrum an der Eichenheege wächst rasant. Auf dem ehemaligen Gelände des Sportvereins Germania herrscht im Juni Hochbetrieb. Acht Schwertransporter stehen auf dem ehemaligen Fußball-Ascheplatz. Vier sind noch beladen mit Fertighauselementen, vier bereits entladen. Sechs Monteure kümmern sich darum, dass die viermal vier Meter großen Elemente fachgerecht aneinander gefügt werden. Ganze vier Arbeitstage dauert es, bis aus 16 Modulen hier der Rohbau des neuen städtischen Familienzentrums entsteht, ein zweigeschossiger Bau mit 1.000 Quadratmetern Nutzfläche und 1.500 Quadratmetern Außengelände.

Raumeinteilung und Ausstattung, Farbgestaltung, Gruppengrößen, Brandschutzvorrichtungen – all' dies haben Kommune, der Fachbereich Gebäudeverwaltung, der städtische Fachbereich Jugend, Architekturbüro und Bauunternehmen im Vorfeld gemeinsam abgestimmt. Die künftige Leiterin der Einrichtung Elke Kächelein wurde ganz früh in den Planungsprozess mit einbezogen. Sie konnte Dinge einbringen, die ganz wichtig sind.

 

Die Kinder der Kita Fantasia basteln im November fleißig Laternen für den Laternenumzug.

Das Laternenbasteln hat in der Bischofsheimer Einrichtung schon immer eine große Bedeutung, bereits Wochen vor dem Martinstag beginnen die Vorbereitungen. Kinder, Geschwister, Eltern, Großeltern, aber auch ehemalige Kita-Kinder sind am Montag, 11. November, zur Kita Fantasia eingeladen. Anschließend gibr es ein Fest auf dem Gelände der Einrichtung. Für die Erwachsenen gibt es Glühwein und für die Kinder Punsch.

Die Kita Fantasia ist eine der kleinsten Kindertageseinrichtungen in Maintal. Gegründet wurde sie 2007 durch eine Elterninitiative. Der Verein wird ausschließlich durch ehrenamtliche Eltern im Vorstand geleitet und durch ebenfalls ehrenamtliche Eltern in den einzelnen Beiratsgremien unterstützt. „Auch die Erzieher sind Eltern“, sagt Scherer, deren Tochter selbst derzeit in die Kita geht. In der Kita Fantasia werden rund 50 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren in Kleingruppen betreut.

 

Der Kindertagesstätte Vilbeler Straße wurde auf der diesjährigen Buchmesse das Gütesiegel „Buchkindergarten“ verliehen. Heike Stützel, die stellvertretende Leiterin, und Andrea Ortmann wollen die Freude an traurigen, fröhlichen und spannenden Geschichten weitergeben und Kindern Spaß am Umgang mit Büchern vermitteln, denn Sprechen, Lesen und Schreiben sind die Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben.

Seit vielen Jahren zählt Sprachbegleitung und -bildung zu den Schwerpunkten ihrer pädagogischen Arbeit, seit 2017 ist die Kita zudem „Sprachkita“. Andrea Ortmann berät und unterstützt als Sprachexpertin für ganzheitliche alltagsintegrierte Sprachbildung für Kinder bis sechs Jahre zudem Eltern und Kinder und begleitet das Kita-Team, das sich wiederum sehr offen zeigt.

Zum Beispiel werden die Eltern regelmäßig eingeladen, ein Buch in ihrer Familiensprache vorzulesen, in allen Gruppenräumen gibt es Lese- und Rückzugsecken, auch im Elterntreff liegen Zeitschriften und Bücher, regelmäßig finden besondere Veranstaltungen statt. Vorlese-Paten kommen ins Haus oder die Kinder gehen in die Stadtteilbücherei.

Herzstück und Lieblingsraum von Andrea Ortmann ist die liebevoll eingerichtete Bibliothek der Kita. Bücher und eine ansprechende Einrichtung laden ein, sich mit einem Buch aus dem Kinderregal zurückzuziehen oder eine Geschichte mit der Towiebox zu hören. Aus dem Kinderregal dürfen sich Jungen und Mädchen nach ihren Interessen eigenständig bedienen, sie erkennen die Fächer an selbst entwickelten Schildern.

Das Ausleihen übers Wochenende macht die Rucksackbibliothek möglich; die Kinder unterzeichnen mit Fingerabdruck für Bücher, die sie in einen dafür bereitgestellten Kinderrucksack packen dürfen. Die Kinder erzählen dann die Geschichte in eigenen Worten. Hierfür laden Spieltiere, Plüschfiguren und andere Materialien ein. Sehr gerne gestaltet Andrea Ortmann mit den Kindern eigene Bücher.

 

Im Dezember wurde zum Ortstermin geladen, um die neuen Räume der Kindertagesstätte im Familienzentrum Eichenheege vorzustellen, am 6. Januar bezogen werden sollen. Die Bürgermeisterin Monika Böttcher sprach von einem „Leuchtturmprojekt, nicht nur in Maintal, sondern in ganz Hessen und vielleicht darüber hinaus“. Denn in dem zweigeschossigen Neubau in Dörnigheim findet nicht nur die Kindertageseinrichtung Platz, sondern es entsteht ein ganzes Familienzentrum. Auch die Servicestelle Kindertagespflege ist aus dem Bürgerhaus Bischofsheim an die Eichenheege gezogen. Das neue Familienzentrum verfügt über 1.900 Quadratmeter Nutzfläche, die meisten wird die Kita nutzen. Im Erdgeschoss befinden sich neben Toiletten und Waschräumen die Gruppenräume für die sechszügige Einrichtung. Bis zu 120 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren haben dort Platz.

Nur wenige Tage nach dem Spatenstich stand im Sommer der Rohbau auf dem ehemaligen Sportplatz der FC Germania Dörnigheim. Weitere vier Monate später, Anfang Oktober, bezog das Team der Servicestelle Kindertagespflege die Räume. Und gut ein halbes Jahr nach Baubeginn werden die ersten Kinder in der Kita betreut.

 

 

Grundschulen

 

Buddy heißt der neue, knapp einen Meter große und neongelbe Verbündete im Kampf gegen Elterntaxis vor der Waldschule. Die Holzfigur steht seit Anfang März am Zebrastreifen vor der Bischofsheimer Grundschule und mahnt motorisierte Eltern, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Denn Elterntaxis sind zwar gut gemeint, aber gefährlich.

Sein Kind in die Schule zu fahren ist gefährlicher, als es selbst gehen zu lassen. Auch die Kinder vor der Schule sind in Gefahr, wenn Eltern ihre Kleinen bis vor die Schultüre fahren, hat der ADAC herausgefunden.

Besonders kritisch ist die Situation in der Wald- und Gänsseestraße morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr. Dann herrscht ein regelrechtes Verkehrschaos – und das ist gefährlich. Denn regelwidriges Anhalten oder riskante Wendemanöver können schnell gefährlich werden. Aus diesem Grund möchten die Mitglieder der Verkehrs-AG mit verschiedenen Aktionen Eltern für diese Gefahr sensibilisieren und motivieren, die Kinder den Schulweg allein gehen zu lassen. So fand im Mai die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ statt. Wer zu Fuß kam, erhielt einen Stempel. Am Ende gab es eine Belohnung für die Klasse mit den meisten Fußgängern. Das war natürlich ein Ansporn.

Zudem gibt es die Verkehrsdetektive, die zweimal jährlich die Verkehrssituation rund um die Schule „überwachen“. Die Kinder sind dann, natürlich in Begleitung von Erwachsenen, in ihren gelben Warnwesten unterwegs und ermahnen die Eltern freundlich und charmant zu korrektem, umsichtigem Verhalten.

Auch das Ordnungsamt ist präsenter und eine Geschwindigkeitsanzeige sowie die neue Markierung des Zebrastreifens sind optische Auffälligkeiten, die Autofahrer in diesem sensiblen Bereich zusätzlich zur Vorsicht mahnen – so wie der Street Buddy, der nun leuchtend gelb am Zebrastreifen steht und am Donnerstag willkommen geheißen wurde, natürlich mit dem „Zu Fuß zur Schule“-Song, den die Jungen und Mädchen der 1b voller Inbrunst schmetterten

 

Seit Beginn des Schuljahres gehen die zehn Erst- und Zweitklässler der Schulgarten-AG der Villa Kunterbunt einmal in der Woche in den Gemeinschaftsgarten des Stadtteilzentrums Bischofsheim, pflanzen Blumen und lernen die Natur direkt vor ihrer Haustür kennen. Zuvor hat die Schulgarten-AG das Schulgelände genutzt nun haben sje einen richtigen Garten haben. Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, dass Obst, Gemüse und Kräuter nicht einfach so im Supermarktregal liegen. Im vergangenen Sommer hat eine Gruppe des Stadtteilzentrums den rund 300 Quadratmeter großen Garten auf der Rasenfläche am Dörnigheimer Weg, direkt vor dem Kinder- und Jugendhaus, eingerichtet. Einmal im Monat, immer am vierten Dienstag, trifft sich die Gartengruppe im Stadtteilzentrum. Auch für die kleinen Helfer der Schulgarten-AG der Villa Kunterbunt gibt es immer etwas zu tun. „

 

Büchertalschule feiert Doppeljubiläum:

Die Grundschüler aus Wachenbuchen und Mittelbuchen dürfen sich noch vor den Sommerferien auf eine riesige Party freuen. Ihre Schule feiert ein Doppel-Jubiläum: 50 Jahre Büchertalschule, 25 Jahre Förderverein. Errichtet als Grund- und Hauptschule, inmitten von Wiesen und Feldern, wurde die Büchertalschule für Kinder aus Maintal-Wachen­buchen und Hanau-Mittelbuchen 1969 eröffnet. Sie ist eine Maintaler Grundschule in Trägerschaft des Main-Kinzig-Kreises, die seit 1971 auch im Schulentwicklungsplan der Stadt Hanau als Grundschule aufgenommen ist.

Seit 26 Jahren führt Anne Hahn die Büchertalschule, sie folgte 1993 Walter Buckard nach, der die Schule seit ihrer Gründung geleitet hatte. „Bis heute weist die Schule kaum Fluktuation auf, Kolleginnen und Kollegen bleiben über viele Jahre an der Schule“, betont Hahn.

Auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern und Sponsoren gehört für Rektorin Anne Hahn selbstverständlich zum Schulleben. So übernahmen es die Malteser am „Social Day“, den Verwaltungstrakt zu streichen. Jedes Jahr finden Lesungen mit bekannten Kinderbuchautoren wie Ingo Siegner, Manfred Mai oder Uschi Flack statt. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien spielen die Lehrkräfte zur großen Freude aller Theater. Vorlesewettbewerbe und Schulgottesdienste sind ebenso selbstverständlich in den Jahresplan integriert wie Auftritte des Schulchores oder die Patenschaften der Viertklässler für die Schulanfänger.

Die Bewerbung und die Konzeption für das Leitbild „Gesundheitsfördernde Schule“ ist mit viel Arbeit verbunde.  Die Auszeichnung, die vom Land Hessen vergeben wird, dauert mehrere Jahre und wird in Teilzertifikaten ausgestellt. Inzwischen besitzt die Büchertalschule das Gesamtzertifikat und wird nächstes Jahr daran gehen, diese Auszeichnung erneut zu erhalten. Die Schule hat außerdem die Zertifikate musikalische und MINT-freundliche Grundschule erworben.

Anne Hahn gründete den Förderverein Büchertalschule für die Nachmittagsbetreuung, aus dem Nichts, ohne Startkapital, denn die Kommune wollte nicht investieren. Von Anfang an mit Mittagessen, das bis heute von vier Küchenkräften in den Räumen der ehemaligen Schulküche frisch zubereitet wird.

Mit 36 Kindern startete die Nachmittagsbetreuung vor 25 Jahren, inzwischen bleiben fast 200 Kinder von insgesamt etwa 240 nachmittags in der Schule. Der Förderverein ist Träger der Betreuungseinrichtung und inzwischen Arbeitgeber für Betreuer und Erzieher für die Ganztagsbetreuung. Er bietet Hausaufgabenbetreuung und verschiedene Arbeitsgruppen, in denen die Kinder ihren Neigungen nachgehen oder sich ausprobieren können. Ob Sport, Musik, Naturwissenschaft oder Kreativität – von der Fußball-AG über Arbeiten mit Holz bis hin zu Entspannungsübungen gibt es reichlich Auswahl für die Kinder.

Zum 50-jährigen Jubiläum kam im Februar Circus Baldini, um mit den Kindern Zirkus zu machen. Als einzigartiges Projekt wird es Kindern und Eltern in Erinnerung bleiben, wie auch das öffentliche Schulfest am Samstag, 15. Juni. Das gemeinsame, fröhliche Schulfest mit großer Tombola und vielen Aktionen und Attraktionen findet am Samstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr auf dem Schulgelände statt. Die gesamte Schulgemeinde sorgt für das Catering. Außerdem wird es zum Jubiläum einen Monatskalender geben, zu dessen Entstehung jede der zwölf Klassen der Büchertalschule je ein Blatt gestaltet hat. Ein Wermutstropfen mischt sich in die Feierlichkeiten – für Anne Hahn ist der 50. Geburtstag der Büchertalschule zugleich das Ende ihrer Zeit im Schuldienst. Sie wird am 27. Juni im Rahmen einer akademischen Feier verabschiedet.

Viele Jahre lang hatte sie bereits an der Pestalozzischule, der Diesterweg-Schule, der Anne-Frank-Schule und der Heinrich-Heine-Schule in Hanau unterrichtet Es fällt der engagierten Pädagogin Anne Hahn nicht leicht, ihren Beruf nicht mehr auszuüben. Vor allem, weil sie in ihrer Zeit als Rektorin viel auf den Weg gebracht hat. Am 27. Juni, wird Anne Hahn feierlich verabschiedet

 

In Maintal gibt schulische Angebote, die darauf abzielen, Kinder mit Migrationshintergrund gezielt in Deutsch zu fördern, bevor sie die Grundschule besuchen. So gibt es an der Wilhelm-Busch-Schule in Dörnigheim im neuen Schuljahr neben vier regulären ersten Klassen auch eine Vorschulklasse und zwei Vorlaufkurse. Ergänzt wird das Angebot durch eine Intensivklasse.

Die Intensivklasse ist gedacht für Seiteneinsteiger im Grundschulalter, meist Flüchtlingskinder, die täglich vier Stunden unterrichtet werden, hauptsächlich in Deutsch. Die Vorklasse wiederum besuchen die Kinder, die aufgrund ihres Alters eigentlich eingeschult würden, denen aber noch einige Fertigkeiten fehlen, allerdings nicht sprachliche Fähigkeiten. Hierfür gibt es zwei Vorlaufkurse mit jeweils 15 Kindern. Die Kinder lernen in der Kita nicht nur Deutsch, sondern auch den Umgang mit anderen Kindern. Deshalb empfehlen wir Eltern auch, dass sie ihre Kinder in den Kindergarten geben

 

Das Kelterfest der Waldschule in Bischofsheim im September blickt mittlerweile auf eine längere Tradition zurück. Die Idee dazu entstand vor ungefähr 15 Jahren durch jemanden, der Kontakt zum Arbeitskreis Streuobst Maintal hatte. Seitdem durften die Schulkinder die am Boden liegenden Äpfel aufklauben kommen. Denn weder auf dem Schulgelände selber noch im Umkreis wachsen Apfelbäume. Bis vor zwei Jahren bekamen sie daher das Obst von der Streuobstwiese zur Verfügung gestellt.

„Seit zwei Jahren sind wir autark. Wir haben uns eine eigene Kelterpresse gekauft und machen seitdem unseren Saft selber“, Und auch die Äpfel stammen mittlerweile aus anderen Quellen: „Zum einen bitten wir die Eltern, dass ihre Kinder kurz vor unserem Fest jeweils einen Apfel mitbringen. Bei 270 Kindern, die auf unsere Grundschule gehen, machen das immerhin 270 Äpfel aus. Und dann bekommen wir noch Äpfel gespendet. Großem Dank verpflichtet sind wir dieses Jahr Rudi Hesse aus Hochstadt, der uns seine Streuobstwiese zur Verfügung gestellt hat.

Insgesamt kamen in diesem Jahr fünf Zentner Äpfel zusammen. 250 Kilogramm Äpfel ergeben ungefähr 100 Liter Saft. Dieser wird verkauft, sowohl an die Familien der Kinder als auch an Externe. Im Laufe der Jahre hat sich das Kelterfest herumgesprochen, so dass auch einige ältere Menschen an diesem Nachmittag auf den Schulhof gekommen sind, um sich bei Kaffee und Kuchen, aber auch bei leckerem Apfelsaft einen schönen Nachmittag zu machen.

 

 Am 28. September findet in der Villa Kunterbunt ein Schulfest zum 45-jährigen Bestehen der Bischofsheimer Grundschule statt, und dafür haben sich die Lehrer und der Förderverein etwas ganz Besonderes ausgedacht. Alle Kinder werden in Form einer Projektwoche zu Darstellern einer großen Zirkusvorstellung, die am Samstag aufgeführt wird. Um das Erlebnis für alle Beteiligten zu etwas Einzigartigem zu machen, wurde sogar ein riesiges Zirkuszelt auf dem Rasen der Villa Kunterbunt aufgebaut.

Weil rund 300 Jungen und Mädchen die Schule besuchen und die Manege nicht genug Platz für so viele Zuschauer hat, wurden diese in zwei Gruppen, unabhängig von Alter oder Klasse, aufgeteilt. Während also die Gruppe A ihre Zirkusnummern einstudiert, bastelt die Gruppe B Plakate und Eintrittskarten für die Aufführung, und dann wird getauscht. Beide Gruppen werden am Samstag ihre Aufführungen zum Besten geben.

Unter Aufsicht zweier Zirkusmitarbeiter und der Lehrer lernen die Kinder, über Nagelbretter und Scherben zu laufen, Feuer zu schlucken und in der Höhe zu schweben. Das Ganze soll das Gemeinschaftsgefühl stärken. Natürlich gehört da auch bei manchen Sachen viel Überwindung dazu. Die Sicherheit der Kinder ist aber natürlich jederzeit gewährleistet.

 

Gesa Lückhoff ist die neue Leiterin der Büchertalschule. Ihr Hauptfach ist Musik, studiert hat sie zudem Religion und Mathematik, aber als Grundschullehrerin unterrichtet sie alle Fächer und wird als Vertretung in den Klassen präsent sein. Seit September hat die „neue Chefin“ offiziell die Schulleitung übernommen.

Am Herzen liegen ihr vor allem drei Dinge: Entschleunigung. „Ich will Zeit haben, den Kindern zuzuhören, Zeit haben für Gespräche mit Eltern, Zeit haben für Kollegen“. Außerdem Respekt. „Die Kinder lassen sich gerne auf Regeln ein, im Alltag sind Toleranz und Respekt dann oft schwierig umzusetzen.“ Gute Erfahrungen hat Lückhoff daher mit dem Klassenrat gemacht, in dem Kinder Lösungen für Probleme finden. Der dritte Schwerpunkt ist Selbständigkeit, Kinder, die Verantwortung übernehmen. „Das Kind loszulassen und zu sagen: 'Das kriegst du allein hin.' ist eine Herausforderung“, sagt sie.

Seit 2005 lebt Gesa Lückhoff, die mit Dekan Dr. Martin Lückhoff verheiratet ist, in Langenselbold. Dort unterrichtete sie von 2006 bis 2016 an der Gründauschule. Danach unterrichtete sie an der Waldschule in Bischofsheim und war dort stellvertretende Leiterin. Nicht nur beruflich, auch privat gehören Musik und Bücher zum Leben von Gesa Lückhoff. Sie spielt mehrere Instrumente, darunter Gitarre, Flöte und Klavier, singt in der Rückinger Kantorei und spielt in Ostheim zum Gottesdienst die Orgel. „Wann immer wir hier sind und nicht unterwegs, sind wir auf der Frankfurter Buchmesse“.

 

 

Seit Anfang dieses Schuljahres ist die neue Schulleiterin der Fritz-Schubert-Schule. Das Studium für das Lehramt in den Fächern Mathematik, Deutsch, Kunst und Musik hat Anja Bothe an der Universität Bielefeld abgeschlossen, auch das Referendariat hat sie in Nordrhein-Westfalen absolviert. Unterrichtet hat Anja Bothe, die mit ihrer Familie seit 15 Jahren in Dörnigheim lebt, ausschließlich an hessischen Schulen.

Im Jahre 2017 wechselte sie von der Sterntaler-Schule in Schöneck-Büdesheim auf die Position der Konrektorin an die Maintaler Grundschule. Zwölf Jahre habe sie sich in der zweizügigen Schönecker Grundschule im Kollegium sehr wohlgefühlt, so Bothe. Während dieser Zeit war sie zudem mit einigen Stunden dem Staatlichen Schulamt zugeordnet.

„Es gibt hier ein tolles Miteinander“, sagt Bothe. Die Sportkolleginnen hätten einen wunderbaren Sponsorenlauf organisiert und die Eltern großzügig gespendet. Die Sekretärin sei immer freundlich, und auch der Hausmeister sei während des Urlaubs zur Schule gekommen, um nachzuschauen, ob alles gut laufe.

So sieht die Schulleiterin, die das Amt übernommen hat, ihre zweite wichtige Aufgabe vor allem darin, alles im Blick zu behalten. Bereits die erste pädagogische Konferenz hätte für verschiedene Themen, wie beispielsweise für den Deutschunterricht oder für das Schulfest, so viele Ideen zu Papier gebracht, dass man eher darauf achten müsse, sich nicht zu verzetteln.

Die Steuergruppe Schulkultur stelle sich die Frage, wie sich die Schule in den Bereichen „Eltern, Kinder, Lehrkräfte“ weiterentwickle. Die Frage, wie beispielsweise Inklusion gelingen könne, stelle sich auch an der Fritz-Schubert-Schule. Schließlich denke man über ein Projekt mit Schulhund Floyd nach, dessen Ausbildung in Kürze beendet sei.

Sie sieht ihre Aufgabe an der Schule darin, gute Strukturen für ein gelingendes Miteinander zu schaffen. Dies gelte auch in der Zusammenarbeit mit Kollegen der Adolph-Diesterweg-Schule, mit der die Grundschule unter einem Dach arbeitet, und den Mitarbeitern der Jugend- und Familienhilfe „Welle gGmbH“: Und insbesondere mit der Ganztagsbetreuung.

 

Die Villa Kunterbunt hat eine neue Rektorin: Jana Schmidt. Seit 2015 war sie zunächst als stellvertretende Schulleiterin tätig und übernahm dann, nach dem Weggang von Rektor Stefan Weidner, die kommissarische Schulleitung. Im Jahre 2018 wurde sie offiziell mit den Aufgaben der Schulleiterin der Villa Kunterbunt beauftragt, Ende Oktober kam dann die Ernennung zur Rektorin. Nach dem Studium der Fächer Sport, Mathematik und Deutsch an der Goethe-Universität in Frankfurt führte Schmidt ihr beruflicher Weg direkt an die Grundschule Villa Kunterbunt in Bischofsheim, an der sie einige Jahre als Lehrerin arbeitete.

Die Förderung des Gemeinschaftsgefühls innerhalb des Kollegiums habe hierbei einen hohen Stellenwert für sie. Durch einen gemeinsamen Abschluss vor den Ferien und das Feiern von Erfolgen, Kollegiumsfeiern in der Weihnachtszeit und insgesamt einer Wertschätzung allen Kollegen gegenüber, sorge sie dafür, dass die Lehrkräfte gerne zur Schule gehen und das Projekt Schulentwicklung als Teamaufgabe verstehen. Auch die Ausbildung von Lehrkräften ist Schmidt ein großes Anliegen, und sie unterstützt angehende Lehrer etwa durch die Option von Hospitationen, bei den Nachbesprechungen von Unterrichtsbesuchen oder in der Rolle einer Mentorin.

Die gemeinsame Gestaltung von Schulfesten in Kooperation mit dem Förderverein und der Elternschaft sieht sie als unerlässlich. Erst im September stand die Organisation und Durchführung eines Zirkusprojektes gemeinsam mit dem Kollegium, dem Förderverein und den Eltern an. Hier war Schmidt mitten unter den aktiven Helfern: Sie leitete eine Zirkusgruppe und war tatkräftig beim Auf- und Abbau beschäftigt.

Als aktuelle Aufgaben der Schulentwicklung sieht sich Schmidt nach eigener Aussage in den kommenden Jahren mit zahlreichen verschiedenen Themen konfrontiert: „Zum einen steht der Wechsel in den Pakt für den Nachmittag an. Aktuell befindet sich die Schule im Ganztagsprofil zwei. Außerdem steht durch den Digitalpakt der Bundesregierung das Thema 'Neuen Medien im Grundschulunterricht' im Fokus der aktuellen Entwicklung“, erklärt die Pädagogin.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt für sie in der Sprachförderung. Schon vor Schuleintritt werden Kinder mit den Vorlaufkursen in den Kitas Schillerstraße und Uhlandstraße gefördert. An dieser Stelle hat Frau Schmidt bewusst mehr Investitionen an Lehrkräften und Ressourcen kalkuliert, da sie die Relevanz der Förderung vor der Einschulung erkannt hat.

 

Andreas Baumbach hat an der Wilhelm-Busch-Schule im Dezember einen Kurs für Grundschüler geben, bei denen die Kinder lernen sollten, sich in gefährlichen Situationen richtig zu verhalten. Mit Bravour meistern die Kinder die letzte Übung, die ihnen Trainer Andreas Baumbach zum Abschluss des fünfstündigen Kurses „Starke Kinder – von Anfang an!“ mit auf den Nachhauseweg gibt.

Andreas Baumbach ist Polizist der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt und gibt darüber hinaus Kurse zu Konflikttraining und Selbstbehauptung. Er kam auf Einladung des Fördervereins der Wilhelm-Busch-Schule nach Dörnigheim. Insgesamt drei Kurse für jeweils 28 Kinder fanden im November statt, alle unter Leitung des Instituts für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Konflikttraining.

Ein selbstbewusster, aufrechter Gang, eine laute Stimme und ein deutliches „Nein“ seien gute Voraussetzungen, um sich gut behaupten zu können und sich aus gefährlichen Situationen befreien zu können. Im Selbstbehauptungstraining wird mit Gesprächsrunden, Rollenspielen und Übungen gearbeitet. Dabei lernen die Schüler in fünf Stunden mit sehr viel Spaß und Spiel drei wesentliche Verhaltensweisen, die sie spielerisch ausprobieren und im Alltag leicht umsetzen können.

 

 

Weiterführende Schulen

 

Das Land Hessen will im Zuge des Projekts „Mehr Feuerwehr in die Schule“ die hessischen Feuerwehren und die im Katastrophenschutz des Landes Hessen mitwirkenden Hilfsorganisationen bei ihrem Engagement in den Schulen unterstützen. Zu diesem Zweck hat auch der Regionalverband Hanau und Main-Kreis der Johanniter-Unfall-Hilfe die Fördergelder für die Arbeit in sechs Schulen bekommen, darunter auch für die Erich-Kästner-Schule. Das Ministerium hat bei den Johannitern mit dem Hinweis auf die Fördergelder angefragt. Diese haben dann auf die Sanitätsdienste der Schulen verwiesen, woraufhin Anträge gestellt und bewilligt wurden.

Alle sechs von den Johannitern geförderten Schulen - unter anderem auch die Albert-Einstein-Schule in Bischofsheim oder die Otto-Hahn-Schule in Hanau - bekamen eine Förderung von 5.000 Euro, die sach- und fachgerecht zu investieren sind. Primär wird das Geld in die Ausstattung des Sanitätsraums investiert. Hierzu sollen eine neue Krankenliege, ein Rollstuhl, ein Defibrillator, HLW-Phantome (Puppen zur Übung der Herz-Lungen-Massage) sowie die Verbandsmaterialien und ein Schrank zu deren Aufbewahrung angeschafft werden. Das Geld dürfe jedoch auch in Bekleidung wie die persönliche Schutzausrüstung investiert werden, wozu beispielsweise spezielle Schuhe oder Wärmebekleidung gehören können.

Diese Ausrüstung soll jedoch nicht verstauben, sondern auch regelmäßig zum Einsatz kommen. Nach einer Grundausbildung müssen die Schüler auch Pausendienste machen. Hierzu sollen immer zwei Schüler in der Pause im Sanitätsraum sein und zwei weitere während dieser Zeit auf dem Pausenhof patrouillieren. In besonderen Fällen werden die Schulsanitäter jedoch auch während der Unterrichtszeit gerufen.

 

Das Landesfinale Hessen Süd von „Jugend debattiert“ fand in diesem Jahr im April in der Maintaler Albert-Einstein-Schule statt, die mit Luana Giersbeck sogar eine Teilnehmerin stellte.  Laut Teilnehmerliste nahmen 32 Schüler aus insgesamt acht Regionalverbünden das Mikrofon in die Hand und debattierten drauf los. Jeder Verband stellte also für jede der zwei Alters­klassen, Sekundarstufe eins und zwei, jeweils zwei Schüler. Für den Regionalverband Hanau trat unteranderem die 13-jährige Einsteinschülerin Luana Gierbeck an. Durch ihren zweiten Platz beim Regionalentscheid hatte sie sich schon früher für den Landesentscheid Hessen Süd qualifiziert.

Jeder Teilnehmer bekam im Vorhinein zehn Tage Zeit, um sich mit den vorgegebenen Themen auseinanderzusetzten. Bei der Sekundarstufe eins waren die Streitfragen „Sollen außerhalb von Schulabschluss und Schulwechsel Notenzeugnisse durch Berichtszeugnisse ersetzt werden?“ und „Soll außerhalb von öffentlichen Sportereignissen die künstliche Beschneiung von Skipisten verboten werden?“.

Die zweite Sekundarstufe bekam hingegen politischere Themen wie „Soll die Bundeswehr EU-Bürger rekrutieren“ und „Soll die Teilnahme an Demonstrationen während der Unterrichtszeit als Entschuldigungsgrund gelten?“. Insgesamt wurden zwei Debattierrunden zu je einer der beiden Fragen veranstaltet. Erst unmittelbar vor der Diskussion wurde den Schülern dann mitgeteilt, ob sie während der Debatte die Pro- oder die Kontra-Seite einnehmen müssten.

In jeweils Vierergruppen, zwei Pro- und zwei Kontra-Debattierende, wurden die Schüler von einer jeweils dreiköpfigen Jury exklusive eines Zeitmessers begutachtet. Nach Abschluss der Debatte beriet sich die Jury und gab im Anschluss konstruktives Feedback an die Schüler. Zudem musste jedes Jurymitglied jedem Debattierenden eine geheime Wertung geben. Für jede der vier Anforderungen, konnte jeder Juror maximal fünf Punkte vergeben. Für jeden Durchgang ist folglich eine Höchstpunktzahl von 60 möglich gewesen. Die vier geforderten Anforderungen waren Sachkenntnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Insgesamt belegt Luana den 14. Platz in ihrer Altersklasse.

 

Große Trauer breitete sich auf der Welt aus, als am Ostersonntag drei Kirchen und drei Hotels in Sri Lanka Ziele von Selbstmordattentaten wurden. Bei den Anschlägen kamen mindestens 253 Menschen ums Leben und 485 weitere Personen wurden verletzt. Claus Wörn, Schulleiter der Albert-Einstein-Schule, war zu dieser Zeit in Sri Lanka. Dort hatte er die Partnerschule des Kreises, das Wisdom International College in Beruwala, besucht. Eine wirkliche Nähe habe Wörn zu den Attentaten jedoch nicht gefühlt. Die Anschlagsorte waren ungefähr eineinhalb Autostunden von Beruwala entfernt.

Im Juni konnten insgesamt 67 Schüler der Albert-Einstein-Schule endlich ihr langersehntes Abiturzeugnis in den Händen halten. Im Rahmen einer mehrstündigen Zeremonie wurden nicht nur Zeugnisse verteilt, sondern auch Weisheiten mit auf den Weg gegeben und Auszeichnungen verteilt. Diese wurden für die Bestnoten in den Prüfungen vergeben. Insgesamt 25-mal wurden in diesem Jahr die 15 Punkte in einer Prüfung erreicht. Eine der ausgezeichneten Schülerinnen war Karen Radetzky. Die Abiturientin erhielt nicht nur eine Auszeichnung für die Bestnote in Mathematik, Biologie, Ethik und Chemie, sondern auch den Preis des Schulleiters. Dieser wurde ihr für ihre Leistungen im vergangenen Jahr bei „Jugend forscht“ überreicht. In ihrem Projekt hatte sie sich mit den Auswirkungen von saurem Regen auf die Qualität des Bodens sowie das Pflanzenwachstum beschäftigt.

Insgesamt erreichte die diesjährigen Abiturienten einen Durchschnitt von 2,29. Hierbei wird er nur von den Jahrgängen 2013 (2,27) und 2015 (2,21) überboten, wie Oberstufen-Leiterin Barbara Bingel verkündete. Bingel, die seit 17 Jahren an der Schule war, verkündete auch ihren Abschied.

 

Im Juli trafen sich die Abiturienten der Albert-Einstein-Schule des Abschlussjahrganges von 1979 wieder, um gemeinsam auf die guten Zeiten zurückzublicken. Dieser Jahrgang war der zweite, der die Allgemeine Hochschulreife an der neu gegründeten Maintaler Oberstufenschule abgelegt hatte. Von den rund 80 Absolventen hatten sich immerhin über 30 Personen für den Abend auf dem Gelände der Schule angekündigt. Doch neben den zahlreichen Jubilaren ließen es sich auch mehrere ehemalige Lehrkräfte nicht nehmen, ihren ehemaligen Schützlingen einen Besuch abzustatten. Unter ihnen war auch der ehemalige Schulleiter und Altlandrat Karl Eyerkaufer. Für ihn sei es selbstverständlich, zu solchen Veranstaltungen zu gehen, wenn es ihm möglich sei, da er nur gute Erinnerungen an diese Zeit habe.

 

Im November 1989 hatte es ein Disput zwischen dem damaligen Landrat Karl Eyerkaufer und der Schülervertretung des Einstein-Gymnasiums auf die Titelseite geschafft: Leere Hände und ein volles Haus – so die wenig optimistische Lage der heute florierenden Schule in jenen bewegten Zeiten. Die Schule, die bis Mitte der achtziger Jahre ein reines „Oberstufengymnasium“ war, lediglich mit den Klassen 11, 12 und 13, wurde zum Schuljahr 1988 wieder ein normales Gymnasium mit den Klassen fünf bis 13: Das war nötig, der Tiefpunkt war erst 1996 mit einem Abitur-Jahrgang erreicht, dem nur 24 Schüler angehörten. Mit der Öffnung für alle Gymnasialklassen hatte damals ein schnelles Wachstum eingesetzt: Da muss man Schulleiter Günter Boos danken, der dieses Amt bis 2001 innehatte, dass er die Schule in all den Jahren erfolgreich umgebaut hat.

Vor dem Umbau gab es freilich Hürden: Schulleitung und Schüler des Einstein-Gymnasiums stritten 1989 für einen Gebäudeanbau. Pikant aus damaliger Sicht: Ausgerechnet ein Mann, der noch bis 1987 Schulleiter gewesen war, hatte den Eltern und Schülern damals, Anfang November 1989, schriftlich mitteilen müssen, dass ein Ausbau wegen leerer Landeskassen unwahrscheinlich sei.

Karl Eyerkaufer, der sich dann als SPD-Landrat mit „seinen“ ehemaligen Schülern und Eltern auseinandersetzen musste: Die Argumentation der Landesregierung war, dass wir in den beiden Maintaler Gesamtschulen genug freie Räume haben. Außerdem habe die angrenzende Grundschule „Villa Kunterbunt“ Raumkapazitäten gehabt: „Dann war es so, dass sich an der Grundschule eine Bürgerinitiative gründete“, sagt Eyerkaufer, „die dann den Gymnasiasten geraten hat, auch zu protestieren.“

Obwohl sich Schule und Landrat damals scheinbar unversöhnlich begegnet seien, plaudert Eyerkaufer 30 Jahre später aus dem Nähkästchen, sei hinter den Kulissen immer ein gemeinsames Interesse vorhanden gewesen: „Der Landesregierung haben wir irgendwann bewiesen, dass es in den Gesamtschulen gar keine freien Räume gibt.“ In Bischofsheim in der Kästnerschule sei eine Privatschule untergekommen: „In Dörnigheim Sozialverbände und ein Kindergarten.“

Man hat die Idee entwickelt, dass die Stadt Maintal selbst den Ausbau der Schule vorfinanzieren könne: Außerdem sei es gut und richtig gewesen, die geäußerten Bedenken der Einstein-Schülerinnen und Schüler ernst zu nehmen: „Im Nachhinein muss ich sagen, dass es damals sehr gut war, dass die jungen Leute so auf die Barrikaden gegangen sind“, sagt Eyerkaufer, „und auch heute wäre es häufig gut, wenn Politik und Verwaltung mehr auf den Bürgerwillen hören würden.“

 

Mitte September feierte die integrierte Gesamtschule Erich Kästner-Schule 50 Jahre ihres Bestehens das Jubiläum mit einer akademischen Feier. Der erste Spatenstich zur neuen Schule erfolgte bereits im Oktober 1968. Im August 1969 wurde dann der erste Bauabschnitt der zweiten integrierten Gesamtschule im damaligen Landkreis Hanau fertiggestellt. Zur damaligen Zeit gab es nur eine einzige Schule in Bischofsheim: die Waldschule. Da es sich hierbei jedoch lediglich um eine sogenannte „Volksschule“ handelte, platzte sie damals förmlich aus allen Nähten. Daher habe man eine neue Schule benötigt. Der damalige Landrat war ein großer Befürworter des IGS-Konzepts, daher hat er sich sehr dafür eingesetzt, dass dieses Konzept in der neuen Schule umgesetzt wird.

Also wurde im September 1969 unter dem ersten Schulleiter - Klaus Lehnert - der Schulbetrieb der Integrierten Gesamtschule Bischofsheim aufgenommen. Den Namen Erich Kästner-Schule trägt die Lehranstalt erst seit Anfang der achtziger Jahre. Am 16. Oktober 1979 wurde dieser Name von den Schul- und Elternvertretern einstimmig beschlossen. Laut Protokoll der damaligen Sitzung habe man sich für den Namen entschieden, da er sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene ein Begriff sei.

Bei dem neuen Schulnamen hat man vor allem auf die Schreibweise viel Wert gelegt. Denn es kommt explizit kein Bindestrich zwischen den Vor- und Nachnamen des Namenspatrons. Die­se Schreibweise geht auf Kästner selbst zurück. Dieser soll gesagt haben: „Der Bindestrich zwischen Vor- und Nachname ist unlogisch, trotz Duden.“ Kästner soll sogar zu Lebzeiten verfügt haben, dass alle nach ihm benannten Einrichtungen die Schreibweise ohne Bindestrich verwenden müssten.

Zu Hochzeiten Mitte der siebziger Jahre besuchten insgesamt an die 1.600 Schüler die EKS. Heutzutage sind es um die 600. Darüber ist man sehr froh, weil der Vorteil einer kleineren Schule auf der Hand liegt: Man kennt sich, fühlt sich zugehörig, hat ein festes Klassenraumprinzip, was zu damaliger Zeit mit über 100 Schülerinnen und Schülern undenkbar gewesen ist. die EKS eine Schule, in der die Schüler Zeit hätten, sich frei zu entwickeln. Sie ist eine Schule für alle. Eine Schule, die sich, wie alle Integrierten Gesamtschulen, von jeher dem Anspruch verschrieben hat, unabhängig von sozialer Herkunft, Sprache, Kultur oder Nationalität den Schülern alle Möglichkeiten zu bieten“, sagt Hurst. Die Schüler sollten sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln, um den bestmöglichen Abschluss gemäß ihren Fähigkeiten zu erreichen.

Einige Schüler hatten auf der akademischen Feier auch die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten vorzustellen. Dort präsentierten die Schüler nämlich ein buntes Programm. Neben Spielszenen aus Kästners berühmten Werken rundeten Musik- und Tanzbeiträge die Feier ab. So begrüßte die Schulband die Gäste ganz zu Beginn der Veranstaltung mit ihrer Darbietung von „La Bamba“.

Auftakt des Jubiläumsjahres war ein Schulfest am 6. September, zu dem viele Ehemalige ihre „alte Erich“ wieder einmal besucht haben. Weitere Veranstaltungen sind: die Eröffnung einer Ausstellung mit Schülerarbeiten aus den letzten Jahren im Hochstädter Rathaus am 4. November. Als letzte Jubiläumsveranstaltung ist im Frühjahr 2020 ein „Kästner-Abend“ im Bürgerhaus Bischofsheim mit Schülerdarbietungen geplant.

 

Seit vielen Jahren ist es Tradition an der Erich-Kästner-Schule, mit den Schülern des sechsten Jahrgangs am Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels teilzunehmen. Schließlich war Schulnamensgeber Erich Kästner selbst einer der Mitbegründer des jährlichen Wettbewerbs.

Dieser Wettbewerb wird seit 1959 von der Stiftung Buchkultur und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Schulen und kulturellen Einrichtungen mit dem Ziel der Leseförderung organisiert.

Zunächst waren in der ersten Runde alle Schüler des sechsten Jahrgangs aufgefordert, im Rahmen einer Buchpräsentation ein Buch ihrer Wahl vorzustellen und daraus eine spannende Passage vorzulesen. So wurden die Klassensieger ermittelt, die sich vor Kurzem in der Schul­mensa der Schulentscheidung stellten. Dieses Mal galt es, neben der selbst ausgewählten Textstelle zusätzlich einen unbekannten Buchausschnitt lebendig vorzutragen. Antonia Hiekel wird Anfang nächsten Jahres beim Kreisentscheid die Erich-Kästner-Schule vertreten.

 

Zu den Maintaler Schulen gehört auch die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik mit rund 4000 Schüler pro Jahr. Nicht zuletzt aufgrund der daraus resultierenden guten und stetig steigenden Auftragslage könnte der Beruf des Mechatronikers für Kältetechnik so attraktiv für Schulabgänger sein. Das Problem ist nur, dass der Beruf relativ unbekannt ist. Handwerk ist heute Hightech, man braucht Wissen in vielen Bereichen, etwa von Elektronik, Software und Hardware. Viele Eltern sehen ihre Kinder lieber an einer Hochschule. Aber die Verdienst- und Aufstiegschancen sind nach einer Ausbildung oft genauso groß wie nach einem Bachelor-Abschluss, wenn nicht sogar noch größer.

In der Meisterklasse an der Berufsfachschule wird die weiterführende Ausbildung angeboten, die unter anderem dazu befähigt, selbst Gesellen auszubilden, in Vollzeit und Teilzeit. Die Variante in Vollzeit ist verbunden mit einem Leben im Internat der Bundesfachschule.

 

Schon Anfang des Jahres stellte die CDU einen Antrag auf eine internationale Schule für Mainta. Noch gut zwei Monate bis zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Auch auf den Großraum Frankfurt wird sich der Brexit höchstwahrscheinlich auswirken: Firmen verlagern ihren Hauptsitz in die Mainmetropole, Mitarbeiter ziehen mit ihren Familien hierher. Nicht nur auf den Wohnungsmarkt in der Region kommen dadurch große Herausforderungen zu, auch auf die hiesigen Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Universitäten.

Zwölf internationale Schulen gibt es aktuell im Rhein-Main-Gebiet: Neben drei Schulen in Frankfurt und zwei in Oberursel gibt es noch jeweils eine in Seeheim, Dreieich, Viernheim, Wiesbaden, Bad Homburg, Friedrichsdorf und Bad Vilbel. Alle diese Schulen sind privat, lediglich die Internationale Schule im Schuldorf Bergstraße in Seeheim ist öffentlich.  Östlich von Frankfurt gibt es also noch keine internationale Schule. Schon allein aufgrund der verkehrlichen Anbindung ist Maintal wie geschaffen für den Standort einer internationalen Schule. Hinzu kommt noch die Nähe zur Europäischen Zentralbank und die gute Anbindung an den Flughafen Frankfurt. Ein Neubau wäre im neu zu entwickelnden Gewerbegebiet in Bischofsheim oder auch in der Nähe der Kälte-Klima-Schule vorstellbar“.

 

 

Religionsgemeinschaften

 

Ein gut besuchter Festgottesdienst mit viel Gesang, Musik und Abwechslung bildete Anfang des Jahres den Rahmen für das 25-jährige Jubiläum des Kirchenchors Buchentöne in der Wachenbuchener evangelischen Kirche. Die Jubiläumsfeier wurde zu einer „Hochzeit“, wie der Wachenbucher Pfarrer Jost Häfner sich ausdrückte: „Heute heiraten nämlich der Kirchenchor Mittelbuchen und die Buchentöne und heißen fortan: Kirchenchor Buchentöne.“

Die Geschichte des Kirchenchors ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Caroline Adam.. Im Herbst 1993 zunächst als ein „Singkreis“ aus einer Gemeindefreizeit hervorgegangen, stieß Adam Anfang 1995 dazu und übernahm die Leitung der bunten Truppe. Diese zeichnete zuvor vor allem aus, dass man gerne sang. Und mit der qualifizierten Leitung kam dann auch die musikalische Leistung und Abwechslung in den Singkreis. Zum Liedgut gehörten fortan nicht nur Kirchenlieder, sondern auch Volkslieder, Gospels, Spirituals und sogar Popsongs. Dass „Veränderung“ kein Fremdwort ist für den Chor, beweist schon die Namensgebung.

Nannten sich die Damen ab 1997 Kirchenmäuse, weil sie bei den Proben so in der Kirche „herum-huschten“, wurden sie dann 2016 zu den Buchentönen. Nachdem Adam 2006 die offizielle Chorleiterprüfung abgelegt hatte, wurde nicht nur während der Gottesdienste gesungen, es gab auch etliche Chorkonzerte. So beispielsweise jene mit den Heldenbergener Chor Spirit Power (ebenfalls geleitet von Adam), Gospelmessen in verschiedenen Städten (unter anderem Fulda) und Auftritte etwa bei der 550-Jahr-Feier der Wachenbuchener Kirche. Jetzt wird aus den Buchentönen eben der Kirchenchor Buchentöne.

 

Die Kirchengemeinde Bishofsheim will trotz Defizit ihre Kirchenmusik behalten. Im März sucht die Gemeinde nach alternativen Einnahmemöglichkeiten. Konkret geht es um die Arbeit von Andrea Tetens. Die Kantorin ist das Gesicht der Bischofsheimer Kirchenmusik, leitet vier Chöre – einen Kinderchor, einen Jugendchor, den Gospelchor Good News sowie die ökumenische Kantorei Bischofsheim – die regelmäßig auftreten, tritt selber als Musikerin auf, organisiert die Veranstaltungen in der Kirche wie etwa Benefizkonzerte und die Reihe „Orgelmusik zur Marktzeit“, begleitet als Kantorin zahlreiche Gottesdienste an der Orgel und ist Geschäftsführerin des Freundeskreises der Kirchenmusik.

In Bischofsheim hat Tetens eine halbe Stelle inne – in deren Rahmen allein sie ihr zeitaufwändiges Engagement gar nicht stemmen könnte. Deshalb wurden ihr bisher von der Kirchengemeinde zehn Stunden zusätzlich bezahlt, finanziert aus dem Etat, den die Gemeinde zur Verfügung hat. Doch der Haushalt der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim ist schon seit einigen Jahren in Schieflage. Gemäß dem Sparprogramm der Landeskirche müssen die Teilgemeinden bis zum Jahr 2026 ihre Haushalte um 25 Prozent herunterschrauben. Bedeutet für die evangelische Kirche Bischofsheim im Klartext: Sie kann die Mittel für die zehn zusätzlichen Stunden für die Kantorin nicht mehr aufbringen.

So steht die Bischofsheimer Kirche nun vor der Entscheidung: Bei der Kirchenmusik Einsparungen vornehmen oder auf die Suche nach alternativen Finanzierungswegen gehen.

 Für Heller ist die Antwort eigentlich schon klar, schließlich sei das musikalische Angebot seiner Gemeinde doch „ausgesprochen bekannt und beliebt“. Bei der Jahreshauptversammlung Freundeskreis im März stand die Kirchenmusik und deren Finanzierung im Mittelpunkt. Das Ergebnis der Zusammenkunft: Das musikalische Angebot soll erhalten bleiben. Ein erster, vom Freundeskreis bereits beschlossener Schritt ist die Erhöhung der jährlichen Mitgliedsbeiträge von 36 auf 60 Euro.

Die Möglichkeit, bei den Konzerten in der Kirche Eintritt zu erheben, sei zwar diskutiert, jedoch vorerst wieder verworfen worden. Eine Idee zur Finanzierung sei nun stattdessen, lokale Firmen als Sponsoren für die Veranstaltungen zu finden. Bislang sind die Konzerte kostenfrei, es wird lediglich um freiwillige Spenden gebeten. Die Gagen für Künstler werden aus der Kollekte bezahlt. Im Durchschnitt spende jeder Besucher etwa fünf Euro, was aber nicht zur Deckung der Kosten ausreiche. Ob und in welcher Form die genannten Ideen umgesetzt werden, muss abschließend der Kirchenvorstand entscheiden.

 

„Kirche muss heute dahin gehen, wo die Menschen sind“, sagt Heller. Das will die evangelische Gemeinde Bischofsheim vor allem durch Präsenz auf öffentlichen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt oder der Reihe „Maintal isst bunt“ schaffen. Auch den Gottesdienst bringen die Verantwortlichen dahin, wo die Bürger sind. An Himmelfahrt veranstaltet man zum Beispiel einen Gottesdienst am Anglersee. Außerdem will man das kulturelle Angebot erweitern und damit ein breiteres Publikum ansprechen. „Zum Beispiel durch Lesungen oder Vorträge“, erklärt Jan Max Gepperth, seit 2017 Mitglied des Kirchenvorstands. Zudem gibt es Pläne zu Kooperationen mit Vereinen und Institutionen vor Ort.

Auch in Bischofsheim verzeichnet die Gemeinde sinkende Mitgliederzahlen. „In 2011 hatten wir gut 3.500 Mitglieder, heute sind es noch knapp 2.900“, erklärt Heller. Ihre Hochphase hatte die Gemeinde in den sechziger Jahren mit knapp 6.000 Mitgliedern. Danach hat sich die Zahl bei etwa 5.500 eingependelt.

Der Grund für den anhaltenden Rückgang auf mittlerweile nicht mal mehr 3.000 Mitglieder sind vor allem der demografische Wandel, aber auch die Kirchenaustritte. Man sieht zum Beispiel, dass Menschen nach der ersten Gehaltsabrechnung austreten, weil sie keine Kirchensteuer zahlen wollen. Zum anderen ist mittlerweile der Austritt aus der Kirche nicht mehr mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Früher musste man zum Amtsgericht, um aus der Kirche auszutreten. Heute kann man das im Stadtladen erledigen.

Die sinkenden Mitgliederzahlen schwächen zunehmend den Finanzhaushalt der Gemeinde.

Die prekäre Finanzlage hatte in den vergangenen Jahren auch schon Auswirkungen auf das Gemeindeleben in Bischofsheim: Bis 2013 hatte man eine volle Küsterstelle, die aber mittlerweile auf 24 Wochenstunden reduziert ist. Gleiches passierte auch in der Jugendarbeit der Gemeinde: Die volle Stelle wurde vor fünf Jahren auf eine halbe gekürzt.

Zudem ist die Zukunft der Kirchenmusik noch ungewiss:

 

 

ennoch habe es die Gemeinde geschafft, ihr inhaltliches Angebot in den vergangenen Jahren sogar zu verbessern. Doch auch da werde es immer schwieriger, die Angebote aufrechtzuerhalten.  Es gibt immer wieder Probleme, die nötige Anzahl von ehrenamtlichen Helfern zusammen zu bekommen. Rund 130 Namen zählt die Liste der Ehrenamtlichen in der Bischofsheimer Gemeinde. Von Gemeindebriefausträgern bis hin zu Aktiven in der Kirchenmusik ist dabei alles vertreten.

 

Um kurz vor halb 11 Uhr nachts ertönte eine der Glocken der evangelischen Kirche in Bischofsheim. Die Gemeinde hatte dies als Solidaritätsbekundung für die berühmte Pariser Kathedrale Notre-Dame. Seit den frühen Abendstunden des 15. April stand die berühmte Kathedrale in Paris in Flammen. Um sich solidarisch mit den Parisern zu zeigen, ließ der Kirchenvorstand der evangelischen Kirche Bischofsheim in der Nacht von Montag auf Dienstag (als die Kirche noch brannte) eine der Glocken ertönen. Dies geht auf die Bitte des Pariser Erzbischofes Michael Aupetit zurück, der die Kirchen weltweit um Solidarität gebeten hat.  Trotz aller räumlichen, sprachlichen und konfessionellen Trennung sahen man es als richtig an, dieser Bitte nachzukommen. Um Irritationen vorzubeugen, hängte man auch Informationszettel an der Kirche und am Gemeindebüro auf.

Um ihren Standpunkt noch einmal zu verdeutlichen, veranstaltete die Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim dann am Dienstagnachmittag um 15 Uhr eine spontane Gedenkminute, zu der alle Glocken im frisch restaurierten Turm erklingen sollten. Auch der Hessische Rundfunk war anwesend, um diese kleine Würdigung zu dokumentieren. Vor der eigentlichen Gedenkminute sprach Pfarrer Jens Heller ein paar Worte.

 

Eine Sanierung für das EGZ in Dörnigheim nur durch einen Verkauf möglich:

Die marode Bausubstanz des Evangelischen Gemeindezentrums Dörnigheim wird im großen Saal besonders anschaulich und lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass eine Sanierung dringend geboten ist. Die könnte 2020 erfolgen. Voraussetzungen sind, dass die Stadtverordneten den Bebauungsplänen der Gemeinde zustimmen, der Verkauf eines Teils des Grundstücks der Kirchengemeinde vertraglich festgehalten wird und die Ausschreibung der Gewerke erfolgreich verläuft. Dann wäre das Vorhaben planungsrechtlich und finanziell in trockenen Tüchern.

Die Entscheidung über die Zukunft des EGZ hat sich die Gemeinde nicht leicht gemacht. Der markante Backsteinbau in der Ortsmitte ist weit mehr als ein Gemeindezentrum. Er ist ein Treffpunkt, ganz unabhängig von der Konfession, ein Bildungsort, eine Betreuungsstätte. Zahlreiche Vereine und Institutionen nutzen die Räumlichkeiten. Eine Sanierung bedeutet daher auch eine mindestens einjährige Pause aller Aktivitäten – und eine erhebliche finanzielle Last.

Wenngleich das EGZ in Dörnigheim auch die Funktion eines Bürgerhauses hat, trägt allein die Gemeinde sämtliche Kosten. Und die waren in den vergangenen Jahren nicht unerheblich.

Die Heizungsanlage ist uralt, die Isolierung längst nicht mehr zeitgemäß. Allein die Heizkosten verschlingen Unsummen. Hinzu kommen diverse Undichtigkeiten im Dach, da plätschert es regelmäßig durch. Und auch die Elektroinstallation müsste erneuert werden.

Im Mai besteht dringender Handlungsbedarf. Um die finanzielle Ausstattung ist es allerdings nicht besser bestellt. Im Gegenteil. Daher hat man sich entschieden, die geschätzten ein bis zwei Millionen Euro an Planungs- und Baukosten durch den Verkauf eines Teils des Grundstücks zu finanzieren, nämlich jenes gut 3.000 Quadratmeter großen Areals des Kindergartens samt rückwärtigem Bereich. Die Gemeinde gibt damit viel aus der Hand. Aber es gibt keinen anderen Ausweg. Oder das Gemeindehaus muß geschlossen werden.

Für das Grundstück läuft seit Jahresbeginn ein Bieterwettbewerb mit mehreren Interessenten. Zwei seien in der engeren Auswahl. Schließlich ist der Verkauf an Bedingungen geknüpft. So muss der erzielte Preis die Kosten für die Sanierung decken. Außerdem soll die Wohnbebauung, die auf dem Grundstück entstehen wird, hinsichtlich Architektur und Nutzung zum EGZ passen. Ein Mehrgenerationenhaus würde gut passen.

Der Kindergarten bleibt weiterhin geöffnet, so lange, bis das Hauptgebäude saniert ist.

Nach dem Abschluss der Arbeiten werden die drei Gruppen ins Hauptgebäude ziehen und dort ihren eigenen Bereich erhalten. Im großen Saal indessen soll die Raumaufteilung flexibler gestaltet und es soll heller werden.

 

Die Mitglieder des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung konnten sich im Mai nicht zu einer Entscheidung über das künftige Nutzungskonzept für einen Teilbereich des Evangelischen Gemeindezentrums Dörnigheim, der veräußert werden soll, durchringen. Dreh- und Angelpunkt der teils hitzig geführten Debatte war die Festschreibung im Stadtentwicklungskonzept, dass bei neuen Geschosswohnungsbauten mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen vorzusehen sind.

 

Der Entwurf des bevorzugten Interessenten für das rund 3.200 Quadratmeter große zu veräußernde Areal sieht vor, eine Mehrgenerationenwohnanlage mit 40 Eigentumswohnungen für Senioren, Singles und Familien zu errichten. Die Wohneinheiten sollen barrierefrei und zum Teil rollstuhlgerecht sein. Zum Hof des EGZ hin soll ein Gemeinschaftsbereich für soziale und gesellschaftliche Nutzung entstehen.

Sowohl die Nutzung als auch die architektonische Gestaltung der vier Baukörper, die sich in Dachform und Kubatur dem bestehenden Hauptgebäude des EGZ anpassen, hatten die drei Pfarrer und den Kirchenvorstand überzeugt. Hinzu kam, dass der gebotene Verkaufserlös ausreicht, um die notwendige Sanierung des EGZ kostendeckend vorzunehmen. Würde der Bieter geförderten Wohnraum schaffen, würde das den Verkaufserlös reduzieren und eine Finanzierungslücke bei der Sanierung entstehen.

Das Dilemma war offensichtlich. Denn über die Bedeutung des EGZ, das soziale Engagement der Kirchengemeinde sowie die Notwendigkeit der Sanierung bestand fraktionsübergreifend Einigkeit. Aber die Kirche kann sich ein weiteres Jahr Planung nicht leisten. Aber es zeichnete sich eine andere Lösung ab: Gelder, die ursprünglich für einen möglichen Kauf der Fläche durch die Stadt im Haushalt stehen, sollen die Finanzierungslücke bei der Sanierung des EGZ schließen, die entstehen könnte, wenn der Investor 30 Prozent Sozialwohnungen und mindestens die Hälfte der Wohnfläche als Mietwohnungen errichtet. Die endgültige Entscheidung wollen die Fraktionen in einer Sondersitzung des Bauausschusses am kommenden Montag, im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung, treffen.

Bei einem Anteil von 30 Prozent mietgedämpftem Wohnen liegen die Abschläge beim Kauf­preis zwischen 410.000 und 740.000 Euro. Der Wert richtet sich nach dem Mietpreis, der zugrunde gelegt wird, aber bislang nicht festgelegt ist. Für die Kirchengemeinde ein erhebliches Defizit, denn schon jetzt lägen laut Förster die kalkulierten Sanierungskosten über dem Erlös für das rund 3.000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich derzeit das Nebengebäude befindet, in dem die Kita untergebracht ist. Der Mietpreis würde für geringe Einkommen 8,14 Euro pro Quadratmeter und für mittlere Einkommen 8,64 Euro betragen.

Um aber durchaus zügig zu einem Votum zu gelangen, auf das die Kirchengemeinde dringend wartet, folgten die Ausschussmitglieder dem Vorschlag Thomas Schäfers (FDP), dass der Haupt- und Finanzausschuss im nicht-öffentlichen Teil einer Sondersitzung eine Entscheidung treffen wird. Diese beginnt am Montag, 17. Juni, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses (6.Juni).

Eine klare Mehrheit gab in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Mitte Juni grünes Licht für die Pläne der Gemeinde.Diese sehen zunächst den Verkauf einer rund 3.000 Quadratmeter großen Teilfläche, die das Nebengebäude samt Außenbereich umfasst, vor. Mit dem Erlös soll die dringende und umfassende Sanierung des Hauptgebäudes finanziert werden.

 

Von dieser Vorgabe, dass der Investor mindestens 30 Prozent preisgedämpfte Mietwohnungen realisiert, sind einige Fraktionsvertreter nun abgerückt.

Die mehrheitlich verabschiedete Beschlussvorlage sieht nicht nur die prinzipielle Zustimmung zu dem städtebaulichen Konzept für das Grundstück vor, sondern auch den Erwerb des Kirchengrundstücks in der Hermann-Löns-Straße 2a in der Dörnigheimer Waldsiedlung, auf dem sich derzeit das Jugendzentrum der Gemeinde befindet. Zum Ankauf dieser Fläche zum gültigen Bodenrichtwert abzüglich der Abriss- und Bodensanierungskosten aufgrund von Altlasten stehen im städtischen Haushalt bis zu 750.000 Euro bereit. Angedacht ist, dieses Grundstück nach dem Erwerb der Maintal Immobilien Gesellschaft zu übertragen, die dort neben dem Projekt Mehrgenerationenwohnen und dem Neubau des Jugendzentrums 30 Prozent Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnraum schafft – quasi als Ausgleich zum Verzicht auf günstige Mietwohnungen auf dem EGZ-Areal.

Für den Verein Patchworkwohnen Maintal, der aus dem Stadtleitbild Mehrgenerationenwohnen hervorgegangen ist, ist das eine gute und ebenfalls lang ersehnte Nachricht. Seit Jahren ist die Gruppe um ihren Sprecher Ludwig Weiler auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück, musste immer wieder Pläne verwerfen und Verhandlungen mit Investoren abbrechen. Nun aber scheint die Gruppe der Verwirklichung ihres Vorhabens greifbar nah zu sein. Die Kombination aus Mehrgenerationenwohnen und Jugendzentrum beschreibt Weiler als „Herausforderung, die wir gerne wagen möchten“. Schließlich wolle man beim Mehrgenerationenwohnen nicht nebeneinander, sondern mit anderen Generationen leben, unterstreicht Weiler und sieht in dem „deutschlandweiten Pionierprojekt“ durch die Verbindung beider Nutzungen die Chance, „ein gutes und verantwortliches Miteinander zu bekommen“

 

Seit Mitte Mai gehen nicht nur Gläubige in der evangelischen Kirche Hochstadt ein und aus, sondern vor allem Handwerker. Es war die Sicherung des Dachgebälks erforderlich. Maßnahmen zur Sicherung der Statik sollen verhindern, dass das Gewicht des Dachstuhls zu stark auf den Außenmauern der Kirche lastet und diese gewissermaßen auseinander drückt. Die zweite große Baustelle befindet sich an den Stützpfeilern der Außenmauer. Diese sind das Resultat des Deckengewölbes, das nach der 1230 oder 1430 erfolgten Errichtung der Kirche eingezogen wurde. Weil dadurch die gesamte Statik des Gebäudes verändert wurde, entstanden die Stützpfeiler, um der Außenmauer die nötige Stabilität zu verleihen. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Witterung die Fugen der Stützpfeiler ausgespült. Jetzt wird neu verfugt und gleichzeitig werden einige Steine ausgetauscht.

Danach wünscht sich Pfarrer Rau, dass im hinteren Teil die starre Sitzordnung durch die Kirchenbänke aufgelöst wird und stattdessen ein Bereich entsteht, der individuell genutzt werden kann – etwa für die Kinderkirche oder für ein Kirchencafé.

Die Kosten für die Arbeiten beziffert Rau auf rund 145.000 Euro. Geld, das die Gemeinde nicht allein aufbringen muss. Auch Kirchenkreis und die Landeskirche leisten einen

Solange die Arbeiten in und an der Kirche andauern, wird auch die Orgel schweigen. Dennoch muss die Gemeinde nicht auf die instrumentale Begleitung ihres Gesangs verzichten. Es wurde stattdessen ein Klavier aufgestellt.

 

Im August gab es im Main bei Dörnigheim ein großes Tauffest der evangelischen Kirche. Als gemeinsame Veranstaltung des Kooperationsraums „Kurhessische Riviera“, dem neben sämtlichen Maintaler Kirchengemeinden unter anderem auch Oberdorfelden, Bergen, Enkeim, Limes und Killianstädten angehören, wurde das Tauffest unter der Federführung der Dörnigheimer Gemeinde veranstaltet.

Im Rahmen eines ungefähr einstündigen Freiluftgottesdienstes, der vom Posaunenchor Bergen-Enkeim musikalisch begleitet wurde, erhielten insgesamt 17 Täuflinge im Alter zwischen null und 20 Jahren das Sakrament der Taufe. Das Besondere hierbei war, dass das Taufwasser direkt aus dem Main kam. Zwei Mitarbeiter aus der Dörnigheimer Jugendarbeit hatten eine Art Röhrensystem, bestehend aus Plastik-Regenrinnen, vorbereitet. Mit diesen sollte dann das Wasser gemeinsam vom Main bis hin zu den Taufschalen transportiert werden. Die Idee hinter dieser ausgefeilten Konstruktion war es, dass sämtliche Menschen gemeinsam die Idee des Glaubens zu den Täuflingen bringen können.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden die Taufen noch bei einem gemeinsamen Fest gefeiert, bei dem es Kuchen, Kaffee und kalte Getränke gab. Der Erlös sowie die Kollekte kamen der Organisation des Festes selbst zu Gute. Durchgeführt wurden Gottesdienst und Taufen sowohl von Ines Fetzer (Dörnigheim) und Kirsten Schulmeyer (Bischofsheim) als auch von ihren Kollegen Johanna Ruppert (Oberdorfelden) und Jost Häfner (Buchen)

 

Ein Fest der Kulturen und eine mächtige Demonstration deren friedlichen Zusammenlebens: das ist das Septemberfest der evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim seit nunmehr 40 Jahren. Als Auftakt zur „Woche des ausländischen Mitbürgers“ bildete das Kulturfest am Samstag im Hof und in den Räumen des Evangelischen Gemeindezentrums genau eines ab: Liebe und Verständnis füreinander beginnen – in Abwandlung eines uralten Sprichworts – zuallererst im Magen. So hatten chilenische Mitbürger äußerst leckere „Empanadas“ am Start, Griechen aus der Maintaler Partnerstadt Katerini brutzelten auf dem Grill „Souvlaki“ (Fleischspieße) und boten daneben eine Fülle von „Pikilia“, diverse Vorspeisen wie gefüllte Weinblätter, Oliven und Peperoni, an. Am Stand Äthiopiens dünstete „Key Wet“ (gekochtes Rindfleisch) mit Spinat und Kartoffeln vor sich hin. Nebenan, wo die Nationalflagge von Gambia flatterte, köchelte Gemüsereis mit Hähnchen, lag goldgelbes Backwerk in der Auslage. Auf der Freiluftbühne leitete eine polnische Kinder-Tanzgruppe das Kulturprogramm ein, gefolgt von Musikern und Tänzern aus Maintaler Vereinen.

 

Im September waren Kirchenvorstandswahlen. Im Kirchenkreis Hanau, zu dem die vier Maintaler Gemeinden zählen, waren insgesamt 58.839 Bürger wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 17,93 Prozent. In der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim waren 2.573 Personen wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag knapp über dem Schnitt des Kirchenkreises bei 17,96 Prozent. Höher war die Wahlbeteiligung in Hochstadt (23,3 Prozent; 1.657 Wahlberechtigte) und in der Gemeinde Buchen, zu der neben Wachenbuchen auch Mittelbuchen zählt (25,04 Prozent; 2.452 Wahlberechtigte).

In einem feierlichen Gottesdienst wurde am 17. November in der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim der Übergang vom „alten“ zum „neuen“ Kirchenvorstand begangen. In der letzten Amtszeit hatte der Kirchenvorstand einige große Aufgaben zu bewältigen: Es galt, ein Haushaltsdefizit abzubauen. Dazu wurde der Stellenumfang der Küsterstelle und in der Jugendarbeit reduziert. Außerdem mussten die Vereine, die das Gemeindezentrum nutzen, mehr als bisher an den Kosten beteiligt werden. Die dringende Sanierung des Kirchturms wurde umgesetzt. Hinzu kamen die intensiven Bemühungen um den Erhalt der zusätzlichen Stunden von Kantorin Andrea Tetens und insgesamt drei Kirchenasyle.

Außerdem hat die Gemeinde es in den vergangenen Jahren geschafft, für viele Tätigkeiten neue Ehrenamtliche zu finden. Und auch bei der Suche nach Kandidaten für die nächste Amtszeit im Kirchenvorstand wurde man schnell fündig, die Wahlbeteiligung stieg deutlich.  Der Umfang der Jugendarbeit wird ab 2020 noch einmal reduziert und trotzdem möchte die Gemeinde auch für die nachkommende Generation Angebote machen. In zwei Jahren wird eine Finanzstrukturreform greifen, die den Haushalt der Gemeinde noch mal reduzieren wird. Bei weiterhin sinkenden Mitgliederzahlen in fast allen Kirchengemeinden wird mittelfristig auch in Bischofsheim die Frage einer weiteren Reduzierung der Pfarrstellen aufkommen.

Bei der Verabschiedung der scheidenden Mitglieder gab es auch ein paar kleine Besonderheiten: Nach 32 Jahren im Kirchenvorstand erhielt Rolf Funk und Dagmar Klein nach 21 Jahren die Maria-Magdalena-Medaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Zu den neu Gewählten gehört Gabriele Laupus. Ihr ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Gemeinde Bischofsheim begann in der Kinder- und Jugendarbeit. Nach einer längeren Pause kam sie vor Kurzem durch ihre jüngste Tochter wieder in Berührung mit der Gemeinde.: Die Tochter wurde konfirmiert und dadurch hatte auch ich wieder vermehrt Kontakt zur Gemeinde.

 

 

Moslems

Mit Besen, Eimern, Säcken haben 24 Mitglieder der Maintaler Ahmadiyya-Gemeinde gleich im neuen Jahr 20 Säcke Raketenreste, Böller, Flaschen und Verpackungsabfall eingesammelt.

Die muslimische Gruppe Ahmadiyya Muslim Jamaat Maintal hatte angekündigt, auch in diesem Jahr wieder am Neujahrstag im Rahmen ihrer Aktion „Silvesterputz“ an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet die Reste des Feuerwerks zu beseitigen.

Die Ahmaddiya Muslim Jamaat Maintal sammelt Abfälle im öffentlichen Raum, bereits seit einigen Jahren und sogar mehrfach im Jahr. Am Neujahrstag entlastet die Ahmaddiya-Gemeinde die Stadt, die Natur und trägt dazu bei, dass zumindest an diesen Stellen wieder alles sauber ist.

 

Getränke-Untersetzer wurden während der Sitzung des Ausländerbeirats im Mia heftig und ausgiebig diskutiert. Während Bürgermeisterin Monika Böttcher und Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser die Aktion in den höchsten Tönen loben, sieht der Ausländerbeirat unter der Leitung von Salih Tasdirek die Situation sehr kritisch.

Die Untersetzer sind Teil einer Aktion zur Aufklärung und humorvollen Auseinandersetzung mit dem Islam mit dem Titel „Islam uff hessisch“. Ursprünglich stamme die Idee vom Orient-Netzwerk aus Freiburg. In Offenbach fand, wo es ins Hessische übertragen wurde. Von dort habe man die Texte und das Design im Sinne Maintals angepasst. Die Bürgermeisterin betonte, dass die Texte sowohl von der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg als auch vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, abgesegnet worden seien.

Insgesamt entstanden zehn verschiedene Untersetzer mit Fragen, die sich mit dem Islam beschäftigen, beispielsweise „Derfe die Fußballer im Ramadan garnix esse?“ oder „Wie is des mit dem Koppduch?“. Die Antworten finden die Interessierten, indem sie den Untersetzer umdrehen und den auf der Rückseite abgedruckten QR-Code mit ihrem Smartphone abscannen.

Die Idee, dieses Projekt aufzugreifen, stammt von der Integrationsbeauftragten Verena Strub. Sie stellte die gesamte Aktion, die neben den Getränke-Untersetzern auch Postkarten umfasst, im Vorfeld im Ausschuss für Asyl und Integration vor, der zustimmte.

Tasdirek kritisierte, dass man den Ausländerbeirat zu dieser Aktion gar nicht gehört habe. Laut Hauptgeschäftsordnung ist der Ausländerbeirat in allen Gremien zu hören, wenn es um Themen geht, die sich mit in Maintal lebenden Ausländern beschäftigen.

Der Stadtverordnetenvorsteher wies diesen Vorwurf zurück und merkte an, dass Untersetzer und Postkarten ohne Rücksprache mit einem anderen Gremium mit dem für solche Aktionen vorgesehenen Budget finanziert worden seien. „

Doch die Hauptkritik betrifft die Untersetzer selbst. „Das sind Bierdeckel. Und Alkohol ist im Islam verboten“, fasste Tasdirek zusammen. Viele Muslime in Maintal hätten sich an den Ausländerbeirat gewendet und pikiert gezeigt. „Es haben sich viele beleidigt gefühlt“, so Tasdirek. Monika Böttcher zeigte während der Sitzung wenig Verständnis für die Kritik. „Das sind Getränkeuntersetzer. Das hat nicht unbedingt etwas mit Bier zu tun. Die Untersetzer liegen beispielsweise auch im Eissalon aus. Da trinkt man nicht unbedingt Alkohol. Wenn Sie das also denken, dann haben Sie ein Vorurteil.“

Der Bembel stehe nicht für Alkohol, sondern sei wie der ebenfalls abgebildete Apfelbaum    oder das Schützenhaus Symbol für die Region, sagte die Integrationsbeauftragte der Stadt, Verena Strub. Ziel sei es, die Leute miteinander ins Gespräch zu bringen. „Ich glaube, dass ganz viel Fehlwissen und Vorurteile kursieren.“

Insgesamt produzierte die Stadt 5.000 Untersetzer und 1.000 Postkarten. Das neue Design sowie der Druck kosteten insgesamt 1.700 Euro. In den Gaststätten wurden die Untersetzer von der Integrationsbeauftragten und ihren Mitarbeitern abgegeben. Dazu bekam jeder Gastwirt noch eine Infobroschüre. Die Gastwirte konnten dabei selbst entscheiden, ob sie an dem Projekt teilnehmen wollten. In der „Goldenen Traube“ und der Hochstädter „Babbelgass“ haben die Gäste nach und nach alle Pappdeckel mitgenommen. Aber es gab auch islamfeindliche Kritik: „Was soll das?“

Die Muslime fühlen sich zu Recht vorgeführt, wenn etwas, das in ihrer Religion streng verboten ist, in direkter Verbindung mit dieser gesetzt wird. Da ist es auch völlig egal, ob man die Pappdeckel nun Untersetzer oder Bierdeckel nennt. Sobald man einen Bembel darauf druckt, ist nun einmal die Verbindung zu Alkohol und Apfelwein da.

Da nutzt es nichts, sich immer nur in die eigenen Sitzungen zu setzen und zu hoffen, dass einem alle Informationen zugetragen werden. Man muss rausgehen und aktiv an der Politik teilnehmen. Wer das nicht möchte oder leisten kann, sollte sich nicht aufstellen lassen. Hätten sich die Mitglieder des Ausländerbeirats nämlich aktiv beteiligt, hätten sie ihre Anregungen frühzeitig einbringen können, anstatt sich im Nachgang zu echauffieren. Insgesamt hat sich die Stadt mit dieser Aktion nicht mit Ruhm bekleckert. Gerade vom Ausschuss für Asyl und Integration hätte man mehr Fingerspitzengefühl für die religiösen Gefühle der Maintaler Muslime erwarten können.

 

Das Ende des Fastenmonats Ramadan Anfang Juni, das mit dem Fastenbrechfest begangenen wird, läutet das dreitägige Zuckerfest ein. Nach dem Opferfest ist es das zweitwichtigste Fest im Islam. Die Frauen kaufen neue Kleider, die Kinder bekommen Geschenke. Der erste Tag nach dem Ramadan beginnt morgens um 3 Uhr mit dem Gebet vor Sonnenaufgang. Dann gibt es für die Familie das erste leckere Frühstück seit vier Wochen. Auch in der Moschee gibt es anschließend reichlich zu essen und zu trinken. Jeder bringt etwas mit. Abends treffen sich die Familien und für 20 Personen wird Essen zubereitet.

Der Islamische Kalender orientiert sich an der Stellung des Mondes. Der neue Monat beginnt dann, wenn der Neumond das erste Mal zu sehen ist und endet, wenn der abnehmende Mond gänzlich unsichtbar ist. Entsprechend dauert der Ramadan, der neunte Monat im Islamischen Kalender, entweder 29 oder30 Tage. Je nach Wohnort und Auslegung beginnt und endet der Ramadan einen Tag früher oder später. Inzwischen erleichtert der technische Fortschritt die Festlegung des Fastenmonats. Mondkalender, die für einzelne Städte und Regionen im Internet abzurufen sind, geben heute den Sonnenaufgang - und Sonnenuntergang auf die Minute genau an.

Nicht nur für Männer, auch für Frauen steht die innere Einkehr, die Besinnung auf das richtige Leben und auf Allah im Mittelpunkt des Ramadan. Das ist der Monat für Allah. Ramadan sei auch der Monat der Vergebung, man müsse alle Streitigkeiten beilegen, sich entschuldigen, um unbelastet in den Fastenmonat zu gehen.

