Das Jahr 2019

 

Stadtverordnetenversammlung

 

Das oberste Beschlußorgan einer Kommune ist die Gemeindevertretung, in Maintal die Stadtverordnetenversammlung. Deshalb soll sie auch zuerst behandelt werden. Doch in diesem Jahr ging es vor allem um die Wahl eines neuen Ersten Stadtrats.  Am 31. Dezember sollte die zweite Amtszeit von des Ersten Stadtrats Ralf Sachtleber eigentlich enden. „Ich bewerbe mich um eine weitere Amtszeit“, kündigt Sachtleber an. Lediglich die Grünen und die CDU sprechen sich bei unserer Abfrage zum Ausblick auf das Jahr 2019 klar für Sachtleber aus.

Im Zusammenhang mit der Stadtratswahl machten die Grünen im August eine Flugblattaktion zugunsten des derzeitigen Amtsinhabers Ralf Sachtleber, die bei den anderen Parteien auf heftige Kritik stieß. Die Befürchtung der Grünen war, dass SPD und CDU mit Hilfe ihrer jetzigen Mehrheit statt einem jetzt zwei hauptamtliche Stadtratsposten schaffen und Kandidaten aus ihren eigenen Reihen zur Wahl stellen werden. Bürgermeisterin Monika Böttcher und Erster Stadtrat Ralf Sachtleber sahen jedoch die Stadt mit zwei fachkompetenten Führungskräften gut aufgestellt, um alle Aufgaben zu leisten. Von 88 Aufträgen der Stadtverordnetenversammlung seien 37 erledigt und 50 in Bearbeitung.

Anfang September setzte Ahmet Cetiner in der Debatte um die anstehende Wahl eines Ersten Stadtrats ein Zeichen. Der Unternehmer, der unter anderem Pächter der Sommergastronomie Mainkultur ist und regelmäßig mit satirischen Beiträgen auf sich aufmerksam macht, präsentiert sich als potenzieller Kandidat für den Posten. Er machte damit Opposition gegen die Parteien, die das Amt politisch besetzt haben wollten. Wenn das Parteibuch wichtiger sei als die persönliche Eignung, dann brauche es konsequenterweise einen Kandidaten, der gegenüber allen Fraktionen loyal sei.

 

Der 23. September war der Tag der Entscheidung, ob der Erste Stadtrat in Maintal in seine dritte Amtszeit geht oder nicht. Umgeschwenkt war indessen die CDU, die zu Jahresbeginn noch betont hatte „das Beste für Maintal ist aus unserer Sicht die Wiederwahl Sachtlebers“. Sie ist aber von dieser Überzeugung zwischenzeitlich abgerückt. Unzufriedenheit mit der Arbeit des Amtsinhabers und die Überzeugung, dass im Hauptamt ein Vertreter aus der Politik sitzen sollte, sind wesentliche Gründe, mit denen Fischer für einen personellen Wechsel eintritt.

Rückhalt fand Sachtleber weiterhin bei den Grünen, die ihn 2007 als Kandidaten nominiert hatten. „Für Maintals Zukunft ist es unerlässlich, dass Bürgerinnen und Bürger, Stadtverordnete und Verwaltung weiterhin erfolgreich zusammenarbeiten. Für diese integrative Aufgabe ist aus Sicht von B90/ Die Grünen niemand besser geeignet als Ralf Sachtleber“, lautete die Begründung. Das sahen auch über 300 Maintaler so, die mit ihrer Unterschrift an die Stadtverordneten appellieren, Sachtleber „im Interesse unserer Stadt“ wiederzuwählen.

 

Es soll auch in Zukunft nur einen Ersten Stadtrat in Maintal geben. Das dürfte aber nicht Ralf Sachtleber sein. Die Stadtverordneten sprachen sich mehrheitlich gegen eine Wiederwahl des Amtsinhabers aus. Stattdessen soll nun ein Wahlvorbereitungsausschuss gegründet werden, der eine Ausschreibung der Position vornimmt und damit das Feld für einen weiten Bewerberkreis öffnet. Ob Ralf Sachtleber darunter sein wird, ist offen.

Auch Bürgermeisterin Monika Böttcher brach eine Lanze für ihren Kollegen im Hauptamt. Man sei seit dreieinhalb Jahren ein Team und würde die Themen, die hier angesprochen würden, auch umsetzen. Der Antrag der Grünen für eine Wiederwahl des Amtsinhabers wurde mit 17:23 Stimmen abgelehnt bei zwei ungültigen Stimmen. Ralf Sachtleber machte deutlich, dass er sich nicht auf eine Ausschreibung bewerben wird. Dreh- und Angelpunkt der Aussprache war die grundsätzliche Debatte über eine politische Schärfung im Hauptamt.

 

Ein Name stand bereits im Raum: Karl-Heinz Kaiser. Der Sozialdemokrat ist seit 2011 Stadtverordnetenvorsteher. Aus dem Ersten Bürger der Stadt könnte also der Erste Stadtrat werden. Und auch für die dadurch freiwerdende Position des Stadtverordnetenvorstehers wurde schon ein Name gehandelt: Martin Fischer, Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU.

Der Wahlvorbereitungsausschuss hat im Oktober die Stelle ausgeschrieben. Bis zum 30. Oktober können sich Interessierte auf die freie Position im hauptamtlichen Magistrat bewerben. Gesucht wird eine „fachlich geeignete und im Umgang mit kommunalpolitischen Gremien erfahrene Persönlichkeit mit Führungserfahrung“, heißt es in der Ausschreibung. Weiterhin seien eine kollegiale Zusammenarbeit mit der Bürgermeisterin, den städtischen Gremien und einer engagierten Verwaltung sowie die Kooperation mit einer aktiven, interessierten Bürgerschaft Voraussetzungen für diese Funktion.

Für welche Fachbereiche Sachtlebers Nachfolger zuständig sein wird, entscheidet Bürgermeisterin Monika Böttcher. Noch bis Ende des Jahres ist Ralf Sachtleber Maintals Erster Stadtrat. Sollte bis dahin kein geeigneter Nachfolger gefunden worden sein, hat er sich dazu bereit erklärt, die Geschäfte bis Ende März weiterzuführen.

Nächstmöglicher Termin für eine Wahl wäre die Sitzung am Montag, 16. Dezember. Aber auch am Tag der Wahl selbst kann der Kreis der Bewerber um weitere Kandidaten ergänzt werden. Das Vorschlagsrecht liegt dann allerdings allein bei der Stadtverordnetenversammlung. Sollten an diesem Abend weitere Kandidaten benannt werden, würde der Wahlvorbereitungsausschuss in einer Sitzungsunterbrechung zusammenkommen, um zu prüfen, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen erfüllt sind. Dies vorausgesetzt, wäre eine Wahl noch am gleichen Abend möglich. Wenn im ersten Wahlgang keine absolute Mehrheit für einen Kandidaten erreicht wird, folgen weitere Wahlgänge. Und nach jedem einzelnen ist es auch möglich, den Prozess abzubrechen. Und dann stand ja auch noch im Raum, ob die Wahlalternative Maintal (WAM) einen Antrag auf Abschaffung des Postens stellt

Die Vorsitzenden sind sich fraktionsübergreifend einig, dass die nicht-öffentlichen Sitzungen des Wahlvorbereitungsausschusses dem Schutz der Bewerber dienen. Denn es gibt keine Garantie auf eine Wahl. Deshalb sollen die Personen nicht geschädigt aus dem Verfahren hervorgehen. Es könnten sich schließlich auch Kandidaten bewerben, die sich in einem festen Arbeitsverhältnis befinden. Die Schattenseite des Verfahrens ist, dass interessierte Kreise, die das Verfahren in Misskredit bringen wollen, die Möglichkeit haben, Legenden zu streuen.

 

Es meldeten sich dann mehrere Bewerber:

1.Ahmet Cetiner, parteilos, aus Bischofsheim, , Pächter der Sommergastronomie Mainkultur und Gründer eines Carsharing-Unternehmens (das er aber bald wieder aufgeben mußte), der sich vor allem gegen einen Bewerber mit Parteibuch aussprach (Anfang September).

2. Sabine Freter, parteilos, studierte Bauingenieurin, seit 2017 Bereichsleiterin der Stadtwerke in Mörfelden-Walldorf (Ende November). Als wichtige Themen für Maintals Zukunft sieht sie vor allem das Schaffen von Arbeitsplätzen und von Wohnraum.

3. Anahit Schäfer, Ehefrau des Fraktionsvorsitzenden der FDP, ehrenamtliche Stadträtin, nach der Reifeprüfung in Jerewan hat sie Technologie der anorganischen Chemie studiert und sich als Schneiderin selbständig gemacht und diese Selbständigkeit in Maintal fortgeführt (Anfang Dezember).

4. Andreas Bühner, parteilos, im Jahre 2005 hat er in Dörnigheim ein Ingenieurbüro als Startup gegründet und es bis zum Verkauf Ende 2018 samt 85 Mitarbeitern geführt. Er will vor allem Bürgerversammlungen und als Erster Stadtrat vor allem kaufmännischen Vorsicht walten lassen und Stadtentwicklung in Eigenregie machen (Anfang Dezember).

5. Ioannis Sarigiannidis, parteilos, aus Dörnigheim. Er arbeitet bei einem Bildungsträger in Hanau und will den lebendigen Dialog mit den Bürgern führen, am besten an einem zentralen Ort der Begegnung in Maintal.

Im Gespräch war auch schon Martin Fischer, Partei- und Fraktionsvorsitzenden der CDU. Aber weil der Wahlprüfungsausschuß seine Arbeit noch nicht abgeschlossen hatte., konnte in der Dezember-Sitzung kein neuer Stadtrat gewählt werden.

 

 

Weitere Themen des öffentlichen Lebens

Die Bürgermeisterin setzte ab März ihre Stadtteilgespräche auf dem Wochenmarkt Bischofsheim fort. Weitere Gespräche in den anderen Stadtteilen folgten. Auch die Vereinsgespräche fanden wieder statt. Über die städtische Facebook-Seite wurden die Fragen der Nutzer live beantwortet. Auch für Kinder und Jugendliche gab es Termine. Aber die Beteiligungsplattform „Maintal macht mit“ für die Ideen ihrer Bürger wurde aufgegeben wegen mangelnder Beteiligung (und der Forderung von 100 Unterstützern).

 

Die Maintaler Fraktionen warben für die Europawahlen am 26. Mai mit Pizzas, die nicht mit dem Logo der Pizzeria, sondern mit einem gemeinsamen Aufruf der Maintaler Stadtverordneten., am kommenden Sonntag an der Europa-Wahl teilzunehmen und ihre Stimme einer demokratischen Partei zu geben. Und am Samstag diskutierten vier Fraktionsvertreter auf einem Podium in Höhe der Main-Kultur ihre jeweiligen Vorstellungen vom zukünftigen Europa, umrahmt von einem Kultur- und Unterhaltungsprogramm. In Hochstadt müssen sich die Wähler im Vergleich zu den vergangenen Wahlen auf neue Wahllokale einstellen. Die zwei Wahllokale aus dem Rathaus ziehen um ins Bürgerhaus, Ringstraße Süd 21, und das Wahllokal aus dem Gemeindehaus ist nun im DRK-Seniorenzentrum, Konrad-Höhl-Straße 6, zu finden.

Die Grünen wurden in Maintal die zweitstärkste Kraft nach der CDU. Sie konnten ihr Ergebnis mit 23,0 Prozent im Vergleich zu den Wahlen vor fünf Jahren mehr als verdoppeln. Die Verlierer der Wahl sind die SPD (minus 12,4 Prozent) und die CDU (minus 4,7 Prozent). Die AfD erhielt 10,9 Prozent, die Wahlbeteiligung lag bei 56,0 Prozent (40,3)

 

Im Mai wurden in den beiden Familienzentren Treffs für alle Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern angeboten. um vor allem junge Mütter miteinander ins Gespräch bringen. In den Einrichtungen können sich Eltern zudem Rat zu Erziehungs- oder. Im Familienzentrum Uhlandstraße wurde das Elterncafé weitergeführt. Die Sozialpädagogin Verena Strub leitet seit 2017 die Stabsstelle für Integration. Diese Zuordnung außerhalb der Fachbereiche mache deutlich, dass das Thema Integration quer zu allen liege und alle Ämter damit befasst seien. Sechs Themenfelder werden unter Beteiligung von Experten ausgearbeitet. Die Bereiche gliedern sich in „Lernen in Maintal – Sprache und Bildung“, „Aufwachsen in Maintal“, „Arbeiten in Maintal“, „Alt werden in Maintal“, „Leben und Wohnen in Maintal“ und „Miteinander reden in Maintal – im Dialog für Toleranz und Vielfalt“.

 

Im Rahmen des Programms zur „Förderung von Gemeinwesenarbeit in Stadtteilen/Quartieren mit besonderen sozialen und integrationspolitischen Herausforderungen“ der Hessischen Landesregierung konnte in Bischofsheim der internationale Gemeinschaftsgarten aufgebaut werden. So war auch die Gartengruppe im Juli auf dem Markt der Möglichkeiten als Vertreterin für das Stadtteilzentrum Bischofsheim dabei.

 

Die Maintal Aktiv–Freiwilligenagentur lud im Oktober zur Demokratiewerkstatt ins Stadtteilzentrum Bischofsheim mit dem Schwerpunkt „Demokratie stärken!“ ein.

 

Im Oktober zogen die Grünen in Maintal eine positive Bilanz ihrer transparenten Arbeit:

Seit dem Frühjahr dieses Jahres haben die Maintaler Grünen eine neue Agenda zur Mitgliederwerbung in Kraft gesetzt. Offener, aktueller, niederschwelliger, konkreter wollen die Grünen werden, um mehr Menschen für die Maintaler Politik und die damit verbundenen Grünen-Standpunkte zu gewinnen. Die Zeiten für einen neuen Politikansatz scheinen nie besser gewesen zu sein, als in der Zeit, in denen den Grünen das Thema Klimaschutz die Tore zur politischen Mitte weit geöffnet hat, in Maintal und anderswo. Wie ein neuer, offener Zugang zu Politik und politischer Mitbestimmung aussehen kann, dazu hatten Mitte September den Landesvorsitzende Philip Krämer eingeladen.

 

Die Maintaler FDP warnte im Oktober davor, die nun verabschiedete Grundsteuerreform solle nicht für Steuererhöhungen in Maintal genutzt werden. Sie forderte, dass sich die Bemessungsgrundlage für die Steuer an der Fläche orientiert, damit keine hohen bürokratischen Erfordernisse auf die Bürgerinnen und Bürger und die Verwaltung zukommen. Kritiker sind allerdings gegen die reine Flächenbemessung und fordern, dass auch der Immobilienwert bei der Berechnung eine Rolle spielen müsse. Ansonsten käme es zur bizarren Situation, dass eine Mittelstands-Familie, die auf dem Land im Altbauhaus mit einem großen Garten wohnt, erheblich mehr Grundsteuer zahlen muss als ein schwerreicher Besitzer von Luxusappartements im Frankfurter Nordend. Die Maintaler Stadtverordnetenversammlung kann dann entscheiden, mit welchen Hebesätzen wir die verschiedenen Nutzungsarten versehen.

 

Bei der Diskussion über den Klimawandel im November ging es vor allem um die Frage, ob man vom Klimawandelt oder vom Klimanotstand sprechen solle, ob es also eine Klimakrise gibt und dass die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen. Die Ausschüsse haben ich zum Klimanotstand bekannt und diesem eine hohe Priorität eingeräumt. Es wurde die Gründung eines Klimabeirates beschlossen und ein Aktionsplan „Klimaschutz Maintal 2025“ sollte erstellt werden. Die Stadtverordnetenversammlung aber entschied sich nur für eher kleine Projekte (Verkehrswende oder Pflanzung von Bäumen), anstatt einer großen Veränderung.

 

Die Stadt Maintal beklebte im November die Bio-Abfallbehälter mit Info-Stickern, weil Fehlwürfe den Betreibern der Biokompostieranlage große Probleme bereiten.

 

Der Haushalt 2020 wurde Mitte Dezember mit einer wenn auch schwachen Mehrheit beschlossen. Die Fraktionen hatten sich schon im Oktober zum Ziel gesetzt, bis 2030 alle städtischen Gebäude klimaneutral zu gestalten. Um dieses Vorhaben umzusetzen, hatten die Grünen angeregt, die Stelle für einen technischen Energiebeauftragten zu schaffen. Dieser Antrag wurde am Montag aber mit Mehrheit abgelehnt. Einigkeit herrschte bei den Fraktionen indes beim Thema Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder, vor allem bei der Schulkindbetreuung an der Fritz-Schubert-Schule. Der fertige Haushaltsplan fand lediglich bei den Fraktionen der CDU und der WAM Zustimmung

 

An Heiligabend machte die Verwaltungsspitze ihren traditionellen Rundgang bei der Polizei, dem Deutschen Roten Kreuz Maintal, bei der Feuerwehr und den Mobilen Sozialen Hilfsdiensten, um sich dort zu bedanken für die im abgelaufenen Jahr geleistete Arbeit.

 

 

Stadtentwicklung

 

Anfang des Jahres wurden auf dem alten Friedhof Dörnigheim die Toiletten für Friedhofsbesucher geschlossen, lediglich bei Trauerfeiern oder Beerdigungen darf sie genutzt werden.

Der Grund ist Vandalismus.

 

Für den Spielplatz an der Mainfähre in Dörnigheim wurde eine neue Konzeption erarbeitet:

Neue Spiel- und Sportgeräte sollen dafür sorgen, dass Eltern und Großeltern künftig nicht nur von der Bank aus das muntere Treiben beobachten, sondern selbst aktiv werden. Der Mehrgenerationenspielplatz kann und soll von allen Altersgruppen genutzt werden, die Geräte sind auch für Menschen mit Behinderungen nutzbar. Die Fläche soll nicht nur erweiterter Spielplatz sein, sondern auch ein Begegnungsort, für eine soziale Interaktion zwischen Generationen und Bevölkerungsgruppen.

 

Ende Januar wurden die Anwohner des Gebiets innerhalb der Straßen Waldstraße, Fechenheimer Weg, Friedhofstraße und Eugen-Kaiser-Ring informiert, daß auf ihren Grundstücken möglicherweise Altlasten vorliegen in Form von Trümmerresten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Nicht brauchbare Schuttteile aus Frankfurt wurden dazu verwendet, das Feuchtgebiet für eine Bebauung nutzbar zu machen. Ende 2016 buchstäblich kamen sie beim Erweiterungsbau der Waldschule wieder zutage. Säuglinge und Kleinkinder sollen nicht direkt auf und mit der Erde spielen, Erwachsene sollten nach Garten- und Erdarbeiten die Hände immer gründlich waschen. Vom Anbau von Wurzel- und Knollengemüse wird abgeraten.

Einzelprojekte:

 

Die Ideen für ein neues, zentrales Rathaus, das im Bereich des Bahnhofs Maintal-Ost in Dörnigheim hätte entstehen können, wurden Anfang des Jahres zu den Akten gelegt. Von diesen Überlegungen übrig geblieben ist das geplante Bürger- und Dienstleistungszentrum, denn mit dem dortigen Bus­bahnhof ist eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben. Noch in diesem Jahr sollte die Umsetzung des Projekts beginnen. Denkbar ist unter anderem den zentralen Stadtladen dort unterzubringen. Außerdem könnten von der Öffentlichkeit häufig frequentierte Einrichtungen der Verwaltungen im neuen Zentrum am Bahnhof Maintal-Ost ihren Platz finden.

Mit dem Haushalt 2019 beschlossen Maintals Parlamentarier, den Altbauflügel des Rathauses inklusive des Grundstücks an der Sandgasse zu veräußern. Statt wie einst in der politischen Diskussion mal angedacht an einem zentralen Punkt, soll die Stadtverwaltung auf drei Standorte verteilt werden: Rathaus an der Klosterhofstraße, ehemaliges Polizeigebäude an der Dörnigheimer Kirchgasse und das Bürger- und Dienstleistungszentrum als einziger echter Neubau.

Das geplante Bürger- und Dienstleistungszentrum ist Bestandteil eines Gesamtkonzepts zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes in Dörnigheim, das von der Stadtleitbildgruppe „Maintal Entree“ erarbeitet und 2014 vorgestellt wurde. Dieses beinhaltet auch eine Modernisierung des Bahnhofsgebäudes, das derzeit noch im Besitz der Deutschen Bahn ist und mittelfristig von der Stadt erworben werden soll. Für das Bürger- und Dienstleistungszentrum werden die jetzigen Park-and-ride-Parkplätze weichen müssen, sie sollen durch ein Parkhaus östlich des Bahnhofs ersetzt werden. Auch der Bau des Parkhauses soll 2020 realisiert werden.

[Die Verwaltung war einmal in Hochstadt zentralisiert worden, um weite Wege zwischen den einzelnen Abteilungen zu vermeiden. Bei zukünftig drei Verwaltungsstandorten wird es wieder an sich unnötige Fahrten geben. Der Busbahnhof liegt zwar zentral, aber wer fährt schon mit dem Bus? Wo soll aber der parken, der mit dem Auto kommt? Wo parken die städtischen Angestellten? Schon jetzt sind auf beiden Seiten des Bahnhofs die Parkplätze knapp. Die neun­zig Parkplätze auf Dörnigheimer Seite sollen durch nur neunzig (oder 150?)  Parkplätze: 2019auf dem Gelände der ehemaligen Expreßgutannahme ersetzt werden. Und die Parkplätze vor dem Braubachzentrums sind nur für Kunden]

 

Der Metrokonzern plante schon länger, den Real-Einkaufsmarkt an der Wingertstraße mit

 62 Mitarbeiter zu verkaufen. Eigentümer des Grundstücks sowie des Gebäudes ist aber die Carlton Group, Real ist nur Mieter. Carlton möchte in Kooperation mit der Stadt Maintal das Gelände neu bebauen, um den Ortseingangsbereich positiv zu entwickeln und aufzuwerten. Im Frühjahr 2018 wurde die Öffentlichkeit über den Vorentwurf für einen Bebauungsplan informiert. Im Februar 2019 wurde die Sache wieder einmal spruchreif. Man hatte einen Vollsortiment-Anbieter im Blick. Neben einem Vollsortiment-Händler wird es dort auch einen Discounter geben und weitere Fachgeschäfte, einen Drogeriemarkt und Bäckereien.

 

Die traditionsreiche Baugenossenschaft hat 2016 nach 20 Jahren wieder begonnen, neuen Wohnraum zu schaffen. Aktuelles Projekt im März 2019: Ein Wohnhaus mit 15 Wohneinheiten, das im Bereich Ecke Beethovenstraße/ Kolpingstraße/ Hasengasse mit einer Fläche von rund 1.300 Quadratmetern. Unter dem Namen „Neue Mitte Kolpingstraße“ entstand zunächst bis März des vergangenen Jahres ein Komplex mit elf Wohneinheiten an der Kolpingstraße 3. Als zweiter Abschnitt dieses Projekts soll nun auf einer Freifläche entlang der Beethovenstraße und der Hasengasse ein viergeschossiges Gebäude in L-Form gebaut werden, das später die Adresse Kolpingstraße 2–4 tragen wird. In den beiden Gebäudeteilen werden laut der Baugenossenschaft insgesamt 15 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 1150 Quadratmetern errichtet, die alle ausgestattet sind mit Tageslichtbädern, Balkon beziehungsweise Terrasse oder Loggia. Der Baukörper wird als leicht geschwungene L-Form konzipiert und nimmt dadurch den Straßenverlauf der Beet­hovenstraße und der Hasengasse auf. Die beiden aneinanderhängenden Gebäudeteile werden jeweils mit einem eigenen Treppenhaus ausgestattet, um dadurch eine mögliche Geräuschkulisse deutlich zu minimieren.

Die Erdgeschosswohnungen sind barrierearm konzipiert, die Heizungs- und Warmwasserversorgung soll zum Teil aus einer Solarthermieanlage gespeist werden. Bei den Wohnungen werden Zwei-, Drei- sowie Vier-Zimmer-Einheiten erstellt. Damit könne die Baugenossenschaft ihren Mitgliedern ein möglichst breites Spektrum an unterschiedlichen Wohnungs- und Zimmergrößen anbieten.

 

Im April wurde entschieden, daß es in Maintal kein stationäres Hospiz geben soll. Stattdessen soll ein Expertenteam in bereits bestehenden Einrichtungen, wie Krankenhäusern und Pflegeheimen, eingerichtet werden, ein Netzwerk „Hospiz- und Palliativversorgung Maintal“.

 

Die leerstehende Produktionshalle der Firma Mettenheimer an der Philipp-Reis-Straße wurde im Herbst 2012 abgerissen und in der Folge Wohnbebauung realisiert wurde. Die Dirk van Hoek GmbH aus Bad Soden errichtete dort 33 Häuser. Bis heute nicht verwirklicht wurde ein „Gewerberiegel“, der zur Straßenfront hin entstehen sollte. Nun aber gibt es einen privaten Investor, der seine Ideen für die Errichtung eines dreigeschossigen Baus, in dem ein Hotel und ein Restaurant unterkommen sollen, prüfen lässt.

 

Im April stellte Ido Michel, der Eigentümer der Michel-Hotelkette, sein Plan vor, neben seinem Hotel „Best Western“ ein Hochhaus mit 60 Wohnungen zu errichten. Das wäre ohne Frage ein Hingucker am westlichen Stadteingang von Dörnigheim, aber dazu wäre eine Änderung des Bebauungsplans nötig, weil nach dem jetzigen Plan auf dem Grundstück lediglich Hotelbauten zugelassen sind An der Südwest-Ecke des Areals soll neben dem Hotelgebäude ein Hochhaus mit 17 Geschossen entstehen. Für das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss wäre eine öffentliche Nutzung denkbar, beispielsweise mit einer Arztpraxis, einem Café, einem Fitnessstudio oder Ähnlichem. Darüber würden sich 60 Mietwohnungen auf die weiteren Geschosse verteilen. Diese sind barrierefrei geplant und sollen eine Größenordnung von 70 bis 75 Quadratmetern. Für alle Wohnungen ist ein Balkon oder eine Loggia vorgesehen. Das Grünkonzept sieht unter anderem vor, den Ringwall zur Kennedystraße und zur Querspange zu verdichten.

Mit dem Turm würde ein wichtiger Beitrag zur Schaffung von Wohnraum geleistet, und das mit möglichst geringem Flächenverbrauch, und unter anderem durch Technik wie Erdwärmespeicher eine gute Effizienz. Daher auch der Name, den die Planer dem Projekt gegeben haben: „Green Tower“. Städtebaulich würde der Turm gut ins Dörnigheimer Westend passen. Denn entlang der West­endstraße stehen bereits drei Hochhäuser. Der Green Tower setze diese städtebauliche Struktur fort und hätte im Falle einer Realisierung einen Ausstrahlungseffekt auf die Umgebung.

Die FDP lehnte gleich ab, weil nach dem Stadtentwicklungskonzept in der Regel keine neuen Häuser gebaut werden sollen, die mehr als vier Vollgeschosse haben. Es gehe zwar darum, mehr Wohnraum zu schaffen, insbesondere bezahlbaren Wohnraum, dies dürfe aber nicht um den Preis der Verschandelung des mittelstädtischen Stadtbilds passieren. Hochhäuser sind kein Beitrag zu einer gesunden Durchmischung der Stadtbevölkerung und bringen großes soziales Konfliktpotenzial mit sich. Auch für WAM und Grüne war das Projekt eindeutig zu viel des Guten. Auch Stadtrat Sachtleber meinte, das Projekt sei eine Ohrfeige an die stadtplanerischen Bemühungen der vergangenen fünf Jahr.

CDU und SPD aber waren für den „Green Tower“: Mit ihrer Mehrheit stimmten Ende Mai CDU und SPD im Ausschuß schließlich für den Antrag und damit für die Änderungen des Bebauungsplans. Das endgültige Votum wird am Dienstag, 11. Juni, um 18 Uhr in der öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten fallen. Die Gegner werden mit Spannung erwarten, wie der Bauherr die notwendigen 120 Stellplätze realisieren möchte.

Auch die Grünen waren strikt gegen den Bau dieses 17-stöckigen Hochhauses auf dem Gelände des Michel-Hotels am westlichen Dörnigheimer Ortseingang. Aus Sicht der Grünen werden wichtige Vorschriften des Baurechts verletzt. Ein Hausbau soll danach nicht mehr als 40 Prozent der Fläche eines Grundstückes beanspruchen. Im vorliegenden Fall wären es 80 Prozent, also eine fast vollständige Bebauung. „Es ist auch vollkommen unklar, wo die notwendigen 160 zusätzlichen Parkplätze herkommen sollen. Die größeren Grünflächen, die bei den älteren Wohnhochhäusern in Maintal üblich sind, würden fast vollständig wegfallen“,

sagt sie.

Ein nachgeschobener Antrag der SPD fordert, dass 30 Prozent sozial geförderte Wohnungen entstehen, ein Mobilitätskonzept inklusive Parkplatzkonzept gemäß Stellplatzverordnung sowie ein Energiekonzept vorgelegt werden sollen.

In der Stadtverordneten befürworten im Juni  alle Fraktionen die Wohnbebauung auf dem Gelände des Michel-Hotels mit einem 30-prozentigen Anteil an günstigen Mietwohnungen. Aber bei der maximalen Ausnutzung des Grundstücks und der geplanten 17-geschossigen Bebauung hört die Einigkeit dann auf. Für die Änderung des Bebauungsplans gab es trotz aller Widerstände schließlich eine Mehrheit.

Das weitere Vorgehen in Sachen „Green Tower“ sieht nun vor, dass der Maintaler Magistrat zunächst einen städtebaulichen Vertrag mit dem Investor Ido Michel schließt, in dem eine Mindestquote von 30 Prozent gefördertem Mietwohnungsbau, ein Mobilitäts- sowie ein Energiekonzept festgelegt werden. Dieser Vertrag, den alle Fraktionen befürworten, muss zunächst befürwortet werden, bevor der Bebauungsplan im Sinne von CDU und SPD beschlossen wird. Damit ist der erste Schritt in Richtung „Green Tower“ getan, auch wenn das letzte Wort in der Sache noch lange nicht gesprochen ist.

 

Die Barrierefreiheit des Bahnhofs Maintal-Ost ist seit Jahren ein Dauerthema. Durch die Erhöhung der Bahnsteige, die in der Zwischenzeit erfolgte, hat sich die Ein- und Ausstiegssituation für die Fahrgäste mittlerweile verbessert. Ein nach wie vor bestehendes Problem ist jedoch auch im April 2019, dass zumindest das Gleis in Fahrtrichtung Frankfurt nicht barrierefrei zu erreichen ist. Das wird vorerst auch so bleiben. Zwar plant die Deutsche Bahn eine Modernisierung des Haltepunkts, in deren Zug neben der Treppe eine barrierefreie Rampe sowie Aufzüge den Zugang zum Bahnsteig ermöglichen sollen. Allerdings sind diese Pläne gekoppelt an die Baumaßnahmen im Zuge der Realisierung der Nordmainischen S-Bahn.

 

 

Die Schulferien bieten im Sommer regelmäßig Gelegenheit, dringend erforderliche Baumaßnahmen an Kanalisation und Straßen zu beginnen. Die Stadt investiert rund 1,9 Millionen Euro in Sanierungen und Instandsetzungen an Maintaler Straßen. Hinzu kommen noch Arbeiten der Maintal Werke, die Gasleitungen in Bischofsheim erneuerten. Einige Straßen mußten komplett gesperrt werden, weil die unter ihnen liegende Kanalisation erneuert oder erweitert werden muss. Hier bauten verschiedene Firmen im Auftrag der Stadt Maintal. Betroffen sind die Stadtteile Wachenbuchen, Hochstadt und Bischofsheim.

In der Straße Alt Wachenbuchen wurdet bis voraussichtlich Ende Oktober der Kanal ausgetauscht und von einem Innendurchmesser von 40 Zentimetern auf 50 bis 60 Zentimeter erweitert. Und in Hochstadt schließlich befindet sich vor der Kelterei Höhl eine größere Baustelle. Hier wurde der gesamte Straßenaufbau erneuert und zudem der östliche Gehweg ausgebaut.

Der Radweg „R4“ zwischen der Hochstädter Straße und dem Parkplatz vor dem Aldi Bischofsheim wurde bis Anfang August grundhaft erneuert sowie der Parkplatzvor dem Kochberg ausgebaut.

An der Waldschule in Bischofsheim wurde der kleine Schulhof saniert, und an der Werner-von-Siemens-Schule in Dörnigheim wurden Container für die anstehende Baumaßnahme aufgestellt. In der Hochstädter Fritz-Schubert-Schule wurde ein Klassentrakt saniert, aufgrund des geforderten Brandschutzes. Die Maßnahme dauert noch bis Ende des Jahres. In der angrenzenden Adolf-Diesterweg-Schule wurde die Turnhalle saniert, unter anderem wird eine LED-Beleuchtung installiert und der Sporthallenboden erneuert (im Sommer 2021 machte allerdings das undichte Dach alles wieder zunichte).

Die teuerste Baumaßnahme der nächsten Monate begann während der Sommerferien an der Albert-Einstein-Schule in Bischofsheim. Hier wurde das gesamte Gebäude B brandschutztechnisch saniert. Außerdem erhält der naturwissenschaftliche Bereich eine komplett neue Ausstattung.

 

Mitte August wurde von den Vereinen „Haus und Grund Hanau“, „Haus und Grund Bergen-Enkheim“ und „Mieterbund Hanau“ ein neuer Mietspiegel für Maintal beschlossen. Man hat sich auf eine Steigerung der Tabellenwerte um 5,3 Prozent verständigt und energetische Maßnahmen stärker berücksichtigt.

 

Im August wurde über das Opel-Eck gesprochen, das seit vielen Jahren als heruntergekommene „Ladeninsel“ als Schandfleck angesehen wurde. Im Oktober hatte es die Stadt geschafft, gemeinsam mit dem Eigentümer einen belastbaren Plan für die Zukunft des rund 1.800 Quadratmeter großen Geländes zu erstellen. In drei Jahren sollte nun zwischen Kennedy- und Berliner Straße ein moderner, ansehnlicher Mix aus Wohnbebauung und Ladenlokalen entstehen. Im Erdgeschoss der neuen Bebauung sollen sich Ladenlokale befinden, darüber in mehrgeschossiger Bauweise Wohnungen. Außerdem soll eine Tiefgarage gebaut werden.

 

Der Magistrat freute sich im Oktober besonders darüber, dass die Stadt nun endlich ein neues Gewerbegebiet erhalte: In Bischofsheim entsteht in Kooperation mit der Nachbarstadt Frankfurt auf einer Fläche von 15 Fußballfeldern das Gewerbegebiet Maintal-West. Die Absprachen für das Großprojekt auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei Frankfurt sind laut Magistrat abgeschlossen. Im Frühjahr kommenden Jahres beginnt die Stadt Maintal mit der Erschließung des Geländes, einschließlich eines Straßenbaus auf Frankfurter Stadtgebiet.

Zwei weitere Gewerbegebiete seien noch geplant: Eines in Bischofsheim in der Nähe der „Grünen Mitte“ und eines in Main-Nähe zwischen Dörnigheim und Hanau. Hier soll eine Mischform aus Neubaugebiet und Gewerbeansiedlung entstehen. (12. Oktober).

 

Der Zeitplan für das Parkhaus am Bahnhof Maintal-Ost stand. Bereits im Jahr 2020 sollte der Startschuss für den Bau fallen. Doch dann stellte die Deutsche Bahn im Frühjahr ihren Baustellenabwicklungsplan für die Realisierung der nord-mainischen S-Bahn vor und die Maintaler Pläne waren hinfällig.

Die Bahn wird einen Teil der Fläche, auf der das Parkhaus entstehen soll, für die Baumaßnahme benötigen. Allerdings ist längst beschlossene Sache, dass auf dem heutigen Park-and-ride-Parkplatz auf Dörnigheimer Seite ein Bürger- und Dienstleistungszentrum entstehen soll. Das geht aber nur, wenn alternative Parkflächen zur Verfügung stehen. Deshalb die Pläne für ein Parkhaus.

Weil man mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes nicht bis zur Fertigstellung der nordmainischen S-Bahn auf Maintaler Gemarkung warten möchte, stellte Sachtleber Anfang November nun mögliche Ausweichflächen vor. Außerdem schlägt der Magistrat die Erhebung von Gebühren für die P+R-Flächen vor, damit diese nicht zweckentfremdet werden, sondern tatsächlich nur den Pendlern zur Verfügung stehen.

Derzeit gibt es auf der Dörnigheimer Seite des Bahnhofs 85 Parkplätze. An der Philipp-Reis-Straße auf Hochstädter Seite sind es 92. Hinzu kommt eine provisorisch hergerichtete Fläche an der Max-Planck-Straße, die Platz für 60 Autos bietet. Damit existieren rein rechnerisch 237 Parkplätze. Für das Bürger- und Dienstleistungszentrum wurde zusätzlich ein Bedarf von 50 bis 111 Stellplätzen ermittelt, je nach Größe und Nutzungsfläche.

287 bis 348 Parkplätze sind also insgesamt nötig, die vorerst ohne Parkhaus realisiert werden sollen. Die Pläne der Stadtspitze hierzu sehen wie folgt aus: Auf Hochstädter Seite werden die 92 Parkplätze auf dem P+R-Parkplatz an der Philipp-Reis-Straße sowie die 60 an der Max-Planck-Straße beibehalten. Zusätzlich könnte die Stadt eine Lagerfläche am Ende der Max-Planck-Straße pachten, wo 48 Stellplätze denkbar wären.

Auf Dörnigheimer Seite sind 105 Plätze auf dem Grundstück parallel zu den Gleisen vorgesehen, auf dem später das Parkhaus gebaut werden soll. Hinzu kommen könnten 28 Stellplätze in der Lahnstraße, wo die Stadt ein Grundstück vom Tennisclub Rot-Weiß erworben hat. In Summe gäbe es dann 333 Abstellflächen.