Die Kinder dürfen essen und trinken, aber die Älteren täten dies mit Rücksicht auf die Fastenden nicht vor deren Augen. Die größeren Kinder fasten oft mit, aber sie dürfen sich immer etwas aus der Küche holen. In den letzten zehn Tagen des Ramadan werden traditionell die Gebete intensiviert, die Gläubigen sollen weniger schlafen, verstärkt beten, spenden und Gutes tun. „Wir sollen mit den Menschen mitfühlen, die nichts oder wenig haben. Schließlich sollen wir mit uns selbst ins Reine kommen. Dann, am Ende der Fastenzeit, richten sich die Gedanken wieder nach vorne.“

 

 

Vereine, verschiedene

 

Im August gab die Maintaler Frauenselbsthilfe-Gruppe nach Krebs ein Buch heraus. In diesem haben 22 an Krebs erkrankte Frauen sich porträtieren lassen und sind mit ihren Fotos und ganz persönlichen Geschichten in der Ausstellung „Das bin Ich“ vertreten. Erstmals zu sehen war sie anlässlich der Eröffnung der Maintaler Frauenwochen im Frühjahr, dann als Wanderausstellung an verschiedenen Orten, etwa im Klinikum Hanau.

Auf dem Umschlag zu sehen ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme von Nieves Schwierzeck mit grünem Schal – die Farbe der Frauenselbsthilfe. Sie sind mehr als zufrieden mit dem hochwertigen Buch und dessen Inhalt. Die Texte sind einigen Frauen schwergefallen, denn es bedeutet schließlich, noch einmal in die Erkrankung zurückzugehen.  Aber es zeigt eben auch, dass die Krankheit eine Chance ist. Und das wollte ich zeigen. Wir sehen uns nicht als Opfer, sondern haben Kontrolle über unser Leben zurückgewonnen.

 

Im Haupt- und Finanzausschuss gab es im September eine Grundsatzdiskussion um die     Vereinsunterstützung. Konkret ging es um den Neubau des DLRG-Gebäudes in der Braubachstraße, und um eine Flutlichtanlage für den Fußball-Naturrasenplatz am Fechenheimer Weg und die seit 2013 rege diskutierte Sanierung der Schießstände in der Maintalhalle. Die derzeitige Unterkunft an der Braubachstraße wurde 1992 bezogen mit der Aussicht, sieben Jahre lang genutzt zu werden. Das Gebäude entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Anforderungen moderner Vereinsarbeit. Deshalb plant der Verein auf dem städtischen Grundstück ein zweigeschossiges, modernes Gebäude. Geplante Gesamtkosten: 400.000 Euro. An eigenem Geld hat die Ortsgruppe 75.000 Euro aufgebracht, weitere Spendenzusagen von 12.000 Euro hatten die Lebensretter im Gepäck. Außerdem Zusagen über Hilfen des Landes- und Bundesverbands. Deswegen blieb es nicht bei 100 000 Euro Sondergeldern, die der Haupt- und Finanzausschuss frei gab. Der Magistrat wurde auch aufgefordert, in den Haushalt 2020 die Summe von 50.000 Euro zusätzlichen Geldes für die DLRG-Unterkunft einzusetzen. Außerdem erhalten sie ein zinsloses Darlehen in Höhe von 25.000 Euro, rückzahlbar innerhalb von 25 Jahren mit jeweils 1.000 Euro per anno.“

 

Die Gemeinschaft der Maintaler Schützenvereine wartete  daraufhin gespannt darauf, wie der Ausschuss mit den Plänen zum dringend notwendigen Ausbau der Schießstände in der Maintal-Halle verfahren würde.

Seit 2013, wurde er mit den Schützen verhandelt über das Projekt:  Damals hätte der Umbau 360.000 Euro gekostet, heute würde er 680.000 Euro kosten. Wobei sich der Eigenanteil, den die GMS zu tragen bereit sei, nicht verändert habe: Hier gibt es eine Zusage über 100.000 Euro.“ Schnell wurde klar, dass der Ausschuss nicht bereit sein würde, die Maßnahme am Mittwochabend zu beschließen. Alles wurde auf die Haushaltsberatungen verschoben.

 

 

Feuerwehr

 

Maintaler Feuerwehr sammelt Christbäume ein: Vier Teams sind ab 8 Uhr im Einsatz. Nicht nur in den vier Maintaler Stadtteilen, auch in vielen weiteren Orten Hessens sind die freiwilligen Feuerwehren unterwegs, um gegen eine Spende für die Jugendmannschaften die großen und kleinen Nordmanntannen, Blautannen und alle anderen nadelnden und pieksenden Gehölze wegzubringen. In Dörnigheim sind große und kleine Feuerwehrleute bereits um 8 Uhr im Gemeinschaftsraum zu einem stärkenden Frühstück versammelt. . Je drei bis vier Erwachsene und drei bis vier Teenager teilen sich die Arbeit. Die Anzahl der Teams richtet sich immer nach den Kleinlastern, die der Feuerwehr zur Verfügung stehen. In Hochstadt und Wachenbuchen kann sie beispielsweise auf Traktoren zurückgreifen. Je nach Größe passen zwischen 20 und 30 Bäume auf die Ladefläche.

 

Die Kriminalpolizei in Hanau hat Anfang Februar die Ermittlungen nach dem Brand einer Gartenhütte in Dörnigheim aufgenommen. Die Hütte in der Gartenkolonie an der Wilhelm-Röntgen-Straße war offensichtlich von Unbekannten in der Nacht zum Sonntag, gegen Mitternacht, angezündet worden. Der Schaden wird auf 3.000 Euro geschätzt.

 

Die Wachenbucher Freiwillige Feuerwehr hat den heiligen Namen gleich doppelt gepachtet, sozusagen. Der Wehrführer der Stadtteilfeuerwehr heißt mit Vornamen so, sein Stellvertreter ebenfalls: Florian Kaufhold und Florian Reutzel. Die relativ kleine Wehr hat derzeit 404 Fördermitgliedern - davon rund 35 Frauen und Männern in der Einsatzabteilung. Aufgewachsen ist Wehrführer Kaufhold in Wachenbuchen.- Er ging zunächst in die Büchertalschule und später aufs Albert-Einstein-Gymnasium in Bischofsheim, wo er mit Mittlerer Reife abschloss. Später folgte dann das Fachabitur, aber erst nach einer Ausbildung bei der Hanauer Vacuumschmelze zum Energieelektroniker.

Und hier liegt schon die zweite Gemeinsamkeit mit Reutzel, neben dem Vornamen. Denn auch der gebürtige Licher, der seine Kindheit zunächst in Gedern verbrachte, später mit seinen Eltern nach Wachenbuchen zog und die Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim besuchte, stieg mit 16 Jahren als Azubi in die VAC ein und lernte Industriemechaniker.

Seit März 2018 ist Kaufhold hauptamtlicher Gerätewart und ehrenamtlicher Wehrführer, sein Arbeitgeber ist die Stadt Maintal. Reutzel ist als sein Stellvertreter auch ehrenamtlich tätig.

Ein Thema, das bei sehr vielen Feuerwehren nicht nur im Main-Kinzig-Kreis ein brisantes ist, ist die Situation der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen, die allmählich an die Grenze ihrer Belastbarkeit kommen. Gerade wenn es um Wartung, Atemschutz, Schlauchreinigung und andere Gebiete der Technik geht. Denn die Anforderungen – auch die bürokratischen – werden immer größer, die gesellschaftliche Akzeptanz der Retter hingegen wird zunehmend geringer.

In Maintal gibt es rund 170 erwachsenen Einsatzkräfte.  Es gibt nicht jeden Tag einen Großbrand. Aber daneben gibt es eine Vielzahl von kleineren Bränden, wo sie ausrücken. Neben Bränden werden sie auch zu Hilfsleistungen gerufen, das Aufnehmen von Ölspuren, Bergung von Unfallopfern, oder das Auspumpen von Kellern. Brandsicherheitsdienste bei Festen und Veranstaltungen kommen hinzu. Viel Zeit verbringen die Feuerwehrangehörigen auch auf Aus- und Weiterbildungen: „

 

Zwei Brände gab es in Dörnigheim. Die Kripo geht derzeit in beiden Fällen von Brandstiftung aus. Gegen 20.45 Uhr wurde am Dienstag ein brennender Kompressoranhänger, der an der Otto-Hahn-Straße auf einem öffentlichen Parkplatz nahe des Friedhofs im Industriegebiet abgestellt war, gemeldet. Dieser brannte vollständig aus. Der Sachschaden wird auf etwa 3.500 Euro geschätzt. Am frühen Mittwochmorgen, kurz vor 4 Uhr, zündete ein Unbekannter offenbar eine Mülltonne an der Bahnhofstraße an. Das Feuer griff im Anschluss auf eine weitere Mülltonne und einen dahinter geparkten Opel über. Hierbei entstand ein Schaden von etwa 4.100 Euro.

 

Vermutlich bei Schweiß­arbeiten im Dachstuhl eines Neubaus am Hessenring in Wachenbuchen brach Ende April gegen 15.15 Uhr ein Feuer aus, dem der halbe Dachstuhl zum Opfer fiel. Zwei Arbeiter mussten mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung und einer wegen Schnittverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Den entstandenen Schaden an dem Neubau bezifferte die Polizei auf rund 70.000 Euro.

 

Ende April kam es kurz nach ein Uhr zu einem Brand, in einer Lagerhalle in der Bruno-Dreßler-Straße in Bischofsheim Die Feuerwehr, die mit knapp 80 Einsatzkräften und 24 Fahrzeugen vor Ort war, konnte ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindern. Nach den ersten Schätzungen entstand an der Halle ein Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro,

 

Ende Mai verhinderte das beherzte Eingreifen der Anwohner eines Mehrfamlienhauses in der Bischofsheimer Spessartstraße womöglich, dass der Brand sich ausbreiten konnte. Gegen 20 Uhr fiel den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses auf, dass ein Baum im Garten in Brand geraten war. Der Brand wurde vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette verursacht, so die Anwohner. Sie konnten, bevor die alarmierte Feuerwehr eintraf, das Feuer selbst löschen

 

Mitte Jun i kam es zum Brand eines Altkleidercontainers in Maintal-Bischofsheim „Am „Kreuzstein“. Ein Anwohner verständigte gegen 2.25 Uhr die Polizei, als er eine starke Rauchentwicklung an dem Container feststellte. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand jedoch schnell wieder löschen. Es entstand ein Sachschaden von etwa 500 Euro.

 

Mitte Juni kam es in der Bonhoefferstraße zu einer vermutlichen Brandstiftung. Zwei Anwohner wurden leicht verletzt und vom Rettungsdienst vor Ort versorgt. Die Höhe des Sachschadens kann nicht abschließend beziffert werden.

 

Mitte Juni waren in der Nacht auf Donnerstag alle vier Stadtteilwehren der Maintaler Feuerwehr im Einsatz. Grund hierfür waren mehrere brennende Heuballen auf einem Feld zwischen Maintal-Bischofsheim und Niederdorfelden.  Es gab mehrere Anrufe von verschiedenen Stellen, so dass mehrere Orte überprüft werden mussten. Unter anderem waren auch die Frankfurter Kollegen im Einsatz, weil Anwohner vermutet hatten, dass der Charlottenhof brenne. Im Endeffekt handelte es sich jedoch stets um dasselbe Feuer. Insgesamt waren in der Nacht 54 Einsatzkräfte mit 15 Löschfahrzeugen im Einsatz. Die Feuerwehr ließ das Feuer bis Donnerstagabend kontrolliert abbrennen. Das größte Problem bei solchen Bränden sei immer die Rauchentwicklung. Wenn man das Feuer kontrolliert abbrennen läßt, entweicht der Rauch wenigstens nach oben

Etwa gleichzeitig brannte ein Zimmer im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Bonhoefferstraße. Mehrere Personen mussten über tragbare Leitern aus dem ersten Obergeschoss gerettet werden. Hinter dem Gebäude brannten zudem auf einem Parkplatz zwei Fahrzeuge. Bei den Löscharbeiten in dem brennenden Gebäude sowie an den beiden Fahrzeugen setzte die Feuerwehr insgesamt vier Trupps unter Atemschutz ein. Zwei Anwohner wurden leicht verletzt und vom Rettungsdienst vor Ort versorgt. Die Höhe des Sachschadens kann laut den Beamten noch nicht abschließend beziffert werden.

 

Im Juli brannte ein in der Westendstraße abgestellter Nissan Note.Der Wagen stand Polizeiangaben zufolge auf einem Parkplatz im Bereich der 60er-Haus­nummern und geriet gegen 0.45 Uhr in Brand. Die Kriminalpolizei geht derzeit von fahrlässiger Brandstiftung aus. Offenbar hatte zunächst ein angrenzendes Gebüsch Feuer gefangen, das dann auf das Auto übergriff.

 

Bei einem Brand in Maintal-Bischofsheim ist Mitte Juli ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro entstanden. Gegen 18.20 Uhr schlugen Flammen aus dem Wohnzimmer einer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Goethestraße. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf andere Räume und der Nachbarwohnungen verhindern; dennoch wird ein Schaden von mehreren Zehntausend Euro angenommen.

 

Am Sonntag Ende September hat die Bischofsheimer Stadtteil-Feuerwehr ihre frisch renovierte Zentrale mit Gerätehaus im Rahmen eines Tags der offenen Tür der Öffentlichkeit präsentiert. Rund 1,1 Millionen Euro sind bislang in die technische und optische Sanierung der Bischofsheimer Baulichkeiten geflossen. Dabei haben die Vereinsmitglieder und Aktiven weit über 2.000 Stunden an Eigenleistung ins Gebäude gesteckt.

Anstrich und Elektroinstallation der Fahrzeughalle wurden erneuert, die Handwerksbereiche innerhalb der Feuerwache – Bischofsheim übernimmt beispielsweise die komplette Schlauchwäsche und Instandsetzung für alle Maintaler Wehren – fanden ebenfalls eine Erweiterung und Erneuerung. Und nicht zuletzt wurden neue Umkleiden nach Geschlechtern getrennt gebaut, mit nagelneuen roten Spinden und einem Video-Informationssystem zur Alarmsituation mit großen Bildschirmen im gesamten Gebäude.

 

Vier geparkte Autos brannten Anfang Oktober in der Dörnigheimer Robert-Bosch-Straße. Anwohner meldeten kurz vor Mitternacht das Feuer. Es brannten in Höhe der Hausnummer 9 ein Jaguar, ein Renault, ein Kia sowie ein Land Rover ab; der Schaden liegt den Polizeiangaben vom Montag zufolge nach erster Schätzung bei 150.000 Euro.

 

Ein Traktor hat samt seinem Unterstand im November auf dem Hubertushof zwischen Hochstadt und Bischofsheim Feuer gefangen. Auch bei einem zweiten Traktor ist ein sogenannter Entstehungsbrand entstanden. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Bischofsheim und Dörnigheim vor Ort, um die Flammen zu löschen. Die Löscharbeiten gestalteten sich als schwierig, denn die Wasserversorgung am Einsatzort war knapp. So mussten die Retter einen Pendelverkehr zwischen Einsatzstelle und Wohngebiet einrichten, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Der Sachschaden wird auf etwa 50.000 bis 60.000 Euro eschätzt. Das Feuer wurde absichtlich gelegt. Schließlich soll es nicht das erste Feuer auf dem Hof gewesen sein. In den sozialen Medien wird bereits diskutiert, dass es der vierte Anschlag in nur zwei Jahren gewesen sein soll.

 

Das Feuerwehrgerätehauses in Dörnigheim ist stark sanierungsbedürftig, stellt man Ende November fest. Es gibt regelhaft Wasserrohrbrüche. Die Wände weisen Risse auf, es gibt sichtbare Feuchtigkeitsschäden. Das Gebäude hat rein rechnerisch sein Lebenszeitende erreicht.

Das Gebäude platzt buchstäblich aus den ohnehin verschlissenen Nähten. Das liegt an der Feuerwehr selbst. Deren Aufgaben und Auflagen haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnten stark verändert.

Längst wird die Feuerwehr ebenfalls bei Verkehrsunfällen, Gefahrgutaustritten oder zur Tierrettung alarmiert. Um rund 160 ehrenamtlich aktiven Feuerwehrmänner und -frauen zu entlasten, gibt es mittlerweile sieben hauptamtliche Mitarbeiter. Man versucht, nur bei Großeinsätzen auf die Ehrenamtlichen zurückzugreifen

Doch nicht nur für die steigende Zahl an Mitarbeitern im Brandschutz braucht es Räume, sondern auch für das Material. Einen Teil hat man schon ausgelagert, etwa alles, was für katastrophenähnliche Zustände benötigt wird. Zusätzlich gibt es gesetzlich festgelegt Auflagen einzuhalten, die ebenfalls gewisse räumliche und technische Kapazitäten erforderlich machen. Zum Beispiel dürfen nach einem Einsatz keine Schadstoffe ins Feuerwehrhaus gelangen. Weil sich das unter den aktuellen Gegebenheiten nicht umsetzen lässt, ziehen sich die Wehrkräfte noch am Einsatzort um und verstauen die „Dienstkleidung“ in luftdicht verschließbaren Behältern.

 Weil eine Grundsanierung - wie jüngst am Standort Bischofsheim erfolgt - mit Blick auf Dörnigheim nicht sinnvoll ist, weil das Gebäude dann zwar technisch intakt, aber räumlich immer noch zu klein wäre, kommt nur ein Neubau in Frage.

Wo dieser entstehen könnte, darauf gibt der kürzlich im Bauausschuss und Parlament vorgestellte Rahmenplan „Maintal Mitte“ eine erste Antwort: unmittelbar südlich der Bahngleise in Dörnigheim, zwischen Lahn- und Neckarstraße. Das derzeitige Feuerwehrgerätehaus würde quasi ein gutes Stück nach hinten versetzt. Am heutigen Standort könnten Gebäude für Dienstleistungsangebote entstehen.

 

Sportvereine

 

Freitagabends ist schon mal Countrymusic im Foyer des Hochstädter Bürgerhauses zu hören, aber ebenso bekannte Popsongs und ein wenig Discomusik, dazwischen rhythmisches Klatschen und Stampfen. Die Western Dancers Maintal treffen sich zu ihrer wöchentlichen Übungsstunde: „Jeder kann bei uns mitmachen. Man muss Taktgefühl und Spaß mitbringen und sollte keine Knoten in den Füßen haben“. stellt Trainerin Melanie Steiger gleich zu Beginn fest. „Vom Laptop läuft die Playlist, wer Lust hat, stellt sich in die Reihe und tanzt einfach mit. Der Vorsitzende Stephan Mock erklärt: „Bei Line Dance bedeutet eine Melodie immer einen bestimmten Tanz, eine bestimmte Schrittfolge. Line Dancer stellen ihre Choreografien auf Plattformen im Internet ein. Weltweit tanzen alle Line Dancer dieselben Schrittfolgen.“

Auch die Trainerinnen der Western Dancers Maintal, Beate Mock, Claudia Hübner und Melanie Steiger haben schon eigene Choreografien entwickelt, die nun überall getanzt werden. Das ist der große Unterschied zum Square Dance, hier werden die Schritte jeweils aktuell angesagt.

Beim Line Dance – wie der Begriff schon vermuten lässt – wird in Reihen hinter- und nebeneinander getanzt. Drei Level werden unterschieden: Beginner, Intermediate und Advanced – also Anfänger, fortgeschrittene Anfänger und Fortgeschrittene. Der Schwierigkeitsgrad unterscheidet sich durch die Anzahl der Schrittfolgen und die Geschwindigkeit

Seit 2002 ist Line Dance als Freizeitsport anerkannt. Man kann Tanzsportabzeichen erwerben, Prüfungen ablegen, auf Wettbewerben und Meisterschaften auftreten. Neben dem Line Dance werden Choreografien zu Circle Dance und auch Paartanz gelehrt und getanzt.

Der Maintaler Vereins zählt inzwischen fast 40 Mitglieder. Die jüngsten sind zehn und elf Jahre alt, das älteste aktive Mitglied ist 85 Jahre alt.

Bei ihren Auftritten tragen die Western Dancers Maintal stilecht Cowboyhut, Halstuch, Stiefel und Weste. Die Musik schneiden sie meist selbst. Im November ist der Verein zehn Jahre alt. Die Western Dancers Maintal treffen sich immer freitags, von 19 bis 21 Uhr im Bürgerhaus Hochstadt.

 

Bei der Turnerschaft Bischofsheim gib es eine Einrad- und Jonglage-Abteilung.In der kleinen Turnhalle am Fechenheimer Weg geht es samstags hoch her. Durch das Perfektionieren des einfachen Wurfs soll eine Basis dafür geschaffen werden, mit mehreren Bällen zu jonglieren. „Passing“ nennt sich die Variante, bei der nicht nur jongliert, sondern nach einem abgesprochenen Muster Bälle mit einem Partner ausgetauscht werden. Da sowohl die Jonglage als auch das Einradfahren Randsportarten sind, treten die Bischofsheimer nicht bei Meisterschaften an, sondern sind eher bei Veranstaltungen zu erleben.

 

Der Kunstrasenplatz des FSV Bischofsheim war seit September vergangenen Jahres gesperrt. Der Grund: Die intensive Nutzung im Trainings- und Spielbetrieb seit der Eröffnung im Jahr 2010 und auch der heiße und besonders trockene Sommer haben dem Platz stark zugesetzt. Die Folge: Das Granulat verklumpte und der Kunstrasen ist seit gut einem halben Jahr nicht mehr bespielbar. Im Februar stimmte der Umweltausschuss der Vergabe eines neuen Kunstrasenplatzes zu. Das Granulat hat die gleiche Qualität wie das, das an der „Dicken Buche“ verlegt wurde. Dadurch ist der Platz auch bei sehr hohen Temperaturen bespielbar. Zudem gewährt die beauftragte Firma acht Jahre Garantie auf den Kunstrasen. Geplanter Baubeginn am Fechenheimer Weg ist am 11. März. Gut sechs Wochen sind für die Arbeiten veranschlagt. Fertig verlegt und bespielbar ist der Kunstrasen voraussichtlich am 26. April.

 

Mit Platz sechs meldete sich Nils Hoffmann aus Flörsheim nach dem Fecht-Wochenende Anfang Februar in Paris pünktlich um 18 Uhr in der kleinen Fechthalle der Turngemeinde Dörnigheim in der Maintal-Halle zum Training zurück. Christoph Frohwein beginnt mit dem Trainingsmodul Beinarbeit, denn die Beinarbeit war nicht gut genug in Paris. Trainer Norman Traar korrigiert beim zweiten Paris-Teilnehmer Philip Faitz ein wenig die Haltung des Oberkörpers. Hinter Nils nächstbeste platzierte deutsche Fechter waren zwei Tauberbischofsheimer, auf Platz 36 und auf Platz 91. Und dann schon Philip Faitz, das ist der, der dreimal die Woche aus dem Taunus ins Training nach Dörnigheim kommt, auf Platz 127.

 

Die Jahreshauptversammlung der Turngemeinde Dörnigheim war Anfang Mai. Der erste Vorsitzende Jörg Schuschkow eröffnete die Sitzung und berichtete von der neu gestalten Sportanlage an der Dicken Buche, wo auch die Tennisabteilung der TGD beheimatet ist. Die Leichtathletikabteilung musste aufgrund der Neugestaltung der Dicken Buche weichen und hält ihre Trainingseinheiten nun auf der Außenanlage der Siemens-Schule ab.

Die TGD hatte zum Stand 31. Dezember zirka 1.600 Mitglieder.

Es gibt die Abteilungen Fechten, Gymnastik, Montagsseniorengruppe, Bodystyling, Tanzen für Senioren, Gymnastik nach Krebs, Schwimmen, Tischtennis, Handball, Turnen, „Er+Sie Gruppe“, Fußball und sogar Gesang (Senioren-Chor besteht aus 24 und der Junge Chor aus 15 Mitgliedern).

 

Bei der Jahreshauptversammlung des FC Germania Dörnigheim Mitte Mai berichtete der erste Vorsitzende Wolfgang Marx über den erfolgreichen Umzug von der Eichenheege zur neuen Sportanlage an der Dicken Buche. Wo unter anderem noch der Fitnessraum fertiggestellt werden muss. Ferner berichtete er von einem sportlich überaus erfolgreichen Jahr, aus dem der Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Kreisliga A Hanau, den Gewinn der Hallenstadtmeisterschaft Maintal und des Hallenmasters Hanau der ersten Mannschaft herausstachen. Als krönender Abschluss erfolgte nun die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Gruppenliga. Aktuell zählt die Germania 500 Mitglieder.

 

Im Pokalfinale der Alten Herren setzte sich nach 70 abwechslungsreichen Minuten Germania Dörnigheim mit 3:1 (0:1) gegen den FC Hochstadt durch. Beide Mannschaften boten den 250 Zuschauern ein auf spielerisch gutem Niveau stehendes Endspiel. Ohne den verdienten Sieg der Germania in Frage stellen zu wollen, kritisierte der frühere FCH-Trainer die immer mehr einreißende Unsitte, noch aktive Spieler einzusetzen.

 

Alex Jelinek hat im Juni die erste Ballschule im Main-Kinzig-Kreis ins Leben gerufen. Sie findet dienstags beim Bischofsheimer Tennisverein und samstags im Mittelpunkt-Sportcenter in Dörnigheim statt und  ist ein ABC für Spielanfänger ab drei Jahren. „Wir spielen mit den Kindern alle Ballsportarten, unter anderem Fußball, Handball, Basketball, Hockey und Tennis“, so Jelinek. „So möchten wir auf vielseitige und natürliche Weise die sportmotorische Ausbildung der Kinder fördern.“  Eine koordinative Ausbildung des Kinderkörpers ist für die gesunde Ausbildung des Gehirns des Kindes unerlässlich. Dass unter anderem das Zusammenspiel aus Augen und Händen spielerisch trainiert wird, kann sich sogar später in den Schulnoten widerspiegeln.

 

Es war eine ganz besondere Truppe des FSV Bischofsheim, die vor 50 Jahren in der Bezirksklasse Frankfurt-Ost den Meistertitel holte, in die Gruppenliga Mitte aufstieg und damit die erfolgreichste Zeit des Vereins begründete. Dieses Jubiläum wurde im Juni natürlich gebührend gefeiert. In den 32 Spielen der Saison 1968/1969 mussten die Bischofsheimer gerade einmal eine Niederlage hinnehmen – dazu gab es vier Remis – wodurch sie in der Liga eine Klasse für sich waren. Die von den Zeitungen damals als „Superelf aller hessischen Bezirksklassen“ bezeichnete Mannschaft stieg durch ihre starken Leistungen in die Gruppenliga Mitte auf, und selbst die Kontrahenten zollten dem Team gehörigen Respekt:

„Wir haben in der folgenden Saison den Durchmarsch in die Hessenliga geschafft“, erinnert sich Haubner, „das war damals die dritthöchste Liga und eine ganz andere Welt.“ Spiele gegen Teams wie Darmstadt 98 und vor teilweise mehreren Tausend Zuschauern – „eine gute Zeit und ein unvergessliches Erlebnis“, wie Haubner begeistert erzählt, auch wenn sich das Team letztlich nur zwei Jahre in der Hessenliga halten konnte.

Haubner und seine früheren Mitspieler treffen sich auch heute noch häufig, zum 50. Jubiläum ihrer Meisterschaft kamen sie noch einmal in großer Runde am Fußballplatz zusammen. Ihrem Verein sind die meisten Spieler bis heute treu geblieben – ob als Jugendtrainer, Schiedsrichter oder Zuschauer, die dem heutigen Kreisoberligisten bei jedem Spiel die Daumen drücken.

 

Am 30. Juni trifft sich die sportliche Weltelite bei dem diesjährigen Mainova Ironman European Championship Triathlon in Frankfurt. Maintal ist als Teil der Radstrecke durch das Frankfurter Umland wieder besonderer Anziehungspunkt für Triathlon-Fans. Gegen 8 Uhr werden die ersten Athleten in Maintal erwartet. In Hochstadt passieren sie eine der Schlüsselstellen der Radstrecke. Der Streckenabschnitt in der Hochstädter Altstadt ist für Besucher besonders spannend. Neben Hochstadt führt die Strecke auch über den Hühnerberg in Wachenbuchen. Am Rande ist auch Bischofsheim bei der Einfahrt nach Hochstadt über die Autobahn-Querspange eingebunden.

Bei der Stadt Maintal ist der Ironman vor allem für die Teams der Ordnungsbehörde und der Straßenverkehrsbehörde ein großes Thema. Die Einsatzkräfte sichern die Strecke für Athleten und Zuschauer, denn das Ironman-Radrennen findet auf komplett gesperrten Straßen statt. Der Straßenverkehr wird umgeleitet, das Ordnungsamt kümmert sich um die Parkplatzbeschilderung“.  Alle Haltverbote entlang der Rennstrecke haben am Sonntag bereits ab 6 Uhr Gültigkeit.

 

Schon seit 2012 bietet der Judoclub Bischofsheim „Judo light“ an, speziell für ältere Teilnehmer. Im Schnitt kommen zwischen sieben und zwölf Teilnehmer. Judo ist die perfekte Sportart auch für ältere Menschen. Es ist ein gelenkschonendes Ganzkörpertraining, bei dem die Beweglichkeit gefördert wird. Außerdem bieten die Fallübungen, die zu einem jeden Training dazugehören, eine gute Sturzprophylaxe. Im Gegensatz zu den jüngeren Judoka des Vereins nehmen die älteren nicht an Wettkämpfen teil. Neben den sportlichen Aspekten ist Judo auch Training für den Kopf. Man bleibt also nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit.

 

Im September findet der Hanauer Stadtlauf unter dem Motto „Stärke zeigen – Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ statt. Auch wenn es unüblich ist, dass Jugendliche bei dem Lauf dabei sind, nimmt dieses Jahr die männliche C-Jugend des FC Hochstadt teil. Respekt und ein guter Umgang miteinander spielten eine sehr große Rolle im Training. Neben Fußballtaktiken und Schussübungen sollten den Jungen auch Werte vermittelt werden. Dazu gehöre auch, dass Gewalt keine Lösung sei, egal ob bei Frauen oder Männern, ob während eines Fußballspiels oder im Alltag. Da der Kader so groß ist, wurden zwei Mannschaften gebildet, damit alle Spieler gleich viel Praxiserfahrung erhalten.

 

Die U-8-Spielerinnen und -Spieler der Tennisgemeinschaft Dörnigheim haben einen aufregenden Sommer hinter sich. Viele der acht Kinder haben ihre ersten Punktspiele bestritten, die Medenspiele [Mannschaftsspiele im Tennis], die Mitte September mit dem Finale um die Bezirksmeisterschaft ihren Höhepunkt hatten. Der Endspielgegner war das Team von RW Neu-Isenburg, dem die TGS mit 9:53 Spielen und 5:19 Matchpunkten unterlegen war.

Die Medenspiele finden auf Bezirksebene statt. Bei U8 wird der Wettbewerb gewöhnlich nicht über das normale, sondern über ein stark verkleinertes Tennisfeld austragen. Die Disziplinen sind Vielseitigkeitsübungen, Kleinfeldtennis (vier Einzel und zwei Doppel) und im Finale ein Mannschaftsspiel.

Die TGS Dörnigheim besteht seit 1971 als erste gemeinsame Abteilung der Vereine Turngemeinde Dörnigheim und Freie Turnerschaft Dörnigheim. Nach dem Umbau und der Erweiterung der Tennisanlage wird seit 2019 auf sieben Sandplätzen mit zentraler Bewässerungsanlage und einer Ballwand gespielt. Dort befindet sich auch das neue Klubhaus mit moderner Infrastruktur und ausreichend Parkplätze.

 

Die Teilnahme am Ironman auf Hawaii ist für Triathleten die Königsdisziplin. Dabei zählen die deutschen Sportler jährlich zu den Favoriten. Wieder im Teilnehmerfeld mit dabei war im Oktober auch Klaus Karber aus Wachenbuchen. Zwölf Tage vor der Weltmeisterschaft begann seine Reise auf die andere Seite der Welt mit dem Flug nach Kailua-Kona auf Big Island in Hawaii. Die folgenden Tage akklimatisierte sich Karber und bereitete sich physisch und psychisch auf den großen Tag vor. Nach dem Wendepunkt in Hawi musste er sich auf den ersten Kilometern stark auf die seitlichen Winde konzentrieren, damit er nicht unkontrolliert von der Fahrbahn abkam. Auf der Strecke durch die Lavafelder herrschte vor allem Gegenwind.

Seine Strategie, sich an den Verpflegungsstationen etwa alle 1,7 Kilometer gut zu verpflegen und abzukühlen, indem er sechs Becher mit Eiswürfeln im Anzug verteilte und die Mütze im Eiswasser schwenkte, hielt er gut ein. Ab Kilometer 15 konnte er leider wegen eines Magenproblems keine Nahrung mehr zu mir nehmen. Wenigstens ging Cola noch und so verpflegte ich mich auf der restlichen Marathonstrecke damit.

Als die Sonne hinter dem Horizont verschwand, war er noch etwa zwölf Kilometer vom Ziel entfernt, wenngleich er zu diesem Zeitpunkt etwas weiter sein wollte. Wieder in Kona angekommen, standen unglaublich viele Zuschauer jubelnd am Rand und bewunderten, wie ich und andere dem Ziel entgegen liefen. Auf den letzten Kilometern zog Karber noch einmal das Tempo an, um vielleicht doch noch unter zwölf Stunden zu bleiben. Leider hat er es nicht geschafft, unter zwölf Stunden zu bleiben. Um 19.13 Uhr, nach zwölf Stunden und drei Minuten, ist ereingelaufen und hatte die 2,4 Meilen (3,86 Kilometer) Schwimmen, 112 Meilen (180 Kilometer) Rad und 26,2 Meilen (42,2 Kilometer) Laufen bewältigt. Als Fazit bleibt, dass  er sich in allen Disziplinen sowie bei den Wechselzeiten verbessert hat

 

Manfred Maier führt weiter die Geschicke des FC Hochstadt. Auf der Mitgliederversammlung Ende Oktober wurde der 70-Jährige, der seit 2002 das Ruder beim FCH in der Hand hält, einstimmig von den 68 Anwesenden für zwei Jahre wiedergewählt.

Maier sprach in seinem Rückblick von einem schwierigen Jahr 2018. „Nach dem Abstieg aus der Gruppenliga taten wir uns lange Zeit in der Kreisoberliga sehr schwer. Dass am Ende noch Platz sechs heraussprang, war kaum zu erwarten.“ In die laufende Runde sei die Mannschaft gut gestartet, erst die letzten beiden hohen Niederlagen wären wie kalte Duschen gewesen.

Erfreut zeigte sich der FCH-Chef über die neuformierte zweite Mannschaft, die sich großenteils aus Spielern der letztjährigen A-Juniorenmannschaft zusammensetzt. Heiko Thorn nahm den Ball auf und dankte B-Team-Trainer Markus Maier für dessen Arbeit. „Markus betreut die Spieler schon seit der B-Jugend. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, dass alle in Hochstadt geblieben sind.“ Dies sei in Anbetracht der Tatsache, dass der Verein in dieser Spielzeit über keine A- und B-Junioren verfügt und in den nächsten vier Jahren keine Blutauffrischung aus den eigenen Reihen möglich ist, enorm wichtig. Die Lila-Weißen verfügen derzeit über neun Jugendteams, von den C-Junioren bis zu den G-Junioren. 175 der insgesamt 422 Mitglieder sind unter 18 Jahre alt.

Auch das Jahr 2018 bescherte dem FCH einen finanziellen Verlust. Wie Schatzmeisterin Wittke mitteilte, fiel dieser mit 1.568 Euro aber wesentlich niedriger als ein Jahr zuvor aus. In diesem Zusammenhang informierte Maier die Mitglieder über den aktuellen Schuldenstand aus länger laufenden Krediten für den Klubhausneubau in Höhe von rund 76.000 Euro. Die Kredite sollen in den nächsten zehn Jahren getilgt werden.

Bernd Pistor berichtete von einer sehr erfolgreichen Saison 2018/2019 der Alten Herren. Erstmals erreichte die Mannschaft das Kreispokalfinale, wo man allerdings gegen den Maintaler Nachbar Germania Dörnigheim beim 1:3 chancenlos war. . Mit der Goldenen Ehrennadel wurden Peter Rosbach, Gerald Sterlike, Horst Will, Raimund Will und Norbert Worret ausgezeichnet.

 

Seit gut einem Jahr hat die Turngemeinde Dörnigheim einen Calisthenics-Kurs im Angebot.

Beim Aufwärmen in der kleinen Sporthalle der Waldschule in Bischofsheim werden die Handgelenke sehr intensiv gedehnt. Reck und Barren spielen schon kurz darauf eine zentrale Rolle. Anders als beim klassischen Krafttraining im Fitnessstudio oder Kraftraum kommt bei Calisthenics nur das eigene Körpergewicht zum Einsatz, um die Muskeln in Form zu bringen. Dabei benutzt Übungsleiter Engelhardt mehrere Hilfsmittel, unter anderem den bereits erwähnten Barren und das Reck.

Als die Turngeräte stehen, geht es ans Eingemachte: Zunächst stehen 20 Liegestütze auf dem Programm. Fies ist dabei, dass man die Position zwischendurch immer eine Weile halten muß, was auf Dauer ziemlich an die Substanz geht – so ein Körper kann mit der Zeit verdammt schwer werden!

Daraufhin muß man sich in eine aufrechte Stützposition auf der Reckstange bringen: Arme beugen, wodurch unser Körper nach unten sinkt, dann wird dieser dann wieder nach oben gedrückt. Das sorgt nicht nur für ein zünftiges Brennen in der Schultermuskulatur, sondern auch in anderen Muskeln, denn man muss sich dabei permanent ausbalancieren. Ein Vorteil von Calisthenics gegenüber normalem Krafttraining ist, dass dabei auch die Stabilität und das Gleichgewicht trainiert werden.

Zu Calisthenics kam Engelhardt, der gerade Abitur macht, durch den Austausch mit einem Trainer im Fitnessstudio. Rasch entstand die Idee, eine eigene Gruppe unter dem Dach der TGD zu gründen, Engelhardt legte seinen Übungsleiterschein ab und begann im September vergangenen Jahres mit den ersten Trainingseinheiten. Momentan trifft sich die Gruppe immer sonntags von 12 bis 14 Uhr, auch wenn Engelhardt den Kurs gerne häufiger anbieten würde, „aber in Maintal sind Hallenzeiten leider sehr knapp“.

Danach gibt es eine ähnliche Übung am Barren. Dabei fokussiert sich die Calisthenics-Gruppe nicht nur auf eine Muskelgruppe, sondern wechselt im Wochenrhythmus den Schwerpunkt – mal liegt der Fokus mehr auf der Brust und dem Bizeps, mal mehr auf den Beinen. 

 

Dominik Stransky und Max Lasse Zeber (23), die beiden Vorstände des Vereins Railway, stecken im November jede freie Stunde, Minute und Sekunde in ihr Herzensprojekt, die Skaterhalle an der Eichenheege, neben den Bahngleisen gelegen.  Denn die beiden sportlichen Männer sind begeisterte Skater – was nichts mit Kartenspielen und ganz viel mit rasenden Rollen zu tun hat. Inline-Skater Dominik und Skateboarder Max haben gemeinsam mit ihren mittlerweile 36 Vereinsmitgliedern die Skater-Halle an der Eichenheege 20a auf- und ausgebaut. Die jungen Maintaler Funsport-Enthusiasten haben dabei etwas geschaffen, wofür sie in Frankfurt, Wiesbaden und vielen, vielen anderen Großstädten beneidet werden. Denn dort gibt es zwar Skaterparks unter freiem Himmel, aber keine coole Hallen-Location, in der die Jugend der Region auch in Herbst und Winter authentisch und ungezwungen ihrer rollenden Leidenschaft frönen kann.

Das Licht in der Halle muss dringend ausgetauscht werden, der Hallenboden muss saniert werden. Die Clubräume sind zwar mit kultigen Second-Hand-Möbeln ausgestattet, an der technischen Ausstattung hapert es aber. Der Barbereich muss dringend aufgepeppt werden, und in Sicherheitstechnik muss investiert werden. „Und für Events, die wir hier durchführen könnten“, sagt Max Zeber, „brauchen wir auch moderne Licht- und Soundtechnik.“

Dominik ist gelernter Tischler und hat die Holz-Hindernisse selbst gebaut. Klar sind wir ihm da dankbar, aber das kann er alles doch nicht umsonst machen? Die Möglichkeiten für ein Skater-Dorado mit überregionaler Strahlkraft seien da, sagen beide Funsport-Enthusiasten: Eine Inline-, BMX-, Scooter- oder Skateboard-Schule, Profi-Events mit stylischen Skater-Partys und Konzerten einschlägiger Bands: Allerdings müsste die Stadt finanziell einsteigen, wenn sie mit profitieren wolle.

 

46. DLRG-Nikolausschwimmen begeistert Zuschauer und Teilnehmer:

Das Nikolausschwimmen gib t es seit 1973. Das Nikolausschwimmen an diesem ersten Advent ist das insgesamt 46. in Maintal. Volland koordinierte die Aktion von Land aus per Funk, DLRG-Chef Ralf Göbel gehörte selbst zu den 27 Schwimmern, die sich bei rund acht Grad Wasser und weniger als vier Grad Lufttemperatur an der Kesselstädter Schleuse in die Mainfluten stürzten. Mit dabei waren auch Schwimmer der DLRG Seligenstadt sowie der Maintaler Feuerwehr.

Drei Motorboote von DLRG und Feuerwehr tanzten mit Blaulicht und Scheinwerfern neben den Fackeln auf den Wellen des Flusses und sicherten die Schwimmer, die natürlich alle in Neoprenanzügen von Kopf bis Fuß gegen die Kälte geschützt waren. Auf der Kopfmaske jeweils eine rote Zipfelmütze – schließlich kommt der Name Nikolausschwimmen nicht von ungefähr. Und an den Füßen Schwimmflossen.

In der einen Hand halten die Schwimmer die Fackel, in der anderen einen Becher mit heißem Orangensaft. Man kühlt doch allmählich aus, und da ist der heiße Orangensaft ganz gut, weil er von innen wärmt.

Die rund zweieinhalb Kilometer lange Flussstrecke geht von der Schleuse bis zum Ausstieg an der „Main Kultur“, wo rund 150 Zuschauer applaudieren. DLRG und Feuerwehr hatten das Gelände am Ausstieg perfekt ausgeleuchtet, mit Strom von der „Main Kultur“. Ein Gerüst am Ufer, mit einem Transparent „Nikolausschwimmen 2019“ on top, bot Anklänge an den „Ironman“-Triathlon. Ein Glühwein-, Kaffee- und Kuchenstand der DLRG sorgte ebenso perfekt nicht nur für die buchstäblich heiße Begrüßung der Schwim­mer, sondern auch für die Gäste, die am Ufer bei gefühlt eisigen Temperaturen bibberten. Gegen eine kleine und freiwillige Spende für die DLRG-Jugend lockten Glühwein und Muffins.

Eine etwas frühe Vorstellung des „Nikolaus“, der ja eigentlich erst eine Woche später dran ist, zauberte dann leuchtende Augen und Vorfreude bei den Kleinen, und der Posaunenchor Dörnigheim (?) rundete die Veranstaltung mit vorweihnachtlichen Klängen bei entsprechender Stimmung musikalisch ab.

 

 

Kulturvereine

 

Nachdem das Weiterbestehen der Volksbühne gesichert werden konnte, begann die erste Vorstellung im neuen Jahr im Februar mit einem teils mysteriösen, teils verwirrenden Thriller. Das Ensemble des a.gon-Theaters München präsentierte „Ein brillanter Mord“ des Schotten James Cawood.

 

Am 31. März wain der Reihe Hochstädter Kirchenkonzerte in der evangelischen Kirche das Jubiläumskonzert des Blasorchesters Wachenbuchen. Seit zehn Jahren dirigiert Dominik Thoma das Stammorchester und trägt damit die Verantwortung für die künstlerische Ausrichtung des Vereins. Nicht nur als musikalischer Leiter und Musikpädagoge, sondern auch als Trompeter gibt der selbstständige Musiker seit 25 Jahren mit Bavarian Brass vielbeachtete Konzerte. Nach turbulenten Jahren suchte das Blasorchester Wachenbuchen 2008 eine Leitung für das Fohlen- und Jugendorchester. Dominik Thoma, damals in der Funktion des stellvertretenden Solo-Trompeters am Staatstheater Darmstadt, stellte sich bei den jungen Bläsern vor. Die Chemie hat von Anfang gestimmt.

Thoma leitete die im August 2008 neu ins Leben gerufene Bläserklasse, die mit der beachtlichen Zahl von 37 Jungen und Mädchen startete. Bereits 2009 – Thoma übernahm als Dirigent auch das Stammorchester – überzeugten die Bläserklasse, das Fohlen- und das Jugendorchester mit einem eigenen Jugendkonzert. Unter der Führung des 42-Jährigen gab das Blasorchester Wachenbuchen nicht nur als Novum ein Neujahrskonzert in der evangelischen Kirche, sondern auch die ausverkauften Crossover-Konzerte. Konzertreisen, Wettbewerbe und viele Gastauftritte, aber auch anspruchsvolle Musikstücke und Arrangements bringen die Amateurmusiker bis heute an ihre Grenzen.

Seit seiner Berufung als stellvertretender Solotrompeter an das Staatstheater 2005 ist Darmstadt der Lebensmittelpunkt der inzwischen fünfköpfigen Familie Thoma. Die vielseitigen Aktivitäten als Dirigent, Lehrer und Trompeter sind nicht einfach mit den Anforderungen des Familienlebens unter einen Hut zu bringen – ein Balanceakt für den freiberuflichen Musiker.

Etwa 40 Konzerte pro Jahr stehen alleine mit dem Blechbläserquintett Rekkenze Brass aus Hof in Oberfranken auf dem Programm. Mit dem Trompetenensemble Bavarian Brass sind es dann noch mal knapp 30 Konzerte.

 

Nach mehr als 22 Jahren steht der Kultur- und Musikverein Dörnigheim im April kurz vor seiner Auflösung. Wie berichtet, hatte sich die langjährige zweite Vorsitzende Hannelore Eimer in der Mitgliederversammlung vergangenes Jahr nicht mehr zur Wahl gestellt. Seither besteht der Vorstand nur noch aus zwei Mitgliedern – entgegen der Satzung, die eigentlich drei Vorstandsmitglieder vorschreibt. Durch eine Vereinbarung mit dem für das Vereinsregister verantwortlichen Amtsgericht wurde den Vereinsverantwortlichen eine Übergangszeit mit nur zwei Vorstandsmitgliedern eingeräumt. Seit Monaten suchen sie und der Vorsitzende Peter Hoffmeister nun schon nach einem dritten Vorstandsmitglied.

Schon 2017 stand der Verein vor dem Aus, doch der Fortbestand konnte letztlich dadurch gesichert werden, dass sich in Peter Hoffmeister ein neuer erster Vorsitzender fand. Nun sehen sich die Mitglieder zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit mit dem Nachfolgeproblem konfrontiert. Ob die Maintaler Musiktage in diesem Jahr so wie bisher stattfinden können, hängt maßgeblich davon ab, ob der Verein seinen Vorstand wieder komplettieren kann.

Der Kultur- und Musikverein geht auf die Initiative Dörnigheimer Familien rund um Hannelore und Gert Eimer zurück. Die Intention war es von Beginn an, zum einen das kulturelle Leben in Maintal zu bereichern und zum anderen jungen Künstlern eine Bühne zu bieten und diese so zu unterstützen. Sie hatten zum Beispiel häufiger schon talentierte Nachwuchsquartette zu Gast, die inzwischen international erfolgreich sind.

 

Das Hochstädter Vokalensemble „Ton-Art“ wird 25. Auf genau 25 Pop- und Rocksongs, auf A-cappella-Stücke in der Tradition der Comedian Harmonists, auf Lieder der Carpenters, von Grönemeyer oder Toto, kurz: Auf ein vielseitiges und unterhaltsames Programm dürfen die Gäste sich freuen. Unter Leitung von Musikdirektor Damian H. Siegmund, der als Chorleiter seit Juni 2010 für viele gelungene Auftritte der Hochstädter verantwortlich zeichnet, haben sich die Sängerinnen und Sänger konzentriert, aber auch mit viel Spaß, auf ihre Geburtstagsfeier vorbereitet. Eigentlich war es damals keine Neu- sondern eine Wiedergründung. Anlass war damals das 25-jährige Jubiläum des Hochstädter Posaunenchores“. Der im letzten Jahr verstorbene Pfarrer Langheinrich hatte in Hochstadt nicht nur den bis heute erfolgreichen Posaunenchor gegründet, sondern auch ein Vokalensemble für Jugendliche. Aus den Jugendlichen wurden Erwachsene, der Chor löste sich auf.

Doch 1994 trommelte der ehemalige Jugendchorleiter seine Sängerinnen und Sänger aus alten Zeiten wieder zusammen, wir probten wieder mit großer Freude. Die alte Leidenschaft war sofort wieder da. Mit acht Mitgliedern gründete sich unter Leitung von Evelyn Fischbach der Vokalchor Ton-Art, der seit 1995 mit jährlichen Auftritten in und um Hochstadt das Publikum begeistert.

Inzwischen hat sich das kleine Ensemble zu einem 18-köpfigen Vokalchor vergrößert, der großen Wert auf die Ausgewogenheit der vier Stimmen – Sopran, Alt, Tenor und Bass – legt. Doch nicht nur die stimmliche Harmonie ist bei Ton-Art wichtig, sondern auch auf Sympathie, Herzlichkeit und ein freundliches Miteinander wird großen Wert gelegt.

Das Konzert zum Jubiläum des Vokalchors Ton-Art „Heute feiern wir Geburtstag“ findet statt am Samstag, 18. Mai, um 18 Uhr, sowie am Sonntag, 19. Mai, um 17 Uhr im Gemeindehaus im Wallgraben 4 in Hochstadt. Karten kosten zehn Euro.

 

Vom Butter- bis zum Weinfass, von einer alten Wäschemangel bis hin zu einem Waffeleisen, das im Herd integriert ist, findet man fast alles vor. Im Heimat-Museum Maintal fühlt es sich ein bisschen an wie auf Omas Dachboden, nur viel geordneter und mit Wohlfühlfaktor. Ursula Pohl, die kommissarische Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, führte zum Internationalen Museumstag am vergangenen Sonntag durch die Räume. Die Ausstellungsflächen gliedern sich in Schlaf- und Waschstuben, aber auch ein Handwerkszimmer und eine Gaststätte sind zu sehen.

Nachdem der erste Vorsitzende Rainer Habermann kürzlich sein Amt niedergelegt hat, übernahm Pohl diese Aufgabe wieder. Dennoch wünscht sie sich, dass jemand anderes diesen Posten einnimmt. Der Verein bietet auch Führungen für Schulklassen oder größere Gruppen an. Kinder seien oft sehr begeisterungsfähig und stellten viele Fragen zu all den ihnen unbekannten Dingen. Ein Bügeleisen, das nicht elektrisch ist, und das Werkzeug eines Diamantenschleifers seien für viele Schüler heutzutage unbekannt.

 

Der Verein Brüder-Schönfeld-Forum erinnert seit Jahren an die Schicksale von Maintaler Bürgern, die zwischen 1933 und 1945 vom NS-Regime verfolgt und umgebracht wurden. Die Geschichtsbewahrer wollen die Schicksale jener rund 400 Maintaler festhalten, die in der Nazi-Diktatur Willkür und Gewalt ausgesetzt waren. Vorsitzender ist Herbert Begemann. Er hat im Juni herausgefunden:  Bei den Toiletten auf dem alten Dörnigheimer Friedhof hängt eine mannshohe, schwarze Marmortafel aus dem Jahre 1895. In goldenen Lettern gedenkt die Gemeinde Dörnigheim hier einigen ihrer Söhne.

Die untersten beiden Namen auf dem schwarzen Marmor wirken seltsam eingezwängt: Löser und Wolf Steigerwald, versehen mit dem Vermerk „Isr.“ für Israeliten = Juden. Der eine Veteran, Löser – jiddisch für Lazarus – war ebenfalls Schütze. Der andere, Wolf Steigerwald – mutmaßlich sein Bruder – wird der Waffengattung „Train“ zugeordnet und diente wohl im militärischen Transportwesen. Es ist kein Zufall, dass die Steigerwalds so weit unten stehen,

sie wurden erst später hinzugefügt.

In einem Amtsblatt aus dem Jahre 1896 fand Begemann einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass der evangelische Pfarrer Dörnigheims damals abgelehnt hatte, die jüdischen Veteranen auf der Tafel verewigen zu lassen. In dessen evangelischer Kirche war die massive Marmorplatte nämlich ursprünglich angebracht worden. Der Umgang mit den Steigerwalds jedenfalls missfiel sowohl dem Dörnigheimer Bürgermeister Lapp als auch den beiden Veteranen selbst. Letztlich, trotz des offensichtlichen Judenhasses des evangelischen Geistlichen, wurden die Steigerwalds auf der Tafel verewigt. Damals, waren die Steigerwald-Brüder bereits in Frankfurt erfolgreiche Geschäftsleute gewesen.

 

Zum 40. Mal findet in diesem Jahr das Straßenfest statt. Seit der ersten Auflage 1980 hat sich das Fest zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Maintaler Terminkalenders entwickelt. Auch in diesem Jahr ist wieder am dritten Augustwochenende für ein buntes Programm gesorgt.

Die Organisation übernimmt einmal mehr der Vereinsring Bischofsheim um seinen Vorsitzenden Andreas Derflinger. Dieser zeigt sich mit der Resonanz hochzufrieden: „Wir haben über 60 Teilnehmer in diesem Jahr, sonst liegen wir bei rund 50“. Genau 16 Vereine und Parteien haben Stände für das Straßenfest angemeldet.

Eingespielt ist auch bereits der Ablauf des Straßenfestes. Beginn ist am Samstag um 15 Uhr mit dem Fassanstich. Geplant ist auch ein Auftritt des Musik-Corps Bischofsheim. Gefeiert wird am Samstag bis zirka 1 Uhr, ehe es am Sonntag um 11 Uhr mit dem Frühschoppen weitergeht. Um 22 Uhr gehen dann schon wieder die Lichter aus. Auch für die kleinen Besucher wurde ein breites Angebot unter anderem mit Kinderschminken und Karussell auf die Beine gestellt.

Am Samstag und Sonntag, 23. und 24. August 1980 stieg die Premiere im Stadtteil. Das Straßenfest fand damals im Rahmen der großen Jubiläumsfeierlichkeiten zur 1100-Jahr-Feier von Bischofsheim statt. Schnell waren sich die Bischofsheimer aber einig, dass das Fest jährlich wiederholt werden soll. Schätzungsweise 10.000 Besucher wären in Bischofsheim auf den Straßen gewesen.

 

Perfekte Organisation der Kerb in Wachenbuchen im August und 1500 ausgelassen feiernde Gäste am Montag in Wachenbuchen. Zu den Klängen des Blasorchesters Wachenbuchen legt „Kurt Kurt“ – Helmut Schmidt mit bürgerlichem Namen – einen Einmarsch hin, von dem so mancher rheinische Karnevalsprinz nur träumen kann. Er singt das Lied von der schönen Donna Clara, die er einst tanzen sah. Die Wachenbucher und ihre Gäste stehen auf den Bänken – mal wieder. „Die Stimmung hier ist einmalig“, sagt Daniel Imbescheid, der als Sänger und Co-Moderator von 10 bis 13 Uhr gemeinsam mit dem Wachenbucher Blasorchester den Kerb-Frühschoppen „angeheizt“ hat. Gegen 16 Uhr wird er an diesem besonderen Montag die 1.500 Festbesucher unterhalten.

Dieses jährlich seit 1976 stattfindende Fest hat auch das Leben von Helmut Schmidt mitgeprägt.

Es war sein Vater, der die Figur „Kurt Kurt'“ über Jahre entwickelt hat. Der Vater, 1998 verstorben, sei ein begnadeter Sänger gewesen: „Und das bin ich ganz bestimmt nicht.“ Schließlich habe er sich 2005 entschieden, in die Fußstapfen des Vaters zu treten.

Dass das große Volksfest im kleinsten Maintaler Stadtteil im Jahr 2019 überhaupt stattfindet, ist den Leuten zu verdanken, die am Montagmorgen von den Gästen im Festzelt mit stehenden Ovationen und lang anhaltenden Sprechchören gefeiert werden: Timo Stein, Klaus Karber, Yannick Schmidt, Sven Ebert und Patrick Fitz. Nachdem klar war, dass weder das Blasorchester Wachenbuchen noch der Sportverein Kewa Wachenbuchen das Fest organisieren können, sprangen die engagierten, gut vernetzten Wachenbucher „Macher“ ein, die unter dem Dach der Sport- und Kulturgemeinschaft Wachenbuchen erst einmal Strukturen schaffen mussten, um das Fest zu ermöglichen.

Polizeibeamte nahmen am frühen Dienstag einen Mann vorläufig fest, der gegen 0.40 Uhr in der Straße „Am Hanauer Weg“ nahe des Kerbfestzeltes mit einem Reizstoffsprühgerät gesprüht haben und dann geflüchtet sein soll. Nach ersten Erkenntnissen verspürten anschließend mehrere Personen ein Brennen in den Augen und im Gesicht. Sie wurden vor Ort medizinisch versorgt. Kurz darauf nahmen die Polizisten den 23-jährigen Verdächtigen fest. Der Beschuldigte aus Neuberg muss sich nun einem Strafverfahren wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung stellen (13. August).

 

Die Sängervereinigung Hochstadt wird im September160 Jahre alt, Je nachdem, wie das der Chorleiter und Musikdirektor Damian Siegmund für geboten hielt. Rudel-Sing-Sang bei der Sängervereinigung? In gewisser Weise ja, obwohl diesen Begriff ein anderer geprägt hat. Wie auch immer, eine derart humorvolle Chorprobe, bei der ausschließlich Volkslieder gesungen wurden – so lautete das Themen-Motto der Probe mit anderen Mitteln – die hat wohl selten ein doch so alter Gesangsverein in seiner Geschichte gesehen.

Apropos alt: Kein Traditionsverein ohne einen jungen Chor präsentierte sich ebenfalls am Abend. Mit seinem Leiter und Ehrendirigenten der Sängervereinigung, Dr. Rudolf Keim, sang der reine Frauenchor Cantabile, gewissermaßen als junges und blühendes Pflänzchen des Vereins und bunt gewandet, teils im Dirndl, das Lied von der „Wahren Freundschaft“.

Und dann ganz optimistisch: „Jetzt kommen die lustigen Tage“.

Die Lieder legt nicht der Dirigent fest, sagen Siegmund und Ursula Aurbek, die Vorsitzende des Gesangvereins von 1859. „Die Liedauswahl bestimmen wir völlig demokratisch, per Abstimmung. Das können auch moderne Sachen aus Pop und sogar Rock sein. Aber bitte: Jeder muss den Mund aufmachen und zeigen, dass er irgendwo im Bass, Tenor, Sopran oder Alt angesiedelt ist“, meinen die beiden augenzwinkernd

 

Mit einer außergewöhnlichen Ausstellung zur Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Zeit der Nazi-Diktatur in Deutschland (1933 bis 1945) läutet der Verein Brüder-Schönfeld-Forum im Oktober einen Veranstaltungsreigen zu seinem zehnjährigen Bestehen ein. Damit widmet sich der Maintaler Verein für Demokratie, Menschenrechte und Erinnerungskultur einem Thema, das weder in der politischen Bildung noch in den Diskussionen um das angemessene Erinnern einen Stammplatz hat.

Besonders traf es die jüngeren Männer, weil sie aus religiöser Überzeugung den Dienst mit der Waffe verweigerten. In vielen Fällen wurde das mit dem Tod durch Erschießen bestraft.

Aber nicht nur Männer wurden inhaftiert. In einer Begleitveranstaltung an der Albert-Ein­stein-Schule zeigt das Brüder-Schönfeld-Forum einen Film über die Mannheimerin Sophie Stippel, die in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück inhaftiert war. Die „Bibelforscherin“war in Auschwitz als Köchin des Kommandanten Rudolf Höß eingesetzt, der sie aus Jugendtagen kannte. In den Konzentrationslagern wurden Mitglieder der Zeugen Jehovas analog zum Davidstern für die Juden mit einem aufgenähten lila Winkel markiert. Daher steht die Ausstellung in Maintal-Hochstadt unter dem Titel „Die mit dem lila Winkel“.

 

Lou Yehuda Strauss, als Ludwig Strauß am Rübenberg Nummer 11 geboren, starb nach Mitteilung des Maintaler Brüder-Schönfeld-Forums am 15. Juli im Alter von 98 Jahren in einem New Yorker Seniorenzentrum. Ludwig Strauß war der jüngste von drei Brüdern. Anders als deren Mutter, die nach Minsk deportiert wurde und dort umkam, schafften es alle drei Söhne, sich rechtzeitig vor der unausweichlichen Ermordung durch die Nationalsozialisten zu retten. Bereits 1936 hatte der ältere Bruder Simon für den vier Jahre jüngeren Ludwig ein Visum in Palästina organsiert, wo dieser mit nicht einmal 15 Jahren sein Leben neu einrichten musste. Palästina war zu jener Zeit britisches Mandatsgebiet. Daher schloss sich Ludwig Strauß der britischen Armee an und wurde nach 1947 als einer der Ersten in die neue israelische Luftwaffe übernommen und zum Piloten ausgebildet.

Im Jahre 1957 siedelte Ludwig Strauß mit seiner Frau Eva und dem erstem Sohn David aus dem Staat Israel in die USA über, wo Sohn Ralph auf die Welt kam. In New York verdingte sich der gebürtige Wachenbucher als Automechaniker, bevor er in der Bronx seine eigene Tankstelle und Reparaturwerkstatt eröffnete.

Aus Maintaler Sicht ist noch erwähnenswert, dass Ludwig Strauß vermutlich der älteste noch lebende Diamantschleifer aus Wachenbuchen war. Er hatte 1935 in einem der heute nicht mehr existierenden Betriebe eine Lehre begonnen, die er wegen der Entlassung aller Juden nicht abschließen konnte.

An seinen Geburtsort kehrte Ludwig als Lou Strauss erst 1997 wieder zurück. Er folgte damit, begleitet von seinem Bruder Simon und dessen Ehefrau, einer Einladung der Stadt Maintal. Wie die Familie jetzt bei der Trauerfeier erwähnte, waren das damalige Wiedersehen mit der Heimat und der damit verbundene Empfang als Ehrengast für den Verstorbenen von ganz besonderer Bedeutung.

Wie der Vorsitzende des Vereins Brüder-Schönfeld-Forum, Herbert Begemann, berichtet, leben als frühere Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinden auf Maintaler Gebiet noch die in der Hanauer Landstraße geborene Thea Philipp (geborene Schönfeld). Sie lebt in Israel. Die in Dörnigheim auf die Welt gekommene Klara Dorogusker (geborene Stern) lebt in den USA.

 

Der öffentliche Filmabend der Bischofsheimer Schmalfilm- und Video-Freunde stieß Ende Oktober wieder auf sehr große Resonanz. Alle Filmer möchten mit ihren Filmbildern Geschichten erzählen und diese einem interessierten Publikum präsentieren. Der zweite Teil des Abends begann mit dem Film „1100 Jahre Feier Bischofsheim, 1. Straßenfest“. Dies war eine Gemeinschaftsproduktion der damaligen Bischofsheimer Schmalfilm-Freunde aus dem Jahre 1980.  Anschließend stand der Film „Ein Blick zurück“ von Dieter Ott auf dem Programm. Er hatte sich filmisch dem Wandel seiner Gemeinde von kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zum Heute gewidmet. Dieter Ott hat dazu sehr viel historisches Film- und Bildmaterial gesammelt und dies alles noch für den Film nacharbeiten müssen.

 

 

Der Rommé- und Canastaclub wird 40 Jahre alt:

Spielen ohne Computer? Ja, es geht! Für Jugendliche ist das heute wohl ein provokantes Wort. Aber noch immer ziehen viele Menschen die Geselligkeit und das Gefühl, unter Gleichgesinnten zu sein, dem schnöden Ego-Shooting vor.

Obwohl ich selbst gerne Computerspiele spiele, ich muss schon sagen:

 

 

Beim 40. Jubiläum des Rommé- und Canasta-Clubs Maintal schätzten Auch viele jüngere bis zu gleichaltrigen und (noch) älteren Mitbürgern die Gesellschafts- sprich Kartenspiele, wo reale Mitmenschen am Tisch sitzen und nicht auf Bildschirme oder Smartphones glotzen, sondern auf das Blatt ihres Nachbarn zu schielen versuchen. Rolf und Birgit Lanio gehören zu den Gründern des RCCM, „an einem dunklen und kalten Novemberabend im Jahr 1979“. Damals trafen sie sich mit anderen Maintalern schon im „Treffpunkt“, der kleinen Kneipe in der Dörnigheimer Philipp-Reis-Straße. Wo das Rauchen ausdrücklich erlaubt ist und irgendwie zur Kultur dazu gehört. Selbst wenn das medizinisch nicht so ganz legitimiert sein sollte.

Rolf Lanio ist von Anbeginn an Vorsitzender des Vereins ist. „Seit 40 Jahren kommen jeden Dienstag um 19.30 Uhr dutzende Menschen hier zusammen, um Geselligkeit zu erleben und ihrer Leidenschaft nachzugehen: dem Rommé- und Canasta-Spiel. Wir haben hier einfach Gemütlichkeit zu bieten, Spaß und Freude.

Das Mischen des dicken Kartenstapels – es wir mit 108 Blatt, gespielt – geschieht nicht mehr von Hand, sondern übernimmt im Club mittlerweile die Mischmaschine. Vorsicht ist angesagt, die Maschine per Handkurbel schmeißt gerne mal über den Rand; deshalb ist Unterarmarbeit beim Abdecken des Auswurfs angebracht. Andreas Haupt wird voraussichtlich Nachfolger Rolf Lanios bei der nächsten Vorstandswahl, die Sieger des Turniers und damit Maintaler Stadtmeister 2019 des RCCM

 

Bereits im Frühjahr hatte Dominik Thoma signalisiert, dass er aus familiären Gründen die Leitung des Jugendorchesters des Blasorchesters Wachenbuchen abgeben wollte. Bei der Suche nach einem Nachfolger wurde man in Karben fündig: Dort lebt der Posaunist Robert Koch, der dort auch in der Stadtkapelle tätig ist. Seit 2018 studiert Koch Schulmusik an der Hochschule für Musik in Frankfurt mit den Hauptfächern Posaune und Gesang. Die dort erworbenen pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten setzt Robert Koch seit Ende Mai nun in den Proben mit den Wachenbuchener Nachwuchsmusikern ein. Dort fiebern die Musiker gerade den nächsten Auftritten beim großen kommenden Herbstkonzert am Samstag, 9. November, in Mittelbuchen und auf dem Weihnachtsmarkt in Wachenbuchen Sonntag, 1. Dezember, entgegen.

Seit einigen Wochen leitet Robert Koch mit Leidenschaft und viel Freude neben den Jugendproben auch das Stammorchester. Seine Feuerprobe steht ihm nun also am kommenden Samstag im November in Mittelbuchen bevor.

 

Fastnacht:

Die Dörnigheimerin Alexandra und der Däne Karsten Harder sind Prinzenpaar der Blau-Weißen, Den Start in die lange diesjährige Faschingssaison machte eine Kostümsitzung, die vor allem die Jugend so richtig in Szene setzte.

Beim Humor-Musik-Verein begeisterten 18 Tänzerinnen und Tänzer im Alter von zwölf bis 40 Jahren das Publikum mit einem modernen Tanz und akrobatischen Einlagen. Es folgte der

Einmarsch von Sitzungspräsident Thorsten Heide und dem Elferrat in bester Stimmung. Es folgte das Jugendgruppenstück. Nach der Pause oblag es den Majorettes, mit ihrer Bühnenshow „HipHop meets Klassik“ die Stimmung wieder anzuheizen. Zum Brodeln brachte den Saal der mit Hochspannung erwartete Protokoller Colin Stein, der von Weltpolitik bis zu kommunalen Ereignissen das aktuelle Geschehen im Blick hatte. Für das krönende Finale der Sitzung sorgten die Guggemusiker der Hochstädter Lärmbelustigung.

Im Bürgerhaus Hochstadt war der Handwerkersitzung der Hochstädter Käwern. Rund 120 Käwern sorgen dafür, dass die Handwerkersitzung auch im Jubiläumsjahr des Vereins ein voller Erfolg wird.

Die Rot-Weiß-Karnevalisten aus Wachenbuchen feierten ihr Jubiläum: Die mehr als vierstündige Show auf der Bühne und im Saal bot an karnevalistischen Highlights so ziemlich alles, was Rot-Weiß heißt.

Traditionell am Samstag vor Rosenmontag ab 14.11 Uhr findet der Faschingsumzug in Dörnigheim statt. Man rechnet mit 15.000 bis 16.000 Besuchern. Insgesamt rund 1.200 Maintaler Fastnachter werden wieder dafür sorgen, dass der Umzug für alle ein Erlebnis wird. Neben zahlreichen Fußgruppen und Kapellen werden ein Höhepunkt auch wieder die großen und aufwendig gestalteten Motivwagen sein. Es gibt es in diesem Jahr zehn Wagen mit Beschallung. Rund 9.000 Euro kostet die Umsetzung des Karnevalszuges den KVM. Finanziert wird diese Summe vor allem durch das jährliche Heft zur Kampagne mit zahlreichen Inseraten von Betrieben aus Maintal und der Region. Die Stadt Maintal investiert noch einmal 21.000 Euro, damit der närrische Lindwurm sich durch die Straßen Dörnigheims schlängeln kann. Diese Summe ist für die Durchführung des Zuges vorgesehen. Darin enthalten sind beispielsweise die Aufwendungen für externe Sicherheitskräfte, Beschilderungen, Absperrungen, Toiletten und Abfallentsorgung. Gemeinsam mit dem Vorstand des KVM, der Ordnungsbehörde, der Feuerwehr, der Polizei, dem Eigenbetrieb Betriebshof sowie der Straßenverkehrsbehörde wurde das Konzept für die Sicherheit und Ordnung während der Veranstaltung ausgearbeitet.

Entlang der Zugstrecke werden viele Einsatzkräfte für Sicherheit sorgen. Unter anderem sind neun Mitarbeiter der Ordnungsbehörde und zusätzlich acht externe Sicherheitskräfte vor Ort, hinzu kommen Mitarbeiter von der Polizei und Rettungsdiensten. Zudem wird es mobile Absperrungen durch städtische Dienstfahrzeuge entlang der Zugstrecke geben, um Lkw oder Pkw von den Feierwütigen abzuhalten. Besucher des Zuges können wieder für die An- und Abfahrt kostenlos Busse der Linien 22 und 23 des Maintaler Stadtverkehrs nutzen.

 

 

Sieben Hochstädter gründeten 1908 die Karneval-Gesellschaft Käwer:

111 Jahre ist es her, seit am 3. März 1908 bei Rindswurst, Brot und Äppelwoi in der Gaststätte „Strohl“ die Karneval-Gesellschaft „Käwer“ aus der Taufe gehoben wurde. Sieben Hochstädter wagten das Unterfangen. Die Traditionstorte Schwarzwälder Kirschtorte darf auf keinen Fall fehlen, wenn die Karnevalisten mit dem Marienkäfer als Maskottchen ihr närrisches Jubiläum feiern.

Damals bestanden die Vereinsaktivitäten vor allem aus Tanzabenden, bei denen für einen Tanz nach Schallplatte fünf Pfennig Tanzgeld gezahlt werden mussten, und für einen Maskenball noch Gewehre für 14 DM gekauft wurden und eine Lustbarkeitssteuer fällig wurde. Zwischenzeitlich gibt es noch einen Mai- und Oktoberball oder das sagenumwobene „Likörstübchen“. Bis Fastnachtssitzungen fest im Jahresprogramm verankert sind, dauert es. .

Was sich wie ein roter Faden durch die Käwern-Historie zieht, sind die familiären Bande zwischen den Mitgliedern. „Der Verein ist klein und heimelig, eine Gemeinschaft, die gepflegt wird. Man kennt sich und hilft sich“, sagt Corina Wachtfeitl, die durch Freundinnen seit ihrer Jugend mit den Käwern verbunden ist, aber erst 2004 durch ihre Tochter im Verein aktiv wurde.

Die Aktivitäten gehen weit über die klassischen Faschingssitzungen hinaus. So initiierte der Verein eines der ersten Kartoffelfeste in der Region – bis heute eine feste Größe. Hinzu kommen Hoffest, die Teilnahme am Weihnachtsmarkt und natürlich die Vorbereitungen für die närrischen Veranstaltungen.

Der Blick in die Zukunft ist der Blick auf die Jugend. Entsprechend wagen die Käwern immer mal wieder Neues, um den Zeichen der Zeit gerecht zu werden.  In der diesjährigen Jubiläumskampagne gab es deshalb erstmals eine „Stehung“ als Mischung aus Programmbeiträgen und lockerer Partystimmung.

Bei der Gestaltung ihrer Sitzungen setzen die Käwern vor allem auf Lokalkolorit und handgemachte Beiträge. Das gilt ebenfalls für die Jubiläumsfeierlichkeiten, die natürlich vom Jubiläumsmaskottchen begleitet werden: dem „Hundert-Elf“ Moritz Kolb.

Am Samstag, 25.Mai, wird ab 17 Uhr der Tanzplacken einmal mehr seinem Namen gerecht: Die elfköpfige Band Beat Notes wird dem Publikum ab 18 Uhr ordentlich einheizen. Zwischen den einzelnen Gigs wird der Musik-Kabarettist und Stand-up-Comedian Andy Ost einen Nonstop-Angriff auf die Lachmuskeln vornehmen. Für kulinarische Leckereien und Getränke sorgen die Gastgeber.

Der Sonntag, 26.Mai, beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst, den der Limes-Gospelchor musikalisch begleitet. Anschließend spielt das Blasorchester Wachenbuchen zum Frühschoppen auf, bei dem neben der 111-Festwurst auch Spiele für Groß und Klein angeboten werden. Bei Kaffee und Kuchen gibt es danach Tanz und Theater auf dem Tanzplacken. Zum Ausklang des Festwochenendes gibt es ab 17 Uhr einen gemütlichen Dämmerschoppen mit der Band Backround zusammen mit den Worschtlern. Speziell für die Feierlichkeiten haben sich die Käwern etwas Besonderes einfallen lassen: Die ersten 111 Flaschen vom 1. Maintaler Gin „Chicken Hill“ wurden präsentiert. Die 1., die 11. und die 111. Flasche wurden von Landrat Thorsten Stolz als Schirmherr der Veranstaltung signiert und später versteigert.

 

Das Bühnenprogramm beim HMV ist echte Handarbeit – vom gesprochenen Wort über die Kulissen bis hin zu den Kostümen. Rund 70 davon nähen im Oktoberdie Nähfrauen des Humor-Musik-Vereins Christine Misiewicz, Margit Heide, Angela Cercas, Laura Rodriguez und Dani Sessner und Annelie Sessner. In jeder Kampagne! Im April geht es los. Dann beginnt die kreative Vorarbeit, wenn die Gruppen mit ihren Themen und Ideen auf die Nähfrauen zukommen.

Christine Misiewicz ist der Kopf der Gruppe, die sich vor rund 20 Jahren zusammengefunden hat, nachdem jeder allein „vor sich hingewurschtelt hat“. Seitdem ist das Schneidern der Kostüme ein wöchentliches geselliges Event. Jeden Mittwochabend kommen die Nähfrauen für zwei, drei Stunden in der Geschäftsstelle des HMV im „Neuen Bau“ zusammen.

 

 

 

Organisationen

 

Die Tafel in Dörnigheim feierte Ende des vergangenen Jahres Geburtstag. 600 Haushalte und fast 1400 Personen werden heute pro Monat mit frischen Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Doch damit aus der „Nahrungsquelle“ die Tafel Maintal und somit ein richtiger Logistikbetrieb werden konnte, mussten die Verantwortlichen schon früh viel Arbeit und Mühe in das Vorhaben stecken.

Dass es eine regelmäßige Essensausgabe für die Maintaler gibt, ist Karl-Heinz Oehme und seiner Frau Ursula zu verdanken. Sie hatten im Sommer 2003 die Idee zu dem Projekt. Damals gab es Tafeln in Hanau und in Frankfurt.

Während der Wachenbucher Kerb sicherte er sich die Unterstützung des damaligen Ersten Stadtrats Günther Wassermann, und kurze Zeit später, am 19. Dezember 2003, war es dann soweit: An der Neckarstraße 9 in Dörnigheim gab es die erste Lebensmittelausgabe in der „Nahrungsquelle“ unter dem Dach der Bürgerhilfe Maintal.

Am ersten Tag kamen 40 Abholer. Am dritten Ausgabetag waren es schon 60 Bedürftige, die sich in der „Nahrungsquelle“ mit Lebensmitteln wie Brot, Gemüse, Reis und Nudeln eindeckten. Die Zahl der Abholer ist stetig gestiegen. Am 9. September 2005 waren es zum Beispiel 83. Nur wenige Monate nach der ersten Ausgabe konnte der Leiter dann auf 20 Ehrenamtliche zurückgreifen.

Trotz aller Unterstützung gab es für das „Nahrungsquelle“-Team auch Schwierigkeiten, vor allem am Anfang: Zunächst gab es zum Beispiel Probleme mit der Müllentsorgung. Denn die Spenden mussten in der „Nahrungsquelle“ sortiert und die aussortierten Lebensmittel entsorgt werden. Das waren ja zum großen Teil verderbliche Nahrungsmittel und immer auch eine große Menge. Schnell entstand eine Kooperation mit dem ehemaligen Pferde- und Tierhof an der Hochstädter Ringmauer, der „Happy Horse Ranch“. Die Tiere haben von der Nahrungsquelle regelmäßig aussortierte Lebensmittel bekommen, die aber eigentlich noch gut waren. So wurde der Nachhaltigkeitsgedanke der „Nahrungsquelle“ konsequent weitergeführt.