Wenn voraussichtlich 2028 die Arbeiten rund um die nordmainische S-Bahn abgeschlossen sind, kann das Parkhaus mit mindestens zwei Parkebenen und 160 Pkw-Plätzen sowie Fahrradabstellflächen entstehen. Bei Bedarf wäre auch eine dritte Parkebene denkbar. Was die Erhebung von Parkgebühren für die öffentlichen P+R-Flächen betrifft, die bereits zeitnah erfolgen soll, sind Tagessätze von 1,00 bis 1,50 Euro im Gespräch.

Bezüglich der Parkraumbewirtschaftung gab es Bedenken: Wer mit dem Auto zur Bahn fährt, macht grundsätzlich etwas richtig. Da hätte ich Bauchschmerzen, dies zu bestrafen. Wer dann rund 30 Euro im Monat an Parkgebühren zahlen müsste, der fährt vermutlich weiter bis zur Borsigallee und profitiert dann zudem von der günstigeren Tarifzone. Für die umliegenden Wohngebiete sieht der Magistrat eine stärkere Überwachung vor. Trotz der Einwände erhielt der Vorschlag, Gebühren für das Parken zu erheben, die mehrheitliche Zustimmung im Ausschuss und braucht als Nächstes den Segen durch die Stadtverordnetenversammlung.

 

 

 

Dicke Buche

Bewohner am Erlenweg beschwerten sich im Juli über den Lärm, der von der Sportanlage ausgeht. An die hohen Metallzäune hinter den Toren müssten Tornetze, um den Lärm aufprallender Bälle zu mindern. Die Lärmschutzwand - gerade mal etwas länger als 30 Meter - müsse soweit verlängert werden, dass sie alle rund um die Kunstrasenplätze angrenzenden Häuser westlich und südlich der Anlage, durch die Wand geschützt seien. Angrenzend an den Kleinfeldplatz müssten höhere Zäune her mit Ballnetzen. Die Gastronomie muss eingezäunt werden, damit von dort keine Vereinsfremden auf das Gelände können.In den Abendstunden könnten immer wieder Eindringlinge au die unzureichend gesicherte Anlage kommen:

[Dazu muß man wissen, daß die drei Häuser amWeidenweg direkt an dem Spielfeld schwarz gebaut wurden].

Auf der Sondersitzung des Ausschusses für Umwelt wurde der Magistrat aufgefordert, die Beseitigung der Mängel zu prüfen.

Anwohner klagten: Bälle im Garten, Wildpinkler, Lärm und Beleidigungen würden in den einst ruhigen Nächten noch getoppt: Wenn ein Dutzend junger Männer nachts saufend und johlend Angst verbreitet, dann wollen sie hier nicht wohnen, dann will hier niemand wohnen.

Die Stadt hat Kirschlorbeer gepflanzt, der in einigen Jahren Sichtschutz darstellen wird.

 

Eichenheege

Im April ist rund vier Jahre nach Abschluss des städtebaulichen Vertrags das neue Wohnquartier auf dem ehemaligen Gelände der Firma Intubau in der Dörnigheimer Eichenheege nahe des Bahnübergangs so gut wie fertiggestellt. Einzig das im Bauplan Haus A genannte Gebäude am nordwestlichen Rand des Gebiets fehlt noch. Dort sollen die im städtebaulichen Vertrag vereinbarten 15 sozial geförderten Mietwohnungen entstehen – nach Auskunft des Investors soll noch in diesem Jahr mit deren Bau begonnen werden.

Der Bauträger, das ist in diesem Fall die City 1 Grundbesitz GmbH, die ihren Sitz in Neu-Isenburg hat. Auf dem Areal am Waldrand von Dörnigheim, zwischen den Straßen Eichenheege und Daimlerstraße, hat City 1 seit 2015 insgesamt 49 Einfamilienhäuser sowie zwei größere Mehrfamilienhäuser errichtet. Im dritten und kleinsten der drei geplanten Mehrfamilienhäuser sollen die vertraglich vereinbarten 15 geförderten Wohnungen entstehen.

 

Auf dem ehemaligen Sportplatz möchte die Stadt ein zukunftsfähiges Mobilitätskonzept realisieren und die Wohn- und Lebensqualität innerhalb des Quartiers erhöhen. Das städtebauliche Konzept sieht eine Mischung aus Mehrfamilien-, Reihenhäusern, Doppelhaushälften und Einfamilienhäusern vor. Fest steht bereits, dass die städtische Maintal Immobilien-Gesellschaft auf einem Teil der insgesamt 2,7 Hektar großen Fläche drei Mehrfamilienhäuser mit geförderten Wohnungen errichten wird. 42 Einheiten sind vorgesehen.

Weitere Mehrfamilienhäuser wird es in der Gebietsmitte geben. 60 Wohneinheiten, verteilt auf drei Gebäudekomplexe, die sich um eine Grünfläche gruppieren, sollen dort entstehen. Hier ist zudem eine Tiefgarage mit 60 Stellplätzen für die Bewohner geplant. Die Reihen-, Doppel- und Einfamilienhäuser werden indessen am Waldrand liegen und das Neubaugebiet einfassen. Vorgesehen sind nur 161 Parkplätze für rund 138 Wohneinheiten, davon 13 Besucher- und vier Carsharing-Stellplätze. Die geplanten Stellplätze für die Bewohner sollen entlang der einzig öffentlich befahrbaren Straße – denn das Gebiet soll nicht nur autoarm, sondern weitenteils auch autofrei sein – und am südlichen Waldrand entstehen. Ein Besucherparkplatz ist im Eingangsbereich geplant. Mit dieser Planung hatte so manches Ausschussmitglied im Mai seine Probleme: Schließlich würden die neuen Eigentümer kaum auf ihr zweites Auto verzichten, weil in dem Gebiet nur noch ein Stellplatz pro Wohneinheit vorgehalten werde. Stattdessen dürfte sich die ohnehin angespannte Situation in den umliegenden Straßen weiter zuspitzen. Dann werden zusätzliche Runden gedreht, um das Auto irgendwie irgendwo abzustellen. Das ist weder ökologisch sinnvoll noch trägt es zum sozialen Frieden in der Nachbarschaft bei.

In der Stadtverordnetenversammlung wurde der Vorentwurf verworfen, nicht nur wegen der Stellplätze, sondern ebenfalls die Anordnung der Wohngebäude, die angedachte Lage des Spielplatzes, das noch nicht ausdefinierte Energiekonzept und einige weitere Planungsdetails

Nach drei Monaten Überarbeitungszeit räumten bis auf die Grünen im August alle vertretenen Fraktionen ein, dass der zweite Entwurf besser sei als das zurückgewiesene erste Konzept.

Im neuen Entwurf wurde die Anzahl der Stellplätze erhöht, die aber weiterhin dezentral an den Außenbereichen des Baugebiets liegen.

 

 

Es wird Auto-Ladestationen geben und E-Roller-Ladestationen, der Einsatz von Erdwärme-Pumpen zur Energieversorgung. Wird noch geprüft. Letztlich verabschiedete der Bauausschuss gegen die Stimmen der SPD das überarbeitete Konzept, wobei die Sozialdemokraten für die Stadtverordnetenversammlung Zustimmung signalisierten (22. August).

 

Mainufer:

Im Dezember haben die Stadtverordneten entschieden, 100.000 Euro zu investieren, um das gastronomische und kulturelle Angebot der Mainkultur auszubauen. Anfang des Jahres fand sich daraufhin eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aus Politik, Verwaltung und der Stadtleitbildgruppe Mainufer unter Leitung des Stadtverordnetenvorstehers Karl-Heinz Kaiser zusammen. Sie sollten Vorschläge für Maßnahmen zu erarbeiten, die auf eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität abzielen. Es gab Meinungsverschiedenheiten über die Verwendung der Mittel.

Sollen diese investiert werden, um das Mainufer aufzuwerten, um damit die Grundlagen für zukünftige kulturelle Veranstaltungen zu schaffen oder müssen mit den Geldern infrastrukturelle Voraussetzungen für den Pächter der Mainkultur geschaffen werden, um das gastronomische Angebot zu stärken?

Im Juni wurde ein Katalog mit acht Maßnahmen vorgestellt, die im Bereich des Main­ufers für eine Aufwertung sorgen sollen, die Gastronomie war dabei nur ein Randbereich. Ahmet Cetiner, vor vier Jahren der Initiator und seitdem Pächter der Mainkultur-Gastronomie, hatte sich von dem Auftrag der Arbeitsgemeinschaft, verbesserte Rahmenbedingungen für seine Gastronomie erhofft. Es fehlt an Schattenplätzen und an befestigten Bereichen für Sitzmöglichkeiten. Er war aber nicht Mitglied des Ausschusses, weil er ein Eigeninteresse hatte.

Der Bereich hatte aber sehr unter Vandalismus zu leiden. Schon Mitte März war der Pavillon am Fähranleger wegen Vandalismusschäden abgebaut worden. Der Sandkastenbereich des Spielplatzes am Dörnigheimer Mainufer mußte Mitte Juli gesperrt werden, weil überall Glasscherben und Splitter verteilt waren und eine bloße Reinigung nicht mehr möglich war. Immer wieder haben Anwohner von zerbrochenen Glasscherben und mit Graffiti beschmierten Mauern berichtet. Einmal pro Jahr reinigt eine Firma im Auftrag der Verwaltung professionell den Sand sämtlicher öffentlicher Spielplätze in Maintal.

Auch die Stadt Maintal bestätigte im Frühjahr auf Anfrage, dass rund um das Mainufer besonders häufig Vandalismusschäden auftreten würden. Speziell nachts und am Wochenende seien deshalb Präventivstreifen der Ordnungsbehörden unterwegs. Vertreter von Verwaltung, Ordnungsamt und Polizei luden deshalb im Juni zu einer Informationsveranstaltung ein, weil sie von den Bürgern Erfahrungsberichte, Ideen, Vorschläge erhofften, wie mit den Problemen umzugehen sei. Jugendliche allerdings fehlten.

Am 15. August, kam es zu einem Austausch in der Sommergastronomie der Mainkultur. Dabei zeigte sich, dass die Fortführung des Angebots über alle Parteigrenzen hinweg politischer Konsens ist. Unterschiedliche Ansichten gab es allerdings, was den Einsatz von Steuermitteln und die Realisierung bestimmter Maßnahmen angeht.

Für Pächter Ahmet Cetiner etwa ist der vorliegende Maßnahmenkatalog, der unter anderem die Sanierung des Fährsockels, die Installation von Beleuchtung, einem Abwasseranschluss, den Bau einer Freitreppe oder die Einrichtung einer Eventfläche vorsieht, aber ebenso Fundamente für die Gastronomie-Container und eine Beschattungsmöglichkeit, kein Beitrag, um die Mainkultur wirtschaftlich zu betreiben. Auch wenn es keine schlechten Maßnahmen sind.

Gleichzeitig stellten sowohl Cetiner als auch CDU-Partei- und Fraktionschef Martin Fischer klar, dass die 100.000 Euro keinesfalls eine Subvention des Pächters sind, sondern vorgesehen sind, um die notwendigen Voraussetzungen für eine Sommergastronomie zu schaffen. Denn der aktuelle Pachtvertrag läuft bis 2021 und wird dann neu ausgeschrieben.

Seit Beginn der Saison im April seien knapp 18.000 Besucher in die „Mainkultur“ gekommen. Das Angebot wird also gerne angenommen, auch wenn aus Sicht des Pächters durchaus noch Luft nach oben ist.

Die Frage, wie eng oder weit der Begriff „Kultur“ mit Blick auf die „Mainkultur“ gefasst werden soll, war im Dezember ein Dreh- und Angelpunkt der Diskussionsrunde. Die einen wünschen sich ein stärkeres kulturelles Angebot im engeren Sinne, die anderen – wie etwa Böttcher oder Cetiner – sehen in der „Mainkultur“ durchaus einen Beitrag zur Kultur. „Kultur ist mehr als nur Theater. Kultur entsteht dort, wo Menschen zusammenkommen“, sagte Böttcher. Die 100.000 Euro sollen genutzt werden, um den gastronomischen Betrieb zu sichern.

 

 

Auf 94.000 Euro schätzt ein externer Planer die Kosten – hat bei seiner Kalkulation aber nur fünf der insgesamt acht geplanten Maßnahmen berücksichtig: Für einen festen Untergrund für die „Mainkultur“ auf zirka 20.000 Euro, für eine Einhausung der Mülltonnen 15.000 Euro, für einen sogenannten WLAN-Access-Point 1.500 Euro, für die Herstellung von Bodenfundamenten für Gastronomie-Großschirme 8.000 Euro und eine Abwasserpumpstation wäre mit 50.000 Euro der teuerste Posten. Auch die Wasser- und Stromanschlüsse für die Gastronomie am Mainufer sind wichtig. Auch investiert die Stadt Maintal 5.000 Euro in die Gestaltung des Fährsockels. Eine Freitreppe und die geplante Beleuchtung südlich der Mainwiese werden hingegen weiter auf sich warten lassen.

 

 

 

 

Hochstadt:

Anfang Februar erfolgte der erste Spatenstich für ein Wohn- und Ärztehaus hinter dem Seniorenzentrum. mit der Anschrift Am Weides 67. Die städtische Immobilien-Gesellschaft errichtet nach eigenen Angaben den Neubau der zehn Wohneinheiten mit Wohnflächen in Größen zwischen 45 und 100 Quadratmetern sowie ein Medizinisches Versorgungszentrum von etwa 270 Quadratmetern. Im Gebäude wird ein Fahrstuhl den Zugang zu den einzelnen Etagen erleichtern. Fünf der neun geförderten Wohnungen seien barrierefrei geplant. Erstellt werden die Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 750 Quadratmetern nach dem aktuellen Stand der Energieeinsparverordnung. Alle Wohnungen sind mit Balkonen oder Dachterrassen ausgestattet. Im Außenbereich werden 20 Parkplätze angelegt. Durch die Förderung des Kreises in Höhe von 231.000 Euro und das Erbpachtgrundstück der Stadt Maintal liegt der Mietpreis bei höchstens sieben Euro pro Quadratmeter.

Neun zusätzliche Sozialwohnungen werden hinzukommen, wenn das Bauprojekt der Maintal Immobilien Gesellschaft im Baugebiet Am Weides in Hochstadt abgeschlossen ist. Menschen mit einem niedrigen oder mittleren Einkommen können bei der Stadt einen Wohnberechtigungsschein beantragen. Die Einkommensgrenzen liegen allerdings derzeit für einen Einpersonenhaushalt bei 15.573 bis 18.686 Euro, für einen Zweipersonenhaushalt bei 23.627 bis 28.351 Euro, zuzüglich für jede weitere zum Haushalt rechnende Person 6.444 Euro. Für jedes zum Haushalt rechnende Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um weitere 650 Euro jährlich. En Rollstuhlfahrer, der in einer Dachwohnung  in der Ringstraße wohnt, kam dafür nicht in Frage.

 

Am historischen Rathaus soll ein kostenloser WLAN-Hotspot ganz ohne Beschränkungen bei der zeitlichen und inhaltlichen Nutzung eingerichtet werden im Rahmen des Förderprogramm „Digitale Dorflinde“ des Landes Hessen, das eine Förderung von bis zu 1.000 Euro pro installiertem Hotspot und bis zu 10.000 Euro je Kommune vorsieht. „Digitale Dorflinden“ soll es dann in Dörnigheim im Kinderclub und Bonis Treff, auf der Sportanlage „Dicke Buche“ und im Bereich der Freien Turnerschaft Dörnigheim geben, in Bischofsheim auf dem Marktplatz, auf dem Gelände des FSV Bischofsheim, im Bürgerhaus sowie im Kinder- und Jugendhaus, in Hochstadt rund ums Historische Rathaus und im Bürgerhaus sowie in Wachenbuchen im Bürgerhaus.

 

Wachenbuchen:

Ende 2017 hat die Stadt Maintal das Volksbankgelände an der Ecke Raiffeisenstraße /         Hanauer Landstraße in Wachenbuchen gekauft. Seitdem steht das markante Gebäude leer. Dass es abgerissen wird, steht bereits fest. Die Stadtleitbildgruppe „Ortsmitte Wachenbuchen“ hat schon viele Ideen für eine Nachnutzung des Geländes gesammelt, zum Beispiel eine gemischte Bebauung mit Wohnen, Gewerbe und Ladenlokalen. Eine Tiefgarage könnte unter dem Gebäude gebaut werden. Im Erdgeschoss könnte ein Gesundheitszentrums entstehen. Auch öffentliche Toiletten, vor allem für Busfahrer, sind denkbar.

Weitere Ideen für die Nachnutzung sind ein Gründerzentrum, ein Jugendzentrum, ein Lese-Café mit Orientierung zu dem bereits bestehenden Parkplatz mit einer Bewirtung durch Initiativen von Bürgern, Vereinen oder Gewerbetreibenden aus Wachenbuchen. Außerdem bräuchten die Freien Turner Wachenbuchen, die den Teil des Gebäudes nutzen, mehr Lagerfläche. „Das sind alles nur Ideen“, sagt Frölich. Was letztlich davon umgesetzt wird, muss die Stadt entscheiden. In einem ersten Schritt wurde bereits der Biergarten neben dem Bürgerhaus neu gestaltet und im Mai neu eröffnet.

 

Im Bauausschuss gab es im September eine Diskussion über eine angebliche Vereinbarung zur Bebauung des fünf Hektar großen Areals „Am Berghof“, früher Gärtnerei Kaufeld. Im Vorfeld der geplanten Zwangsversteigerung des Gärtnereigeländes im Mai 2015 soll es eine schriftliche Absprache zwischen dem damaligen Magistrat mit Bürgermeister Erhard Rohrbach und Erstem Stadtrat Ralf Sachtleber sowie dem benachbarten Landwirt Ludwig Stein gegeben haben. Der Landwirt soll damals angekündigt haben, nicht an der Versteigerung teilzunehmen, wenn eine Abstandsfläche von 10.000 Quadratmetern zum angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieb diesem zur Nutzung als Ackerfläche überlassen wird.

Zu einer Zwangsversteigerung sei es letztlich nicht gekommen, weil man sich mit den Gläubigern habe einigen können. Diese Vereinbarung aus 2015 bildet aber die Grundlage für ein aktuelles Schreiben, das der Landwirt vergangene Woche an Karl-Heinz Kaiser geschickt hat:

Die zwischenzeitlich an die Maintal Immobilien Gesellschaft übertragene Abstandsfläche soll zurück ins Eigentum der Stadt kommen, wo sie gemäß eines 2017 getroffenen Beschlusses der Stadtverordneten verbleiben soll.

Sollte diese Rückübertragung erfolgen, sieht der Landwirt offensichtlich seine ursprünglich mit dem Magistrat getroffene Vereinbarung konterkariert. Deshalb kündigt er in dem Brief

in der Frage des Abstands sämtliche Rechtsmittel auszuschöpfen, sodass es in den nächsten drei, vier Jahren keinen Bebauungsplan geben werde. Denn tatsächlich ist der Mindestabstand von 100 Metern zwischen der geplanten Bebauung und dem Aussiedlerhof auf dem derzeit vorliegenden Entwurf unterschritten, um das Flächenpotential stärker auszuschöpfen und mehr Wohneinheiten zu realisieren.