Die Ausgabestelle wurde von einem kleinen Windfang in größere Räume an der Rückseite des Hauses an der Neckarstraße 9 verlegt. Das Team hat den Ausgabe-Raum selbst hergerichtet, renoviert, gestrichen und vor allem viel sauber gemacht. Auch Schreiner- und Elektroarbeiten musste das Team in Eigenregie durchführen.

Aus der „Nahrungsquelle“ ist mittlerweile die „Tafel Maintal“ geworden. Mehr als 100 Ehrenamtliche engagieren sich dort, investieren pro Jahr gut 10.000 Arbeitsstunden. Dreimal in der Woche verteilen sie, zwischenzeitlich umgezogen in die Neckarstraße 13, Lebensmittel an rund 150 Haushalte. Darunter sind viele kinderreiche Familien, weiß Wolfgang Kampe, der die Tafel seit rund fünf Jahren als Nachfolger von Erwin Henkel leitet: An manchen Tagen kommen allein 20 Abholer, die insgesamt 80 Personen versorgen müssen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Bedürftigen, die die Tafel regelmäßig versorgt, verändert. In den Jahren 2015 und 2016 kamen viele Einzelpersonen, vornehmlich Flüchtlinge. Mittlerweile kommen wieder mehr Familien. Dadurch sei zwar die Zahl der Abholer gesunken, die der zu versorgenden Personen aber gestiegen.

 

Im Reparatur-Café in Bischofsheim geht es nicht nur darum, dass die Helfer dort die Geräte der Besucher reparieren. Es geht vordergründig um den Austausch untereinander und darum, sich gegenseitig eine Hilfestellung zu geben. Die Helfer arbeiten alle ehrenamtlich und freuen sich, wenn den Besuchern geholfen werden kann, ohne dass dafür hohe Kosten anfallen. Gegen eine Spende können hier alle Werkzeuge benutzt werden, Fachkräfte und Hobbytüftler unterstützen, wo sie eben können. Um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen oder gelegentliche Wartezeiten zu überbrücken, wird auch Kaffee und hausgemachter Kuchen kostenlos angeboten. Es entstehen auch neue Bekanntschaften und das Gemeinschaftsgefühl werde gestärkt. Seit nun fast drei Jahren gibt es das Reparatur-Café in Bischofsheim, das mit seinem Konzept zwar hauptsächlich den Aspekt der Nachhaltigkeit unterstützt, aber auch vorbildlich einen großen Beitrag zur Gemeinschaft und vor allem zur Integration leistet.

 

Wenn Menschen nicht mehr weiter wissen, kommen sie zu Barbara Soff. Die Dörnigheimerin ist im Sozialverband VdK aktiv und kennt die Nöte und Sorgen vor allem von älteren Menschen nur zu gut. Nicht immer ist es leicht, die nötige Distanz zu wahren. Das sind manchmal schon schwere Schicksale und nicht immer kann man helfen. Aber es ist gerade der intensive Kontakt mit Menschen, den Barbara Soff an ihrem Ehrenamt schätzt.

Ursprünglich kam die Seniorin selbst als Ratsuchende zum VdK. Seit 2008 ist sie stellvertretende Vorsitzende im Ortsverband Dörnigheim. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Jürgen Malbrich bot sie lange Zeit die wöchentlichen Beratungssprechstunden an. Mittlerweile macht sie dies in Hanau für den Kreisverband.

Allein an diesem Vormittag waren es in knapp zwei Stunden sieben Beratungsgespräche, die sie führte. Der VdK wird dringend gebraucht. Sie ist außerdem amtlich bestellte Betreuerin, Mitglied im Maintaler Senioren- und im Frauenbeirat, im Vorstand der Schützengesellschaft Tell tätig und singt im Kirchenchor Cäcilia sowie im Gesangverein Vorwärts Wachenbuchen.

Bis Ende vergangenen Jahres war sie zudem ehrenamtliche Demenzbetreuerin. Eine Aufgabe, die sie aus Zeitgründen abgab. Und auch ihr Vorstandsamt im Ortsverband würde sie im nächsten Jahr gern in jüngere Hände legen.

Dass sie nun als Dankeschön für ihren aktiven Einsatz mit einer Linde im Maintaler Frauenhain geehrt wird, die sie am Sonntag, 10. März, dort pflanzen darf, freut sie.

 

Seit mehr als einem Jahr bieten im April die Malteser Gründau-Lieblos in Kooperation mit dem Kommunalen Center für Arbeit Maintal und dem städtischen Fachbereich Asylbetreuung das Näh-Projekt „StichWort – Nähkurs mit Perspektive“ an, damit man mit den anderen Frauen in Kontakt zu kommt, um gemeinsam zu nähen. Die selbstgestalteten Produkte kommen örtlichen Vereinen und Institutionen zugute. Zuletzt haben die Frauen österliche Körbe für die Tafel der Bürgerhilfe genäht und liebevoll gefüllt mit Schokoladen-Osterhasen, bunten Eiern und Luftballons. Die Körbe wurden am Dienstag an die Mitarbeiter der Tafel übergeben. In den Ausgaben am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor Ostern wurden die kleinen Geschenke an hilfsbedürftige Familien verteilt.

 

Am Freitagnachmittag treffen sich vor allem Frauen auf der Terrasse des Stadtteilzentrums Bischofsheim. Sinn der Aktion: Die Menschen aus der Nachbarschaft sollten sich an diesem Tag kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. Das Motto „Bring deine älteren Nachbarn mit!“ hatte an diesem „Tag der Nachbarn“ vor allem das Gespräch zwischen den Generationen im Blick. Angefangen hatte alles 2001 mit der ersten internationalen Frauengruppe.

Nach wie vor stehe die interkulturelle Begegnung im Mittelpunkt der Arbeit von Menschen mit gemeinsamen Interessen. Man versucht auch, die imaginäre Grenze „Kreuzstein“ aufzuheben. Die Hauptverkehrsstraße wird in Bischofsheim als Zäsur wahrgenommen, doch die Angebote des Stadtteilzentrums stehen allen Menschen, Gruppen und Initiativen, die sich gemeinsam und miteinander ehrenamtlich engagieren wollen, zur Verfügung.

Im Stadtteilzentrum treffen sich monatlich unter dem Motto „Neues aus dem Stadtteil“ Menschen und Gruppen aus Bischofsheim, um sich auszutauschen. Die Gartengruppe beispielsweise kommt einmal pro Woche zusammen, um einen Garten zu pflegen. Das Reparatur-Café bietet alle vier Wochen samstags seine Dienste an. Der Spieletreff ist offen für Eltern mit Kleinkindern. Zudem gibt es das offene Stadtteilzentrum für alle, die einfach mal reinschnuppern wollen.

Neben der Frauengruppe, die sich monatlich trifft, hat sich inzwischen eine Männergruppe gegründet. Außerdem bietet das Stadtteilzentrum im Mai auch kostenlose Sozialberatung zu Themen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Grundsicherung und in besonderen Notlagen an.

 

Im Evangelischen Gemeindezentrum Dörnigheim wird im August Blut gespendet. Es werden 500 Milliliter für die Spende und weitere 35 Milliliter für Laboruntersuchungen abgenommen. Aus der Blutspende stellen sie rote Blutkörperchen her, die Patienten den Sauerstofftransport im Blut sichern, Blutplättchen (Thrombozyten) sowie Blutplasma. Die beiden letzteren sind notwendig, um Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder Blutungsneigungen behandeln zu können. Für 535 Milliliter Blut gibt es an diesem Abend selbst gemachte Burger. Wichtig ist, dass man am Tag der Spende ausreichend gegessen und getrunken hat, am besten um die zwei Liter. Außerdem muss man ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm haben.“ Während Männer bis zu sechsmal im Jahr spenden dürften, seien es bei Frauen maximal viermal. Spenden darf jeder ab 18 Jahren, das letzte Mal einen Tag vor dem 73. Geburtstag.

 

Ganze 58.950 Euro – das ist die Summe, die zehn „Löwenfrauen“ aus zehn Ländern mit der Aktion „Kili for Kids“ sammeln und anschließend spenden möchten. Dabei handelt es sich um eine Reise zum Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas, mit deren Hilfe man Spenden generieren möchte. Auch zwei Mitglieder des Maintaler Lions Clubs, Sven Sziedat und Harald Agel, haben sich an der Aktion beteiligt. Auch wenn das nicht von Beginn an so geplant war. „Eigentlich haben wir dieses Vorhaben unabhängig von 'Kili for Kids' geplant“, gesteht Sziedat, der aktuell auch Präsident des Maintaler Clubs ist. Die beiden waren sogar losgelöst voneinander auf die Idee gekommen, die Reise zum höchsten Berg Afrikas aufzunehmen.

Im September 2018 entschieden sie sich endgültig dazu, die Reise zu unternehmen. „Erst, nachdem wir gebucht hatten, erfuhren sie von der Aktion „Killi for Kids“. Von der Reise an sich schwärmen die Maintaler Lions in den höchsten Tönen. Sowohl die Landschaft als auch die Mentalität sei für beide einfach beeindruckend gewesen. Das Highlight der Reise war der Aufstieg zum Gipfel des „Kilis“ am zehnten Tag der Reise. „Man hat uns um 23 Uhr geweckt. Wir hatte da gerade mal zwei Stunden geschlafen. Wenn überhaupt“, so Agel. Mit Stirnlampen auf dem Kopf sei man im Anschluss losgelaufen und habe gegen 7 Uhr den Gipfel erreicht. Von dort konnte man die Sonne unter den Wolken aufgehen sehen.

Ihre Erlebnisse, die beide auf ihrer Tour zum Kilimandscharo gesammelt haben, wollen sie im Zuge von Vorträgen verarbeiten. „Wir beginnen mit nicht-öffentlichen Veranstaltungen in den Lions Clubs, um eben Spenden zu sammeln“, sagt Agel. Im Anschluss werden weitere Termine folgen. So habe man sich bereits mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim darauf verständigt, dass dieser Vortrag auch dort gehalten werden solle. Nur den Termin habe man noch nicht festgelegt, verkünden die beiden.

Anlässlich der ersten weiblichen Präsidentin des internationalen Lions Clubs, Gudrun Yngvadotti im Jahr 2018, wurde das Projekt „Kili for Kids“ gestartet. Zehn Frauen aus zehn unterschiedlichen Ländern entschieden sich, gemeinsam den Kilimandscharo zu besteigen und somit Geld für die Bildung und Versorgung von Kindern zu sammeln. Die Reise wurde von den Frauen selbst finanziert und 100 Prozent des gesammelten Geldes von Sponsoren soll dem Projekt zu Gute kommen.

 

Ehrenamtlich im Einsatz gegen Kinderarmut in Maintal ist der VdK-Ortsverband Dörnigheim mit seiner Aktion „Tischlein Deck Dich“. Bis heute setzten sie ein Zeichen für mehr Solidarität für die Schwächsten in Maintal. Aus satzungsrechtlichen Gründen wurde vom VdK im Frühjahr 2012 ein separater Verein mit dem Namen „Tischlein Deck Dich e.V.“ in Maintal gegründet. „In Deutschland muss zwar niemand verhungern, aber dennoch ist es wichtig, auf die Situation der ärmeren Schicht aufmerksam zu machen“, sagt Jürgen Malbrich, Vorsitzender des VdK Ortsverbandes und des Vereins „Tischlein Deck Dich e.V.“.

 

 

 

 „In den Regelsätzen für Hartz IV sind gerade 3,60 Euro für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Getränken für Sieben- bis 14-Jährige an. Ein gelegentliches Eis im Sommer ist auch nicht vorgesehen.“ Der Verein habe sich verpflichtet, finanziell für die Speisen und die Hausaufgabenbetreuung einzustehen, die evangelische Kirche stelle die Logistik zur Verfügung.

Im Jahre 2009 – Jürgen Malbrich war seit Kurzem der Vorsitzende des Ortsverbands Dörnigheim des Sozialverbandes VdK – war den Mitarbeitern des Evangelischen Jugendzentrums in der Herrmann-Löns-Straße aufgefallen, dass Kinder sich lange vor den Öffnungszeiten auf dem Gelände aufhielten.

„Mit vier Kindern haben wir angefangen“, erinnert sich der heute 76-jährige Jürgen Malbrich, „jetzt sind es regelmäßig 14 Kinder und es gibt eine Warteliste.“ Sie betreuen im Augenblick nur ein Mädchen und zehn Jungs, wir wollen aber ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern.

 

Man kann das Maintaler Suppenfest bereits als traditionell einstufen, bei dem jedes Jahr im Herbst um die 16 große Suppentöpfe die Düfte dieser Welt aus dem Deckel entlassen. Die köstlichen Süppchen wurden nicht vor Ort gekocht, sondern in privaten Haushalten der Beteiligten und wurden im Jugendhaus Bischofsheim warm gehalten. Das Ziel ist es, dass sich die Menschen hier treffen, um sich gegenseitig kennenzulernen, sich nett zu unterhalten und dabei die vielen leckeren Süppchen zu genießen. Das Ganze war für die Gäste völlig kostenlos.

 

Angesichts der katastrophalen Zustände im Registrierlager von Moria auf Lesbos in Griechenland möchten Maintaler Geflüchtete im November gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl einen Beitrag leisten, indem sie sich an der Aktion „Box of Love“ beteiligen, um die Menschen mit grundlegenden Hygieneartikeln zu versorgen. Besonders beeindruckt hat eine griechische Freiwilligenorganisation, die auf Lesbos ein großes Warenhaus betreibt, um die Geflüchteten mit dem Nötigsten auszustatten. Sie kommen oft völlig durchnässt mit wenigen persönlichen Dingen und brauchen jetzt warme, trockene Kleidung und Schuhe, um die kalten und regnerischen Wintertage auf den Inseln zu überstehen.

 

Elektromeister Marco Di Vincenzo und Team aus Wachenbuchen hängen mit einem gemieteten Hubwagen die Sterne und Schweife auf, die in der Hochstädter Altstadt ab sofort für ein ganz besonderes Flair sorgen. Er hat die Weihnachtsbeleuchtung über 20 Jahre lang im Dienst der Stadt Maintal angebracht und auch wieder abgehängt. Bereits seit einigen Jahren allerdings hat der Förderverein Hochstädter Weihnachtsmarkt mit Unterstützung privater Spender und Geschäftsinhaber diese Aufgabe in Hochstadt übernommen. Mit Spenden wurden vor zwei Jahren hochwertige LED-Leuchten für rund 1.800 Euro angeschafft. Einen ganzen Tag braucht das Elektriker-Team für die Aufhängung der Weihnachtsbeleuchtung, die bis 6. Januar die Hauptstraße in ein warmes Licht taucht. Vor allem natürlich am Weihnachtsmarkt, der am zweiten. Adventswochenende öffnet. Am Samstag, 7. Dezember, geht's um 15 Uhr los, Sonntag von 11 bis 21 Uhr (18. November).

 

Der „Inner Wheel Club Offenbach-Hanau-Maintal“, eine der an die Rotary Clubs angelehnten Serviceorganisationen von Frauen, veranstaltet am Samstag, 23. November, von 10 Uhr bis 15 Uhr im Goldschmiedehaus am Hanauer Altstädter Markt einen Adventsbasar. Zur Stärkung gibt es dort Glühwein und Suppe sowie Kaffee und Kuchen. Und natürlich auch wieder Adventskränze nebst anderen weihnachtlichen Geschenken zu kaufen, welche die Damen um ihre diesjährige Präsidentin Dr. Carola Kromer im Laufe der Woche selbst gebastelt haben.

Im Evangelischen Gemeindezentrum Dörnigheim fanden sie ihr Refugium, um in Ruhe und mit viel Spaß und Freude die schönen Dinge der Adventszeit zu modellieren.

In diesem Jahr findet der Hochstädter Weihnachtsmarkt zum 40. Mal statt. Was klein angefangen hat, ist groß geworden und vor allem bekannt. Seinerzeit begann man mit 20 Ständen, damals als Gewerbeverein Hochstadt unter der Federführung von Georg Kraft. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Weihnachtsmarkt weiter und wurde immer beliebter“, blickt Hans-Jürgen Schmitt zurück. Schmitt ist Vorsitzender des Fördervereins Hochstädter Weihnachtsmarkt, der seit 2001 die Ausrichtung übernimmt. Zuvor, ab 1991, oblag diese Aufgabe der „Interessengemeinschaft Hochstädter Weihnachtsmarkt“.

Die Zahl der Standbetreiber stieg seit der Premiere stetig. Mittlerweile sind es über 70 Teilnehmer, die auch in diesem Jahr mit ihren weihnachtlich geschmückten Buden die historische Hauptstraße säumen werden. Die Eröffnung erfolgt am Samstag, 7. Dezember, um 15 Uhr durch Landrat Thorsten Stolz und Bürgermeisterin Monika Böttcher. Bis 22 Uhr haben die Stände dann geöffnet. Am Sonntag, 8. Dezember, ist ein Besuch des Weihnachtsmarkts von 11 bis 21 Uhr möglich.

Parallel zum Weihnachtsmarkt lädt auch wieder der Hobby- und Künstlermarkt zu einem Besuch ein. Seit zwei Jahren befinden sich die Stände der Teilnehmer im Bürgerhaus in der Ringstraße Süd 21. Dort werden rund 50 Aussteller wieder ihre selbst gefertigten Produkte anbieten.

Rund um den Weihnachtsmarkt findet außerdem ein reichhaltiges Rahmenprogramm statt:

Der Nikolaus hat sein Kommen für beide Tage angekündigt. Jeweils um 18 Uhr wird er auf der Bühne vor dem Gasthaus „Zur Goldenen Krone“ seinen großen Jutesack öffnen, um die kleinen Besucher zu beschenken, und freut sich darauf, das eine oder andere Lied oder Gedicht zu hören. Möglich macht die Bescherung eine Spende durch den Maintaler Globus.

Auf dem Hochstädter Weihnachtsmarkt darf selbstverständlich das Kinderkarussell nicht fehlen.

 

Im Jahre 1969 wurde der Rotary Club Hanau-Maintal im Staatspark Wilhelmsbad gegründet. Was lag da näher, als auch das Jubiläum im Dezember anlässlich des 50-jährigen Bestehens im Arkadensaal des historischen Kurparks zu feiern? Und das mit prominenten Gästen: Neben Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und seiner Maintaler Amtskollegin Monika Böttcher hatten die Rotarier Dr. Beate Heraeus, die Vorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, als Festrednerin gewinnen können.

Medizinische Einrichtungen für Kamerun, Schulausstattungen für Togo, Erdbebenhilfe für Italien. Dies sind nur einige von einer Vielzahl von Projekten, die auch mit Hilfe des RC Hanau-Maintal unterstützt wurden. Im Laufe der 50-jährigen Geschichte hat der RC Hanau-Maintal knapp 30 junge Menschen aus aller Welt für ein Jahr in seinen Familien beherbergt und nahezu 25 Jugendliche aus der Region in die Welt entsandt. Seit 1978 fördert der Rotary Club Hanau Maintal auch einen Schüleraustausch zwischen der Otto-Hahn-Schule und einer Einrichtung in Langres, der Stadt des französischen Partnerclubs.

 

Das einmalige Ambiente der Frankfurter Straße zieht trotz des nasskalten Wetters wieder viele Besucher in Maintals größtem Stadtteil. Lautstark riefen die Kinder nach dem Nikolaus, aber der hatte wohl witterungsbedingte Probleme. Umso erstaunlicher war es, dass sich doch eine ordentliche Anzahl an Menschen in die Dörnigheimer Altstadt begeben haben, um dort gemeinsam das vorweihnachtliche Treiben zu genießen. Zahlreiche Buden lockten mit kulinarischen Genüssen, und bei dem nasskalten Wetter trug auch der Glühwein dazu bei, dass die Menschen nicht zu sehr froren.

 

 

 

 

 

Kultur (siehe auch Kulturvereine)

Maintal wird immer wieder einmal als Stadt bezeichnet, in der es keine oder wenig Kultur gibt. Doch wer so klagt, der sollte sich einmal fragen, ob er auch nur eine der folgenden Kulturveranstaltungen besucht hat.

 

Die Volksbühne feierte Anfang Januar eine überaus gelungene Premiere mit dem neuen Vorsitzenden-Ehepaar Katharina und Ulrich („Uli“) Lüer. Das Format war ein altes: Neujahrskonzert mit dem Johann-Strauß-Orchester Frankfurt. Im Dezember vorigen Jahres erst waren die beiden gewählt worden, nachdem es einige Zeit schlecht um die Zukunft des Kulturvereins bestellt schien, weil der bis dahin amtierende Vorsitzende Thomas Wanka (Ende 2014 gewählt) nicht mehr antreten wollte. Mitte Februar präsentierte das Ensemble des a.gon-Theaters München „Ein brillanter Mord“ des Schotten James Cawood.

 

Den Verantwortlichen des Förderkreises Hochstädter Kirchenkonzerte ist es auch für die jetzt 34. Spielzeit gelungen, ein abwechslungsreiches Programm mit insgesamt zehn Kammerkonzertabenden in der evangelischen Kirche des Stadtteils zusammenzustellen. Die Musikfreunde können sich bereits auf renommierte und auch junge aufstrebende Künstler freuen. Hinzu kommt am Sonntag 31. März, das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen der Blechbläserformation Bavarian Brass, das in Zusammenarbeit mit dem Blasorchester Wachenbuchen stattfinden wird. Im Rahmen der „Maintaler Musiktage“ findet am Donnerstag, 21. November, das gemeinsame Konzert des Rubin Quartetts mit dem Klarinettisten Andy Miles statt.

 

Zwei Werkgruppen wird die Maintaler Künstlerin Christine Herkommer bis Ende des Monats im 1. Obergeschoss präsentieren: Tafelbilder und Plastiken. Seit Anfang der neunziger Jahre modelliert und kreiert Christine Herkommer Wandbilder und Plastiken aus Flusen. Sie verwendet Flusen, wie sie sich alltäglich im Wäschetrockner sammeln. Sie arbeite sehr gerne mit dem, was abfällt, übrigbleibt und mit Fundstücken aller Art, die sie auf ihren Spaziergängen entdecke.

Den Hochstädtern ist Christine Herkommer vermutlich vor allem durch ihre jährliche Ausstellung im Kronenkeller ein Begriff. Viele erinnern sich vielleicht noch an die anmutigen „Elefantenhintern“, die an einem Duschvorhang im Keller hingen. In der aktuellen Ausstellung zeigt sie aus der Elefanten-Serie einen Stoßzahn aus Flusen. Ob nun Holzmalerei oder Flusentechnik, Christine Herkommer ist in vielen Techniken zu Hause. Im Jahre 2002 hat sich die Künstlerin mit der Technik der Ikonenmalerei, dem Arbeiten auf Holz, angeeignet. „Ich bin sozusagen im Ikonenmuseum in die Lehre gegangen, um die Technik zu lernen.“

Die zehn Tafeln zum Dekalog, die Dekan Martin Happel aus Gelnhausen zu einer Neuformulierung der Zehn Gebote angeregt haben, oder auch das Antependium für den Altar der Marienkirche Gelnhausen lassen spirituelle Deutungen ahnen, den Betrachter staunen. Eine Tafel aus dem Antependium ist auch im Historischen Rathaus zu sehen, ebenso wie die Sonnenscheibe oder die „Boote“. Je nach Hintergrund und Licht ändert sich die Abstrahlung, ein Effekt, der sich nicht fotografieren lässt, man muss ihn unmittelbar betrachten und bestaunen.

 

Anfang Februar bestätigten die Stadtverordneten das Kunstwerk „Touching Voltage“ (Berührungsspannung) der Künstlerin Anne Pfeifer als Sieger eines Bürgervotums. Gleichzeitig stimmten sie dem Erwerb für 21.000 Euro zu. Nur wann und wo das Kunstwerk aufgestellt wird, ist noch offen. Konzipiert wurde „Touching Voltage“, das aus zwei sich kreuzenden Lichterbögen besteht, für den neu zu gestaltenden Vorplatz des Bürgerhauses Bischofsheim. Es soll die Bedeutung des Bürgerhauses als Ort für Begegnungen unterstreichen. Sobald Betrachter einen Stromkreislauf bilden, indem sie sich und die Skulptur berühren, leuchtet diese. Um die Skulptur im leuchtenden Zustand zu erfahren, muss man also mit anderen in Kontakt treten, ihnen begegnen. Das Bürgerhaus Bischofsheim wird von der Stadtleitbildgruppe „Maintal kulturell“ favorisiert

 

Unbekannte haben sich in der Nacht von Freitag auf Samstag Anfang Februar an einer der Skulpturen, die auf Initiative der Gruppe vor gut einem halben Jahr am Dörnigheimer Mainufer aufgestellt worden sind, abgesägt. Es ist nicht der erste Fall von Vandalismus. Schon Ende Dezember war eines der Kunstwerke nachts demoliert worden. In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember haben Unbekannte eine Skulptur aus der Verankerung gerissen. Doch den Vandalen schien sie wohl zu schwer zu sein, denn sie ließen die Figur am Mainufer liegen.

Doch diesmal ist der Schaden ungleich höher: Mit einer Säge haben sich Unbekannte an einem der Kunstwerke zu schaffen gemacht und es anschließend in den Main geworfen, wird vermutet.

Die Künstlerin Bianca Thater hatte den Außerirdischen mit dem hellblauen Hemd vergangenen Sommer im Auftrag der Stadt und auf Initiative der Stadtleitbildgruppe Mainufer geschaffen. Im September wurde die sechsteilige Mainufergalerie schließlich eingeweiht. Der verschollene Außerirdische ist nun schon der zweite Schaden, den Unbekannte an dem Ensemble angerichtet haben

chon lange treiben Vandalen am Dörnigheimer Mainufer ihr Unwesen: Es wurden schon Papierkörbe geöffnet und der Müll auf der Wiese verteilt, und Bänke aus der Verankerung gerissen.  Außerdem haben Unbekannte einen Zaun am Parkplatz an der Uferstraße zerstört und eine frisch gestrichene Wand an der Mainstraße mit Graffiti besprüht.

Am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag war eine Delegation der Ortsgruppe Maintal der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft auf dem Main unterwegs, auf der Suche nach der verschollenen Skulptur. Denn wie berichtet, hatte eine Ruderin diese kurz nach dem Vorfall möglicherweise im Main treiben sehen. Die freiwilligen Helfer haben mit acht Personen jeweils in zwei Booten den Uferbereich des Flusses bis zur Offenbacher Schleuse abgesucht. Gefunden haben sie aber nichts, ebenso wie die Wasserschutzpolizei bei einer Suche Anfang der Woche.

Er ist wieder da. Der Außerirdische „K 718“, die Skulptur, die am zweiten Februarwochenende von Unbekannten abgesägt und verschleppt worden war, steht seit Anfang Juni wieder an ihrem alten Platz in der Galerie am Mainufer. Das könnte man zumindest meine, wenn man nicht direkt davorsteht oder nicht ganz so genau hinschaut. Denn die Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ rund um Hayriye Rupin, auf deren Initiative die sechs Holzskulpturen im September 2018 am Dörnigheimer Mainufer aufgestellt wurden, hat einen Nachbau des Außerirdischen anfertigen lassen.

Werbetechniker Jürgen Graschtat wurde im Februar mit der Nachbildung des Kunstwerks beauftragt – und hat keine Sekunde gezögert, den Auftrag anzunehmen.

Der originale „K 718“ war aus Massivholz, seinen Nachfolger hat Graschtat aus einem Aluverbundstoff hergestellt, auf das er ein vergrößertes Foto des ursprünglichen Kunstwerks auf Folie beklebt hat. Von 20 Fotografien sei nur eine halbwegs geeignet gewesen. „Dieses Foto habe ich dann auf die Originalgröße der Skulptur gebracht, dann eine Fräsdatei erstellt.“ Den Aluverbundstoff hat eine Leipziger Firma schließlich in die richtige Form gefräst, ehe Graschtat die matt laminierte Folie auftragen konnte.

Neben Werbetechniker Graschtat waren am Mittwoch auch die Garten- und Forstarbeiter Andreas Baumann und Joshua Jakob am Mainufer. Sie haben in die originalen Füße von „K 718“ – die Unbekannten haben den Außerirdischen an den Knöcheln abgesägt – Schlitze gesägt, in die nun die Rekonstruktion gesteckt wird. Damit dem neuen „K 718“ nicht das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger widerfährt, sollen Stahlseile für den nötigen Halt sorgen. Die Rekonstruktion von „K 718“ hat insgesamt rund 2000 Euro gekostet.

Erneut haben Unbekannte Anfang August am Dörnigheimer Mainufer eine der dort aufgestellten Skulpturen beschädigt und einen materiellen Schaden von rund 400 Euro angerichtet. Zuletzt war im Februar sogar eine ganze Skulptur verschwunden. Nach derzeitigen Informationen der Polizei wurde die Figur in der Nacht von Freitag auf Samstag und ein weiteres Mal von Montag auf Dienstag angegangen. Der oder die Unbekannten hatten es im aktuellen Fall auf die Figur abgesehen, die anstelle des zu Jahresbeginn zerstörten Kunstwerkes aufgestellt wurde. Die „Ersatzfigur“ wurde von den Unbekannten verbogen und zudem mehrere Halteseile durchtrennt. Mittlerweile ist sie schon wieder repariert.

„Es braucht schon viel Gewalt, um die Skulptur zu verbiegen“, sagt Hayriye Rupin von der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“. Deshalb vermutet sie, dass hier gezielt Täter am Werk waren, die darauf aus sind, die Stadtleitbildgruppe zu treffen. „Das ist ein Kräftemessen“, ist die Dörnigheimerin überzeugt. „Irgendjemand hat uns auf dem Kieker.“

Doch einschüchtern lässt sich die ehrenamtlich tätige Gruppe nicht. „So viele Menschen haben Freude an den Skulpturen. Wir bekommen immer wieder positive Rückmeldungen. Wir werden jetzt nicht vor einer kleinen Minderheit in die Knie gehen“, stellt Rupin klar. Sie und ihre Mitstreiter in der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ wollen sich jedenfalls weiterhin dafür einsetzen, die Aufenthaltsqualität am Mainufer zu steigern. Etwa durch das Rosengärtchen, das derzeit zwischen Karl-Leis-Straße und Ufergasse angelegt wird.

 

Auch 2019 wird es eine Mainkultur geben. Eine Fortsetzung galt lange Zeit alles andere als sicher. Denn in ihren bisherigen drei Sommersaisons endete die Mainkultur jeweils mit einem finanziellen Defizit. In dieser Woche hätten sein Team und er die Entscheidung getroffen, auch in diesem Jahr an den Start zu gehen, sagte der Maintaler Unternehmer Ahmet Cetiner. In den vergangenen Monaten hatte Cetiner zumindest öffentlich mit dem Gedanken gespielt, die Mainkultur einzustellen.

Zwar hatte das Stadtparlament daraufhin im vergangenen Dezember 100.000 Euro in Aussicht gestellt, die in die Erweiterung des städtischen kulturellen Angebots investiert werden sollen. Zunächst soll jedoch bis Juli dieses Jahres ein Konzept entwickelt werden, das heißt, alle geplanten Erweiterungen kämen erst 2020 zum Tragen.

Die Saison 2019 ist quasi nur ein Überbrückungsjahr. Dementsprechend sei geplant, nur wenig Geld in die Hand zu nehmen und ein komprimiertes Angebot zu schaffen. So werde beispielsweise das Personal die Liegestühle nicht mehr aufstellen beziehungsweise wieder einsammeln. Stattdessen sollen die Gäste in diesem Jahr die Liegestühle selbst aufstellen und auch wieder zurückbringen. Über Sponsoren versuche das Team, das Erscheinungsbild der Mainkultur zu vereinheitlichen, ansonsten verwende man für den Aufbau das Mobiliar, das man habe.

Gespart wird auch an den Öffnungszeiten: „Die Mainkultur wird montags und dienstags geschlossen bleiben“, kündigt ihr Initiator an. An den anderen Tagen wird der Stand erst um 17 Uhr aufgemacht statt wie bisher um 15 Uhr, sonntags ist von 11 bis 19 Uhr Betrieb. An allen Öffnungstagen soll es ein Essensangebot geben, das in den Container mit der Bar integriert ist und eine kleine Speisenauswahl bereithält.

Mit der Mainkultur möchte Cetiner einen Ort schaffen, an dem sich Menschen jeden Alters und jeder Couleur begegnen, einen Ort, mit dem sie positive Erlebnisse und schöne Erinnerungen verknüpfen. Daher möchte der Pächter, dessen Vertrag bis 2021 läuft, in der neuen Saison das Angebot erweitern.

Erstmals soll es ergänzend zu Getränken und Cocktails ein echtes kulinarisches Angebot geben, etwa Flammkuchen und Pizzaecken. Außerdem kooperiert er mit dem Little Beach, das Gerichte vorbereiten wird, die er dann weiterverkauft. Gedacht ist hier an Vesperkörbchen, Wraps und andere Specials. Außerdem soll es Rolled Ice, gerolltes Eis, geben, derzeit ein echter Trend. Es wird an jedem geöffneten Tag auch ein Speisenangebot geben.

Fortgesetzt wird das flankierende Programm mit Sport- und Kulturangeboten. Die Yoga-Kurse wurden im vergangenen Jahr wahnsinnig gut angenommen. Daher wollen auch in der neuen Saison zwei Yoga-Coaches regelmäßig Kurse anbieten. Ebenfalls ans Mainufer kommen wollen Maintaler Vereine mit Zumba-Angeboten. Und auch kleine Konzerte wird es wieder geben.

Ende März laufen die Vorbereitungen für den bevorstehenden Start in die neue Saison, die von Anfang April bis September dauern wird. Ende der Woche treffen die Container ein. Dann bleibt wenige Tage Zeit, um das nötige Equipment zu installieren und die Container auszustatten. Denn die Eröffnung der Mainkultur erfolgt am Freitag, 5. April, ab 18 Uhr. Geöffnet sein wird mittwochs bis samstags von 17 bis 22 Uhr sowie sonntags von 12 bis 19 Uhr. Allerdings behält sich Cetiner s eine gewisse wetterabhängige Flexibilität vor, je nach Wetterlage die Öffnungszeiten anzupassen.

 

In diesem Jahr beteiligt sich die Stadt zum zweiten Mal am internationalen Theaterfestival „Starke Stücke“ für junges Publikum, das vom 19. März bis 1. April in der Rhein-Main-Region stattfindet. Das Theaterstück „Der Bär, der nicht da war“ richtet sich an Kinder ab vier Jahren und ist zu sehen am Donnerstag, 28. März, (Beginn 16.30 Uhr, Dauer zirka 40 Minuten) im Bürgerhaus Bischofsheim. Zum 25. Jubiläum zeigt das Festival insgesamt 21 Inszenierungen, die mit Tanz und Musik, mit skurrilen Objekten und Figuren in teils ungewöhnliche Kulissen und Spielorte einladen: auf dem Programm stehen Akrobatik in einem umgebauten Lastkraftwagen, Schauspiel mit Pop-up Büchern inmitten einer Bücherei oder Theater ganz ohne Menschen mit Robotik und 3-D-Technologie. Vom 19. März bis zum 1. April sind zwei Wochen lang rund 100 Vorstellungen an über 30 Spielorten der Region zu sehen

 

Anfang März fand eine Vernissage von Ingrid Butz-Borgwardt im Historischen Rathaus statt

mit rund 30 ihrer Gemälde. Die malende Pädagogin, Soziologin und Germanistin hat am Anfang ziemlich gegenständlich gemalt. Dann brauchte sie eine lange Phase, bevor sie sich vom Gegenständlichen lösen konnte, um dann auch aus dem Bauch heraus zu malen.“ Den Anfang bildeten erste Studien der gebürtigen Schlesierin, die nach dem Krieg im Bergischen Land und in Düsseldorf aufwuchs und 1967 nach Bischofsheim zog, wo auch ihr Sohn Torsten geboren wurde. An jenem künstlerischen Beginn ist ein anderer Maler nicht ganz unschuldig: Karl-Heinz Steib, Meisterschüler von Karl Schmidt-Rottluff.

Um 1976 startete sie mit diesen Studien, die noch in gegenständlichen, fast fotorealistischen Arbeiten bestanden wie beispielsweise einem filigranen, blauen Treppengeländer vor den mächtigen Stahlpfeilern des Frankfurter Hauptbahnhofs. Dann begann das eigentliche Studium der Germanistik, Soziologie und Kunst an der Frankfurter Goethe-Universität. Mit Dr. Hans See, den man auch vom Verein für Jugend- und Familienhilfe „Welle“ in Maintal kennt, und zu seiner Frau verbindet B.-Borgwardt bis heute eine herzliche Freundschaft.

Von 1989 bis 1997 war sie Lehrerin an der Werner-von-Siemens-Schule in Dörnigheim. Bei einem Malwettbewerb im Jahr 1993 belegten die Schüler B.-Borg­wardts aus der Siemensschule den zweiten Platz unter 20.000 aus rund 500 hessischen Schulen. „Freie Malerin“ mit Ausstellungen im In- und Ausland seit 1998: das will etwas heißen. Und auch eine sichere Existenz im Schuldienst aufgeben für die Malerei.

 

Im letzten Herbst hat Joshua Olbrich aus Dörnigheim an der Castingshow „The Voice Kids“ teilgenommen – und ist zumindest unter die besten 60 gekommen. Mit Udo Lindenbergs „Wozu sind Kriege da“ konnte der zwölfjährige Dörnigheimer die Jury begeistern, gleich drei Teams wollten ihn für sich gewinnen: Lena Meyer-Landrut, Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß und das Country-Duo Bosshoss. Am Ende hörte Joshua auf sein Bauchgefühl und entschied sich für Bosshoss.

Schon immer singt Joshua, hat das musikalische Talent quasi in die Wiege gelegt bekommen. Der Vater ist Berufsmusiker, also ist er mit Musik aufgewachsen. Seit einigen Jahren wollte er an dem Castingformat teilnehmen. Doch seine Mutter Kerstin Olbrich hatte zunächst Bedenken. „Ich dachte, er würde auf der Bühne gar nicht den Mund aufbekommen“, sagt sie und lacht. „Denn sonst ist Joshua immer so schüchtern. Wenn auf einer Feier bei uns gesungen wird, geht er lieber weg.“

Im Fernsehen sieht man gar nicht, dass es vor den „Blind Audition“' auch schon Castings gibt Olbrich. Zweimal musste Joshua sein Können erst in Frankfurt unter Beweis stellen, ehe klar war, dass er in der Hauptstadt vor die Jury treten darf. Insgesamt haben sich 60.000 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren beworben. Nach den „Blind Auditions“ ging es dann so richtig los: Es folgten zwei Wochen intensives Gesangstraining, in denen er mit den anderen Nachwuchstalenten in einem Hotel übernachtete.

Joshua selbst und seine Familie haben die Ausstrahlung Ende März in größerer Runde geschaut. Am kommenden Sonntag ist er wieder zu sehen ab 20.15 Uhr auf Sat1. Dann tritt er bei den „Battles“ gegen zwei andere Teilnehmer an. Wie weit er in dem Castingformat gekommen ist, darf er noch nicht sagen

Seine Mitstreiter waren Ruza und Philipp. Auch die Mentoren, das Country-Duo Bosshoss, waren begeistert, und die Entscheidung fiel ihnen sichtlich nicht leicht. Schließlich setzte sich Ruza gegen die anderen beiden Nachwuchstalente durch. Der Zwölfjährige hat einen großen Traum, einmal mit Udo Lindenberg auf der Bühne zu stehen. Diesem istt er zumindest ein Stück nähergekommen: Das Lindenberg-Double Udomat hat seinen Auftritt bei Instagram gesehen und ihn angeschrieben. Zusammen mit Pia Golüke, die vor zwei Jahren im Finale von „The Voice Kids“ stand, bildet der Dörnigheimer das Frontduo eines Kinderchores, der gemeinsam mit „Udomat und den Panikgenossen“ (so heißt die Band des Lindenberg-Doubles) auf der Bühne stehen wird. Den ersten Auftritt hat Joshua dann am 23. Juli beim Altstadtfest in Kassel.

Seine Mitstreiter von „The Voice Kids“ hat der Zwölfjährige am vergangenen Wochenende wiedergesehen. Gemeinsam wurden sie von der Produktionsfirma ins Disneyland nach Paris eingeladen. „Das war eine Überraschung für uns. Es war echt schön, alle wiederzusehen und vor allem auch den Park zu besuchen“, sagt Joshua.

Von Freitag bis Sonntag konnten er und die anderen Teilnehmer der Castingshow die diversen Fahrgeschäfte und Attraktionen des Freizeitparks probieren – und abends wurde dann gemeinsam gesungen. Der Dörnigheimer faßt zusammen: „Natürlich bin ich total stolz, dass ich überhaupt die 'Battles' erreicht habe. Ich würde es auf jeden Fall immer wieder machen.“

 

Der Kinderchor Dörnigheim präsentiere im Juli interkulturelles Musiktheater, in dem der Winter dargestellt wurde. Musikalisch begleitet wurde der Kinderchor der Gemeinde im Evangelischen Gemeindezentrum Berliner Straße vom syrisch/kroatischen Ensemble Hanien aus Mannheim. Dargestellt von Kindern im Alter von vier bis elf Jahren, die konzentriert bei der Sache waren, spielten und sangen. Lija Gabriel stellte den Lundi fast ausschließlich pantomimisch dar. Die junge Hauptdarstellerin meisterte dies gekonnt, während sie alle Lieder des Chores mitsang.

 

Das Gebäude des ehemaligen Dörnigheimer Bahnhofs ist mit Graffiti verziert, die unterschiedliche Motive der Stadt zeigen. Da sind das historische Schützenhäuschen in Hochstadt oder die Dörnigheimer Kirche nur einige Beispiele. Sie sind von Florian Lübke, Grafikdesigner und Graffiti-Künstler. Seinen ersten richtigen Auftrag bekam Lübke übrigens auch über seinen Vater, Kameramann beim Hessischen Rundfunk Bei Polizeiruf 110 sollte eine Fläche im Graffitistyle gestaltet werden.

Jedoch ist Lübke auch für Privatleute verfügbar. „Ich arbeite für jeden, der eine Fläche gestaltet haben möchte“, fasst er sein Prinzip zusammen. Hierbei sei er auch bei dem Budget flexibel. „Je weniger Budget verfügbar ist, desto mehr kreative Freiheit möchte ich gewährt kriegen“, erklärt Lübke. Damit erhoffe er sich eine Art Win-Win-Situation. „Der Kunde kriegt eine schöne Arbeit, und ich bekomme was für mein Portfolio.“

Die unterschiedlichen Aufsätze ermöglichen es Lübke, unterschiedlich fein zu arbeiten. An seinem Kunstwerk am Bahnhof zeigt er, wie detailreich er wegen der feinen Aufsätze teilweise arbeiten kann. „Ich kann dann beispielsweise Blumentöpfe oder Gardinen an den Fenstern platzieren“, erklärt er und deutet auf eines der Details.

Auch verweist Lübke auf die Gesundheitsrisiken bei der Arbeit. „Die Pigmente sind da nicht das Problem“, stellt er klar. „Gefährlicher sind da die ganzen Lösungsmittel. Daher ist es sehr wichtig, auf die Gesundheit zu achten.“ Noch schlimmer seien fast die auf Wasser basierenden Dosen. „Durch das Wasser können die in der Lunge noch stärker aufgenommen werden.“

Wegen dieser gesundheitlichen Aspekte sei auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht unproblematisch. Er biete zwar solche Kurse an, stelle jedoch klar, dass man nicht einfach „ein bisschen sprühen könne“, wie sich das manche Lehrer oder Betreuer vorstellen. „Es kann schon einmal passieren, dass die sich versehentlich ansprühen, weil sie den Kopf falsch herum haben. Da muss man auf die Gesundheit achte

 

Als Regisseur und Mitglied der Spielgemeinschaft HdB hat sich Dieter Hombach im Juli nach 22 Jahren zurückgezogen. Zufällige Begegnungen mit dem damaligen Regisseur Bodo Flachmeyer führten schließlich zu einer Unterhaltung. Die Liebe zum Theater war eher eine Liebe auf den zweiten Blick, dafür aber tiefgründig und intensiv. Mehr als zwei Jahrzehnte stand Hombach zweimal im Jahr auf der Bühne im HdB, meist in einer tragenden Rolle. In den vergangenen fünf Jahren führte er Regie. Auf seine eigene Art.

Hombach hatte einen hohen Anspruch an das Ensemble und die Inszenierung, die in erfolgreichen, gefeierten Aufführungen gipfelte. Aber vielleicht auch zu einem gewissen Unmut bei manchen Akteuren führte, die sich nur bedingt mit eigenen Ideen einbringen konnten. Es knirschte, vielleicht, weil er zu fordernd war. Weil ihm die Unruhe in der Gruppe nicht entging, traf er die Entscheidung, sich zurückzuziehen. Treu bleibt er dem Theater auf alle Fälle: Als Zuschauer der Frankfurter Spielstätten, als Statist bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen und vielleicht irgendwann wieder selbst aktiv bei einem anderen Ensemble.

 

Die neunte Hochstädter Lyriknacht Mitte August in der evangelischen Kirche des Stadtteils bot nicht nur Lyrik, Poesie und manchmal auch einigen Sarkasmus, sondern wie üblich war sie ein Kulturereignis mit viel Musik. Die Veranstaltungsreihe im Gedenken an den 2008 verstorbenen Frankfurter Dichter, Grafiker und Schriftsteller Horst Bingel, dessen Witwe Barbara Bingel die Lyriknacht eröffnete, ist eine Hommage an das Wort, ob es nun sprachlich oder musikalisch zum Ausdruck kommt. Fünf gestandene Autoren und zwei Debütanten in der Kunst der lyrischen Prosa und Poesie wechselten sich mit kurzen teils mit sphärischen, teils mit Boogie-Woogie-Elementen versehenen Jazznummern von Bernhardt Brand-Hofmeister an Orgel und Piano sowie Stephan Völker am Saxofon ab. Alle sieben Autoren, ausführlich und humorvoll vorgestellt von Moderator Harry Oberländer, erhielten viel Beifall für ihre Interpretationen; ebenso die Instrumentalisten.

Besonders beeindruckte allerdings auch die Ausdrucksstärke einiger Vorleser aus ihren eigenen Werken. So imponierte der Dresdener Thomas Rosenlöcher, in den Jahren 2010/2011 Stadtschreiber von Bergen, mit seiner markanten Stimme und seinem facettenreichen Duktus. Die Zuhörer hingen ihm bei seinem Zehn-Minuten-Gedicht „Mäandertal“ förmlich an den Lippen.

 

Anfang September ist die zweite Leseprobe der Spielgemeinschaft für das Weihnachtsmärchen „Frau Holle“. Es werden 19 weitere Proben sowie die Haupt- und Generalprobe noch folgen. Es sind 15 Darsteller, die im Haus der Begegnung (HdB) in der Rhönstraße 13 in Bischofsheim in kleinen Gruppen abwechselnd auf die Bühne treten. Pro Jahr führt die Spielgemeinschaft HdB zwei Stücke auf. Im Sommer eine Komödie, im Winter ein Märchen.

Andrea Schultheis und ihre Tochter haben die Regie übernommen. Sie ist ein „alter Theater-Hase“, fing schon mit 15 Jahren Schauspielern an; davor engagierte sie sich in der Spielgemeinschaft HdB beim Kulissenbau. Sie ist Lehrerin, absolvierte sie eine Fortbildung zum Thema „Darstellendes Spiel“.

Was die Kostüme betrifft, hatte die Spielgemeinschaft in diesem Jahr großes Glück: „Bei den Hanauer Märchen-Festspielen wurde ‚Frau Holle‘ aufgeführt. Daher konnten wir von dort einige Originalkostüme erwerben“, sagt Schultheis, „und was uns sonst noch fehlt, stellen wir selber her. Denn zu unserem Team gehören ja auch einige handwerklich geschickte Personen“, freut sich die frischgebackene Regisseurin.

 

Die Hochstädter Literatur- und Musikgruppe „Ratatouille“ feierte am Anfang September ihr 30-jähriges Bestehen in der evangelischen Kirche mit einer Art „Best of Poetry“. Den erklärten Lieblingsstücken aus Prosa, Reim und Musik der rund 20 Mitglieder des Zirkels aus Vorlesern, Rezitatoren, Instrumentalisten der Stimme und des guten Tons. Es trugen 14 von ihnen im Laufe des gut zweieinhalbstündigen Jubiläumsabends einzeln oder in wechselnden Besetzungen die Kleinode aus Dichtkunst und Chanson vor. Der Erlös des Abends, auch aus dem Verkauf von Brezeln, Bier und Wein (und natürlich aus nicht-alkoholischer Kost), kam voll dem Arbeitskreis Asyl Maintal zugute.

Dass Ratatouille dieses freundliche Wort nicht fremd ist, im Gegenteil, belegt hervorragend Heinz Richter, der als einziger aus der Gruppe hier explizit genannt werden soll. Nicht, weil er besonders hervorstach, sondern weil er eigentlich für den Charakter der Literatur- und Musikgruppe steht wie kaum ein anderer, und auch von Anfang an dabei ist. Richter zählt sage und schreibe 92 Lenze. Der Steinheimer trug unter anderem den „Wahl-Esel“ von Heinrich Heine vor: und zwar auswendig (!). Sang den „Mackie Messer“ aus Bertolt Brechts und Kurt Weils „Dreigroschenoper“, und betonte verschmitzt das Heine-Gedicht um die Eseleien von Nationalisten dermaßen pointiert und treffsicher, dass das Publikum zu stehenden Ovationen kam.

 

Die 1998 gegründete Bürgerstiftung Maintal hat seit ihrem Bestehen bereits viele Institutionen und Initiativen finanziell unterstützt und eine ganze Reihe eigener Projekte und Projektanstöße entwickelt.  Der Maintal-Kalender geht auf neuen Wegen: Künstlerinnen und Künstler aus Maintal und den fünf Verschwisterungsgemeinden in Frankreich, Griechenland, Österreich und Ungarn sind dieses Mal am Kulturprojekt der Bürgerstiftung Maintal beteiligt. Damit die großformatigen Farbkalender rechtzeitig zur Vorstellung der Original-Kunstwerke anlässlich der Vernissage im Oktober bereitliegen, wurde der Druckbeginn von Anfang an auf Mitte September festgelegt. Alle Original-Kunstwerke, beteiligte Künstlerinnen und Künstler und die neuen Maintal-Kalender 2020 werden auf einer speziellen Vernissage mit musikalischem Rahmenprogramm am 23. Oktober in der Frankfurter Volksbank in Maintal-Dörnigheim ab 18 Uhr vorgestellt.

Ende Oktober präsentierten Kuratoriumsvorstand Jürgen Dillenseger und die Vorstandsvorsitzende Maxi Behrendt das Werk und die beteiligten Künstler im Foyer der Frankfurter Volksbank im Stadtteil Dörnigheim den neuen Maintal-Kalender. Das Deckblatt des Kalenders unter dem Jubiläumsmotto „Maintal verbindet“ ziert die Pfarrkirche Moosburg, ein Aquarell des Kärntner Malers Heinz Schweizer. Im eigentlichen Kalenderteil haben zwölf Künstler aus den fünf Städten und fünf Ländern Europas ihre Motive gestaltet, die sie mit dem Motto verbinden. Ein Maintaler schießt dabei gewissermaßen den Vogel ab. Mit viel Sinn für Ironie lässt Joachim Bachmann die Mühlheim-Dörnigheimer Fähre durch stürmische See pflügen, mit mächtiger Bugwelle unter dunklen Wolkentürmen.

 

Die Volksbühne Maintal hatte Ende September das mit Bühnen- und TV-Größen besetzte Ensemble der Theatergastspiele Fürth zu Gast im Bischofsheimer Bürgerhauses. Aufgeführt wurde Christies „Der Fremde im Haus. Ende Oktober brachte die Volksbühne die Komödie „Funny Money“ im Bürgerhaus Bischofsheim zur Aufführung.

 

Der Marktplatz in Bischofsheim gilt als Mittelpunkt des zweitgrößten Stadtteils und wurde bereits aufwändig in Stand gesetzt. Nun soll der Platz um ein Kunstwerk erweitert und somit erneut aufgewertet werden, und zwar durch das Kunstwerk „Touching Voltage“ von Anne Pfeifer. Ursprünglich sollte das Kunstwerk vor dem Bischofsheimer Bürgerhaus aufgestellt werden, was jedoch aufgrund der anstehenden Bauarbeiten nicht mehr möglich war. Daher wurde ein Interimsstandort für das Kunstwerk gesucht. Die Stadtleitbildgruppe entschied sich für den Platz vor der evangelischen Kirche im Bischofsheim und fragte bei der Kirchen­gemeinde an. Diese nahm das Angebot sehr gerne an, wie Pfarrer Jens Heller erklärt: „Begegnung ist ein tolles Thema, das sowohl zur Ortsmitte als auch zur Kirche gehört.“

Um das Kunstwerk aufzustellen, sind einige Arbeiten an dem Platz vor der Kirche notwendig. So soll die Fläche vor dem Kunstwerk gepflastert und ein Zaun zwischen der Grünfläche und der Straße vor der Kirche errichtet werden. Die Kosten dafür und für die Stromversorgung des Kunstwerks werden von der Stadt Maintal übernommen. Da die Menschen in diesem Fall als Stromleiter fungieren, wird die Stadt Maintal auch ein Warnschild aufstellen. Denn: Auch wenn nur geringe, nicht gesundheitsschädliche Mengen Strom fließen, sollen Menschen mit Herzschrittmachern, Herzerkrankungen oder Ähnliches das Kunstwerk nicht aktivieren.

 

Die 13. Auflage der Maintaler Musiktage steht unter dem Motto „Musikalische Wanderungen“. In der Zeit vom 2. bis 30. November finden wieder abwechslungsreiche Konzerte und Veranstaltungen rund um Musik in den Maintaler Stadtteilen statt. Eine gute Nachricht im Vorfeld der beliebten Musikreihe gibt es derweil aus den Reihen des Veranstalters Kultur- und Musikverein Dörnigheim zu vermelden. Lange war der seit 1996 bestehende Verein, der sich speziell die Förderung junger Musiker auf die Fahnen geschrieben hat, ohne kompletten Vorstand. Seit der Jahreshauptversammlung im Sommer ist dies anders, sagt Gudrun Randt, die für den Verein federführend die 13. Version des Musikfestivals koordiniert: „Wir freuen uns, dass Susanne Hachenberg das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden und des Finanzvorstands übernommen hat.“

Die Musiktage beginnen in diesem Jahr am Samstag, 2. November, um 19 Uhr mit einem Kabarett mit Musik in der evangelischen Kirche in Bischofsheim. Dort findet die „Wort-zum-Sonntag-Show“ statt. Ein Wochenende später, am 9. und 10. November, ist die Jugend- Musik- und Kunstschule Maintal aktiv. Am Samstag tritt die Schülerband um 19 Uhr in Bischofsheim im Kinder- und Jugendhaus auf, und am Sonntag können sich potenzielle Musikschüler bei einem Tag der offenen Tür in Dörnigheim in der Maintalhalle von 14 bis 16 Uhr informieren. Das traditionelle Herbstkonzert des Musik-Corps Bischofsheim 1951 widmet sich am Samstag, 16. November, um 20 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim der Filmmusik.

Bei den Hochstädter Kirchenkonzerten ist am Donnerstag, 21. November, um 19.30 Uhr das Rubin-Streich-Quartett gemeinsam mit dem Klarinettisten Andy Miles zu Gast. Das Programm verspricht passend zum Motto der Musiktage eine „Wanderung zwischen den Welten“. Geplant ist eine musikalische Reise von Mozart über lateinamerikanische Klänge bis hin zu Klezmer und Jazz.

Mit Swing und Jazz in Reinkultur geht es dann am Samstag, 23. November, um 20 Uhr in Dörnigheim im Evangelischen Gemeindezentrum weiter. Die Bischofsheimer Sängerin Annika Klar gesellt sich erneut zur IKS Big Band. Ein Liederabend in der Alten Kirche am Main in Dörnigheim wird die Veranstaltungsreihe am Samstag, 30. November, um 19 Uhr beschließen. Die am Theater Freiburg engagierte Sopranistin Samantha Gaul, die bereits in der Alten Kirche konzertiert hat, wird gemeinsam mit einer Mezzosopranistin unter dem Titel „Dardi d'Amore“ Lieder und Duette aus der Barockzeit interpretieren.

 

Die Bischofsheimerin Edelgard Hildebrand aus der Stoltzestraße hat im Oktober ihren ersten Bildband herausgebracht. Zu sehen sind 160 Abbildungen ihrer Bilder, von Aquarell bis Acryl, von Landschaftsmotiven bis hin zu Porträts. Seit rund 30 Jahren malt Hildebrand immer schon nebenbei. Die Ideen für Motive kommen ihr meistens spontan. Die Momente hält sie dann fotografisch fest. Dadurch, dass man heutzutage ja immer das Handy griffbereit hat, ist das viel einfacher geworden. Wie viele Bilder ihr Werk insgesamt zählt, kann sie nur schätzen, insgesamt etwa 250 Bilder.

 

In der Aula der Büchertalschule las Ingo Siegner Ende Oktober aus seinem Werk Vater des Drachen Kokosnuss“. Die Autorenlesung ist Teil des Schulprogramms wie auch der Vorlesewettbewerb oder der Lesetag, um die Lesekompetenz zu stärken.“ Alle vier Jahrgänge der Grundschule kommen in den Genuss, den Schriftsteller live zu erleben.

Siegner nimmt seine Fans und kritischen Leser ernst. In einfachen Sätzen und sehr offen beantwortet er die Fragen der Kinder; er spricht ihre Sprache, ohne sich anzubiedern, ist humorvoll, fröhlich und witzig und seinem Publikum sehr zugewandt. Fast zwei Stunden lang erzählt der freie Autor und Illustrator davon, wie er in Hannover lebt und arbeitet.

Lange habe er nicht so recht gewusst, was er eigentlich werden wollte, erzählt der Autor, aber er habe schon immer gerne für Kinder Geschichten erfunden. Irgendwann habe er für einen Jungen zum Geburtstag eine Karte gezeichnet, mit Drachen und anderen Figuren. Die habe zufällig ein Verleger gesehen und gefragt, ob man daraus nicht eine Geschichte machen könne. So sei „Kokosnuss“ entstanden. Am Anfang hätte er noch nicht von seinen Büchern leben können, mittlerweile aber verdiene er so viel, dass er und seine Frau gut davon leben könnten. Seine Geschichten sind weltweit in viele Sprachen übersetzt worden, die Figuren und ihre Fähigkeiten, ihr Witz, faszinieren Kindergenerationen seit fast zwei Jahrzehnten.

 

Einen feinsinnigen musikalischen Abend auf hohem künstlerischem Niveau erlebten die Besucher der Hochstädter Kirchenkonzertreihe Ende Oktober in der evangelischen Kirche. Die Flötistin Heike Nicodemus und der Gitarrist Maximilian Mangold hatten ein Programm mit romantischen Serenaden dabei. Die Künstler greifen auf Nachbauten historischer Instrumente zurück. So stellte sich Heike Nicodemus mit einer Traversflöte vor, die nach einem Vorbild aus dem Jahr 1789 gebaut wurde. Im Gegensatz zur heute üblichen Querflöte sorgt die Traversflöte für einen deutlich wärmeren Klang, was bei der Wiedergabe der romantischen Kompositionen sehr zupass kam. Dass die Traversflöte ideal mit dem ebenfalls zu filigraneren Tönen neigenden Nachbau einer Biedermeiergitarre aus dem frühen 19. Jahrhundert harmoniert, wurde bereits zu Beginn des Abends beim Nocturne des Italieners Francesco Molino deutlich.

Maximilian Mangold seinerseits nahm durch sein pointiertes, bisweilen auch sublimes Gitarrenspiel für sich ein.

 

Das Weltbühnchen Wachenbuchen eröffnet Ende Oktober die Herbstsaison mit der Komödie „37 Ansichtskarten“. Diese werden im Stück nur kurz erwähnt, auch auf der metaphorischen Ebene bleiben sie offen. Dennoch hat die Komödie die Zuschauer nicht nur zum Lachen, sondern auch ein wenig in Grübeln gebracht – über schrullige Personen und merkwürdiges Verhalten. Ist nicht jeder Mensch irgendwie komisch?

 

Die Maintaler Kabarettgruppe „Mikrokosmos“ bot Ende Oktober wieder im evangelischen Gemeindehaus Hochstadt ihr Spitzenprogramm. Die über 100 Gäste haben sich schlapp gelacht und applaudierten frenetisch. Derzeit gehören über 20Kabarettisten des Hochstädter Humor- und Musikvereins „Edelweiß“ (HMV) unter der Leitung von Frank Walzer dazu, 14 stehen auf der Bühne. Die Nummern aber denken sich alle aus. Und entwickeln sie auch auf die Spitze, spielen sie mal solo, mal im Duett, mal mit mehreren. Ihre Sketche haben enormen Biss, sie gehen thematisch teilweise weit über den Rahmen der Stadtpolitik hinaus, nehmen den allgemeinmenschlichen und zeitgenössischen Alltag aufs Korn. Die Mehrzahl der Nummern hat einen gewissen politischen Bezug:

Im vorigen Jahr bildete die Datenschutzgrundverordnung das Rahmenprogramm im Programm, heute die Suppentöpfe des guten – oder weniger guten – Geschmacks. Und im „eigentlichen“ Programm nimmt natürlich der lokale, regionale Bezug den höchsten Stellenwert ein. Die „Antragsprüfung“ nimmt die Vereinsmeierei oder das „Wir sind Entscheider, Ihr seid Bürger“ aufs Korn, wo Anträge „einfacher Bürger“ schlicht in der Abteilung „Abschmettern“ bearbeitet werden, jene „honoriger“ Zeitgenossen in der Sektion „Begünstigung“.

 

Seit Anfang des Jahres ist Jasmin Möller mit ihrer Band „Jasmin M. und Band“ in neuer Formation wieder auf den Bühnen der Region unterwegs. Im November stehen sie sogar im Finale des 37. Deutschen Rock und Pop-Preises, der seit 1983 jährlich vom Deutschen Rock und Pop-Musikverband an Musiker und Bands vergeben wird. „Wir sind in der Kategorie 'Bester Rocksong' nominiert“, erzählt Jasmin Möller. Mit ihrem Song „Du bist der“ hat sich die fünfköpfige Band rund um die Sängerin um den Musikpreis beworben. Diesen werden sie am Samstag, 14. Dezember, live auf der Bühne in der Siegerlandhalle performen – vor der Jury, die aus Fachleuten der Musikbranche und aus Vertretern der Stifter des Kulturpreises, unter anderem dem Deutschen Musikrat und dem Bundesinnenministerium, besteht.

Schon immer hat Jasmin Möller in verschiedenen Bands gesungen. Die Idee, auch selbst Songs zu schreiben, kam ihr spontan. „Ich habe mir vor vier Jahren eine Gitarre gekauft und es einfach ausprobiert“, sagt sie. Rund 25 Lieder sind in dieser Zeit entstanden. „Das geht praktisch wie von alleine“, sagt Möller. „Erst spiele ich auf der Gitarre ein paar Akkorde, dann kommt die Melodie hinzu und zuletzt der Gesang.“ So sind also alle Lieder von Jasmin M. und Band echte Eigenkompositionen. Auf der Online-Musikplattform „Soundcloud“ haben Nutzer weltweit ihre Songs schon mehr als 1,5 Millionen Mal gehört. Die anderen Bandmitglieder, Nikolai Schlott (Schlagzeug), Erik Neie (Bass) und die beiden Gitarristen Andy Stracka und Miguel Navarro hat Möller über Anzeigen im Internet gefunden. Immer mit dem Ziel, sich selbst irgendwann im Radio zu hören.

 

Am 21. November, zeigt „Kino vor Ort“ um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Bischofs­heim den Film „Nurejew – The White Crow“. Im Mittelpunkt der Handlung dieses Films steht der Ballett-Superstar Rudolf Nurejew, der 1938 in der Nähe von Irkutsk in der Sowjetunion geboren wurde und 1993 in Frankreich gestorben ist. Die dramatische Flucht Nurejews in den Westen im Jahre 1961, also zur Zeit des „Eisernen Vorhangs“, ist das Hauptthema des Films. Während eines Gastspiels des Kirow-Ensembles in Paris entzieht sich der Tänzer immer stärker dem Einfluss seiner Aufpasser und bittet schließlich, kurz vor seinem Rückflug, um politisches Asyl. Der Film am Nachmittag widmet sich einer seit Jahrzehnten von Kindern geliebten Figur, dem sprechenden Elefanten Benjamin Blümchen.

 

Die Mitglieder der Spielgemeinschaft HdB sind Bühnenbildner, Kostümschneider, Maler, Schreiner und Raumausstatter. Gut vier Wochen vor der Generalprobe für das diesjährige Weihnachtsmärchen „Frau Holle“ wird Anfang November im Gemeindesaal der katholischen Pfarrgemeinde St. Theresia jeden Samstag mit viel Kreativität gearbeitet.

Thomas Hemmerich kennt das Drehbuch von Anfang an und skizziert mit den ersten Proben seine Ideen für das Bühnenbild, das jetzt maßstäblich umgesetzt wird. Seit etwa 15 Jahren ist der IT-Ingenieur für Bühnenbau, Musik und Technik verantwortlich.

 

 

 

Regie zu „Frau Holle“ führt Mutter Andrea Schultheis, die das auf das Ensemble umgeschriebene Märchen in Szene setzt: „Wir sind nah am Original geblieben“, sagt Schultheis, „haben dem bekannten Märchen neue, auch lustige Elemente hinzugefügt.“

 

Die Volksbühne Maintal holt die mit der Produktion der Komödie am Altstadtmarkt aus Braunschweig erstmals ein Kinderstück nach Maintal, möchte dieses Angebot gerne fest in ihr Programm aufnehmen: Charles Dickens' „Die Weihnachtsgeschichte“. „Die Idee, Kinder ans Theater heranzuführen, ist uns besonders wichtig“, erklärt Katharina Lüer, die gemeinsam mit ihrem Mann Ulrich vor knapp einem Jahr den Vorsitz der Volksbühne Maintal übernommen hat. Damals rettete das theaterbegeisterte Wachenbucher Ehepaar den Verein vor dem Aus. Seitdem stehen beide im regen Austausch mit verschiedenen Tourneetheatern, um die jeweiligen Spielzeiten zu planen. Dabei möchten die Lüers nun auch das jüngere Publikum gezielt ansprechen, um einerseits schon früh die Freude am Theater zu wecken und andererseits auf diesem Weg die Eltern der Kinder auch mit dem Standard-Programm der Volksbühne zu erreichen. Dickens' „Weihnachtsgeschichte“, die am Montag, 9. Dezember, im Bürgerhaus Bischofsheim aufgeführt wird, richtet sich vor allem an Grundschulkinder. Drei Schulen haben bereits mit den dritten und vierten Klassen ihren Besuch angekündigt.

 

Carola S. Ossig hat drei frische Geschenkebändchen veröffentlicht. Ihre Begeisterung für das Schreiben begann bereits in ihrer Schulzeit. Mittlerweile hat sie ihre Passion zum Beruf gemacht und schon einige Bücher veröffentlicht. Krimis, Komödien, Gedichte – Carola S. Ossig ist nicht nur eine begeisterte Autorin, sondern deckt auch allerlei Genres ab. In den Büchern stecken viele autobiographische Bezüge, und die Geschichten sind auch teilweise miteinander verknüpft.

Das erste Buch der Reihe nennt sich „Gedunst“. Es umfasst Gedichte, die Ossig im Laufe ihres Lebens geschrieben hat. Ergänzt werden die Gedichte jeweils mit Kunstwerken einer befreundeten Malerin, die die sehr persönlichen Inhalte unterstreichen.

Im zweiten Band „Humor hat der, der trotzdem lacht“ veröffentlicht Ossig lustige Anekdoten, die sie aufgeschnappt und aufgeschrieben hat. Die Inspiration für den dritten Teil „Hundeherz im Doppelpack“ kam von ihrem Ehemann. In dem Buch wird das Leben des Hundes Ronny aus dessen Sicht beschrieben. Mit ihren Geschenkbändchen hat sie Anfang Dezember drei kleine, aber feine Bücher herausgebracht,

 

Junges Theater Wachenbuchen zeigt Stück „An der Arche um Acht“:

Das Junge Theater Wachenbuchen probt seit August. An dem Stück „An der Arche um Acht“,

ein Buch von Ulrich Hub. Die Leitung hat der Theaterpädagoge Christoph Goy, der seit fast 20 Jahren in Wachenbuchen tätig ist und fünf Theatergruppen leitet. Das Stück handelt von zwei Pinguinen, die vor der Sintflut auf die Arche Noah geschickt werden und ihren dritten Freund nicht zurücklassen wollen. Es sind Pinguine, die sich mit der Existenz Gottes auseinandersetzen – das Familienstück beschäftigt sich zwar mit einer der ältesten Geschichten, die man aus der Bibel kennt, ist aber sehr lustig und kreativ untermalt. „Niemals lässt ein Pinguin einen anderen Pinguin im Regen stehen!“, diese Philosophie aus dem Stück verkörpert das Team rund um die Aufführung recht gut.

 

Nachwuchs-Filmemacher gewinnen Preis beim Kurzfilmfestival:

Die Augen leuchten, die Gesichter strahlen und alle sechs Jungs wollen gleichzeitig erzählen. Es ist Freitagabend, 19 Uhr, doch wenn sie über ihr Hobby sprechen, dann kennt die Begeisterung der Jugendlichen kaum Grenzen. Fynn, Jonathan, Luca, Oliver, Tim und Timo sind

 

Sechs Schüler der Albert-Einstein-Schule haben zum ersten Mal einen Beitrag zum Maintaler Kurzfilm-Festival eingereicht – und gleich auf Anhieb die Zuschauer überzeugt: Der Kurzfilm „Luther“ hat am besten gefallen und den Publikumspreis gewonnen. Erstaunlich und bemerkenswert, dass den Jungs dies mit einem religiösen, historischen und durchaus anspruchsvollen Thema gelungen ist: mit dem Reformator Martin Luther. Gedreht haben sie den Lutherfilm in der Kirche in Hochstadt und Bischofsheim und in Jonathans Kreuters Schuppen („Szene in der Zelle“). Luther war auch nicht das erste gemeinsame Filmprojekt der Jungs. Bereits in der siebten Klasse hatten sie im Kunstunterricht an einem kreativen Wettbewerb teilgenommen. Kurz darauf haben sie es Fan-Filmen zu Star Wars versucht, allerdings diese nie wirklich fertiggestellt. Sie arbeiten an einem Beitrag zu „Jung und Abgedreht“, dem Hanauer Kurzfilmfestival für junge Filmschaffende, das am 26. Januar 2020 zum achten Mal stattfinden wird.

 

Bücher:

In der Klasse 6b der Einsteinschule ist im Februar nach und nach eine riesige bunte Plakatwand entstanden, deren Poster zur Illustration der einzelnen Buchvorstellungen dienten. Die Präsentationen und die Poster animieren immer wieder die anderen Sechstklässler, selbst einmal ein dort vorgestelltes Werk zu lesen. Lesen ist also nicht nur eine ausgesprochen schöne, kurzweilige und interessante Sache, sondern es hilft auch, sich nicht nur im Fach Deutsch, sondern auch in anderen Fächern zu verbessern. Die Klasse 6b drückt jetzt erst einmal ihrer Mitschülerin Emilija, die im Dezember den Schulentscheid im Vorlesewettbewerb gewonnen hat, ganz fest die Daumen, wenn sie beim Kreisentscheid in Freigericht erneut mit einem fesselnden Lesevortrag Jury und Publikum begeistern will (22. Februar).

 

Am 22. April ist „Welttag des Buches“. Wenn Schüler in den Pausen durch die Tür der Stadtteilbüchereien stürmen, dann nicht, um sich neuen Lesestoff auszuleihen. Die interessieren sich vor allem für die DVDs. Schon seit Jahren beobachtet Nadine Marnette mit Bedauern das schwindende Interesse an Literatur. Wenn Kinder in der fünften, sechsten Klasse sind, gibt es einen regelrechten Einbruch. Das hält dann bis ins frühe Erwachsenenalter an. Vor allem Streaming-Angebote für Filme und Musik machten Büchern Konkurrenz. E-Books hingegen werden als ergänzendes Angebot genutzt. Das haptische Erlebnis, ein Buch in den Händen zu halten, die Seiten umzublättern, das lässt sich nicht ersetzen. Neben einigen Klassikern stehen hier durchweg aktuelle Titel. Sobald ein Buch fünf, sechs Jahre alt ist, sortieren wir es aus. Das wird nicht mehr gelesen. Die Zeiten sind einfach schnelllebiger geworden. Die Konzentrationsfähigkeit hat deutlich nachgelassen. Einmal jährlich gibt es für jede Jahrgangsstufe eine Aktion in der Bücherei ihres Stadtteils. Natürlich geht es ums Lesen, aber auch um Spaß und Spiel. An thematisch aufeinander abgestimmten Stationen warten Lese-, Schreib-, Bastel- und Rätselaufgaben auf die Schüler. Für die Jüngeren gibt es regelmäßig das Bilderbuchkino und einmal monatlich finden Vorlese- und Bastelnachmittage statt. Lesen allein zieht leider nicht mehr. Aber in der Kombination erreichen wir mehr Kinder, nämlich auch die, die zum reinen Vorlesen nicht gekommen wären. Auch ein Comic ist Lesen und schafft einen Zugang zu Literatur.

 

Im April bot die Bücherei der Stadt Maintal in Zusammenarbeit mit Charly Quiring und Gabriel Reitz von der Jugend- und Familienhilfe Welle und Carsten Stein, Kinder- und Jugendfußballtrainer der Kewa Wachenbuchen, eine abwechslungsreiche Ferienfreizeit. Sport, Spiel und Spannung standen auf dem Programm. In dieser Konstellation richtet sich das Angebot zum ersten Mal an Kinder im Grundschulalter. Über „Ball trifft Buch“ will man schon früh das Interesse der Kinder am Lesen und auch an Büchern wecken. Für die 16 Schüler der Maintaler Grundschulen begann der erste Tag der Aktion zunächst in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule mit dem Ball. Sich bewegen, kennenlernen und akzeptieren standen im Vordergrund. Der Mittwochvormittag startete in der Bücherei mit einer Einführung in die Bibliotheksordnung. Bücher mit roten Aufklebern sind Kinderbücher.

Mit weiß ist Literatur für Erwachsene markiert und grün weist auf ein Sachbuch hin.

 

Anlässlich des Tags der Bibliotheken am 24.Oktober wird von 16 bis 18 Uhr in der Bücherei Bischofsheim, Adalbert-Stifter-Straße 51 (auf dem Gelände der Erich-Kästner-Schule) für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren vorgelesen und anschließend gemeinsam gebastelt.

Rund 38.000 Medien – von der Zeitschrift über Bücher, CDs, DVDs und Spiele – gibt es in den vier Maintaler Stadtteilbüchereien. Während in Wachenbuchen der Schwerpunkt auf Kinderliteratur bis zur fünften Klasse liegt, ist Hochstadt der einzige Standort, an dem Leser eine heimatkundliche Abteilung finden. In Bischofsheim wiederum gibt es eine Abteilung mit Spielen. Immerhin 40.000 Euro stehen der Büchereileiterin jährlich für Neuerwerbungen zur Verfügung. Wenn zusätzlich ein Landeszuschuss von 12 500 Euro fließt, können dafür rund 2.500 bis 3.000 neue Medien angeschafft werden. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Belletristik. Sachliteratur spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. In Dörnigheim und Bischofsheim gibt es vor allem Literatur rund ums Kochen und Hobbys.

Bestleiher in den Maintaler Büchereien Kinderliteratur ist „Gregs Tagebuch“ (nicht nur bei den Jungs) und „Die Schule der magischen Tiere“. Bei den Mädchen ist es „Lotta-Leben“. Extrem beliebt sind auch Mine-Craft-Abenteuer und das Thema Star Wars. Für die Kleinsten sind es Bilderbuchlieblinge wie „Mama Muh, Lieselotte und Zilly“ Belletristik für Erwachsene: Familiensagen sind stark nachgefragt, zum Beispiel Elena Ferrante, Carmen Korn: „Jahrhundert-Trilogie“, Peter Prange: „Eine Familie in Deutschland“. Auch nordische Krimis sind weiterhin sehr beliebt. In den Maintaler Büchereien sind alle Bücher vertreten, die auf den Bestsellerlisten.

 

 

 

 

Verkehr

 

Parkplatzmangel gibt es in Maintal zum Beispiel rund ums Opel-Eck und der Altstadt in Dörnigheim sowie in der Goethe-, Schiller- und Gerhardt-Hauptmann-Straße in Bischofsheim.

Da ist einerseits die Zunahme des Individualverkehrs. In den meisten Familien gibt es mindestens zwei Autos. Doch in der Stellplatzsatzung sind pro Wohneinheit in Häusern ab zwei Wohnungen nur eineinhalb Parkplätze vorgesehen. Hinzu kommt, dass private Stellflächen auf dem eigenen Grundstück oder in der Garage nicht immer genutzt und Autos stattdessen auf der Straße abgestellt werden, sodass sich die Situation zusätzlich verschärft.

Die Frage, ob die Stellplatzsatzung in ihrer aktuellen Fassung noch zeitgemäß ist – die Regelung der eineinhalb Stellplätze etwa gilt seit mindestens 1986 – stellt sich aus Sicht der Verwaltung nicht. Das hat seine Gründe: In den letzten Jahren sind die Grundstückspreise und die Baukosten stark gestiegen. Durch eine höhere Stellplatzforderung würden die Kosten für Wohnraum weiter steigen.

Eine Alternative können Tiefgaragen sein. Deren Einrichtung verpflichtend vorzuschreiben, ist jedoch nicht realistisch, auch bereits aufgrund von unterschiedlichen Bodenverhältnissen.

Die baulichen Voraussetzungen sind dabei nur die eine Seite. Höhere Baukosten durch die Errichtung einer Tiefgarage und in der Folge höhere Mieten, die man aus städtischer Sicht vermeiden möchte, die andere

Bewohnerparken werde nur in Bereichen eingerichtet, in denen es aufgrund historisch gewachsener Bebauung und damals fehlender städtischer Stellplatzsatzung überhaupt keine Stellplätze auf den privaten Grundstücken vorhanden sind und die angrenzende Bebauung aus mehrgeschossigen Gebäuden mit vielen Wohnungen besteht. Doch in Maintal verfügten nahezu alle Grundstücke über private Stellplätze auf den Grundstücken [Das Parkproblem gibt es in der ganzen Stadt: Die Straßen sind an sich breit, aber auf beiden Seiten steht Auto an Auto. Das liegt vor allem daran, daß die vorhandenen Garagen zweckentfremdet werden. Aber so finanziert die Allgemeinheit die kostenlosen Parkplätze für Einwohner auf der Straße].

 

Die Einkäufe erledigen und währenddessen das Auto auftanken – wohlgemerkt mit Strom: Das können Kunden des Globus-Markts. Denn dort betreibt die Maintal-Werke GmbH zwei Ladesäulen für Elektroautos, die nun der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt wurden. Seit vergangenem Herbst liefen die beiden Stationen im Probebetrieb. Jede der Säulen verfügt über zwei Ladepunkte, das bedeutet, dass bis zu vier Elektroautos gleichzeitig mit Strom betankt werden können. Der Globus-Markt hat für die beiden Säulen Teile seines Grundstücks zur Verfügung gestellt sowie vier seiner Parkplätze. Diese sind mit einer Markierung versehen, die darauf hinweist, dass es sich um E-Stromladeplätze handelt.

Aktuell unterhalten die Maintal-Werke nun sechs E-Ladepunkte: Neben jenen vier am Globus-Markt noch zwei weitere am Sportzentrum Dicke Buche an der Wilhelmsbader Straße in Dörnigheim. Und das Netz soll weiter wachsen. So ist bis Ende des Jahres eine Erweiterung auf insgesamt 22 Ladepunkte im Stadtgebiet vorgesehen. Besitzer von E-Autos, die in Maintal auftanken wollen, können darüber hinaus noch auf die Ladesäulen der Maintaler Firma 4xpress zurückgreifen, die im Rahmen ihres E-Carsharing-Projekts „mobiliteet“ mehrere Ladesäulen in allen vier Stadtteilen betreibt.

 

Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main hat kürzlich den Bau von Seilbahnen ins Gespräch gebracht, um Pendlerströme zu entlasten. Ein Standort könnte die Loh zwischen Maintal und Niederdorfelden sein. Klaus Büttner, der Bürgermeister von Niederdorfelden, hatte bereits vor einigen Wochen einen Pendleranschluss mit Seilbahn nach Bad Vilbel vorgeschlagen. Vom Parkplatz am Wald auf der Loh [Große oder Kleine Loh?] könnte eine Seilbahn zum Festplatz nach Bad Vilbel führen. Von dort aus ist es nicht weit zur S-Bahn-Haltestelle in Richtung Frankfurt. Ein Standort auf Maintaler Gemarkung wäre unabdingbar. Das Baugebiet am Berghof könnte beispielsweise ins Gespräch gebracht werden.

Ein anderer Vorschlag war, daß sie einerseits an einen Bahnhof mit S-Bahn­anschluss angebunden wird und andererseits gut erreichbar mit dem Pkw oder zu Fuß sind und über ausreichend Parkplätze verfügten.

[Die Idee mit der Seilbahn ist weltfremd. Wer erst einmal im Auto sitzt, fährt auch bis zur Arbeitsstelle - trotz Stau. Wo sollen denn die vielen Autos an der Lohe hin? Da müßte man wohl den ganzen Wald abholzen. Und wenn man näher an die Wohngebiete herangeht? Was soll eine Seilbahn neben dem Bahnhof? Der Bahnhof genügt doch für den Verkehr.Selbst eine Seilbahnstation am Berghof in Wachenbuchen ist schon zu weit für Einwohner am Südrand oder Ostrand des Ortes. Und was soll eine Station am Bahnhof West, da kann man doch gleich mit dem Zug fahren, schnell und mitten in die Stadt. In Bad Vilbel müßte man ja wieder ein Stück laufen bis zur S-Bahn. Da sind Expreß-Buslinien besser].

 

Anfang April wurde wieder ein „Blitzmarathon“ durchgeführt, eine Geschwindigkeitskontrolle über den ganzen Tag. Die Autofahrer halten sich an diesem Tag größtenteils an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Beamten hatten es in Maintal nicht leicht, eine geeignete Stelle für das Lasergerät und die Kontrollstation zu finden.

Zum einen brauchen sie eine längere gerade Strecke, um die Geschwindigkeit der Autos gut messen zu können. Zum anderen müsse es eine geeignete Stelle für die anderen Beamten geben, die die Verkehrssünder aus dem Verkehr ziehen und direkt zur Kasse bitten. Denn siekönnen mit dem Lasergerät keine Fotos anfertigen. Sie müssen den Verstoß also sofort ahnden. In einer Entfernung von bis zu einem Kilometer kann der Laser die Schnelligkeit messen – allerdings nicht speichern. Für das Protokoll über diese Kontrolle muss die ganze Zeit selbst gezählt werden, wie viele Autos gemessen wurden. Der Blitzmarathon, der einmal pro Jahr in mehreren Ländern stattfindet, ist Präventionsarbeit. Es geht dabei nicht darum, möglichst viel Geld in die Kassen zu spülen, sondern darum, dass die Verkehrsteilnehmer bewusst auf ihre Geschwindigkeit achten Denn zu schnelles Fahren ist Ursache Nummer eins für Unfälle. Darum gibt die Polizei auch im Vorfeld bekannt, an welchen Orten sich an diesem Tag Kontrollpunkte befinden. So können sich die Verkehrsteilnehmer darauf einstellen und ihr Tempo anpassen [Wenn man nur auf geraden Strecken messen kann, dann ist das eine Kapitulation vor den Rasern].

 

Im November entschied das Parlament, dass die Einführung eines 365-Euro-Tickets für das Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) unterstützt werden soll. Mitte Oktober aber hat der RMV ein Schreiben an das Bundesverkehrsministerium geschickt und sich damit als Modellregion für ein 365-Euro-Ticket für alle ÖPNV-Fahrgäste im Rahmen eines Modellprojekts des Bundes beworben.

 

Private Blitzer sind nicht erlaubt. Diese Grundsatzentscheidung hat das Oberlandesgericht Frankfurt im November getroffen. Kommunen dürfen also mobile Geschwindigkeitskontrollen nicht durch externe Dienstleister vornehmen lassen. Andernfalls können gegen die Bußgeldbescheide Rechtsmittel eingelegt werden. In Maintal aber werden die Kontrollen ausschließlich durch städtische Ordnungspolizeibeamte vorgenommen worden – vom Aufbau der Messgeräte, über die Kontrollen selbst, bis hin zur Ahndung der Verstöße [Deshalb sind sie auch so selten,].

Ergänzend zum eigenen Geschwindigkeitsmessgerät mietet die Stadt zusätzlich für 50 fest eingeplante ganztägige Kontrollen im Jahr eine Messanlage inklusive Fahrzeug und Fahrer von einem privaten Dienstleister. Aber auch dann liegt die Hoheit für die Messungen bei der Stadt. Darüber hinaus gibt es – je nach Arbeitsaufkommen und personeller Besetzung im Bereich der Ordnungsbehörde – mobile Messungen mit dem eigenen Gerät. Die mobilen Messungen wurden seit 2016 kontinuierlich ausgeweitet von 86 Messungen auf 141 im Jahr 2017 und 161 Kontrollen im zurückliegenden Jahr [Eigene Messungen also dreimal die Woche, aber nur stundenweise, ganztägig einmal die Woche]. Zu den Top-Drei-Messstellen im Stadtgebiet gehörten 2018 übrigens die Goethestraße mit 13 Kontrollen, die Bahnhofstraße im Bereich des Klingseegebiets mit zwölf Messungen und die Kennedystraße auf Höhe der Bushaltestelle mit elf Überwachsungsterminen [Also nicht einmal eine pro Woche].

Neben der Geschwindigkeitsüberwachung gehört auch die Kontrolle des ruhenden Verkehrs zu den Aufgaben der städtischen Ordnungspolizei. Mitarbeite privater Dienstleister sind auch in Maintal im Rahmen der Präventivstreife unterwegs. Die Stadt bekommt durch einen weiteren Dienstleister zwei Vollzeit-Kräfte überlassen, die vor allem in den Abend- und Nachtstunden unterwegs sind. Zwar gab es im Vorjahr drei Neueinstellungen in Vollzeit, in deren Folge die Kontrolldichte erhöht und die Dienstzeiten Montag bis Freitag auf 7 bis 19 Uhr ausgeweitet und ein regelmäßiger Sonntagsdienst installiert werden konnte, doch für die Randzeiten bedarf es zusätzlichen Personals. Insgesamt wurden 2018 genau 8.605 Vergehen im Stadtgebiet zur Anzeige gebracht – mit Blick auf die Vorjahre ein recht konstanter Wert [Immerhin mehr als 20 am Tag].

 

Wegen eines Busstreiks im November mußten Pendler und Schüler auf Autos umsteigen:

Vor dem Schulzentrum in Bischofsheim bildeten sich am Dienstagmorgen lange Autokolonnen. Statt des regulären Schulbusverkehrs waren vor allem Eltern im Einsatz, um den Nachwuchs zur Schule zu fahren. Der Stadtverkehr Maintal hatte mitgeteilt, dass im November

bis auf Weiteres die SVM-Linien bestreikt werden. Die meisten befragten Eltern fahren ihre Kinder üblicherweise nicht zur Schule oder nur sehr selten. Doch nicht alle Eltern zeigen diese Initiative. „Beim letzten Busstreik waren nur zwölf von 29 Kindern in der Klasse“, berichtet eine andere Mutter, die den Kopf über die Reaktion mancher Eltern schüttelt.

Aber die städtischen Ordnungspolizeibeamten richteten ihr wachsames Auge verstärkt auf das Schulzentrum in Bischofsheim. Auf der Goethestraße jenseits des Schulgeländes geht es überraschend geordnet zu – trotz weniger Parkplätze und zahlreicher Autos. Dass dem so ist, dafür sorgen die Mitarbeiter des Ordnungsamts in ihren auffällig gelben Westen. Wer im Halteverbot oder auf dem Gehweg parkt, wird prompt von den Beamten angesprochen, die frühzeitig eingreifen, um ein Verkehrschaos und damit eine Gefährdung der Kinder zu verhindern.

Es besteht ab er zum Beispiel die Möglichkeit, auf Höhe der Gerhart-Hauptmann-Straße zu halten, die Kinder dort aussteigen zu lassen, zu wenden und weiterzufahren. Aber auch der Parkplatz des Bürgerhauses Bischofsheim bietet sich an. Von dort können die Kinder den kurzen Weg über den Flugzeugspielplatz nehmen. Denn der Hol- und Bringservice der Eltern mag gut gemeint sein, ist aber in vielerlei Hinsicht ein Problem. Zum einen wird die Selbständigkeit der Kinder unterbunden, zum anderen entstehen durch das erhöhte Verkehrsaufkommen vor den Schulen schnell gefährliche Situationen für andere Kinder.

 

Kein Platz für E-Autos in Maintal im November: Ahmet Cetiner ist Geschäftsführer von „mobiliteet“, einem Unternehmen, das Carsharing mit Elektroautos anbietet. Damit das Geschäftsmodell in Maintal funktioniert, hat der Bischofsheimer 2017 acht Ladesäulen und 2019 vier weitere in den Stadtteilen errichten lassen, die er seitdem betreibt. Über die dazugehörigen öffentlichen Stellflächen hat er mit der Stadt Maintal einen Gestattungsvertrag geschlossen, der ihm die Nutzung der Parkplätze gestattet. Diese sind aber nicht allein den Carsharing-Fahrzeugen von „mobiliteet“ vorbehalten, sondern können von allen E-Autofahrern in Anspruch genommen werden. Das ist allerdings nur stark eingeschränkt möglich.

„Immer wieder habe ich das Problem, dass ich oder Kunden die E-Autos nicht zurückgeben oder laden können, weil die Stellflächen durch Pkw mit Verbrennungsmotor blockiert sind“, erzählt Cetiner. Für den Unternehmer ein Ärgernis, das nicht nur mit der zeitaufwändigen Suche nach einem freien Ladeparkplatz verbunden ist, sondern auch einen wirtschaftlichen Schaden bedeutet. Schließlich kann er seine Fahrzeugflotte nur vermieten, wenn die Akkus aufgeladen und die Autos fahrbereit sind, und die Ladestationen sind nur wirtschaftlich, wenn auch andere Nutzer

In diesen Fällen werden 25 Euro Verwarngeld für einen Parkverstoß mit Behinderung fällig,

aber die Flächen waren weiterhin regelmäßig blockiert. Cetiner bezweifelt, dass tatsächlich Kontrollen erfolgt sind. „Laut eigener Aussage der Stadt war seit 2017 die Beschilderung nicht korrekt, sodass die Grundlage für die Erteilung einer Verwarnung fehlte“, sagt er. So wies etwa am Standort Kennedystraße ein Schild darauf hin, dass auf den Flächen mit Parkscheibenregelung „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs frei“ sind. Kein Hinweis auf ein Parkverbot für Pkw mit Verbrennungsmotor.

Die Stadt teilte mit, daß man keine Parkkontrollen durch einen privaten Dienstleister auf öffentlichen Flächen erlaube werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Cetiner bereits einen Vertrag mit dem privaten Dienstleister Parkwatcher vereinbart. Schilder wiesen nun auf die Elektroparkplätze und die Kontrolle durch Parkwatcher hin. Die Ladesäulen-Parkplätzen waren wieder verfügbar. Allerdings nur für ein paar Tage. Dann wurden die Schilder von Parkwatcher durch die Stadt entfernt. Grund: „Die Flächen dürfen ausschließlich durch unseren Außendienst der Ordnungsbehörde kontrolliert werden. Deshalb haben wir die Beschilderung des privaten Dienstleisters wieder entfernt“, teilt Nicole Bilz mit. Stattdessen wurden nun Halteverbotsschilder installiert, verbunden mit dem Hinweis, dass Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs von diesem Halteverbot ausgenommen sind.

 

In 2018 wurden in Maintal insgesamt 29 Fahrzeuge abgeschleppt. Diese Zahl hat sich in diesem Jahr fast schon verdreifacht: Von Januar bis Ende Oktober 2019 musste das Team der Ordnungspolizei der Stadt Maintal schon 83 mal eine notwendige Abschleppung anordnen.

Darunter waren 32 nicht zugelassene Fahrzeuge – zum größten Teil Autowracks. Für die Beschäftigten der Ordnungspolizei bedeutet die Zunahme der Fahrzeuge ohne Kennzeichen einen immensen Zeitaufwand bei der Bearbeitung der Fälle. Sie ermitteln nach der Abschleppung den letzten Halter. Diese werden dann schriftlich zur Abholung des Fahrzeugs aufgefordert und parallel wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

 

 

Fähre

Im Sommer des vergangenen Jahres hatten sich MKK-Landrat Thorsten Stolz (SPD), Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber, Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek) sowie Landrat Quilling und Erste Kreisbeigeordnete Jäger darauf verständigt, dass die seit Oktober 2017 stillgelegte Mainfähre zwischen Mühlheim und Dörnigheim dauerhaft erhalten bleiben soll. In einem ersten Schritt sind die beiden Kreise in Vorleistung getreten und haben die Kosten für die Instandsetzung und Reparatur übernommen. Für rund 55.000 Euro wurden unter anderem die Hochseilanlage erneuert und der Liegeschaden beseitigt. Der Main-Kinzig-Kreis hatte die Reparaturarbeiten mit 15.000 Euro bezuschusst. Die Arbeiten sind bereits im Dezember des vergangenen Jahres ausgeführt worden. Anschließend erfolgte laut Angaben des Kreises Offenbach die magnetinduktive Seilprüfung. Ferner werde noch ein Funksystem eingebaut und hochgefahren.

Im Februar stand der Kreis Offenbach offenbar in Verhandlungen mit einem möglichen Pächter. Knackpunkt allerdings könnten die Betriebskosten werden: Bei deren Bezuschussung sieht der Kreis nämlich die Anrainerstädte Maintal und Mühlheim in der Pflicht. Im vergangenen Jahr hatte eine Mehrheit im Maintaler Stadtparlament eine pauschale Beteiligung an den Betriebskosten abgelehnt, weil man von Seiten des Kreises Offenbach keine konkreten Summen genannt bekommen habe.

Nun sind die beiden Städte, deren Bürger die Fährverbindung am meisten nutzten, gefordert.

Die Stadt Mühlheim hatte im August des vergangenen Jahres beschlossen, dass ihre Stadtwerke gemeinsam mit der Stadt Maintal die zukünftig laufende Fährverbindung sicherstellen soll. Eine entsprechende Zusage der Stadt Maintal steht noch aus.

Der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises hat im Februar in seiner Sitzung beschlossen, den Maintaler Anteil in einer Höhe von bis zu 50.000 Euro in einer Anschubfinanzierung zu schultern und auch ein Anteil des Betriebsmittelzuschusses der Stadt Maintal vorerst zu übernehmen.

Am 25. März muss das Maintaler Stadtparlament darüber entscheiden, ob die Stadt den Betrieb der Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim bezuschussen soll oder nicht. Die dazugehörige Magistratsvorlage nennt nun erstmals konkrete Zahlen. Demnach müsste die Stadt bis zu 3.221 Euro monatlich reinbuttern. Auf diese Summe ist die Maximalbezuschussung gedeckelt. Das tatsächliche Defizit soll der Fährbetreiber jeweils zum Jahresende durch eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung nachweisen.

Insgesamt bedeutet das in Zahlen: Bei einer Vertragslaufzeit bis Mai 2021 müsste die Stadt Maintal einen Betrag in Höhe von rund 83.700 Euro aufbringen. Abzüglich der bereits zugesagten Anschubfinanzierung von 50.000 Euro durch den Main-Kinzig-Kreis bliebe somit ein konkret zu zahlender Betrag von rund 33.700 Euro. Bei einer Laufzeit bis Mai 2022 läge der Zuschuss bei rund 122.400 beziehungsweise 72.400 Euro. Aber ein Argument drängt sich auch geradezu auf: Warum muss die Mainfähre mit derart hohen Summen subventioniert werden, während wenige Kilometer weiter westlich die privat betriebene Fähre Rumpenheim gänzlich ohne öffentliche Zuschüsse offenbar sehr erfolgreich verkehrt? Es bleibt nur ein Rat: Maintals Stadtverordnete sollten den Mut haben, Nein zu sagen. Der Sinn und Zweck einer Fährverbindung zwischen Dörnigheim und Mühlheim mag zweifellos vorhanden sein. Aber erpressen lassen sollten sich die Maintaler Stadtverordneten dafür noch lange nicht.

Ein SPD-Antrag wollte im März die Übernahme der Fähre durch Maintal vorbereiten. In den folgenden zwölf Monaten könnte man dann einen Zweckverband mit Mühlheim gründen, aber dann hätte man allein das Risiko.

Am 25. März konnten sich SPD, WAM und Grüne in der Sitzung der Stadtverordneten in einem gemeinsamen Änderungsantrag auf finanzielle Zusagen einigen. Anstelle des vom Magistrat vorgeschlagenen monatlichen Zuschusses, der sich bei einer Vertragslaufzeit bis 2022 auf knapp 123.000 Euro summiert hätte, stellten die drei Fraktionen nun einen Betriebskostenzuschuss von insgesamt 50.000 Euro sowie einen Instandhaltungszuschuss von jährlich 25.000 Euro in Aussicht. In beiden Varianten trägt der Main-Kinzig-Kreis 50.000 Euro. Damit liegt der städtische Anteil sowohl in der Magistratsvorlage als auch beim Änderungsantrag bei rund 7. 000 Euro.

Der Unterschied liegt darin, dass der Vorschlag des Magistrats einen pauschalen monatlichen Zuschuss zu den Betriebskosten vorsah, dessen Notwendigkeit am Jahresende durch eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung hätte nachgewiesen werden müssen, während WAM, Grüne und SPD stattdessen Instandhaltungskosten zusichern, die nur im tatsächlichen Bedarfsfall fließen. Dieser Betrag ist im Verhältnis zu den jährlichen Zuschüssen für den Stadtbusverkehr lächerlich klein, aber ein wichtiger Beitrag für viele Maintaler. Auch die Stadt Mühlheim hat im April den Weg freigemacht für die Inbetriebnahme der Mainfähre. Auf Mühlheimer Seite werden die Zuschüsse für den Fährbetrieb also komplett aus dem Stadtsäckel bezahlt.

Im Juni wurde dann der Bau einer neuen Mainbrücke m Bereich zwischen der Carl-Ulrich-Brücke in Offenbach und der Mainbrücke in Hanau-Steinheim diskutiert. Der Vorschlag aus Hanau sieht vor, diese östlich des Tierheims zu errichten und auf der Südseite des Mains an die B 43 anzuschließen. ].Ziel muss es sein, die Kommunen von unnötigen Durchgangsverkehren zu entlasten und die Verkehrsströme in unserer Region zukunftssicher zu lenken – und somit auch die Lebensqualität in unserer Region zu stärken. Angesichts des großen Flächenanteils, den Maintal am Mainufer hat sowie im Hinblick auf die Autobahnanschlüsse wäre der Bau einer Brücke auf Maintaler Gemarkung allerdings durchaus denkbar. Im Juli wurde eine Absichtserklärung wurde unterzeichnet. Es sind darin drei Schritte festgelegt: die Gründung einer Projektgruppe, die Abklärung des Verkehrsbedarfs und die Erstellung einer Machbarkeitsstudie  [Aber dann gibt es immer noch nicht einen Übergang für Fußgänger und Radfahrer].

Es folgten die Vertragsunterzeichnung mit dem neuen Pächter Mahir Kolbüken, die Sanierungsmaßnahmen an dem Schiff sowie die sogenannte Landrevision, bei der das Fährzeugnis erteilt wurde. Anfang Juli wurde die Fähre wieder ins Wasser gelassen. Nicht all diese Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen waren jetzt schon nötig gewesen. Doch das nötige Fährzeugnis - eine Art TÜV-Plakette- gilt jetzt fünf Jahre.

Mahir Kolbüken, seit 1. Juni offiziell Betreiber der Fähre, stellte sein Konzept vor. Sein Vertrag ist drei Jahre gültig und beinhaltet die Option auf eine Verlängerung um weitere zwölf Monate. Bei den Preisen gibt es eine Erhöhung, auch gegenüber Rumpenheim, jedoch sieht Kolbüken darin kein Problem. „Rumpenheim ist Rumpenheim“, stellte er schmunzelnd klar. Für ihn hätten beide Fähren andere Kunden, weshalb er nicht von einer direkten Konkurrenzsituation ausgehe.

Bei den Betriebszeiten hat sich Kolbüken, - seinerzeit übrigens der einzige Bieter im Ausschreibungsverfahren für einen neuen Betreiber - entschieden, die Fähre täglich von 6 bis 21 Uhr verkehren zu lassen. Dafür habe er drei Vollzeit- und vier Teilzeitbeschäftigte eingestellt. Er selbst habe noch keinen Fährschein, wolle ihn aber zeitnahe machen. Einzelfahrscheine kosten ab sofort für Fußgänger: 0,70 Euro (Zehnerkarten: fünf Euro), Radfahrer: 1,00 Euro (Zehnerkarte: sieben Euro), Mofa/Roller: 1,20 Euro, Motorrad: 1,40 Euro, PKW: 1,80 Euro (Zehnerkarte: 14 Euro), Transporter: 2,80 Euro, Lkw bis 3,5 t: 2,80 Euro, Lkw bis 7,5 t: 4,80 Euro.(

Die Fähre führte bereits am ersten Tag , dem 7. Juli, zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte: Um kurz nach 11 Uhr ist die Fähre aus noch unbekannten Gründen abgetrieben und musste geborgen werden. Laut Aussage einer Anwohnerin ist die Fähre kurz nach dem Ablegen in Richtung Mühlheim leicht nach links abgedriftet. Anschließend habe der Motor aufgeheult und das Schiff sich um die eigene Achse gedreht.

Michael Maul, der Vorsitzende des Deutschen Fähr-Verbandes, sagte, grundsätzlich gibt es zwei Arten von Fahrerlaubnissen, die für das Steuern einer Fähre Voraussetzung seien: Da ist zum einen das „Fährpatent.“ Bei diesem „Fährführerschein“ wird nach 180 Fahrstunden auf einer bestimmten Strecke eine Prüfung abgelegt. Der Fährmann sei dann befugt, Fahrgäste auf dieser Strecke zu transportieren. „Variante B“, sagt Maul, „ist das sogenannte „Längspatent.“ Darin sei das Fährpatent bereits enthalten. Inhaber des Längspatentes seien meist erfahrene Fährleute, sie dürften auf fast allen Fährstrecken fahren.

 

Bernd Schwander, von 1992 bis 2009 selbst Fährmann auf der MS Dörnigheim, hat zumindest eine Vorstellung davon, was passiert sein könnte und erhebt schwere Vorwürfe gegen den neuen Betreiber der Fähre, Mahir Kolbüken. Dieser weist die Beschuldigungen, dass sich die Havarie aufgrund fehlender Fährzeugnisse ereignet habe, vehement zurück.

Er erzählte Kolbüken, den er im Januar kennengelernt hatte, dass er das notwendige Fährpatent habe“, so der 66-Jährige. Im März hart er sein Patent reaktiviert. Damit war erder Einzige an Bord, der ein gültiges Patent hatte.

Als der reaktivierte Fährmann im Ruhestand dann, wie abgesprochen, am Montag um 10 Uhr die Fähre verließ, nachdem er den Mitarbeitern eine Einweisung in das Führen des Schiffes gegeben hatte, hat er noch einmal ausdrücklich klargestellt, dass die Fähre nicht bewegt werden dürfe, wenn er nicht an Bord sei. Dann habe er das Boot am Ufer befestigt und den Motor ausgestellt, was von Kolbüken auf Nachfrage zurückgewiesen wurde.

Nachdem Schwander nach eigener Aussage die Fähre befestigt hatte, besuchte er Ursula Schäfer. Die Dörnigheimerin, die unweit der Fähranlegestelle wohnt, war mit ihrem Mann zusammen von 1975 bis 2002 Betreiberin der Mühlheimer Fähre. Wie Schwander soll auch sie über ein Fährpatent verfügen.

Gegen 11.30 Uhr, als die beiden gerade Kaffee tranken, hörten sie plötzlich den Motor der Fähre. Kurze Zeit später klingelte Schäfers Telefon. Kolbüken rief die ehemalige Fährbetreiberin an und erkundigte sich nach Schwander. Kolbüken sagte: Ich treibe Richtung Fahrwasser´. Dementsprechend hätte Panik an Bord geherrscht. Frau Schäfer hat ihm dann erklärt, was er tun könne:  An Bord gibt es einen Bootshaken, mit dem hätte man versuchen können, sich ans Ufer zu ziehen. Dies habe jedoch anscheinend nicht funktioniert.

Zum Ablauf der Havarie hat Schwander eine genaue Vorstellung: „Wenn man an- und ablegt, müssen die beiden Propeller eine bestimmte Position haben. Ich habe das den Jungs zwar gezeigt, aber das dauert eine Zeit, bis man das richtig kann.“ Daher geht Schwander davon aus, dass die Propeller eine falsche Ausgangsstellung hatten. „Die Fähre ist dann vermutlich in Richtung Mühlheimer Schleuse flussaufwärts getrieben“, spekuliert der Dörnigheimer. Daraufhin seien die Mitarbeiter in Panik geraten und hätten versucht gegenzusteuern.

Das Gierseil, das normalerweise straff gespannt ist, sei dann wegen der fehlenden Spannung gemeinsam mit den zwei Stabilisatorenseilen unter Wasser geraten. Durch den Versuch gegenzusteuern, habe sich die Fähre um ungefähr 180 Grad gedreht. Aus diesem Grund seien die Steuerungspropeller, die sich sonst auf der anderen Seite der Fähre befinden, in die Nähe der Seile geraten. „Die Stabilisatorenseile sind dann unten in die Propeller gekommen“, mutmaßt Schwander, „daraufhin sind sie gerissen und der Motor hat abgewürgt.“ Dann hätte die Fähre nur noch am Gierseil gehängt und wäre navigationsunfähig gewesen.

Diese Version stimmt in den wichtigsten Punkten mit der Aussage Kolbükens überein. Der Heusenstämmer bestätigt, dass sich die Fähre bei den Versuchen gegenzusteuern gedreht habe und so die Stabilisatorenseile in die Propeller gekommen waren.

Eine Gefahr, dass das Schiff in Richtung Offenbach abtreibt, habe aufgrund des intakten Gierseils nicht bestanden. Viel gefährlicher wäre gewesen, wenn das Schiff in die Fahrrinne des Mains gelangt wäre. „Da fahren teilweise mit Benzin oder Öl beladene Tanker. Die können nicht ausweichen. Wenn es eine Kollision gegeben hätte, wäre das sehr schlimm ausgegangen“, fasst Schwander den Ernst der Lage zusammen.

In Kolbükens Variante der Ereignisse soll sich jedoch alles ganz anders abgespielt haben: „Richtig ist, dass der Fährschiffer, Herr Schwander, mir gegen 7 Uhr plötzlich und unerwartet mitgeteilt hat, dass er gegen 8 Uhr einen Arzttermin habe“, erinnert sich der Heusenstammer Fährbetreiber. „Nachdem ich ihm gegenüber mein Unverständnis mit meinem Gesichtsausdruck deutlich gemacht habe, teilte er mir ausdrücklich mit, dass er seinen Dienst weiter versehen wird und den Arzttermin absagt.“

Daraufhin soll Schwander telefoniert haben, weshalb Kolbüken davon ausging, dass der Fährmann seinen zuvor erwähnten Arzttermin absage. „Weder für meine Angestellten, insbesondere den Kapitän, noch für mich gab es auch nur irgendein Anzeichen oder ähnliches, dass Herr Schwander die Fähre unerlaubt verlassen wollte“, versichert Kolbüken. Doch genau das soll dann passiert sein, wie der Fährbetreiber weiter berichtet: „Aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen hat sich jedoch Herr Schwander unerlaubt und völlig unbemerkt von der Fähre entfernt, welches nur bei dem kurz zuvor erfolgten Erreichen der Dörnigheimer Seite passiert sein kann.“

„Einen schriftlichen Arbeitsvertrag habe ich mit Herrn Schwander nicht geschlossen. Zwar wollte ich dies, er lehnte jedoch eine schriftliche Vereinbarung ab“, bekräftigt der Betreiber der Fähre. Insgesamt findet Kolbüken zum Abschluss deutliche Worte: „Ich kann lediglich feststellen, dass sich Herr Schwander, entgegen der Absprachen, von der Fähre geschlichen hat, womit ich nicht ansatzweise rechnen konnte und zutiefst von seinem Verhalten und seiner nachweislich falschen Darstellung in den Medien enttäuscht bin. Augenscheinlich handelt es sich um widerlegbare Schutzbehauptungen in Vermeidung weiterer Sanktionen in seiner eigenen Person.“

 

Generell hat der Rumpenheimer Fährmann Udo Dill Zweifel an Kolbükens Gesamtkonzept. „Man muss doch nur einmal nachdenken“, beginnt Dill, „er hat anscheinend nur einen Mitarbeiter mit Patent als Aushilfe beschäftigt. Und trotzdem will er täglich 15 Stunden lang fahren. Das kann doch gar nicht aufgehen.“

Doch selbst wenn Schwander nicht der Einzige mit Fährpatent gewesen wäre, so hätten die Mitarbeiter Kolbükens, so Dill, noch einige Zeit gebraucht. „Jede Fähre ist anders. Da ist es egal, wie viel Erfahrung man im Allgemeinen hat. Ich würde mir auch nicht zutrauen, die Mühlheimer Fähre zu fahren, ohne dass die ganze Zeit jemand daneben steht, der das Ding kennt“, fasst der Fährmann zusammen, der bereits seit 1976 über ein Fährpatent verfügt.

Dill, der die Rumpenheimer Fähre gemeinsam mit seinem Bruder vom Vater übernommen hat, trägt das wirtschaftliche Risiko alleine. Allein für die Restaurierung seines Decks musste er beispielsweise 70.000 Euro exklusive Mehrwertsteuer nur an die Werft zahlen. Diese Arbeiten finanzierte er vollständig aus eigener Tasche.

Um das „kleinste“ Fahrpatent zu erwerben, muss man eine bestimmte Zeit unter Aufsicht auf der Strecke fahren, für die man die Genehmigung erwerben möchte. Aus diesem Grund, wird es nicht leicht sein, zeitnah mehrere Leute mit einem entsprechenden Patent zu finden. Bis die Fähre in Mühlheim wieder fährt, wird also vermutlich noch etwas Zeit ins Land gehen.

 

Im August verkündete Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber, dass der Vertrag des Fährbetreibers Mahir Kolbüken mit der Stadt Maintal ab sofort hinfällig sei. Maintaler Geld sei derweil nicht geflossen. Der Kreis Offenbach habe bereits angekündigt, das Geld von Kolbüken einzufordern. Es wurde aber beschlossen, eine neue Ausschreibung für die Mainfähre zu starten. Mahir Kolbüken, und der Kreis Offenbach haben sich außergerichtlich geeinigt. Der Vertrag sei zum 31. August 2019 gekündigt worden.

Im Oktober wurde die Mainfähre MS Dörnigheim wird bis auf Weiteres an einem Anlegeplatz im Osthafen der Nachbarstadt Frankfurt am Main liegen. Mit dem „Zwischenparken“ im Schatten der Europäischen Zentralbank sollen Gefahren für den Schiffsverkehr abgewendet und Liegeschäden vermieden werden

Der Kreis Offenbach hat den Betrieb der Fähre zwischen Mühlheim und Maintal-Dörnigheim am 13. November erneut ausgeschrieben. Jetzt soll die MS Dörnigheim künftig ganzjährig mindestens von montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 19 Uhr sowie sonntags von 9 bis 19 Uhr verkehren. Anfang Dezember teilte der Kreis Offenbach mit, hat sich ein Interessent auf die Ausschreibung des Fährbetriebs gemeldet.

 

 

Unfälle

Anfang Januar: Auffahrunfall auf der Bundesautobahn 66 in Höhe der Anschlussstelle Maintal-Bischofsheim, zwei Schwerverletzte

Mitte Februar: Lastkraftwagen beschädigt in der Weidenseestraße einen Audi-Avant und begeht Unfallflucht

Ende Februar: Eine Fußgängerin wurde bei einem Unfall in der Fußgängerzone im Maulbeerweg von einem schwarzen Kleinwagen leicht verletzt, als sie die Straße überqueren wollt.

Anfang März: Ein Mercedes fuhr aus bislang ungeklärten Gründen am Fähr­anlege in den Main, der Fahrer hatte sich aus eigener Kraft gerettet.

Anfang März: Ein Radfahrer wollte auf der Südumgehung an der Wachenbucher Straße nach links abbiegen und wurde von einem entgegenkommenden Auto schwer verletzt.

Mitte April: Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 8 zwischen Frankfurt und Maintal

hat möglicherweise ein verbotenes Rennen stattgefunden (in. Mittelleitplanke gefahren).

Mitte Mai: Auf der Kennedystraße in Höhe der Honeywellstraße geriet ein Senior auf den Grünstreifen und kollidierte anschließend mit einer entgegenkommenden Mercedes.

Mitte Juni: In der Ringstraße Süd wurde ein Golf abgestellt und  auf der linken Fahrerseite komplett beschädigt, der Verursacher beging Fahrerflucht (Sachschaden 10.000 Euro).

Ende Juni: An der Einmündung Kesselstädter Straße / Honeywellstraße wurde ein 18-jähriger Fahrradfahrer von einem Auto angefahren, dessen Fahrer dann Fahrerflucht beging.

End Juli: Ein Fahrradfahrer stürzte im Dörnigheimer Weg gegen einen geparkten Lastwagen, weil ein Kleinwagen mit hoher Geschwindigkeit und zu eng an ihm vorbeigefahren war.

Anfang August: Ein Auto kollidierte in Höhe des Tierheims mit einem Hund, der nach der Kollision direkt in ein angrenzendes Waldstück lief. Polizisten fanden ihn.

Anfang September: Ein Wohnmobil  beschädigte in der Berliner Straße einen geparkten BMW. Ohne sich um den Schaden zu kümmern, setzte der Unbekannte seine Fahrt fort.

Mitte September: In der Berliner Straße wurde ein siebenjähriger Junge auf dem Zebrastreifen an der Hüfte verletzt. Die Verursacherin konnte wegen ihrer roten Haare ermittelt werden.

Ende Oktober: Auf der Querspange wurde ein Motorradfahrer schwer verletzt, als ein Autofahrer nach links auf die Zufahrt zur A 66 auf die Autobahn abbog

Ende Oktober: An der Ampelkreuzung Kennedystraße an der B 8 in Bischofsheim kam es wegen einer Stauung an der Kreuzung zu einem Auffahr-Unfall mit zwei Schwerverletzen.

Mitte November: Im Wilhelmsbader Weg nach Fechenheim überholte ein VW einen BMW, der Fahrer verlor dabei die Kontrolle und wurde schwer, der Beifahrer tödlich verletzt.

Ende November: Der Fahrer eines Audi von der A 66 bei Bischofsheim abgebogen. Dabei stieß er mit einem Nissan zusammen und wurde gegen eine Ampel geschleudert,

Anfang Dezember: Ein BMW-Fahrer, der aus der Straße „Alte Dorfstraße“ kam, übersah  einen vorfahrtsberechtigten Bus in der Straße „Alt Bischofsheim“ und kollidierte mit diesem.

Anfang Dezember: In der Straße „Am Kreuzstein“ kam es zu einer Unfallflucht, nachdem ein geparkten Mercedes beim Vorbeifahren gestreift worden war (Schaden von gut 3.500 Euro).

Anfang Dezember: Auf der verlängerten Kennedystraße zwischen Dörnigheim und Bischofsheim wurden zwei Maintaler bei einer Kollision mit der Beton-Leitplanke leicht verletzt.

Anfang Dezember: Nach einem Unfall im Marie-Curie-Ring flüchteten die vier Insassen eines schwarzen Mercedes zu Fuß, nachdem Fahrer. die Kontrolle über sein Auto verloren hatte.

Mitte Dezember: Zwischen der Auffahrt zur A 66 Richtung Frankfurt und dem Ortseingang von Hochstadt wurde ein 57-jähriger Radrennfahrer schwer verletzt gefunden

Mitte Dezember: Im Rumpenheimer Wegs wurde eine 60-jährige Fußgängerin bei einem Zusammenstoß mit einem Toyota an der Schulter und am Bein verletzt.

Ende Dezember: Auf der Bundesstraße 8 zwei Fahrzeuge und eine Leitplanke über 15 Meter beschädigt, als ein BMW einen Mercedes überholen wollte (Atemalkoholtest 2,5 Promille).

 

In Maintal gibt es 34 Voraushelfer, also jener ehrenamtlichen Sanitäter, die im Notfall noch vor Notarzt und Rettungswagen beim Patienten sind und Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Dafür sind sie bestens ausgerüstet: Sie haben immer eine Tasche für den Notfall dabei. In dieser befinden sich unter anderem ein Blutdruck-Messgerät und ein Stethoskop. Sie kommen zum Einsatz, wenn ein Herzkreislaufstillstand vermutet wird. Bei einem gebrochenen Bein oder bei Sturzverletzungen werden sie zum Beispiel nicht alarmiert. Es geht für die Voraushelfer also bei jedem Einsatz um Leben und Tod. Nach einem Herz-Kreis­lauf­stillstand verringern sich die Überlebenschancen pro Minute durchschnittlich um zehn Prozent. Nach zehn Minuten hat der Patient demnach kaum noch eine Chance, den Infarkt zu überleben.

Pro Jahr haben die Maintaler Voraushelfer durchschnittlich 50 Einsätze. Über einen digitalen Melder sowie per SMS aufs Handy werden sie über einen Notfall informiert, erhalten die Adresse des Patienten und eine kurze Beschreibung der Symptome und der Situation vor Ort. Die Voraushelfer, die verfügbar sind und sich in der Nähe befinden, machen sich dann auf den Weg dorthin. Oft ist man als Voraushelfer nicht alleine. Doch so wichtig die Arbeit der Voraushelfer ist, eines kann sie nicht ersetzen: die Erste Hilfe durch die direkten Zeugen des Notfalls. Am wichtigsten ist immer die erste Person vor Ort, die den Notruf absetzt und mit der Wiederbelebung beginnt.  Die Voraus-Helfer können nur so gut sein, wie der Ersthelfer es vor ihnen war.

 

Ein 70-jähriger Maintaler ist Anfang Oktober beim Wandern in den Bayerischen Voralpen in den Tod gestürzt. Der Mann stürzte 30 bis 40 Meter in die Tiefe nachdem er am Hohen Fricken auf einem Steig ausgerutscht sein. Die 67 Jahre alte Ehefrau des Maintalers blieb unverletzt und wurde vom Kriseninterventionsdienst der Bergwacht ins Tal nach Farchant (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) gebracht. Der Mann starb noch an der Unfallstelle

 

 

Kriminalität

Anfang Januar wurde am Friedhof in Bischofsheim ein E-Bike gestohlen.

Anfang Januar: Einbrecher nahmen in der Stresemannstraße Bargeld und Schmuck mit.

Mitte Januar: In der Goethestraße wurde auf einem Hof ein Sportwagen Toyota geklaut.

Mitte Januar: Aus einem Bistro im Backesweg stahlen Einbrecher zwei Geldkasetten.

Mitte Januar: Gut sieben Kubikmeter Nahrung wurden im Wald Wachenbuchen gefunden.

Ende Januar: Ein Exhibitionist entblößte sich auf der Siemensallee vor Passanten.

 

 

 

 

 

Anfang Februar: Aus einem Haus „Am Bornberg“ wurden Bargeld und Münzen gestohlen

Mitte Februar: In der Elbestraße wurde ein Audi aus einer Hofeinfahrt gestohlen.

Ende Februar: Vor einem Verbrauchermarkt im Dörnigheimer Weg hat ein Mann mit einem Messer seinen Kontrahenten im Gesicht verletzt

Mitte März: In der Spessartstraße wurde in der Nacht ein Toyota gestohlen.

Mitte März: Von einer Baustelle des Feuerwehrgeländes in der Hanauer Straße in Hochstadt wurde eine Rüttelplatte geklaut.

Anfang April: In der Wachenbucher Straße wurde ein abgestellter VW Touran gestohlen

Anfang April: Aus einem nur kurz auf dem Parkplatz am Sportplatz in Hochstadt abgestellten Auto wurden wurde eine Handtasche mitsamt Bargeld und Ausweisdokumenten gestohlen.

Anfang April: Wegen Volksverhetzung wurde ein Hausmeister zur Zahlung 600 Euro verurteilt wegen eines Aufklebers, mit dem alle Grünen als Kinderschänder hingestellt werden.

 

Ende April: Ein Unbekannter versuchte, einen Geldausgabeautomaten in einer Bankfiliale in Dörnigheim zu sprengen und hantierte dabei auch mit einer Gasflasche

Ende April: Unbekannte sind in ein Mehrfamilienhaus an der Lessingstraße in Dörnigheim eingedrungen und erbeuteten ein Tablet sowie Schmuck gestohlen.

Ende April: In der Straße „Eichenheege“ erbeuteten Unbekannte Schmuck, nach dem sie

eine Kellerfensterscheibe eingeschlagen hatten.

Ende April: Ein Einbrecher-Trio wurde bei einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in der Breitscheidstraße von den heimkehrenden Anwohnern überrascht.

Ende April: Zwei etwa 30 Jahre alte Trickdiebe, die am Montag in Hochstadt und Bischofsheim als falsche Mitarbeiter eines Telefonanbieters unterwegs waren, scheiterten.

Anfang Mai:  So Unbekannte haben auf dem Gelände der Kita Moosburger Weg - als spätabendlicher Treffpunkt von Jugendlichen bekannt - randaliert.

Mitte Mai: Eine Fußgängerin wurde in der Bahnhofstraße, Opfer eines Straßenraubes.

Ende Mai: Aus der Apotheke am Dörnigheimer Weg flüchtete ein Unbekannte mit Medikamenten und Geld in die Adalbert-Stifter-Straße und zum Kreuzstein

Anfang Juni: Aus dem Kiosk in der Wachenbuchener Straße nahmen zwei Männer bei einem Einbruch eine Kasse sowie Zigaretten mit.

Mitte Juni: Auf Werkzeuge hatten es Autoknacker abgesehen, die drei Fahrzeuge in Bischofsheim aufgebrochen und Werkzeuge entwendet haben.

Mitte Juni: Bei einer Auseinandersetzung unter mehreren Personen in der Gerhard-Hauptmann-Straße erlitt ein junger Mann zwei Schnittverletzungen im Gesicht.

Ende Juni:  Von der Baustelle auf Höhe der Sportplätze in Hochstadt entwendeten die Täter eine Rüttelplatte und eine Asphaltsäge im Wert von mehreren tausend Euro.

 

Mitte Juli: Unter dem Vorwand, das Kabelfernsehen überprüfen zu müssen, stahl ein Trickdiebpärchen in der Kennedystraße einen kleinen Safe mit Schmuck

Mitte Juli: Bargeld, diverse Wertgegenstände und den Haustürschlüssel haben Einbrecher aus einer Wohnung in der Stresemannstraße gestohlen.

Ende Juli: Ein Rentner wurde von Trickdieben angerufen, es seien zwei Gauner festgenommen worden, von denen einer Unterlagen mit seiner Adresse und anderen Daten dabei hatte.

Mitte August: Einbrecher drangen in eine Gaststätte im Fechenheimer Weg ein und entwendeten Getränke im Wert von mehreren hundert Euro. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen.

August: Bischofsheim ist laut Maintaler Polizei kein so genannter „Hot-Spot“ in Sachen Kriminalität. Eine Arbeitsgruppe „Rund um das Schulzentrum“ wurde gegründet, der es unter anderem zu verdanken ist, dass für eine regelmäßige Nachtstreife des städtischen Ordnungsdienstes ein neues Fahrzeug angeschafft und drei neue Stellen geschaffen wurden:

Ende August: Einbrecher drangen durch ein rückwärtiges Fenster in die Kita im Moosburger Weg ein und nahmen Digitalkameras mit.

Ende August: Aus einer Beratungsstelle an der Ascher Straße und stahlen Diebe ein Mobiltelefon und ein Tablet.

Ende August: Bei einem Einbruch im Marie-Curie-Ring wurden mehrere hochwertige Bagger und Baumaschinen entwendet:

Anfang September: Eine Fußgängerin wurde am frühen Sonntag im Bereich der Straße Am Bootshafen von einem Mann unsittlich angefasst.

Mitte September: In der Bahnhofstraße wurde eine Einbrecherin ertappt, die wohl zuvor über den Keller ins Haus eingedrungen war. Nach ersten Erkenntnissen wurde nichts entwendet.

Mitte September: Eine Maintaler Paketzustellerin muss 5.600 Euro Geldstrafe zahlen, weil sie unbefugt Kundenkontodaten (E-Mail-Adresse, Lieferadressen) verändert und damit Waren im Wert von 11.400 Euro im Internet bestellt hatte

Ende September: Im Bertha-von-Suttner-Weg kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung unter jungen Leuten mit leichten Verletzungen, auch durch Pfefferspray.

Ende September: Auf dem Parkplatz eines Getränkemarkts an der Berliner Straße wurde ein Auto angefahren und d im Heckbereich beschädigt. Die Fahrerin hat Unfallflucht begangen.

Ende September: Zwei ertappte Einbrecher sind ohne Beute vom Grundstück eines Einfamilienhauses in der Sudetenstraße geflüchtet, weil die Bewohner nachschauten.

 

Anfang Oktober: Autoknacker waren in der Nacht in Dörnigheim unterwegs und hatten es offensichtlich auf Werkzeug abgesehen. Sie zertrümmerten an drei Handwerkerfahrzeugen jeweils eine Scheibe und stahlen Werkzeug im Wert von etwa 5.000 Euro.

Anfang Oktober: Am 1. Oktober wurden an einer Tankstelle in der Straße Am Kreuzstein vier Personen verhaftet. Die Beamten fanden bei den Festgenommenen 55 Kilogramm Marihuana.

Mitte Oktober: Vandalismus ist an den Maintaler Bahnhöfen ein Dauerthema. Selbst alte Räder werden entwendet oder Teile abgebaut. Die Stadt verweist auf die Fahrradboxen.

Ende Oktober: In der Zimmerseestraße verschaffte sich eine Frau Zutritt zu einer Wohnung unter dem Vorwand vom Pflegedienst zu sein. Anschließend betrat ein Mann die Wohnung und entwendete offensichtlich zielgerichtet einen Möbeltresor aus dem Wohnzimmer.

Ende November: Betrüger wollten einen Hochstädter mit dem Enkel-Trick hereinlegen. Der noch minderjährige einzige Enkel sei in einen Unfall verwickelt benötige jetzt 18:000 Euro zur Begleichung des Schadens. Er rät seinem Enkel, sich an die Eltern zu wenden und Polizei für die Unfallaufnahme und -abwicklung einzuschalten.

Ende Dezember: Bei zwei Einbrüchen „Am Langen See“ und „Am Kreuzstein“ stahlen Unbekannte Schmuck.

 

Der Präventionsrats forderte im April, mehr Präsenz vor Ort zeigen, vor allem am Mainufer, wo immer wieder Vandalismus und illegale Graffiti vorkommen und Kunstwerke zerstört wurden. Als erste konkrete Maßnahme will er ein öffentliches Treffen am Main vereinbaren. Dabei können Interessierte und Betroffene ihre Anregungen für eine sichere Stadt einbringen und mit allen handelnden Personen ins Gespräch kommen. Ein weiteres Thema war die illegale Müllentsorgung, von achtlos weggeworfenen Verpackungen bis zur tonnenweisen Ablagerung von Bauschutt.

Die Kriminalstatistik 2018 zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl registrierter Fälle um 312 in Maintal gestiegen ist. Besonders die Betrugsdelikte (plus 98), die Rauschgiftkriminalität (plus 53) und Diebstahldelikte (plus 67) nahmen zu. Erfreulich ist aber, dass sogenannte Rohheitsdelikte wie Raub, Erpressung und Körperverletzung um 51 Straftaten abgenommen haben und die Anzahl junger Tatverdächtiger um 50 gesunken ist.

 

 

 

 

Kunstschänder am Mainufer: Skulptur am Wochenende zerstört:

Schon lange treiben Vandalen am Dörnigheimer Mainufer ihr Unwesen: Es wurden schon Papierkörbe geöffnet und der Müll auf der Wiese verteilt, und Bänke aus der Verankerung gerissen.  Außerdem haben Unbekannte einen Zaun am Parkplatz an der Uferstraße zerstört und eine frisch gestrichene Wand an der Mainstraße mit Graffiti besprüht.

Im September wurde die sechsteilige Mainufergalerie schließlich eingeweiht. Ende Dezember war eines der Kunstwerke nachts demoliert worden. In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember haben Unbekannte eine Skulptur aus der Verankerung gerissen. Doch den Vandalen schien sie wohl zu schwer zu sein, denn sie ließen die Figur am Mainufer liegen.

Unbekannte haben sich Anfang Februar in der Nacht von Freitag auf Samstag die Figur des „Außerirdischen“ mit Namen „K 718“ an den Füßen abgesägt, eine der Skulpturen, die auf Initiative der Gruppe vor gut einem halben Jahr am Dörnigheimer Mainufer aufgestellt worden sind. Die Skulptur wurde von einer Ruderin gesichtet.

Auch die Frankfurter Künstlerin Bianca Tather, die die Skulptur im Auftrag der Stadtleitbildgruppe angefertigt hat, ist bestürzt. „Schon als wir im Juni das Projekt durchgeführt haben, wurde von einigen vermutet, dass die Skulpturen nicht lange stehen würden“, sagt sie. Sie selbst hätte aber nicht damit gerechnet, dass die als „Maingalerie“ bekannte Kunstserie         irgendwelchen Vandalen zum Opfer fallen könnte.

Am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag war eine Delegation der Ortsgruppe Maintal der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft auf dem Main unterwegs, auf der Suche nach der verschollenen Skulptur. Die freiwilligen Helfer haben mit acht Personen jeweils in zwei Booten den Uferbereich des Flusses bis zur Offenbacher Schleuse abgesucht. Der verschollene Außerirdische ist nun schon der zweite Schaden, den Unbekannte an dem Ensemble angerichtet haben

Erneut haben Unbekannte Anfang August am Dörnigheimer Mainufer eine der dort aufgestellten Skulpturen beschädigt und einen materiellen Schaden von rund 400 Euro angerichtet. Die Figur wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag und ein weiteres Mal von Montag auf Dienstag angegangen. Die Polizei prüft nun, ob es möglicherweise einen Zusammenhang mit einer ähnlichen Tat im Februar dieses Jahres gibt und bittet Zeugen, sich zu melden.

Der oder die Unbekannten hatten es im aktuellen Fall auf die Figur abgesehen, die anstelle des zu Jahresbeginn zerstörten Kunstwerkes aufgestellt wurde. Damals war eine Holzfigur offensichtlich abgesägt und dann womöglich in den Main geworfen worden.

Um das Kunstobjekt künftig besser vor Vandalismus zu schützen, fertigte der Hanauer Werbetechniker Jürgen Graschtat eine Nachbildung aus Metall mit dem Foto der Original-Skulptur von Bianca Tather an. Zusätzlich wurde die Rekonstruktion durch Stahlseile gesichert. Doch nicht einmal die waren stark genug, um zu verhindern, dass unbekannte Täter am vergangenen Wochenende die Figur verbogen.und zudem mehrere Halteseile durchtrennt. Mittlerweile ist sie schon wieder in Stand gesetzt. Jürgen Graschtat, der die Nachbildung gefertigt hatte, war am Montag schnell zur Stelle. „K 718 wurde zunächst mit Warmluft behandelt und anschließend in ein warmes Vollbad getaucht, damit er wieder gerade gebogen werden konnte. Anschließend wurde die Skulptur in Tücher gehüllt und mit Holzlatten massiert. Die Aufenthaltsqualität am Mainufer soll aber weiter gesteigert werden, etwa durch das Rosengärtchen, das derzeit zwischen Karl-Leis-Straße und Ufergasse angelegt wird.

 

Messerstecherei:

Ende Januar wurde der Prozeß gegen einen 20-jährigen Maintaler fortgeführt, der einräumte, einen 19-jährigen Schüler im Oktober vergangenen Jahres in einer Wohnung in der Dörnigheimer Waldsiedlung mit einem Küchenmesser in den Bauch gestochen zu haben. Die Verletzung hätte durchaus lebensbedrohlich verlaufen können. Schließlich hatte das Opfer durch den Stich eine Leberverletzung erlitten und musste notoperiert werden. Der Angeklagte wurde von der Zweiten Großen Strafkammer des Hanauer Landgerichts Aufgrund „infantiler Züge“ und einer Reifeverzögerung nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der mutmaßliche Grund: Das spätere Opfer soll den Maintaler in sozialen Netzwerken „blockiert“ und schlecht über ihn geredet haben. Außerdem soll der 19-Jährige ihm einen mehrteiligen Geldbetrag geschuldet haben.

 

Beziehungstat in Dörnigheim

Zwei Schüsse an der Berliner Straße in Maintal-Dörnigheim haben Anfang September für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Ein Mann soll auf eine 24-jährige Frau geschossen und sie am Kopf verletzt haben. Er wurde mittlerweile festgenommen. Zeugen hatten am Montagmorgen, gegen 5.20 Uhr, die Polizei alarmierten und angegeben, dass ein Mann an der Berliner Straße auf eine Frau geschossen habe. Am Einsatzort wurde eine 24 Jahre alte Frau mit einer Kopfverletzung aufgefunden und schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Der 35-jährige Tatverdächtige flüchtete im Anschluss. Bei einer Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war, wurde der Mann gegen 7 Uhr vorläufig festgenommen.

Noch am Morgen wurde das Areal um den Tatort mit Polizei­hunden abgesucht. Die Tatwaffe wurde allerdings nicht gefunden. Der Täter kam in Untersuchungshaft.

Am Nachmittag bestätigte die Staatsanwaltschaft Informationen, laut denen die Ermittler von einer Beziehungstat ausgehen. Der Schütze habe laut Staatsanwaltschaft aus Eifersucht zur Waffe gegriffen und seine Freundin durch Kopfschüsse töten wollen – offenbar hatte die Frau mit einem anderen Mann Kontakt gehabt. Die am Kopf verletzte Frau wurde nach zwei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Die Verletzung war weniger schwer als befürchtet: Die Kugel ist in der Schädeldecke steckengeblieben

Mehr als drei Monate nach dem Verbrechen haben Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft den Fall aus ihrer Sicht aufgeklärt: Der 35-jährige Afewerki W. soll versucht haben, in den Morgenstunden des 2. September in Dörnigheim seine elf Jahre jüngere Ex-Freundin zu ermorden. Das Opfer überlebte wie durch ein Wunder. weil es sich wohl nur um eine Schreckschußwaffe gehandelt hat und das. Projektil im Schädelknochen steckenblieb.

Wie Anfang Dezember bekannt wurde, hat der 35-Jährige bereits einiges auf dem Kerbholz und der beinahe tödliche Angriff kam nicht von ungefähr. Bereits in den Wochen vor den Schüssen soll der Mann seine Freundin dreimal in Folge angegriffen haben. Die Frau hatte W. bereits am 24. Juli angezeigt. An diesem Tag soll der Angeklagte – offenbar ebenfalls aus Eifersucht, versucht haben, das Smartphone seiner Freundin zu kontrollieren. W. soll die Frau bedroht und zunächst geschlagen haben. Dann soll er ihr ein Kissen ins Gesicht gedrückt haben, bis die Frau ihm die Nummer zum Entsperren des Handys sagte. So lautet die Anklage auch auf gefährliche Körperverletzung sowie Nötigung.

Am 31. Juli sowie am 1. August soll es ebenfalls zu Übergriffen gekommen sein. So füllen zwei weitere Anklagepunkte wie versuchte gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung die Akte. Am Hanauer Gericht ist W. zudem kein unbeschriebenes Blatt. Erst vor wenigen Wochen ist er vom Schöffengericht sowie in der Berufung vom Landgericht wegen gemeinschaftlichen Einbruchs in Dörnigheim zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. - Der Auftakt der Hauptverhandlung ist von der 1. Schwurgerichtskammer für Donnerstag, 27. Februar, anberaumt worden.

 

 


 

 

Schüsse bei Raubüberfall auf Tankstelle:

Polizeibeamte haben in Maintal-Dörnigheim Ende September in der Nacht zu Montag einen Raubüberfall auf eine Tankstelle vereitelt und einen bewaffneten 23-Jährigen festgenommen, der später jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Bei der Festnahme hatten die Beamten von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Verletzt wurde dabei niemand. Nach bisherigen Ermittlungen betrat der maskierte Täter gegen 1.45 Uhr den Verkaufsraum der Aral-Tankstelle in der Kennedystraße / Ecke Berliner Straße (Opel-Eck) und soll die Kassiererin sofort mit einer Schusswaffe bedroht haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Nur wenige Augenblicke später kam zufällig eine Polizeistreife ebenfalls in die Tankstelle. Als der Verdächtige die Uniformierten bemerkte, hat er seine Waffe in Richtung der Beamten gerichtet. Eine Polizistin hat dabei einen Schuss aus der Dienstwaffe abgegeben. Bei seiner Festnahme in der Tankstelle leistete der Mann erheblichen Widerstand und schlug dabei einem Beamten heftig ins Gesicht. Dieser musste in ein Unfallkrankenhaus eingeliefert und dort mit Verdacht auf eine Fraktur behandelt werden.

Bei der Durchsuchung des Verdächtigen wurde neben einer Schreckschusswaffe ein weiteres Magazin, ein Schlagring, ein Butterflymesser und eine geringe Menge Drogen sichergestellt. Der polizeilich bereits bekannte Mann wurde ins Polizeigewahrsam eingeliefert. Der polizeilich bekannte Mann wurde dann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hanau einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ließ den mutmaßlichen Täter allerdings wieder laufen – der Tatverdächtige verließ das Amtsgericht Hanau am Montagabend als freier Mann.

 

Das sieht sehr nach Fehleinschätzung des Hanauer Amtsgerichts aus: Der 23-jährige Dörnigheimer, der versucht hatte, die Tankstelle an der Kennedystraße zu überfallen und trotz Antrags der Staatsanwaltschaft Hanau auf freien Fuß gesetzt worden war, hat Anfang Oktober mit einem bewaffneten Amoklauf gedroht. Die gute Nachricht: Der Mann wurde vorläufig in einer psychiatrischen Anstalt eingesperrt.

 Der 23-Jährige ist am Mittwoch in die Kanzlei seines Frankfurter Strafverteidigers gegangen. Dort soll er dann gedroht haben, im Anschluss an die Beratung seine übrigen Waffen in Maintal zu holen und einen Amoklauf zu begehen. Daraufhin ist der Dörnigheimer von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei noch in der Kanzlei überwältigt und festgenommen worden, um die Gefahr eines tatsächlichen Amoklaufs im Keim zu ersticken. Der 23-Jährige soll in eine geschlossene Anstalt gebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft legte zweimal Beschwerde gegen den Beschluss eingereicht. Dies ist jedoch vom Landgericht abgelehnt worden. „Als wir von der Amoklauf-Drohung in Frankfurt erfahren haben, wurde eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet“, so der Oberstaatsanwalt zu den Ermittlungen. Dabei seien Kriminalbeamte in Maintal auf ein Arsenal verbotener Waffen wie Butterflymesser und Schreckschusswaffen gestoßen. Und die Beamten fanden noch mehr: eine größere Menge Rauschgift. Drogen, Butterflymesser, Schlagring sowie eine Schreckschusspistole.

Erst nach einer erneuten Beschwerde der Hanauer Staatsanwaltschaft hat das Landgericht Hanau einen Haftbefehl gegen den Verdächtigen erlassen. Zivilkräfte der Hanauer Polizei nahmen den Maintaler noch am gleichen Tag an seiner Wohnanschrift fest. Zwar versuchte der 23-Jährige zu flüchten, konnte aber nach wenigen Metern eingeholt werden. Bei der folgenden Durchsuchung des Mannes fand die Polizei ein verbotenes Butterflymesser.

Doch es wäre völlig falsch, pauschal auf „die Hanauer Justiz“ zu schimpfen. Denn: Bevor ein Mensch – für den bis zu seiner Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt – hinter Gitter landet, muss in diesem Land sorgfältig geprüft werden. Es sind hohe Hürden. Das ist auch gut so. Und unter den Roben stecken schließlich Menschen, die nicht fehlerfrei sein können.

Besonders lobenswert ist daher die Hartnäckigkeit der Hanauer Staatsanwälte, die nicht locker gelassen und sich schließlich mit ihren Argumenten durchgesetzt haben. Insofern haben die Juristen einwandfrei gearbeitet und beweisen, dass unser Rechtssystem sehr wohl funktioniert – denn die Staatsanwaltschaft ist ein Teil der Hanauer Justiz.

 

Thailand-Connection:

Im Mai begann der Mammutprozess um Menschenhandel, Menschenhandel, Einschleusung, Zwangsprostitution, Zuhälterei, Ausbeutung und Steuerhinterziehung gegen führende Mitglieder der „Thailand-Connection“. Vier thailändische Frauen und ein deutscher Mann im Alter zwischen 49 und 64 Jahren müssen sich dann vor der 5. Großen Wirtschaftsstrafkammer verantworten. Sie sollen laut Anklage die Drahtzieher in Maintal gewesen sein. Vor mehr als einem Jahr hatte die Polizei bundesweit zugeschlagen: Rund 1.500 Polizisten sowie zahlreiche Zollbeamte hatten bei einer Großrazzia am frühen Morgen des 18. April 2018 die organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu unter die Lupe genommen.

Ein Großaufgebot durchsuchte auch im Maintaler Westend ein Bordell. Dabei stellten die Beamten zahlreiches Beweismaterial wie Computer oder Festplatten sicher. Insgesamt wurden in zwölf Bundesländern 62 Objekte ins Visier genommen. Bei einer Durchsuchung in Maintal im Februar 2017 wurde festgestellt, dass sich zahlreiche Thailänderinnen illegal in Deutschland aufhielten. So wurde aus dem Hanauer Ermittlungsverfahren ein bundesweiter Fall, der von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt übernommen wurde.

Insgesamt listet die Anklage 343 Straftaten auf, darunter 39 Fälle von Einschleusung. Neben Frauen sollen auch mehrere Transsexuelle in dem Maintaler Bordell zur Prostitution gezwungen worden sein. Sie wurden mit hohen Verdienstmöglichkeiten nach Deutschland gelockt und systematisch ausgebeutet. Es geht auch um das Vorenthalten und die Veruntreuung von Arbeitsentgelt, Sozialbeiträgen sowie Steuerhinterziehung in Höhe von insgesamt rund 1,4 Millionen Euro.

 

Mitte Juni sagt eine Zeugin aus: Monatelang war sie eingesperrt, wurde durch die halbe Republik gefahren, um anzuschaffen. Von ihrem Lohn - bis zu 800 Euro pro Tag - habe sie so gut wie nichts gesehen. Zu hoch seien die Schulden gewesen, die sie an ihre Peiniger zahlen musste.  Die Familie, die bis dahin zur Mittelschicht gehört habe, sei plötzlich in finanzielle Probleme geraten. Durch Bekannte sei die 25-jährige Transsexuelle (einst als Mann geboren) schließlich auf die Idee gekommen, in Deutschland als Prostituierte zu arbeiten. Sie wohnte im Keller, hat in demselben Zimmer geschlafen, in dem ich auch gearbeitet hat. Die Etablissements habe sie alleine nicht verlassen dürfen, selbst beim Luftschnappen direkt vor der Tür habe sie einer „der Leute“ begleitet. Für den Fall einer möglichen Polizeidurchsuchung haben „die Leute“ vorgesorgt: Es gab eine Tür, hinter der sie sich dann verstecken sollten. Zudem wurden ihr ihre Papiere abgenommen. Am 28. September 2016 war sie bei einem Polizeieinsatz in einem Maintaler Bordell verhaftet und somit auch befreit worden.

Dem  Rechtsanwalt Rainer Erich Platz gelang es allerdings immer wieder, die Zeugin in Widersprüche zu verwickeln. Aber vielleicht war die Übersetzung so schlecht, dass es zu den zahlreichen Widersprüchlichkeiten kam. Er hatte zwei Dinge im Fokus: den Aufenthaltsstatus der ehemaligen Prostituierten vor, während und nach ihrer Tätigkeit als Prostituierte. Und die Frage, ob die junge Frau bereits in ihrem Heimatland als Prostituierte gearbeitet habe. Auch die hartnäckigen Fragen des Verteidigers nach ihrem Status als Transsexueller, als „Katoey“, in ihrem Heimatland Thailand, beantwortete die Zeugin nicht zur Zufriedenheit des Anwalts.

 

Die Anwälte haben Ende Juni die Anträge gestellt, für die 49-jährige Jammanee L. von der Untersuchungshaft zu verschonen. Immerhin sitzt sie bereits seit 14 Monaten hinter Gittern, und die mögliche Strafe dürfte nicht wesentlich darüber liegen. Sie ist laut Anklage das „kleinste Licht“, soll hauptsächlich als Kurierfahrerin für das bundesweit agierende Netzwerk aktiv gewesen sein. Die Kammer gibt dem Antrag statt und hebt den U-Haftbefehl unter Auflagen auf.

Am sechsten Verhandlungstag zeichnet sich zudem ab, dass di e bisherige Mauer des Schweigens erste Risse bekommen könnte. Nach L.haben nun auch die Verteidiger der beiden Schwestern, die das Bordell an der Wilhelm-Röntgen-Straße in Dörnigheim geleitet haben sollen, die Kammer um eine Einschätzung gebeten.

Die beiden „Managerinnen“ aus Maintal könnten nach den Worten des Vorsitzenden mit Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten sowie drei Jahren und neun Monaten rechnen – ein „umfassendes und glaubhaftes Geständnis vorausgesetzt.“

 

Ende Juli wurde die transsexuelle 26-jährige Thailänderin „Cherry“ befragt. Sie ist so etwas wie eine Kronzeugin der Generalstaatsanwaltschaft, ohne diesen Status offiziell zu haben.

Eine entscheidende Frage war, ob die Zeugin in den Bordellen in Hannover und Siegen Liebesdienste bestimmter Art auch verweigern durfte oder nicht, wie „Cherry“ behauptet hatte,

Die Nebenklägerin hatte ausgesagt, dass sie keine sexuelle Praktik, so ekelerregend sie auch sein möge, ablehnen durfte, solange sie ihre „Schulden“ bei der Hauptangeklagten nicht abbezahlt hätte. Heute musste sie das relativieren, wenn auch nur in einem Fall. Ein offensichtlich hoch infektiöser Freier wollte sie zum ungeschützten Verkehr zwingen: Nach Rücksprache mit den Hausdamen habe sie schließlich mit Kondom mit ihm verkehren dürfen.

 

Ende August sagte ein verdeckter Ermittler aus: Sie hatten drei Ansätze. Die Erkenntnisse der Hanauer Polizei nach den Durchsuchungen im Maintaler Bordell, die Festnahmen von zwei Prostituierten am Flughafen in Hannover und die Informationen einer „Vertrauensperson“.

Nach Siegen und Maintal hatten sie auf einmal Hinweise auf die Bordelle im Rodgau, in Speyer, in Saarbrücken. Längst ist der Fall zu diesem Zeitpunkt in den Händen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Die Ermittlungen reichen bis nach Bangkok. Und dann ordnet Polizeihauptkommissar M. auch noch Einsätze von nicht offen ermittelnden Polizeibeamten an, eine schöne Umschreibung dafür, dass die zivilen Ermittler auch in Maintal im Bordell selbst ermittelt haben

Schließlich kommt der Tag, an dem die Beweise aus Sicht der Ermittler ausreichen: Es kommt am 18. April 2018 zum bislang größten Einsatz der Bundespolizei mit über 1500 Einsatzkräften kommt, Bei den Durchsuchungen sind in Siegen in zwei Kühltruhen rund 250.000 Euro gefunden worden. Im Ermittlungszeitraum dürfte es um fünf Millionen Euro gegangen sein.

Hauptangeklagte ist die die 62-jährige „Mae“, mit echtem Namen Deang B. und mit dem ebenfalls angeklagten und inhaftierten Deutschen Martin J. verheiratet. Sie wurde 2011 bereits verurteilt zu viereinhalb Jahren Haft – wegen Menschenhandels. Von Siegen aus hat sie den Menschenhändlerring geführt. Die beiden Schwestern M. sollen demnach die Statthalterinnen an der Wilhelm-Röntgen-Straße in Dörnigheim gewesen sein.

 

Die Spitze des Eisbergs ist jene Geschichte, die unwilligen Prostituieren gegenüber immer wieder berichtet worden sein soll. Es gab dieses Gerücht über die Tötung eines Transsexuellen, der sich offenbar gegen die Ausbeutung gewehrt hat. Die Leiche soll „in das Mauerwerk eingearbeitet worden sein“. Die Bundespolizei ist dieser Schauergeschichte bei der bundesweiten Großrazzia im April 2018 nachgegangen: In dem Hauptbordell in Siegen war auch ein Leichenspürhund im Einsatz. Der hat in einer Garage angeschlagen. Daher wurde der Garagenboden ausgehoben – aber keine Leiche gefunden.

 

Mitte September ließen zwei der Angeklagten „Mae Malai“ und „Mae Mali“, die das Bordell in Dörnigheim betrieben haben, jeweils ihre Anwälte Geständnisse verlesen: Die Schwestern bekamen Gelegenheit, im Jahr 2009 eine Drei-Zimmer-Wohnung im Dörnigheimer Gewerbegebiet für 2.300 Euro anzumieten, in der sie sowohl wohnen als auch ihr Gewerbe betreiben konnten. Malai hat hauptsächlich für die Mädels - also die weiblichen und transsexuellen Prostituierten - gekocht, Mali das Telefon angenommen und die Kunden aufgeteilt. Beide haben sich ebenfalls prostituiert wie die übrigen Dirnen, die teilweise von Daeng geschickt worden seien, teilweise auch frei ihr Zimmer gemietet und zeitweise dort gearbeitet haben. Beide belasten die Hauptangeklagte massiv, bestätigen die Anklagevorwürfe mehr oder weniger in vielen Einzelheiten. 20 Minuten kosteten 50 Euro für, halbe Stunde 80 Euro und so weiter.

Am Ende kamen die beiden angeblich auf lediglich jeweils rund 700 (Malai) und 1.000 Euro (Mali), die sie netto am Monatsende gehabt hätten. Aber Sozialbeiträge, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer: die hätten beide Schwestern ausschließlich für ihre eigene Arbeit abgeführt respektive bezahlt. Im weiteren Prozessverlauf überlegt die Kammer laut Weiß, ob das Verfahren gegen die beiden Maintaler Bordellbetreiberinnen aufgrund der Geständnisse möglicherweise abgetrennt und dann in Folge auch die Haftanordnungen aufgehoben werden könnten.

 

Die Rolle, die der Angeklagte Deutsche Martin J. geht aus den Daten des Providers ebenfalls hervor. Denn er war es, der in etlichen E-Mails immer wieder die Inserate im Portal schaltete; teilweise am gleichen Tag, als die Prostituierten als „frisches Material“ an deutschen Flughäfen landeten und sogleich auf die Bordelle verteilt wurden.

 

Mitte Oktober sagen wieder Kriminalpolizisten über ihre Ermittlungen aus, über ihre dienstlichen Besuche im Bordell. Sie fanden auch im Dachgeschoss in der Dachschräge einen kleinen Raum, in dem drei illegale Prostituierte versteckt waren.

 

Ende Dezember nach inzwischen 33 Verhandlungstagen ist die Beweislast bereits erdrückend: Mehrere Opfer, darunter vor allem Transsexuelle („Ladyboys“) sagen aus, wie sie von Thailand aus mit erschlichenen Schengen-Visa nach Deutschland geschleust wurden und dort angebliche Schulden von rund 15.000 Euro abarbeiten mussten. Dabei gab es ein Rotationsprinzip. Die Prostituierten, die auch zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gezwungen worden sein sollen, wurden immer wieder an andere Bordelle im gesamten Bundesgebiet verteilt. Nur zwei der Angeklagten, die beiden Schwestern, die in Dörnigheim das Bordell „Thai-Sun“ leiteten, legen Geständnisse ab und belasten dabei die beiden Hauptangeklagten, die 63-jährige Deang B. und Martin J. (66). Doch die beiden Hauptangeklagten schweigen weiter zu den Vorwürfen. Die Strafkammer unter dem Vorsitzenden Richter Andreas Weiß nimmt das Rotlichtmilieu ganz genau unter die Lupe, hakt immer wieder bei den Zeugen nach, während beispielsweise die insgesamt zehn Verteidiger an die Belastungszeugen der Polizei nur sehr wenige Fragen haben. Es sind bis zum 23. April noch 20 weitere Verhandlungstage anberaumt.

 

 

Das Jahr 2020

 

Corona-Pandemie

hatte es im Dezember 2019 in China: Ein bisher unbekanntes Coronavirus war von einem Arzt festgestellt worden, das „Covid 19“ oder „Sars-Cov2“. Die Albert-Einstein-Schule sagte deshalb Anfang Februar ihren für Mai geplanten Austausch mit der Zongbei-Mittelschule in Chengdu in der Provinz Sichuan ab, der seit 2010 regelmäßig stattfand. Aber man wähnte die Gefahr noch fern. Doch dann steckte eine Chinesin bei einem Vortrag in einer Firma in der Nähe von München mehrere Mitarbeiter an. Eine Schulklasse, die in Südtirol war, wurde noch für 14 Tage in Quarantäne gesteckt. Aber dann waren eine Karnevalsveranstaltung in Heinsberg, ein Schützenfest in Tirschenreuth und eine große Hochzeit im Kreis Groß-Gerau die ersten Superereignisse. Die aus dem Winterurlaub zurückkehrenden Skiurlauber machten dann die Pandemie unumkehrbar.

In Maintal wurde zuerst die Erkrankung des Arztes Thomas Blaschek (damals noch in Ringstraße 23) bekannt. Der Nächste war am 25. März der Vorstandsvorsitzende der Norma Group, Dr. Michael Schneider.

Die Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim bot in der Corona-Krise ihre Hilfe an und wollte einen Einkaufsservice für Lebensmittel und Medikamente einrichten. Auch viele Nachbarn, Vereine und Betriebe boten älteren Menschen ihre Hilfe an. Man wußte ja noch nicht, wie schlimm alles wird und Mund-Nasen-Schutz war noch verpönt bzw. nicht erhältlich (viele nähten sich „Alltagsmasken“).