Der Erste Stadtrat setze sich deshalb für einen Kompromiss ein: Verkauf der Abstandsfläche zum derzeit gültigen Bodenrichtwert von Ackerland, um im Gegenzug die Abstandsfläche ohne Konflikte mit dem landwirtschaftlichen Betrieb reduzieren zu können. In einem weiteren Schreiben des Landwirts an eine andere Fraktion verweist dieser darauf, dass man auf die Maximalforderung von 100 Metern Abstand verzichte, wenn es zu einer Übertragung der Fläche komme. Eigentümer ist seit vergangenem Jahr die Maintaler Immobiliengesellschaft.  Damit über die Fläche überhaupt verhandelt werden kann, muss diese aber an die Stadt Maintal zurückübertragen werden Kaiser äußert der aber auch Zweifel darüber, „dass hier nur Ackerland zur Pflege erworben werden soll“ (sondern Hoffnung auf Bauland besteht).

 

Ende November waren die rund 1350 Quadratmeter verkehrsberuhigte Fläche im östlichen Arm der Straße „Alt Wachenbuchen“ fertig. Ein neuer Kanal und neue Wasserleitungen wurden verlegt, darüber ein herbstfarbenes Pflaster und in den Rinnen mit grauem Kopfsteinpflaster.

 

Es wurden 746 000 Euro hier verbaut, eine Summe, die natürlich nicht alleine in den Belag ging. „Der Kanal, der vorher 40 Zentimeter Durchmesser aufwies, wurde durch einen neuen mit 50 bis 60 Zentimetern ersetzt. Das musste sein, da der alte baulich wie hydraulisch nicht mehr den aktuellen und vor allem zukünftigen Anforderungen gewachsen war“, sagt Matthias Goldbach vom Fachdienst Tiefbau des Eigenbetriebs Betriebshof.

Das oberflächliche Erscheinungsbild des Straßenbelags soll zum Fachwerkambiente der Häuser in Alt Wachenbuchen korrespondieren; es ist besser als der Teerbelag, aber natürlich nicht so wie das alte Pflaster (dieses ist noch im westlichen Teil der Straße erhalten, die einzige Stelle im Maintal, die noch altes Pflaster hat). Daß im verkehrsberuhigter Bereich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind und motorisierte Zeitgenossen Schrittgeschwindigkeit fahren müssen, ist natürlich eher Wunschdenken

 

 

Landwirtschaft

 

Im März wurde Bettina Weber als neue Weinkönigin des 1.Hochstädter Winzerverein gekürt

und hört fürderhin für ein Jahr auf den adligen Namen Bettina I. Sie löst Susanne I., Susanne Meyer ab, die bisher bei Weinproben und Veranstaltungen das Zepter schwang. Bettina Weber ist 52 Jahre jung, lebt seit 2001 im Maintaler Stadtteil und kommt gebürtig aus Kilianstädten. Sie ist seit rund 33 Jahren Apothekenhelferin in Schöneck-Kilianstädten.

Im Juni fand wieder das Rebenblütenfest statt, bei dem auch der „Rote Hochstädter“ ausgeschenkt wurde Aber auf dem Weinberg „Am hohen Rain“ darf er nicht mehr wachsen. Die im 19. Jahrhundert aus Amerika nach Deutschland importierte Wildrebe „Vitis Reparia“ ist nämlich genau genommen ein Gemüse, ujnsoll sogar zur Weinbereitung ungeeignet sein, „und wir dürfen auf unserem Weinberg nur zugelassene Rebsorten anbauen“, erklärt Winzerpräsident Gerhard Koffler. Dabei machten diese bis vor einigen Jahren fast ein Drittel des gesamten Bestands auf dem Weinberg aus. Denn der Wein mit seinem charakteristischen Eigengeschmack war und ist beliebt, die Rebe noch dazu kaum krankheitsanfällig.

Die Wahl für eine Ersatzpflanzung fiel auf den traditionellen Riesling und die neue Sorte „Cabernet Cortis“, die man als Weiß- oder Rotwein ausbauen kann. Im Moment geht der Trend zum Weißwein, weil er leichter und frischer ist. Daher wurde auch die Sorte Cabernet Cortis bisher als Weißwein ausgebaut.

Am Rebenblütenfets im Winzerhof, beteiligten einmal mehr Freunde aus der französischen Partnerstadt Luisant,. Es ist traditionell das Fest, zu dem die Winzer die ersten Weine aus dem Vorjahr ausschenken. Diesmal standen aus dem Jahr 2018 ein Dornfelder Rosé, ein lieblicher Riesling, der Spessartblick (Kerner) und der Grauburgunder auf der Getränkekarte. Der Rote Hochstädter ist indessen Jahrgang 2015. Wobei Weinfreunde mitnichten befürchten müssen, bald auf den Hochstädter Traditionsrotwein verzichten zu müssen. Der Weinberg umfasst gut die Hälfte der Reben des Vereins. Die übrigen wachsen in den Höfen, an Hauswänden, auf Garagendächern und anderen Grundstücken von Mitgliedern und Privatleuten. Dort wird auch der Rote Hochstädter weiterhin zu finden sein

 

Ende September öffnete der Kürbishof in der Bachstraße 18 in Wachenbuchen seine Tore.

„Bischofsmütze“ und „Teufelskralle“ werden auf dem knapp anderthalb Hektar großen Feld unweit des Reiterhofs angebaut. Wer Speisekürbisse anbieten möchte, muss reines Saatgut kaufen. Die Eigenzucht wird allein als Zierkürbis verkauft und zu Dekozwecken verwendet.

Es werden 40 Speise- und Zierkürbissorten zum Verkauf angeboten.

Der Anbau ist arbeitsintensiv, weil er weitgehend von Hand erfolgt. Zwar gibt es eine Vorbehandlung gegen Unkraut, aber alles, was danach wächst, muss mit der Hacke entfernt werden

Kürbisse sind sehr empfindlich. Das gilt nicht nur für die Pflanze, die deshalb nicht mit Unkrautbekämpfungsmitteln in Kontakt kommen darf, sondern ebenfalls für die so massiv wirkende Frucht mit der harten Schale. Auf gar keinen Fall darf der Strunk abbrechen, andernfalls beginnt die Frucht zu faulen. Gleiches gilt für Druckstellen, weshalb die einzelnen Kürbisse vorsichtig in die bereitstehende Holzkiste gelegt werden.

 

 

Am beliebtesten bei den Kunden ist nach wie vor der Hokkaido. Der ist auch bei den Schnecken beliebt. Weil der Sommer sehr trocken war, gab es allerdings nicht viele von ihnen.

Halloween-Kürbisse dürfen noch eine Weile liegen. Weil bei Kürbissen eine fünfjährige Fruchtfolge einzuhalten ist, wird auf dem Feld im nächsten Jahr Weizen angebaut werden.

 

Viele der gepflückten Äpfel werden veredelt. Aus ihnen wird Apfelwein. So auch bei Familie Hensel aus Hochstadt, Trinkbrunnenstraße 3. Anika Hensel arbeitet beim MainÄppelHaus am Lohrberg und setzt sich in Maintal im Arbeitskreis Streuobst für den Erhalt eben dieser ein. Früher haben viele ihre Äpfel in Betriebe gebracht, die dann daraus Apfelwein hergestellt haben. Doch mittlerweile keltern viele mehr und mehr privat.

Bis vor zwei Jahren hat auch ihr Vater Kurt Hensel jedes Jahr mindestens 400 Liter Apfelwein gekeltert. „Denn ich habe für mich selbst schon einen Liter gerechnet, den ich täglich getrunken habe“, sagt er. Kurt Hensel ist jetzt 88 Jahre alt und lässt nun seine Familie und die Nachbarn und Freunde die schwere Arbeit machen. Der „alte Hochstädter“ ist aber immer noch dabei und gibt Anweisungen.

Anfang Oktober werden zunächst alle Äpfel gewaschen und dann kleingehäckselt, ehe der frische Most mit Muskelkraft in der Kelter herausgepresst wird. Zwischendurch greift Kurt Hensel immer mal wieder ein und sei es nur, um die Lage der Pressbretter zu korrigieren. Kurt Hensel wurde in Hochstadt geboren, ist mit dem Apfelwein aufgewachsen. Gelernt hat er den Beruf des Schreiners. Vor sechs Jahren hatte er eine Herz-OP, die ihn aber nicht daran gehindert hat, seine Apfelbäume weiter zu pflegen. Bis vor zwei Jahren ist er dazu auch immer noch selbst auf die Leiter gestiegen, um Äste abzusägen. Der 2019er verspricht laut dem Experten ein guter Jahrgang zu werden. Denn der Most erreichte einen Spitzenwert von 60 Oechsle, der Alkoholgehalt ist also entsprechend hoch

 

In 66 Jahren hat Imker Fischer solche Trockenheit nicht erlebt:

Hans Fischer hält schon seit 66 Jahren Bienen. Das Vorstandsmitglied im Imkerverein Büchertal sagt Anfang Oktober: „Wir erleben derzeit eine Trockenheit, wie ich sie in 66 Jahren noch nicht erlebt habe. Die Blüten in diesem Sommer waren voller Pollen, aber Nektar gab es kaum, bedingt durch außergewöhnlichen Flüssigkeitsmangel.“ So haben die Bienen zwar ihre Bestäubungsarbeit leisten können, selbst aber viel zu wenig zu fressen gehabt und folglich auch nur extrem wenig Honig produzieren können:

Vor Jahren noch sei eine tödliche Milbe das größte Problem der Imker gewesen. Gegen die gebe es längst ein Mittel: Gegen die Trockenheit gibt es leider keines. Eigentlich hätten die Bienen für diese Winternahrung selbst sorgen müssen. Konnten sie aber nicht“, sagt Fischer, „ich musste schon frühzeitig mit Zuckerwasser zufüttern.“

Dies sei aber weder besonders gut für die Bienen noch für den Imker, schließlich sollten die Tiere ihre Nahrung ja selbst sammeln. Auf lange Sicht, sagt Fischer, gefährde die Trockenheit also auch die Existenz der Bienen: „Die brauchen Nektar. Nicht nur Pollen.“

Fischer zeigt auf Blaudisteln, die im Garten stehen, zeigt auf seine Apfelbäume und auf seine Linden am Garteneingang: „Die Linden verlieren seit Wochen ihre Blätter, eigentlich sind die sehr robust.“ Die Wurzeln der genügsamen Bäume würden offensichtlich kaum noch Wasser transportieren, sagt Fischer.

Für ihn heißt das ganz konkret, dass der ansonsten sehr ergiebige Grundwasserbrunnen im Frühjahr 2019 ausgetrocknet ist: „Auch den habe ich seit 66 Jahren“, sagt Fischer, „und aus einer Tiefe von dreieinhalb Metern hat er immer zuverlässig Wasser.“

Auf die Frage, ob der Brunnen denn nach Regen wieder Wasser liefern werde, muss Fischer milde lächeln. Dann schüttelt er den Kopf: „Leider nein!“

 

Die rekordverdächtige Zeit von weniger als vier Stunden, die das Keltern der Trauben in Anspruch genommen hat, liegt maßgeblich an der erstmals verwendeten Hydropresse

Unerfreulicher ist jedoch ein weiterer einleuchtender Grund für die geringere Arbeitszeit: Weniger als die Hälfte, nämlich 2000 statt 4.700 Kilogramm Trauben, konnten dieses Jahr im Vergleich zu 2018 geerntet werden. Vor allem der späte Frost im Mai, aber auch die Dürre, als es im Sommer 14 Tage lang extrem heiß war, und der viele Regen kurz vor der Erntezeit sind dafür verantwortlich.

Auch hierzulande werden die Auswirkungen des Klimawandels sichtbar:  Riesling sei früher erst Ende Oktober reif gewesen, mittlerweile ist er das teilweise sogar schon Ende September. Auf die Nachfrage, ob denn durch die steigenden Temperaturen wenigstens das Frostrisiko geringer werde, winkt der Kenner ab. „Es wird dennoch immer wieder Frostschäden geben, es gilt einfach, Vorkehrungen zu treffen.“

Quantitativ ist dieses Wein-Jahr wohl eher enttäuschend für den Hochstädter Winzerverein. Aber: „Von der Qualität her sind wir äußerst zufrieden, wenn auch die Öchsle-Zahl letztes Jahr ein klein wenig besser war“, bilanziert Vereinsvorsitzender Gerhard Koffler. Insgesamt neun verschiedene Weinsorten werden nach Gärung und Filtration im Februar oder März nächsten Jahres in Flaschen abgefüllt werden. Im Frühjahr beginnt dann wiederum die Arbeit in und an den Reben – frei nach dem von den Hochstädter Winzern zitierten Motto: „Der Wingert will den Winzer jeden Tag sehen.“

Nun steht am Wochenende Mitte Oktober erst einmal das traditionelle Federweißenfest des Hochstädter Winzervereins an. Im urigen Hof an der Bischofsheimer Straße 9 können dann die Weine der vorigen Jahre, allerlei leckere Speisen sowie natürlich Federweißer und Zwiebelkuchen probiert und genossen werden.

 

Der Ertrag Apfelernte 2019 war durchschnittlich. Der Ertrag von durchschnittlich 75 Kilogramm pro Baum ist mittelmäßig. Für die Äpfel einen Zuckergehalt von 60 Grad Oechsle ermittelt, wobei 50 Grad Oechsle eigentlich ideal ist. Auch bei 45 werden die Äpfel zum Keltern des Apfelweins abgegeben. Der Apfelwein wird deshalb nicht besonders süß, sondern der Alkoholgehalt steigt. Zu erwarten sei, dass der Jahrgang 2019 mit durchschnittlich 7,5 Prozent Alkoholgehalt deutlich über den eigentlich apfelweintypischen fünf bis fünfeinhalb Prozent liegen werde.

Den Pessimismus einiger Experten, die in 20 Jahren ein Aussterben der Äpfel in Hessen befürchten, teilt Anika Hensel nicht: „Aber wir werden gießen müssen, bewässern.“ Außerdem gebe es „Profiteure“ des neuen, wärmeren Klimas: „Die Birnen und Quitten fühlen sich wohl bei der Trockenheit, und auch meine Feigenbäume haben viele Früchte getragen.“ (21. Oktober).

 

 

Forst

 

Baumfällarbeiten stehen im Februar im „Pappelwäldchen“ am Dörnigheimer Mainuferweg an. Grund für den Einsatz der Motorsäge ist das Alter der Bäume und die damit verbundenen Risiken für Passanten. Bei den betroffenen Bäumen handelt sich um so genannte Hybridpappeln, die nach dem Zweiten Weltkrieg als schnell wachsende, allerdings nicht standortgerechte Gehölze gepflanzt wurden. Diese Pappeln haben den Zenit ihres Baumlebens überschritten.

Haben die Bäume ihr Durchschnittsalter von 60 bis 80 Jahren erreicht, werden sie zunehmend anfällig für Fäulnis und Pilzbefall – und das bleibt nicht ohne Folgen. Auffällig sind auch die verstärkte Totholzbildung sowie angebrochene und ausbrechende Äste oder ganze Kronenteile. Für die gefällten Bäume wird es natürlich Nachpflanzungen mit standortgerechten Bäumen geben. Das Wäldchen wird in seiner Bestandsgröße erhalten bleiben.

Bei der Neuanpflanzung verfolgt die Stadt das Ziel, in diesem Bereich durch die Auswahl entsprechender Bäume einen Auenwald zu entwickeln. Charakteristische Gehölzarten wären Schwarzerle und Eiche, die weniger bruchanfällig und an den Standort im Überflutungsbereich des Mains besser angepasst seien.

 

Kaum Niederschlag, außergewöhnlich viel Sonne und heiße Temperaturen – der vergangene Dürresommer gilt als „Jahrhundertsommer“. Und er hat seine Spuren hinterlassen, nicht nur in der heimischen Landwirtschaft, sondern vor allem auch im Wald. In Maintals Wäldern haben sich insbesondere Borkenkäfer wie Buchdrucker und der Kupferstecher ausgebreitet.

Die Massenvermehrung der Schädlinge hat bereits in 2018 enorme Schäden am Wald verursacht – weitere Folgeschäden sind in 2019 sowie den Folgejahren zu erwarten. Doch nicht nur der Schädlingsbefall an Fichten macht dem Maintaler Förster Koch im März zu schaffen: „Es gibt hier auch das so genannte Diplodia-Triebsterben an Kiefern. Dadurch verfärben sich die Nadeln zuerst rötlich, dann stirbt die Kiefer ab. Das sei für den heimischen Wald besonders schlimm, weil die Kiefer an das hiesige Klima eigentlich sehr gut angepasst sei.

Etwa 600 Hektar Waldfläche gibt es in Maintal. Mehr als ein Zehntel davon ist nun nach er­sten Prognosen nachhaltig geschädigt. Der Grund: die anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen, allerdings nicht erst durch den vergangenen „Jahrhundertsommer“. Koch beobachtet die Entwicklung nun seit knapp 16 Jahren. Im Jahr 2003 gab es auch schon einen solchen besonders heißen, trockenen und niederschlagsarmen Sommer. Seitdem sind die jährlichen Durchschnittstemperaturen um etwa zwei bis drei Grad Celsius gestiegen. So waren früher die Monate März bis Mai eher nass und kühl. Nun herrscht oft um diese Zeit langanhaltende Trockenheit mit dem Resultat, dass viele der Neuanpflanzungen vertrocknen.

Auf solche anhaltenden Trockenperioden sind vor allem die Wälder in Maintal und Umgebung schlecht eingestellt, besonders wenn sie wie in großen Bereichen im Maintaler Wald auf Sandböden stehen. Diese sind von Natur aus schon sehr nährstoffarm und speichern dazu noch sehr schlecht das Wasser. Die Bäume geraten unter Stress und werden anfällig für Schädlinge.

Doch nicht nur an den Nadelhölzern wie Fichte, Kiefer und Douglasie haben sich Parasiten eingenistet, auch Laubbäume sind betroffen. So gibt es etwa die sogenannte Rußrindenkrankheit an Ahorn, die durch den Schlauchpilz Cryptostroma corticale ausgelöst wird. Doch das ist nur ein Problem von vielen. Die Sporen dieses Pilzes können bei direktem Kontakt für den Menschen unter Umständen schädlich sein.

Der vermehrte Käferbefall, aber auch durch Stürme umgeworfene Bäume haben dazu geführt, dass es seit einiger Zeit ein Überangebot auf dem Holzmarkt gibt. Dadurch sind die Holzpreise im Keller, Nadelholz zurzeit kaum absetzbar. Das stellt Waldbesitzer wie die Stadt Maintal auch vor finanzielle Herausforderungen. Normalerweise endet die Holzsaison im März, doch in diesem Jahr müssen vermutlich bis in den Sommer hinein befallene Bäume aus Gründen des Forstschutzes und der Verkehrssicherheit eingeschlagen werden.“

Die Vegetation wird sich mittel- und langfristig verändern. Neben den angeschlagenen Nadelbäumen kommt auch die Buche, die am häufigsten vorkommende Baumart in Hessen, mit der Klimaerwärmung schlecht zurecht. Deshalb müsse man beim Aufforsten zunehmend experimentieren, um herauszufinden, welche Gehölze für die künftigen Klimaverhältnisse in der Region geeignet sind. Das schließt auch fremdländische Baumarten mit ein. Dabei sind Bäume aus dem Mittelmeerraum da oft frostempfindlich nur eingeschränkt geeignet. Es gibt Baumarten aus Südosteuropa oder gar aus dem Kaukasus, die sowohl höhere Durchschnittstemperaturen als auch Frost vertragen, wir sind da erst am Anfang. Der Klimawandel, er betrifft also nicht nur die fernen Inseln in Mikronesien oder die Sahel-Zone in Afrika, sondern ist längst bei uns angekommen.