Busfahrkarten konnten nicht mehr beim Fahrer gekauft werden. Um vor einer Ansteckung mit Corona zu schützen, erfolgte außerdem der Ein- und Ausstieg nur noch über die hintere Tür.

Fahrkarte mußte man per Internet kaufen.

Das Stadtteilzentrum Bischofsheim hat die telefonischen Sprechzeiten erweitert. Die Frauengruppe hat ihr monatliches Treffen per Video-Chat abgehalten. Es entwickelt sich eine neue Kultur des Miteinanders. So schicken sich die Teilnehmer der Gruppen zum Beispiel regelmäßig morgendliche Grüße zu. Die Teilnehmerinnen der Nähstube nähen Atemschutzmasken und stellen diese dann der Allgemeinheit zur Verfügung. Die Mitglieder der Gartengruppe sprechen sich ab und gehen immer höchstens zu zweit in den Garten.

Kindertagesstätten und Einrichtungen der Schulkindbetreuung waren seit dem 16. März geschlossen. Seitdem übernehmen Eltern die Betreuung ihrer Kinder. Mitunter entstehen da­durch finanzielle Einbußen, weil die berufliche Tätigkeit nicht wie gewohnt ausgeübt werden kann.

Im April rief die Stadt Maintal eine Initiative ins Leben, um Geschäfte, Gastronomie und Dienstleister zu unterstützen. Sie hat die Initiative „Maintal Leben“ gestartet. Das ist eine Online-Plattform, die es ermöglicht, Gutscheine zu kaufen oder Trinkgelder zu spenden. Wenn sich die Lage wieder entspannt, können die Gutscheine eingelöst werden. Wegen der Corona-Krise stellten zahlreiche Gastronomen ihr Geschäft auf einen Abhol- oder Lieferservice um (nur der „Mainkultur“ wurde das nicht genehmigt).

Gottesdienste waren auch erschwert: In der Alten Kirche am Main in Dörnigheim können nur 23 Personen an einem Gottesdienst teilnehmen, damit sie genügend Abstand halten. Paare und Familien können zusammensitzen. Auch hier sollen die Besucher einen Mund-Nase-Schutz tragen. Zudem müssen sie ihre Kontaktdaten angeben. Musik wird erklingen, doch die Gemeinde darf nicht singen. Die Kirchengemeinde verzichtet weiterhin auf die Feier des Abendmahls. Sollten Besucher keinen Platz mehr finden, können Gottesdienste wiederholt werden. Außerdem ist sonntags weiterhin die Kirche von 15 bis 17 Uhr zum Gebet geöffnet.

Taufen und Trauungen sind in Dörnigheim ebenfalls wieder möglich, allerdings nur in separaten Gottesdiensten im Familienkreis. Die für Sonntag geplante Konfirmation wird verschoben und soll im Spätsommer stattfinden. Auch der beliebte Himmelfahrtsgottesdienst am Mainufer ist nicht möglich. Stattdessen feiert die Kirchengemeinde drei kleine Gottesdienste im Kirchhof.

Beim Landwirtschaftsbetrieb Steup in Wachenbuchen war knapp die Hälfte der ausländischen Erntehelfer ausgefallen. Helfer waren jetzt größtenteils Menschen, die wegen Corona arbeitslos geworden oder in Kurzarbeit gekommen sind. Die Erdbeerernte st gesichert und der Starschuss für die Selbstpflücker gefallen. Die Erdbeeren konnten noch nie so früh geerntet werden, wie in diesem Jahr. Am 15. April, eine Woche vorher als sonst.

Die Kerb in Wachenbuchen, die das Blasorchester Wachenbuchen zu seinem 60-jährigen Jubiläum ausrichten wollte, mußte ausfallen. Selbst das traditionelle Septemberfest der evangelischen Kirchengemeinde konnte dieses Jahr nicht stattfinden, das Straßenfest in Bischofsheim wurde auf das kommende Jahr verschoben.

Das Kreisgesundheitsamt hat am Freitag, dem 12. Juni, die Flüchtlingsunterkunft an der Dörnigheimer Neckarstraße unter Quarantäne gestellt. Vorausgegangen waren zunächst zwei positive Laborergebnisse von Bewohnern der Einrichtung. Seit Freitagnachmittag liegt ein dritter positiver Befund vor.

 

Die Stadtverordnetenversammlung beschloß Anfang Oktober einstimmig den Pachterlass für die Pächter der Bürgerhäuser und des Alten Rathauses in Hochstadt auf sechs Monate

Allerdings sind auch Vereinsgaststätten oder private Betreiber in der Gastronomie von der Insolvenz bedroht.

Regelmäßig führte das Ordnungsamt Corona-Kontrollen auf den Wochenmärkten der Stadt durch. Zu Beginn hatten viele noch ihre Schwierigkeiten, an die Maskenpflicht und das Abstandsgebot zu denken. Aber inzwischen im November muß die Stadtpolizei fast niemanden mehr daran erinnern. Die Maintaler sind sehr vorbildlich. Nur 42 Bußgeldverfahren wurden wegen Hygieneverstößen in Maintal eingeleitet.

Anfang Dezember fangen drei neue Ordnungspolizisten an. Im Januar kommt noch ein weiterer Mitarbeiter hinzu. Damit ist der Stellenplan für den Fachdienst mit insgesamt elf Mitarbeitern, davon insgesamt neun Ordnungspolizisten, wieder im Soll. Dann kann auch wieder die Präventionsstreife in den Abendstunden eigenrichtet werden.

Statt des traditionellen Weihnachtsmarkts hat der Förderverein Hochstädter Weihnachtsmarkt sich in Absprache mit der Stadtverwaltung dazu entschlossen, den historischen Stadtkern in Festbeleuchtung erstrahlen zu lassen und so Anwohner und Gäste mit weihnachtlichem Flair zu verzaubern. Außerdem hat der Verein zwei große Weihnachtsbäume aufgestellt und mit Lichterketten geschmückt. Eine der beiden prächtigen Fichten steht oben vor der Kirche, die zweite am unteren Ende der Hauptstraße vor dem Café Pearson & Puppe. Im Gedenken an die Eröffnung sollen am 5. Dezember um 15 Uhr die Glocken läuten und die Hauptstraße erleuchtet werden.

 

 

Stadtverordnetenversammlung

Im Juni 2012 startete die erste Folge des Maintaler Stadtparlamentsfernsehens im Internet, mit einer Aufzeichnung der Debatten und Beschlüsse. Damals ein Novum in der Landesgeschichte. Filmemacher wie Kommunalpolitiker erhoffen sich etwas mehr Interesse für das, was letztlich Basis jeglicher Entscheidung vor Ort ist: die Parlamentsdebatten und Abstimmungen. Schließlich sind es die gewählten Vertreter des Volkes, die hier über Baumaßnahmen, Grund- und Gewerbesteuer, Kita-Plätze und andere Zukunftsentscheidungen diskutieren und abstimmen.

Im Juli erhielt Christa Hoppe hat den Landesehrenbrief, die sich seit mehr als 45 Jahren in der Maintaler FDP und in den städtischen Gremien, als Stadträtin, Stadtverordnete oder Magistratsmitglied einsetzte. Sie wurde auch in den vergangenen Jahren schon mit der Theodor-Heuss-Medaille und der Ehrenmedaille der Stadt Maintal in Silber ausgezeichnet.

Ende August setzte sich - nach der Wahl Karl-Heinz Kaisers zum Ersten Stadtrat - im dritten Wahlgang die bisherige Stellvertreterin Jennifer Gutberlet (SPD) gegen Martin Fischer (CDU) als neuen Stadtverordnetenvorsteherin durch.

Nach fünf Jahren als Vorsitzender der FDP übergab Klaus Ger­hard Anfang September das Ruder jetzt an seinen bisherigen Stellvertreter Leo Hoffmann. Der 37-jährige Leo Hoffmann wurde mit 89 Prozent der Stimmen als neuer Vorsitzender gewählt. Sein Augenmerk will er auf die Finanzen der Stadt, Verkehrswende und Kinderbetreuung legen.

Wir in Maintal“ (kurz WIM) heißt die neue Wählerinitiative, die an der Kommunalwahl 2021 teilnehmen und ins Maintaler Stadtparlament einziehen möchte. Vertreten wird die neue Gruppierung von Marcus Hör, dem Vorsitzenden, und Christoph Stückenschneider. Letzterer sitzt bereits als fraktionsloser Parlamentarier in der Maintaler Stadtverordnetenversammlung.

Vorwürfe gegenüber der neuen Initiative, dass Stückenschneider wegen seines privat guten Verhältnisses zu Böttcher mit WIM einen verlängerten Arm der Bürgermeisterin im Parlament platzieren möchte, weist er vehement zurück. Der wichtigste Grund für das politische Engagement der beiden ist die Befürchtung eines Rechtsrucks in der Maintaler Politik. Die schlechte Politik in Maintal spielt den Rechten einfach in die Karten und steigert die Frustration. Die Kernthemen der WIM sind, laut ihrem Flyer, die Stärkung der Infrastruktur, der Umweltschutz sowie die Wirtschaftsförderung. Außerdem fordern sie, dass Maintal nicht das Schlafzimmer Frankfurts werden solle.

 

Die aktuelle Allgemeinverfügung des Main-Kinzig-Kreises sieht für Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen eine Obergrenze von 50 Personen vor. Damit ist eine reguläre Sitzung der Stadtverordnetenversammlung im Bürgerhaus Bischofsheim nicht möglich. Deshalb wurde entschieden, dass die Sitzung am Montag, 26. Oktober, um 18 Uhr auf dem Außengelände des Maintalbads in Dörnigheim stattfinden soll. Allerdings mit einer deutlich reduzierten Tagesordnung, die sich allein der Einbringung des Haushalts widmet, um die Verabschiedung des Haushalts am Jahresende vorzubereiten. Es wurde die wohl außergewöhnlichste und mit 15 Minuten auch die kürzeste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung überhaupt. Das Defizit von sieben Millionen Euro könne durch die Auflösung von Rücklagen aus den fünf finanzstarken Vorjahren ausgeglichen werden. Deshalb ist es zudem auch nicht notwendig, die Gewerbe- und Grundsteuersätze für das nächste Kalenderjahr anzuheben. Die im Vergleich zu den Vorjahren gestiegenen Ausgaben sind vor allem Kosten für Personal in den Kitas. Für Investitionen sieht der Haushaltsentwurf rund 32,4 Millionen Euro vor. Schwerpunkte sind der Neubau der Kita Rhönstraße, des Maintalbads und des Bürgerhauses Bischofsheim sowie der Ausbau des sanierungsbedürftigen Kanalnetzes.

 

Im November scheiterte die Vorlage zu Grundsätzen für städtebauliche Verträge an ein Auszählungsfehler. In der Vergangenheit wurden viele Einzelbeschlüsse zu den jeweiligen städtebaulichen Verträgen geschlossen. Um eine einheitliche und gerechte Arbeitsweise sicherzustellen, sollen die grundsätzlichen Vorgaben der Stadt für städtebauliche Verträge gesammelt festgelegt werden. Doch der Grundsatzbeschluss wurde bei einer Stimmengleichheit von 18:18 Stimmen abgelehnt. Diese geringe Stimmenanzahl kam zustande, da zahlreiche Abgeordnete aufgrund gesundheitlicher Bedenken wegen der Corona-Pandemie der Sitzung ferngeblieben waren. Doch nach der Abstimmung stellte sich heraus, dass die Abstimmungsvoten wohl falsch wahrgenommen wurden, beziehungsweise nicht eindeutig waren. Der fraktionslose Christoph Stückenschneider schwor nach eigener Aussage Stein und Bein, dass er für „Ja“ gestimmt habe, auch wenn seine Stimme für „Nein“ gezählt worden sei. Die Vorsteeherin sagte, dass die Auszählung durch den coronabedingten größeren Abstand sehr erschwert sei. So kam eds zu keinem positiven Beschluss

 

 

 

Am 3. Dezember, trafen sich rund 35 Mitglieder und Sympathisanten der Grünen in Maintal im Bürgerhaus Bischofsheim, um die Liste zur kommenden Kommunalwahl im März 2021 abzustimmen. Sie hatten im letzten Jahr einen erheblichen Zuwachs an Mitgliedern und interessierten Bürgern zu verzeichnen. Bündnis90/Die Grünen wollen eigenen Angaben zufolge „in Maintal zu einem maßgeblichen Faktor der Kommunalpolitik werden“. Insgesamt 23 Mitglieder stehen auf der Liste der Grünen, davon sind fast die Hälfte Frauen.

 

Am 14. Dezember und 15. Dezember beschloß die Stadtverordnetenversammlung den Haushalt und unterschiedliche Bauprojekte wie das kleine Neubaugebiet „In der Plättenweide“ an der Bischofsheimer Waldstraße. Laut Investitionsplan plant die Stadt bis 2024 143 Millionen Euro zu investieren. Darunter auch 20 Millionen für das Maintalbad. Die FDP wollte Investitionen wie den Neubau des Bürgerhauses oder der Anbau des Rathauses streichen.

Als die FDP alle Anträge ohne Haushaltsbezug in die Blockabstimmung schieben wollte, verließ Der Grünen-Politiker Duch den Saal: „Zu den demokratischen Gepflogenheiten gehört zumindest in strittigen Punkten die Diskussion durch den Austausch von Argumenten. Fast 30 Tagesordnungspunkte wurden im Anschluss aufgerufen und von den Stadtverordneten in einem „Abstimmungsmarathon“ abgearbeitet, ehe sich die Stadtverordneten dem Haushalt zuwenden konnten.

Lediglich Klaus Seibert, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der WAM, äußerte sich in den sozialen Netzwerken positiv zu dem Vorgehen der Grünen. Er lobte in seinem Beitrag, den er mit „GroKo-Mehrheit brutalstmöglich ausgenutzt“ betitelt hatte, nicht nur das Video, sondern dankte auch König und Kirchmann. Diese hätten das Verhalten der SPD und CDU treffend beschrieben.

 

 

Stadtratswahl

Insgesamt gab es seit Gründung der Stadt Maintal im Jahr 1974 bis heute 13 Wahlen. Davon fanden achtmal Wahlen zum Ersten Stadtrat statt. Fünfmal wurde ein Stadtrat gewählt, denn in Maintal bestand der hauptamtliche Magistrat jahrelang aus drei Dezernenten. Erste Stadträte waren, neben Amtsinhaber Ralf Sachtleber, Wilhelm Lapp, Dr. Walter Unger, Dr. Karl-Heinz Schreiber, Gerd Robanus, Erik Schächer. Zweite Stadträte waren Günter Hack, Philipp Ziegler, Priska Hinz und Günther Wassermann.

 

Die Kandidaten:Noch im Februar 2019 hatte die CDU angekündigt, sie würde eine Wiederwahl von Amtsinhaber Ralf Sachtleber „forcieren und unterstützen“- Sie hob vor allem dessen Fähigkeiten in Sachen Städte- und Bauentwicklung hervor. Das wichtigste Auswahlkriterium für die CDU sei die fachliche Kompetenz. Aber im September hat die CDU gegen die Wiederwahl Sachtlebers gestimmt, und auch die fachliche Kompetenz scheint mittlerweile zweitrangig zu sein, zumal die Aufteilung der Dezernate der Bürgermeisterin zusteht. Eine Wiederwahl von Ralf Sachtleber wurde abgelehnt, weil man nicht weiter zwei hauptamtliche Mitglieder des Magistrats haben wollte, die keiner Partei angehören. Angeblich war so die Verbindung zum Parlament nicht genügend gegeben.

Im November reichte Der 50-jährige CDU-Partei- und Frak­tionschef Martin Fischer seine Bewerbung um den Posten des Ersten Stadtrats beim Wahlvorbereitungsausschuss ein. Außerdem kandidierte Anahit Schäfer, 49 Jahre alt, ehrenamtliche Stadträtin für die FDP. Die SPD hat zunächst noch keinen Kandidaten offiziell ins Rennen geschickt.

Öffentlich ihren Hut in den Ring geworfen haben dann noch Ahmet Cetiner (41, studierter Wirtschaftsfachwirt, selbstständiger Unternehmer, parteilos), Sabine Freter (51, Bauingenieurin aus Mörfelden-Walldorf, parteilos), Andreas Bühner (51, Unternehmer aus Hanau, parteilos) und Ioannis Sarigiannidis (48, Angestellter aus Maintal, parteilos).

Bald darauf hatte aber auch die SPD in Maintal eine Kandidatin für die Wahl zum Ersten Stadtrat, nämlich die Frankfurterin Marlies von der Malsburg (gehörte 2018 zum geplanten Regierungsteam von Thorsten Schäfer-Gümbel, aktuell Büroleiterin des Europaabgeordneten Udo Bullmann). Aber Andreas Bühner zog seine Bewerbung zurück mit der Äußerung: Die beiden großen Parteien werden das spätestens in der Stichwahl unter sich ausmachen.

 

Bei der Stadtverordnetenversammlung am 3. Februar konnte der Wahlvorbereitungsausschuss keine Empfehlung aussprechen. Das Gerücht machte die Runde, dass die parteilose Kandidatin Sabine Freter falsche Angaben in ihrer Bewerbung gemacht haben könnte. Im November hatte die Bauingenieurin erklärt, sie sei seit 2017 Betriebsleiterin der Stadtwerke Mörfelden-Walldorf. Die Stadtverwaltung Mörfelden-Walldorf bestätigte jedoch das Ende des Arbeitsverhältnisses. Freter wird auf der städtischen Homepage als Bereichsleiterin der Abteilung „Konzeption städtische Wasserwirtschaft“ geführt. Die Wahlalternative Maintal hat unterdessen bekannt gegeben, an der Nominierung der parteilosen Kandidatin Sabine Freter festzuhalten. Frau Freter wurde als Leiterin der Stadtwerke in Mörfelden-Walldorf letztlich aus politischen Gründen vom dortigen Ersten Stadtrat Burkhard Ziegler von den Freien Wählern abgelöst und ist gegen dieses politisch motivierte Unrecht vorgegangen und hat einen Rechtsstreit vor dem Arbeitsgericht gewonnen.

Danach zog die SPD-Kandidatin Marlies von der Malsburg ihre Kandidatur zurück und schrieb: „Mit dem Vorwurf, dass meine einzige Qualifikation meine Parteizugehörigkeit sei, schießen Bündnis 90 / Die Grünen weit übers Ziel hinaus und stimmen ein in den Chor derer, die die demokratischen Grundlagen unserer Gesellschaft schlecht reden und damit Populisten stärken. Ich habe in den letzten Tagen und Wochen feststellen müssen, dass eine vergiftete Atmosphäre die Kommunalpolitik in Maintal bestimmt, ich persönlich nehme die Art des Umgangs als unangemessen wahr. Deshalb konnte ich in den letzten Tagen für mich persönlich keine Perspektive einer konstruktiven Zusammenarbeit im Sinne einer zukunftsweisenden sozialen und ökologischen politischen Strategie für Maintal erkennen und habe mich deshalb schweren Herzens entschieden, meine Kandidatur zurückzuziehen.“

Die SPD schlug daraufhin Sebastian Maier als neuen Kandidaten vor. Da Ioannis Sarigiannidis oder Ahmet Cetiner weder vom Wahlausschuss noch von einer der Fraktionen vorgeschlagen wurden, standen sie nicht zur Wahl. Der erste Wahlgang Sebastian Maier 13, Martin Fischer 12, Sabine Freter 13, Anahit Schäfer 6. Bei dem zweiten Wahlgang mußten sich die Fraktionen zwischen Sebastian Maier und Sabine Freter entscheiden. Das Ergebnis des zweiten Wahlgangs lautete: Sebastian Maier 15, Sabine Freter 14, Nein 15, Enthaltungen 0.  Damit wurde die notwendige Mehrheit von 23 Stimmen nicht erreicht. Auf Antrag der Grünen erfolgte dann der Abbruch der Wahl.

Daraufhin berief Bürgermeisterin Monika Böttcher eine Sondersitzung des Stadtparlaments für den 27. März ein, die entscheiden sollte, ob Herr Sachtleber auch über das Ende seiner Amtszeit hinaus – also nach dem 1. April – die Geschicke der Stadt weiter mitlenkt, damit noch ein Stellvertreter für die Bürgermeisterin da ist. Da di Einladung aber zu kurzfristig gewesen wäre, kam am Samstag um 10 Uhr der Haupt- und Finanzausschuss als eine Art „Notparlament zusammen (laut Beschluß des Landtags wegen der Corona-Krise möglich).

Herr Sachtleber wollte über den April hinaus drei weitere Monate im Amt bleiben. Aber nach dem 30. Juni sollte der Posten ganz gestrichen werden und stattdessen der „ehrenamtliche“ Magistrat auf insgesamt 13 Mitglieder erhöht werden. Laut der Bürgermeisterin könnten alle Aufgaben theoretisch auch von Mitgliedern des ehrenamtlichen Magistrats übernommen werden. Doch diese waren bislang davon ausgegangen, dass es nur eine punktuelle, zeitlich begrenzte Unterstützung braucht. Der Antrag von CDU, SPD und FDP, den hauptamtlichen Magistrat ab Juli von zwei auf dann eine Person zu reduzieren, war aber bald wieder vom Tisch.

Am 5. Juni gab die SPD bekannt, dass sie den amtierenden Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser für den Posten im Hauptamt nominieren wird. Stadtverordnete und politisch interessierte Maintaler sind auf ihn zugekommen und haben ihn gefragt, ob ich mir das nicht vorstellen könnte.

In der Stadtverordnetenversammlung Anfang Juni wurden vom Wahlvorbereitungsausschuß mit Kaiser (SPD) und Fischer (CDU) zwei Vorschläge eingebracht, die beide zur Wahl zugelassen wurden. Die Bewerbungen von Sabine Freter, Anahit Schäfer und Sebastian Maier wurden von den Kandidaten selbst zurückgezogen. Die meisten Stadtverordneten wählten Kaiser direkt im ersten Wahlgang mit 22 Stimmen (nur 43 der 45 Abgeordneten nahmen an der Sitzung teil).

Bei einer rückblickenden Wertung ist Herr Sachtleber vor allem in sachlichen Fragen zu kritisieren.  Vor allem gilt das für den Bebauungsplan „Beiderseits der Höhl-Straße“, den er als Fachdienstleiter persönlich aufgestellt hat, nachdem er mit dem Entwurf eines Architekten nicht einverstanden war.. Über 15 Jahre wurden ihm immer wieder Änderungen vorgeschlagen, aber es wurde immer alles abgebügelt (höchstens Rechtschreibefehler geändert). Erfreulicherweise wurden aber dann an dem Bebauungsplan all die Punkte doch noch geändert worden, die kritisiert wurden (Firsthöhe, Dachneigung, Stellplätze, Zisternen, Bepflanzung, usw. In einem Punkt allerdings ist der Bebauungsplan immer noch rechtswidrig: Ein Mischgebiet dient in erster Linie dem Wohnen; es  k a n n dort Gewerbe sein, m u ß aber nicht. So hat es das Regierungspräsidium dem Stadtrat mitgeteilt. Herr Sachtleber aber hat die Bestimmungen für das Gewerbegebiet auf das Mischgebiet übertragen und für jedes Haus gefordert, daß über die Hälfte gewerblich genutzt wird. Aber selbst durch die Auskunft der vorgesetzten Stelle hat er den Plan nicht ändern lassen, notfalls muß man da vor Gericht ziehen (und wird Recht erhalten).

Herr Sachtleber sprach zwar gern von Bürgerbeteiligung, aber letztlich war allein seine Meinung richtig. Der sogenannte „Bürgerhaushalt“ ist deshalb von vornherein wieder ein Schuß in den Ofen. Die ganze Bürgerbeteiligung dient nur dazu, bisherige Aufgabengebiete der Stadt auf die Bürger abzuschieben. Herr Sachtleber ist der Meinung, die Stadtverwaltung sei nicht dazu da, den Bürgern alles abzunehmen (aber dann brauchen wir sie eigentlich auch nicht mehr).

Karl-Heinz Kaiser trat am 1. September die Nachfolge von Ralf Sachtleber an. Mit 16 ist er in die SPD eingetreten, denn schon als Jugendlicher wollte er etwas in seiner Heimat bewegen. Und damals sagte man ihm, dass das am besten geht, wenn man in eine Partei eintritt. Dass es die SPD sein sollte, ist sofort klar gewesen, denn das Elternhaus war sozialdemokratisch geprägt. Das erste Mandat in der Stadtverordnetenversammlung folgte Mitte der achtziger Jahre, danach war er unter anderem zehn Jahre Fraktionsvorsitzender der SPD und – einmal viereinhalb Jahre und jetzt wieder im zehnten Jahr – Stadtverordnetenvorsteher. All diese Erfahrungen will Kaiser auch bei seiner neuen Aufgabe im hauptamtlichen Magistrat einsetzen. Er kennt die Arbeit von Parteien und Fraktionen, und er weiß, wie Stadtverordnete ticken“. So will er „eine Brücke zwischen Haupt- und Ehrenamt sein“ – und nicht zuletzt die Kommunikation zwischen diesen beiden Ebenen verbessern.

 

 

Stadtentwicklung

 

Bezahlbarer Wohnraum: Bauprojekt an der Siemensallee gestartet:

An der Ecke von Siemensallee und Wichernstraße und unmittelbar neben Wilhelm-Busch- und Friedrich-Fröbel-Schule wurde am 20. Januar ein neues Bauvorhaben in Angriff genommen. Es ist das zweite Projekt in Sachen bezahlbarer Wohnraum der 2018 gegründeten Maintal Immobilien Gesellschaft (das erste Projekt war das Haus neben dem Seniorenzentrum „Am Weides“ in Hochstadt mit dem medizinischen Versorgungszentrum). Der spätere Mietpreis wurde dank der Zuschüsse des Kreises bei 7,50 Euro pro Quadratmeter Das Projekt. umfasst rund 1.900 Quadratmeter Wohnfläche. Es entsteht dort ein Mehrfamilienhaus mit zwei Vollgeschossen und zwei Staffelgeschossen. Es ist modular geplant mit wiederkehrenden Wohnungstypen.

Es werden acht Zweizimmer-, sieben Dreizimmer- und sieben Vierzimmerwohnungen errichtet. Die Wohnflächen der einzelnen Wohnungen betragen zwischen rund 65 und rund 108 Quadratmeter. Alle geförderten Wohnungen sind barrierefrei geplant, nicht nur vom Zugang her, sondern auch in der Innengestaltung, und über einen Aufzug erreichbar. Gebaut wird das Objekt nach dem aktuellen Stand der Energieeinsparverordnung.

Die Südseite ist mit Balkonen oder Terrassen ausgestattet, alle Wohnungen verfügen über mindestens einen Abstellraum in der Wohnung. Das Gebäude wird über ein Pultdach mit rund 1.000 Quadratmetern Fläche in Holzbauweise, mit Neigung zur Nutzung mit einer Foto-voltaik-Anlage, verfügen. Die Temperierung soll über ein kleines Blockheizkraftwerk erfolgen.

Im Außenbereich sind insgesamt 33 Pkw-Parkplätze geplant, entsprechend der aktuell gültigen Maintaler Stellplatzsatzung. Und das anfallende Oberflächenwasser soll auf dem groß-zügigen Grundstück direkt versickern. Für die neuen Wohnungen bewerben können sich Personen, die seit mindestens drei Jahren ihren Hauptwohnsitz in Maintal haben und über ein mittleres (!) Einkommen verfügen. Die Einkommensgrenzen liegen für einen Einpersonenhaushalt bei 15.573 bis 18.686 Euro und für einen Zweipersonenhaushalt bei 23.627 bis 28.351 Euro.

 

Standortfrage der Stadtverwaltung ist weiter nicht ganz geklärt:

Das Rathaus in Hochstadt platzt aus allen Nähten. Außerdem soll der Altbau an der Klosterhofstraße aus dem Jahre 1953 angeblich teilweise marode. Dass es mittelfristig eine neue Unterbringung für die Stadtverwaltung geben muss, da sind sich die Fraktionen im Maintaler Parlament, der Magistrat und nicht zuletzt die städtischen Mitarbeiter einig. Nur darüber, wie das Ganze aussehen soll, herrscht Uneinigkeit.

Insgesamt vier Varianten gibt es für die Zukunft des Verwaltungsstandorts, die Baudezernent und Erster Stadtrat Ralf Sachtleber vorstellte:

(1.) In Variante A wird der Altbau an der Klosterhofstraße durch einen größeren Neubau ersetzt und der Stadtladen in dem geplanten Bürger- und Dienstleistungszentrum am Dörnigheimer Bahnhof untergebracht

(2.) In Variante B wird die Verwaltung auf zwei Standorte aufgeteilt; zum einen würde der Rathaus-Altbau abgerissen und der Neubau enthalten. Zum anderen würde ein Teil der Stadtverwaltung auf das Gelände am Bahnhof-Ost ausgelagert.

(3.) Bei Variante C würde das Rathaus in Hochstadt verkauft und ein Neubau am Bahnhof

errichtet.

(4.) Bei Variante D würde die Verwaltung auf drei Standorte aufgeteilt: Ein Teil im aktuellen Rathaus an der Klosterhofstraße, ein Teil im geplanten Bürger- und Dienstleistungszentrum in Dörnigheim und ein Teil in der ehemaligen Polizeistation in der Kirchgasse.

Der Magistrat bevorzugt nach eigener Aussage eine Lösung, in der die Verwaltung auf möglichst wenige Standorte verteilt ist. Wenn die einzelnen Bereiche räumlich voneinander getrennt sind, bedeutet das immer auch einen Reibungsverlust. Der Bauausschuß bekräftigte aber im Januar, die Stadtverordneten sollen an ihrem bestehenden Beschluss, nämlich der Umsetzung von Variante D festhalten  

 

Aldi-Standort im Dörnigheimer Gewerbegebiet vor dem Aus:

Das Grundstück der aktuellen Aldi-Filiale im Gewerbegebiet Maintal-Ost ist 7.139 Quadratmeter groß. Der Lebensmittel-Discounter wurde im Jahr 1994 eröffnet, die Verkaufsfläche umfasst rund 750 Quadratmeter. An dem Standort sind insgesamt neun Mitarbeiter beschäftigt, davon fünf Mitarbeiter – inklusive zwei Auszubildende – in Vollzeit. Bundesweit modernisiert der Aldi-Konzern derzeit seine Märkte. Dabei werden auch die einzelnen Standorte auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft. Für viele Filialen bedeutet das mittel- oder langfristig das Aus. Auch der Dörnigheimer Markt im Marie-Curie-Ring könnte davon betroffen sein. Einen möglichen neuen Standort hat das Unternehmen Ende Januar bereits im Blick, nämlich auf dem jetzigen Real-Gelände an der Wingertstraße. Das würde die Möglichkeit eröffnen, eine Filiale in zeitgemäßem Design zu errichten.

 

Gewerbegebiet Maintal-West: Vorbereitungen für Arbeiten beginnen:

Mitte Februar starten die Bauarbeiten für die Erweiterung des Gewerbegebiets Maintal-West. Als erste Maßnahme sind nach Angaben der Stadt Rodungsarbeiten in den Bereichen erforderlich, die für die Erschließung der späteren Gewerbegrundstücke und die Baustelleneinrichtung benötigt werden. Weil vor Beginn von Erdarbeiten der Kampfmittelräumdienst das Gebiet überprüft, werden die Bäume zunächst erdnah gekürzt. Ende Juni sollen dann schließlich die Baumaßnahmen für das erste neue Gewerbegebiet seit mehr als 20 Jahren beginnen und voraussichtlich bis Herbst 2021 abgeschlossen sein.

Die Erweiterung des Gewerbegebiets Maintal-West soll den Wirtschaftsstandort weiter stärken, um einerseits hier ansässigen Betrieben Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und andererseits neue Unternehmen nach Maintal zu holen, indem man attraktive Flächen anbietet.

Auch Unternehmen, die bereits ihren Sitz im Gewerbegebiet Maintal-West haben, profitieren von der Entwicklung, denn die Gutenbergstraße wird dann keine Sackgasse mehr sein, sondern über den Wilhelmsbader Weg (von Bischofsheim nach Fechenheim) direkt an das Frankfurter Stadtgebiet angeschlossen sein. Dies bedeutet kürzere Wege und eine geringere Verkehrsbelastung für den Stadtteil.

Auf dem ehemaligen Gelände der Frankfurter Stadtgärtnerei entwickelt Maintal eine Erweiterungsfläche in Größe von etwa zehn Hektar. Hier können sich ab 2022 bis zu 35 neue Unternehmen niederlassen. Maintal verfügt über drei Gewerbegebiete: Maintal-Mitte (Hochstadt/Dörnigheim) mit einer Fläche von 48,6 Hektar, Maintal-Ost (Dörnigheim) mit 48,5 Hektar und Maintal-West (Bischofsheim) mit 40,5 Hektar. Dort haben sich überwiegend klein- und mittelständische Betriebe angesiedelt, aber auch internationale Großkonzerne haben dort ihren Sitz.

Im April beginnt die Umsiedlung der Zauneidechsen, die derzeit noch auf der Erweiterungsfläche für das Gewerbegebiets Maintal-West leben. Auf der Fläche, auf der die geschützten Tiere leben, werden Eimer im Boden vergraben und das Areal mit einem Reptilienschutzzaun abgesperrt. Damit die Tiere nicht in ein karges Lebensumfeld ziehen, wurde die Ausgleichsfläche in der Grünen Mitte bereits im vergangenen Jahr eidechsenfreundlich angelegt. Der Boden wurde ausgehoben und Sand eingesetzt, um so genannte Sandlinsen zu schaffen, in denen sich die Eidechsen eingraben und überwintern können. Außerdem entstanden Steinhaufen und Steinriegel für das lebensnotwendige Sonnenbad. Für die Umsiedlung der Zauneidechsen wurden zunächst zehn Termine anberaumt; die Maßnahme kostet die Stadt Maintal insgesamt rund 15.600 Euro. Das neue Gehege in der Grünen Mitte hat rund 350.000 Euro gekostet

 

Arbeiten an „Boule- und Aktivpark Bischofsheim“ auf Hochtouren:

Seit Mitte September 2019 werden am westlichen Rand des Bischofsheimer Festplatzes das Buschwerk gerodet, Unrat beseitigt, Flächen geebnet, Container aufgestellt, Kabel verlegt und vieles mehr. Bis Mai soll ein großer Bouleplatz (ein sogenanntes „Boulodrome“) mit zehn Wettkampfbahnen entstehen. Unterstützt wird das Projekt, neben professionellen Baufirmen, auch von der Maintal Aktiv (Freiwilligenagentur der Stadt) und natürlich von zahlreichen freiwilligen Helfern aus der Bischofsheimer Boule-Szene. Am Wochenende 16. und 17. Mai soll das Boulodrome feierlich eröffnet werden.

 

Einweihung des neuen Wohn- und Ärztehauses in Hochstadt

Nach einer Bauphase von nur etwa 13 Monaten steht am 25. März die Einweihung des neuen Wohn- und Ärztehauses „Am Weides 67“ in Hochstadt und damit auch die Übergabe an die Mieter unmittelbar bevor. Die städtische Immobiliengesellschaft hat einen Neubau mit zehn Wohneinheiten mit Wohnflächen zwischen 45 und 100 Quadratmetern sowie einer Arztpraxis errichtet. Im Gebäude erleichtert ein Fahrstuhl den Zugang zu den einzelnen Etagen. Fünf der neun geförderten Wohnungen sind barrierefrei geplant. Erstellt wurden die Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 750 Quadratmetern nach dem aktuellen Stand der Energieeinsparverordnung. Alle Wohnungen sind zudem mit Balkonen oder Dachterrassen ausgestattet. Im Erdgeschoss der Liegenschaft ist auf einer Fläche von etwa 270 Quadratmetern ein Medizinisches Versorgungszentrum entstanden. Die Fertigstellung und der Bezug sind für Ende März 2020 geplant. Im Außenbereich werden insgesamt 20 Parkplätze angelegt. 

 

Opel-Eck: Schandfleck am Ortseingang soll endlich schöner werden:

Auf dem Grundstück Zeppelinstraße 54 wurde Anfang der siebziger Jahre ein zweigeschossiges Ausstellungs-, Park- und Geschäftshaus mit Kfz-Werkstatt und Restaurant genehmigt und errichtet. Im Jahre 1981 zogen Einzelhandelsgeschäfte ins Erdgeschoss und im ersten Stock wurden Büroräume eingerichtet. Seit seiner Errichtung wurde die Liegenschaft nicht weiterentwickelt. Die Gebäudehülle ist geprägt durch Waschbetonelemente und Fensterbänder im ersten Obergeschoss. Die wechselnden Nutzer der Ladengeschäfte, den teilweisen Leerstand und die unterschiedliche Werbeanlagen wirken sich negativ auf das Erscheinungsbild der Liegenschaft und der Umgebung aus.

Die Pläne sehen eine Mischbebauung aus Wohnungen, Nahversorgung und Arztpraxen vor. Insgesamt sollen auf dem rund 7.600 Quadratmeter großen Grundstück bis zu 90 Wohnungen entstehen. Im Erdgeschoss soll es weiterhin einen Supermarkt geben und für eine Vermietung im ersten Stock ist man in Gesprächen mit einem Mediziner, der dort ein Dialyse-Zentrum eröffnen möchte. Geplant sind sechs Geschosse an der Ecke Kennedystraße / Berliner Straße sowie dahinter eine Höhe von vier Geschossen.

 

Aufstellung des Bücherschranks ist Teil der Neugestaltung des Käthe-Jonas-Platzes:

Dörnigheim hat ihn wieder: einen öffentlichen Bücherschrank, in den nach Belieben Bücher hineingestellt und aus ihm entliehen werden dürfen. Er steht seit Mitte Juli am Käthe-Jonas-Platz auf der Kennedystraße in Höhe der Pizzeria „Dick & Doof“. Er ist in schlichtes Grau mit Acrylglas gewandet und beherbergt alles, was die Bevölkerung ihm einverleiben oder aus ihm hervorholen möchte. Der Platz soll bis zum kommenden Frühjahr seine endgültige Ausgestaltung erfahren. Dann sollen hier weitere Bäume gepflanzt werden, die Beleuchtung sowie das Mobiliar der Örtlichkeit insgesamt erneuert sein und auch die Sonnenschirme auf nicht mehr Werbung für Biermarken tragen, sondern schlicht unifarben auffalten.

Dabei hat allerdings auch der Gastwirt des italienischen Restaurants (des früheren „Frankfurter Hofs“) ein Wörtchen mitzureden. Denn ihm gehört ein Teil der kopfstein-gepflasterten Freifläche, und er hat den übrigen Teil von der Stadt dazu gepachtet für seinen kleinen Biergarten vorm Lokal. Bis 2021 soll der Käthe-Jonas-Platz auf die auch eine Info-Stele aus Corten-Stahl verweist, zu einem „Platz des Erinnerns, des Verweilens und der Geselligkeit“ avancieren, sich die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle als einem „Bindeglied zwischen der Hauptdurchgangs- und Einkaufsstraße Kennedystraße und dem alten Ortskern“ entscheidend verbessern.

Graffiti-Kunst in Maintal: Künstler verschönern Wasserübergabewerk

Um dem Wasserübergabewerk in Hochstadt einen Klecks Farbe zu verpassen, haben nun Graffiti-Künstler ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Ein trostlos grauer, lebloser Betonklotz, so stand das Wasserübergabewerk in der Hochstädter Hartig bis Ende Juli da. Dann wurden vom Maintaler Kulturbüro alle, die ihrer Kreativität mit der Spraydose freien Lauf lassen wollten, zu einem „Open Air Graffiti“-Workshop mit Thekra Jaziri aus Offenbach und Florian Lübke aus Hochstadt eingeladen. Der Funktionsbau verwandelte sich so in ein farbenfrohes Gesamtkunstwerk, auf dem sich die heimische Flora, Fauna und die Hochstädter Architektur widerspiegeln.

„Wir haben das Ausmalbild so konzipiert, dass sich das Gebäude nahtlos in die Landschaft einfügt“, erläutert der diplomierte Kommunikationsdesigner und professionelle Wandgestalter Florian Lübke, der sich unter anderem schon auf der Autobahnbrücke und der Fahrradunterführung in Bischofsheim verewigt hat. Hier auf dem kleinen Gebäude nahe Hochstadt treffen nun bunte Igel, Füchse, Hasen auf Kirschen, Zwetschgen, Birnen, Feld- und Wiesensträucher und bekannte Hochstädter Gebäude wie den Torbogen im historischen Stadtkern.

 

MWG mahnt zur Sparsamkeit: Ist die Wasserversorgung in Maintal gesichert?

Die Trinkwasserversorgung in Maintal ist sicher. Dennoch ist ein sparsamer Umgang das Gebot der Stunde, wie die Maintal-Werke Anfang August mitteilten. Die Grundwasserstände haben sich von den letzten beiden trockenen Jahren noch nicht wieder erholt. Demnach werden in Maintal pro Person und Tag durchschnittlich zirka 130 Liter Trinkwasser verbraucht. Nicht zuletzt die Corona-Eindämmung gehe einher mit einem erhöhten Trinkwasserverbrauch, um zum Beispiel die geforderten Hygienemaßnahmen umzusetzen. Hinzu komme, dass der dritte trockene Sommer in Folge viele Gartenbesitzer dazu verleite, Trinkwasser zur Gartenbewässerung zu nutzen und Swimmingpools zu befüllen. Mit der Gartenbewässerung und der Befüllung von Pools stößt die Trinkwasserversorgung aber an ihre Leistungsgrenzen.

Deshalb appelliert die MWG an die Maintaler Bürger: „Verzichten Sie zumindest aktuell auf die Bewässerung von Rasenflächen und das Befüllen von Swimmingpools mit Trinkwasser. Trinkwasser ist nach wie vor Lebensmittel Nummer eins. Die Trinkwasserversorgung in Maintal ist sicher, das Grundwasseraufkommen ist aber nicht unerschöpflich. Genau hier ist Ihre Hilfe gefragt. Ein sparsamer und schonender Umgang mit der Ressource Wasser ist dringend geboten).
 

Schnelles Internet für Hochstadt und Wachenbuchen: Digitaler Infoabend am 8. September:

 Bis zum 28. November können demnach Interessierte in Hochstadt und Wachenbuchen einen Vertrag abschließen, um einen kostenfreien Glasfaseranschluss bis ins Haus oder die Wohnung zu erhalten. Einzige Voraussetzung: Mindestens 40 Prozent der anschließbaren Haushalte in den Stadtteilen Hochstadt und Wachenbuchen ziehen mit.

Trotzdem überwiegt in sozialen Netzwerken, in denen der Netzausbau seit Wochen diskutiert wird, die Skepsis. Viele sind mit ihren derzeitigen Verträgen und Surfgeschwindigkeiten zufrieden und sehen keinen Grund für einen Wechsel. Andere wiederum halten die Vorgabe, bis zum Stichtag 28. November 40 Prozent aller Haushalte zu gewinnen, für illusorisch. Denn Stand heute sind gerade einmal 15 Prozent in Wachenbuchen und 17 Prozent in Hochstadt erreicht. Deutsche Glasfaser ist allerdings optimistisch: „Aus Erfahrung können wir sagen, Maintal ist absolut auf Kurs. Die Prozentzahlen und die Entwicklung des Projektes in Maintal sind sehr erfreulich. Wir müssen immer die Größe des Projektes und einen hohen Anteil an Mehrfamilienhäusern berücksichtigen“.

In einem Brief an die Bürgermeisterin wurde Kritik geübt an ihrer Parteinahme für eine Privatfirma. Die zwei Stadtteile sind allerdings schon mit Internetverbindungen erschlossen, so daß sie jetzt Werbung für die Konkurrenz macht. Die Firma will zwar auch Informationsmaterial in die Postkarten verteilen, aber sie verspricht sich auch Vorteile, wenn sie die Bürgermeisterin für ihre Zwecke einspannt und einen Kooperationsvertrag mit der Stadt vorweisen kann. Nun könnte man die Versorgung mit schnellem Internet als eine Aufgabe der öffentlichen Hand ansehen, aber letztlich ist es ein privatwirtschaftliches Unternehmen, für das von Seiten der Verwaltung nicht geworben werden darf. Hochstadt hat lange unter einer schlechten Internetverbindung gelitten. Die Telekom wurde erst aktiv, als Herr Schuschkow und Frau Klein die Sache in die Hand nahmen und zusammen mit der Firma M-Net eine einfache Lösung fanden. Der Bürgermeister war damals nicht beteiligt, nur der Landkreis, der Zuschüsse gegeben hat. Diese sollten nach 20 Jahren amortisiert sein, auch für die Firm M-Net. Diese 20 Jahre sind noch nicht herum, und es wäre ein Vertrauensbruch, wenn man jetzt wechselte.

Außerdem gibt es in Hochstadt noch schnelles Internet (400 Mbit) über das frühere Fernsehkabel von UnityMedia und die drahtlose Verbindung von Nexiu.

Die Bürgermeisterin verwies aber darauf, daß immer mehr Bürger diese hohen Übertragungsraten benötigen, um im Homeoffice ihrer Arbeit nachzugehen, Freiberufler und Gewerbetreibende oder damit Schüler im Homeschooling lernen und damit den Unterrichtsausfall ein Stück weit kompensieren können. Das vorhandene Angebot in Hochstadt und Wachenbuchen werde den zukünftigen Anforderungen nicht mehr gerecht. Daher begrüße sie das Projekt der Deutschen Glasfaser, ohne Fördermittel von Bund, Land und Kommune den Ausbau durchzuführen. Im Rahmen des freien Wettbewerbs steht es auch den anderen Telekommunikationsanbietern frei, eine schnellere Internetverbindung anzubieten. Die Breitband MKK hat bereits Anfang des Jahres mitgeteilt, dass sie in Maintal nicht ausbauen wird; andere haben sich bisher nicht gemeldet. Als Bürgermeisterin ist unter anderem meine Aufgabe, für unsere Stadt die bestmögliche und zukunftsweisende Infrastruktur zu erreichen. Letztlich entscheiden jedoch die Bürger, ob der Glasfaserausbau realisiert wird.

 

Böttcher übernimmt Dezernat Stadtentwicklung

Mit dem ersten Arbeitstag des neuen Ersten Stadtrats Karl-Heinz Kaiser ging am 1. September auch eine neue Aufteilung der Arbeitsbereiche auf die beiden Dezernenten einher. So übernimmt Bürgermeisterin Monika Böttcher künftig die Stadtentwicklung, für die die letzten zwölfeinhalb Jahre Kaisers Vorgänger Ralf Sachtleber zuständig war. Die Stadtverwaltung begründet diese Entscheidung laut Mitteilung damit, dass die Bürgermeisterin bereits in die Projekte im Bereich Stadtplanung und Stadtentwicklung eingearbeitet sei. Zusätzliche Wohngebiete, eine weitere Kita, ein neues Schwimmbad und Bürgerhaus sowie die Erweiterung des Gewerbegebiets West in Bischofsheim: Maintal investiert in den kommenden Jahren erheblich in eine moderne und attraktive Infrastruktur. Um diese Projekte erfolgreich weiterzuentwickeln, verzahnt Bürgermeisterin Monika Böttcher die Fachbereiche enger miteinander, indem sie die Dezernate neu gliedert. Das Dezernat II des neuen Ersten Stadtrats Karl-Heinz Kaiser umfasst wie bisher die Fachbereiche „Sicherheit und Ordnung“ sowie „Soziales“. Zudem kommen der Fachbereich „Jugend, Bildung, Kultur und Vereine“ sowie der Eigenbetrieb Betriebshof dazu, die bislang zum Dezernat der Bürgermeisterin gehörten (2. September).

 

Lidl Bischofsheim: Post eröffnet zweite Packstation in Maintal

Die Deutsche Post hat eine neue Packstation in Maintal in Betrieb genommen. Die neue Station im Dörnigheimer Weg 5a steht Postkunden ab sofort zur Verfügung. Nach der Station in der Berliner Straße 64 (Parkplatz Maintalhalle) ist dies für Maintal die zweite Packstation.

 

Für Kelterer und Naturliebhaber: Streuobstwiesen werden künftig neu verpachtet:

Das Streuobstwiesenfest am Schützenhaus in Hochstadt musste wegen der Pandemie ausfallen. Davon ließen sich der Arbeitskreis Streuobst Maintal (ASM) und der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig (LPV) nicht entmutigen und bauten im September in Bischofsheim unter einem Apfelbaum einen Infostand auf, der von vielen Streuobst- und Apfelliebhabern besucht wurde. „In diesem Jahr haben wir die Kartierung des mehrere hundert Hektar umfassenden Streuobstwiesengebiets von Bischofsheim und Hochstadt abgeschlossen. Dabei wurde in jeder Parzelle gesichtet, Fehlstände registriert und geschaut, wo Neupflanzungen möglich sind“, berichtete Barbara Fiselius vom Landschaftspflegeverband.

Anschließend seien alle Grundstückseigentümer angeschrieben worden und über Hilfemaßnahmen zum Erhalt und zur Verbesserung der Bestände informiert worden, die vom LPV mit Mitteln des Landes Hessen und unter Mithilfe des ASM umgesetzt werden. „Das geht alles auf freiwilliger Basis. Jeder Eigentümer konnte ankreuzen, welche Hilfen er in Anspruch nehmen will, ob er weiterhin Bestandspflege betreibt oder seine Streuobstwiese an kundige Obstliebhaber verpachten will“, beschrieb Fiselius die Möglichkeiten.

Sie hat die Erfahrung gemacht, dass zwar viele Bäume auf den Grundstücken dringend einer Pflegemaßnahme bedürfen, aber gerade ältere Eigentümer sich schwer damit tun, Fremde an ihre Obstbäume zu lassen. „Wir haben inzwischen viel mehr vor allem jüngere Interessenten als Eigentümer oder Erben, die bereit sind, ihre Streuobstwiese abzugeben.“

 

Sorge um Nahversorgung in Dörnigheim: WAM setzt sich für Markt ein

In der Westendstraße wurde ein Grundstück gekauft, auf dem sich der „Maintal Markt“, ein kleiner Supermarkt. Geklauft. Er soll von dem neuen Eigentümer des Grundstückes abgerissen werden. Stattdessen plant der Investor den Bau eines Gebäudes mit 18 Wohnungen. Man will das Gespräch mit dem Investor zu suchen, um eine mögliche Integration eines Supermarktes in das Bauprojekt anzuregen. Ein Beschluss, der ein bestehendes Geschäft verdränge, ist nicht zustimmungsfähig. Der Antrag auf die Erstellung des Konzepts zur Sicherung der Nahversorgung wurde, trotz der Diskussionen im Detail, einstimmig angenommen. Damit ist der Magistrat beauftragt worden, bis zum 6. Dezember ein Konzept für die Versorgung vorzulegen.

Ende des Jahres behauptete ein von der Stadt beauftragtes Gutachten, auch mit dem Wegfall des Maintal Marktes wäre die Nahversorgung gesichert. Entsprechende Märkte müssen fußläufig in einem Umkreis von 700 bis 1000 Metern erreichbar sein. Es gibt eine sehr gute Versorgung, teilweise sogar Überschneidungen. Die Bürgermeisterin verwies noch einmal auf die Schwierigkeiten, einen Nahversorger für das Grundstück zu finden. Die weniger als 500 Quadratmeter Fläche seien für die großen Nahversorger-Ketten schlichtweg zu klein. Die Magistratsvorlage wurde vom Bauausschuß aber durch den eingereichten Änderungsantrag der WAM ersetzt. Demnach wird der Eigentümer des Grundstücks aufgefordert, „in seine Planung für den Neubau Flächen zur wohnungsnahen Grundversorgung der Bevölkerung im bisherigen Umfang aufzunehmen“.

 

Maintals insektenfreundlichster Vorgarten blüht in Hochstadt:

Die Jury des Maintaler Vorgartenwettbewerbs zeichnete den Vorgarten der Familie Spiegelhalder im Neubaugebiet Am Weides in Hochstadt mit dem ersten Platz aus. Es ist ein etwas anderer Vorgarten - ohne klassische Einzäunung, ohne starre Gliederung, ohne penible Pflegemaßnahmen. Es ist ein Vorgarten, der der Natur Raum gibt, sich zu entfalten. Damit ist die Suche nach dem artenreichsten heimischen Vorgarten erfolgreich abgeschlossen. Zwölf Teilnehmer aus allen Stadtteilen waren dem Aufruf im Dezember 2019 gefolgt und hatten sich beworben.

 

Sanierungen der Kirchgasse 7 beginnen im Frühjahr:

Im Oktober laufen die Planung und Abstimmung auf Hochtouren, um den ehemaligen „Herrenhof“ in der Kirchgasse 7 als Verwaltungsgebäude zu nutzen. Mit dem Umzug der Polizeistation Ende 2017 in die Edisonstraße im Gewerbegebiet Maintal-Mitte stand die Entscheidung über die weitere Nutzung und damit verbundene Sanierung an.

Schließlich verständigte sich eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung darauf, dass in dem ehemaligen Schulgebäude ein Teil der Verwaltung untergebracht werden soll.

In den sich anschließenden Voruntersuchungen wurden Schadstoffe im Bauwerk festgestellt. Damit stand fest, dass Renovierungsarbeiten allein nicht ausreichen würden, sondern stattdessen eine umfangreiche Sanierung des historischen, unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes notwendig ist. Daraus ergibt sich nicht nur ein finanzieller, sondern ebenfalls ein zeitlicher Mehraufwand.

Für die Nutzung als Verwaltungsgebäude wird die bisherige Raumaufteilung im Wesentlichen beibehalten. Dadurch können in dem zweigeschossigen Gebäude bis zu 38 Arbeitsplätze entstehen, die laut Zeitplan des Architekturbüros ab Frühjahr 2022 zur Verfügung stehen sollen. Eine erste Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2017 hatte unter Hinzunahme des Dachgeschosses das Potenzial für noch mehr Arbeitsplätze gesehen. Doch eine fundierte Untersuchung hat ergeben, dass dies mit zusätzlichen, unverhältnismäßig hohen Kosten zu Buche schlagen würde und mit dem im Haushalt vorhandenen Budget von 2,5 Millionen Euro nicht realisierbar wäre.

 

Betreiber des Gibson planen Beachclub in Maintal:

Eine Freizeit- und Eventfläche direkt am Wasser – das plant die Gibson GmbH im Oktober, die seit 2012 den gleichnamigen Club auf der Frankfurter Zeil betreibt. Eine Entscheidung über das Projekt soll voraussichtlich in der Stadtverordnetenversammlung am 26. Oktober fallen. Konkret plant die Gibson GmbH, auf dem privaten, bislang ungenutzten Gelände zwischen dem Maintaler Sportboothafen und dem Campingplatz unweit der Rumpenheimer Fähre eine 36.000 Quadratmeter große Erholungs- und Eventlocation zu errichten – unter anderem mit einem Restaurant, einem Badestrand sowie einem Badeschiff. Auch für die sportliche Betätigung wollen die Gesellschafter der Gibson GmbH sorgen: Es soll Wassersportangebote genauso geben wie ein Beachvolleyball- sowie ein Boulefeld. Auch die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln werde in Zukunft, wenn die Straßenbahnlinie 11 ausgebaut ist, eine größere Rolle spielen.

 

Bürgerhaus Bischofsheim

Bereits im Jahr 2012 stellte man im Zuge eines Zustandsberichts fest, dass eine energetische Sanierung des Bürgerhauses notwendig gewesen sei. Damals wollte man noch nicht an einen größeren Umfang denken. Nach dem Einholen von diversen Kostenvoranschlägen verschiedener Fachfirmen ging die Verwaltung noch von einem Sanierungsvolumen von 2,9 Millionen Euro aus.

Als 2015 dann das kommunale Investitionsprogramm ins Leben gerufen wurde, sah man die Möglichkeit, sich finanzielle Unterstützung durch das Land Hessen für das Projekt zu holen und schrieb europaweit einen Architekten aus. Dieser hatte die Aufgabe, die energetische Sanierung umzusetzen. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro Pätzold Kremer. Um den Auftrag gemäß den Kriterien umsetzen zu können, wurden bereits damals verschiedene Fachplaner mit ins Boot geholt. Die Experten untersuchten hierbei die Elektrotechnik, die Heizungs- und Lufttechnik, den Brandschutz, Wärmeschutz, die Statik sowie die Schadstoffbelastung.

Die Untersuchungen ergaben einen geschätzten Kostenrahmen von 7.569.105 Euro sowie eine durchgehende Schließung des Bürgerhauses für die komplette Dauer der Bauarbeiten. Die vollständige Schließung ist auf die Art und Weise der Arbeiten zurückzuführen: Das komplette Gebäude wird abgetragen und muss entkernt werden, sodass quasi nur noch Pfeiler stehen.

Am 26. September 2016 beschloss die Stadtverordnetenversammlung zunächst, dass die energetische Sanierung des Gebäudes mit Schwerpunkt auf Dach, Fenster und Fassade veranlasst werden sollte. Die damals für die Sanierung angesetzten Kosten beliefen sich auf 2,28 Millionen Euro.

Nachdem alle Vorschläge und das Für und Wider vorgestellt wurden, beauftragte die Stadtverordnetenvorstellung den Magistrat mit der Planung und Umsetzung eines Neubaus in reduzierter Größe, jedoch mit Restaurant und Mehrzweckräumen (ohne Vereinsfunktionsräume), auf dem benachbarten Grundstück der evangelischen Kirche Bischofsheim und der Verwertung des bisherigen Grundstücks für Einzelhandel und Wohnen. In der Stadtverordnetenversammlung am 28. September 2020 wurde der Beschluss gefasst, den Neubau des Bürgerhauses bei dem Investitionsprogramm des Sondervermögens Hessenkasse anzumelden und damit einen weiteren Schritt in Richtung der Realisierung des Projektes getan.

Bei der Bauvariante, für die sich die Stadtverordneten am 11. Juni 2019 entschieden haben, handelt es sich um ein zweigeschossiges Gebäude mit im Vergleich zum Bestandsgebäude verringerter Fläche. Dieser Neubau beinhaltet zwei Säle, wobei der größere bis zu 920 Personen und der kleinere bis zu 390 Gäste fassen soll [Jetzt sind die Zahlen schon höher]. Zudem sind Mehrzweckräume für Vereine und eine Gastronomie geplant. Nach Angaben der Stadt sollen die Vereine die Räumlichkeiten im neuen Bürgerhaus wie bisher für ihren Übungsbetrieb und ihre Veranstaltungen nutzen können. Ralf Sachtleber räumte bereits im Juni 2019 ein: Ein Schießstand und eine Kegelbahn könnten allerdings nicht realisiert werden. Während den Keglern empfohlen wurde, in die Maintal-Halle auszuweichen, verwies man die Schützen in die Bürgerhäuser in Hochstadt und Wachenbuchen sowie ebenfalls die Maintal-Halle.

Herr Sachtleber sagte aber auch: „Wir würden dadurch ein neues, zeitgemäßes Bürgerhaus erhalten und hätten keine Ausfallzeiten, weil wir das Bestandsgebäude weiterhin nutzen können. Gleichzeitig erhalten wir die Möglichkeit, durch den späteren Abriss des alten Bürgerhauses die Quartiersmitte neu zu entwickeln. Auf Nachfrage bestätigte die Pressestelle der Stadt Ende Oktober jedoch, dass es in der Vergangenheit mehrfach Gespräche mit Vollsortiments-Anbietern gab, die stets großes Interesse bekundet hätten.

Die Kosten des Neubaus belaufen sich auf insgesamt 9,9 Millionen Euro, wobei hier noch 1,2 Millionen Euro für den Abriss hinzukommen. In der ursprünglichen Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vom 23. April 2019 wurde dem Gesamtbetrag ein möglicher Erlös für den Verkauf des Bestandsgrundstücks abgezogen. Dieser Erlös ergibt sich aus dem Verkauf des Grundstücks an die Maintaler Immobiliengesellschaft und soll sich auf schätzungsweise 2,7 Millionen Euro belaufen.

Da der Neubau auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde erfolgen soll, wurde eine Erbbauvereinbarung auf 99 Jahre vereinbart. Der Erbbauzins wurde auf 43.400 Euro jährlich festgesetzt. Dies entspricht vier Prozent des Grundstückswerts. In den ersten drei Jahren liegt dieser Zins jedoch bei nur jährlichen 18.480 Euro.

 

Aber einige Maintaler machten jedoch gegen die Entscheidung mobil und wollten einen Abriss verhindern. Einer dieser Maintaler ist Gerd Robanus, Ende der neunziger Jahre war er als Erster Stadtrat in Maintal auch für das Dezernat der Stadtentwicklung zuständig. Um ihre Hauptargumente transparent darzulegen, hat die Bürgerinitiative Mitte November eine Informationskampagne als „Zehn-Tages-Challenge“ auf Facebook veranstaltet. Ihre Argumente werden von der Stadt zurückgewiesen:

1. Das aktuelle Bürgerhaus hat 4.900 Quadratmeter (Brutto-) Nutzfläche und damit mindestens 40 Prozent mehr als der geplante Neubau. Bei der beschlossenen Variante des Neubaus ist eine Bruttofläche von 2.900 Quadratmetern und eine tatsächliche Nutzfläche von 1.400 Quadratmetern geplant.

Stadt Maintal: Vor allem sind die verschachtelte Raumaufteilung und der sechseckige Grundriss für die schwer zu nutzende Fläche verantwortlich.

2. Die Stadt darf das Bestandsgrundstück nicht verkaufen, denn durch die immer rasanter werdende Geldentwertung steige die kommenden Jahrzehnte der Wert des Gebäudes und des Grundstücks enorm [nicht die Geldentwertung, sondern die Steigerung der Grundstücks- und Baupreise

Stadt Maintal: Der Wert eines Gebäudes steigt grundsätzlich nicht durch eine Geldentwertung, sondern nähme mit der Lebensdauer ab, sowohl betriebswirtschaftlich als auch im Hinblick auf die Haltbarkeit der Materialien und der Technik.

3. Bei den Kosten der Sanierung könnte Maintal fünf bis acht Millionen Euro, im Vergleich zum geplanten Neubau einsparen.

Stadt Maintal:  Da der Wert des Grundstückes durch die Umnutzung mindestens 2,7 Millionen Euro betragen wird, muss er in der Variantenberechnung in jedem Fall von den Investitionen abgezogen werden. Wenn man den Grundstückserlös nicht mitrechnet, dann darf man auch den Gebäudeabriss nicht mitrechnen. Die zukünftigen Betriebskosten würden aufgrund der geringeren Flächengröße und des modernsten Baustandards nur halb so hoch sein wie bei dem sanierten Altbau.

4. Die Gesamtdauer des Projektes Neubau ist deutlich länger. Hier wird ein Zeitraum von 51 Monaten (über vier Jahre) angegeben.

Stadt Maintal: Die reine Bauzeit beträgt jedoch nach aktuellen Planungen lediglich 24 Monate. Es stimmt also nicht, dass die Baumaßnahmen für den Neubau deutlich kürzer seien als die für die Sanierung veranschlagten sechs Monate. Dafür kann aber das bestehende Bürgerhaus auch während der Bauzeit des neuen Bürgerhauses weiter genutzt werden.

5. Unnötige LKW-Fahrten würden vermieden, da bei der Sanierung mindestens das Grundgerüst des derzeitigen Bürgerhauses stehen bleibe.

Stadt Maintal: Die Sanierung würde eine komplette Entkernung des Bestandsgebäudes mit beträchtlichem Aufwand bedeuten, der im Vergleich zum Neubau keine geringeren Belastungen für das unmittelbare Umfeld zur Folge hätte.

6. Verlust der Nachbargrundstücke in Hinblick auf Wert und Wohnqualität.

Stadt Maintal:  Im Gegenteil wird eine attraktive Neubebauung des bisherigen Bürgerhaus-Grund­stückes zu einer Aufwertung des Quartiers und somit zu einer Wertsteigerung der umliegenden Grundstücke führen.

7. Bei Sanierung gibt es deutlich weniger Verzug bis zu den ersten Bautätigkeiten. Planungs- und Baurisiko sind deutlich geringer.

Stadt Maintal: Bei einer Sanierung eines alten Gebäudes ergeben sich im Verlauf häufig zusätzliche unvorhergesehene Mängel, die zu einem finanziellen und zeitlichen Mehraufwand führen. Ein Neubau hingegen ermöglicht eine verlässlichere zeitliche und finanzielle Planbarkeit. Auch bei einer Sanierung ist ein Vorlauf für Planungs- und Genehmigungsverfahren erforderlich, sodass ein Umbau erst nach etwa zwölf Monaten beginnen kann.

8. Die Gastronomie im Bürgerhaus hat viel Potenzial: Ein breites Veranstaltungsangebot bis hin zu Firmentagungen ist denkbar. Ziel des Bürgerhauses muss es sein, eine Heimat für Vereine, Bürger, Firmen und Unternehmen zu werden.

Stadt Maintal: Genau diese Entwicklung wird von der Stadt angestrebt. Ein Bürgerhaus ist ein Haus für alle Maintaler, ein Ort, an dem Vereine ihren Übungsbetrieb, ihre Versammlungen und Feste stattfinden lassen können, der aber ebenso für private Veranstaltungen genutzt werden kann.

9. Die vereinbarte Erbpacht ist ein „Knebelvertrag über 99 Jahre mit einer teuren Verbindlichkeit über 4,3 Millionen Euro“.

Stadt Maintal: Die Stadt hat sich ein einseitiges Kündigungsrecht nach drei Jahren gesichert. Bis zu diesem Zeitpunkt muss auch nicht der volle Betrag der Erbpacht gezahlt werden. Zudem ist ein Inflationsausgleich vereinbart. Es handelt sich um einen ganz normalen Erbbaurechtsvertrag, wie er im Grundstücksverkehr üblich ist, und wie ihn auch die Stadt für städtische Grundstücke abschließt.

10. Bereits getätigte Investitionen der letzten Jahre in Sanierung und Ausstattung würden sich im Falle einer Sanierung richtig lohnen.

Stadt Maintal: In den letzten Jahren wurden mit Ausnahme der Saaltoiletten nur zwingend notwendige Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Die Sanierung der Toiletten erfolgte im Jahr 2017 und kostete insgesamt 145.000 Euro

 

Anfang Dezember heißt es dann noch einmal: Wie sich herausgestellt hatte, ist der Brandschutz laut den Analysen einer der größten Mängelpunkte des Bestandsgebäudes. Die größeren Brandschutzmängel könnten zurzeit mit einer geringeren Anzahl an zugelassenen Menschen und dem Brandschutzsystem kompensiert werden. Was nutzt jedoch ein großes Gebäude, wenn es wegen Auflagen des Brandschutzes nicht optimal genutzt werden kann. Generell ist die parallele, sinnvolle und multifunktionale Nutzung der Räumlichkeiten im Bürgerhaus nicht einfach. Grund hierfür ist der sechseckige Grundriss des Gebäudes. Hierdurch geht viel Raum verloren. Die Raumtrenner werden zwar genutzt, jedoch nur, um die Größe des Raumes zu variieren. Eine Parallelnutzung findet nicht statt. Selbst bei einer Sanierung bis auf die Grundmauern bliebe dieser ungünstige Grundriss erhalten.

Letzten Endes entschied sich das Stadtparlament für die vom Magistrat vorgeschlagene Variante, ein neues Gebäude auf dem benachbarten Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde zu bauen. Hierfür wurde ein Erbpachtvertrag über 99 Jahre geschlossen. Der bereits im Juli 2019 beschlossene Neubau wird insgesamt eine 40 Prozent kleinere Bruttofläche haben, was jedoch nicht mit der tatsächlichen Nutzfläche zu verwechseln ist. Diese kleinere Fläche gehe zum einen auf die bessere Nutzbarkeit der Fläche zurück, zum anderen durch den Verzicht auf Schießstand und Kegelbahn einher. Bei diesen Einrichtungen sind Kosten und Nutzen unverhältnismäßig, zumal es Alternativen in den anderen Bürgerhäusern und der Maintalhalle gibt. Dass es jedoch gar keine Räumlichkeiten für Vereine gebe, ist falsch. Im Gegenteil: Zweck dieses neuen Bürgerhauses ist es, einen attraktiven Ort für Vereine und Veranstaltungen zu schaffen.

 

Seniorenzentrum

Im Jahre 2018 wurde das Qualitätsmanagement der DRK-Seniorenzentren Maintal nach aktuellen und neuesten DIN-Normen erfolgreich neu zertifiziert. Normalerweise besuchen jährlich zwei Auditoren alle drei Häuser, was nun Corona-bedingt nicht möglich war. Deswegen „traf“ sich das Kleeblatt-Team des Qualitätsmanagements im Rahmen eines digitalen Überwachungsaudit mit den Auditoren. Das Haus hatte die nötigen Unterlagen vorab eingereicht und waren gut vorbereitet auf die Sitzung am Monitor, bei der auf alle Fragestellungen eingegangen werden konnte.

Die Entwicklung und Etablierung differenzierter Hygienekonzepte in Abstimmung mit Behörden und nach Vorgaben des Robert-Koch-Instituts wurde von den Auditoren besonders positiv bewertet. Eine explizite Anerkennung fanden demnach unter anderem das QM-System, die differenzierten Managementberichte, eine zweitägige Strategiesitzung und Etablierung von Arbeitsgruppen, die Erfassung und Umgang mit unerwünschten Ereignissen sowie der Basiskompetenzkurs Pflege für ungelernte Pflegekräfte.

 

Anwohner legen Widerspruch ein gegen den geplanten Kitabau in der Rhönstraße:

Schon im Winter 2021, spätestens im Frühjahr 2022 soll die neue städtische Kita in der Rhönstraße erste Kinder aufnehmen. Gegen das in der Rhönstraße geplante Bauvorhaben hat eine Handvoll Anwohner Widerspruch eingelegt. Vor Kurzem hatte eine dreiköpfige Initiative, bestehend aus Brigitta Grüner, Gabriele Wölfel und Jürgen Eisner, zu einer Menschenkette aufgerufen. Dem Aufruf folgten rund 30 Mitbürger. Kernforderung der Initiative: Die neue Kita soll auf dem Alternativbauplatz am Festplatz statt an der Rhönstraße gebaut werden, die Parkanlage erhalten bleiben.

„In Dörnigheim sollen für viel Geld zusätzliche Grünflächen im Rahmen des Förderprogramms ‘Stadtgrün’ entstehen. Im Stadtteil Bischofsheim wird nun die einzige Parkanlage plattgemacht. Das ist doch paradox“, sagt Jürgen Eisner. Sämtliche Straßen und Bürgersteige im Quartier sind nicht für eine Kita ausgelegt und zu schmal, Parkplätze auf dem Bauplan nicht vorgesehen. Eine Bushaltestelle oder ein Radweg für Eltern, die ihre Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder per Fahrrad bringen und abholen wollen, fehlt. All dies sei auf dem ebenfalls bewerteten städtischen Grundstück am Fechenheimer Weg anders. Hier müssten keine Bäume gefällt oder umgesiedelt werden. Die Nähe zum Wald und die mögliche Mitnutzung der Turnhalle der Turnerschaft Bischofsheim sei ein Gewinn für die Kindergartenkinder.

Das ist ja schon der dritte Versuch, diese Grünfläche zu bebauen. Es gab frühere Pläne, hier Sozialwohnungen oder das Asylbewerberheim zu bauen. Eine Untersuchung sei damals zu dem Schluss gekommen, dass eine Bebauung nur mit großem Aufwand möglich wäre.

 

In dem ehemaligen Sumpfgebiet wurde der ehemalige Graben mit Bauschutt aufgefüllt. Die erforderliche Tragkraft für die Bodenplatte des zweigeschossigen Kita-Gebäudes kann nur mit immensem technischem Aufwand mit Brunnengründung realisiert werden. Beim Aushub sind besondere Entsorgungen zu erwarten. Daher sind die letzten Bauvorhaben an dem unterirdischen Wasserlauf und dem hohen Grundwasserspiegel gescheitert.

 

Umgestaltung des Rumpenheimer Wegs: Drei Varianten

Der Rumpenheimer Weg in Bischofsheim soll neu gestaltet werden. Dazu ruft die Stadt Maintal Ende November nun Interessierte zum Mitwirken auf. Ein Planungsbüro hat nämlich im Auftrag der Verwaltung drei verschiedene Varianten für die Umgestaltung erarbeitet, die die Maintaler bewerten können. Ziel der Vorschläge sei es, einen gleichmäßigen Verkehrsfluss zu ermöglichen und gleichzeitig die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Denn der Rumpenheimer Weg gehört zum Streckennetz des Maintaler Busverkehrs, ist Teil des Schulwegeplans und wird sowohl vom motorisierten Individualverkehr als auch von Radfahrern genutzt. Deshalb sehen alle drei Varianten die Einrichtung eines Fahrrad-Schutz­streifens vor.

Die wesentlichen Unterschiede bestehen laut Verwaltung darin, ob und in welchem Umfang Pflanzinseln und Stellplätze erhalten bleiben sollen, die einerseits die gefahrene Geschwindigkeit reduzieren, andererseits den Verkehrsfluss zuweilen stocken lassen sollen. Aktuell befinden sich laut Mitteilung der Stadt am Rumpenheimer Weg 32 Stellplätze und 18 Pflanzinseln.

- Variante eins sieht demnach vor, dass Fahrrad-Schutzstreifen abschnittsweise eingerichtet und aufgrund der Fahrbahnbreite an den Engstellen unterbrochen werden. Bei dieser Maßnahme, die laut Stadtverwaltung mit einem geringen baulichen Aufwand verbunden ist, blieben zehn Pflanzinseln und zwei Parkplätze erhalten.

-Variante zwei sieht vor, dass es in beide Fahrtrichtungen Fahrrad-Schutzstreifen geben soll und zusätzlich eine Erhöhung der Fahrbahn in den Kreuzungsbereichen erfolgt. Dadurch würden Geschwindigkeiten im Kreuzungsbereich reduziert und die Sicherheit erhöht. Diese Lösung sei aufgrund der baulichen Veränderungen die teuerste Variante und würde den Verlust der Pflanzinseln und Parkplätze bedeuten.

- Bei Variante drei werden Fahrrad-Schutzstreifen nur auf der Nordseite eingerichtet. Der Vorteil dieser Option wäre laut Mitteilung, dass sie mit einem geringen baulichen Aufwand einhergeht und 29 Parkplätze sowie 15 Pflanzinseln erhalten werden könnten.

Es ist nicht vorgesehen, die komplette Straße umzubauen, heißt es weiter. Gehwege und Fahrbahn sollen grundsätzlich beibehalten werden. Auch eine Reduzierung der Geschwindigkeit sei nicht möglich, weil hierfür die rechtliche Grundlage fehle.

Die Zebrastreifen sollten durch blau-weiße Hinweismarkierungen sichtbarer gemacht werden. Damit die Kreuzungen zur Sudetenstraße/Gartenstraße und zur Löwenseestraße/Alte Dorfstraße besser einsehbar werden, schlagen die Anwohner vor, die Kreuzungsbereiche farblich hervorzuheben und den Halteverbotsbereich auf bis zu zwölf Meter zu verlängern. An der Einmündung zur Stichstraße sollte zusätzlich ein Zebrastreifen mit blau-weißen Reflektoren eingerichtet werden. Zudem sollten die Parkplätze nur noch von Pkw, nicht von Lieferfahrzeugen genutzt werden können.

 

Ausschüsse diskutieren Lösungen zum Problemherd Friedhof

Anfang Dezember befassten sich sowohl der Haupt- und Finanzausschuss als auch der Ausschuss für Umwelt, Bau, Verkehr, Stadtentwicklung und Klimaschutz im Rahmen der Haushaltsplanung mit dem Thema „Maintaler Friedhöfe – Status Quo, Herausforderung und Weiterentwicklung“. Auf den insgesamt sieben Friedhöfen der vier Stadtteile läßt sich ein Rückgang traditioneller Erdbestattungen zugunsten deutlicher Zunahme von Urnenbestattungen feststellen. Ebenfalls gebe es laut Bilz eine steigende Nachfrage nach neuen Begräbnisformen wie etwa Baumbestattungen oder anonyme Grabanlagen.

Beim neuen Friedhof in Hochstadt sowie beim Bischofsheimer Pendant sind zudem Teilflächen nicht nutzbar, weil Grundwasser in die Gräberfelder eindringt. Bildlich gesprochen, stehen beide Friedhöfe mit den Füßen im Wasser“. Das führt dazu, dass Leichname wesentlich länger benötigten, um zu verwesen. Was wiederum bedeute, dass Gräber nicht mehr in üblichem Zeitrahmen (auch aus Pietätsgründen) nach 30 bis 40 Jahren neu ausgehoben und somit der steigende Bedarf an Grabflächen immer weniger gedeckt werden kann.

Abhilfen gibt es einige, die Bilz und Weiß vorstellten. So wären Erdaufschüttungen aus wasserdurchlässigen Schichten denkbar („Hügelgräber“), oder Grabhüllen, wobei Särge in belüfteten und erdbefüllten Kunststoffhüllen „verpackt“ werden. Der Magistrat favorisiert jedoch eine andere Lösung: gemauerte und belüftete Grabkammern aus Beton. Eine Ringdrainage hält Weiß zudem für den Hochstädter Friedhof für unerlässlich, um die Wasserproblematik auch zukünftig in den Griff zu bekommen.

Das Prinzip der Grabkammern, die man sich als nebeneinander gesetzte und später mit Erde überdeckte Schachteln für Särge vorstellen kann, also technische Bauwerke ähnlich dem Reihenhausprinzip, schlägt der Magistrat sowohl auf einer geplanten Erweiterungsfläche für den Bischofsheimer Friedhof als auch für den Hochstädter vor.

Dass diese Lösung Geld kostet, ist klar: Zusätzlich zum bestehenden Haushaltsansatz von 690.000 Euro für die Erweiterung des Bischofsheimer Friedhofs sollen in den Etats für 2021 und 2024 insgesamt 400.000 Euro in 80 derartige Grabkammern fließen; je 40 Stück und   200.000 pro Haushaltsjahr (also 5.000 Euro pro Kammer). Die Bischofsheimer letzte Ruhestätte soll im Rahmen des bestehenden Budgets um rund 9.500 Quadratmeter kommunale Waldfläche erweitert werden, die nördlich an den bestehenden Friedhof angrenzt und dort weitere Möglichkeiten für Baum-, Urnen- und Erdbestattungen schafft. Ziel ist die Gestaltung einer „naturnahen Ruhe- und Gedenkstätte mit Aufenthaltsqualität“, mit einem barrierefreien Rundweg, einem Platz mit Bänken für Andachten und Flächen für Wildblumen.

 

Dazu ist zu sagen: Die Anlage eines neuen Friedhofs zwischen Ringmauer und Schützenhäuschen war schon immer umstritten. Hier wurde massiv in die Streuobstwiesen eingegriffen. Aber schon in den achtziger Jahren war alles längst genehmigt - auch von den übergeordneten Stellen – da war nichts mehr daran zu ändern.

Das Hauptargument war: Der alte Friedhof reicht nicht mehr. Das wurde aber nicht durch Zahlen belegt, sondern man ging nur nach dem Augenschein.  Heute würde man dafür erst ein Gutachten erstellen lassen. Eine Zählung Anfang der neunziger Jahre ergab, daß auch Gräber noch bestanden, deren Ruhefrist abgelaufen war. Man hat aber auch nicht erwogen, daß man die Ruhefrist auf das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß von zwanzig Jahren für Erdgräber und zehn Jahren für Urnengräber herabsetzen könnte (natürlich mit Bestandswahrung). Mancher Angehörige (natürlich nicht alle) wäre vielleicht froh, wenn er die Verpflichtung zur Grabpflege los würde, vor allem wenn er weit weg wohnt.

Es ist einfach die Tendenz festzustellen, daß immer mehr Urnenbeisetzungen nachgefragt werden oder sogar Beisetzungen „unter dem grünen Rasen“. An der Stelle eines Erdgrabes können aber zwei Urnengräber mit bis zu acht Urnen errichtet werden, auf Familiengräbern noch mehr. Auch kann man die seitlichen Zwischenräume weglassen. Es ist also zu erwarten, daß für Friedhöfe nicht mehr so viel Fläche gebraucht wird.

Sicherlich hätte man für eine gewisse Zeit einen kleinen Ausweichfriedhof benötigt. Aber man war ja direkt versessen darauf, etwas Neues zu schaffen, mit einer großen Trauerhalle (so Bürgermeister Rohrbach) und allem Drum und Dran. Eine große Fläche wurde aufgekauft – fast hätte sie bis ans Schützenhäuschen gereicht. Und damit wenigstens ein Teil belegt wird und man somit die Notwendigkeit eines neuen Friedhofs zeigen konnte, wurden (zunächst) keine Bestattungen auf dem alten Friedhof mehr genehmigt (und jetzt nur noch in Einzelfällen). Der alte Friedhof sollte dann irgendwann einmal in Bauland umgewandelt werden (wie es mit dem jüdischen Friedhof in Hochstadt geschah). Heute bietet sich das Bild, daß auf dem alten Friedhof große Flächen frei sind. Wenn es jetzt Probleme mit dem neuen Friedhof gibt, dann könnte man doch wenigstens verstärkt auf dem alten Friedhof bestatten.

Daß der ganze Hang vom Schützenhäuschen bis in die Ortslage hinein sehr feucht ist, weiß man an sich (Brunnen sind nicht sehr tief, manche tiefe Keller führen Wasser). Hier ist in etwa zwei Meter Tiefe eine fast wasserundurchlässige Tonschicht, über der das Regenwasser nach unten abläuft. Wer hat denn hier das hydrologische Gutachten gemacht, das bei jeder Baumaßnahme erforderlich ist? Da kann man sich jetzt nicht beschweren, die Verwesung der Leichen würde wegen des Wassers zu lange dauern.

Auch die vorgeschlagenen Alternativen zeugen nur von einer Praxisferne. Auf dem alten Friedhof hat man eine Zeit lang die Leichen in Plastiksäcken bestattet, mit dem Ergebnis, daß sich dort jetzt niemand mehr herantraut. Es entstehen nämlich sogenannte „Wachsleichen“, die in Flüssigkeit schwimmen. Auch Bohrungen in das Grab hinein konnten das Problem nicht beheben. Fragen Sie dazu einmal an bei Norbert Mankel, Am Selzenborn 4, einem

langjährigen Friedhofsmitarbeiter.

Nicht anders ist das, wenn man Betonwannen bauen würde. Abgesehen von den hohen Kosten verschärfen solche Gruften nur das Problem. Urnenwände sparen zwar Platz, aber was wird mit den Urnen nach Ablauf der Ruhefrist? Die günstigste Lösung ist, sich wieder auf den alten Friedhof zu konzentrieren.

Frau Bilz, Leiterin des Fachdienstes Ordnungswesen, sagte dazu am 8. Dezember: Aus heutiger Sicht hält die Verwaltung die Anlage des Friedhofs auch für einen Fehler. Allerdings nur wegen des jetzt festgestellten Problems mit dem Wasser, nicht wegen Erhalt der Streuobstwiesen. Auf die Aussage, daß der alte Friedhof auf Dauer gesehen ausreiche, ging sie nicht besonders ein. Sie sagte nur, man bestatte jetzt dort, um überhaupt Erdbestattungen vornehmen zu können. Man hält weiter an dem neuen Friedhof fest. Um das Gelände soll eine Drainage gelegt werden und die Grabkammern gebaut werden (da wäre ein Kasten aus Plastik noch sinnvoller). Auf einen früheren Fehler wird also jetzt noch ein weiterer Fehler gesetzt.

 

 

 

 

 

Mehr Geld für weniger Strom: Maintal investiert in Straßenbeleuchtung:

Gut 3.000 Straßenlampen leuchten im Stadtgebiet von Maintal. Seit dem 1. Januar 2016 tun sie dies unter der Regie der Maintal Werke GmbH. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf rund 545.000 Euro. Der Energieverbrauch der Straßenbeleuchtung konnte durch die Umstellung auf LED-Technik um nahezu die Hälfte gesenkt werden. Und zwar. Waren es im Jahr 2015 noch rund 1,16 Millionen Kilowattstunden an Strom, der als Licht aus den Masten floss, so sank dieser Verbrauch auf rund 628.000 kW/h im Jahr 2019.

Die Stadt will bis zum Jahr 2025 geschätzte 95. 000 Euro in insgesamt 20 Projekte investieren. Hierzu zählen unter anderem die Beleuchtung des Radwegs zwischen Hochstadt und Wachenbuchen, zahlreiche Fußgängerüberwege im gesamten Stadtgebiet, die besser ausgeleuchtet werden sollen, einzelne Straßenbereiche wie etwa die Dörnigheimer Kennedystraße in zwei Bauabschnitten, oder die Hochstädter Ringstraße Nord und die Gutenbergstraße in Bischofsheim. Außerdem stehen im Rahmen der Sicherheitsinitiative „Kompass“ der Bischofsheimer Flugzeugspielplatz, die Ausleuchtung der Nordseite des Bahnhofs Maintal-Ost und die Zuwegung zum Brüder-Schönfeld-Haus (beide Dörnigheim) auf der Licht-Agenda des Magistrats.

 

Stadtwald

Auf einem freien Gelände mitten im Bischofsheimer Wald sind Kiefern und Fichten dem Klimawandel zum Opfer gefallen und mussten entfernt werden. Doch seit Ende März sind die Holzeinschlagsmaßnahmen zur Beseitigung der klimabedingten Waldschäden erst einmal gestoppt und die Motorsäge wurde gegen den Pflanzspaten getauscht. 20.000 Setzlinge werden im April im Bischofsheimer Wald gepflanzt, vornehmlich Eiche, auf den größeren Lichtungen. In die Lücken, die durch die Fällungen von abgestorbenen Bäumen entstanden sind, kommen aber auch Mischbaumarten wie Hainbuchen, Linden, Kirschen und Spitzahorn in den Boden. Auf kleineren Flächen werden außerdem auch Weißtannen und vereinzelt Douglasien gepflanzt. „Damit sorgen wir für den klimastabilen Wald der Zukunft“, ist der Revierförster Koch.

Gienek Frackowiak organisiert schon seit gut 15 Jahren die Baumpflanzaktionen, die in Maintal jedes Frühjahr stattfinden. Der gebürtige Pole und sein Team sind im März und April in zahlreichen hessischen Wäldern unterwegs.

Dass aus den kleinen, kniehohen Bäumchen irgendwann große Eichen entstehen, ist für den Laien kaum vorstellbar. Rund 20 Jahre dauert es, dann sind die Bäume etwa acht Meter hoch. Damit die Pflanzaktion auch dauerhaft erfolgreich ist, braucht es jetzt nur eines: Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Zwar haben die Setzlinge eine Flüssigkeitsreserve. Aber die ist schnell aufgebraucht. Hinzu kommt, dass es in Maintals Wald größtenteils Sandböden gibt, die Wasser schlecht speichern.

Als „Ökosystemmanager“ jongliert Heiner Koch tagtäglich mit verschiedenen Anforderungen an den Erholungs- und Lebensraum Wald. Koch ist seit fast 35 Jahren Revierförster in fünf Kommunen des Main-Kinzig-Kreises, darunter auch im Maintaler Stadtwald. Hier sind die Klimaschäden in den letzten Jahren besonders deutlich geworden. Wir haben hier in Maintal außer der Eiche keine einzige stabile Baumart mehr, sagt er.

In Bischofsheim ballen sich die Probleme, der Wald ist stark von Klimaschäden betroffen. Mit dem Gänssee ist er ein stark belaufenes Erholungsgebiet und zudem als Fauna-Flora-Habitat, ein wichtiger Lebensraum auch für seltene Tierarten wie etwa den Grauen Heldbock. Der Käfer ist vom Aussterben bedroht. Mehr als 40 Prozent des dortigen Waldbestands ist durch die anhaltende Hitze und Trockenheit stark geschädigt worden, wieweit die anderen 60 Prozent betroffen sind, ist schwer zu beziffern.

Um den Wald auch für zukünftige Generationen gut aufzustellen, muß man experimentieren. Man denkt auch über fremdländische Baumarten wie die Kaukasische Buche nach, die mit dem Klima besser auskommt, oder über amerikanische Baumarten des gleichen Längengrads. Eignen könnten sich auch Baumarten aus dem Balkan, die große Hitze und Trockenheit, zugleich aber auch frostige Winter aushalten. Die Vegetation des Mittelmeerraums hält Koch hingegen für ungeeignet, da die Pflanzen sehr frostempfindlich sind. Hier müsse man die natürliche Verjüngung durch eine artenreiche Wiederaufforstung unterstützen.

Aber auch das Jagdmanagement gehört zu dem Aufgabengebiet des Försters. Man muß auch die Wildpopulation im Auge behalten, um zu verhindern, dass die Rehe die jungen Pflanzen kahlfressen. Um Areale mit ökologisch und nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten besonders wertvollen Pflanzen, wie Eichenbäumen, zu schützen, werden diese umzäunt. Wenn der Verbiss der Jungpflanzen zu stark ist, muss jedoch auch geschossen werden. Die Jäger haben hier eine ganz wichtige Funktion, da das Wild hier keine natürlichen Feinde hat.

Die Waldschäden bleiben auf einem hohen Niveau“, heißt es in dem Bericht. Insgesamt 1.900 Festmeter Holz wurden laut Bericht im Zeitraum von Oktober 2019 bis Ende März 2020 geschlagen. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Schadholz, das aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden musste. Unter anderem kamen entlang der A 66 und anderen Straßen bei aufwendigen Aktionen Spezialmaschinen zum Einsatz. Ein Großteil des Holzes war jedoch nicht zu verwerten.

Besonders betroffen sei die Buche, bei der ganze Bestände abgestorben seien. Die älteren Kiefern und Fichten haben mit Pilzbefall und Borkenkäfer zu kämpfen und sterben teilweise großflächig ab. Hinzu kommen die für den Ahorn schädliche Rußrindenkrankheit und das Eschentriebsterben, das sich weiter auf einem hohen Niveau befindet.

 

 

Gewerbe

 

Dörnigheimer Gewerbetreibende äußern Unmut über neue Bonpflicht:

Gewerbetreibende klagen, daß sie seit dem 1. Januar für jede Eingabe in ihre Registrierkasse einen Beleg auszudrucken müssen, ob der Kunde die nun will oder nicht. Das gilt für jedes Brötchen und jede Tasse Kaffee. Aber 95 Prozent der Kunden wollten keinen Bon, obwohl jeder gefragt wurde. Verlangt werden nur „Bewirtungsbelege“, die als Betriebsausgabe für den Bezahler steuerlich absetzbar sind, wenn einer für mehrere bezahlt. Aber sonst steckt kaum ein Mensch diese Quittung später ein, wenn er die Lokalität verlässt. Jedes Brötchen wird sowieso in die Kasse getippt, damit der Kunde sieht, was er zu bezahlen hat. Da braucht er doch nicht für 1,50 Euro hinterher noch eine Quittung. Die Kassen sind doch heute ohnehin fast alle elektronisch, sie können ja so eingerichtet werden, daß sie nicht zu manipulieren sind. Es besteht jedoch keine „Belegmitnahmepflicht“ für den Kunden.

 

Beim Unnerbäcker wird der alte Hochstädter Zuckerkuchen gebacken:

Der Hochstädter Zuckerkuchen ist eine ganz besondere Variante des Streuselkuchens. In Hochstadt hat er längst Tradition und wird dort seit fast 150 Jahren beim „Unnerbäcker“ hergestellt und verkauft. Der heutige Inhaber ist Erich Burger. Sein Hochstädter Zuckerkuchen gilt längst als Original, aber das genaue Rezept seiner Vorfahren verrät er nicht. Rund 500 normale Brötchen werden in einer Nacht gebacken. Dazu kommen noch Körner- und Vollkornbrötchen, rund 120 Stückchen, verschiedene Brote und einiges mehr. Aus dem hauseigenen Sauerteig bereitet Erich Burger noch das beliebte „Bierbrot“ vor.

 

Leihladen ist wieder geöffnet:

Der Leihladen der Bürgerhilfe Maintal gegenüber vom Globus Einkaufsmarkt hat Anfang Mai trotz der schwierigen Corona-Zeit seinen Betrieb wieder aufgenommen. Natürlich wurden und werden auch zukünftig die hier notwendigen und vorgeschriebenen Vorsichtsmaßnahmen wie Mundschutz und Abstandsregeln eingehalten. Der erste Öffnungstag wurde schon von zahlreichen Besuchern frequentiert, und so gingen einige Gartengeräte und Gesellschaftsspiele weg wie ,,warme Semmeln“.

Die Idee hinter dem Leihladen ist einfach. Hier werden Gegenstände geteilt, anstatt sie daheim verstauben zu lassen. Fakt ist nämlich, dass viele Haushalte Dinge besitzen, von denen nur ganz selten Gebrauch gemacht wird. Dabei ist es doch viel sinnvoller, sich solche ,,Ge­legenheitsprodukte“ einfach auszuleihen, anstatt sie gleich neu zu kaufen. Genau hier will der Leihladen helfen und das gelingt auch schon sehr zufriedenstellend seit seiner Eröffnung

 

Wirtschaftsstandort Maintal:

Ein breiter Branchenmix kennzeichnet die Maintaler Wirtschaft. Sie bietet dadurch eine Vielzahl an Dienstleistungen an einem Standort und ist nicht abhängig von einer Branche. Unter den größten Arbeitgebern am Standort finden sich Namen wie die Norma Group, DHL, 1&1 Drillisch AG und die Supermärkte wie Real und Globus. Die Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik ist einmalig in der Region und ein Alleinstellungsmerkmal für Maintal

In Zeiten der Corona-Pandemie mußten viele kleine Geschäfte, Dienstleister und Unternehmen aus verschiedenen Branchen (Gastronomie, Tourismus, usw.) ihren Betrieb schließen    oder deutlich einschränken. Insbesondere kleine Unternehmen leiden unter den Auswirkungen der Corona-Krise – viele Unternehmen stufen ihre aktuelle Lage sogar als bedrohlich ein. Von Seiten der Wirtschaftsförderung informiert man die Maintaler Firmen über die Verordnungen der Landesregierung und die Förderprogramme von Bund und Land.

Um Geschäfte, Gastronomie und Dienstleister unkompliziert zu unterstützen, hat man die Initiative „Maintal Leben“ gestartet. Dies ist eine Online-Plattform, die ermöglicht, Gutscheine zu kaufen oder Trinkgelder zu spenden, um Einzelhandel, Gastronomie, Dienstleister oder Anbieter von Freizeitangeboten finanziell in der schwierigen Lage zu unterstützen. Wenn sich die Situation wieder entspannt, können die Gutscheine eingelöst werden. 

Es ist das Ziel, in Maintal vorwiegend mittelständische und nicht die ganz großen Firmen anzusiedeln. Seit 20 Jahren wurde in Maintal kein Gewerbegebiet mehr entwickelt. Es gab zwar Abrundungen im Gewerbegebiet Ost, aber ansonsten sind keine Gewerbeflächen hinzugekommen. Die Unternehmen in Maintal benötigen aber dringend weitere Flächen. Man möchte den örtlichen Betrieben noch Erweiterungsflächen anbieten und darüber hinaus neue zukuinftsweisende Firmen in Maintal ansiedeln. Zum einen ist es wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen, zum anderen aber auch, Gewerbesteuer hervorzurufen. Das sind die zwei Schwerpunkte, die für uns von besonderer Bedeutung sind. 

Die Wirtschaftsförderung organisiert auch selbst Veranstaltungen. Es gibt bei der Wirtschaftsförderung einen Jahreskalender, der aus regelmäßigen Veranstaltungen besteht. Da gibt es zum Beispiel den Beratungstermin mit den Wirtschaftspaten. Zudem organisieren man alle zwei Jahre die Lehrstellenbörse mit der Erich-Kästner-Schule und der Werner-von-Siemens-Schule in Maintal. Zu Beginn des Jahres lädt man die örtlichen Unternehmen zu einer Jahresauftaktveranstaltung ein, bei der man unter anderem die Stadtentwicklungsprojekte vorstellt. m Herbst findet das jährliche Unternehmerforum gemeinsam mit dem Lions Club Maintal statt, bei dem es Vorträge von namhaften Referenten sowie viel Raum zum Netzwerken gibt.

Darüber hinaus bietet die Wirtschaftsförderung zahlreiche Beratungen an, wie zum Beispiel zu Fördermittelangeboten oder zur Unternehmensnachfolge. 

Aber es gibt ja auch regelmäßige Angebote, die sich vor allem an Frauen richten. Beim Unternehmerinnenstammtisch können sich Geschäftsfrauen austauschen, sich gegenseitig unter­stützen, sich vernetzen und ihre Erfahrungen weitergeben. Die Stadt Maintal hat ein Gründerzentrum in der Max-Planck-Straße. Dort sind sieben einzelne Büroräume, die kostengünstig von Gründern angemietet werden können. Das Angebot bietet den Gründern die Möglichkeit, sich in der Selbstständigkeit auszuprobieren, ohne hohe Fixkosten zu haben. Zudem stehen den Gründern das Netzwerk der Wirtschaftsförderung und Beratungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zwischenzeitlich haben über 60 Gründer ihre Selbstständigkeit erfolgreich im Gründerzentrum Maintal gestartet und über 200 Arbeitsplätze geschaffen. Ein wichtiges Projekt ist der Ausbau des Glasfasernetzes.

Dann ist die Aufwertung der Haupteinkaufsstraßen ein Anliegen. Begonnen wird mit der Aufwertung des Käthe-Jonas-Platzes. Ergänzt wird das mit einer neuen Gestaltung der Flächen, indem stadtweit unter anderem einheitliche Bänke, Papierkörbe, Poller, Fahrradständer und Bushaltestellen geplant werden. Außerdem ist ein neues Konzept für eine einheitliche Straßenbeleuchtung derzeit in Bearbeitung.

Nicht zuletzt erfolgt die Neuauflage der Broschüre „Wirtschaftsvielfalt Maintal“. Die Broschüre informiert über die Wirtschaftsstruktur von Maintal, vorhandene und neue Gewerbegebiete, deren Standortvorteile sowie über die Wohn- und Freizeitqualität von Maintal. 

Es gibt etwa 3.900 Gewerbetreibende in Maintal. Da ist vom Soloselbstständigen über Familienbetriebe bis zum weltweit operierenden, börsennotierten Konzern alles dabei. Für 2019 sind 21,5 Millionen Euro Gewerbesteuer, im Haushaltsplan angesetzt. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Aufgrund der Corona-Pandemie werden diese Einnahmen jedoch sicherlich deutlich zurückgehen.

Anke Prätzas (früher:Gmein) arbeitet seit 2005 bei der Stadt Maintal als Leiterin der Wirtschaftsförderung und hat den Bereich damals auch mit aufgebaut.

 

 

 

Kurzarbeit und Stellenabbau bei der Norma Group: 

Seit Anfang April wurde bei Norma Group in Hochstadt Kurzarbeit im Rahmen von zehn bis maximal 50 Prozent der regulären Arbeitszeit angemeldet und das Produktionsvolumen angepaßt. Die Norma Group stockt das gesetzliche Kurzarbeitergeld aus eigenen Mitteln auf 85 Prozent auf. Das Top-Management inklusive des Vorstands verzichtet in ähnlicher Höhe freiwillig auf einen Teil seiner Entgelte.

Insgesamt beschäftigt die Norma Group weltweit rund 8.500 Mitarbeiter an 29 Produktionsstandorten. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 980 Mitarbeiter, 700 davon am Stammsitz in Maintal. Das Unternehmen stellt unter anderem Steckverbindungen für Motoren sowie so genannte Fluidsysteme her, mit deren Hilfe die Dieselabgabe per Harnstoff gereinigt wird. Bereits im Herbst 2019 kündigte die Norma Group mit Sitz in Maintal an, aufgrund der anhaltenden Krise in der Automobilindustrie betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen zu können. Am Dienstag, dem 16. Juni, gab das börsennotierte Unternehmen bekannt, 159 Stellen in Maintal abzubauen. Das Werk im thüringischen Gerbershausen soll sogar komplett geschlossen werden. In Maintal sollen bei Norma vor allem in der Verwaltung sowie im Bereich Logistik Stellen abgebaut werden. Als Grund nennt das Unternehmen „ungenügende Wettbewerbsfähigkeit aufgrund dreier Standorte mit ähnlichem Produktspektrum sowie ähnlichem Produktionsprofil in Mitteleuropa“.

Am Dienstag, dem 30. Juni, gab es einen großen Streik vor der Firmenzentrale von Norma. Knapp 300 Personen waren vor Ort. Unterstützt von Delegationen von ThermoFisher aus Langenselbold, Vacuumschmelze aus Hanau und Honeywell aus Maintal machte die seit dem 1. April in Kurzarbeit geschickte Belegschaft zur parallel stattfindenden virtuellen Hauptversammlung der börsennotierten Norma Group ihrem Unmut über die Pläne der Firmenleitung Luft. Mit der Drohung der Verlagerung nicht nur der Produktion, sondern auch von Logistik und Verwaltungsaufgaben nach Tschechien will das Management am Standort Maintal massive Einkommenseinbußen und längere Arbeitszeiten durchsetzen. Zum Abschluss des Warnstreiks und der Kundgebung formierten die über 300 Beschäftigten eine Menschenkette vor der Firmenzentrale.

Bereits 2019 sind 50 Beschäftigte freigestellt worden, Wenn das so weiter geht, droht der Abgesang auf den Standort Maintal. Mit der Aussicht auf Aufwertung zum „Kompetenzzentrum“ soll die Belegschaft geködert werden, Tatsache ist aber, dass der Standort Dörnigheim schon seit 40 Jahren ein Kompetenzzentrum ist, denn ein Großteil der Produktpalette wurde hier von der Vorgängerfirma Rasmussen und später Norma entwickelt. Hier sitzt das Wissen um die Produkte und deren Herstellung.

Am 15. August hielt der IG-Metall-Bezirk Hanau-Fulda seine Jahreshauptversammlung auf dem Bischofsheimer Festplatz ab, mit einem einzigen Thema: „Norma“. Die Mitglieder bestätigten einstimmig den Kurs ihres Vorstands in Gestalt des IGM-Bezirks-Bevollmächtigten Robert Weißenbrunner. Wobei auch der eingestehen musste, dass die momentane wirtschaftliche Situation des Betriebs „nicht gerade rosig“ sei. Aber eine Sanierung dürfe nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, und einem Stellenabbau wie geplant müsse entschieden entgegengetreten werden. Zumal der Glaube, dass es bei „nur“ 160 Stellenstreichungen bleiben würde, ebenfalls schwinde.

 

Die Norma-Geschäftsführung äußert sich Ende August zu den geplanten Umstrukturierungen:

Die Firma hat das Transformationsprogramm „Get on Track“ gestartet. Es handelt sich um ein Programm, dass schon vor Corona vom Unternehmen gestartet wurde. Es ist kein Sparprogramm, sondern vielmehr ein Transformationsprogramm, um das Unternehmen zukunftsfähig auszurichten. Dabei geht es im Wesentlichen um drei Bereiche: Man will den Einkauf optimieren und effizienter gestalten. Zum Zweiten will man das Produktportfolio straffen und zielgerichteter auf den Kunden anpassen. Der dritte Punkt sind die Kapazitäten weltweit.

 

Bei Norma gibt es viele Produkte für die Mobilitätsarten. Aber die Mehrzahl der Teile, die an den drei Standorten Maintal, Gerbershausen (Thüringen) und in Tschechien hergestellt werden, sind für die klassischen Antriebe. Es bestehen ausreichend Kapazitäten an den vorhandenen zwei Standorten. Die Firma hat in Maintal und in Tschechien ausreichend Platz, um die Produkte zu fertigen und muß entsprechend keine Doppelstrukturen vorhalten.

Man will eine langfristige Zukunfts­perspektive für den Standort in Maintal zu schaffen. Die Einrichtung eines Torro-Kompetenzzentrums soll den Standort Maintal langfristig zukunftsfähig zu machen. Torro ist eine Produktgruppe, die es in unterschiedlichen Ausprägungen gibt. Es handelt sich dabei um unterschiedlich große Schlauchschellen, die beispielsweise mit Wellfeder und Vorpositionierer auf Schläuche in Abgassystemen gesteckt und montiert werden. Eine Variante dieses Produktes wird derzeit in Gerbershausen produziert, eine Andere in Ma

Die Torro-Schellen wirken vielleicht nicht wie das attraktivste Produkt für einen Außenstehenden, aber das ist die Mutter aller Schlauchschellen. Sie wurde hier erfunden und obwohl man oft versucht hat, das Produkt zu kopieren, hat man nie die Leistungsstärke einer original Torro-Schelle erreicht. Das ist auch ein Grund, der für ein Kompetenzzentrum in Maintal spricht. Noch mal: Es gibt keine Planungen, den Standort in Maintal zu schließen, aber wir müssen diesen Standort wettbewerbsfähig machen.

 

 

Am Mittwoch, dem 2. September 2020, ist die Belegschaft der Norma Group Germany im Werk Maintal im Gewerbegebiet Mitte in einen zweistündigen Warnstreik getreten. Die Beschäftigten streikten vor allen drei Werkstoren an der Edison-, Edmund-Seng- und Bahnhofstraße, unter Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen.

Am 16. September 2020 hat die Gewerkschaft aber vorerst ihren zweiten, auf drei Stunden befristeten Warnstreik im Norma-Konflikt gestartet, diesmal in Form eines Autokorsos. Ein erster fand bereits am 2. September statt. Gut 100 Autos und Motorräder sammelten sich gegen Mittag am Maintalbad zwischen Dörnigheim und Hochstadt und fuhren in geschlossener Kolonne, angeführt von Polizeifahrzeugen, über die B 8 nach Offenbach, wo eine Kundgebung geplant war.Dort waren es dann rund 500 Teilnehmer, da in einer Eventlocation an der Sprendlinger Landstraße auch zeitgleich ein IG-Metall-Kongress mit mehreren Hundert Gewerkschaftern aus Hessen, dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Thüringen tagte.

 

Hinnerbäcker-Azubi ist innungsbester Bäckergeselle:

Der Wachenbucher Adriano Tomasello hat im Oktober als Innungsbester der Bäckerinnung Untermain die Gesellenprüfung bestanden. In einem kleinen Betrieb, wie der Bäckerei Weber in Maintal, müsse „man alles machen“. Ganze 89 von hundert möglichen Punkten hat Tomasello erreicht und ist damit drei Punkte an einer eins vorbeigeschrammt. Mehrkornbrot, Quiche, Weizen- und Roggenbrötchen, Torte - seine Arbeit im Ausbildungsbetrieb hat ihn optimal auf die im Praxisteil geforderte Vielfalt vorbereitet. In der Theorie wurden Rohstoffkunde, Marketing, Hygiene und Dreisatz-Rechnen abgefragt. Fünf Stunden Zeit hatte der Azubi für alle Aufgaben, sein Werk war nach viereinhalb Stunden vollbracht. Sein nächster Schritt ist die Meisterprüfung. Und irgendwann will er mit seinem Bruder, der Konditor ist, einen eigenen Laden aufmachen.

In seiner Lehrbackstube beim Hinnerbäcker in Bischofsheim musste der Azubi allerdings nicht schon bei Nacht und Nebel antreten. Grund hierfür ist das sogenannte „Slow Baking“, eine auf Zeit angelegte Herstellungsmethode, die Klaus Weber in seiner Traditionsbäckerei und Konditorei in Bischofsheim seit langem anwendet. Hierbei wird der Teig immer schon einen Tag im Voraus vorbereitet und reift über Nacht im Kühlraum. Die Vorteile: Die auf diese Weise zubereiteten Backwaren sind bekömmlicher und besser haltbar. Und die Mitarbeiter müssen eben nicht so früh anfangen, weil das am Vortag geknetete und geformte Gebäck morgens lediglich abgebacken werden muss.

 

Motor Village bietet Autokompetenz in Maintal:

Die Automarken Fiat, Alfa Romeo, Jeep, Abarth und Fiat Professional werden ab Anfang November von Motor Village Maintal in der Honeywellstraße 1 bis 3 präsentiert. Den Nachhaltigkeitsgedanken wird optimal umgesetzt. Nicht zuletzt beim Innovationsträger Fiat 500 La Prima. Über das darauf aufbauende Volumen-Modell 500e, das italienischen Charme, tolle Fahreigenschaften und eine alltagstaugliche Reichweite in idealer Weise vereint, Komfort für Familie bieten die Modelle Fiat Tipo, Fiat 500X und Fiat 500 L, während der Fiat 500 Hybrid und Fiat Panda Hybrid unter dem Motto „Eco trifft Spaß“ bereits viele Kunden begeistern.  

Die Kultmarke Jeep hat bei seinen Modellen Renegade Plug-In Hybrid 4xe und Compass Plug-In Hybrid 4xe durch die Kombination der charakteristischen 4x4 Geländefähigkeit mit einem leistungsstarken Elektromotor den Allradantrieb neu erfunden. Gewohnt leistungsstark präsentieren sich die kleinen sowie sportlichen Fahrzeuge der Marke Abarth, während die Fahrzeuge der wieder auferstandenen Traditionsmarke Alfa Romeo nicht zuletzt aufgrund ihrer Formensprache unvergleichliche Emotionen hervorrufen und bewundernde Blicke auf sich ziehen. 

 

Fähre

Die Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim in der jetzigen Form bestand seit 1904.

Aber zum 11. Oktober 2017 wurde die „MS Dörnigheim“ vorläufig eingestellt wegen erheblicher Verstöße gegen Sicherheitsvorschriften, vor allem wegen einer Überladung. Als Eigentümer des Fährschiffes sah sich der Kreis Offenbach aus Haftungsgründen zu diesem Schritt gezwungen.

Der Main-Kinzig-Kreis und der Landkreis Offenbach und auch die Kommunen Mühlheim und Maintal hatten sich in dieser Zeit zusammengetan und versucht den Fährbetrieb wieder auf den Weg zu bringen. Der Kreis Offenbach investierte 90.000 Euro in die Instandsetzung der „MS Dörnigheim“, wovon der Main-Kinzig-Kreis 25.000 Euro übernahm. Zudem sicherten Maintal und Mühlheim einen Betriebskostenzuschuss von je 25.000 Euro pro Jahr für die ersten drei Jahre des Wiederbetriebs zu. Parallel wurde die Stelle des Fährbetreibers ausgeschrieben und die Finanzierung des Betriebs von den Landkreisen Offenbach und Main-Kinzig-Kreis sowie den Städten Mühlheim und Maintal unterstützt. Es fand sich lediglich ein Interessent, der auch den Zuschlag erhielt.

:

Am 8. Juli 2019 sollte der Betrieb der Fähre wieder aufgenommen werden. Diese Wiederinbetriebnahme endete jedoch nach wenigen Stunden in einer Havarie: die Stabilisatoren des Gierseils rissen. Grund hierfür soll ein Fahrfehler gewesen sein. Dieser sei auf die mangelnde Qualifikation des Fährpersonals zurückzuführen. Die Fähre mußte nämlich bei der Überfahrt ziemlich stark gegen die Strömung gestellt werden und erst im letzten Augenblick wieder auf die Landerampe ausgerichtet werden. Weil man aber aus mangelnder Sachkenntnis wohl in gerader Linie über den Fluß gefahren war, riß das Gierseil und die Fähre trieb manövrierunfähig auf dem Main und musste geborgen werden.

Nach dem Unglück kamen Zweifel an der Kompetenz der Fährleute auf. Angeblich soll zur Zeit der Havarie kein Fährmann mit einer gültigen Lizenz an Bord gewesen sein. Noch vor Ende der behördlichen Untersuchung kündigte der Kreis Offenbach fristlos den Vertrag mit dem Betreiber und schrieb den Betrieb neu aus. Die Fähre wurde die mittlerweile im Frankfurter Osthafen untergebracht.

Im November 2019 teilte der Kreis Offenbach mit, dass sich ein Interessent auf die Ausschreibung des Betriebs der Dörnigheimer Mainfähre gemeldet hat. Aber im Januar 2020 hieß es: Das Angebot erfüllte weder die formalen Kriterien noch war es inhaltlich ausreichend.

Daher sei dem Kreis Offenbach als Eigentümer der Verbindung zwischen Dörnigheim und Mühlheim keine Alternative geblieben, als das Vergabeverfahren offiziell zu beenden.

 

Prüfung eines Eigenbetriebs:

Die Bürgerinitiative für die Wiederinbetriebnahme der Fähre schlug daraufhin vor, zukünftige Betreiber könnten durch eine eigene Ausbildung engagiert werden. Dies könnte über einen Ausbildungsverbund oder über die Gründung eines gemeinsamen Zweckverbands der Kreise und Städte durchgeführt werden. Alle Beteiligten sollten sich jetzt an einen Tisch setzen und auch die Bürgerinitiative einbeziehen. Der weitere Betrieb der Fähre sei auch aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes sowie der Bedürfnisse der betroffenen Bürger, die derzeit große Umwege in Kauf nehmen müssen, um den Main zu überqueren, dringend geboten. Auch das Ziel, die Fähre weiter in öffentlicher Hand zu halten, teile die Bürgerinitiative. Aber die Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD haben das im vorberatenden Bauausschuss schon abgelehnt.

Die Fraktion der Linken im Kreis Offenbach wollte in der Kreistagssitzung am 19. Februar die Möglichkeit prüfen, die Fähre in Eigenbetrieb wieder fahren zu lassen. Sie wollte keine Grundsatzentscheidung, sondern nur eine Prüfung, ob ein Eigenbetrieb machbar sei – möglicherweise auch mit Hilfe von Fördergeldern. Unterstützung bekam sie von den Freien Wählern, die nicht wollten, daß der Kreis sich aus der Verantwortung stiehlt und vermuteten, dass die Koalition die Stilllegung und ersatzlose Schließung geplant hat

Vertreter der CDU führten an, die Fähre werde „annähernd ausschließlich“ von Menschen aus Maintal und Mühlheim genutzt. Deswegen stelle sich die Frage, ob der Kreis da überhaupt verantwortlich sei. Die betroffenen Städte müssen stärker in die Verantwortung genommen werden. Ein anderer rechnete vor, dass ein Eigenbetrieb den Kreis Offenbach einen „höheren sechsstelligen“ Betrag pro Jahr kosten würde. Aber 90 Prozent der Fähren-Nutzer seien Autofahrer, die letztlich auch Brücken nutzen könnten. Der Prüfungsauftrag wurde im Kreistag Offenbach abgelehnt.

 

Der Kreis Offenbach gab Anfang Juni bekannt, hat sich der Kreisausschuss dafür ausgesprochen, den Fährbetrieb dauerhaft einzustellen. Alle Alternativen sind an der Frage des Personals gescheitert. Es hat sich herausgestellt, dass die Fährverbindung nicht ohne weiteres aufgenommen werden kann und der Betrieb dieses Fährmodells technisch anspruchsvoll ist. Dabei wurde immer wieder deutlich, dass es für die Suche nach Fährleuten mit Patent keinen Markt gibt. Von neun Bewerbern wäre somit nur ein Fährmann qualifiziert gewesen. Für einen angemessenen Betrieb seien jedoch drei bis vier Fährmänner notwendig. Daher sei die Überlegung aufgekommen, selbst Personal auszubilden. Laut Abschlussbericht des Kreises zur Mainfähre war es jedoch nicht möglich, Ausbilder zu finden.

Zusätzlich zu den personellen Problemen gebe es auch finanzielle Schwierigkeiten. Laut Businessplan, der für den Bericht erstellt wurde, würde die Fähre ein jährliches Defizit von ungefähr 183.000 Euro erwirtschaften. Der Kreis verweist auf die Rumpenheimer Fähre, die als privates Unternehmen ohne öffentliche Zuschüsse funktioniert. Der Betrieb eines Konkurrenzangebots mit erheblichen öffentlichen Zuschüssen ist vor diesem Hintergrund nicht zu rechtfertigen, zumal es keine belastbaren Erkenntnisse darüber gibt, dass die Kapazität der Fährverbindung Rumpenheim nicht ausreichen würde. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das eingesetzte Personal aufgrund der Marktlage deutlich höher als sonst üblich bezahlt werden müsste.

Zudem soll zusätzlich der Einsatz einer Motorbootfähre für Fußgänger und Radfahrer in Betracht gezogen werden. Das Vorbild für eine solche Motorbootfähre sehen diese in der Maintaler Vergangenheit. Damals wurde bei Hochwasser zusätzlich zur Fähre ein „Nachen“ mit Dieselmotor eingesetzt, um Fußgänger und Fahrradfahrer über den Main zu transportieren.

Ein einfacher Motorbootführerschein sowie die Genehmigung zur Personenbeförderung würden genügen. Eine solche Fähre verkehre beispielsweise bereits in der niederösterreichischen Stadt Dürstein

 

Am Mittwoch, dem 24. Juni, beschloss der Kreistag des Landkreises Offenbach mehrheitlich die endgültige Stilllegung der Fähre. Die Fraktionen der CDU und SPD haben im Offenbacher Kreistag die Mehrheit und konnten daher den Antrag ohne die Stimmen aus der Opposition verabschieden. Damit ist nun der Fährbetrieb zwischen der Stadt Mühlheim und dem Maintaler Stadtteil Dörnigheim endgültig Geschichte. 

Es gab dann noch mehrere  Rettungsversuche:

  • Der Maintaler Unternehmer und Gastronom Cetiner hat unter dem Motto „Rettet die Fähre“ im Juli einen Spendenaufruf gestartet. Das ehrgeizige Ziel: Bis etwa Anfang Oktober sollen nach Möglichkeit 100.000 Euro zusammenkommen. Damit könnte man die Fähre kaufen und sie für eine neue Nutzung umbauen. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Aschaffenburg erklärte aber: Das Dörnigheimer Mainufer befindet sich im Unterwasser der Staustufe Mühlheim. Durch häufig wechselnde Wasserstände ist es dort kaum möglich, einen Gastronomiebetrieb auf dem Wasser einzurichten. Doch Cetiner kann sich auch andere Nutzungsmöglichkeiten vorstellen. Man könnte das Schiff zum Beispiel aufbocken und an Land stellen.
  • Auch ein Frankfurter Stadtverordneter hat einen Antrag zur Wiederaufnahme des Fährbetriebs gestellt. Hintergrund ist die im kommenden Jahr anstehende Sanierung der Steinheimer Brücke in Hanau. Der Antragssteller befürchtet, dass ein Großteil des Pendlerverkehrs über die Carl-Ulrich-Brücke, die Gerbermühlstraße sowie die Hanauer Landstraße ausweichen müsse. Beraten wird über den Antrag in der Sitzung des Frankfurter Verkehrsausschusses am 25. August.
  • Klaus Seibert hatte am 5. August einen Antrag auf Informationen über die Vorgänge seit Stilllegung der Fähre bei der Stadt Maintal gestellt. Er berief sich dabei auf die städtische Informationsfreiheitssatzung, die 2013 auf Anregung der Wahlalternative Maintal vom Stadtparlament beschlossen worden war. Da aber die Satzung, analog dem hessischen Landesgesetz, Informationen nur bei abgeschlossenen Vorgängen gewährt, lief die Anfrage ins Leere. Auf Anfragen der Bürgerinitiative bei der Stadt Mühlheim und dem Fährbetreiber Kreis Offenbach nach der Möglichkeit einer Auskunft erhielten die Aktivisten eine Absage, da beide Kommunen über keine Informationsfreiheitssatzung verfügen.
  • Am Mittwoch, 14. Oktober, dem Vortag des dritten Jahrestages der Stilllegung, kam es um 16 Uhr zu einer kurzzeitige Wiederaufnahme einer Fährverbindung zwischen Mühlheim und Maintal. Möglich wird dies mit Hilfe der Fähre, die für gewöhnlich zwischen den Frankfurter Stadtteilen Schwanheim und Höchst verkehrt. Diese ist für die symbolische Überfahrt für einen Tag gechartert worden. Diese wurde von dem Frankfurter Fährschiffer Sven Jungshans ermöglicht, der mit zahlreichen Spenden unterstützt wurde. Dennoch sei eine dauerhafte Wiederaufnahme des Fährbetriebs unrealistisch.
  • Der Maintaler Magistrat prüft Anfang November, ob eine Fährverbindung für Fußgänger und Radfahrer in kommunaler Verantwortung denkbar wäre. Vorbild könnte das Schwanheimer Modell sein. Für Autos gibt es ein entsprechendes Angebot durch die Rumpenheimer Fähre. Für eine Fähre nach dem Schwanheimer Modell muss das fahrende Personal 180 Tage auf einer Fähre dieses Typs geschult worden sein. Relevant ist, dass die Ausbildung auf einer Fähre des gleichen Typs erfolgte. Schließlich würden für einen ganzjährigen Betrieb an sechs bis sieben Tagen pro Woche mit rund 14 Stunden täglich mindestens drei Fährleute mit dem entsprechenden Patent benötigt. Dieser Punkt würde gegen einen Betrieb in städtischer Eigenregie sprechen, denn in Maintal gibt es keine Personen, die über die notwendige grundlegende Erfahrung verfügen. Für den Erwerb einer Fähre wird mit Kosten von rund 600.000 Euro netto, zuzüglich Abnahmegebühren und Überführungskosten, gerechnet. Hinzu kämen Maßnahmen zur Instandsetzung und Anpassung von Anlegestelle und Liegeplatz. Hier rechnet die Stadt mit rund 60.000 Euro netto. Der Liegeplatz sei sanierungsbedürftig, und an- und Ablegestelle müssten Dalben eingebracht werden, weil eine Fähre wie in Schwanheim ohne Gierseil fährt. Neben diesen einmaligen Kosten wäre für einen wirtschaftlichen Betrieb der Verbindung möglicherweise ein jährlicher Zuschuss nötig. Dies sei jedoch abhängig von der Gestaltung der Fahrtkosten, die der Stadt als Konzessionsgeber obliegen würde

Die Stadtverordneten entschieden sich am Montag, dem 9. November, auf Anraten des Magistrats gegen die Anschaffung einer Personen- und Fahrradfähre. Es kam lediglich zu einer Zurkenntnisnahme des Berichts und damit keine weiteren Aktivitäten.

Der letzte Vorstoß in Richtung einer Fährverbindung kam aus Reihen der Stadt Maintal. Der Magistrat hatte im Auftrag der Stadtverordnetenversammlung wirtschaftlich und rechtlich untersuchen sollen, inwiefern ein kommunaler Fährbetrieb zu realisieren sei. In dem daraus resultierenden Bericht wurden ebenfalls die Kosten und die Personalgewinnung als entscheidende Argumente gegen eine neuerliche transmainische Fähre angeführt, sodass der Magistrat von deren Umsetzung abriet. Die Fähre wurde im Dezember für einen Euro über Ebay angeboten. Gekauft hat sie der Betreiber des Maintaler Jachthafens zum Preis von über 6.000 Euro.

 

Feuerwehr

 

Brandbkämfung:

Am 15. Januar kam es in der Nacht in Bischofsheim zu einem Brand in einem Hochhaus, von dem 70 Menschen betroffen waren. Auf einem Balkon im achten Stock ist ein Feuer ausgebrochen, weswegen das Haus evakuiert werden musste. Die Brandursache sei wahrscheinlich ein technischer Defekt an einer elektrischen Leitung am Balkon gewesen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schätzte den Sachschaden auf etwa 15.000 Euro.

Am Samstagabend, dem 11. März kam es gegen 21.30 Uhr in der Kennedystraße auf Höhe einer dortigen Tankstelle zu einem Brand am Grill in der Küche, der zu einer immensen Rauchentwicklung führte. Zwei Küchenmitarbeiter - 28 und 54 Jahre alt - zogen sich Rauchgasvergiftungen zu und wurden in umliegenden Krankenhäusern ambulant behandelt.

Gegen 22.30 Uhr des gleichen Tages wurden die Rettungskräfte wegen eines Brandes in einer Kleingartenanlage in Dörnigheim alarmiert. Das Feuer war in einem unbewohnten Gebäude ausgebrochen. Das Feuer hatten die Einsatzkräfte schnell im Griff. Bei den beiden Brand-Einsätzen in Dörnigheim halfen die Stadtteil-Feuerwehren aus Dörnigheim, Hochstadt sowie Bischofsheim.

 

Am Montagabend, dem 4. Mai, gegen 23.40 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu dem Brand eines Hausbootes in dem Sportboothafen Mainkur alarmiert. Als die Feuerwehr eintraf, stand das Hausboot bereits voll in Flammen. Rund 40 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen, darunter auch Wasserrettungskräfte von Feuerwehr und DLRG und ein Hilfeleistungslöschboot der Feuerwehr Hanau. 

Am Samstag, dem 16. Mai. wurde die Feuerwehr Maintal um 17.43 Uhr zu einem brennenden Auto im Dörnigheimer Weg in Maintal Bischofsheim gerufen. Es handelte sich um einen Schwelbrand im Motorraum. Dieser ist dann auf den Fahrzeuginnenraum übergegangen.  Zwei Personen haben sich zum Beginn des Brandes im Fahrzeug befunden. Beide konnten rechtzeitig entkommen und haben eigene Löschversuche unternommen zu haben, bevor die Feuerwehr eintraf. Insgesamt war die Feuerwehr Maintal mit zwei Fahrzeugen und 14 Einsatzkräften vor Ort.

 

Neues Spezialfahrzeug für die Feuerwehr Maintal:

Ein neues Tanklöschfahrzeug erhielt die Maintaler Feuerwehr Mitte Oktober. Es ist acht Meter lang, 18 Tonnen schwer, 320 PS stark, auffällig rot lackiert und spezialisiert auf die Bekämpfung von Großbränden: das TLF 4000. Das neue Tanklöschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Maintal ist als Spezialfahrzeug mit der höchsten Ausstattungsstufe ebenfalls für alle anderen Schadenslagen ausgerüstet. Kreisweit gibt es davon lediglich fünf, das neueste wird in Maintal im Einsatz sein.

Die Abkürzung TLF 4000 bedeutet, dass es sich um ein Löschfahrzeug mit einem Wassertankvolumen von mindestens .4000 Litern handelt. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über einen Faltbehälter, der rund 11.500 Liter Wasser fasst. Damit lässt sich die Wasserversorgung auch im Wald sowie generell im Außenbereich sicherstellen. Das Fahrzeug ist außerdem mit einem Dachwasserwerfer mit einer Leistung von bis zu 3.000 Litern pro Minute und einem Frontsprühbalken ausgestattet. Beide lassen sich während der Fahrt betreiben. Somit kann das Fahrzeug löschen, während es unterwegs ist.

 

Schlauchreinigung:

Ende Oktober wird mitgeteilt, daß die Feuerwehr rund tausend Wasserschläuche im Jahr reinigt.  Verantwortlich dafür ist Jochen See mit seinen Kollegen im zentralen Schlauchlager im Feuerwehrhaus im Dörnigheimer Weg in Bischofsheim Innen Gummi, außen mit Kunststofffaser überzogen, zählen die verschieden dicken Schläuche zur wichtigsten Ausrüstung der Feuerwehr. Durch Matsch und Ascherückstände werden sie bei jedem Einsatz verschmutzt und landen nach beendeter Mission in der Schlauchwerkstatt in einer Wanne wie in einem riesigen Wäschekorb, aus der ein Gerätewart sie meist einmal pro Woche durch die Waschmaschine jagt. Besonders dreckige Exemplare werden eingeweicht, bevor die Waschanlage sie mit Hochdruck wieder auf Vordermann bringt, automatisch trocknet, auf Dichtigkeit prüft und aufwickelt. Zur Reparatur kommt ein Vulkanisiergerät zum Einsatz, das Schlauchgummi und Flicken wasserdicht miteinander verbindet. Dennoch mustert der Gerätewart rund 20 Schläuche jährlich aus.

 

250 Kilo-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt:

Nach dem Fund einer Bombe auf dem Zweiten Weltkrieg steht die Stadt Maintal vor einer schweren Aufgabe: Die Evakuierung unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen. Die Evakuierung von rund 2.500 Anwohnern im Umkreis von einem Kilometer um die Bombe ist jedoch eine große Herausforderung und habe in diesem Ausmaß in Maintal noch nicht stattgefunden.

Es handelt sich bei der gefundenen Bombe um eine 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach einer ersten Beschauung der Weltkriegsbombe im Bereich Fechenheimer Weg / ehemalige Gärtnerei Frankfurt entschied der Kampfmittelräumdienst, dass eine gezielte Sprengung der Bombe nötig sein wird. Eine Entschärfung sei nicht möglich.

Wegen der Entdeckung der Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird die Nordwestlandebahn des Frankfurter Flughafens seit etwa 15 Uhr bis voraussichtlich 20 Uhr nicht genutzt. Außerdem wird der Main für die Schifffahrt gesperrt, gleiches gilt für den Verkehr auf der B 8 und der Autobahn A 66. Des Weiteren wird der Zugverkehr auf der Bahnlinie zwischen Hanau und Frankfurt eingestellt. Da der Fundort der Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg an der Grenze zu Frankfurt-Fechenheim ist, muss außerdem die Straße „Am roten Graben“ in Frankfurt am Main evakuiert werden.

Um eine Gefährdung von Personen durch die Sprengung auszuschließen, werden rund 2.500 Anwohner im betroffenen Umkreis von einem Kilometer in Sicherheit gebracht. Auch der Evakuierungsbereich in Maintal-Bischofsheim wurde noch einmal präzisiert: Taunusstraße, Griesterweg, Hochstraße, Am langen See, Weidenseestraße, Fechenheimer Weg (ab Hausnummer 45 aufwärts), Mainkurstraße, Spessartstraße, Rhönstraße (bis zum Kreuzungsbereich Hochstraße).  Betroffene Anwohner können für die Zeit der Evakuierung und Sprengung der Weltkriegsbombe im Bürgerhaus Maintal-Bischofsheim unterkommen.

Ursprünglich sollte die Sprengung noch vor Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen werden. Nach Angaben der Stadt konnte die Bombe gegen 19.45 Uhr erfolgreich gesprengt werden.

Unterdessen regt sich auf Facebook Unmut über die Organisation der Sprengung. Für die Dauer der Maßnahmen wurden die Bundesstraße B 8 und die Autobahn A 66 für den Verkehr gesperrt. Eine Nutzerin schreibt auf Facebook: „Mitten im Berufsverkehr ohne Vorwarnung. Dankeschön“ (30. Oktober).

 

Taucher der Maintaler Wasserrettung:

Ein Unglücksfall gab 1965 den Ausschlag, in Dörnigheim einen Wasserrettungsdienst aufzubauen. Ein kleiner Junge war beim Spielen in den Main gefallen und ertrunken. Daraufhin wurden zwei Schlauchboote und drei Tauchgeräte angeschafft. Das Tauchen war damals noch eine echte Pionierleistung. Mangels Taucherschutzanzügen mussten die damals sechs Kameraden der Tauchergruppe bei jeder Jahreszeit in Badehosen ins Wasser steigen. Heute gehören der Fachabteilung Wasserrettung der Maintaler Feuerwehr 19 Mitglieder an, davon sind drei Lehrtaucher. Ihr Einsatzgebiet umfasst den gesamten Main-Kinzig-Kreis und die Osthälfte des Kreises Offenbach. Im Jahre 2020 gab es bereits 20 Einsätze für die Feuerwehrtaucher – etwa doppelt so viele wie im Jahresdurchschnitt.

Ausgebildet werden in Maintal Feuerwehrtaucher der Stufe 2. Das heißt, sie dürfen unter Wasser auch hämmern, meißeln und sägen. Die Tauchanwärter müssen im praktischen Teil 50 Tauchgänge absolvieren. Der Lehrgang dauert etwa ein halbes Jahr und gehört damit zu den langwierigsten bei der Freiwilligen Feuerwehr. Die Maintaler haben im Kreis ein Alleinstellungsmerkmal – sie sind die einzigen mit einer Tauchergruppe.
Die Maintaler werden regelmäßig zu Einsätzen in Badeseen und Flüssen gerufen. In diesem Jahr waren die Taucher besonders oft Im Einsatz. Regelmäßige Übungen sind bei der Maintaler Tauchergruppe ein Muss. Zehn Tauchgänge pro Jahr sind Voraussetzung, um die Befähigung für Taucheinsätze bei der Feuerwehr zu behalten. Tauchanwärter müssen sogar 50 Tauchgänge absolvieren.

Körperliche Fitness ist eine wichtige Voraussetzung. Das Tauchen gegen die Strömung ist ungefähr so anstrengend wie das Kraulen im Schwimmbad. Einmal im Jahr müssen sich die Mitglieder der Tauchergruppe einer medizinischen Untersuchung unterziehen.

Die Taucher kommen unter anderem bei Schiffsunfällen zum Einsatz. Sie sichern die Einsatzkräfte ab. In diesem Sommer wurde die Tauchergruppe beispielsweise alarmiert, als ein Auto in den Kinzigsee gerollt ist. Die Tauchergruppe wird auch gerufen, wenn Personen im Main oder im Badesee vermisst werden, aber auch, um Leichen zu bergen.

 

Stadt

 

Neujahrsempfang der Stadt im Zeichen der Städtepartnerschaft

„Freundschaft, Partnerschaft und ein geeintes Europa“ – das waren die zentralen Themen des Neujahrsempfangs, zu dem Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser 16. Januar zum mittlerweile siebten Mal eingeladen hatte. Dieser folgten neben Vertretern aus der Lokalpolitik und der Stadtverwaltung auch zahlreiche Vereinsvertreter, Ehrenamtliche von Roten Kreuzes, Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen – und die Bürgermeister aus Maintals Partnerstädten Moosburg und Katerini, Herbert Gaggl und Konstantinos Koukodimos. Die Städtepartnerschaften zwischen Maintal und Katerini und Moosburg und Katerini feiern in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen.

Staatssekretär Weinmeister zeigte sich sehr beeindruckt von der Vielfalt der unterschiedlichsten Begegnungen für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene. Besondere Wertschätzung erfuhr das Projekt Partnerschaftswegweiser, das der Beirat 2019 begonnen hat und das mittlerweile auch in den Partnerstädten seine Spuren hinterlassen hat. Wenige Tage zuvor wurde ein weiterer Baustein des Wegweiser Projektes in Maintals Partnerstadt Moosburg (Kärnten) abgeschlossen. In 2019 haben die Maintaler Partnerstädte das jeweilige Gegenstück zu dem in Maintal aufgestellten Wegweiser erhalten.

Im Juli wurde in Moosburg der dortige Partnerschaftsmast offiziell durch Bürgermeister Herberg Gaggl in Anwesenheit einer kleinen Maintaler Delegation am Rande der Schlosswiese eingeweiht. Als vorläufig letzte Aktivität in Sachen Partnerschaftsmast und als letzte Veranstaltung des am 23. August aus dem Amt scheidenden Stadtverordnetenvorstehers Kaiser wird das so genannte „Maintal Netzwerk“ am Freitag, 21. August, am Busbahnhof Maintal Ost geschlossen. Ab 18 Uhr wird dort der vierte Mast offiziell übergeben. In 2019 wurden die ersten Masten in Hochstadt am Rathaus und in Wachenbuchen am Willi-Fischer-Haus eingeweiht. In diesem Jahr wurde im Januar in Bischofsheim in Anwesenheit der Bürgermeister aus Katerini und Moosburg der dritte Mast übergeben.

 

Im Gespräch mit der Bürgermeisterin: Monika Böttcher setzt 2020 Dialogkonzept fort:

In lockerer Atmosphäre ungezwungen über die Themen sprechen, die Maintaler bewegen: Bürgermeisterin Monika Böttcher möchte von Bürgern, Unternehmern, Kindern und Jugendlichen sowie Vereinsvertretern erfahren, welche Fragen und Ideen sie haben, wie sie über ihre Stadt denken. Dafür bietet sie auch in diesem Jahr Termine in allen Stadtteilen an. Zudem gibt es wieder zwei Facebook-Sprechstunden. Den Auftakt bilden die Vereinsgespräche unter dem Motto „Verein(t)“.

 

Stadtverwaltung begrüßt zwei neue Kräfte im Freiwilligen ökologischen Jahr (FÖJ):

Seit September sind Layla Wahl und Karsten Reichelt im Einsatz beim Freiwilligen ökologischen Jahres (FÖJ) im Dienst der Stadt Maintal. Sie haben tatkräftig mitgeholfen, den neuen Lebensraum in der Grünen Mitte für die Zauneidechsen zu gestalten, die von der Erweiterungsfläche des Gewerbegebiets Maintal-West in Bischofsheim in ihr neues Habitat umgesiedelt wurden.

Yannic Dunkel und Elias Ruckriegel übernehmen derzeit die Aufgaben, junge Bäume freizuschneiden, Zäune abzubauen und die Abfallkörbe im und rund um den Maintaler Wald zu kontrollieren und zu leeren. Außerdem sorgen die zwei dafür, dass die Waldwege frei und zugänglich sind. Sie kümmern sich unter anderem darum, Wege und Naturfläche von achtlos weggeworfenem oder illegal entsorgtem Abfall zu befreien. Ihre Aufgaben erhalten sie vom Fachdienst Umwelt. Aber auch Maintals Revierförster Heiner Koch betraut die FÖJler mit Projekten im Bereich der Forst- und Landschaftspflege.

 

 

Fachbereich Sicherheit und Ordnung:

Uwe Möller war 20 Jahre als Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung tätig. Besonders im Gedächtnis geblieben ist ihm die aufwändige Erfassung der Einwohnermeldedaten zur Überleitung in die EDV-Bearbeitung, die als Karteikarten vorlagen und teilweise mit diversen uneinheitlichen handschriftlichen Vermerken versehen waren. Oder die Verwaltungsreform, in deren Zuge Aufbau und Abläufe innerhalb der Verwaltung neu gegliedert und optimiert wurden. Nachfolgerin als Fachbereichsleitung ist seit 1. Oktober Nicole Bilz. Zuletzt leitete sie bis zum Beginn ihres Mutterschutzes Ende 2019 die städtische Pressestelle.

 

Wahljahr 2021:

Im November 2020 laufen die Vorbereitungen für die Kommunalwahl am 14. März 2021, die hessenweit stattfindet. An diesem Tag werden in Maintal die Stadtverordnetenversammlung, der Kreistag und der Ausländerbeirat neu gewählt. Ebenfalls neu gewählt werden am 14. März 2021 der Kreistag und der Ausländerbeirat.

 

 

Telefonischer Besuchsdienst der Stadt:

Die Freiwilligenagentur–Maintal Aktiv hat einen Telefonischen Besuchsdienst eingerichtet. Hier greifen freiwillig Engagierte zum Telefon und rufen Menschen an, die sich einsam fühlen, um ihnen zumindest im Gespräch nah zu sein.

Der Telefonische Besuchsdienst unterscheidet sich von anderen Telefonaten, weil man mit einem Menschen spricht, der nicht zum täglichen Umfeld gehört. Bei den Gesprächen geht es darum, sich auf die Sichtweise des telefonischen Gegenübers zu konzentrieren und nicht auf die eigene. Schließlich geht es nicht um mich, sondern um einen anderen Menschen, der sich Kontakt wünscht. Man baut auch eine ganz spezielle Bindung auf. Es geht vor allem darum, zuzuhören.

Für viele ist es sicherlich etwas ungewohnt, jemand Unbekanntes anzurufen. Schließlich spricht man mitunter über sehr persönliche Dinge. Am besten hört man einfach auf sein Gefühl und handelt intuitiv. Falls die Person am anderen Ende der Leitung über persönliche Probleme spricht, sollte man Verständnis zeigen und dem Gegenüber deutlich machen, dass jedes Gefühl berechtigt ist. Es kann auch hilfreich sein, einen Gesprächsfaden zu entwickeln und sich während des Telefonats daran zu orientieren. Da Angerufene meist viel von sich erzählen, kann man beim nächsten Besuch diese Themen aufgreifen, um leichter ins Gespräch zu finden.. Wer sich dafür interessiert, oder Jemanden kennt der oder die gerne mal angerufen werden möchte, kann sich unter 06181 400432 oder per E-Mail an „freiwilligenagentur@maintal.de“ melden.

 

 

 

 

Kultur

- Mit höchst unbequemen Wahrheiten, zugespitzt in diversen Szenen des „alltäglichen Klima-Wahnsinns“, wartete am 31. Januar das Berliner Team „Vollehalle“ im Bischofsheimer Bürgerhaus auf. Fazit seiner „Klima-Show“ unter dem Motto „Was kann man gegen den Klimawandel allein schon tun? – Aufhören allein zu sein!“

- Eine Inszenierung des Fritz-Remond-Theaters brachte die Volksbühne Maintal mit „Dr „Spatz von Paris“ und „Der blaue Engel“ (Marlene Dietrich und Edith Piaf) am 16. Mär nebeneinander auf die Bühne:

- Thomas Pietreks und seine Bandkollegen von Anti Smile haben beim Bandcontest von Binding den ersten Platz belegt – und das mit großem Abstand. Im Online-Voting haben sich Pietrek und seine zwei Mitstreiter Benjamin Ritter, Christian Neumann gegen vier weitere Finalisten klar durchgesetzt. Die Bandmitglieder von Anti Smile dürfen sich nun über ein Preisgeld von 3.000 Euro freuen. Ein weiterer Teil des Gewinns wäre eigentlich ein Auftritt auf dem Fest anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Binding-Brauerei im Sommer gewesen.

- Das im Dezember beendete Bürgervotum in Wachenbuchen ergab ein klares Ergebnis für ein Kunstwerk in der Ortsmitte. Gewonnen hat die Skulptur „Glacial Erratic“, eine Formation aus zwei bearbeiteten Findlingen. Den Entwurf hatte die aus drei Künstlern bestehende Gruppe Siebler / Wanke aus Weimar eingereicht. Die Skulptur „Glacial Erratic“ besteht aus zwei überformten Findlingen, also von der Natur geschaffenen Zeugen der Eiszeit. Der Reiz des Kunstwerks liegt in der anschließenden Bearbeitung. Dabei wird ein Stein durchtrennt und der andere wird beschnitten. Die Schnittflächen werden anschließend mit Edelstahlplatten verschlossen. So entstehen glänzende Flächen, die an dem vorgesehenen Standort unter zwei Bäumen reizvolle Spiegelungen entstehen lassen.

- Der Kulturtreff wurde vor rund 30 Jahren von der Stadt Maintal gegründet mit dem Ziel, ein Angebot für kulturinteressierte Senioren zu schaffen, die alleine vielleicht keine Möglichkeit haben, Veranstaltungen zu besuchen. Es fand einmal pro Monat eine Busfahrtstatt: Gemeinsam mit 50 Senioren ging es unter anderem zur Frankfurter Oper, in Musicals ins Rémond Theater – aber auch in kleinere Veranstaltungsstätten, wie etwa das „Neue Theater“ in Frankfurt-Höchst.

Einmal pro Monat haben sich die Organisatoren und die Teilnehmer außerdem im Bischofsheimer DRK-Seniorenzentrum „Kleeblatt“ getroffen. Jetzt wird dringend neue ehrenamtliche Leitung gesucht.

- Mit einer eigenen, für Wachenbuchen verfassten Version von „Alice im Wunderland“ erprobt das Junge Theater Wachenbuchen ein neues Konzept für Theateraufführungen unter Corona-Bedingungen. Sie werden ihr neues Stück „Alice im Wunderland“ als Theaterspaziergang durch Wachenbuchen aufbauen. Jeweils zehn Personen bilden eine Gruppe, die von einem Guide durch die Stationen im Wunderland begleitet wird. Gespielt wird an insgesamt zwölf Orten, zehn davon sind im Freien. Start ist am evangelischen Gemeindehaus, dort spielt auch die erste Szene.

- Mit ihrer Lesung hat Anne Weber die Literaturtage am Albert-Einstein-Gymnasium Ende Oktober eröffnet, die jedes Jahr unter dem Titel „Literatur im Gespräch – Leser treffen Autoren“ nach den Herbstferien zu einer Lesungsreihe in die Bischofsheimer Schule einladen. Die Lesung von Anne Weber folgte der Tradition, den aktuellen Stadtschreiber von Bergen einzuladen – ein mit einem Literaturpreis verknüpfter Titel, der der deutsch-französischen Autorin in diesem Jahr verliehen wurde.

- Der in der Dörnigheimer Waldsiedlung lebende frühere Lehrer Bernhard Adamy legte eine umfangreiche Monografie über den Theologen und Priester und Badischen Landtagsabgeordneten Wilhelm Molitor vor. Schon im Jahr 2017 gab er eine kommentierende Neuausgabe der „Domlieder“ heraus. Jetzt war es sein Ziel war, eine umfassende Monografie über den 1880 in Speyer verstorbenen Molitor zu verfassen.

- Es war nicht das erste Mal, dass es den „Außerirdischen“ erwischte. Bereits im Frühjahr 2019 war die in den Himmel blickende Holzskulptur „K718“ Opfer von Vandalismus geworden. Unbekannte hatten die 2018 von der Frankfurter Künstlerin Bianca Thater gestaltete Figur abgesägt und vermutlich in den Main geworfen. In einer aufwendigen Aktion hatte die Stadtleitbildgruppe Mainufer eine Nachbildung in Auftrag gegeben. Dazu wurde ein Bild der Skulptur in Originalgröße auf eine Aluminiumplatte aufgezogen und auf dem Sockel angebracht. Die Rückseite diente als Informationsfläche zur Geschichte des Kunstwerks. Diese Platte wurde nun kürzlich nachts unter großer Gewalteinwirkung von den Füßen heruntergebrochen, verbogen und zerstört. Die neue Skulptur wsurde auf eine extra robuste, drei Millimeter dicke Metallplatte aufgezogen, die in Zukunft zerstörerischen Kräften standhalten soll. Zusätzlich verstärkt wird die Tafel dadurch, dass sie an den Seiten 40 Millimeter umgebogen wurde und mit Drahtseilen verspannt wird. Umgesetzt hat diese erneute Nachbildung der Hanauer Werbetechniker Jürgen Graschtat, der die Re-Installation am Mainufer vor wenigen Tagen leitete.

 

 

Religionsgemeinschaften

 

Maintaler Sternsinger bereiten sich auf ihren Rundgang vor:

Um sich auf das Dreikönigssingen im Januar vorzubereiten, versammelten sich vor wenigen Tagen Kinder aus Dörnigheim und Hochstadt im Gemeindehaus der Pfarrei Allerheiligen in Dörnigheim. Dort wurden erstmals neue Kostüme anprobiert, Lieder geübt und Sprechtexte eingeteilt. Für das Sternsingen fertigten Mitgliedern der Gemeinde neue Gewänder für die Rollen der drei Weisen aus dem Morgenland. Aus Stoffspenden haben sie rund ein Dutzend neuer Kostüme genäht, welche die Kinder nächstes Jahr dann das erste Mal bei ihrem Rundgang präsentieren dürfen. Zu den Königsgewändern erhalten sie noch selbstgebastelte Kronen, welche dem perfekten Auftritt den letzten Schliff verleihen. Für den Rundgang selbst bekommen die Kinder Dosen, in denen die Spenden gesammelt werden.

Für ihren Rundgang werden die Sternsinger in kleine Gruppen mit jeweils vier bis fünf Personen eingeteilt, um fast 100 Haushalte in Dörnigheim und Hochstadt zu besuchen. Ob Caspar, Melchior, Balthasar oder der Sternträger, jedes Kind erhält einen Textabschnitt, den es zu Hause auswendig lernen soll. Diese Texte tragen die Kinder zusammen mit verschiedenen Liedern bei den Gemeindemitgliedern vor, überbringen den Segen und sammeln Spenden für einen guten Zweck. Auf dem Programm stehen die Lieder „Stern über Bethlehem“, „Ehre sei Gott in der Höhe“ und „Salamu alaikum – Friede sei mit dir!“.

 

Muslimische Gemeinde räumt den Silvestermüll von den Straßen:

Seit rund 20 Jahren machen sich am Neujahrsmorgen die Muslime dieser Gemeinde auf zum gemeinschaftlichen Gebet, danach zum Frühstück und anschließend zum kollektiven Putzen. Sie reinigen Straßen, Gehwege und Plätze von dem, was beim Feuerwerk am Silvesterabend übriggeblieben ist. Und das ist der Müll, in den sich Böller, Batterien und Raketen verwandelt haben, nachdem der Knall- und Leuchteffekt verpufft ist.

Bereits um 6 Uhr in der Früh versammelten sich die Gemeindemitglieder in ihrem Gebets-zentrum in der Dörnigheimer Breitscheidstraße, um gemeinsam mit dem Imam Sajil Malik und dem Gemeindevorsteher Faheem Ahmad das Morgengebet zu sprechen. Ein paar leckere Speisen, ein heißer Tee, dann schwärmen gut 50 jüngere und ältere Ahmadi aus in die Straßen Dörnigheims, Bischofsheims und Hochstadts, ausgerüstet mit Greifzangen, Besen, Schaufeln und Müllsäcken. „Wir wollen der Stadt oder der Kommune, in der wir wohnen, arbeiten und leben, auch etwas zurückgeben“, schildert Sajil Malik die Beweggründe für die regelmäßig stattfindende Aktion.

 

Jugendarbeiter verlässt Bischofsheim:

Nach sechs Jahren Jugendarbeit in Bischofsheim verlässt Anfang März Jugendleiter und Prädikant Jürgen Dietermann die Evangelische Gemeinde, um im Kirchenkreis Hanau neue Aufgaben wahrzunehmen. Er verläßt ein tolles und sehr engagiertes Team von Ehrenamtlichen. Gemeinsam wurden seit 2014 sehr viele schöne Projekte und Aktivitäten organisiert und gestaltet. Viele Kinder, die beim ersten Piratentag, bei den ersten Ferienspielen und Kinderbibeltagen dabei waren, sind inzwischen selbst Konfirmanden oder Teamer und engagieren sich mit Begeisterung in der Jugendarbeit. Sie sind dem Jugendarbeiter, der sechs Jahre lang im Gemeindehaus in der Rhönstraße die Jugendarbeit leitete, auch ein Stück weit ans Herz gewachsen. Dietermann wird intensiv im Jugendpfarramt des Kirchenkreises arbeiten. Gemeinsam mit den Kirchenvorständen wird sich der Jugendarbeiter beraten, wie Kinder und Jugendliche am Leben der Kirchengemeinde stärker beteiligt werden können. Dietermann hat viele Aufgaben wie beispielsweise die Schulung zur Jugendleiterkarte. Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit gehört künftig den Kindern und Jugendlichen in Nidderau, in den Kirchengemeinden Eichen-Erbstadt, Heldenbergen, Ostheim und Windecken.

 

Ausländerbeirat organisiert gemeinsames Fastenbrechen im Ramadan:

Voraussichtlich im Mai lädt der Ausländerbeirat zum großen, gemeinsamen Fastenbrechen ins evangelische Gemeindezentrum nach Dörnigheim ein. Gerade im Hinblick auf die jüngsten Ereignisse in Hanau (Attentat auf neun Ausländer) fand die Idee des Ausländerbeirats bei den Ausschussmitgliedern großen Anklang. Die Parteien begrüßten die Veranstaltung, wünschten für diese Feierlichkeit aber ein anderes Datum, weil am Freitag, 8. Mai, bundesweit 75 Jahre Kriegsende begangen werde. Die Ausschussmitglieder stimmten schließlich dafür, die 3.000 Euro für die Veranstaltung freizugeben, unter der Voraussetzung, dass diese nicht am 8. Mai stattfindet. Laut Konzept des Ausländerbeirats sollen zu der Veranstaltung bis zu 80 Personen eingeladen werden, darunter Vertreter von Kirchengemeinden, aus Maintaler Vereinen, von der Feuerwehr sowie Hilfsdiensten und Lokalpolitiker. An jedem Tisch soll mindestens oder ein Muslim sitzen, der den Sinn und Zweck des Fastens erklären kann. Darüber hinaus kommt man durch die vermischten Tischgruppen in den interreligiösen Dialog. Nicht-Muslimen werden Informationen über den muslimischen Glauben und tiefe Einblicke in muslimische Traditionen gegeben.

 

Dörnigheimer Pfarrer Hans-Joachim Uhde feiert seinen 80. Geburtstag:

Pfarrer Hans-Joachim Uhde hat im März seinen 80. Geburtstag gefeiert. Er war 46 Jahre Geistlicher in Dörnigheim, war Ansprechpartner für die Mitglieder der Pfarrgemeinde Maria Königin. Er traute Eheleute, führte Kinder zur Kommunion und war nicht zuletzt auch als Seelsorger für alle Belange zuständig. Seit 2008 ist der gebürtige Kasseler im Ruhestand – und konnte die seelsorgerische Tätigkeit doch nicht ganz lassen. So feiert er noch regelmäßig die Sonntagsgottesdienste im St-Vin­zenz- Krankenhaus in Hanau. Die Gottesdienste werden sogar auf dem Bildschirm in den Zimmern übertragen. Für die Patienten, die nicht mehr aufstehen können. Außerdem engagiert er sich zweimal pro Woche seelsorgerisch im Hanauer Hospiz, um Sterbende, aber auch deren Angehörige und die vielen Helfer im Hospiz. Es ist ihm nie darum gegangen, welcher Konfession seine Schützlinge angehören. Er hat auch schon einen Muslim begleitet, als er im Sterben lag. Seinen 80. Geburtstag hat der Jubilar am vergangenen Dienstag im Kreis enger Freunde verbracht. Außerdem will er seinen Geburtstag noch im familiären Rahmen, mit seinen Nichten und Neffen, nachfeiern.

 

Sanierung des evangelischen Gemeindezentrums Dörnigheim:

Seit mehr als vier Jahren hegen die Verantwortlichen der evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim nun schon den Wunsch, das Gemeindezentrum an der Berliner Straße zu sanieren. Zahlreiche Planungsphasen später ist es im Juni soweit: Die letzten vorbereitenden Maßnahmen laufen, damit im August die Bagger rollen können. Der gesamte Gebäudekomplex ist knapp 50 Jahre alt. Dazu gehören neben dem Gemeindezentrum auch das Pfarrhaus und das Gebäude, in dem der Kindergarten untergebracht ist. Letzteres hat die Gemeinde kürzlich veräußert, um mit dem Erlös die Sanierung des in die Jahre gekommenen EGZ – zumindest teilweise – finanzieren zu können. 

Schließlich war der Grundgedanke schon beim Bau im Jahr 1974, dass das Gebäude ein Ort der Begegnung für den ganzen Stadtteil werden soll. Und diese Bedeutung hat das Gemeindezentrum mittlerweile: Es finden über das ganze Jahr verteilt zahlreiche Feste, Feiern, Bildungsveranstaltungen und Märkte statt. Und nicht zuletzt nutzen auch Maintaler Vereine regelmäßig die Räumlichkeiten. Die Sanierungsarbeiten beginnen voraussichtlich im August mit der Erneuerung des Dachs. Danach folgen unter anderem die Heizungs- und die Lichtanlage und die gesamte Elektronik.

Außerdem soll das EGZ nicht zuletzt ökologisch und energetisch auf den neuesten Stand gebracht werden. Die Energiekosten müssen sinken, damit man mehr Geld für die Gemeindearbeit verwenden kann. Auch Barrierefreiheit spielt bei dem Projekt eine wichtige Rolle. Neben ebenerdigen Zugängen sollen unter anderem auch die Toilettenanlagen ins Erdgeschoss verlegt werden. 