Im April hat Hessen-Forst reagiert und setzt nun einen so genannten „Harvester“ ein, der maschinell einzelne Bäume fällt und gleich an Ort und Stelle verarbeitet. Er ist ausgeliehen aus dem benachbarten Frankfurter Stadtwald.

 

Die markierten Fichten, Douglasien und Kiefern sind allesamt abgestorben, bei kräftigem Wind oder gar Sturm drohen Äste und ganze Bäume auf die Spazierwege zu fallen. Am Gänweiher in der Gemarkung Bischofsheim stehen einige dieser Bäume direkt an den Wegen.

Aber auch tiefer im Wald wachsende Bäume können wir mit dem Harvester, einer Vollerntemaschine, erreichen und so die Weiterverbreitung von Schädlingen eindämmen.

Geschädigt sind inzwischen auch Laubbäume. Ahornbäume werden insbesondere von der so genannten „Rußrindenkrankheit“ befallen. Einer Pilzinfektion, welche über Jahre hin das Ablösen der Rinde und das schleichende Ende beim Ahorn hervorruft. „Die Sporen dieses Pilzes sind auch für Menschen gesundheitsschädlich, sodass wir die Wege hier um den Gänsweiher für Spaziergänger und Fahrradfahrer gesperrt haben während der Fällarbeiten. Das Pilzwachstum ist durch die Trockenheit des vergangenen Jahres ebenfalls befördert.

Die jüngst erfolgten Baumfällungen im Bischofsheimer Wald dienten indessen dazu, die Verbreitung von Schädlingen einzudämmen. Durch hohe Temperaturen und langanhaltende Trockenheit waren die Bäume anfällig für Schädlinge wie Borkenkäfer und eine Pilzart. Deshalb mußte man schnell über die Saison hinaus handeln und geschädigte Bäume entfernen, um gesunde Bäume zu schützen. Die Fällarbeiten konnten im Mai abgeschlossen werden. Nun soll das Holz zeitnah abtransportiert werden.

 

Nahe des Simmetswegs in Wachenbuchen waren viele Eschen vom Eshentriebsterben befallen. Sie wurden zu Hackschnitzeln für die Holzhackschnitzelanlage auf dem Betriebshof verarbeitet. Doch wo die Eschen weichen mussten, recken sich bereits neue Bäume zaghaft der Sonne entgegen: Eichen. Etwa 4.000 Stück wurden auf der knapp 0,4 Hektar großen Fläche gesetzt und mit einem Zaun umgeben.

 

Im Waldstück zwischen der A 66 und der Thingstraße in Hochstadt mußten im Juli zahlreiche Bäume gefällt werden, die der Hitze der vergangenen Jahre zum Opfer gefallen sind. In den vergangenen Wochen und Monaten mussten bereits hunderte Bäume in und um Maintal aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Zuerst sind die Hotspots dran. Waldstücke an Autobahnen, Eisenbahnstrecken und Straßen. Besonders gefährlich auch für Waldbesucher sind die sogenannten Grünastabbrüche. Als letztes Mittel zur Rettung lassen die Bäume dabei ihre eigenen Äste absterben.  Förster Koch sagt: „Ich bin frustriert und traurig. Ich mache das seit 35 Jahren, in so einem schlechten Zustand habe ich die Wälder noch nicht gesehen“. Das Baumsterben macht vor keiner Baumart halt. An der Thingstraße sind es vor allem Buchen und Eschen. Aber auch Eichen und Kiefern halten die hohen Temperaturen nicht aus. Speziell in Hochstadt hat der Revierförster auch mit dem Problem der Grundwasserabsenkung zu kämpfen. Hier übt die Autobahn Druck auf den Boden aus und verdrängt das Grundwasser, dass für die Bäume immer schwerer zu erreichen ist.

 

Bruno Kemmerer ist Jagdpächter in Wachenbuchen. Gemeinsam mit Ludwig Fix und Hans Puth betreut er ein rund 700 Hektar großes Revier. Die Jagd ist nur eine von einer recht langen Liste an Aufgaben eines Jagdpächters ist. Zum Beispiel wurden sechs Wildäcker angelegt mit Buchweizen, Klee und Hafer. Außerdem gibt es eine Salzlecke für das Wild

Auch um die Fütterung der Rebhühner und Fasane kümmern sich die drei Pächter, ebenso um die nächtliche Zählung der Hasen, die zweimal jährlich erfolgt, oder die Rettung der Rehkitze vor der Mahd. Und sie weisen Malbäume für die Wildschweine aus, an denen die ihr juckendes Fell schubbern können.

Ein Jäger darf nicht einfach schießen, was ihm vor die Flinte läuft. Im Frühjahr und Sommer haben die Wildtiere Schonzeit. Die Quoten sind festgelegt und werden von der Unteren Jagd­behörde in einem Abschussplan vorgegeben, der alle drei Jahre auf der Grundlage eines Verbissgutachtens durch Pächter und Förster im jeweiligen Revier erstellt wird. In diese Abschussliste wird auch das sogenannte Fallwild eingerechnet, also Wildtiere, die bei Autounfällen ums Leben kommen.

Den Hochsitz müssen die Pächter selbst in Schuss halten. Insgesamt 25 davon stehen im Wachenbucher Revier. Meistens an sogenannten Wechseln. Nicht selten queren Wildtiere an diesen Wechseln auch viel befahrene Straßen, wie die K 872 zwischen Wachenbuchen und Wilhelmsbad. Dort errichten die Jagdpächter regelmäßig Duftzäune: Alle 30 Meter sprüht man auf die Bäume einen Schaum, den man mit einer Flüssigkeit geimpft hat. Zum Schutz der Rehe und anderer Wildtiere richten die Pächter auch auf ihren gepachteten Äckern Feldholzinseln an.Im November ist die Drückjagd in Kooperation mit benachbarten Revieren. Diese zu organisieren, eine Streckenliste zu erstellen und ebenso die Trichinenschau, um sicherzustellen, dass das Wildbret frei von Trichinen (einem Virus) ist, gehört zu den Aufgaben der Jagdpächter.

 

Die Zeit zwischen Herbst und Winter ist die Zeit schwerer und zahlreicher Wildunfälle. Der Hauptgrund dafür: Massen von Autos bewegen sich am Morgen und Abend viel zu schnell durch diffuses Licht. Die Tiere – in Maintal Rehe, Füchse, Dachse oder Wildschweine – werden dann oft übersehen.

In und um Maintal gibt es drei Wildwechsel-Schwerpunkte, an denen die Unfall-Gefahr besonders groß ist, sagt der Leiter des Hegeringes Klaus Weyland: An der Gemeindegrenze von Maintal zu Frankfurt am Main, rund um den Charlottenhof gibt es einen starken Wildwechsel von Schwarzwild und vereinzelt Rehwild über die Landesstraße 3209 ins Enkheimer Ried.

Ein zweiter Gefahrenschwerpunkt sei an der östlichen Gemeindegrenze Maintals zu Hanau: Die Kreisstraße 872, die von Wachenbuchen in Richtung Hoher Tanne und Wilhelmsbad verläuft, ist ein Schwerpunkt, gerade bei Wildunfällen mit Rehwild. Rotwild, also Hirsche, gebe es in Maintal nicht. Dritter Schwerpunkt mit Bedeutung ist die Landesstraße 3008, viele Füchse werden auch überfahren.

Die Gefahr von Wildunfällen machten sich Verkehrsteilnehmer leider erst dann klar, wenn es schon gekracht habe. Die Polizeien im Großraum Hanau/Maintal informieren bei Wildunfällen mittlerweile die Hegeringleitungen, die dann Jäger an die Unfallstellen entsenden. Die fotografieren die Fahrzeuge und stellen den Beteiligten die nötigen Papiere aus. Den Schaden, den ein 100 Kilogramm schweres Wildschwein oder ein 15 bis 18 Kilogramm schweres Reh am Fahrzeug verursachen könnten, würden sich auch nur wenige Verkehrsteilnehmer vergegenwärtigen.

Radfahrer und Mountainbiker sollten auf ausgewiesenen Wegen bleiben, damit Rehkitze und auch andere Tiere nicht in Panik versetzt werden und aus ihren Ruheräumen getrieben würden. Gegen Hunde, die in der Natur unangeleint laufen würden, sei generell nichts zu sagen: „Nur dann, wenn der Halter sie nicht richtig steuern kann, dann gehört der Hund an die Leine Von Hunden zu Tode gehetzte Rehe gebe es leider viel zu häufig.

Im laufenden Jahr 2019 gab es im Bereich der Hegegemeinschaft II (Bischofsheim, Büdesheim, Dörnigheim, Hochstadt, Kilianstädten, Mittelbuchen, Nidder, Niederdorfelden und Wachenbuchen) 40 gemeldete, behördlich erfasste Wildunfälle. Auf Maintal entfielen 14 davon; Wachenbuchen (7) ist hier vor Hochstadt (4) und Bischofsheim (3) Schwerpunkt. Im Vorjahr gab es 24 Wildunfälle in Maintal und 61 in der Hegegemeinschaft II. Wachenbuchen (9) lag hier stadtintern vor den Stadtteilen Bischofsheim und Hochstadt (beide 7) und Dörnigheim (1). Insgesamt stiegen die Fallzahlen bei Wildunfällen im Zehn-Jahres-Vergleich in und um die Stadt Maintal stetig an.

 

Im Dezember wurde wieder „Problemholz“ im Maintaler Wald gefällt. Der Revierförster Koch sagt:. „Seit Monaten mache ich nichts anderes, als tote Bäume zu markieren“. Regelrechte Schneisen sind vereinzelt in den Wald geschlagen, weil die Bäume derart geschädigt waren, dass ein Kahlschlag unvermeidlich war. Ganze Fichtenbestände hat der Holzvollernter in den vergangenen Tagen gefällt und entastet. Für die langen Fichtenstämme, die vom Borkenkäfer befallen waren, geht es nach China. Aber der Markt wird derzeit überschwemmt mit Holz.

Aber die Wirtschaftlichkeit ist das geringere Problem. Vielmehr geht es darum, das Holz jetzt zeitnah aus dem Wald zu schaffen, damit sich die Schädlinge nicht weiter verbreiten. Es gibt mittlerweile keine Baumart mehr, die klimastabil ist. Die Kiefer leidet unter einem Pilz, der Ahorn unter der Rußrindenkrankheit, das Eschensterben geht weiter, und auch Buche und Eiche kommen mit den Veränderungen nicht zurecht.

 

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Gewerbe

 

Mit dem Kauf von Fairtrade-Produkten kann man nicht nur sich und seiner Familie etwas Gutes zu tun, sondern auch ganz grundlegend an der Arbeitssituation der Erzeuger der Produkte etwas ändern. Die Stadt Maintal geht dabei mit gutem Beispiel voran und hat sich zum Ziel gesetzt, sich Fairtrade-Town nennen zu dürfen. Das Siegel der „TransFair e.V.“ steht unter anderem für stabile und gerechte Mindestpreise, ein Verbot von Kinderarbeit, den Aufbau von Gemeinschaftsprojekten zur Bildung und Gesundheitsversorgung sowie langfristige Handelsbeziehungen und die Förderung ökologischen Anbaus. Weltweit gibt es rund 2000 Fairtrade-Towns und rund 500 Kommunen in Deutschland.

Wer Fairtrade-Town werden möchte, muss verschiedene Kriterien erfüllen. Neben einem Ratsbeschluss und dem Verkauf von mindestens zwei fair gehandelten Produkten in der Verwaltung muss ebenso eine Steuerungsgruppe gegründet werden, zu der mindestens drei Personen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zählen. Ebenso müssen Fairtrade-Produkte im Sortiment des Einzelhandels und in der Gastronomie vorhanden sein sowie in öffentlichen Einrichtungen angeboten werden.

Mit Globus als Einzelhandelspartner ist die Steuerungsgruppe der Zertifizierung nun ein gutes Stück näher gekommen. Die ortsansässige Firma bietet in ihrem Markt über 150 Fairtrade-Produkte an und auch der Ausschank im eigenen Café ist komplett Fairtrade. In der Vergangenheit konnten bereits die Cafés „Pearson und Puppe“ und „Im Garten Eden“ sowie die „Little Beach GmbH“ als Gastronomen gewonnen werden.

Neben den evangelischen Kirchengemeinden Hochstadt, Dörnigheim, Wachenbuchen und der katholischen Kirchengemeinde St. Edith Stein beteiligen sich auch die Vereine DLRG, FSV Bischofsheim und das Junge Theater in Wachenbuchen. Letzteres wird im Januar eine Podiumsdiskussion zum Thema „faire Arbeits- und Handelsbedingungen“ veranstalten.

Nun fehlt dem Projekt nur noch eine Schule.

 

In Hessens erstem Leihladen im Gewerbegebiet Ost in Dörnigheim gibt es rund 420 Alltagsgegenstände zum Ausleihen Gegründet wurde der erste Leihladen Hessens auf Initiative der fünfköpfigen Stadtleitbildgruppe „Nachhaltigkeit“. Seit Anfang des Monats läuft das Geschäft nun unter dem Dach der Bürgerhilfe Maintal. Mitte Januar feiert das fünfköpfige Initiatoren-Team den einjährigen Geburtstag des Geschäfts, das im Dezember 2017 eröffnet wurde. Freitagnachmittags hat der Leihladen geöffnet, immer von 16 bis 17.30 Uhr. Jedes Mal kommen durchschnittlich zwei bis drei Interessierte, die etwas leihen wollen.  Alle rund 420 Objekte, die in dem Katalog des Leihladens erfasst sind, sind nicht vom Team gekauft, sondern gespendet.

Weit oben auf der Liste steht ein Stehtisch, denn für eine Gartenparty hat man von der Bierzeltgarnitur bis zum Geschirr sonst fast alles. Besonders häufig werden Werkzeuge ausgeliehen. Auch die Brett- und Gesellschaftsspiele kommen gut bei den Maintalern an: Und es kommt regelmäßig eine Frau, die sich immer ein neues Puzzle ausleiht.

Für ein Pfand in Höhe von durchschnittlich fünf bis zehn Euro – je nach Wert des Leihgegenstands kann das Pfand aber auch bei 50 Euro liegen – kann man etwas ausleihen. Und zwar auf unbestimmte Zeit.

So wird am Tag der Ausleihe eine ungefähre Angabe über den Zeitpunkt der Rückgabe gemacht. Wenn der Gegenstand aber später zurückgegeben wird, dann ist das auch nicht schlimm. Pro Monat wird eine Ausleihgebühr in Höhe von zwei Euro fällig.

 

Ab 9. März hat das Team auch samstags von 12 bis 14 Uhr geöffnet. Außerdem will das Team die Räume im Gewerbegebiet-Ost künftig verstärkt für Veranstaltungen nutzen. So ist für kommenden Freitag, 8. Februar, ab 18 Uhr eine Klamottentausch-Party geplant. Weitergeführt wird der Nachhaltigkeitsgedanke dann am Freitag, 15. Februar, um 18 Uhr bei einem gemeinsamen Reste-Essen. Die Teilnehmer bringen einfach Lebensmittel mit, die sie übrig haben und sonst eventuell wegwerfen würden. In der Küche des Leihladens wird daraus dann gemeinsam gekocht und gegessen.  Ein kollektives Saubermachen steht am Samstag, 9. März, auf dem Programm. Von 10 bis 12 Uhr wird zusammen das Gelände rund um den Leihladen von Müll befreien.

 

Im Reparatur-Café im Stadtteilzentrum Bischofsheim kann man an jedem dritten Samstag im Monat dort seine kaputten Sachen reparieren lassen. Wer hier herkommt, bringt die Nähmaschine mit, die es nicht mehr tut, ein zerrissenes Hundeband, einen angeschlagenen Bilderrahmen. eine Gebetskette, die neu aufgefädelt werden muß

 

Anfang März gab es einen Besucheransturm im neuen BMW-Autohaus Krah + Enders

in der Kesselstädter Straße 49 zwischen dem „Globus“ und (unmittelbar angrenzend) der Maintal-Kesselstädter Gemarkungsgrenze. Für den Tag der Eröffnung war nicht nur das nagelneue Gebäude des Autohauses von Krah + Enders mit einem roten Teppich für die Besucher und weiß-blauen Luftballonketten an der Fassade herausgeputzt worden. Selbst die zur Stärkung bereit gehaltenen Weißwürste trugen „Haut Couture“: Auf dem engen weißen Outfit jeder einzelnen Wurst prangte der braune Aufdruck des Unternehmens, als sei dies ein neues Modelabel. Hunderte von Besuchern wollten am Samstag das neue Zentrum in Dörnigheims Gewerbegebiet Ost sehen und bei dieser Gelegenheit auch gleich die neuesten BMW-Modelle betrachten.

Den ganzen Tag über begrüßten Inhaber Peter Enders und Geschäftsführer Ottmar Gerk die Kunden und solche, die es vielleicht werden wollen und führten durch das großzügig gestaltete Gebäude. Investitionen von zwölf Millionen Euro ermöglichten dem Familienunternehmen am neuen Standort zwischen Otto-Hahn- und der Kesselstädter Straße jetzt auf eigenem Grundstück das Modernste zu bieten, was derzeit in punkto Autoservice auf dem Markt ist: Im Haupthaus sind Service, Ausstellungen und Verkauf unter einem Dach vereint.

Wer sein repariertes Fahrzeug abholen will, steht – mit Blick auf die mit Glasrolltoren ausgestattete Werksannahme im Kundenbereich.

Neben Maintal unterhält der Familienbetrieb Krah + Enders BMW-Autohäuser in Mainz, Wiesbaden, Rüsselsheim, Schlüchtern, Fulda, Hünfeld, Gersfeld und Eschwege. Über 600 Mitarbeiter kommen da zusammen, in Maintal sind 93 Menschen beschäftigt.

Was Mitarbeiter wie Kunden gleichermaßen freuen dürfte, ist die Tatsache, dass mit dem neuen Gebäude nun alle Serviceleistungen unter einem Dach angeboten werden, womit die Lauf- und Kommunikationswege sich verkürzen. Am alten, 1998 erbauten Standort - der 2004 vom Vorgänger Borse als Mietobjekt übernommen worden war - waren die Abteilungen auf mehrere Gebäude verteilt. Auf der Vorab-Eröffnung, die zeitgleich mit der Vorstellung der neuesten Modelle, nämlich der 3er Limousine, dem Z 4-Roadster und dem 8er Cabrio, stattfand, soll schließlich am 27. und 28. Juli noch eine weitere offizielle Eröffnungsveranstaltung folgen.