Die wohl größte Veränderung im Zuge der Sanierung wird sein, dass der Kindergarten ins Hauptgebäude zieht. Geschlossen werden muss die Einrichtung während der Bauarbeiten aber nicht. Zunächst wird das Hauptgebäude umgebaut, erst dann zieht der Kindergarten um.

Auch der große Saal wird sich verändern und etwas verkleinert.

 

Erste Bestattung in muslimischer Tradition auf dem alten Friedhof in Hochstadt:

Die Familie Maroufi hat der Stadt Maintal gedankt, nachdem es möglich gemacht wurde, dass der Familienvater nach muslimischer Tradition im Juli auf dem alten Hochstädter Friedhof beigesetzt wurde. „Mein Vater war tief verwurzelt in Hochstadt“, sagt Omid Maroufi und blickt über die Mauer hinunter auf den alten Friedhof. Esmaeil Maroufi ist nach kurzer, schwerer Krankheit am 24. Juni im Alter von 62 Jahren gestorben. Sein letzter Wille: „Auf dem alten Friedhof in Hochstadt bestattet zu werden“, sagt sein Sohn. Diesen Wunsch hat die Familie ihm erfüllt – in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Maintal und dem beauftragten Maintaler Bestattungsunternehmen.

Für Esmaeil Maroufi ist Maintal, und speziell Hochstadt, eine neue Heimat geworden. „Mein Vater ist Anfang der achtziger Jahre aus dem Iran nach Deutschland gekommen“, erzählt sein Sohn, der als Gastronom das Restaurant „Django“ in Nidderau betreibt. In Hochstadt sei sein Vater schließlich sesshaft geworden, hat mit Mansoureh Moshayedi eine Familie gegründet und war selbstständig in der Logistikbranche tätig. „

Besonders wichtig für eine Bestattung nach islamischem Ritus ist außerdem, dass der Leichnam und der Sarg nach Mekka, also nach Südosten, ausgerichtet sind. Auch das hätten die Friedhofsverwaltung und das beauftragte Maintaler Bestattungsunternehmen bewerkstelligen können. „Obwohl die Gräber hier nicht nach Südosten ausgerichtet sind“, sagt Omid Maroufi mit Blick über die Friedhofsmauer. „Aber das Grab meines Vaters wurde nach Süden ausgerichtet und sein Kopf im Sarg nach Osten geneigt. So blickt er nach Mekka und das war so in Ordnung für uns“, erzählt der Sohn des Verstorbenen.

Auch bei einer weiteren muslimischen Tradition – die, dass der Leichnam nicht in einem Sarg, sondern nackt in Tücher gehüllt, frei der Erde beigesetzt und beerdigt wird – hat die Familie bewusst Kompromisse gefunden. „In Deutschland werden Verstorbene im Sarg beerdigt. Für uns war klar, dass wir uns daran halten und beide Vorgehensweisen zusammenführen und umsetzen. Immerhin leben wir in diesem Land und ich bin hier geboren“, sagt Omid Marouf.

 

Heinz Hausotter betreut die Nistkästen im Bischofsheimer Kirchturm:

In Maintal leben 126 Vogelarten. Nicht alle sind so willkommen wie die Turmfalken und Schleiereulen, die im Turm der Evangelischen Kirche in Bischofsheim nisten. Damit zwar die hellen Schleiereulen, aber möglichst keine Tauben den Weg in den Nistkasten finden, hat Heinz Hausotter von der Maintaler Ortsgruppe des Naturschutzbundes Nabu bei der Kirchturm-Sanierung vor zwei Jahren auf der freien Nordseite des Turmes Einfluglöcher in Postkartengröße angebracht. Schon 1986 hat der ehrenamtliche Vogelschützer den Nistkasten ganz oben im Kirchturm installiert. Es hat einige Jahre gedauert, bis die erste Schleiereule hier eingezogen ist. Auf der Ost­seite außen ist ein weiterer Nistkasten angebracht, in dem Turmfalken brüten. Die hier geschlüpften Greifvogel-Jungen sind allerdings schon im Juni ausgeflogen.

 

Lena Bergmann ist das neue Gesicht der offenen evangelischen Jugendarbeit Bischofsheim:

Lena Bergmann betreut seit dem 1. Juni die Absolventin der Fachhochschule Frankfurt (Frankfurt University of Applied Sciences) die offene Jugendarbeit im Auftrag des Evangelischen Kirchenkreises Hanau. Vielfach liefen die Kontakte in der Coronazeit über WhatsApp, zum Teil waren die Jugendlichen selbst in Quarantäne.

Auch in den Herbstferien war der Jugendtreff in der Rhönstraße für acht- bis zwölfjährige Kinder an zwei Tagen geöffnet. Ab Ende Oktober will sie mit einer neuen Kindergruppe starten. Seit den Sommerferien ist das Jugendhaus unregelmäßig geöffnet. Die Jugendlichen freuen sich einfach auf das Treffen, spielen Billard. Oft bringen sie ihre eigenen Themen, äußern Wünsche. Ganz oben steht das Renovieren der Räume und gemeinsames Kochen und Essen. Für die Sozialarbeiterin ist das keine Überraschung. Sehr viel mehr als die Kinder brauchen die Jugendlichen ihren Raum, mit dem sie sich identifizieren können, der ihr Lebensgefühls ausdrückt, in dem sie sich frei und zugleich geschützt fühlen.

Neben der offenen Jugendarbeit wird sie auch hin und wieder die Konfirmandinnen und Konfirmanden in Vertretung von Pfarrerin Kirsten Schulmeyer betreuen. Für die kirchliche Gemeindearbeit bildet sich Lena Bergmann gerade zur Diakonin weiter. Kinder- und Jugendfreizeiten hat sie über lange Jahre als ehrenamtliche Teamerin begleitet. Von 2009 bis 2108 war sie in der Kirchengemeinde Ronneburg aktiv. Vor allem die Arbeit im Waldkindergarten bei den Waldwichteln in Eckhartshausen hat sie darin bestärkt, sich beruflich für die Kinder- und Jugendarbeit zu entscheiden.

 

 

Schule

 

Albert-Einstein-Schule setzt starkes Zeichen der Solidarität:

Auch in Maintal hat der mutmaßlich rechtsradikale Anschlag in Hanau, bei dem neun Personen mit Migrationshintergrund getötet wurden, viel Betroffenheit und Anteilnahme ausgelöst. Auf dem Dörnigheimer Käthe-Jonas-Platz fand am 21. Februar eine Mahnwache statt, bei der Hunderte Kerzen anzündeten und der Opfer gedachten. Und auch die Schulgemeinschaft des Albert-Einstein-Gymnasiums hatte gestern spontan eine Solidaritätsaktion organisiert: Hand in Hand haben die 1100 Schüler ein aktives Zeichen gegen Rassismus gesetzt. In einer „Menschenkette“ stellten sie sich um alle drei Schulgebäude, um ihren Zusammenhalt zu demonstrieren. Als Reaktion auf die große Betroffenheit der Schüler unterbrachen Lehrer und Schulleitung am Freitag mehrfach den Unterricht.

„Die Schüler haben ein großes Bedürfnis, über das, was passiert ist, zu sprechen“, sagte Schulsprecher Kilian Buchholz. „Von den älteren Schülern waren Bekannte unter den Opfern oder unter denen, die an dem Abend in den Bars dabei waren. Ein guter Freund von mir war auch vor Ort. Daher ist die Nachricht der Ereignisse schon in der Nacht unter den Schülern rumgegangen und hat die Schülerschaft schwer getroffen.“

 

Ganztagsbetreuung an Schubert-Schule: Träger erhält Fördermittel:

In Sachen Ganztagsbetreuung an der Fritz-Schubert-Schule geht es voran – wenn auch in kleinen Schritten. Laut einer Mitteilung der Stadt sind nun die nötigen Voraussetzungen für einen Ausbau der Schulkindbetreuung an der Hochstädter Grundschule vorhanden. Nun muss nur noch der Träger, der Frankfurter Verein Kaleidoskop, die ihm zu Verfügung gestellten Mittel nutzen – und vor allem das nötige Personal finden.

Der Trägerverein hatte Ende des vergangenen Jahres bekannt gegeben, dass es für etwa 80 Prozent der künftigen Erstklässler im neuen Schuljahr keinen Betreuungsplatz an der Schubertschule geben soll. Vorgemerkt sind laut Verein derzeit 180 Kinder. Der Grund: Es fehlten vor allem räumliche Kapazitäten und Personal. Kaleidoskop hatte den Eltern deshalb bereits geraten, sich nach alternativen Betreuungsmöglichkeiten umzusehen.

Im Rahmen der Haushaltsdebatte im Dezember hatten sich schließlich die Maintaler Parlamentarier eingeschaltet und 50.000 Euro für die Sicherung von Betreuungsplätzen an der Hochstädter Grundschule in den Haushalt 2020 eingestellt. Zwischenzeitlich hat zudem ein runder Tisch zu diesem Thema getagt. Mit dem Ergebnis Ende Februar, dass die Stadt die Fördermittel laut Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Verfügung stellt, und der Main-Kinzig-Kreis als Schulträger für die nötigen Räumlichkeiten sorgt.

 

Bussicherheitstraining an der Albert-Einstein-Schule:

Die Fünftklässler der Albert-Einstein-Schule nehmen am Dienstagvormittag, dem 10. März, an einem Bussicherheitstraining teil. Sie üben den zügigen Ein- und Ausstieg und erhalten wertvolle Tipps für eine sichere Busfahrt. Seit 2015 findet das Bussicherheitstraining jährlich mit zwei Trainingstagen statt. In einer rund 90-minütigen, handlungsorientierten Praxiseinheit am und im Bus lernen die Schüler alles über das richtige Verhalten an der Haltestelle, beim Ein- und Aussteigen und über sicheres und partnerschaftliches Verhalten während der Fahrt in Bus und Bahn. Außerdem erhalten die Fünftklässler Informationen zu Fahrkarten, verlorenen Gegenständen sowie den vielfältigen Aufgaben des Fahrpersonals. Darüber hinaus erfahren die Schüler, wie sie sich vor unangenehmen Situationen schützen können und was in Notfällen zu tun ist. Selbstverständlich gehört auch eine Testfahrt zum Programm. Dabei erfolgt bei einer geringen Geschwindigkeit von etwa zehn Stundenkilometern eine Notbremsung. Die Schüler sollen spüren, welche Kräfte hier wirken. Nur so lernen sie auch, dass sie sich sogar auf einem Sitzplatz bei der Fahrt stets gut festhalten müssen.

 

Schüler der Albert-Einstein-Schule bekommen ihre Zeugnisse im Karottenhof:

Corona hin oder her – die Abiturientinnen und Abiturienten haben ein Anrecht auf eine offizielle, feierliche Verabschiedung und Würdigung ihrer Leistungen. Also entschied sich das Kollegium der Albert-Einstein-Schule für eine Premiere: Eine Akademische Feier als Freiluft-Veranstaltung in drei Etappen. Ende Juni wurden im „Karottenhof“ jeweils nur zwei oder drei Leistungskurse gleichzeitig verabschiedet.

Bevor Claus Wörn und Jons Bauer die lang ersehnten Urkunden überreichen konnten, wurden die Schülerinnen und Schüler für besondere Leistungen geehrt. Den Preis des Schulleiters für ein besonderes Engagement für die Schule erhielten in diesem Jahr Benno Gärtner und Alexander Holhorst. Benno Gärtner hat viele Jahre lang verlässlich und mit großem Einsatz schulische Veranstaltungen technisch betreut, Alexander Holhorst hat professionell und umsichtig und mit viel Herz als Schulsprecher gewirkt. Mit der Traumnote 1,0 haben Laura Groote und Aaliyah Lauterkranz das Abitur absolviert. Mit 1,1 haben Nils Becker und Silvana Tetens bestanden, mit der Note 1,2 Lorenz Meinen.

 

Schulleiterinnen der Erich-Kästner-Schule verabschieden sich:

Lange führten Birgit Hurst und Regina Häuser die Erich-Kästner-Schule gemeinsam. Im Juli gehen sie in Rente. Nach acht Jahren als Schulleiterin verlässt sie Ende des Monats die Erich-Kästner-Schule – ebenso wie ihre Stellevertreterin Regina Häuser. Während ihres gemeinsamen Wirkens haben Hurst und Häuser einige Projekte auf die Beine gestellt: Von der Verschönerung der Mensa, des Schulhofs und des Pausenraums für die Schüler bis hin zur Gründung zahlreicher Pflicht-AGs in den Jahrgangsstufen fünf, sechs und sieben. Außerdem haben die beiden Schulleiterinnen den Übergang der integrierten Gesamtschule in das Ganztagsprofil zwei begleitet. Und nicht zuletzt hat die Schulgemeinde Hurst und Häuser zu verdanken, dass es mittlerweile einen Sanitätsdienst gibt. Besonders stolz sind sie und ihre Stellvertreterin auch auf die „PuSch-Klasse“. „Das steht für ‘Praxis und Schule’“, sagt Hurst. Immer im neunten Jahrgang gibt es eine Klasse, in der verschiedene Praktika im Vordergrund stehen. „Jeweils einmal pro Woche besuchen die Schülerinnen und Schüler einen Betrieb und eine Berufsschule.“ Da­durch hätten schon so manche Jugendliche einen Ausbildungsplatz ergattert.

Bauarbeiten: So werden die Schulen saniert:

An der Waldschule in Bischofsheim sind die Bauarbeiten in vollem Gange: Die Kanalarbeiten auf dem hinteren Schulhof an der Gänseseestraße sind bereits abgeschlossen. Nun soll dieser wieder gepflastert sowie mit neuen Spielgeräten und Fallschutz versehen werden. Auch die Kletterwand an der Außenfassade der vor rund zehn Jahren kernsanierten Turnhalle soll wieder montiert werden. Die alten Sanitäranlagen und Fliesen sind entfernt, neue Rohr- und Stromleitungen verbaut worden. Die WC-Anlagen werden komplett saniert.  In der kommenden Woche können die Wände dort wieder verputzt und anschließend gefliest werden. Auch Deckenanstrich und Trennwände, Sanitäranlagen und Fußböden werden erneuert.

Zum Ende der Sommerferien erwartet die 260 Grundschüler dort neben den neuen Toiletten ein freundlich gestalteter Schulhof mit Hüpfpilzen, Hüpfscheibe, Sechseckturm mit Hängebrücke sowie eine Rutsche. Die Spielgeräte werden vom Förderverein finanziert. Die Sanierungsmaßnahmen an der Waldschule werden mit 650.000 Euro vom Main-Kinzig-Kreis finanziert.

Zwei Meter tief sei der Schulhof aufgegraben worden, um das belastete Bodenmaterial auszutauschen. Bis zum Herbst soll dann auch noch die Kanalanlage hinter dem Schulgebäude saniert werden. Dabei wird auch die Wiese neben dem Backstein-Altbau umgestaltet, der seit 1906 als Hauptgebäude der Grundschule genutzt wird. Hier soll ein Schulgarten entstehen, den die Schüler zusammen mit den Lehrern anlegen und bewirtschaften. Im Zuge dessen wird auch der Lehrerparkplatz neu gemacht.

Bereits vor zwei Jahren ist der Gebäudekomplex auf dem Schulgelände um einen Anbau erweitert worden, in dem die Betreuung der Schule für die „Waldkids“ untergebracht wurde. Im selben Jahr konnte auch der Spielplatz auf dem vorderen Schulhof eingeweiht werden. Der kleine Schulhof hinter den WC-Anlagen soll in einem ähnlichen Stil gestaltet werden, zwei Bäume sollen dort künftig Schatten spenden.

 

Weitere Baumaßnahmen wie die Teilsanierung des Fachklassentrakts an der Adolph-Diester­weg-Schule in Hochstadt für 250.000 Euro begonnen. An der Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim werden für 350.000 Euro Dach und Fenster saniert. An der Werner-von-Siemens-Schule in Dörnigheim werden für 4,5 Millionen Euro das Hauptgebäude brandschutztechnisch saniert sowie ein Anbau mit Küche an die Mensa errichtet. An der Wilhelm-Busch-Schule in Dörnigheim wird für 6,5 Millionen Euro das Hauptgebäude brandschutztechnisch saniert sowie ein dreigeschossiger Neubau für zwölf Schulklassen gebaut. Damit sollen dort zusätzliche Kapazitäten für rund 240 weitere Schulkinder geschaffen werden. Insgesamt investiert der Main-Kinzig-Kreis somit rund zwölf Millionen Euro in Maintals Schulen.

 

Langjährige Schulsekretärin Monika Huguet Reyes in den Ruhestand verabschiedet:

Monika Huguet Reyes war 21 Jahre lang als Schulsekretärin eine wichtige Ansprechpartnerin nicht nur für die Schulleitung, sondern auch für die Kinder und Lehrkräfte der Villa Kunterbunt in Bischofsheim sowie der Adolph-Diesterweg-Schule in Hochstadt. Landrat Thorsten Stolz würdigte Ende Juli das berufliche Wirken von Monika Huguet Reyes als „gute Seele und Herz“ der Schulgemeinde und verabschiedete sie in kleiner Runde im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen in den wohlverdienten Ruhestand.

 

So hat sich die Albert-Einstein-Schule auf den Schulstart mit Corona vorbereitet:

Zwei Wochen lang werden Lehrer und zirka 1100 Schüler auch während des Unterrichts einen Nasen-Mund-Schutz tragen. Mit dieser weiteren, sicher nicht angenehmen, aber zumutbaren Maßnahme will die Schulleitung ein mögliches Infektionsgeschehen eindämmen und eine Schul-Schließung unbedingt vermeiden. Denn das letzte Halbjahr habe gezeigt, dass es zu Präsenzunterricht, zu sozialen Kontakten und einer geregelten Tagesstruktur keine Alternative gäbe. Deshalb hat die Einsteinschule für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen während der Ferien Sommercamps angeboten.

Zweiter Schwerpunkt des Konzepts ist der Ausbau der IT-Ausstattung. Dank der Initiative des Fördervereins und der Vorsitzenden Dr. Irmgard Körber wird es im kommenden Schuljahr an der AES weitere „Laptop-Klassen“ geben können. Rund 18.000 Euro hat der Verein aus Spenden und Beiträgen hierzu vorfinanziert. Perspektivisch soll in Zukunft jeder einzelne Schüler mit einem eigenen oder einem Leasing-Gerät ausgestattet werden.

Der Schulbetrieb ist außerdem so organisiert, dass sich Gruppen so wenig wie möglich mischen. Lehrer führen die Klassen vom Schulgelände zurück in die Räume. In den Pausen dürfen Klassen jeweils nur ein bestimmtes Areal nutzen. Außerhalb der Klassenzimmer gilt grundsätzlich Maskenpflicht. Im sogenannten Karottenhof wird die Einschulungsfeier der fünften Klassen stattfinden. Für die 144 „Neu-Einsteiner“ und ihre Familien wird es ein verkürzter Festakt sein, für Schulleiter Wörn hingegen wird es ein langer Vormittag. Jede der fünf neuen Klassen wird separat empfangen. Die künftigen Elternabende der Klassen werden im großen Atrium, nicht im Klassenzimmer stattfinden.

In seiner Rede drückte Schulleiter Wörn seinen Stolz auf die Schule aus, die sich auch in Coronazeiten den Themen „Förderung“ und „Innovation“ kümmere. Er betonte, dass die Einführung des digitalen Klassenbuches, von Fächern wie Medienkunde, die Bereitstellung von Microsoft 365-Zugängen für alle Schülerinnen und Schüler und das Kollegium, der vermehrte Einsatz von Videokonferenzen erkennbar machten, dass die Schule sich den neuen Herausforderungen stelle. Daneben sei der Förderunterricht – gerade auch in den unteren Jahrgangsstufen – jetzt so organisiert, dass er bei den jeweiligen Fachlehrern stattfinde.

Neue Fünftklässler sollten Albert-Einstein-Schule mit Hilfe einer Rallye kennenlernen

In den ersten Tagen ständen nun die „Knirpstage“ auf dem Programm, während der auch eine Rallye durch die Schule geplant sei. Ein besonderes Lob bekamen von Lambrecht die Patinnen und Paten der neunten Klassen, die Ansprechpartner für die Neu-Einsteiner seien und sich mit viel Engagement und Herz für die neuen Mitschülerinnen und Mitschüler engagierten.

Für den Verein der Freunde und Förderer der Albert-Einstein-Schule wünschte Dr. Irmgard Körber, die langjährige ehemalige Stufenleiterin der Jahrgänge fünf und sechs, den neuen Einsteinschülern ebenfalls ein erfolgreiches Schuljahr und warb für eine Mitgliedschaft im Förderverein. Der Förderverein hatte auch in diesem Jahr wieder für jede fünfte Klasse eine Spielekiste mit Pausengeräten zusammengestellt, da Bewegung auf dem sehr großen Pausengelände Spaß mache und gesund sei.

 

Klasse 4a der Fritz-Schubert-Schule zu Besuch bei Monika Böttcher:

Das Klassenkuscheltier „Dora“ und ihre Lehrerin Nicole Heinrich hatten die Viertklässler der Fritz-Schubert-Schule Anfang September bei einem Besuch bei Bürgermeisterin Monika Böttcher im Schlepptau. Dabei konnten die Kinder viele Fragen zu Hochstadt und zur aktuellen Politik in Maintal stellen. Die Kinder hatten sich im Sachunterricht schon mit ihrem Wohnort beschäftigt und viel über das historische Hochstadt erfahren. Vor den Ferien hatten sie bereits einen Rundgang gemacht und sich die Ringmauer, die vielen alten Gebäude und auch die Kirche angesehen und sich mit dem alten Stadtplan beschäftigt.

Aktuelle Aspekte sollten aber auch nicht zu kurz kommen, und daher haben sich die Kinder auch mit aktuellen Themen befasst und auf den Besuch im Rathaus durch das Sammeln von Fragen vorbereitet. Während des Besuches bei der Bürgermeisterin, der wegen der Corona-Pandemie auf dem Spielplatz vor dem Verwaltungsgebäude in der Klosterhofstraße unter der Einhaltung der aktuellen Hygieneregeln stattfand, fragten die Kinder Böttcher „ein Loch in den Bauch“ und erfuhren so viel Interessantes über den Tagesablauf des Stadtoberhaupts, über die vielen Termine einer Bürgermeisterin, welche Schwierigkeiten und Herausforderungen mit dem Amt verbunden sind, aber auch, was ihr Kraft gibt und über welche Begegnungen sie sich freut.

Sechster Bauabschnitt für Sanierung der Werner-von-Siemens-Schule beginnt:

Mit einem ersten Spatenstich begannen Anfang November ffiziell den Beginn der Arbeiten am Neubau der Schulmensa zelebrierten. Auf einer Grundfläche von rund 425 Quadratmetern baut hier der Landkreis als Schulträger ein multifunktionales Teilgebäude als sechsten Bauabschnitt im Rahmen der brandschutz- und haustechnischen Sanierung des gesamten Komplexes. In diesem aktuellen Abschnitt werden Teile des Erdgeschosses der Schule entkernt und umgebaut.

Die Mensa besteht aus einem eingeschossigen Saal mit Küche und Nebenräumen sowie einem vorgelagerten Terrassenbereich. Der Anbau wird in Massivbauweise mit Verbund-Wärme­dämmung, vorgehängter Fassade und Pultdach errichtet. Der Saal ist auch als ausschließlich schulischen Zwecken dienender Versammlungsraum für insgesamt 199 Plätze (gemäß Bestuhlungsplan) vorgesehen. Heute zählt die Schule 735 Köpfe in 37 Klassen. Der Anstieg um fast 300 Schüler braucht neben weiterer Ausstattung auch adäquaten räumlichen Zuwachs.

An den Altbau schließt die Mensa mit einem Foyer an, sowie mit den dazugehörigen Sanitäranlagen. Die Anlieferung der Mensaküche soll über eine vorhandene Zuwegung vom Schulhof aus erfolgen.

 

Albert-Einstein-Schule ist Vorreiter beim Distanzunterricht:

Seit anderthalb Wochen sind die Klassen ab Jahrgangsstufe sieben an der Albert-Einstein-Schule geteilt und wechseln wöchentlich zwischen Präsenz- und Distanzunterricht. Für die einen beginnt die Stunde mit dem Gong. Sie setzen sich, kramen Notizblock und Stift aus dem Rucksack, schauen erwartungsvoll auf den Versuchsaufbau vorne im Klassenraum. Für die anderen startet der Unterricht mit einem Klick. Sie loggen sich per Microsoft Teams ins digitale Klassenzimmer ein. Nach und nach füllt sich der Bildschirm des Notebooks auf dem Lehrerpult mit dunklen Kästchen, darauf die Initialen der Mädchen und Jungen, die zuhause mitlernen.

Aufgrund der hohen Infektionszahlen hatte das Hessische Kultusministerium eine Teilung der Gruppen und den täglichen oder wöchentlichen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht vorgegeben. Die Maintaler Schule hat sich für einen täglichen Turnus entschieden. Die Schüler bleiben so einfach mehr am Ball, wenn sie regelmäßiger Kontakt zur Schule haben, als wenn sie wochenweise zu Hause bleiben.

„Wir waren schon außergewöhnlich gut vorbereitet“, pflichtet Oberstufenleiter Jons Bauer bei. Die technische Ausstattung ist eine Zutat des Erfolgsrezepts für das digitale Wechselmodell an der AES. Die hohe Motivation der Lernenden und Lehrenden die zweite. Und eine Schulleitung, die aus ihrer IT-Vergangenheit heraus die Digitaloffensive vorantreibt und damit beim Schulträger auf offene Ohren trifft, die dritte.

Denjenigen, die kein eigenes Endgerät besitzen, leiht die Schule Apple iPads und bei Bedarf auch Headsets aus, damit sie problemlos an den Videokonferenzen teilnehmen können. Und was, wenn eine Schülerin oder ein Schüler zu Hause kein WLAN hat? Für diese Einzelfälle finden wir Lösungen. Sie nehmen einfach häufiger am Präsenzunterricht teil.

 

Neues Leitungsteam an der Erich-Kästner-Schule stellt sich vor:

Mitte August haben Bärbel Nocke-Olliger und Marcus Lumpe die Leitung der Erich-Kästner-Schule übernommen. Ihr Dienstantritt an Maintals Integrierter Gesamtschule war stark durch die aktuelle Coronapandemie geprägt. Nocke-Olliger war bislang ausschließlich an integrierten Gesamtschulen tätig und sammelte als „Pädagogische Koordinatorin“ erste Schulleitungserfahrungen in vielen Schulentwicklungsbereichen. Bewusst ausgeweitet habe sie diesen Erfahrungsbereich im Rahmen ihrer Stellvertreterinnenfunktion an einer anderen integrierten Gesamtschule. Die Übernahme der damit verbundenen unterrichtsorganisatorischen Aufgaben hat ihr neue Möglichkeiten der Verwirklichung pädagogischer Anliegen ermöglicht.

Der Gymnasiallehrer Lumpe hat Unterrichtserfahrungen in verschiedenen Schulformen gesammelt. Er war unter anderem Fachbereichsleiter an einem Oberstufengymnasium, stellvertretender Schulleiter eines Gymnasiums und sammelte Erfahrungen an Kooperativen Gesamtschulen. Die Vielfalt der so gewonnenen Perspektiven wünscht er an einer Integrierten Gesamtschule zu erweitern, wie er sagt.

 

 

Frauen und Kinder

 

Frauen:

 

Frauenwochen 2020:

Die Maintaler Frauenwochen rückten Anfang März die das Thema Gleichberechtigung in den Fokus.  Das begleitende Programm umfasst Aktionen und Diskussionen, eine Lesung, einen Kino-Abend, einen Vortrag und den Weltgebetstag der Frauen. Der Frauenbeirat der Stadt Maintal sowie das Frauen- und Gleichstellungsbüro bieten vielfältige Veranstaltungen rund um den internationalen Frauentag am Sonntag, 8. März, an. 

Den Auftakt zu den Maintaler Frauenwochen bildet der Weltgebetstag der Frauen am Freitag, 6. März. Frauen aus fast allen Maintaler Kirchengemeinden haben sich zusammengeschlossen, um in verschiedenen Kirchen ökumenische Gottesdienste zu feiern. Traditionell wird hierzu ein Land gewählt, das den inhaltlichen Schwerpunkt des Weltgebetstages bildet. In diesem Jahr ist es Simbabwe. 

Der 3. März steht im Zeichen des Themas Körperbildstörungen nach Brustkrebs. Die Frauenselbsthilfe nach Krebs lädt um 14.30 Uhr zu einem Vortrag mit Brustschwester Sabine Lie­beck in die DRK-Station Dörnigheim, Berliner Straße 29, ein. 

Bürgermeisterin Monika Böttcher, Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Annika Frohböse sowie die Leiterin des Stadtteilzentrums Bischofsheim, Christiane Betz, verteilen am Freitag, 6. März, auf dem Bischofsheimer Wochenmarkt Blumengrüße zum Weltfrauentag und stehen

für Diskussionen und Fragen rund um das Thema Gleichstellung.

Am Samstag, 7. März, findet eine musikalisch umrahmte Lesung des Buches „Unsere Mütter – Wie wir sie lieben und mit ihnen kämpfen“ statt. Autorin Silia Wiebe liest aus ihrem Werk vor und wird dabei von Suleika Bauer auf der Geige begleitet. 

Am Weltfrauentag selbst, am Sonntag, 8. März, werden drei Frauen für ihr ehrenamtliches Engagement mit einer Linde im Frauenhain geehrt. In diesem Jahr sind es die Maintalerinnen Karin Fritsche, Dana Lorenz-Sengöz und Nieves Schwierzeck. Seit mehreren Jahren werden in Maintal Frauen für ihr ehrenamtliches Engagement im sogenannten Frauenhain geehrt.

Karin Fritsche leitet die seit 30 Jahren die Frauenhilfe der Dörnigheimer Kirchengemeinde.

Dana Lorenz-Sengöz ist die 42-jährige Assistentin des Ersten Stadtrates und zeigt ganz selbstverständlich ein vielfältiges ehrenamtliches Engagement in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen.

 Der dritte Baum erhält den Namen von Nieves Schwierzeck und, erzählt von nun an die besondere Geschichte einer starken Frau. In der Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs findet sie wieder zu sich und hilft auch den anderen Frauen, wieder an sich zu glauben. Nieves Schwierzeck engagiert sich seit Jahren für Frauen, die mit der Diagnose Krebs leben müssen. Seit 20 Jahren leitet sie zudem den Verband. Seit 1980 bereits gibt es den Ortsverband „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ in Maintal, den Annelies Gerstendörfer ins Leben gerufen hat. Die Vorsitzende war es auch, die Nieves Schwier­zeck sofort zur Seite stand. So ist sie selbst seit 1993 Teilnehmerin der Gruppe. Seit 20 Jahren leitet Schwierzeck gemeinsam mit Karin Daferner und Susanne Hoffmann den Ortsverband in Maintal. Es macht anderen Frauen Hoffnung, wenn sie sehen, dass man gut 25 Jahre mit Krebs leben kann. Die Frauen tauschen nicht nur Erfahrungen aus, sie informieren sich über neue Entwicklungen im Gesundheitssystem und laden Experten zu Vorträgen ein.

Das aktuelle Projekt, eine Wanderausstellung mit Fotografien und sehr persönlichen Texten, bewirkte, dass die Maintaler Frauen sich noch einmal intensiv mit Diagnose und Behandlung auseinandersetzten, die öffentliche Präsentation führte aber auch zu Konflikten mit Angehörigen. Mit großer Energie ruft Nieves Schwierzeck zudem aktuell das „Onko-Café“ ins Leben, ein zwangloser Austausch für Krebspatientinnen und -patienten im Klinikum Hanau. 

Für ihr ehrenamtliches Engagement wird Nieves Schwierzeck – zusammen mit zwei anderen Maintalerinnen – am Sonntag, 8. März, im Frauenhain geehrt. Diese Ehrung findet traditionell rund um den Weltfrauentag statt.

 

Equal Pay Day, Kinoabend und Girl's Day:

Zum Equal Pay Day, dem Tag der Entgeltgleichheit am Dienstag, 17. März, werden Aktive des Frauenbeirates in Maintaler Busse und auf den Wochenmarkt in Dörnigheim gehen und dort für gleichberechtigte Löhne werben. Der 17. März 2020 ist der Tag, der symbolisch den Gehalts- oder Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen markiert. Das Kino vor Ort zeigt am Donnerstag, 19. März, den Film „Milchkrieg in Dalsmynni“, bei dem es um den Kampf einer isländischen Milchbäuerin geht, deren Mann unerwartet stirbt und die nun versucht, Haus und Hof zu retten. Auch am Donnerstag, 26. März, dem „Girls Day“, geht es um berufliche Wege von Frauen. Mädchen zwischen zehn und 15 Jahren haben an diesem Tag Gelegenheit, sich über die Arbeit der Feuerwehr zu informieren und selbst einen Löscheinsatz zu üben

 

 

 

Kinder

 

Kita im Familienzentrum Eichenheege bezogen:

In die neue Kita im Familienzentrum Eichenheege ist Anfang Januar das Leben eingezogen Die Eingewöhnungsphase hat für die ersten elf Kinder begonnen, schrittweise kommen immer mehr dazu, ehe die sechszügige Einrichtung voraussichtlich im Sommer komplett ausgelastet sein wird.

Das insgesamt neunköpfige Team rund um sie und Leiterin Elke Kächelein hat in den vergangenen Wochen ordentlich Hand angelegt. Neben der Kita ist die Servicestelle Kindertagespflege in dem Gebäude untergebracht. Auf den 1900 Quadratmetern Nutzfläche soll zudem eine Familienbildungsstätte angesiedelt werden. Nur ein halbes Jahr hat es vom Beginn der Bauarbeiten bis zur Eröffnung gedauert. Wenige Tage nach dem Spatenstich stand im Sommer der Rohbau, Anfang Oktober bezog das Team der Servicestelle Kindertagespflege die Räume. Nur der Außenbereich der Kita gleicht bislang noch einer Baustelle. Doch bis voraussichtlich am 9. Mai das große Einweihungsfest starten soll, werden auch diese Arbeiten abgeschlossen sein

Ebenfalls von öffentlichen Mitteln profitieren die Kitas Ahornweg in Hochstadt und Kilianstädter Straße in Wachenbuchen. Im Ahornweg ist eine Erweiterung des Bestandsgebäudes durch einen zweistöckigen Anbau geplant. Dort werden im Obergeschoss Räume für das Personal entstehen, etwa für Besprechungen, Elterngespräche und die pädagogische Vor- und Nachbereitungszeit. Im Erdgeschoss wird ein Kinder-Restaurant inklusive Kinderküche eingerichtet. Dabei entstehen neue Betreuungsplätze für Kinder vom ersten bis zum sechsten Lebensjahr. Für das Vorhaben werden Kosten in Höhe von etwa 970.000 Euro veranschlagt. Der Kreis unterstützt hier mit 150.000 Euro.

In der Kita Kilianstädter Straße steht der Umbau der ehemaligen und nicht mehr genutzten Hausmeisterwohnung im Obergeschoss des Gebäudes an, um zusätzliche Personal-, Lager- und Funktionsräume zu erhalten. Diese befinden sich derzeit im Erdgeschoss und können dann umgenutzt werden für eine zusätzliche altersgemischte Gruppe, in der Kinder vom er­sten bis zum sechsten Lebensjahr betreut werden. Für den Umbau wurden 150.000 Euro bereitgestellt, 5. 000 Euro gibt es an Fördermitteln vom Kreis..

 

Ferienspiele in der Natur auf der Kinder- und Jugendfarm:

Die Kinder- und Jugendfarm Maintal bietet seit vier Jahren ein einwöchiges Ferienprogramm an, in dem das Naturerlebnis im Mittelpunkt steht. Anfang August haben 21 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren vormittags von 8 bis 12 Uhr die Ferienspiele besucht, dann war der Natur- und Abenteuerspielplatz für alle geöffnet.

Baumhäuser bauen, Kräuter und Gemüse säen und ernten, Insekten und Vögel beobachten, Feuer machen, Stockbrot backen, klettern, rumtoben, matschen – das Farmgelände eröffnet Kindern die Möglichkeit, die Natur mit allen Sinnen zu erleben. Begleitet werden sie dabei vom pädagogischen Team der Kinder- und Jugendfarm, das aus Erziehern, Sozial-, Erlebnis-, Umwelt- und Wildnispädagogen besteht.

Eine Gruppe hat selbst eine Schaukel für eines der vielen Baumhäuser gebaut und dabei einige handwerkliche Klippen umschifft. Drei Bretter sind durchgebrochen, als die Kinder Löcher für das Seil gebohrt haben. Das vierte hielt stand. Jetzt hängt die Schaukel so hoch, dass sie nur vom Baumhaus aus erreichbar ist und trägt zwei Kinder auf einmal. Sie helfen sich beim Klettern und achten darauf, dass die Knoten halten (4. August).

 

Kinder und Tagesmütter vermissen sich gegenseitig:

Die Kindertagespflegestellen sind wie die Kitas seit 16. März geschlossen. Nach aktuellem Stand ist bis Anfang Juni lediglich die Notbetreuung für Mädchen und Jungen, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, möglich. Um die Beziehung zu „ihren“ Kindern zu pflegen, haben Maintaler Tagesmütter im Mai originelle Ideen entwickelt, um beispielsweise über soziale Medien Kontakt mit den Familien zu halten. Der Austausch über die sozialen Medien oder Videotelefonie ist sehr wichtig geworden. Kindertagespflegepersonen suchen ansprechende Bastelideen und Geschichten, die sie den Familien nach Hause schicken.  Tagesmutter hat kleine Bilderbücher aus dem Alltag ihrer Kindertagespflege erstellt und in die Briefkästen ihrer Schützlinge geworfen. Auch sind „Zaunbesuche“ möglich, bei denen selbstverständlich der Sicherheitsabstand eingehalten

 

Richtfest am Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße:

Am Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße in Bischofsheim entsteht seit Jahresbeginn ein Anbau als Erweiterung der bestehenden Kita. Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Anfang Mai Tagen konnte das Richtfest gefeiert werden. Mittlerweile steht der Rohbau. Auch die Dacharbeiten sind abgeschlossen. Mit der Erweiterung der Einrichtung stimmen künftig auch die räumlichen Rahmenbedingungen. Denn zuletzt waren die Verhältnisse für die bis zu 130 Kinder recht beengt. Bald können sie sich alle besser entfalten. Ende des Jahres soll es so weit sein, dann werden im Erdgeschoss des Anbaus zwei zusätzliche Gruppenräume sowie ein Schlaf- und Waschraum für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stehen. Außerdem sind im zentralen Eingangsbereich das Büro der Kitaleitung sowie ein Besprechungsraum vorgesehen. Im Obergeschoss wird es unter anderem Personal-, PC- und Besprechungsräume geben, die auch für die vielseitige Arbeit des Familienzentrums genutzt werden können. Die Gelder für das rund zwei Millionen Euro teure Bauprojekt stammen aus dem Kommunalen Investitionsprogramm

 

Fragen und Antworten zur Öffnung der städtischen Kitas:

Auch in Maintal öffnen Mitte Juni wieder die Kitas. Man wird am 2. Juni den eingeschränkten Regelbetrieb in allen städtischen Kitas und Familienzentren aufnehmen, um so vielen Familien wie möglich die Option zu bieten, ihr bisher genutztes Betreuungspaket in vollem Umfang in Anspruch nehmen zu können. Die Empfehlung des Main-Kinzig-Kreises sieht vor, dass die Gruppengröße nicht mehr als die Hälfte der genehmigten Anzahl der Kinder betragen soll. Wenn man diese 50 Prozent zugrunde legt, stehen in den Einrichtungen insgesamt 721 Betreuungsplätze zur Verfügung.

Das Land Hessen hat für die Vergabe der Plätze klare Kriterien definiert. Folgende Kriterien gelten: Eltern in anerkannten systemrelevanten Berufen; berufstätige Alleinerziehende; Kinder, die durch die Entscheidung des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls betreut werden müssen; Kinder mit besonderem Förderbedarf (Behinderung); Kinder, auf die ein Härtefall zutrifft. 

 

Servicestelle Kindertagespflege informiert zu allen Betreuungsangeboten in Maintal:

In Maintal gibt es zahlreiche Möglichkeiten einen Betreuungsplatz für seinen Nachwuchs zu finden. Helfen hierbei kann die die Servicestelle Kindertagespflege. Eltern, die einen Betreuungsplatz für ihr Kind suchen, finden in Maintal ein vielfältiges Angebot. Neben 13 städtischen Kitas und Familienzentren gibt es die Kindertagespflege sowie weitere Einrichtungen von freien Trägern. Auch die pädagogischen Schwerpunkte bilden ein breites Spektrum ab, rücken etwa Kinderrechte, Sprache, Kreativität oder Naturerfahrung in den Vordergrund. Da fällt die Wahl nicht immer leicht. Hilfe bei der Entscheidungsfindung bietet die Servicestelle Kindertagespflege.

Die Beratungseinrichtung wird oft allein mit dem Betreuungsangebot der Kindertagespflege in Verbindung gebracht, also der Betreuung von Jungen und Mädchen unter drei Jahren bei einer Tagesmutter. Tatsächlich arbeitet die Servicestelle viel umfassender: Gemeinsam mit ihren Kolleginnen informiert Anja Stroh-Barth die Eltern über die verschiedenen Möglichkeiten in Maintal und lotet im persönlichen Gespräch die Wünsche und Bedürfnisse von Eltern und Kindern aus. Auf dieser Grundlage unterstützt das Team dabei, die passende Betreuung zu finden – unabhängig vom Träger der Einrichtung. Auch bei der Online-Anmeldung über das Portal „Webkita“ sind die Mitarbeiterinnen der Servicestelle behilflich.

 

Maintaler Kitas kehren langsam aber sicher zum Regelbetrieb zurück:

Die Maintaler Kitas wollen Ende Juli wieder zum Regelbetrieb übergehen. Hierbei müssen jedoch Auflagen des Gesundheitsamtes erfüllt werden, um Kinder, Familien und Erzieher zu schützen. Gut dreieinhalb Monate mußten die meisten Eltern ihre Kinder zuhause betreuen– ohne Unterstützung der Großeltern, ohne Freizeitaktivitäten in Sportvereinen, ohne Spieleverabredungen, ohne Spielplatzbesuche. Die Hygieneregeln konnten erst einmal in der kleinen Gruppe der „Notbetreuungskinder“ eingeführt werden, die für alle weiteren Rückkehrer zu Vorbildern wurden. Die Größeren helfen den Kleineren, alle passen aufeinander auf. Ein selbst ernannter Corona-Botschafter erinnert die andern daran, sich regelmäßig die Hände zu waschen“

 

Weitere Gruppe für Kita Eichendorffstraße:

Die Kindertagesstätte Eichendorffstraße in Dörnigheim ist im August um einige Räume gewachsen, vor allem hat sie nach Abschluss der Bauarbeiten nun Platz für eine zusätzliche Betreuungsgruppe. Die Kita in der Eichendorffstraße bietet nun für bis zu 118 Kinder eine Betreuungsmöglichkeit. Räumlich erweitert wurde unter anderem auch der Bereich für die Mittagsverpflegung, was angesichts eines Anteils von weit über 80 Prozent der Kinder, die mittags in der Kita essen, ebenfalls notwendig war.

 

Weg frei für die neue Kita Rhönstraße:

Aufgrund des bereits bestehenden hohen Bedarfs an Betreuungsplätzen in Bischofsheim, den Neubau der Kita Rhönstraße erheblicher Zeitdruck. Ziel ist es, im Winter 2021/Frühjahr 2022 mit der neuen Kita in Betrieb zu gehen. Aus diesem Grund sei geplant, den Neubau der Kita in Modulbauweise herstellen zu lassen. Das neue Gebäude an der Rhönstraße ist zweigeschossig geplant und soll Platz für fünf Gruppen bieten. Im Erdgeschoss sind die Gruppenräume sowie Küche und Bistro vorgesehen. Im Obergeschoss - das durch ein Treppenhaus und einen Fahrstuhl erreicht werden kann - sind die Personalräume und weitere erforderliche Räume für die Kita untergebracht.

Auf dem vom Magistrat favorisierten Gelände müssen zahlreiche Bäume gefällt werden.

Daraufhin hat der Magistrat den auf der Grünfläche an der Rhönstraße vorhandenen Baumbestand bewerten lassen. Das mögliche Baufenster wurde so gewählt, dass Bäume mit herausragender Bedeutung erhalten bleiben können. Diese können optimal zur Verschattung des Geländes genutzt werden, sodass die Bedingungen für die Freiflächennutzung der Kita optimal sind.

 

Familienzentrum Eichenheege: Vierte Gruppe soll bald öffnen:

Das Außengelände des 2019 errichteten Familienzentrums Eichenheege in Dörnigheim ist fertiggestellt. Das weitläufige Areal hat sich in ein Paradies verwandelt, das keine Kinderwünsche offenlässt. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Lernort. Hier können die Jungen und Mädchen unbeschwert toben und dabei spielerisch ihre motorischen, kognitiven, kreativen und sozialen Fähigkeiten schulen. Neben vielen klassischen Elementen wie Schaukel und Sandkasten gibt es auch verschiedene Klettermöglichkeiten und eine Rädchen-Strecke, die fast das gesamte Gelände umrundet. Mittelpunkt des Kleinkindbereichs sind ein Spielehäuschen in Form eines Fliegenpilzes im Sandkasten und eine Nestschaukel. Auch für die Größeren gibt es einen großen Sandbereich, der von einem Sonnensegel beschattet wird, außerdem ein ebenerdiges Trampolin, eine Raupe als Sitz- und Kletterbank und einen Kriechtunnel, der unter dem modellierten Spielhügel durchführt. Auch ein kleines Atrium ist entstanden. Hauptattraktion ist ein großer Kletterparcours mit unterschiedlichen Elementen. Nicht nur die Insekten, auch die Kinder können unter freiem Himmel frühstücken. Es gibt Sitzgarnituren und Sonnenschirme für die Terrasse des Bistros.

Seit Anfang Juli war wieder eine reguläre Betreuung möglich ist. Seitdem wurden alle zwei Wochen neue Kinder aufgenommen, um die Gruppen schrittweise aufzubauen. Insgesamt bietet die Einrichtung Platz für 120 Kinder im Alter von einem Jahr bis zum Schuleintritt

 

Irritierte Spielplatz-Besucher: In Bischofsheim stehen Kotbeutelspender:

Der Spielplatz im Eugen-Kaiser-Ring in Bischofsheim lädt als eine der wenigen direkt am Waldrand gelegenen Freizeitanlagen Kinder dazu ein, den Naturraum Wald spielerisch zu entdecken. Für Erstaunen und Unverständnis sorgen bei Anwohnern, die den Spielplatz regelmäßig besuchen, allerdings der Hundekoteimer und die Entnahmestelle für Hundekotbeutel, die inmitten der Spielgeräte steht. denn Hunde sind auf Maintaler Spielplätzen seit 2019 verboten. Die Stadt hat reagiert und die Behälter umgesetzt.

 

Kampf um die Erzieher: Ausschuss beschließt Gehaltserhöhung in Kitas und Familienzentren:

Die Stadt Maintal steht unter Zugzwang. Die Nachbarn Hanau und Frankfurt haben es vorgemacht und erhöhen das Gehalt der Erzieher. Damit verschaffen sie sich einen klaren Vorteil im Kampf um Fachkräfte. Für eine weitere Verschärfung der Lage in Maintal sorgt die Tatsache, dass die Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen weniger verdienen, als die in den Familienzentren. Dennoch müsse man die besonderen Aufgaben der Familienzentren beachten und diesen auch finanziell Rechnung tragen.

Die Beschlussvorlage sieht daher vor, dass alle anerkannten Erzieher der Stadt Maintal finanziell gleichgestellt werden und zum 1. Oktober 2020 in die Entgeltgruppe 8b nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst eingestuft werden. Um ihrem besonderen Bildungs- und Erziehungsauftrag gerecht zu werden, erhalten die Familienzentren eine jährliche Zuwendung in Höhe von 110.000 Euro zur Durchführung besonderer Projekte.

Für die Erzieher in Maintal bedeutet die höhere Einstufung im Schnitt rund 100 Euro brutto mehr. Je nach Berufserfahrung kann die Erhöhung deutlich höher ausfallen – bis zu 450 Euro mehr gibt es für Erzieher, die entsprechend lange im Dienst sind. Die Stadt bietet ihren Erziehern zum Beispiel durch das Jobticket und kostenlosen Eintritt ins Schwimmbad eine ganze Menge mehr.

SPD und FDP haben sich mit einem gemeinsamen Antrag dafür eingesetzt, die Kita- und Hort-Gebühren in Maintal anzupassen. Konkret ging es um die Kosten für die Betreuung von Kindern im Alter von ein bis drei Jahren. Diese sollen der Gebühr für die Betreuung der Altersgruppe drei bis sechs gleichgestellt werden. Bisher ist für die U3-Betreuung eine höhere Gebühr fällig. Die Reduzierung würde für die Stadt rund 500.000 Euro Mindereinnahmen bedeuten

Die im Antrag der FDP angeregte Senkung der Gebühren hielt Bürgermeisterin Böttcher für ein falsches Signal. Sie sagte, es müsse erst der weitere Ausbau erfolgen, um den Versorgungsgrad zu erhöhen, und mehr Personal zur Verfügung stehen, bevor man über die Gebühren diskutiere. Momentan liege der Versorgungsgrad bei 38 Prozent. Ziel sei es, den Versorgungsgrad auf 50 Prozent zu erhöhen, also für 50 Prozent aller ein- bis dreijährigen Kinder in Maintal einen U3-Platz anbieten zu können.

Trotz der Argumentation der FDP wurde die Beschlussvorlage des Magistrats einstimmig angenommen. Damit erhalten ab 1. Oktober alle staatlich anerkannten Erzieher eine Zulage, die dem Differenzbetrag zwischen den Entgeltgruppen S 8a und S 8b entspricht. In Bezug auf die Kita-Gebühren wurde entschieden, dass der Magistrat beauftragt wird, die Auswirkungen der Berechnung der Kita-Gebühren (Zuschuss-Staffel) entsprechend des Familien-Netto-Einkommens und der Personenanzahl darzustellen. Zudem soll die tatsächlich erhobene Gebühr für die Betreuung von Kindern in der Krippe mit der erhobenen Gebühr für die Betreuung in der Kita gleichgestellt werden. Die Senkung der Gebühren soll laut Beschluss zum August 2021 in Kraft treten (30. September).

 

Stadt kündigt Tagesmüttern:

Tagesmütter und -väter sind daher eine wichtige Ergänzung des Angebots durch die Kindertagesstätten und Krippen. Zudem schätzen viele Familien diese Art der familiennahen, flexiblen Betreuung in einer kleinen Gruppe mit einer festen Bezugsperson für den klein­kindlichen Nachwuchs. Die Stadt Maintal misst dieser Betreuung hohen Stellenwert zu und hat mit der Servicestelle Kindertagespflege eine eigene Fachberatung eingerichtet, die die Maintaler Tagesmütter mit einem Aus- und Weiterbildungskonzept begleitet, berät, vernetzt und bei der Vermittlung von Tageskindern unterstützt.

Hierfür schließt die Stadt mit den Kindertagespflegepersonen eine Kooperationsvereinbarung, in deren Rahmen sie die Betreuungsplätze auch finanziell mit 1,50 Euro pro Betreuungsstunde fördert. Diese Förderung knüpft die Stadt allerdings an bestimmte Bedingungen und kündigt sie auch, falls sie diese als nicht erfüllt ansieht, wie kürzlich zwei Tagesmütter feststellen mussten.

Es werden im November zahlreiche Vorwürfe gegen die eine Tagesmutter erhoben, von Elternbeschwerden über fehlende Kooperationsbereitschaft bis hin zur mangelnden Akzeptanz des Qualifizierungskonzepts. Der Main-Kinzig-Kreis als Träger der Kindertagespflege, fordert lediglich 20 Unterrichtseinheiten und steht ungeachtet der Kündigung der Kooperation durch die Stadt zu beiden Tagesmüttern.

Nach ausführlicher Recherche durch die CDU Maintal ergibt sich ein Bild, dass die zuständige Servicestelle den ihr eingeräumten weiten individuellen Beurteilungsspielraum ausgenutzt hat, um nicht sachgerechte willkürliche Entscheidungen zu treffen. Unter anderem soll eine sechsmonatige Probezeit eingeführt werden. Außerdem sollen für eine Kündigung konkrete Gründe vorgelegt werden, zum Beispiel wenn die Tagesmutter gegen die Vereinbarungen und ihre Pflichten verstößt.

Mit der Stadt Maintal schließen die Tagespflegemütterkeinen Arbeitsvertrag, sondern nur einen Kooperationsvertrag ab. Der Arbeitsvertrag besteht mit dem Main-Kinzig-Kreis. Im Rahmen des Kooperationsvertrages verpflichten sich die Tagesmütter, in einer bestimmten Stundenzahl an Fortbildungen und Veranstaltungen teilzunehmen. Dafür erhalten sie im Rahmen der Kooperation von der Stadt Maintal 1,50 Euro mehr pro Stunden und betreutem Kind. Mit der Kündigung des Kooperationsvertrages gibt es keine 1,50 Euro von der Stadt Maintal. In der Endabrechnung sind das im Schnitt 500 bis 600 Euro im Monat.

Am 14. Dezember hat die Stadtverordnetenversammlung den Antrag der CDU- und SPD-Fraktionen zur Änderung der Richtlinien zur Förderung von Kindertagespflegestellen, insbesondere der Kündigungsregelungen, mehrheitlich beschlossen.

Es soll eine sechsmonatige Probezeit eingeführt werden. Kündigungen sollen zudem in Zukunft nur in drei Fällen möglich sein: wenn der Tagesmutter die Erlaubnis zum Betrieb einer Kindertagespflegestelle entzogen wird, wenn die Stadtverordnetenversammlung die Förderung einstellt oder die Tagesmutter wiederholt gegen ihre Pflichten aus der Kooperationsvereinbarung verstößt und dies zuvor schriftlich abgemahnt wurde. Ein Akteneinsichtsausschuss soll Klarheit bringen

 

Ein Besuch bei den Maintaler Waldtagesmüttern:

Christine Fischer und Simone Kröner sind sogenannte Waldtagesmütter, die mit ihren Schützlingen fast jeden Vormittag in der Natur verbringen. Die Gruppe besteht aus insgesamt zehn kleinen Kindern, zwei Hunden und die beiden Tagesmütter. Sie verbringen mit ihren Schützlingen, wenn es das Wetter zulässt, jeden Vormittag draußen in der Natur.

Der Wald ist ein Lebensraum, der unendlich viele Möglichkeiten zum Spielen und Entdecken bietet. Es gibt nichts, was man hier nicht lernen kann. Sie sammeln Stöcke und Bastelmaterialien, suchen Spuren, lernen die heimische Pflanzen- und Tierwelt kennen, balancieren auf gefällten Bäumen und begreifen wortwörtlich die Natur mit allen Sinnen. Dabei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Baumstümpfe werden zu Eisdielen, Lichtungen zu Schiffen. Sie haben Fixpunkte im Wald, die sie immer wieder ansteuern. Winterjacken, dicke Matschhosen, Handschuhe, Mützen, Schals gehören in dieser Jahreszeit zur täglichen Basisausstattung der Waldtageskinder. Sie frieren bestimmt nicht.

 

Stadt Maintal unterstützt Unicef mit einer großzügigen Spende:

Obwohl in diesem Jahr auf Grund von Corona der beliebte Weltkindertag in Maintal nicht stattfinden konnte, hat sich die Stadt im Dezember entschlossen, eine Spende in Höhe von 1.000 Euro an Unicef Deutschland zu überreichen. Traditionell wird die Hilfsorganisation von den am Fest beteiligten Ständen mit mindestens der Hälfte ihres Gewinns bedacht. Das Organisationsteam vom Fachdienst Kinder- und Familienfreundliche Kommune war sich daher schnell mit der Magistratsspitze einig, stattdessen einen Teil der nicht verausgabten Gelder für die Durchführung des Weltkindertages an Unicef zu spenden. Die Maintaler Spende wird deshalb zeitnah in Winterkleidung für Flüchtlingskinder in Moria umgesetzt.

 

Stadtleitbildgruppe und Kita-Kinder schmücken Christbaum am Mainufer:

Christbaumschmuck zu basteln und den Tannenbaum zu schmücken, zählt vor allem für Kinder zu den Traditionen, die den besonderen Zauber der Weihnachtszeit prägen. Das Vergnügen, einen Christbaum an einem ganz besonderen Ort zu schmücken, hat die Stadtleitbildgruppe Mainufer Kinder der Kita Wingertstraße beschert. Am Montag, dem 14. Dezember, konnte eine Kindergarten-Gruppe gemeinsam mit den Paten der Stadtleitbildgruppe einen Tannenbaum am „Rosengärtchen“ am Dörnigheimer Mainufer, zwischen Karl-Leis-Straße und Fischergasse schmücken. Dabei wurde der Schmuck, der den Open-Air-Weihnachtsbaum ziert, von den Kindern selbst gebastelt: Engel aus Tannenzapfen, Sterne aus Glanzpapier, Bäumchen aus bunt angemalten Eisstielen und ausgeschnittene Schneeflocken wurden von den Kindergarten-Kindern fleißig an den Baum gehängt. Natürlich durften auch die klassischen Christbaum-Kugeln nicht fehlen.

 

 

 

Vereine und Organisationen

 

70 Jahre Sozialverband: VdK Bischofsheim kämpft um Mitglieder:

Der Ortsverband Bischofsheim des „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“ wurde 1949 gegründet. Rund 370 sind es heute im VdK Bischofsheim. Nach ein paar Jahren ziemlicher Wirkungslosigkeit und dem Rücktritt des kompletten Vorstands 2015 hat der Ortsverband mittlerweile wieder einen, wenn auch unterbesetzten, so doch funktionierenden Vorstand. Hiltrud Bräuer steht an der Spitze. Sie gehört mit 59 Jahren zu den „Jungspunden“ in diesem, gemessen am Durchschnittsalter der Mitglieder, doch sehr alten Verein.

Der Sozialverbands VdK kümmert sich um die sozialen Interessen seiner Mitglieder, deren Zahl ja nicht von ungefähr kommt. Heute ist er fast wichtiger denn je, in Zeiten, wo an allem gespart wird, vor allem an den Unteren der Gesellschaft Der VdK trifft sich regelmäßig jeden dritten Samstag im Monat ab 15 Uhr zu seinen Info-Nachmittagen im Stadtteilzentrum Bischofsheim (übrigens offen für alle Bürger).

 

Neue Zugpräsidentin: Narren huldigen Katja I.

Am zweiten Sonntag im Januar wurde in der Turnhalle der Turngemeinde Dörnigheim Katja Lanio

als neue Zugpräsidentin 2020 des Karnevalszugvereins Maintal vorgestellt. Sie hörte auf den närrischen Namen „Katja die Erste“ und ist „Liebliche Prinzessin, Jongleurin über Getränke aller Art und begnadete Fürstin der phantasievollen Malerei“. Gegen 14 Uhr wurde sie feierlich von „Papa Lanio“, dem Vorsitzenden des Karnevalszugvereins feierlich auf den Thron gehoben. Feierlich heißt: wie Narren eben feiern. Mit Pomp, Tätäää, Narhallamarsch und lautem Helau! Katja I. tritt in die Fußstapfen von Andreas Haupt, der als „Andreas I.“ in der vorherigen Sitzungsperiode due Krone und das Zepter trug und sich am Sonntag gebührend verabschiedete.

 

Organisatorenteam der Wachenbucher Kerb spendet 18.500 Euro:

Die Traditionsveranstaltung stand im Jahr 2019 vor dem Aus, da sich kein Verein oder eine GbR bereit erklärt hat, die Ausrichtung zu übernehmen. Es fand sich aber eine Gruppe engagierter Kerbbefürworter, die nach Wegen gesucht hat, um die Kerb doch noch durchzuführen. Auch die SKG wurde kontaktiert und mit in die Überlegungen einbezogen. Es wurden rechtliche und steuerliche Aspekte geprüft und die SKG-Satzung aktualisiert. Nach all diesen Recherchen haben der Vorstand und die Mitgliedsvereine zugestimmt, die Kerb 2019 unter ihrer Regie durchzuführen.

Bei der Kerb 2019 wurde nach vielen Jahren auch wieder ein Familiennachmittag veranstaltet. Die Jugendgruppen vom Blasorchester, Bulldogs, Feuerwehr, Kewa und der Freien Turnern haben das Programm gestaltet und die Landfrauen haben Kaffee und Kuchen angeboten. Den Verkaufserlös haben die Landfrauen ebenfalls gespendet.  Die SKG hat diese Spende aufgestockt und im Herbst den ausrichtenden Jugendgruppen je eine Spende von 500 Euro überwiesen.

Im vergangenen Sommer haben sich Sven Ebert, Patrick Fitz, Yannick Schmidt und Timo Stein zusammengetan, Unterstützer gesucht und dafür gesorgt, dass es 2019 eine Kerb im kleinsten Maintaler Stadtteil gab. Nach der erfolgreichen Veranstaltung am zweiten Wochenende im August, gab es am vergangenen Wochenende erneut Grund zum Feiern: Erstmals wurden die Erlöse der Kerb an Maintaler Vereine und Institutionen gespendet. Insgesamt 18.500 Euro sind zusammengekommen, die das Organisatorenteam unter anderem an den Förderverein der Büchertalschule, an Kitas, das Blasorcherster und die Freie Turnerschaft Wachenbuchen übergab. Insgesamt 14 Vereine, Institutionen und Projekte bedachten die Kerb-Organisatoren mit jeweils mindestens 500 Euro. Die größte Spende erhielt mit 3.000 Euro der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Hanau. Ein weiterer Teil des Umsatzes kommt der Kerb selbst zugute. Es werden Ausstattungsgegenstände für zukünftige Kerbveranstaltungen oder Feste der Sport- und Kulturgesellschaft angeschafft.

 

Viel Stimmung bei der Kindersitzung im Hochstädter Bürgerhaus:

Nach den elf Paukenschlägen eröffnen im Februar die beiden Sitzungspräsidenten Till Kaiser und Christopher Weber die Käwern-Kindersitzung. Sie begrüßen den Elferrat und das Hochstädter Kinderprinzenpaar, Prinz Gianluca I. und seine Prinzessin Denise I., auf der Bühne. Nach ihrer witzigen Begrüßungsrede nehmen die Tollitäten und der Elferrat ihre Plätze ein, denn das Programm kann nun beginnen.

An diesem Mittag bekommt das Publikum eine tolle Show geboten. Die Junggarde eröffnet die Sitzung mit einer atemberaubenden Polka und präsentiert im zweiten Teil noch ihren Showtanz mit dem Motto Schulträume, bei dem Schülerinnen und kunterbunte Monster die Bühne unsicher machen. Ein wahrer Augenschmaus ist der Auftritt der riesigen Maxigarde. 23 Mädchen und ein Junge haben lange trainiert, damit sie heute ihren pfiffigen Gardetanz fehlerfrei vortanzen können. Die jüngsten Kinder der Minigarde tanzen zu der Musical-Musik von Mary Poppins. Im Laufe des Nachmittags folgen einige musikalische Einlagen wie die Mitmachlieder „Der Gorilla mit der Brille“ und „Die bunte Kuh“, das Zwergenlied „Droben auf dem Berg“, und spätestens bei der „Hüttengaudi“ gibt es für die Narren kein Halten auf den Plätzen. Am Dienstag, 25. Februar, gibt es ab 14.30 Uhr beim Kinderfasching der Käwern ein Wiedersehen mit den jüngsten Garden und dem Kinderprinzenpaar.

 

Bürgermeisterin verkündet: Maintaler Karnevalsumzug abgesagt:

Nachdem in der Nacht vom 19. Februar zehn Menschen in Hanau durch einen Terrorakt umgebracht wurden, hat Bürgermeisterin Monika Böttcher verkündet, dass der diesjährige Karnevalsumzug abgesagt wurde. Grund hierfür seien der Respekt gegenüber dem Opfer aus Maintal und die Sicherheit der Bürger. Unter den Opfern des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau befanden sich auch ein Maintaler Bürger.

Der Karnevalszug-Verein Maintal als Veranstalter des Faschingsumzugs wurde am Freitagmittag umgehend vom Magistrat über dessen Beschluss informiert. Er nimmt man diese Neuigkeit mit wenig Verständnis auf und kündigte an, gegen die Entscheidung vorgehen zu wollen  Zum Empfang, der gewöhnlich nach dem Zug stattfindet, hat der Karnevalszug-Verein-Maintal am Faschingssamstag dennoch gegen 15 Uhr in der Gaststätte „Treffpunkt“ in der Philipp-Reis-Straße eingeladen. Rolf Lanio erklärte, es sei ist alles vorbereitet, das Essen eingekauft. Außerdem erwartete man langjährige Freunde, die „Kerrlocher Schnapp-Säck“ aus Waghäusel.

Am meisten aber ärgert sich Rolf Lanio darüber, dass er nicht in die Gespräche eingebunden worden sei, sondern erst sehr spät, am Freitagabend, davon erfahren hätte. „Es ist unverantwortlich, einen Zug so spät abzusagen.“ Er habe alle Mühe gehabt, per Telefon und Mail die Teilnehmer zu informieren.

Wie Monika Böttcher auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, sei es nicht korrekt, dass der KVM nicht in die Gespräche integriert worden sei und erst am Abend von der Absage erfahren habe. „Nach bereits am Tag zuvor bei der Polizei gestellter Nachfrage, erhalte ich [am Freitag] die Bestätigung, dass eines der Todesopfer ein Maintaler Bürger ist. Es folgt ein ausführliches Telefonat mit dem Vorsitzenden des KVM, in dem er über die aktuelle Situation informiert wird. Eine gemeinsame Lösung, beispielsweise durch Verlegen des Umzugs, wird von ihm abgelehnt.“ Nach intensiven Beratungen mit der Ordnungsbehörde und der Polizei und unter Abwägen aller Risiken und Konsequenzen sei schließlich die Entscheidung gefallen, dass die Stadtspitze die Erlaubnis zur Durchführung des Umzugs widerruft. „Darüber habe ich den Vorsitzenden des KVM in einem Telefonat gegen 13.30 Uhr persönlich - zusammen mit dem Ersten Stadtrat -- informiert. Der KVM wurde als Erstes informiert. Danach erfolgte die Veröffentlichung an die Presse und die Stadtverordneten.“

 

Bürgerstiftung Maintal erhält erneut Gütesiegel:

Ein Musikprojekt, bei dem Vorschulkinder mit Senioren zusammengeführt werden, bunte, insektenfreundliche Wildgärten auf dem gesamten Stadtgebiet und der traditionelle „Maintal-Kalender“: Die Aktionen und Projekte der Bürgerstiftung Maintal sind ebenso vielfältig und breit gefächert. „Für die Umsetzung unserer Projekte sind wir auf Spenden angewiesen“, sagt Vorsitzender Wolfgang Zander. Um für mehr Transparenz für die Spender zu sorgen, wurde die Bürgerstiftung im Februar erneut mit dem „Gütesiegel für Bürgerstiftungen“ ausgezeichnet. Bereits zum dritten Mal erhält die Stiftung die Auszeichnung vom Bundesverband Deutscher Stiftungen. Um das Gütesiegel zu erhalten, musste manr unter anderem nachweisen, dass man gemeinnützig und politisch und wirtschaftlich unabhängig ist.

Elf Mitglieder engagieren sich derzeit in der Bürgerstiftung. Der Vorstand hat vier Mitglieder, das Kuratorium sieben. Gegründet wurde sie 2008, die Geburtsstunde geht aber zurück auf das Jahr 2006. Ein Vertreter der „Stiftung Mitarbeit“ in Bonn gab damals während einer Fortbildungswoche für die städtischen Mitarbeiter mit seinem Vortrag zum Thema „Förderung des bürgerschaftlichen Engagements“ den entscheidenden Impuls. Die städtischen Fachbereichsleiter Herbert Begemann und Frank Krause erarbeiteten daraufhin ein Konzept zur Gründung der Bürgerstiftung Maintal.

In den vergangenen zwölf Jahren haben die Mitglieder rund um Zander zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt – einige davon sind mittlerweile sogar zu Tradition geworden, wie etwa der Maintal-Kalender, den die Stiftung zum zehnten Mal aufgelegt hat.

Aber die Mitglieder erarbeiten auch immer wieder neue Projekte. „Für dieses Jahr ist ein Lesebank-Projekt geplant“, so Zander. Zunächst in Bischofsheim sollen Sitzbänke zum Verweilen und Lesen einladen. Für dieses Projekt arbeitet die Bürgerstiftung eng mit der Interessengemeinschaft IG Boule zusammen, die den Festplatz in Bischofsheim aufwerten und dort einen Bürgerpark ansiedeln möchte.

 

Behindertenbeauftragte: Monika Klein-Lehmann hat viel erreicht:

Die 70-Jährige Monika Klein-Lehmann setzt sich seit 17 Jahren mit großem Engagement dafür ein, dass Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Mobilität und Selbstständigkeit für Menschen mit Behinderungen in Maintal einfacher werden. Schwierigkeiten sollen nach Möglichkeit vermieden, überwunden oder abgemildert werden, schreibt sie im Jahresbericht. Sie selbst pendelt regelmäßig zwischen Maintal, der Pfalz und ihrem Feriendomizil in Italien hin und her.

Dank eines guten technischen und planerischen Verständnisses fällt es der Behindertenbeauftragten tatsächlich leicht, auf öffentliche Bauvorhaben einen kritischen Blick zu werfen und Vorschläge zu machen, damit Menschen mit Handikaps die Nutzung erleichtert wird. Fast alle Bushaltestellen sind inzwischen barrierefrei. Klein-Lehmann berät nicht nur die städtischen Gremien, sondern auch Menschen mit Behinderung. Sie gibt telefonisch Auskunft und weist den Weg. Die Anträge stellen und Formulare ausfüllen müssen die Menschen in der Regel aber selbst, nur in Ausnahmefällen kann sie Hilfestellung leisten.

Damit Parkflächen, Radwege, Bushaltestellen und Überquerungen für Menschen mit Einschränkungen in sinnvoller Lage und mit deutlicher Kennzeichnung gebaut werden, nimmt die Behindertenbeauftragte mit ihrem Rollstuhl zahlreiche Termine mit Privatpersonen und Behörden vor Ort wahr.

 

Allgemeiner deutscher Fahrradclub:

Seit mehr als zwei Jahren gibt es eine Ortsgruppe des allgemeinen deutschen Fahrrad­clubs in Maintal. Diese Mitglieder setzen sich für die konsequente Förderung des Fahrradverkehrs in Maintal ein und haben auch schon einige Anliegen umsetzen können. Einmal im Monat treffen sich die Mitglieder des AFDC im Stadtteilzentrum in Bischofsheim und diskutieren über die Anliegen. Das Ziel ist es, die Infrastruktur in ganz Maintal und die Verkehrssicherheit für Fahrradfahrer zu verbessern und dabei auch ein kompetenter Ansprechpartner für die Stadt zu sein. Zudem engagiert sich der ADFC auch ehrenamtlich. Vergangenes Jahr konnten einige Einnahmen durch das Codieren von Fahrrädern eingenommen werden.

Mehrere Projekte wurden in Maintal bereits verwirklicht. Man schenkte der Stadt die Fahrradständer für das Stadtteilzentrum. Bis die Montage durch die Stadt dann erfolgte und die neuen Fahrradständer standen, dauerte es bis vergangenem November. Trotzdem gibt es noch vieles zu erarbeiten in Maintal, sagen die Mitglieder des ADFC. Vor allem wenn es um die Sicherheit für Fahrradfahrer geht. Beispielweise fordert der ADFC schon seit Langem einen Fahrradstreifen in der Berliner Straße in Dörnigheim.

 

Verein „Tischlein Deck Dich“ bittet um Spenden für Kinder:

Ehrenamtlich im Einsatz gegen Kinderarmut in Maintal ist der VdK-Ortsverband Dörnigheim mit seiner Aktion „Tischlein Deck Dich“. Aus satzungsrechtlichen Gründen wurde vom VdK im Frühjahr 2012 ein separater Verein mit dem Namen „Tischlein Deck Dich e.V.“ in Maintal gegründet. In Deutschland muss zwar niemand verhungern, aber dennoch ist es wichtig, auf die Situation der ärmeren Schicht aufmerksam zu machen. Tischlein Deck Dich e.V. möchte finanziell für die Speisen und die Hausaufgabenbetreuung einstehen. Daher unterstützt der Verein seit nunmehr fast zehn Jahre das Jugendzentrum der evangelischen Kirchengemeinde in Dörnigheim, damit für betroffene Kinder täglich ein kostenloses Mittagessen bereitgestellt werde: Anschließend erfolgt noch eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, damit die Kinder auch schulische Erfolge erzielen können (3. März).

 

Turnier-Tanz-Club Fortis Nova:

„Der Tanzsportclub für Kinder, Jugendliche und Junggebliebene in Maintal und Umgebung“, so lautet einer der Leitsätze des Turnier- Tanz-Clubs Fortis Nova, der dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiert und auf eine ereignisreiche Zeit zurückblickt. Mit 70 Gründungsmitgliedern begann die Reise vor zehn Jahren. Damals war Nicole Giersbeck noch Trainerin bei einem anderen Tanzsportverein. Als sich dieses Arbeitsverhältnis auflöste, die Eltern allerdings Giersbeck weiterhin als Trainerin ihrer Kinder behalten wollten, entstand die Idee, einen eigenen Verein zu gründen. Mit ihrem Ehemann zusammen und der Unterstützung vieler Eltern entstand der, der Turnier-Tanz-Club Fortis Nova Maintal, der mittlerweile mehr als 200 Mitglieder zählt. 

Für Nicole Giersbeck und ihren Mann Marc Becker, die selbst ein Turniertanzpaar sind, stand von Anfang an fest, dass sie ihre Erfahrungen nutzen wollen, um in ihrem Verein Turniertanzpaare zu etablieren. Als Tanzpaar machten Nicole Giersbeck und Marc Becker ihr Debüt im Jahr 1993. Seitdem konnten sich die beiden zu einem der erfolgreichsten Tanzpaare der Welt etablieren. Fast jedes Wochenende sind sie auf Turnieren auf der ganzen Welt unterwegs und konnten sich einen Platz in den Top 10 auf der Weltrangliste festigen. 

In diesem Jahr fand zum ersten Mal ein „Schulball“ an der Albert-Einstein-Schule statt. Schon seit einigen Jahren besteht eine Kooperation zwischen dem Bischofsheimer Gymnasium und dem TTC. Es gibt drei Tanzgruppen, die Nicole Giersbeck in der Schule leitet. In den Jahren 2017 und 2018 konnten die Schüler bei dem Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ zweimal hintereinander die deutsche Meisterschaft in der eigenen Turnhalle für sich entscheiden. Ein Turnier im Jahr reicht den Schülern allerdings nicht.

 

Käwern beenden traditionell die fünfte Jahreszeit:

Wenn die Käwern die fünfte Jahreszeit beenden, dann stets mit viel Musik, guter Stimmung und Heringssalat mit Pellkartoffeln. Nach einer kurzen Begrüßung präsentierte die Käwern-Junggarde noch einmal ihre Polka. Gleich danach durfte das Heringsgeschwader ausschwärmen. Bewaffnet mit prall gefüllten Schüsseln wurde nun den hungrigen Gästen der heißersehnte Heringssalat mit Pellkartoffeln serviert. Da der Fisch schwimmen muss, konnten direkt an der Bar die ersten Verdauungsschnäpse geordert werden. 

Nach dem Essen wurden dann die ersten Kalorien auf der Tanzfläche abtrainiert. Zwischendurch hatte der erste Vorsitzende die Aufgabe, verdiente Käwern zu ehren. Kara Röll wurde mit der Silbernen Flamme geehrt, und gleich zehnmal ist die Goldene Flamme verliehen worden. Eine besondere Ehre ist Thomas Schmidt zuteil geworden. Er wurde zum Ritter geschlagen und darf von nun an das Goldene Vlies tragen. Im Rahmen der Ehrungen bat Norbert Worret zwei weitere fleißige Käwern auf die Bühne: Michael Kolb und Uli Werner haben für die 111-Jahr-Feier im Käwernhof einen Weinstand gebaut, der nun bei allen Festen genutzt werden kann. Als kleines Dankeschön erhielten die beiden ein Weinpräsent. 

Dann wurde es wieder Zeit für Musik. Die jüngste Gesangsgruppe, die Ladybugs, heizten mit ihrem Schlagermedley die Stimmung der Gäste so richtig an. Und DJ Arno Rackow faszinierte die Gäste nicht nur mit seinem musikalischen Programm, sondern auch mit seinen gekonnten Gesangseinlagen. Dann kündigte sich der traurige Höhepunkt des Abends an, der Abschied des Prinzenpaares. Prinz Alexander I. und seine Prinzessin Shaneequa I. finden sich auf der Bühne – oder vielmehr in ihrem Wohnzimmer, zu einem gemütlichen Abend ein. Prinz Alexander genießt ein Football-Spiel auf seiner Play-Station und Prinzessin Shaneequa freut sich auf eine leckere Pizza. Schon während der Kampagne erfreuten sie das Publikum mit ihren Gesangseinlagen. 