Im Obergeschoss ist der Ausstellungsraum für die Gebrauchtwagen. Rund 70 Wagen haben hier Platz, nachdem sie zuvor per Lastenaufzug in den ersten Stock transportiert worden sind.

Als größte Besonderheit des neuen Hauses bezeichnete Enders die Neuerung, dass ebenerdig die komplette Mini-Ausstellung und die Neuwagen zu sehen sind, also dort, wo der Kunde sich im Wartebereich quasi mittendrin befindet. Im Reifen-Hotel können 2.500 Reifensätze von Kunden eingelagert werden. Im Hauptgebäude gibt es neben der Fotovoltaikanlage auf dem Dach Luft- und Wärmepumpen, LED-Technik und eine ressourcenschonende Wasseraufbereitung für die Waschstraße. Draußen ist eine Elektro-Tankstelle installiert.

 

Die fünfte Auflage des sogenannten Coworking Spaces und auch das Unternehmerfrühstück des Hanauer Anzeiger fand Ende März über den Dächern von Maintal statt, und zwar passend zum Thema der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins an einem modernen Arbeitsplatz, nämlich in einem Coworking Space.

Seit einem Jahr gibt es The Roof in Maintal. Die umfängliche Infrastruktur für Start-ups, Freiberufler und Unternehmer. Auf einer Fläche von 130 Quadratmetern stellt der Unternehmer Ahmet Cetiner Büroräume, Besprechungsräume, Präsentationstechnik, eine Küche und eine Dachterrasse zur Verfügung, die nach Abschluss einer Mitgliedschaft genutzt werden können.

Es gibt unterschiedliche Pakete für eine Mitgliedschaft, je nach individuellem Bedarf: vom Tagesticket für 18 Euro bis zum All-Inclusive-Paket ist alles möglich. Das gilt auch für die Arbeitsplätze. So genannte Workstations ermöglichen es, die Technik mobil dort zu nutzen, wo man an diesem Tag arbeiten möchte. Drei Büros stehen dafür zur Verfügung.

Gesprächsstoff gab es also reichlich für die geladenen Gäste aus der Wirtschaft, Gespräche, die sich mit der neuen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins mit dem Schwerpunkt „Arbeitgeber 4.0“ vertiefen und natürlich auch weiterdenken lassen, ganz im Sinne von Coworking Spaces

 

Wer sein Auto auf dem Parkplatz am Opel-Eck am Stadteingang von Dörnigheim abstellt, parkt gefährlich: Die Fläche wird von der Hanauer Überwachungsfirma Parkwatcher kontrolliert. Diese wirft aber Kunden im April vor, gar nicht in dem Geschäft gewesen zu sein, auf dessen Parkplatz sie ihr Fahrzeug abgestellt hätten. Allerdings haben die „abgestraften“ Autofahrer die Möglichkeit, sich gegen die Bußgeldbescheide zu wehren. Die Parkraumüberwachung auf einem Privatgelände durch ein beauftragtes Unternehmen wie die Hanauer Firma Parkwatcher íst rechtlich zulässig. Aber im Gegensatz zum öffentlichen Straßenraum greift auf Privatgrundstücken nicht die Halterhaftung. Heißt konkret: Ermittelt Parkwatcher den Halter eines widerrechtlich geparkten Fahrzeugs, muss das Unternehmen auch nachweisen, dass der Halter zum im Bußgeldschreiben genannten Zeitpunkt auch tatsächlich der Fahrer war. Um den Parkplatz am Opel-Eck hatte es bereits zuvor Ärger gegeben: Im Januar dieses Jahres wurde über die unterschiedliche Beschilderung berichtet. Netto hat aber seine Schilder angepasst und erlaubt nun auch nur noch eine Parkzeit von 90 Minuten mit Parkscheibe.

 

Die Gewerkschaft Verdi hat im April die Verhandlungen mit der Leitung der drei Maintaler DRK-Seniorenzentren „Kleeblatt“ um bessere Löhne die Gespräche abgebrochen. Laut Verdi gehe es bei den Löhnen um eine Differenz von bis zu 20 Prozent. Die Gewerkschaft schlägt eine schrittweise Anpassung der Gehälter an das Tarifniveau vor, damit der wirtschaftlichen Situation des Hauses Rechnung getragen werden könne. Die Geschäftsführerin Gudrun Schröter teilte aber der Verdi-Tarifkommission mit, dass sie nicht vorhabe, mit Verdi über einen Tarifvertrag zur Anerkennung des DRK- Reformtarifvertrags zu verhandeln. Die Einrichtungsleitung verfolge stattdessen eine hausinterne Lösung.Sie will die mögliche Einführung eines bundesweiten Flächentarifvertrags für die Pflegebranche abwarten. Sollte sich diesbezüglich bis Jahresende nichts tun, wolle man ein eigenes Lohnsystem einführen. Um ein Zeichen zu setzen, sei eine Einmalzahlung für Juni geplant.

 

 

 

Ende Mai kann es zu einem Warnstreik. Ungefähr 30 der 170 Mitarbeiter zogen in einer Demonstration durch Bischofsheim. Ihre Forderung: bessere Arbeitsbedingungen, bessere Entlohnung und ein Tarifvertrag.

Die drei „Kleeblätter“ beschäftigen rund 170 Mitarbeiter. waren an diesem verregneten Morgen zu der Demonstration erschienen, die den Warnstreik begleitete. Der Zug begann am Bischofsheimer „Kleeblatt“ und zog knapp eine Stunde lang durch den Stadtteil, ehe man am Marktplatz mit einer Bekundung schloss. Besonders die Hauswirtschaftskräfte und Pflegehelfer, also nicht examinierte Pfleger, bräuchten dringend eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Die Leiterin will verhandeln und angemessen vergüten, aber keinen Tarifvertrag. Der Hintergrund dieser Aussage ist, dass das „Kleeblatt“ mehr Mitarbeiter beschäftige als nötig. Damit wolle man die Pflegequalität erhöhen. Sollte man jetzt die Forderung nach einem Tarifvertrag umsetzen, so müssten Stellen gestrichen werden.

Die Stadtverordneten sahen im Juli  im konkreten Fall sehr wohl die Politik in der Verantwortung, sich mit den Pflegekräften solidarisch zu erklären. „Wenn wir in Maintal dem Deutschen Roten Kreuz schon Grundstücke zur Verfügung stellen, dann muss sich das DRK auch an Spielregeln halten. Dazu zählt ein Tarifvertrag“, erklärte SPD-Fraktionschef Sebastian Maier. „Wir wollen ordentliche tarifliche Verhältnisse in Häusern, die wir gebaut haben“, so Hartmut König.

Ende November einigten sich Verdi und die Geschäftsführung der Maintaler DRK-Seniorenzentren „Kleblatt“ endlich in dem zähen Tarifstreit. Das Ergebnis: Ab Juni 2020 werden die Verträge der rund 170 Beschäftigten der „Kleeblätter“ schrittweise an den so genannten DRK-Reformtarifvertrag angepasst. Bislang betrug diese Differenz bei einer examinierten Altenpflegekraft monatlich rund 386 Euro brutto, bei Hilfskräften sogar bis zu 423 Euro.

Doch damit ist jetzt Schluss: Ab 1. Juni 2020 werden zunächst die Gehälter von Pflegekräften angepasst, ein Jahr später dann die der Pflegehelfer und anderer Mitarbeiter.

 

Erstmals beteiligte sich im Juni der Telekommunikationsanbieter Drillisch mit Sitz in Maintal an der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen. Bislang hat das Unternehmen, dessen bekannteste Tochter „1und 1“ ist, kein eigenes Netz, sondern nutzt die Antennen der nationalen Konkurrenz. Das wird sich jetzt ändern. Denn mit der Ersteigerung von sieben Frequenzblöcken für gut eine Milliarde Euro wird Drillisch nun ein eigenes Netz aufbauen. Damit wird es in Deutschland künftig Funkmasten von vier und nicht nur von drei Unternehmen geben. Mögliche Folgen: Sinkende Preise etwa bei Handyverträgen für den Verbraucher.

Nach dem Abschluss der zwölfwöchigen Auktion, die am Mittwoch endete und nicht zuletzt durch Drillisch als zahlungsfreudigem Mitbieter dem Bund mit 6,6 Milliarden Euro deutlich höhere Einnahmen als erwartet bescherte, zeigte sich Ralph Dommermuth, Chef des Mutterkonzerns United Internet, zufrieden: „Wir haben Frequenzen ersteigert, mit denen wir in der Lage sind, ein leistungsfähiges 5-G-Netz aufzubauen“, erklärte er. Als Neueinsteiger hat Drillisch Ausnahmeregelungen und muss daher weniger in der Fläche ausbauen als seine Konkurrenten.

Allerdings wurde die Firma am Ende noch überboten und bekam damit einen Block weniger als in dem wochenlangen Ringen angestrebt. Von den 41 Frequenzblöcken entfallen die meisten auf die Deutsche Telekom, die 13 Blöcke ersteigerte und dafür 2,17 Milliarden Euro zahlen muss. Auf Vodafone entfallen zwölf Blöcke für 1,88 Milliarden Euro und auf Telefónica neun für 1,42 Milliarden Euro.

 

 

 

Das Café „Pearson und Puppe“ in Hochstadt wird von den Inhaberinnen Katharina Puppe und Michelle Blythe geborene Pearson geführt. Blythe kümmert sich in der Küche ums Frühstück und Puppe bereitet nebenan im Eislabor schon alles vor. Hier wird nämlich alles selbst gemacht: Müsli, Kuchen, Torten, Eiscreme, Konfitüren, Soßen für herzhafte Gerichte und für Eis. Sie haben das Eismachen in Berlin „von der Pike auf gelernt von zwei Männern, die in Italien von einem Eismeister gelernt haben und ihr Eis deutschlandweit an Eisdielen verkaufen. Die Männer haben auch beim Einrichten des Eislabors geholfen.

Eismachen und dabei mit neuen Rezepten zu experimentieren ist Puppes Leidenschaft. Dass siee auch gerne neue, ausgefallenere Eissorten entwirft, war zunächst schon ein Wagnis für so ein kleines Dörfchen wie Hochstadt. Jetzt sind das Milchreiseis und das Gurke-Limette-Minze-Sorbet die Renner des Cafés und machen es zu etwas ganz Besonderem. Sorten wie Amarena-Kirsch oder Malaga haben sie nicht im Sortiment, weil etwa Rum-Aroma oder rote Farbstoffe nicht zu ihrer Philosophie passen. Aber natürlich haben sie auch die klassischen Sorten in der Vitrine.

Zu Café-Besitzerinnen wurden sie spontan. Ursprünglich hatten sie 2013 damit angefangen, selbst gemachte Soßen, Konfitüren und Marshmallows auf dem Weihnachtsmarkt zu verkaufen. Als die ehemalige Eisdiele in Hochstadt zum Verkauf stand, wurden sie von einer Freundin angesprochen, ob sie diese nicht übernehmen wollen. Puppe hatte zuvor schon Restaurants geleitet, aber noch kein Eiscafé. Da es aber das einzige Café in Hochstadt ist, war den Freundinnen sofort klar: Seit April 2017 betreiben sie nun arbeitsteilig das Café und sind ein eingespieltes Team.

Neben Selbstgemachtem setzen sie auf Nachhaltigkeit und sind bei ihren To-go-Behältnissen auf natürlich abbaubare Alternativen umgestiegen. Eisbecher und Löffel sind aus Maisstärke und man kann bei ihnen Mehrwegkaffee-Becher für einen Euro erwerben. Das Café „Pearson und Puppe“ befindet sich in der Hauptstraße 44 in Maintal. Es hat täglich, außer montags, von 9 bis 20.30 Uhr geöffnet.

 

Die Sportbootschule Steiner bereitet angehende Skipper aus ganz Hessen und sogar Rheinland-Pfalz auf die Prüfung für den Sportbootführerschein vor. Der Kursleiter Moritz Hinner kommt aus Koblenz, genau wie der einstige Gründer und Inhaber der Sportbootschule, der Herr Josef Steiner. Der Gründer Josef Steiner verkaufte das Unternehmen mit Eintritt in den Ruhestand und Moritz Hinner ist nach wie vor ein ausgewiesener Experte und – trotz seiner Jugend – ein Dienstleister par excellence. Das wissen auch die 13 Intensivkurs-Teilnehmer zu schätzen, darunter vier Frauen, die im Juli das Wochenend-Theorieseminar in Maintal belegt haben.

Im Sportboothafen Mainkur setzen sie sich zwei Tage lang jeweils acht Stunden mit der Theorie der Sportboot-Schifffahrt auseinander, lernen zu navigieren, Knoten zu binden und bringen eine medizinische Prüfung hinter sich. Zur Praxis, der Fahrstunde auf dem Main mit einem 60 PS starken Quicksilver-Motorboot, lädt Hinner ein paar Tage später ein. Es habe auch schon Prüfungstage mit 50 Teilnehmern gewesen, die dem Prüfer dann jeweils zwischen zehn und 15 Minuten zeigen müssen, wie sie das Sechs-Meter-Boot anlegen, wie sie einen über Bord gegangenen Menschen retten würden.

 

Das Handelsunternehmen Globus wurde vor 190 Jahren im saarländischen St. Wendel durch Franz Bruch gegründetAls Ururenkel des Firmengründers steht heute der 69-jährige Thomas Bruch an der Spitze von Globus, das viel Wert darauf legt, konzernunabhängig zu sein. Das Handelsunternehmen hat neben insgesamt 47 SB-Warenhäusern, 91 Baumärkten und sechs Elektrofachmärkten in Deutschland auch 27 Vollsortimenter in Tschechien und Russland sowie zwei Baumärkte in Luxemburg. Im vergangenen Jahr machte das Unternehmen immerhin 7,6 Milliarden Euro Umsatz

Der Maintaler Globus hat rund 1. 000 Quadratmeter Fläche und es gibtzwischen 80.000 und 90.000 Artikel. Steffen Stoldte ist seit einigen Monaten Marktleiter. Es gibt hier 19 Kassen und 52 Kassiererinnen, die größte Globus-Filiale in Russland hätte 100 Kassen. Das Haus in Maintal ist mit seiner hauseigenen Bäckerei und Metzgerei auch schon beeindruckend. Hier arbeiten insgesamt rund 300 Mitarbeiter, die allermeisten in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Als Globus das früher hier ansässige Real übernahm, wurden alle damaligen 124 Mitarbeiter übernommen. Aktuell machen 15 Auszubildende eine Lehre bei Globus Maintal.

An der Fischtheke werden 80 verschiedenen Sorten Fisch verkauft und mit ihnen Meeresfrüchte-Salate. In der Bäckerei arbeiten insgesamt 22 Mitarbeiter, davon sechs Bäcker und vier Konditormeister. Rund5000 Weizenbrötchen verlassen täglich die Backstube. Im Konditorenraum werden täglich mindestens 16 Tortensorten gemacht. Und natürlich Käsekuchen, der meistverkaufte Kuchen. In der die Fleischhalle der Metzgerei herrschen nur zwei Grad Temperatur.Vier bis sechs Ausbeiner zerlegen den ganzen Tag nur Tiere. Das Rind- und Kalbfleisch kommt aus Frankreich, das Schweinefleisch wird aus Belgien bezogen. Für die Wurstzubereitung gibt es ebenfalls einen Raum, hier stellen vier Mitarbeiter den Brät für die hauseigenen Würste her, füllen sie und drehen sie von Hand ab. Im Räucher- und Kochraum werden Würste und Fleisch nicht nur in großen deckenhohen Maschinen geräuchert, sondern auch geduscht. Das Kochfleisch wird in der Dusche runtergekühlt.

 

Ende des Jahres schloß die Buchhandlung Thieleman in der Bahnhofstraße 18 in Dörnigheim schließen, Maintals einzige Buchhandlung dicht. Eineinhalb Jahre lang hatte das Ehepaar gesucht und gehofft, dass der Laden weitergeführt wird. Als Karin Thielemann-Kraft 1981 in Dörnigheim ihre Buchhandlung eröffnete – erst in der Hasengasse, sechs Jahre später dann am heutigen Standort in der Bahnhofstraße – hat sie sich damit einen Traum erfüllt. Seit Kindertagen spielen Bücher eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Da lag die Lehre als Buchhändlerin nahe. Das war bei ihrem Mann genauso. „Es hat Spaß gemacht“, sagt er und lässt den Blick durch den rund 100 Quadratmeter großen Raum schweifen.Zum Service gehört eine umfassende, ganz individuelle Beratung, Bestellungen im Laden, telefonisch oder online über die Homepage mit Über-Nacht-Lieferung und natürlich die Verpackung als Geschenk.

Bücherfreunde jeden Alters, Schüler, Studenten, Büchereien und Schulen, sie alle haben ihre Lektüre über den Laden mit der efeuberankten Fassade bezogen.

 

In Hanau wird im Dezember unter dem Dach des Behinderten-Werks ein Unverpackt-Laden eröffnen. Der im Sinne der Nachhaltigkeit Produkte ohne Verpackungen verkaufen Für Maintal gibt es solche Überlegungen ebenfalls. Die 41-jährige Bischofsheimerin Stefanie Oefner hat schon einen Businessplan.  Ein geeignetes Objekt hat sie schon gefunden: Die alte Schlecker-Filiale in Alt Bischofsheim wäre aufgrund der Fläche mit 220 Quadratmetern und der Lage ideal. Aber die Investitionen und der Umsatz schrecken noch ab. Unter „Maintal unverpackt“ ist für Dienstag, 10. Dezember, um 19.30 Uhr eine Infoveranstaltung mit Stefanie Oefner im „The Roof“, Wilhelm-Röntgen-Straße 11 im Gewerbegebiet Maintal-Ost geplant (Im Globus-Markt gibt es auch einen Unverpackt-Bereich).

 

Gaststätten in Maintal

„Thierrys Küche Zum Neuen Bau“ in Hochstadt, Hauptstraße 44:

Ristorante „Paisan“ an der Kennedystraße in Dörnigheim

„Bürgerhaus Hochstadt in der Bahnhofstraße

„Ratsstuben“ im Bischofsheimer Bürgerhaus (90 Plätze)

„Babbelgass“ im Hochstädter Weinkeller, Hauptstraße 47

Restaurant und Bistro „Kesselflicker“ in Bischofsheim

 

 

 „Terra Nova“ in Dörnigheim

„Ebbelwei-Schänke“ im Historischen Rathaus in Hochstadt

„Dubrovnik“ im Bürgerhaus Wachenbuchen

 „G´nuss“ am Sportplatz Dicke Buche in Dörnigheim

 

 

Industrie

 

Hochstadt ist Hauptsitz eines weltweit agierenden Konzerns mit 30 Produktionsstandorten auf vier Kontinenten, der Norma-Group (früher Rasmnussen). Für die Zukunftssicherung ist es aber erforderlich, kontinuierlich Prozesse zu hinterfragen und zu optimieren. Deshalb muß Norma im Juli 49 Stellen streichen. Im Gegenzug unterzeichnete die Geschäftsführung eine mit Betriebsrat und Gewerkschaft ausgehandelte Zukunftssicherungsvereinbarung bis 2023. Für mindestens weitere vier Jahre sollen damit die Kernbereiche von Norma in Hochstadt erhalten bleiben. Dies sind die Herstellung von Klemm- und Schlauchschellen aus Metall sowie die Fertigung von Fluidsystemen aus Kunststoff. Hochstadt ist übrigens der größte und einzige Standort in Europa, an dem beide Produktionsbereiche verankert sind. Auch Forschung und Entwicklung sind auf dem Areal an der Edisonstraße untergebracht.

Innovation und Know-How kommen bei Norma aus den eigenen Reihen. Die Entwickler konzentrieren sich nicht nur auf das Produkt selbst, sondern beziehen den gesamten Produktionsprozess mit ein und blicken dabei noch mehr als zehn Jahre voraus. Es geht darum, Trends und Entwicklungen vorwegzunehmen, um sie frühzeitig dem Kunden vorzustellen. Dabei fertigt Norma sowohl für den weltweiten Markt als auch kundenspezifisch.

Längst wird nicht nur die Automobilbranche beliefert, wobei neben dem klassischen Verbrennungsmotor auch Hybrid- und Elektroantriebe verstärkt in den Fokus rücken. Hier hat Norma kürzlich den Auftrag eines führenden Batterieherstellers über die Entwicklung und Fertigung von Leitungssystemen für das Batterie-Thermomanagement in Hybridfahrzeugen erhalten.

Dadurch gibt es mittlerweile kaum ein Anwendungsgebiet, in dem sich nicht Verbindungstechnik von Norma findet – ob im Automobilbereich, im Wassermanagement, in der Luftfahrt, im Schiffbau, in der Landwirtschaft, im Pharmabereich, im Baugewerbe oder im Bergbau.

Im August hat Norma für das Gesamtjahr seine Prognosen korrigiert und kündigt eine Verschärfung seines Sparprogramms an.  Hintergrund des Sparkurses ist der Rückgang des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im ersten Halbjahr um 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seit 1. August ist Dr. Michael Schneider der neue Vorstandsvorsitzende der Norma Group. Er übernimmt die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden interimsweise zusätzlich zu seinem Amt als Finanzvorstand.

Es sind vor allem Handelsauseinandersetzungen und Sanktionen, die sich negativ auf die Geschäftsprognose auswirken. Die daraus resultierende Investitionszurückhaltung und Marktschwäche schlagen sich in einem anhaltend rückläufigen Geschäft in den Regionen Europa, Mittlerer Osten und Afrika sowie Asien-Pazifik nieder. Eine Belebung in der zweiten Jahreshälfte ist aus heutiger Sicht nicht absehbar. Der Interimschef kündigt an, man werde das Portfolio mittel- und langfristig sehr fokussiert ausrichten auf die Wachstumsbereiche E-Mobilität und Wasser.

Langfristig sei Norma gut aufgestellt und werde von den Megatrends der Branche profitieren. Die Produkte sind in allen Antriebsarten einsetzbar, ob das ein Diesel ist, ein Benziner, Hybrid, Plug-in-Hybrid, ein Elektro- oder Brennstoffzellen-Fahrzeug. Das Unternehmen stellt unter anderem Schläuche, Verschraubungen, Rohre und Befestigungen, aber auch Leitungen und Steckverbindungen für Batteriekühlsysteme von Elektroautos her. Daneben gibt es noch einen kleineren Geschäftsbereich für Be- und Entwässerungssysteme, der in Zukunft eine größere Rolle spielen soll.

Im November werden auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen, die meisten davon über ein Freiwilligenprogramm. Hinzugekommen ist außerdem noch die Entlassung von 60 Leiharbeitern – insgesamt hat der Konzern in den vergangenen Monaten also mehr als 100 Stellen gestrichen.

Insgesamt arbeiten am Maintaler Standort noch 700 Beschäftigte, davon 200 im Ingenieur- und Planungsbereich und 500 in der Produktion. Die abgebauten Stellen waren alle im Produktionsbereich. Ab 2020 will das Unternehmen bis zu 45 Millionen Euro jährlich einsparen. Gelingen soll das durch eine „Optimierung der Kapazitäten in allen Standorten. Ab 2023 werden dann Einsparungen von 40 bis 45 Millionen Euro jährlich erwartet.

Die Stimmung in der Belegschaft am Standort Maintal ist nicht gut, sagt der Betriebsratsvorsitzende. Die Mitteilung über das weitere Sparprogramm sei für alle überraschend gewesen. „Wir als Betriebsrat sehen weitere Maßnahmen in Maintal kritisch“, so Ditzel. „Trotzdem dürfen wir aber auch nicht die Augen davor verschließen, was um uns herum geschieht“, sagt er mit Blick auf die schlechte Konjunktur.

 

Frauen

 

Im Kontext des Weltfrauentages für ihr ehrenamtliches Engagement wurden Ursula Aurbek, Gisela Schnatterbeck und Barbara Soff am Sonntag, 10. März mit einer Linde im Frauenhain geehrt. Ursula Aurbek ist seit 16 Jahren die gute Seele des monatlichen Kaffeeklatschs der Bürgerhilfe, hält das Team zusammen und sorgt bei den Besuchern für gute Laune. Ausgezeichnet wird die Maintalerin für mittlerweile 38 Jahre Ehrenamt in den verschiedensten Institutionen. Angefangen hat alles im Jahr 1981 als Kassiererin beim „Mini Club“ in Dörnigheim. Dazu kamen der Turnverein und die Sängervereinigung Hochstadt sowie die evangelische Kirchengemeinde in Hochstadt (im „Cafair“ und seit März 2018 auch als ehrenamtliche Küsterin). Von 2000 bis 2009 war Aurbek zudem ehrenamtliche Schöffin am Hanauer Landgericht.

Gisela Schnatterbeck war in verschiedenen Einrichtungen und Veranstaltungen für Senioren auf dem Laufsteg unterwegs, bis gesundheitliche Einschränkungen dies nicht mehr zuließen.

Auch die Freude an der Musik hat sie spät entdeckt, für sich selbst und für andere. Am 8. April wird die geborene Altenstädterin ihren 91. Geburtstag im Kreis der Familie feiern; Gisela Schnatterbeck ist Mutter von sechs Kindern, Großmutter von acht Enkeln und auch schon Urgroßmutter von fünf Urenkeln. Bereits im Februar 1955 bezog die Familie das Haus in der Rathenaustraße, in dem Schnatterbeck noch heute wohnt.

Vieles ließe sich ja telefonisch organisieren. So habe sie eine Büttenrednerin von der Karnevalsabteilung Blau-Weiß der Freien Turnerschaft Dörnigheim und für Tanzmusik Werner Obermeier in Vertretung von „Schmidtchen Schleicher“ gewinnen können. Seit über 28 Jahren gehört Schnatterbeck zum Organisationsteam des Tanztees. Einmal pro Monat, immer mittwochs nachmittags, schwingen bis zu 100 Gäste aus Maintal und Umgebung bei gemütlicher Atmosphäre das Tanzbein zur Musik von „Schmidtchen Schleicher“ alias Günter Schmidt. (zu Frau Soff siehe Organisationen VdK).

 

Seit 1981 finden am 25. November überall auf der Welt Aktionen statt, die auf das Thema „Gewalt an Frauen“ aufmerksam machen. Auch die Stadt Maintal nimmt daran teil. Annika Frohböse, die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten sagt dazu:

Durchschnittlich wird davon ausgegangen, dass etwa jede dritte bis vierte Frau einmal im Leben Opfer von Gewalt wird, das ist leider in Maintal nicht anders. Das ist eine sehr, sehr hohe Zahl, man muss also davon ausgehen, dass es viele Frauen betrifft. Die Statistik umfasst aber nicht nur das Thema häusliche Gewalt, sondern auch zum Beispiel sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen, also alle Formen von Gewalt. Dennoch glaube ich, dass wir davon ausgehen müssen, dass viel mehr Frauen von häuslicher Gewalt betroffen sind als wir wahrnehmen.

Die Frauenhäuser in Hanau und in Wächtersbach sind auch für Maintal zuständig. Außerdem gibt es ein bundesweites Hilfetelefon für Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Auf Deutsch und in 17 Fremdsprachen sind täglich rund um die Uhr unter der kostenfreien Rufnummer     08000/11 60 16 Beraterinnen erreichbar. Eine weitere Anlaufstelle ist Pro Familia in Hanau, und wenn es um sexualisierte Gewalt geht, ist die Lawine in Hanau außerdem ein guter Ansprechpartner.

In Maintal finden zum internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen zahlreiche Aktionen statt. Zum einen beteiligt sich die Stadt an einer Aktion aus Hanau, bei der bedruckte Brötchentüten in fünf verschiedenen Bäckereien ausgegeben werden. In roter Schrift steht darauf „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“; zudem sind die Telefonnummern von Beratungsstellen und Frauenhäusern in der Region aufgelistet. Die Stadt Maintal beteiligt sich außerdem an der internationalen Aktion „Orange your city“, die von verschiedenen Menschenrechtsaktionen organisiert wird und bei der weltweit Orte am 25. November orange angestrahlt werden, zum Beispiel die Niagarafälle oder die Europäische Zentralbank in Frankfurt. In Maintal werden Mitarbeiter der Verwaltung Fenster im Rathaus mit orangefarbenem Transparentpapier bekleben. Zudem hissen Mitarbeiter der Stadtverwaltung zusammen mit weiteren Akteuren etwa aus dem Frauenbeirat seit einigen Jahren im Rahmen des Aktionstags eine orangefarbene Fahne, um so Farbe gegen Gewalt an Frauen zu bekennen. Interessierte sind zu der Fahnenhissung am Montag ab 16 Uhr vor das Rathaus in Hochstadt eingeladen.

 

 

Kinder

 

Wenn sich in der Hochzeit der Infekte zwischen November und März die Türen der Praxis in Dörnigheim öffnen, dann stehen Eltern mit kranken Kindern auf dem Arm Schlange an der Anmeldung der Kinderarztpraxis von Dr. Claudia Schramm. Ohne eine effiziente Organisation stünde die Praxis vor dem Kollaps. Daher führte das Team um die Kinder- und Jugendärztin die Akutsprechstunden ein. Zweimal täglich – ausgenommen Mittwoch und Freitag – können Eltern während der einstündigen Sprechstunde mit ihrem kranken Kind ohne Termin vorstellig werden. Jedes Kind wird angeschaut. Bei ernsten Notfällen wie Atemnot oder akuten Blutungen wird natürlich sofort gehandelt.

Die Notfallsprechstunde hat ihren Grund: Das Praxisteam möchte verhindern, dass gesunde Kinder, die mit einem festen Termin zu einer Kontrolluntersuchung oder Impfung in der Praxis sind, auf Kinder treffen, die akut krank sind.

Schon 2015 ergab eine Untersuchung der Versorgungssituation im Planungsbereich, dass die Auslastung ihrer Praxis bei 180 Prozent liegt. Der Schnitt bei den im Kreis niedergelassenen Kinderärzten lag bei 120 Prozent. Seitdem hat sich die Situation nur bedingt gebessert. Zwar hat Schramm nach langem Ringen durch die Kassenärztliche Vereinigung eine zusätzliche halbe Stelle genehmigt bekommen – mit im Team ist Dr. Maja Schulze – aber auch die Zahl der Kinder ist weiter gestiegen. Ich würde gerne noch einen weiteren Arzt anstellen. Aber ich darf nicht“, sagt sie. Sogar bis zu vier Kinderarztsitze in Maintal hielte sie für vertretbar. Doch es liegt an der Kassenärztlichen Vereinigung zusätzliche Kinderarztsitze zu genehmigen, aber aus deren Sicht ist Maintal überversorgt.

Auch ihr Kollege Dr. Uwe Seitz, der in Bischofsheim eine Kinderarztpraxis mit kardiologischem Schwerpunkt betreibt, kommentiert das Stichwort „Überversorgung“ mit einem trockenen Lachen. „Die Bedarfsplanung ist uralt. Die Kinderärzte sind alle deutlich über ihrem Limit“.

 

Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche zur Kindertagespflege fand Ende Mai am Rathaus in Hochstadt der Aktionstag der Maintaler Kindertagespflege statt. Ziel des Vormittags war es, für möglichst viele Interessierte ansprechbar zu sein und über die Kindertagespflege berichten zu können. Zu diesem Zweck fand sich die Mehrzahl der 25 derzeit in Maintal aktiven Tagesmütter mit „ihren“ Kindern und auch Mitarbeiterinnen der Servicestelle Kindertagespflege Maintal ein. Dabei ist Maintal im Bereich der Kindertagespflege schon lange führend, gibt es dieses Angebot für die Eltern kleiner Kinder doch bereits seit 1991. Der Aktionstag diente außerdem dazu, weitere Tagesmütter und -väter zu gewinnen. So konnten sich Interessierte über diesen Beruf informieren.

 

Susanne Gabler deren Sohn Constantin Trisomie 21 hat, nahm bei dem Videoprojekt einer Elterninitiative zum Welt-Down-Syndrom-Tag am 21. März teilzunehmen. „Du bist so!“ heißt das Lied samt Musikvideo, bei dem mehrere Kindermusik-Bands und Kinderliedermacher mitgewirkt haben. Ein-gespielt und produziert wurde der Song von der Band Krawallo.

Vor etwa vier Wochen ist die Familie Gabler dafür von Dörnigheim ins westfälische Ibbenbüren gereist – und hat dort eine riesige Party gefeiert. 130 Kinder und Jugendliche, mit Down-Syndrom und ohne, haben sich dort getroffen, einander kennengelernt und zusammen gefeiert. Ziel des Projekts „Du bist so!“ ist es, am Welt-Down-Syndrom-Tag Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Und darauf aufmerksam zu machen, dass das Leben mit Trisomie 21 ganz normal und lebenswert sein kann.  

Zum heutigen Welt-Down-Syndrom-Tag gibt es außerdem auch eine Plakat-Aktion. Der fünfjährige Constantin lächelt den Maintalern dabei unter anderem in Arztpraxen, Bäckereien und Behörden von Postern und Postkarten entgegen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

 

Hunde werden bald auf Maintaler Spielplätzen ein seltener Anblick sein. Denn die Mitglieder des Ausschusses für Soziales, Jugend, Sport und Kultur haben in ihrer Sitzung im März mehrheitlich einer Magistratsvorlage zugestimmt, die ein Verbot der Vierbeiner auf städtischen Spielplätzen vorsieht. Dafür soll die Satzung zur Gefahrenabwehrverordnung über die Sicherung der Sauberkeit und über das Verhalten in öffentlichen Anlagen geändert werden. Aktuell gilt auf Spielplätzen eine Leinenpflicht für Hunde. Das hat zum einen hygienische Gründe. Und zum anderen könnten Kinder sich von Hunden, auch wenn sie angeleint wären, bedroht fühlen. Es gibt aber einige Hundehalter, die sich schon jetzt nicht an die Leinenpflicht halten. Die werden sich von einem grundsätzlichen Hundeverbot sicherlich auch nicht beeindrucken lassen In diesem Zusammenhang verwies Bürgermeisterin Böttcher auf die soziale Kontrolle. Es gebe einige Bürger, die andere auf Verbote und Fehlverhalten hinweisen würden.

 

Dank Polizeihubschrauber: Vermisster Neunjähriger gefunden

Ein gutes Ende nahm die Suche nach einem vermissten Kind aus Maintal m April dank der Unterstützung des Polizeihubschraubers. Wie die Polizei mitteilte, fand die Hubschrauberbesatzung den neunjährigen Jungen, der mit einem roten Fahrrad unterwegs war, gegen 21.20 Uhr an der Kennedystraße. Gegen 18.40 Uhr war das Kind von einem Spielplatz in der Westendstraße davongeradelt und seitdem spurlos verschwunden. Der Junge war unversehrt und wurde durch die Streife in die Obhut seiner Mutter übergeben

 

Für die Betreuung von Klein- und Kindergartenkindern haben Eltern einen Rechtsanspruch. Sobald das Kind aber die Grundschule besucht, gibt es DAn keine Garantie mehr auf einen Betreuungsplatz. Für berufstätige Mütter und Väter ein riesiges Problem, das oftmals mit Existenzängsten einhergeht. Gibt es keine Betreuung, steht auch die Ausübung des Jobs auf der Kippe. Gerade vor Beginn eines neuen Schuljahres zittern daher viele Eltern, wenn es um Platzkapazitäten in den Betreuungseinrichtungen der verschiedenen Träger und deren Verga­be geht. Folgende Einrichtungen bieten Betreuungsplätze an:

  • Waldschule Bischofsheim, Grundschule an der Waldstraße
  • Das Zentrum für Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Main-Kinzig gGmbH
  • Villa Kunterbunt Bischofsheim mit dem Förder-Verein
  • Siemensschule Dörnigheim mit Regenbogenhaus in Trägerschaft des SC Budokan
  • Morning Kids: Der Elternverein in den Räumen des Deutschen Roten Kreuz
  • Buschschule Dörnigheim an der Siemensallee mit „Arche“ der Ev. Kirchengemeinde
  • Abenteuerland Dörnigheim des Eltern-Kind-Verein Maintal.
  • Schubertschule Hochstadt mit Ganztagsangebot im Profil 1 an.
  • Büchertalschule Wachenbuchen mit Ganztagsangebot im Profil 1.
  • Städtische Hortplätze: In den städtischen Einrichtungen stehen insgesamt 170 Hortplätze zur Verfügung: 25 in der Kita Bücherweg, 80 im Hort Berliner Straße, 30 im Familienzentrum Schillerstraße und 35 im Familienzentrum Uhlandstraße. Veränderungen: Die Hortplätze in der Siemensallee (rund 20 in 2018/2019) werden zum neuen Schuljahr in Kita-Plätze umgewandelt. Dafür wurden 2017 die Betreuungsplätze für Schulkinder in der Arche an der Wilhelm-Busch-Schule um 20 auf insgesamt 50 aufgestockt. Kapazitäten.

 

Irene Morgenstern hat ihr Ehrenamt als Kinderbeauftragte im Juni niedergelegt. Aus persönlichen Gründen. Ich habe pflegebedürftige Eltern, um die ich mich stärker kümmern muss.

Als langjährige Leiterin der Waldschule war sie Wegweiserin für die Kinder. Jetzt ließ sie sich von den Jungen und Mädchen leiten. Morgenstern hat die große Hoffnung, dass das Ehrenamt der Kinderbeauftragten institutionalisiert wird, etwa in einem Kinderbüro bei der Stadtverwaltung. Diese Pläne gibt es auch bei der Stadtverwaltung. Sie will mit einem Kinder- und Jugendbüro eine hauptamtlich besetzte Anlaufstelle bieten.

Maintal war eine der ersten hessischen Kommunen mit einer Kinderbeauftragten. Im Jahre 1990 übernahm Editha Kaudelka das Ehrenamt und prägte es über einen Zeitraum von 15 Jahren.

 

Ende September fand wieder das Kelterfest auf der Kinder- und Jugendfarm in Hochstadt statt. Viele Eltern mit ihren Kindern und Besucher kelterten begeistert aus gespendeten Äpfeln leckeren Apfelsaft. Das kulinarische Büfett mit selbst gebackenem Kuchen und hausgemachten Salaten war reichlich bestückt. Dazu gab es saftige Steaks oder Bratwurst vom Grill.