 

Traditionelles Heringsessen der FDP:

Die Veranstaltung an Aschermittwoch stand unter dem Eindruck der jüngsten Ereignisse in Hanau, für die eine Gedenkminute eingelegt wurde. Dann wurde über die aktuelle Politik in der Stadt gesprochen. Vorsitzender Gerhard sagte: „Anstatt mit recht geringem Aufwand die städtischen Gebäude zu erhalten und die damit eingesparten Mittel zur Unterstützung der Vereine und notwendige Investitionen beispielsweise im Straßenbau zu verwenden, will Frau Böttcher ein neues Rathaus, ein großes Dienstleistungszentrum mit Parkhaus, ein neues Hallen- und Freibad, ein neues Bürgerhaus, eine neue Feuerwehrstation, noch zwei neue Kitas, einen neuen Betriebshof und mehrere Neubaugebiete in wenigen Jahren herstellen!“

Man könne beispielsweise den Bürgerhaus-Neubau in Bischofsheim gut auf lange Zeit verschieben, nur ein Hallenbad neu bauen und die bestehenden öffentlichen Gebäude wie Rathaus und Feuerwehrstationen durch Sanierungen langfristig erhalten. 

Hauptredner des Heringsessens war der stellvertretende Kreisvorsitzende der FDP Main-Kinzig, Professor Dr. Joachim Fetzer. Seine klare Botschaft an die Zuhörer in den Mittelpunkt seiner Ausführungen: „Mitwirkung ist keine Alleinherrschaft“. Fetzer verdeutlichte außerdem, dass nicht alles von den Parteien allein zu entscheiden sei. So sei es Aufgabe der Bürgermeisterin als Behördenleiterin, über die Absage des Karnevalsumzugs zu entscheiden.

 

Letzter Hilfe-Kurs in Maintal: Ambulanter Pflegedienst will Sterbende einfühlsam begleiten

Sterben als Tabuthema – das muss nicht sein, findet Bettina Petry. Sie ist Leiterin des städtischen ambulanten Pflegedienstes MSHD und weiß aus Erfahrung, wie verunsichert und mitunter auch ängstlich Angehörige sind, wenn es um die Sterbebegleitung eines geliebten Menschen geht. Ein Letzte Hilfe-Kurs am Samstag, 21. März, von 10 bis 14 Uhr im Sitzungssaal des Maintaler Rathauses vermittelt Grundwissen und möchte Mut machen, Sterbende auf ihrer letzten Reise zu begleiten.

Entwickelt hat das Konzept der Palliativmediziner Georg Bollig. Er knüpft damit an die Idee der Ersten Hilfe-Kurse an. Während Erste Hilfe bei akuten Verletzungen und Erkrankungen das Überleben der Betroffenen sichert, geht es bei der Letzten Hilfe darum, das Leiden von lebensbedrohlich Erkrankten zu lindern und ihre Lebensqualität zu erhalten. Damit ist beiden Kursen eine humane Haltung und die Bereitschaft, anderen Menschen in Not beizustehen, gemeinsam. 

Der Letzte Hilfe-Kurs richtet sich an interessierte Bürger und soll Informationen rund um die Begleitung Schwerkranker in ihrer letzten Lebensphase vermitteln. So können Ängste genommen oder gemindert werden, um den Weg für ein friedliches Sterben zu Hause, umgeben von Familie und Freunden, zu ermöglichen. Früher war das normal, heute ist das leider selten geworden und hat den Tod zum Tabu gemacht. Weitere Inhalte sind Möglichkeiten der Schmerzlinderung und Überlegungen, wie der Abschied gestaltet werden kann. 

Außerdem werden verschiedene Hilfsnetzwerke vorgestellt und ausführlicher erläutert, was nach dem Versterben zu beachten ist. Auch Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht werden angesprochen, und natürlich bleibt Raum für Fragen. Die Leitung des Kurses übernimmt Bettina Petry gemeinsam mit zwei Mitarbeitern des MSHD. Die Teilnahme kostet 15 Euro. Möglich macht diesen geringen Beitrag ein Zuschuss des Main-Kinzig-Kreises, der damit unterstützen möchte, dass pro Kommune ein solcher Letzte Hilfe-Kurs angeboten wird.

 

Anpfiff für Integration und Respekt: Fußball-Turnier für Geflüchtete

Der Verein „Freunde Maintal“ hat im März ein Fußball-Turnier organisiert. Der Clou: Es treten ausschließlich Mannschaften an, die sich aus Geflüchteten zusammensetzen. Philipp Eibelshäuser, der Leiter und Organisator des Turniers, ist sichtlich zufrieden mit den Spielen.

Mehmet Bagci findet selbst im Training feste Regeln wichtig.  Aber er ist nicht nur einfach Fußballtrainer, sondern auch Mentor. „Nach und nach habe ich so viel Entwicklungen bei jedem Einzelnen gesehen. Die Sprachkenntnisse wurden viel besser und der Umgang miteinander auch. Mit der Zeit haben einige jetzt auch einen Ausbildungsplatz bekommen, das ist schön zu sehen“, erzählt Bagci stolz. Der Spaß soll natürlich im Vordergrund stehen, aber in seinem Training gibt es auch feste Regeln. „Sie dürfen nur Deutsch sprechen und müssen achtsam miteinander umgehen“. Preise gab es am Ende für alle Mannschaften. In den Teams herrscht Einigkeit darüber, dass alle gerne wieder an einem solchen Turnier teilnehmen würden.

 

Neue „Wohnung" für Turmfalken-Paar:

Die Maintaler Ortsgruppe des Naturschutzbundes hat am Montag mit Hilfe der städtischen Feuerwehr im März den etwa 30 Jahre alten, kaputten Nistplatz an der nördlich des Weinberghofs gelegenen Feldscheune in Hochstadt gegen einen neuen ausgetauscht. Um die in zirka neun Meter Höhe angebrachte alte Vorrichtung abzumontieren und durch einen neuen Nistkasten zu ersetzen, rückte die Feuerwehr Maintal mit einem Drehleiterfahrzeug an. Nachdem die Ortsgruppe von Spaziergängern darauf aufmerksam gemacht worden war, dass der alte Holzkasten vermutlich in Folge des Sturmtiefs „Sabine“ nicht mehr intakt sei, organisierte die insbesondere in Sachen Vogelschutz aktive Gruppe eine neue Lösung.

Ungefähr acht Brutpaare der Turmfalken sind in und um Maintal zu Hause, erklärte Ortsgruppen-Mitglied Heinz Hausotter. In Hochstadt niste ein Paar der Greifvogelart im Kirchturm, das andere nutze den nun erneuerten Nistkasten.  Nun hofft die Maintaler Nabu-Ortsgruppe, dass sich das Turmfalken-Paar auch im neuen Nistkasten niederlässt. Eine Vorkehrung hat Georg Spielberger dafür schon getroffen: Eine Bodenschicht aus dem alten Nistkasten hat er als Grundlage in den neuen gestreut, in der Hoffnung, dass das Turmfalken-Paar den neuen Brutplatz an der gleichen Stelle besser annimmt.

 

Musik-Corps Bischofsheim und Erich-Kästner-Schule vertiefen ihre Zusammenarbeit:

Das Musik-Corps Bischofsheim hat Anfang April seit zwei Wochen nicht mehr gemeinschaftlich geprobt und auch mindestens für die nächsten drei Wochen ist keine Änderung in Sicht. So sah sich der Vorstand um den Ersten Vorsitzenden Gerald Vandamme auch dazu gezwungen, das für den 25.April angesetzte Frühjahrskonzert im Bürgerhaus Bischofsheim abzusagen. Der Verein freut sich gleichzeitig über eine stetig wachsende Zusammenarbeit mit der Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim. Bereits im letzten Jahr sind hier erste Ideen für gemeinschaftliche Aktivitäten entstanden und durch einige Spenden und den unermüdlichen Einsatz der Jugendwartin Joy Coulton ist es dem Verein gelungen, den Musikerinnen und Musikern der Bläser AG der EKS einige Notenwerke zu übergeben. Diese würden jetzt sowohl durch die Bischofsheimer Schule als auch von den Nachwuchsmusikern des Musik-Corps einstudiert und sollen dann im Rahmen eines Gemeinschaftsauftritts zusammen präsentiert werden.

 

Atemschutzmasken mit Vereinslogo als Marketingaktion der HSG:

Bei der Handballsportgemein­schaft Maintal stehen seit gut sechs Wochen alle Räder still. Doch dort hatte man nun eine neue Marketing-Idee. Da den Handballern durch den vorzeitigen Saisonabbruch einerseits wichtige Einnahmen fehlen und andererseits der Bedarf nach Gesichtsmasken groß ist, bietet die HSG gegen eine Spende nun mit dem Vereinslogo bedruckte Masken an. Ab dieser Woche auch für die Maintaler Bürger eine weitgehende Maskenpflicht gilt, kam das aus Team auf die Idee, HSG-Fans mit Masken zu versorgen – und zwar mit dem Logo der HSG Maintal. Ein guter Bekannter vom Schlüsseldienst am Hessen-Center bedruckt auch immer die Trikots, und da dachten man sich, dass das mit Masken ja eigentlich auch gehen müsste.

 

Maintaler Vereine sind unterschiedlich hart von der Corona-Krise getroffen:

Die Pandemie hat einige Vereine schwerer getroffen als andere. An gemeinschaftlichen Sport, ist aktuell nicht zu denken: Die Sportstätten sind geschlossen, der Spielbetrieb eingestellt, die jeweiligen Wettbewerbe wurden entweder vorzeitig abgebrochen oder aber vorerst ausgesetzt. einkalkulierte Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten und der Bewirtung in der Halle fallen weg. Fixkosten laufen weiter, aber die Gaststätte ist zu, Veranstaltungen sind abgesagt, es fehlen also die üblichen Einnahmen.

Auf lange Sicht könnten sich jedoch zum Beispiel für den gesamten Squash-Sport in Deutschland große Probleme ergeben, schließlich sind die allermeisten Anlagen kommerziell betrieben und in den vergangenen Wochen ohne Einnahmen geblieben. Sie würden die Anlagen ihren Betrieb einstellen müssen, stünde Squash womöglich generell auf der Kippe.

 

Maintaler Tafel:

Die Lebensmittelausgabe an der Dörnigheimer Neckarstraße gibt es seit 16 Jahren, zunächst unter dem Namen „Nahrungsquelle“. Rund 450 Haushalte und fast 1.400 Personen werden heute pro Monat mit frischen Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Insgesamt engagieren sich Ende Janaur rund 100 Ehrenamtliche bei der Tafel. Dabei hat Corona auch die BHM vor große Herausforderungen gestellt. Die meisten der 70 bis 100 freiwillig Engagierten sind Seniorinnen oder Senioren und zählen damit selbst zur Risikogruppe. Doch angesichts des logistischen und organisatorischen Aufwands – von der Einholung über die Sortierung bis hin zur Ausgabe – sei niemand verzichtbar. Zumal die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln zusätzlich einen höheren personellen Aufwand mit sich bringe. Derzeit erfolgt die Ausgabe dienstags von 15 bis 17 Uhr, mittwochs von 19 bis 20 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr in der Neckarstraße 13 des Stadtteils Dörnigheim

Von den rund 100 Helfern sind nur noch 40 geblieben – einer der Gründe, weshalb die Lebensmittelausgabe der Bürgerhilfe Maintal seit Mitte März geschlossen ist. Doch jetzt nimmt das Team wieder seine Arbeit auf, die erste Ausgabe ist für Mittwoch, 22. April, geplant. Der Leiter Wolfgang Kampe sucht noch dringend ehrenamtliche Helfer. Gesucht werden Ehrenamtliche für alle Bereiche der Tafel-Arbeit: Beim Einsammeln der nicht mehr handelsfähigen Ware in Maintaler Supermärkten, beim Vorsortieren und letztlich bei der Ausgabe der Nahrungsmittel.

Durch die Corona-Krise rechnet das Team auch mit einem größeren Ansturm auf die Tafel, denn viele Haushalte geraten durch den Verlust des Arbeitsplatzes oder durch Kurzarbeit in finanzielle Schieflage. Die Ausgabe wird räumlich getrennt. Freitags verteilt das Team die Lebensmittel von 15 bis 17 Uhr wie gewohnt im Haus der Bürgerhilfe, Neckarstraße 13 in Dörnigheim. Und mittwochs findet die Ausgabe nun von 10 bis 12 Uhr im Kinder- und Jugendhaus Bischofsheim, Bertha-von-Suttner-Weg 2, statt. In der Neckarstraße werden die vorsortierten und fertig gepackten Waren nur noch aus dem Fenster ausgegeben. Und in die neuen Räume in Bischofsheim, die ein wenig mehr Platz bieten, wird immer nur eine Person zur Ausgabe hineingelassen.

Sechsmal pro Woche sind die Ehrenamtlichen der Tafel im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um Lebensmittel in Supermärkten einzusammeln. Doch der Wagen, den sich der Verein vor rund elf Jahren für diese Zwecke zugelegt hat, gibt langsam, aber sicher den Geist auf. Die Tafel benötigt deshalb dringend Ersatz. Die Idee: Bei den kurzen, innerstädtischen Wegen würde sich ein E-Auto anbieten. Dieses Vorhaben bezuschusst die Stadt Maintal nun mit 10.000 Euro. Neben dem E-Auto, das Tafel-Leiter Kampe bereits bei Mercedes bestellt hat und das voraussichtlich im April geliefert wird, verfügt das Team noch über ein Kühlfahrzeug.

Das bestellte E-Auto kostet - nach Abzug eines rund 30-prozentigen Hersteller-Rabatts - rund 43.000 Euro. Aus der Pfandstiftung des Discounters Lidl erhält die Maintaler Tafel zudem einen Zuschuss in Höhe von 20.000 Euro; hinzukommen laut Kampe noch 2.000 Euro staatliche Prämie, die es als Zuschuss beim Kauf eines E-Autos gibt. Der Tafel-Dachverband gibt noch einmal 800 Euro. Der Globus-Marktgibt 5.000 Euro. So erhält die Tafel, die laut Satzung selbst keinerlei Einnahmen generieren darf, aus verschiedenen Töpfen Zuschüsse von insgesamt rund 33.000 Euro. Für die restlichen 10.000 Euro sind Kampe und sein Team bereits in Gesprächen mit weiteren möglichen Sponsoren.

Ein vollelektrisch betriebener Mercedes Benz „eVito“-Transporter mit rund 150 Kilometern Reichweite ist am 26. August von der Mercedes Benz AG Frankfurt an die Bürgerhilfe Maintal als Betreiber der sozialen Einrichtung für Bedürftige offiziell übergeben worden.

Finanziert wurde das nagelneue E-Mobil, das ein in die Jahre gekommenes Vehikel ersetzt und das zweite in der kleinen Transporterflotte der Bürgerhilfe ist, unter anderem durch die Stadt Maintal mit 10.000 Euro. Weitere Sponsoren sind die Lidl-Regionalgesellschaft Alzenau, deren Filialleiter Cankurt Cetinkaya einen symbolischen Scheck über 20.000 Euro aus einer Pfand-Spendenaktion des Marktes mitgebracht hatte, und

 

Maintaler Ortsgruppe „Frauenselbsthilfe Krebs“ feiert Jubiläum: 40 Jahre:

Die große akademische Feier „40-Jahre Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs“, die für den 5. Mai angesetzt war, musste abgesagt werden. Sie wollten die monatlichen Treffen feiern, die Info-Veranstaltungen, die Ausflüge, die Sportgruppe, das Tanzen, vor allem aber die Freundschaften. Neben den Vorträgen von Medizinern bei Infoabenden ist es vor allem der Austausch in der Gruppe, der Frauen Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Krankheit aufzeigt.

Der Austausch in der Gruppe ist deshalb auch so wertvoll, weil alle ähnliche Erfahrungen teilen. Dennoch ist Krebs nicht immer das dominierende Thema. Nicht bei jedem der Treffen redet man über die Erkrankung, sondern es ist eigentlich eine lustige Truppe, die Ausflüge macht und zusammen etwas unternimmt. Das stärkt den Zusammenhalt und man kann sich dabei ungezwungener unterhalten, als beispielsweise bei einem Info-Abend.

Gegründet hatte sich die Gruppe im Jahr 1980, als die damalige Ortsgruppe des Bundesverbands Frauenselbsthilfe Krebs in Hanau zu groß wurde. Während sich die Hanauer Gruppe jedoch vor einigen Jahren aufgelöst hat, konnten die Maintaler immer mehr Mitglieder dazugewinnen. Und in der Zeit hat sich viel getan, nicht nur, was die Behandlungsmethoden von Krebserkrankungen angeht. Auch das Reden über Krebs hat sich gewandelt. Vor 26 Jahren war das schon eher tabu, über eine Krebserkrankung zu sprechen, auch weil die Überlebenschancen bei Brustkrebs geringer waren. Heute überleben aber über 80 Prozent die Erkrankung.

Seit Anfang des Monats plant die Selbsthilfegruppe wieder erste Treffen im Freien, da hier das Ansteckungsrisiko am geringsten erscheint. „Walk und Talk“ heißt das neue Format, bei dem die Gruppe Spaziergänge zum Plaudern an der frischen Luft anbietet. Der nächste Ausflug geht am 7. Juli in den Staatspark Hanau-Wilhelmsbad. In der Regel kommen 20 bis 30 Frauen zu jeder Veranstaltung der FSH, die Vorträge sind häufig noch besser besucht. Bislang nutzte die Frauenselbsthilfe kostenfrei einen Raum des DRK Maintal. Doch hier können sich aktuell – unter Einhaltung der Abstandsregeln und des vorgeschriebenen Platzbedarfs pro Person – maximal acht Personen aufhalten.

 

Fragezeichen um Hochstädter Weihnachtsmarkt 2020:

Skeptisch blickt Hans-Jürgen Schmitt, Organisator der vorweihnachtlichen Großveranstaltung auf der Hochstädter Hauptstraße, auf das Ende des „Corona-Jahres“ 2020. Seit 40 Jahren zieht der Weihnachtsmarkt alljährlich im Dezember jeweils gut 5.000 Besucher an Samstag und Sonntag unter die Lichterketten und an die Buden auf der Fachwerkstraße. Der Grund, weshalb Schmitt bereits im Hochsommer Alarm schlägt, ist ein sehr einfacher: Eine solche Festivität braucht lange Vorbereitungszeit und Planungssicherheit. Die aber sei aktuell nicht gegeben. Rund 70 Standbetreiber und mehr als 50 Künstler, die sich normalerweise am parallel laufenden Hobby-Künstlermarkt im Bürgerhaus beteiligen, hängen derzeit in der Luft.

Floh- oder Wochenmarkt sind in Hessen derzeit nicht grundsätzlich verboten, solange bestimmte Auflagen erfüllt werden – wie beispielsweise das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung („Maske“) oder das Einhalten eines Mindestabstands von 1,50 Metern zwischen Personen, die nicht dem gleichen Haushalt angehören.

Ein Problem scheint aber der Glühweinstand zu sein, und was wäre ein Weihnachtsmarkt ohne das Heißgetränk? Es dürfte zwar verkauft, nicht aber auch am Stand getrunken oder verzehrt werden. Wo in der engen Fachwerkstraße könnte möglicherweise eine solche „Verzehrzone“ eingerichtet werden? Und halten sich alle dann auch noch, wenn sie den entsprechenden Alkoholpegel haben, an den erforderlichen Mindestabstand?

Eine Überlegung des Vereins ist durchaus, den Markt kleiner zu machen. Etwa beschränkt auf dem Rathaus-Außengelände vor der katholischen Kirche. Oder auch Alkohol grundsätzlich nicht auszuschenken. Aber ein Weihnachtsmarkt ohne Glühwein?

 

Gespräch mit Jürgen Malbrich vom Verein „Tischlein Deck Dich“

Mehr als ein Fünftel aller Kinder in Deutschland sindvon Armut bedroht – mit weitreichenden Folgen für ihre Zukunft. Ihnen fehlt es nicht nur an Geld, sondern vor allem auch an Bildungschancen. Diese Situation wurde durch die anhaltende Corona-Pandemie noch weiter verschärft. Dagegen kämpft der Verein „Tischlein Deck Dich“, den Jürgen Malbrich, Vorstandsvorsitzender des VdK-Ortsverbands Dörnigheim, gegründet hat.

In Dörnigheim gibt es vor allem in der Waldsiedlung viele Kinder, die von Armut betroffen sind. Viele sind auf sich gestellt und haben kein Essen. Hier leben zahlreiche Familien in prekären Verhältnissen, Alleinerziehende und seit 2019 auch viele Migranten. Wir haben damals Kinder gesehen, die sich für ein paar Euro ihr Mittagessen an der Tankstelle oder im Fastfood-Restaurant gekauft haben und beim Jugendzentrum der evangelischen Kirche herumlungerten.

Als wir gefragt haben, warum sie nicht nach Hause gehen, haben sie geantwortet, dass da niemand ist oder dass sie nach der Schule nicht nach Hause können oder wollen, weil die Eltern abwesend, arbeitslos und teilweise krank sind. Daraus ist unsere Idee entstanden, uns um diese Kinder zu kümmern. Und dann haben wir ganz klein angefangen mit vier, fünf Kindern und haben ihnen ein Mittagessen angeboten.

Die evangelische Kirchengemeinde hier in Dörnigheim stellt Räumlichkeiten und Personal in ihrem Jugendzentrum zur Verfügung. Aber wir haben schnell gemerkt, dass es mit dem Mittagessen nicht getan ist. Die Kinder haben die Mitarbeiter gefragt, ob sie ihnen bei den Hausaufgaben helfen können. Dafür hat die Kirche eine Sozialpädagogin eingestellt, die das hauptamtlich macht und von unserem Verein bezahlt wird.

Doch als dann 14 Kinder täglich zusammenkamen, war bei der Kirche räumlich und personell und bei uns finanziell Schluss. Deshalb haben wir 2012 aus dem VdK heraus den Verein „Tischlein Deck Dich“ gegründet. Damit richten wir uns gezielt an Grundschulkinder im Alter von sechs bis zehn Jahren. Natürlich würden die Kinder auch nach der Grundschule weiter zu uns kommen, aber wir mussten hier eine Grenze ziehen, weil die Nachfrage groß und die Warteliste lang ist. Die aktuelle Gruppe kam bis zur Corona-Schließung regelmäßig, das fühlte sich an wie eine kleine Familie.

Der Vorstand des Vereins besteht aus Vorstandsmitgliedern des VdK-Ortsverbands Dörnigheim, die ehrenamtlich Spenden akquirieren. Damit finanzieren wir das Essen und die pädagogische Mitarbeiterin. Das ist oft eine müßige Aufgabe, aber es hat zum Glück bisher gut geklappt. Was uns ermutigt, sind die positiven Rückmeldungen, die wir bekommen, zum Beispiel von den Grundschullehrern.

 

Nostalgie und Verzweiflung: Trägerverein des Heimat-Museums sucht dringend Nachwuchs:

Im ersten Stock des ehemaligen Pfarrhauses in der Hochstädter Hauptstraße dokumentieren über tausend Exponate die Geschichte Maintals. In sieben Zimmern können Besucher hautnah erleben, wie Maintaler im 19. und 20. Jahrhundert gelebt, gearbeitet, gespielt, gefeiert und geschlafen haben. Von Puppen, Geschirr und Wäsche über Apfelpressen bis hin zur kompletten Schuhmacher-Werkstatt und einer Wirtsstube mit Kegeln, Harmonium und Apfelweinregal.  

Vor allem bei älteren Menschen und Kindern sei das Interesse sehr hoch. Jugendliche und die Generation zwischen 40 und 60 besuchten das Museum allerdings leider kaum. Und die Eltern, die mit ihren Kindern kommen, hätten meist keine Zeit, sich zu engagieren, was den Verein vor ein massives Nachwuchsproblem stellt.  Alle Versuche, gezielt jüngere Menschen anzusprechen, schlugen fehl. „Derzeit sind wir 32 Mitglieder, ausschließlich älteren Semesters. Der Vorstand besteht aus nur fünf Leuten. Wenn wir bei der nächsten Mitgliederversammlung keinen zweiten Vorsitzenden wählen können, müssen wir das dem Amtsgericht melden“, beschreibt Ursula Pohl die bedrohliche Situation.

„Die Zukunft des Vereins steht auf der Kippe.“ Hinzu kommt, dass die größtenteils älteren Mitglieder viele Aufgaben nicht mehr stemmen können, im wörtlichen Sinn. Das fängt bei einfachen Instandhaltungsmaßnahmen wie dem Batteriewechsel in den Feuermeldern an der Decke an und hört beim Transport der schweren Maschinen und Möbel, die gerade nicht ausgestellt werden, in den ersten Stock auf. Daher sucht der Verein nicht nur Mitglieder, sondern auch händeringend Unterstützer und Helfer, die zum Beispiel während der Öffnungszeiten die Aufsicht übernehmen.

Exponate, die meist Privatleute dem Verein schenken oder leihen, hat das Museum nämlich mehr als genug. In den Vitrinen, die die Besucher im Erdgeschoss des ehemaligen Pfarrhauses begrüßen, sind daher wechselnde Ausstellungen zu sehen. Auch an Besuchern, nicht nur aus Maintal, mangelt es nicht. Was fehlt, sind passionierte Geschichtsliebhaber und Hobbyhistorikerinnen wie Ursula Pohl, die Zeit in diese Schätze der Maintaler Geschichte investieren (14. September),

 

Ausländerbeirat vertritt unterschiedlichste Anliegen und sucht Kandidaten:

Der Ausländerbeirat ist in multikulturellen Städten wie Maintal das wichtigste politische Gremium, das die Interessen ausländischer Mitbürger vertritt. Dennoch war die Beteiligung bei der letzten Wahl im November 2015 mit 1,62 Prozent so gering wie nie zuvor. Um über den Ausländerbeirat zu informieren und ausländische Bürger zur Beteiligung und zur Wahl zu motivieren, hatte Verena Strub, Integrationsbeauftragte der Stadt, gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen und dem Ausländerbeirat in Maintal Mitte September zu einem Informationsabend ins Bürgerhaus Bischofsheim eingeladen. Dabei standen vor allem die Aufgaben und Herausforderungen des Ausländerbeirats im Mittelpunkt, die von den rund 35 interessierten Besuchern, darunter zahlreiche potenzielle Wähler und Kandidaten, diskutiert wurden

Die nächste Wahl zum Ausländerbeirat findet gemeinsam mit der hessischen Kommunalwahl am 14. März 2021 statt. Bis Anfang Januar muss ein Wahlvorschlag mit mindestens elf Kandidaten stehen. Ansonsten droht die Gefahr, dass das Gremium aus der kommunalen Satzung gestrichen und stattdessen eine Integrationskommission eingesetzt wird.

Es wäre wünschenswert, dass der nächste Ausländerbeirat in seiner Zusammensetzung die Vielfalt der ausländischen Bevölkerung Maintals stärker als bislang widerspiegelt. Der derzeitige Beirat besteht aus elf männlichen Mitgliedern größtenteils türkischer und somalischer Abstammung. Um mehr Präsenz zu zeigen, müsse der Ausländerbeirat mit all seinen Mitgliedern sichtbarer sein, zum Beispiel auf der Webseite der Stadt, lautete eine weitere Forderung aus dem Publikum.

Salih Tasdirek, Vorsitzender des Maintaler Ausländerbeirates, nahm den Faden auf und berichtete von den zahlreichen Themen und Projekten, die in der aktuellen Legislaturperiode umgesetzt und auf den Weg gebracht wurden, von der Sprachförderung in den Maintaler Kitas bis zum Frauenschwimmen im Maintalbad.

 

Stadtteilzentrum Bischofsheim setzt auf corona-sichere Begegnungsformate:

Das Stadtteilzentrums Bischofsheim versucht, alternative Formate zu entwickeln, um Begegnung unter sicheren Bedingungen zu ermöglichen. Gegründet wurde das Stadtteilzentrum 2001 im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Die Soziale Stadt“. Mit der Leitung des Stadtteilzentrums ist die Welle gGmbH beauftragt, Auftraggeber ist die Stadt. Hauptaufgaben des offenen Begegnungshauses sind Nachbarschaftshilfe und Vernetzung, Integration, sozialer Zusammenhalt und Beteiligung.

Auf der anderen Seite gibt es auch einige kreative Formate, die ohne Corona so nicht entstanden wären. Etwa die Sommergespräche auf der Terrasse, die so gut angenommen wurden, dass sie als Terrassengespräche wöchentlich donnerstags von 15 bis 18 Uhr fortgesetzt werden. Auch Fahrradtouren und Outdoor-Aktivitäten stehen derzeit viele auf dem Programm. „Der internationale Gemeinschaftsgarten und generell das Thema Nachhaltigkeit sind gerade große Anziehungspunkte.

Das reguläre Angebot wird von 25 bis 30 Gruppen gestaltet, die sich - entweder in Eigenregie oder unter Anleitung durch das Stadtteilzentrum oder Fachkräfte anderer Einrichtungen - wöchentlich, 14-tägig oder monatlich zusammenfinden. Dazu zählen eine Männergruppe, ein Frauentreffen, ein spanisches und ein italienisches Sprachcafé und eine Arabische Frauengruppe. Mittlerweile sind Treffen im Stadtteilzentrum unter Einhaltung des Hygienekonzepts mit maximal acht Personen wieder möglich. Das Angebot wird derzeit von rund 15 Gruppen genutzt (3. Oktober).

 

Bischofsheimer Gewerbeverein:

Der Bischofsheimer Gewerbeverein wurde 1978 gegründet mit dem Ziel, die Vielfalt an Handel, Gewerbe und Dienstleistungen in Bischofsheim zu unterstützen. Seit Anfang 2019 ist Herr Seip der Vorsitzende des Bischofsheimer Gewerbevereins. Als er angefangen hat, waren es 18 Mitglieder, mittlerweile sind es rund 40. 

 

Oechslegrad macht Vorfreude: In Hochstadt geht die Weinlese in den Endspurt:

Ihre Saison 2020 beginnt mit der Traubenlese, die am 5. Oktober bereits zu Ende ging. Nun ist das Keltern an der Reihe, also die Verwertung der Massen von Trauben im Winzerhof an der Bischofsheimer Straße, das Auspressen und schließlich die Abfüllung in Fässer und später in Flaschen. Jetzt schon versichern Vereinsmitglieder: „2020 wird ein sehr guter Weinjahrgang.“

Diese Einschätzung manifestiert sich hauptsächlich am Riesling, der wohl bekanntesten Rebsorte in hiesigen Gefilden überhaupt. Was an den Vereinshängen Am Hohen Rain in Hochstadt sonst noch so wächst und gedeiht, sind die Rebsorten Johanniter, Gutedel und Vitis riparia, eine Wildrebe, aus welcher der legendäre „Rote Hochstädter“ gekeltert wird. Außerdem weitere wie Cabernet cortis, Dornfelder, eine recht frühe Traube, die auch in Hochstadt als erste abgelesen wurde, oder Regent.

Die diesjährige, wieder extrem trockene Witterung schlägt sich im Oechslegehalt der Rieslingtrauben nieder. „Früher haben wir uns über 80 Oechslegrade schon gefreut. Heute messen wir weit mehr als 90 Oechsle.  Der Cabernet cortis, eine sehr pilzresistente und deshalb beliebte rote Rebsorte, die ebenfalls bereits abgelesen ist, hat in diesem Jahrgang 119 Oechsle.

Zu kämpfen hatten die Hobbywinzer in diesem Frühjahr und Sommer lediglich mit dem „falschen Mehltau“; einer Pilz­sorte, welche im Gegensatz zum „echten“ die Trockenheit liebt und zu weißlichen Verfärbungen auf den Blättern führt. Aber er lässt sich auch recht gut bekämpfen: beispielsweise mit einem Pflanzensud aus Ackerschachtelhalm, der regelmäßig auf befallene Reben verspritzt wird.

Rotwein wird nicht notwendigerweise aus roten Reben gemacht, wie die Winzer erklären. Nahezu alle Weintrauben haben helles Fruchtfleisch, ihr Saft ist in der Regel weiß. In der Haut sitzt der (natürliche) Farbstoff, und je nachdem, wie viel davon nach der Maische, also dem Brei aus Fruchtfleisch, Stielen und Kernen, der beim Pressen zunächst entsteht, auch im Most vergärt, entscheidet über die Farbe des Weines. Erst der Alkohol, der sich bei der Gärung entwickelt, löst die Farbstoffe aus der Haut. Umgekehrt kann auch aus dunkelroten, „schwarzen“ Trauben ein klarer, heller Weißwein gekeltert werden: ein so genannter „Blanc de Noirs“.

 

Maintaler Wildtierfreunde rufen zu Spenden für neuen Transporter auf:

Der Verein Wildtierfreunde nimmt verletzte und verwaiste heimische Wildtiere auf, um sie mit fachgerechter Pflege wieder fit für die freie Wildbahn zu machen. Jetzt werden Spenden für ein neues Fahrzeug gesammelt. Das Jahr 2020 war für den Verein ein turbulentes Jahr – eigentlich sogar ein Jubiläumsjahr, denn die staatlich anerkannte Auffangstation am Linnen in Dörnigheim gibt es seit 15 Jahren. Doch Feierlichkeiten mussten Corona-bedingt ausfallen. Stattdessen standen andere Ausgaben an. Gehege und Volieren mussten angebaut und repariert werden.

Und jetzt auch noch das: Vor wenigen Tagen hat das Vereinsauto aufgrund eines Motorschadens den Dienst quittiert. Der Verein postete Spendenaufrufe, die vielfach geteilt wurden. Eine Übergangslösung – ein in die Jahre gekommener Kombi – ist mittlerweile gefunden.

Doch die ehrenamtlichen Tierpfleger brauchen langfristig einen größeren fahrbaren Untersatz, um täglich Tierfutter transportieren zu können. Deshalb bittet der Verein nach wie vor um Spenden, wobei neben der existenziellen finanziellen Unterstützung auch Sachspenden jederzeit willkommen sind. „Im Moment brauchen wir viel Katzennassfutter für die kleinen Igel“, sagt Vereinsvorsitzende Niebergall-Fischer. Der Sommer war zu heiß; die Tiere haben in der freien Wildbahn zu wenig Futter.

Die meisten Tiere hier sind heimische Klein- und Wildtiere, die Spaziergänger vorbeibringen. Doch nicht alle sind wirklich Fälle für die Auffangstation. Oft handeln beherzte Sparziergänger voreilig und bringen scheinbar verwaiste Vogeljunge hierher, die eigentlich nur ihre ersten Flugversuche unternehmen und von den Eltern weiter gefüttert werden. „Wir bitten die Leute immer, uns erst zu kontaktieren, bevor sie ein Tier mitnehmen“, erklärt Vereinsvorsitzende Niebergall-Fischer.

Nur rund zehn aktive Vereinsmitglieder teilen sich die vielfältigen Aufgaben. Jungtiere nehmen die ehrenamtlichen Tierpfleger teilweise auch mit nach Hause, damit sie sie rund um die Uhr füttern können. Der Verein sucht daher dringend Nachwuchs, da er in diesem Jahr auch kaum von Minijobbern oder Praktikanten unterstützt wird.

 

Märchenhafter Adventskalender: Neues Projekt der Spielgemeinschaft HdB:

Die Spielgemeinschaft HdB verschiebt die Aufführung des Weihnachtsmärchens ins nächste Jahr und kündigt dafür Lesungen von Märchen in der Adventszeit an. Aber schon im Oktober sei klar gewesen, dass die Aufführungen im Haus der Begegnung nicht realisierbar sein würden. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurde deshalb über die Nutzung des Bürgerhauses in Bischofsheim nachgedacht, aber die Entwicklung der Pandemie habe auch diese Alternative unmöglich gemacht, heißt es. Schweren Herzens blieb der Spielgemeinschaft keine andere Möglichkeit, als nach der Sommerkomödie auch das Weihnachtsmärchen „Der Froschkönig“ ins nächste Jahr zu verschieben. Aber sie werden auf der Homepage einen Märchen-Advents­kalender zusammenstellen: 24 geeignete Geschichten müssen ausgesucht, Videos von den Lesungen gedreht und an der Bereitstellung im Internet gefeilt werden. Pünktlich zum 1. Dezember können die Zuschauer dann das erste Türchen öffnen.

 

Neuer Kunstrasenbelag und mehr Spielkomfort am Fechenheimer Weg:

Aufgrund bestehender Schäden am Kunstrasenbelag und überalterter Tornetze wurde seit Ende Oktober das Mini-DFB-Spielfeld am Fechenheimer Weg im Stadtteil Bischofsheim saniert. Rund 270 Quadratmeter neuer Kunstrasenbelag mit ökologischer Sandfüllung wurden verlegt und bieten Sportbegeisterten wieder einen sicheren Zeitvertreib mit garantiertem Spielspaß.

Auch die alten Tornetze wurden gegen Vandalismus-sichere Edelstahlnetze ausgetauscht und sollen die Anlage künftig aufwerten. Die Durchführung der Baumaßnahmen erfolgte über den Fachdienst Kinder- und Familienfreundliche Kommune der Stadt Maintal. Der dort für die Spielplätze zuständige Mitarbeiter Markus Herrmann koordinierte die Arbeiten mit der beauftragten Fachfirma und dem Betriebshof der Stadt Maintal. Eine zukunftsfähige Variante des Belages war der Stadt dabei sehr wichtig. Ein Kunstrasenplatz mit Mikroplastikgranulat, welches durch Regen unkontrolliert in die Umwelt und ins Abwasser gelangen kann, kam nicht in Frage. Wegen der aktuellen Corona-Bestimmungen ist die Nutzung des Platzes allerdings nur allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand möglich

 

 

Verkehr

 

- Anfang Februar: Eine 79 Jahre alte Frankfurterin war in ihrem Mercedes auf der Querspange in Richtung Dörnigheim unterwegs, als sie offenbar aufgrund von starkem Seitenwind (Orkan „Sabine) die Kontrolle über ihren Wagen verlor und in den Gegenverkehr geriet.

 

 

- Die Philipp-Reis-Straße ist Anfang Februar im Bereich der Hausnummern 13 bis 17 für den Kraftfahrzeug-Verkehr voll gesperrt wegen dringender Reinigungsarbeiten am Durchlass des Braubachs.

- Die Brücke über die Bahnstrecke zwischen Bischofsheim und der Bundesstraße beziehungsweise der Rumpenheimer Fähre wird vom 9. März bis 1. November saniert. Neben dem Fahrbahnbelag muss die Betonoberfläche des Überbaus mit einer neuen Abdichtung versehen werden. Hierzu ist es erforderlich, auch beide Gehwegkappen zu erneuern. Von Bischofsheim kommend wird eine Einbahnstraßenregelung eingerichtet.

- Nachdem die DB Netz AG die Planunterlagen für die Nordmainische S-Bahn im Planfeststellungsabschnitt Maintal erneut modifiziert und aktualisiert hatte, werden diese durch das Regierungspräsidium Darmstadt in den betroffenen Kommunen offengelegt.

- Auf der A 66 zwischen Maintal und Erlensee kommt es Samstagnacht, dem 7. März, gegen 1.30 Uhr zu gefährlichen Szenen. Ein Falschfahrer mit einem Opel Mokka mit F-Kennzeichen rast die Autobahn entlang, ihm kommen andere Autos entgegen. Polizeibeamte stoppten den Falschfahrer in Höhe der Anschlussstelle Erlensee. Bei der Kontrolle des Fahrers stellte die Polizei fest, dass dieser nach Alkohol roch. Eine durchgeführte Atemalkoholkontrolle ergab einen Wert von 2,13 Promille.

- Nach fast drei Jahren ist Schluss: Das Elektromobilitätskonzept „mobiliteet“ mit einem Netz aus Ladesäulen sowie E-Carsharing wird zum 31. März eingestellt. Zuletzt bestand die Fahrzeugflotte des Maintaler Kleinstunternehmens aus sechs E-Autos. Um wirtschaftlich zu sein, hätten es dreimal so viele sein müssen. Elektrofahrzeuge sind im Leasing dreimal so teuer in der Leasingrate wie ein konventionelles Verbrennerfahrzeug. Durch den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Ende 2017, dass auf öffentlichen Flächen zukünftig die Maintal-Werke GmbH E-Ladesäulen errichten, sah sich Cetiner zusätzlich ausgebremst.

- Zu einem tödlichen Unfall ist es am Mittwochmorgen (1. Juli) gegen 3 Uhr auf der Landstraße zwischen Dörnigheim und Hanau-Kesselstadt in Höhe des Marie-Curie-Rings gekommen. Dabei wurde ein Mann von einem Lastwagen überrollt und erlitt schwere Kopfverletzungen. Der 54 Jahre alte Lkw-Fahrer sagte, er habe dem bereits am Boden liegenden Fußgänger nicht mehr ausweichen können und sei über ihn gefahren. Warum sich der Mann auf der Fahrbahn befand, ist derzeit noch unklar,

- Mit dem ersten E-Bus in ihrer Flotte setzt die Stadt Maintal Ende August ein deutliches, zukunftsweisendes Zeichen für die Verkehrswende. Die Kommune nimmt den ersten Bus mit Elektromotor im Main-Kinzig-Kreis in Betrieb und ist auch hessenweit die erste Stadt mit vergleichbarer Einwohnerzahl, die den Einstieg in den emissionsfreien öffentlichen Nahverkehr wagt. Der Elektrobus aus der e-Citaro-Serie der Mannheimer EvoBus GmbH, einer Tochtergesellschaft von Mercedes Benz, ist zirka 600.000 Euro teuer, das Land Hessen hat die Anschaffung des Fahrzeugs und der Ladeinfrastruktur mit 200.000 Euro unterstützt. Der neue E-Bus wird zunächst auf der Linie MKK 22 von Wachenbuchen nach Dörnigheim unterwegs sein. Aufgeladen wird der Bus auf dem Betriebsgelände mit Ökostrom der städtischen Maintal-Werke GmbH.

- Als Expressbusse werden die Linien MKK 23E und MKK 25E ab dem Winterfahrplan im Berufsverkehr die Stadtteile Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen auf kurzen Wegen mit der U-Bahn-Station in Enkheim verbinden. Als MKK 23E verbindet die Buslinie im 45-Minuten-Takt das Opeleck in Dörnigheim mit Enkheim und umgekehrt. Die Fahrtzeit beträgt jeweils 15 Minuten. Die Linie MKK 25E verbindet alle 45 Minuten die Raiffeisenstraße in Wachenbuchen mit Enkheim und umgekehrt in nur 21 Minuten. Die beiden neuen Linien, für deren Betrieb 330.000 Euro pro Jahr veranschlagt wurden, sollen zunächst für die Dauer eines Jahres erprobt werden.

- Ein Unfall ereignete sich am Freitagmorgen, dem 31, Juli, um 3.24 Uhr im Fechenheimer Weg in Maintal-Bischofsheim. Der Fahrer, ein alkoholisierter 26-jähriger Mann aus Hanau, hatte die Anhaltezeichen einer Polizeistreife ignoriert und anschließend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Hierbei raste er über den Bürgersteig des Fechenheimer Wegs. Dabei beschädigte er laut Polizeiangaben drei Laternen, drei Hauswände sowie diverse Verkehrsschilder

- Eine Verpuffung auf einem Motorboot in Maintal rief am Sonntag, dem 9. August, die Feuerwehr auf den Plan. Im Bereich des Sportboothafens Mainkur war es auf einem Sportboot zu einer Verpuffung gekommen. Außerdem entwickelte sich ein Feuer, das aber bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr von Passanten mit Feuerlöschern eingedämmt wurde.

- Im Zentrum von Bischofsheim wird es keine Parkautomaten mehr geben, sondern Autofahrer werden nun aufgefordert eine Parkscheibe vorzulegen.

 

Ursprünglich waren die insgesamt zehn Automaten am 10. April 2017 in Betrieb genommen worden. Ziel war es damals, die Dauerparker von den Parkplätzen der lokalen Geschäfte fernzuhalten. Daher war bei den rund 70 Parkplätzen in Alt Bischofsheim, Schäfergasse und Fechenheimer Weg eine maximale Parkdauer von einer Stunde vorgesehen. Eine Parkdauer von 15 Minuten war für die Nutzer sogar kostenlos.

Insgesamt kosteten die Parkautomaten in der Anschaffung und Aufstellung laut Stadt Maintal 31.850 Euro. Ein Betrag, den die Automaten wieder hätten einspielen können. Die Automaten erwirtschafteten aber bis zum 16. Juli, eine Woche vor deren Abbau, eine Summe von rund 14.000 Euro. Im Herbst 2019 hatte die Stadtverordnetenversammlung die Bewirtschaftung der Park+Ride-Stellplätze an den Maintaler Bahnhöfen beschlossen. Dort wurden neun Automaten aufgestellt; aber noch nicht in Betrieb genommen.

-Der Frauenbeirat der Stadt Maintal wendet sich mit einem Positionspapier an alle Maintaler Parteien und fordert ein zeitgemäßes Konzept für das Frauen-Nachttaxi. Man wünscht sich laut Mitteilung, dass der Fahrscheinkauf digitalisiert, finanziell stärker gefördert und vor allem bei jungen Frauen besser bekannt gemacht wird. Bereits seit 1986 können sich Frauen und junge Mädchen ab 14 Jahren in den Abendstunden vom Frauen-Nachttaxi innerhalb von Maintal nach Hause bringen lassen. Ursprünglich kostete der Fahrschein 5 D-Mark pro Nutzerin – heute sind es 2,80 Euro – und war im Frauenbüro der Stadt Maintal erhältlich. Der günstige Preis von 2,80 Euro soll für Frauen mit geringem Einkommen auch weiterhin erhalten bleiben. Außerdem ist es nötig, das Angebot über verschiedene Kommunikationskanäle intensiver zu bewerben, damit auch junge Frauen darauf aufmerksam werden.

 

 

 

 

Kriminalität

 

Überfall in der Spessartstraße Anfang Januar:

Die Staatsanwaltschaft Hanau und die Ermittler des Hanauer Fachkommissariats 11 wenden sich mit an die Bevölkerung und bitten um Mithilfe. Es geht um die Aufklärung eines Raubüberfalls von Anfang Dezember. Am 6. Dezember 2019 überfiel ein Mann gegen 17.10 Uhr ein Firmenbüro in der Spessartsraße. Jetzt veröffentlicht die Polizei. Ein Phantombild

 

Prozess um Vergewaltigung einer 16-Jährigen wird umfangreicher:

Im Frühjahr 2016 habe die damals 16-jährige Maintalerin für einen Tag auf eine größere Menge Haschisch und Gras für einen Bekannten aufgepasst. Da sie die Drogen, verstaut in einer großen Kühltasche, jedoch nicht mit nach Hause nehmen wollte, fuhr sie im Bus damit zu einem Spielplatz in Dörnigheim. Dort angekommen, traf sie ihren Freund Lukas, mit dem sie die Drogen unter einem Laubhaufen versteckte. Als das Mädchen kurz auf Toilette war, nutzte Lukas jedoch die Gelegenheit, einem Freund von dem Versteck zu erzählen, und der nahm die Tüte mit nach Hause. Am Abend standen dann der besagte Bekannte und dessen Bruder vor der Tür der Maintalerin und forderten die Rückgabe der Drogen oder den entsprechenden Geldwert.

Als das Mädchen den jungen Männern jedoch nicht sagen konnte, wo die Drogen sind, hätten die sie mit zu einem Wettbüro in Dörnigheim genommen, wo Niko T. auf sie gewartet habe. 

Dort hätten die drei Männer das Verhör fortgesetzt, die Maintalerin geschlagen, ihr Schlüssel, Handy und Personalausweis abgenommen und sie erpresst. Sie haben gesagt, dass sie die Frau so lang Anschaffen schicken, bis sie die ganze Summe abbezahlt habe.  Da das Mädchen selbst nicht wusste, wo die Drogen waren, führte das zu keinem Ergebnis.

Daraufhin habe T. die beiden anderen Männer nach Hause gefahren und die Maintalerin mit in ein Hotelzimmer in Frankfurt genommen. Dort hätten sie über das weitere Vorgehen gesprochen und sich später zusammen in das Doppelbett schlafen gelegt.  Die Maintalerin habe angenommen, dass die Zimmertür verschlossen sei und sei so verängstigt gewesen, dass sie nicht versucht hätte, zu entkommen. In der Nacht habe T. das Mädchen zweimal vergewaltigt.

Niko T. wird am 24. April zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Von den drei Jahren Freiheitsstrafe gelten zwei Monate bereits als vollstreckt, da sich das Verfahren länger hingezogen hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig

 

Unbekannter entwendet Bienenvölker aus Bischofsheim:

Ein unbekannter Bienendieb hält mehrere Imker in Atem. Im Zeitraum zwischen Donnerstag, 30. Januar, und Sonntag, 2. Februar, entwendete ein Unbekannter sieben Bienenvölker aus Kleingartenanlagen, unter anderem in der Stumpfgrabenstraße in Bischofsheim. Die Imker sprachen von acht Völkern. In einem Fall blieb es beim Versuch. Aufgrund des Tathergangs gehen die Ermittler davon aus, dass sich der Täter mit der Imkerei auskennt. Schließlich war er in der Lage, die Bienenvölker sachgerecht zu entnehmen und abzutransportieren. Außerdem hatte er offensichtlich Kenntnis davon, wo solche Bienenvölker zu finden sind.

 

Zehn Kilo Haschisch: 24-Jähriger Maintaler festgenommen:

Ein aus Spanien stammendes Paket mit rund 10 Kilogramm Haschisch führte Anfang Februar zur Festnahme eines 24-jährigen mutmaßlichen Drogendealers aus Maintal. Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung entdeckten die Ermittler laut Mitteilung etwa 21.000 Euro Bargeld, das neben seinem Bett lag. Außerdem stellten sie einen gestohlenen Personalausweis sicher, der für die Bestellabwicklung des Pakets verwendet wurde, sowie mehrere ausgefüllte Überweisungsträger nach Spanien.

 

Schwarzer Range Rover in Hochstadt gestohlen:

Unbekannte haben Anfang Februar in der Nacht zum Donnerstag einen in der Klingstraße geparkten Range Rover gestohlen. Die Autodiebe rissen sich den schwarzen Geländewagen in der Zeit zwischen Mittwochabend, 19.30 Uhr und Donnerstagmorgen, 6 Uhr, unter den Nagel. Am SUV waren MKK-Kennzeichen mit der Ziffernfolge 58 angebracht (7. Februar).

 

Rentnerin ertappt Einbrecher auf frischer Tat^:

Mit dem Schrecken davon gekommen ist Anfang Februar eine 77-jährige Rentnerin aus der Eichwaldstraße in Dörnigheim, als sie sich am frühen Samstagmorgen gegen 3:45 Uhr in ihrer Wohnung einem Einbrecher gegenüber sah. Der etwa 25 Jahre alte Täter hatte sich über die Haustür Zutritt zur Wohnung verschafft. Als er ins Erdgeschoss ging, traf er laut Polizeiangaben auf die durch die Geräusche erwachte Wohnungsinhaberin, bedrohte diese sofort mit einem Küchenmesser und forderte Bargeld. Mit ausgehändigten 80 Euro gab sich der Mann zufrieden und flüchtete aus der Haustür in unbekannte Richtung.

 

 

Kopfschuss-Prozess: Musste das Opfer vor dem Schützen knien?

 

 

 

 

Der Eritreer Afewerki W. war eifersüchtig auf seine Freundin und hat sie schon mehrfach bedroht. In der Nacht zum 2. September 2019 hat W.  die Frau abermals bedroht. Der 36-Jährige soll einen Nebenbuhler vermutet haben und wollte wissen, ob seine Freundin am Abend zuvor bei einem anderen Mann gewesen sei. Um Druck auszuüben, soll W. eine scharfe Waffe vorgezeigt haben.

Als die Frau schließlich Angaben gemacht habe, soll die Situation eskaliert sein. Zusammen seien beide in Richtung Berliner Straße gelaufen sein. Offenbar habe W. den vermeintlichen Nebenbuhler zur Rede stellen wollen. Doch dazu kam es nicht mehr: Vor dem Haus an der Berliner Straße 122 zückte der Angeklagte die Waffe und schoss aus nächster Distanz . . . einer dieser Schüsse traf die Geschädigte am Hinterkopf. Der Angeklagte glaubte, sein Ziel erreicht zu haben, und flüchtete. Die Frau hat sich bis an ein geparktes Auto geschleppt und ist dort von Polizeibeamten gefunden worden. Bei einer Notoperation an der Uniklinik Frankfurt ist das Projektil entfernt worden. Die Tatwaffe ist bislang nicht gefunden worden, es war aber wohl eine Schreckschußwaffe. Der Prozeß begann Ende Februar,

 

Mann stirbt in eigener Wohnung nach Stichverletzung:

Die Polizei wurde am 10. März zu einer Wohnung nach Dörnigheim gerufen, weil ein Mann verletzt sei. Gegen 14.40 Uhr fanden die Polizisten einen Mann auf, der offensichtlich eine Stichverletzung hatte. Durch die Einsatzkräfte des Rettungsdienstes erfolgten sofortige Reanimationsmaßnahmen. Der Mann verstarb allerdings noch in der Wohnung. Zur Klärung der Todesumstände hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen (10. März).

 

Klock-Prozess geht in die dritte Runde

In zwei Prozessen wurden Klaus-Dieter B. und dessen Sohn Claus Pierre von den Mordvorwürfen freigesprochen, weil Notwehr und Nothilfe nicht auszuschließen seien, urteilten die Hanauer Richter. Die Angeklagten hatten in beiden Prozessen ihre eigene Version des Geschehens vorgetragen und beteuert, sie seien von dem Paar mit Messer und Axt angegriffen worden und hätten sich verteidigt. Am 10. März hat aber der 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe über die Revision entschieden. Der Senat hat eine „Vielzahl von Rechtsfehlern im Urteil“ festgestellt und das Verfahren letztlich an das Landgericht Frankfurt abzugeben, damit dort eine objektive, neue Verhandlung beginnen kann.

 

Schweigen im Prozess um „Thai-Connection“ gebrochen

Nach 40 Verhandlungstagen gegen die „Thai connection“ an denen sie eisern schwieg, legt die Hauptangeklagte, die 62-jährige Deang B., ein Geständnis ab. So räumt sie zusammen mit ihren beiden Strafverteidigern ein, das illegale Netzwerk organisiert zu haben. Ihren Spitznamen „Mae“ (thailändisch für „Mutter“) - also Chefin der Thai-Connection - trägt sie offenbar zu Recht. Pauschal bestätigt sie die ihr von der Generalstaatsanwaltschaft vorgeworfenen Taten ein und gibt ebenso zu, bei der Organisation und der Verteilung der Prostituierten auf Bordelle die Fäden in der Hand gehalten zu haben. Bei der Vielzahl von Fällen könne sie sich jedoch nicht mehr an jeden einzelnen erinnern, beteuert sie. Ebenso bestätigt die „Mutter“, dass die Prostituierten - darunter mehrere Transsexuelle - ihre „Schulden“ von durchschnittlich 15.000 Euro hätten abzahlen müssen. Allerdings habe sie dabei weder Druck noch Gewalt ausgeübt, betont sie. Ihren Ehemann Martin J., der neben ihr auf der Anklagebank sitzt, nimmt die 62-Jährige allerdings aus der Schuss­linie. Dieser habe nur zugearbeitet, sei in die Planung und Organisation des Prostituiertenrings in Siegen und Maintal nicht involviert gewesen.

Die führenden Köpfe des bundesweit agierenden Bordell- und Schleuserrings „Thai-Connec­tion“ werden im April vom Landgericht Hanau zu Freiheitsstrafen zwischen 8 Jahren und neun Monaten und zwei Jahren verurteilt. Daeng B. muss für acht Jahre und neun Monate, Martin J. für viereinhalb Jahre hinter Gitter. Zwei thailändische Schwestern, die in Maintal-Dörnigheim das Bordell „Sun-Thai“ betrieben hatten, wurden zu Freiheitsstrafen von jeweils drei Jahren verurteilt. Eine „Hausdame“ erhielt wegen Beihilfe zwei Jahre Haft auf Bewährung.

 

Fünf Hochsitze angesägt - Politisch motiviertes Motiv vermutet:

Im Bereich Simmetsweg und am Waldrand in der Gemarkung Wachenbuchen sind Anfang März fünf Hochsitze abgesägt worden. Am frühen Donnerstagmorgen hatte in der Feldgemarkung zwischen Mittel- und Wachenbuchen ein Hochsitz gebrannt. Polizeibeamte hatten einen 25-jährigen Verdächtigen vorläufig festgenommen. Da in allen Fällen der Verdacht einer politisch motivierten Straftat besteht, hat das Fachkommissariat Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

 

Unbekannter schlägt Mann ins Gesicht:

Zu einer handfesten Auseinandersetzung kam es am Dienstag, dem 24. März, auf offener Straße am Kreuzstein im Stadtteil Bischofsheim. Hintergrund war wohl die Tatsache, dass der Hund einer bislang unbekannten Dame vor zwei Tagen unweit der Shell-Tankstelle gegen eine private Grundstücksmauer gepinkelt hatte. Die Notdurft des Vierbeiners erzürnte unvermittelt den Besitzer der Mauer, der die Frau sogleich auf die Tat ansprach. Dies hatte zur Folge, dass am Dienstag, gegen 16.30 Uhr, mehrere Männer - möglicherweise Familienangehörige der Dame - den 51-jährigen Hausbesitzer aufsuchten und zur Rede stellten. 

Im Verlauf der „Aussprache“ soll einer der Unbekannten dem Bischofsheimer unvermittelt ins Gesicht geschlagen haben und verletzte ihn dabei leicht. Das Opfer trug eine dicke Lippe und Schmerzen am Kiefergelenk davon.

 

Bei einer Verkehrskontrolle: Polizei findet ein Kilogramm Marihuana im Kofferraum

Polizeibeamte der Station Maintal machten bei einer Verkehrskontrolle am Mittwochabend, dem 8. April, einen interessanten Fund. Im Kofferraum eines Opel Corsa fanden sie ein Kilogramm Marihuana. Der Wagen mit Frankfurter Kennzeichen wurde laut Polizeiangaben um 18.45 Uhr in Bischofsheim in der Bruno-Dreßler-Straße kontrolliert. Der Fahrer, ein 22-Jähriger aus Offenbach, hatte neben dem Rauschgift auch noch drei Mobiltelefone bei sich. Zwei der Handys sowie die Drogen wurden von der Polizei sichergestellt.

 

Unbekannter schlägt Taxi-Fahrer in Maintal:

Ein Taxi-Fahrer ist am Donnerstagmorgen, dem 9. April, von einem unbekannten Mann geschlagen worden. Nach Angaben der Polizei soll die Tat gegen 7.30 Uhr am Taxenstand am Bahnhof in Dörnigheim stattgefunden haben. Nach ersten Erkenntnissen hatte der Täter bereits zuvor mit einem Passanten in Höhe des dortigen Kiosk Streit gesucht. Um einer weiteren Eskalation vorzubeugen, entfernte sich der Fußgänger in Richtung des Taxistands. Der Provokateur folgte ihm und wandte sich schließlich an den Taxifahrer. Diesen schlug er dann unvermittelt ins Gesicht, so dass der 53-Jährige zu Fall kam. Im weiteren Verlauf trat der Schläger noch auf den am Boden liegenden Mann ein. Der Taxi-Fahrer trug Verletzungen am Mund sowie am Handgelenk und am Knie davon, auch die Kleidung wurde beschädigt

 

Neue Betrugsmasche: Angeblich im Auftrag der Stadt Maintal unterwegs:

Eine Bischofsheimerin ist Anfang April ein Opfer eines offenbar ganz neuen Tricks geworden. Eine Unbekannte hat – mit Eimer, Lappen und Putzutensilien bewaffnet – behauptet, sie komme von einem Putzdienst im Auftrag der Stadt Maintal, weil es so dreckig in der Wohnung sein soll. Schon die Art und Weise, wie die vermeintliche Putzfrau sich Zutritt zu dem Haus der Bischofsheimerin beschaffen wollte, sei ihr komisch vorgekommen. Nachdem die Frau sie mehrfach gebeten hatte, das Haus zu verlassen, ist sie irgendwann gegangen. 

 

Die Maintaler Polizei warnt: Hund in Maintal vergiftet:

Vor möglicherweise vergifteten Tierfutter warnt aus aktuellem Anlass die Maintaler Polizei. Hintergrund ist ein Vorfall, der sich am Ostersonntag, gegen 17.15 Uhr, am Leinpfad bei Bischofsheim abgespielt hat. Zwischen Kreuzstein und Nato-Rampe war eine Hundehalterin mit ihrem Vierbeiner spazieren. Als die Frau nach Hause kam, ging es dem Hund sichtlich schlechter, weswegen sie schließlich in eine Tierklinik fuhr. Dort stellte man fest, dass der Hund unter Vergiftungserscheinungen litt. 

 

Die Polizei fahndet: Vierbeiner biss 46-Jährigen am Maintaler Mainufer:

Nachdem ein 46 Jahre alter Mann aus Frankfurt am Samstag, 4. April, am Dörnigheimer Mainufer von einem Hund gebissen wurde, fahndet die Polizei nun nach der Besitzerin des Vierbeiners. Nach Angaben des Verletzten sei die Hundebesitzerin einfach weitergegangen und habe sich nicht weiter um die Sache gekümmert.

 

Mann stiehlt 5er-BMW bei Maintaler Autohändler:

Am Dienstagabend, dem 14. April, wurde bei einem Autohandel in Dörnigheim ein BMW im Marie-Curie-Ring entwendete. Der dickliche Unbekannte hatte gegen 18.50 Uhr die schwarze Karosse, an der keine Kennzeichen angebracht waren, besichtigt. Im Zuge der Begutachtung des Fahrzeugs sei der Kaufinteressent dann unvermittelt in den BMW eingestiegen und losgefahren. Anschließend habe er sich nicht mehr bei dem Verkäufer blicken lassen. Da der Tank des Autos so gut wie leer war, dürfte der Dieb vermutlich nicht weit gekommen sein. .

 

 

Versuchter Totschlag in Wachenbuchen: 28-Jähriger vor Gericht:

Am 9. März 2019 soll der 28-jährige Florian K in Wachenbuchen versucht haben, zwei 17-jährige Jugendliche zu erstechen. Gegen 21.40 Uhr kommt es an der Straße „Zum Hochstädter Rain“ aus bislang unbekannten Gründen zu einem Aufeinandertreffen. Mehrere Halbwüchsige stehen vor dem als „Schwarzem Loch“ bekannten Wohnblocks und fordern K. auf, aus dem Haus zu kommen, eine „Aussprache“ steh an.

Mit einem Messer und Pfeffersprays sei K. vor die Tür getreten und habe sich mit dem 17-jährigen B. in Richtung Feld aufgemacht. Dort habe er B. Pfefferspray ins Gesicht gesprüht und bei der anschließenden Auseinandersetzung mit den anderen das Messer gezückt. Zwei weitere Jugendliche werden schwer verletzt. Zwei Stiche, einer davon zehn Zentimeter tief in den Rücken – ein Stich zirka acht Zentimeter tief in die Brust.

Nach zwei Verhandlungstagen stimmt kaum eine der zahlreichen Zeugenaussagen überein.

Den Einsatz von Pfeffersprays und Messer leugnet der Angeklagte nicht und bereut die Verletzungen, die er den zwei jugendlichen Kontrahenten an diesem Abend zugefügt hat. Am Feldrand, wenige Meter vom „Schwarzen Block“ entfernt, soll B. von ihm Geld gefordert haben, um die Sache zu bereinigen. Er wollte einen Zehner oder einen Zwanziger.

Aber F.  will nicht zahlen und greift daraufhin zum Pfefferspray. Auf dem Weg zurück zum Haus hätten dann fünf weitere Jugendliche den „Weg versperrt“. Er habe sich erneut mit Pfefferspray „gewehrt“, dann aber von allen Seiten Prügel bezogen. Er habe daraufhin „keinen Ausweg“ mehr gesehen, zum Messer gegriffen und blindlings um sich gehauen. 

 

Im Jahr 2018 stellt sich die Situation noch ganz anders dar: Nach dem Vorfall im März scheint K. weiterhin munter gedealt zu haben und dabei beträchtliche Einnahmen gezielt zu haben. Denn fünf Monate später schlagen die Drogenfahnder am Ortsrand von Wachen­dem- buchen zu und finden jeden Menge Marihuana sowie fast 2.500 Euro, die aus diesen Drogengeschäften stammen. Dafür ist der 28-Jährige bereits im Juli vergangenen Jahres zu einer Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Die 1. Schwurgerichtskammer am Hanauer Landgericht hält Florian K. wegen gefährlicher Körperverletzung in vier Fällen für schuldig: „Das war keine Notwehr, denn Sie haben mit dem Pfefferspray angefangen. Das war keine Tötungsabsicht, aber Sie wollten Rache nehmen, weil Sie angegriffen worden sind!“ Der Angeklagte K. wird Anfang Mai zu drei Jahren Gefängnis verurteilt

 

Festnahme nach versuchtem Kfz-Diebstahl:

Ein Transporter war nach Angaben der Polizei am Sonntag, dem 3. Mai, gegen 3.20 Uhr das Ziel eines Diebes. Der 31-jährige Tatverdächtige betrat das Grundstück eines Logistikunternehmens in der Lise-Meitner-Straße in Dörnigheim und begab sich unmittelbar in das unverschlossene Fahrzeug. Als er dieses starten wollte, wurde ein Mitarbeiter der Firma darauf aufmerksam und konnte den Mann bis zum Eintreffen der Polizei festhalten.

 

Raubüberfall auf Maintaler Tankstelle

Am Mittwochabend, dem 6. Mai, wurde eine Tankstelle in Maintal Bischofsheim ausgeraubt. Der Täter betrat um 21.40 Uhr eine Tankstelle am Bischofsheimer Kreuzstein. Er hat die dortige Angestellte mit einer Schusswaffe bedroht und Geld gefordert. Anschließend entkam er mit einer Beute in noch unbekannter Höhe. Bei der Fahndung nach dem Täter, der noch immer auf der Flucht ist, kam ein Polizeihubschrauber zum Einsatz.

 

Überfall auf Aral-Tankstelle durch Zufall von Polizistin vereitelt:

Am 30. September 2019, kurz vor 2 Uhr, wurde die Aral-Tankstelle an der Kennedystraße überfallen. Ein dunkel gekleideter Mann mit tief heruntergezogener Kapuze macht ein paar Schritte auf den Kassenbereich zu. Er zieht eine Waffe, bedroht die Kassiererin. In diesem Moment betritt eine Polizistin den Raum, sieht den Täter, der sich umdreht und die Waffe auf sie richtet. Es fallen vier Schüsse. Niemand wird verletzt. Die Schüsse der Polizistin haben den Täter verfehlt.

Am Tag des Überfalls sei er „sehr bescheuert gewesen“, sagt K. Eine Freundin habe kurz zuvor die Freundschaft zu ihm beendet. Laut Polizei stand er augenscheinlich unter Drogeneinfluss. Als Motiv für den Überfall nennt er Angst. Er habe. einer Person 2000 Euro geschuldet, nachdem ihm Drogen abgenommen wurden. Am folgenden Tag hätte er der Person das Geld wiedergeben müssen. Nur weil die Polizeistreife zufällig an der Tankstelle hielt und sich die Beamtin eine Packung Zigaretten holen wollte, wurde er auf frischer Tat ertappt und der Überfall vereitelt.

Es herrscht Einigkeit im Saal 215 A des Landgerichts. Einigkeit darüber, dass der Angeklagte dringend professionelle Hilfe benötigt. Einigkeit darüber, dass K. eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt. Und es herrschte Einigkeit darüber, dass K. einen langen und beschwerlichen Weg vor sich hat, wenn er irgendwann einmal ein Teil der Gesellschaft werden sollte.

 

Autofahrerin fährt Radfahrerin an und flüchtet:

Eine Autofahrerin ist am Dienstag, dem 13. Mai, mit einer Radfahrerin zusammengestoßen. Sie befuhr mit ihrem weißen Nissan Juke die Berliner Straße in Richtung Opel-Eck. Kurz vor dem Kreisel Berliner Straße / Zeppelinstraße / Wilhelmsbader Straße überquerte eine 27-Jährige mit ihrem Fahrrad die Berliner Straße am dortigen Zebrastreifen in Höhe der Hausnummer 130 von der Wilhelmsbader Straße kommend. Dabei übersah die Autofahrerin die Radfahrerin. Es kam zum Zusammenstoß und Sturz, bei dem sich die Radfahrerin Verletzungen am Schienbein und Knie zuzog. Die Autofahrerin soll nach der Kollision zunächst ausgestiegen, dann aber nach kurzem Wortgefecht wieder eingestiegen und ohne sich um die Verletzte zu kümmern in Richtung Baumarkt weitergefahren sein.

 

Polizeistreife findet Mann mit Platzwunde am Kopf:

Am 25. Mai 2020 gegen 4.30 Uhr wurde nach ersten Erkenntnissen ein 36-Jähriger Mann vor einer Gaststätte von mehreren Personen geschlagen. Der Frankfurter rannte mit zwei hinzugekommenen Begleitern zum Mainufer und die Täter flüchteten. Der offensichtlich alkoholisierte 36-Jährige und seine Begleiter wurden kurz darauf von einer Streife aufgefunden; er hatte eine Kopfplatzwunde und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Zu den Unbekannten liegt bislang keine Beschreibung vor. Von Amts wegen wurde eine Strafanzeige wegen Verdachts einer Körperverletzung gefertigt. 

Aber zwei Tage später ist eine Wende in dem Fall eingetreten: Nach dem Zeugenaufruf in den Medien hat sich ein Anwohner gemeldet, der die Szenerie vor der Gaststätte beobachtet hatte. Laut dem Zeugen hatten sich die vier Männer offensichtlich gekannt. Vor der Gaststätte waren sie damit beschäftigt, den augenscheinlich sehr betrunkenen 36-Jährigen beim Gehen zu stützten. Zwei hakten ihn unter und man versuchte noch, ihm seinen Pullover überzuziehen. 

Der 36-Jährige entglitt den Helfern jedoch zweimal und fiel zu Boden. Dabei hatte er sich wohl die Verletzung zugezogen. Die Gruppe sei dann in Richtung Mainufer gelaufen. Die Beamten der Maintaler Ermittlungsgruppe gehen derzeit nicht mehr von einer Straftat aus, dennoch werden alle Männer noch abschließend zu dem Fall vernommen.

 

Überfall in der Spessart-Straße:

Am 6. Dezember vergangenen Jahres, gegen 17.10 Uhr, betritt der Täter das Büro eine Verpackungsspedition an der Spessartstraße. Als das Opfer ihm rund 800 Euro aus dem Portemonnaie gibt, ist der Räuber nicht zufrieden. Er will „mehr Geld“ und bedroht den Inhaber weiter mit der Waffe. Doch das 48-jährige Opfer lässt sich nicht so einfach ausrauben und geht auf Konfrontationskurs. Der Inhaber versucht, den Angreifer zu entwaffnen. Als das misslingt, wirft er mit einer Geldkassette nach ihm. Dann greift er zum Computer-Monitor, um sich zu wehren. ... doch der Unbekannte flüchtet aus der Firma in die Dunkelheit.

Als die konkrete Beschreibung des Verbrechers bekannt wird, ist sich einer der beiden Polizisten sicher: Einen Mann mit roter Kapuzenjacke hat er im Netto-Markt gesehen. Offenbar hat sich der Räuber unter die Kunden gemischt, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Kurz darauf ist der Verdächtige wie vom Erdboden verschluckt – die Fahndung bleibt erfolglos. Wenig später wird ein Phantombild des mutmaßlichen Täters erstellt. Ein Phantombild steht am Mittwoch, 3. Juni, im Mittelpunkt eines Filmbeitrags, den die ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY“ ausstrahlen wird. Das Team um Moderator Rudi Cerne hat die Szenen nachgestellt. Man hofft, durch die bundesweite Ausstrahlung die entscheidenden Hinweise bekommen (1. Juni).

 

Hochsitz komplett zerstört – Militante Tierschützer am Werk?

Von Frankfurt bis Hanau werden seit Monaten Hochsitze zerstört. Eine Tierschutz-Bewegung hat sich zu den Anschlägen bekannt. Erstmeldung vom Samstag, dem 20. Juni: Friedel Raab deutet auf den Hochsitz im Bischofsheimer Wald – oder vielmehr auf das, was davon noch übrig geblieben ist. In der Nacht auf den 8. Juni haben Unbekannte in seinem Revier insgesamt fünf Hochsitze abgebrannt. Der Schaden beläuft sich pro Sitz auf rund 1.000 Euro. Raab ist nicht der einzige, dessen Revier von den Unbekannten heimgesucht wurde: Mehr als 100 Jagdeinrichtungen sind seit Februar in Revieren von Frankfurt bis Hanau zerstört worden. Kanzeln und Hochsitze wurden angesägt, umgeworfen, zerschnitten, angezündet und sogar gesprengt. Zu den Anschlägen bekannt habe sich die sogenannte „Animal Liberation Front“, eine internationale, dezentral organisierte Gruppe der militanten Tierbefreiungsbewegung, die in den USA vom FBI als terroristische Vereinigung klassifiziert wird. Ihr Ziel ist es, Tierversuche und Tötung von Tieren zu verhindern. Die Gruppe hat auf den zerstörten Hochsitzen ihr Logo hinterlassen.

 

Streit am Busbahnhof in Maintal: 16-Jähriger geschlagen und beleidigt:

Am Dienstagabend, dem 11. August, kam es am Maintaler Busbahnhof zu einer Auseinandersetzung gekommen. Gegen 22.50 Uhr soll eine etwa 18 Jahre alte Frau einen Jugendlichen beleidigt und mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen haben. Der Geschädigte hatte sich mit Freunden an dem Busbahnhof, der sich an der Bahnhofsstraße im Maintaler Stadtteil Dörnigheim befindet, aufgehalten. Laut Polizei, wurde die junge Frau von einem Anwesenden zurückgehalten, ehe sie den 16-Jährigen ein weiteres Mal angreifen konnte. Die nach Polizeiangaben augenscheinlich angetrunkene Frau war schlank, hatte sehr lange blonde Haare und trug einen grauen Rock, einen weißen Nike-Pullover und weiße Adiletten..

 

Auto mit Leiche im Main entdeckt: Jetzt ist Identität geklärt:

Am Samstagmorgen, dem 12. August, absolvierte die Freiwillige Feuerwehr Rumpenheim eine Bootsübung in Höhe der Nato-Rampe am Mainufer bei Maintal. Dabei wurden die Feuerwehrleute auf Auto im Wasser aufmerksam. In besagtem Auto, das im Main bei Maintal nahe Frankfurt lag, befand sich eine Leiche. Die Identität der Wasserleiche von der Maintaler Nato-Rampe konnte geklärt werden. Es handele sich bei hierbei um einen 55-jährigen Maintaler, der seit 16. Juni vermisst wurde. Der Gesuchte wurde zuletzt am 16. Juni, kurz vor 6 Uhr, in seinem Zuhause in der Allensteiner Straße gesehen.

 

Date mit Internetbekanntschaft endet für 23-Jährigen anders als erwartet:

Er wollte eine Internet-Bekanntschaft treffen, stattdessen wurde ein junger Mann aus dem Rheingau-Taunus-Kreis am Dienstagabend, dem 14. Oktober, in der Grünen Mitte Opfer eines Raubüberfalls, bei dem er leicht verletzt wurde. Der 23-Jährige hatte sich zuvor über ein Dating-Portal im Internet mit einer jungen Frau in Maintal verabredet. Es erschien dann eine Jugendliche, die mit dem Bild der angeblichen „Nicole aus Maintal“ zwar nicht übereinstimmte – beide gingen trotzdem zusammen spazieren. Die Unbekannte führte ihn durch die „Grüne Mitte“ über einen Feldweg unweit des Hundesportvereins in den Wald. Dort tauchten plötzlich, laut Polizei gegen 21.40 Uhr, mehrere Jugendliche auf, die dem 23-Jährigen unter Schlägen seinen Rucksack raubten. Darin befanden sich ein Computerspiel und eine Wasserflasche. Das entsprechende Internet-Konto der vermeintlichen Nicole aus Maintal, offensichtlich ein Fake-Account, wurde bereits gelöscht.

 

Oberstaatsanwalt fordert Haftstrafen für Deals mit 50.000 Euro Falschgeld:

Vor dem Landgericht Hanau müssen sich im November drei Männer verantworten. Ihnen wird vorgeworfen Falschgeld in Höhe von 50.000 Euro in Umlauf gebracht zu haben. In Dörnigheim wechselt ein BMW 316i für 16.000 Euro den Besitzer. Das Geschäft wird bar beglichen. Käufer und Verkäufer gehen gemeinsam zur Bank, um den vereinbarten Kaufpreis einzuzahlen. Die Überwachungskamera filmt die Einzahlung in mehreren Sequenzen. Dann sind zwei erschrockene Gesichter auf dem Bild zu erkennen, denn die Maschine nimmt nur die Hälfte der 500-Euro-Scheine an, dann schließt sich die Klappe. Die Quittung, die nur Sekunden später ausgedruckt wird, ist eindeutig: „Falschgeld“. Der „Käufer“ flüchtet Hals über Kopf mit einem wartenden Komplizen, dem Verkäufer bleibt zum Glück das Fahrzeug. Kopf der ganzen Sache soll Thomas W. (53) sein. Für W. fordert Heinze eine Freiheitsstrafe von drei Jahren, D. soll für drei Jahre und zehn Monate hinter Gitter. Zumindest die beiden Verteidiger Peter Oberländer und Hans-Joachim Scherb hat der Oberstaatsanwalt überzeugt. Beide nennen das Plädoyer der Anklage „hervorragend“ und bitten lediglich um geringfügig mildere Strafen.

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Homepage von Peter Heckert