Während sich die Mütter angeregt bei einer Tasse Kaffee austauschten, versammelten sich einige Väter um die Feuerstelle. Es musste ein Feuer entfacht werden, da das gemeinsame traditionelle Stockbrotbacken für Groß und Klein auch wieder auf dem Plan stand.

Die Kinder eroberten natürlich die Farm. So zog es viele auf den Hügel, um die Bergrutschbahn auszuprobieren. Die Sandkiste mit dem großen Schiff war ideal für Krabbelkinder. Der herrliche Sonnenschein zog viele Kinder an die Wasserpumpe, um zu matschen. Riesengroße Seifenblasen wurden in die Luft gepustet, um von den Kindern gefangen zu werden. Auch die Schaukel im Walnussbaum oder das Baumhaus wurde stark bespielt.

„Wir bedanken uns auch beim Nabu, mit dem wir verbunden sind. So konnten wir mit unseren Kindern in diesem Jahr am Vögel- beziehungsweise Insektenzählen teilnehmen. Die Kinder waren so begeistert, dass wir im nächsten Jahr eine eigene Nabu-Kindergruppe bilden werden“, heißt es in der Pressemitteilung der Farm.

 

Im November erhielten in der Kita einen Infobrief des Vereins „Kaleidoskop“, der über das allgemeine Vorgehen bei der Vergabe eines Betreuungsplatzes für Grundschüler der Hochstädter Fritz-Schubert-Schule aufklärte. Dort findet sich eine Formulierung, die viele Familien verunsichert: „Legen wir die aktuellen Prognosen und Anmeldungen zugrunde, können wir nur an etwa 20 Prozent der Vormerkungen einen Platz vergeben“, heißt es dort. In Zahlen übersetzt stellt sich die Situation wie folgt dar: Voraussichtlich 19 Betreuungsplätze werden vakant. Dem gegenüber stehen 79 Vormerkungen.

Derzeit gibt es insgesamt 123 Betreuungsplätze an der Fritz-Schubert-Schule In der benachbarten städtischen Kita Bücherweg wurden die Hortplätze in den vergangenen Jahren zugunsten der Betreuung von Kindern unter und über drei Jahren gestrichen. Eltern verweisen aber darauf, dass man Räumlichkeiten in der Adolf-Diesterweg-Schule nutzen könnte und bis zum Sommer ausreichend Zeit bliebe, um Personal einzustellen.

Auf Einladung Böttchers kamen Ende November Vertreter des Main-Kinzig-Kreises als verantwortlichem Schulträger, der Fritz-Schubert- und der benachbarten Adolph-Diesterweg-Schule, des Trägervereins Kaleidoskop und der Stadtverwaltung zusammen, um über Lösungen zu beraten.

Was die Erhöhung der personellen Ressourcen betrifft, ist in Zeiten des Fachkräftemangels die Kooperation mit Vereinen denkbar. Auch aus der Elternschaft, die aufgrund von Berufstätigkeit dringend auf eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder angewiesen ist, wurde die Bereitschaft zur Unterstützung signalisiert. . Bereits im Januar sollen die einzelnen Ergebnisse zusammengetragen, ausgewertet und im Rahmen eines weiteren Runden Tisches konkrete Schritte besprochen werde.

 

Der Weltkindertag, der in Maintal immerhin auch schon zum 27. Mal stattfand, soll die Rechte der Kinder in den Mittelpunkt stellen und somit bei Jung und Alt noch bekannter machen. Erneut wurden auch in Maintal zu diesem Anlass wieder Spenden gesammelt: Insgesamt 2.000 Euro kamen für das UNICEF-Projekt „Nothilfe Jemen“ zusammen. Wenn in Deutschland über die Kinderrechte gesprochen wird, so geht es meist um die Berücksichtigung ihres Willens und Möglichkeiten der Beteiligung, heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Dies spiegele auch die Änderung der Hessischen Landesverfassung wider. Blickt man aber über die Grenzen Deutschlands oder sogar Europas hinaus, wird schnell bewusst, dass es Kinder gibt, für die ganz andere Rechte im Mittelpunkt stehen.

Die Stadt Maintal hat das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen deshalb bereits seit 2012 zum Spendenpartner des Weltkindertags ernannt. Alle am Fest beteiligten Stände spenden mindestens die Hälfte ihres Gewinns an ein vorher festgelegtes Projekt von UNICEF – viele spenden auch den kompletten Gewinn. Zusätzlich stehen verteilt auf dem Festgelände Spendendosen, deren Inhalt ebenfalls dem Projekt zugutekommt. In diesem Jahr konnten insgesamt 2.000 Euro für das UNICEF-Projekt „Nothilfe Jemen“ gesammelt werden.

 

 

Kindertagesstätten

 

In der Kita Wingertstraße gibt es einen männlichen Erzieher: Nach seinem Abitur studierte der heute 34-Jährige Germanistik und Anglistik, während er parallel begann, als Journalist zu arbeiten. Heute ist Peter Seibert Erzieher. Nachdem Seibert erste Erfahrungen als Handballtrainer sammelte, merkte er, dass ihm die Arbeit mit Kindern Spaß macht. 2014 begann er eine praxisintegrierte Teilzeitausbildung zum Erzieher über die Stadt Hanau. Seit Anfang 2018 ist er in der Kita Wingertstraße angestellt. Einer von aktuell zehn männlichen Erziehern in den zwölf Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt Maintal.

 

Es zeichnet sich keine Einigung bei der Neuvergabe der Mittagsverpflegung in den städtischen Kitas ab. Die Entscheidung über die Ausschreibung der Leistung wird daher

in einer Sondersitzung des Haupt- und Finanzausschusses am 12. Februar, geschehen.

Der Stadtelternbeirat spricht sich bei den Zuschlagskriterien für eine stärkere Gewichtung der Qualität aus. Der Ausschuß beschloß dann unter anderem eine Änderung bei der Gewichtung der Zuschlagskriterien. So wird der Gesamtpreis nun mit 45 Prozent gewichtet (Magistratsvorlage: 50 Prozent), Qualität und Güte des Ernährungskonzepts mit 25 Prozent (Magistrat: 20 Prozent) sowie Qualität und Güte der eingesetzten Lebensmittel mit 25 und die Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz der Transportfahrzeuge mit fünf Prozent. Wegen vergaberechtlicher Bedenken wird ein Probeessen nicht Bestandteil der Vergabekriterien sein, ebenso wird es keine Probezeit für den Anbieter geben.

Um Chancen auf einen Zuschlag zu erhalten, muss der Anbieter zwei vegetarische und zwei nicht-vegetarische Musterspeisepläne für die Geltungsdauer von vier Wochen (20 Verpflegungstage) einreichen, in denen detailliert aufgelistet ist, an wie vielen Tagen es Fleisch-, Seefisch- beziehungsweise fleischlose Gerichte geben darf. Dabei sollen auch „weniger bekannte Lebensmittel“ wie Quinoa, Couscous, Bulgur sowie zum Beispiel Grünkern und Hirse als Bratlinge verwendet werden.

 

Neben dem Neubau an der Eichenheege, für den es bereits grünes Licht gibt, sollen noch in diesem Jahr die Planungen für eine neue Kita an der Bischofsheimer Rhönstraße beginnen, wo eine fünfgruppige Einrichtung entstehen soll. Durch die Modulbauweise muß bis ins Detail geplant werden. Hinzu kommen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen in einigen bestehenden Einrichtungen.

Dass Maintal dutzendfach neue Kitaplätze aus dem Boden stampft, hat seine Gründe. Zum einen sind in Folge der Ausweisung neuer Baugebiete vor allem Familien nach Maintal gezogen. Zum anderen spürt Maintal wie auch andere Kommunen, dass durch den kostenfreien sechsstündigen Betreuungsplatz deutlich mehr Kinder eine Kita besuchen, die zuvor länger in der Familie betreut wurden.

Das alles erfordert vielfach eine Anpassung der räumlichen Gegebenheiten, zumal der Sechs-Stunden-Platz auch das Mittagessen beinhaltet. Doch nicht alle Kitas verfügen über die nötigen Kapazitäten. So auch der Ahornweg in Hochstadt. Der Bistrobereich, wo die Drei- bis Sechsjährigen ihr Frühstück und Mittagessen einnehmen, befindet sich im Flur, und genau das ist ein Problem. Denn direkt daneben sind die Garderoben. Das sorgt für Unruhe, denn wenn sich die einen zum Essen hinsetzen, werden die anderen abgeholt. Dann geht es entsprechend laut und turbulent zu. Keine angenehme Atmosphäre, um in Ruhe zu essen.

Auch die dem Ahornweg angegliederte Waldgruppe braucht einen eigenen Raum. Die Möglichkeiten, das Raumkonzept dem Bedarf anzupassen, sind überschaubar. Denn der vor Jahren geplante Kauf eines angrenzenden Wiesengrundstücks scheiterte. Nun soll ein Teil des Hauses in den Außenbereich verlängert und zweigeschossig ausgebaut werden. Dort sollen Bistro und Küche sowie im Obergeschoss Personalräume unterkommen. Den bisherigen Bistrobereich möchte man als flexiblen Gruppenraum für die Waldkinder gestalten. Durch die räumliche Neukonzeption soll es außerdem möglich werden, einen Schlafraum und Wickelbereich zu schaffen, um künftig auch Kinder ab einem Jahr aufzunehmen. Derzeit arbeitet der Architekt die finalen Pläne und damit auch die Kostenkalkulation aus.

Einen Stadtteil weiter sind die Pläne schon weiter fortgeschritten. In der Kita Kilianstädter Straße in Wachenbuchen sollen die U 3-Plätze aufgestockt werden und mehr Platz für Personal und als Lagerfläche entstehen. Dabei erweist sich eine angeschlossene Dienstwohnung im Obergeschoss der Kita, die Ende vergangenen Jahres frei wurde, als echter Glücksgriff. Dort sollen Personal-, Besprechungs- und Lagerräume eingerichtet werden. Zeitgleich soll der bisherige Personalraum in einen Gruppenraum für eine 15-köpfige altersgemischte Gruppe von ein bis sechs Jahren umgewandelt werden.

Bei dem Neubauprojekt auf dem ehemaligen Sportplatz des FC Germania Dörnigheim an der Eichenheege ist allein die Grundfläche von 66 mal 17 Meter groß. Zudem entsteht der Bau zweigeschossig, weil in dem „Haus für Kinder und Familien“ nicht nur eine Kita mit sechs Gruppen untergebracht wird, sondern ebenfalls die Servicestelle Kindertagespflege Maintal, die ihre Büroräume aktuell im Bürgerhaus Bischofsheim hat.

Ein Blick auf den Plan zeigt: Räumliche Engpässe wird es hier in absehbarer Zeit nicht geben. Sechs Gruppen, Zusatzräume für Kleingruppenarbeit, Schlafräume, Lagerräume für Spielgeräte, multifunktionale Besprechungsräume und im Bereich der Servicestelle ein Spielkreisraum, wo sich Tagesmütter treffen können, sowie ein Vertretungsraum für Tagespflegeeltern mit angeschlossenem Schlafbereich.

 

Das alles findet sich hier unter einem Dach. Es soll auch ergänzende Angebote für Familien bieten, Pekip- oder Babymassage-Kurse zum Beispiel Nur an einem herrscht noch Mangel: an Erziehern. Daher hofft man, dass der Neubau das Interesse von Erziehern weckt, die sich vorstellen können, gemeinsam mit erfahrenen Kollegen aus Maintal und unter Leitung von Elke Kächelein bereits ab Herbst dieses Jahres Leben in das neue Haus zu bringen.

In der Kita Siemensallee sollen ab August die verbliebenen Hortplätze in Kitaplätze umgewandelt werden, um dem Bedarf gerecht zu werden. Die benötigten Schulkindbetreuungsplätze werden durch den Hort Berliner Straße sowie durch die Arche beziehungsweise das geplante Ganztagsangebot der Wilhelm-Busch-Schule aufgefangen.

Im Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße ist für dieses Jahr ebenfalls eine räumliche Erweiterung vorgesehen, um eine zusätzliche Gruppe zu schaffen. Hier wird mit zwei Millionen Euro kalkuliert. In der Gänsseestraße laufen derweil die abschließenden Arbeiten im Zuge von Sanierung und Neugestaltung des Außengelände.

 

Im Familienzentrum Ludwig-Uhland-Straße in Bischofsheim finden seit einiger Zeit regelmäßig Kinderkonferenzen statt. Sie gehören zum festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Damit erfahren bereits die ganz jungen Bürger der Stadt, wie Demokratie und Partizipation funktionieren und was sie bedeuten. Die Hortkinder dürfen – im Rahmen des Machbaren – das Ziel selbst festlegen und machen auch eifrig Vorschläge: Schnitzeljagd, der Spielplatz, Eis essen gehen und mehr.  Damit nicht endlos geredet und diskutiert wird, übernimmt immer ein Kind die Rolle des Zeitwächters.

Die Konferenz findet alle zwei Wochen statt und wird von den Grundschülern eigenständig vorbereitet und moderiert. Es werden aktuelle Themen aus dem Alltag im Hortleben geklärt werden: Streit und Ärger auf dem Schulweg, Schulranzen, die nicht in den Fächern, sondern auf dem Boden lägen beziehungsweise dorthin geworfen würden und Streit aufgrund eines neues Spiels, das einige Kinder ziemlich doof fänden, weil es ausgrenze und nur lauter Unruhe und Ärger mache.

 

 

Hessenweite Kampagne: Kitakinder sammeln kiloweise Abfall:

Anfang Mai durchforsten 24 Vorschulkinder der Kita Ahornweg einen Busch. Sie beteiligen sich an der Aktion „Sauberhafter Kindertag“, um schon die Jüngsten für den Umweltschutz zu sensibilisieren. Auch die Maintaler Kitas sind regelmäßig mit dabei.

 

„Vergangenes Jahr haben wir eine illegale Müllablagerung entdeckt und allein damit vier große Abfallsäcke gefüllt“, erinnert sich Erzieherin Christiane Bauer.

Den Kindern entgeht tatsächlich nichts. Wirkt der schmale Fuß- und Radweg zwischen den Hochstädter Kleingärten und der Südumgehung auf den ersten Blick sauber und aufgeräumt, entdecken die aufgeweckten Jungen und Mädchen dennoch überall winzige Abfallreste, die sie mit ihren Zangen aufklauben. Auch so füllt sich allmählich der große blaue Abfallsack. Der kann an der Schranke kurz vor dem Hochstädter Waldsportplatz deponiert werden und wird später von Mitarbeitern der Stadt abgeholt.

 

Kita Vilbeler Straße hat einen Forscherraum. Dort lernen die Kinder zum Beispiel die verschiedenen Arten von Zucker kennen – herkömmlichen Haushaltszucker, Hagel- und Puderzucker. Seit sechs Jahren ist die Einrichtung an der Vilbeler Straße als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert, im Mai wurde ihr das Siegel zum dritten Mal verliehen.Viele der Spiel- und Lernmaterialien im Forscherraum sind selbstgemacht: An Sanduhren sollen die Kinder spielerisch an das Thema Zeit herangeführt werden und mithilfe von Plastikflaschen, in denen sich unter anderem Federn, Sand und gefärbte Flüssigkeiten befinden, lernen sie das jeweilige Gewicht und die Beschaffenheit der verschiedenen Materialien kennen.

Neben dem Schwerpunkt Forschen und Bauen gibt es noch andere Themenräume in der Kita Vilbeler Straße. So können sich die Kinder im Kreativraum beim Malen und Gestalten und im Sportraum beim Fußballspielen oder Turnen austoben, in der Bücherei in Fantasiewelten eintauchen oder im Naschgarten selbst angebaute Minze, Johannisbeeren oder Blaubeeren probieren.

Auch im Außenbereich der Kita und bei Ausflügen in den Wald forschen die Kinder fleißig. „Da wird jeder Stein umgedreht und sich alles angeschaut“, sagt Stützel. Bisweilen werden auch seltene Fundstücke zu Forschungsobjekten. „Diese Spinne haben wir im Keller gefunden“, sagt Eliana (5) und deutet auf ein Einmachglas. Das kleine, leblose Krabbeltier dient den Kindern nun als Anschauungsmaterial. So können die Kinder ihre Umgebung und die Natur kennenlernen und zum anderen Berührungsängste abbauen.

 

Das Familienzentrum an der Eichenheege wächst rasant. Auf dem ehemaligen Gelände des Sportvereins Germania herrscht im Juni Hochbetrieb. Acht Schwertransporter stehen auf dem ehemaligen Fußball-Ascheplatz. Vier sind noch beladen mit Fertighauselementen, vier bereits entladen. Sechs Monteure kümmern sich darum, dass die viermal vier Meter großen Elemente fachgerecht aneinander gefügt werden. Ganze vier Arbeitstage dauert es, bis aus 16 Modulen hier der Rohbau des neuen städtischen Familienzentrums entsteht, ein zweigeschossiger Bau mit 1.000 Quadratmetern Nutzfläche und 1.500 Quadratmetern Außengelände.

Raumeinteilung und Ausstattung, Farbgestaltung, Gruppengrößen, Brandschutzvorrichtungen – all' dies haben Kommune, der Fachbereich Gebäudeverwaltung, der städtische Fachbereich Jugend, Architekturbüro und Bauunternehmen im Vorfeld gemeinsam abgestimmt. Die künftige Leiterin der Einrichtung Elke Kächelein wurde ganz früh in den Planungsprozess mit einbezogen. Sie konnte Dinge einbringen, die ganz wichtig sind.

 

Die Kinder der Kita Fantasia basteln im November fleißig Laternen für den Laternenumzug.

Das Laternenbasteln hat in der Bischofsheimer Einrichtung schon immer eine große Bedeutung, bereits Wochen vor dem Martinstag beginnen die Vorbereitungen. Kinder, Geschwister, Eltern, Großeltern, aber auch ehemalige Kita-Kinder sind am Montag, 11. November, zur Kita Fantasia eingeladen. Anschließend gibr es ein Fest auf dem Gelände der Einrichtung. Für die Erwachsenen gibt es Glühwein und für die Kinder Punsch.

Die Kita Fantasia ist eine der kleinsten Kindertageseinrichtungen in Maintal. Gegründet wurde sie 2007 durch eine Elterninitiative. Der Verein wird ausschließlich durch ehrenamtliche Eltern im Vorstand geleitet und durch ebenfalls ehrenamtliche Eltern in den einzelnen Beiratsgremien unterstützt. „Auch die Erzieher sind Eltern“, sagt Scherer, deren Tochter selbst derzeit in die Kita geht. In der Kita Fantasia werden rund 50 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren in Kleingruppen betreut.

 

Der Kindertagesstätte Vilbeler Straße wurde auf der diesjährigen Buchmesse das Gütesiegel „Buchkindergarten“ verliehen. Heike Stützel, die stellvertretende Leiterin, und Andrea Ortmann wollen die Freude an traurigen, fröhlichen und spannenden Geschichten weitergeben und Kindern Spaß am Umgang mit Büchern vermitteln, denn Sprechen, Lesen und Schreiben sind die Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben.

Seit vielen Jahren zählt Sprachbegleitung und -bildung zu den Schwerpunkten ihrer pädagogischen Arbeit, seit 2017 ist die Kita zudem „Sprachkita“. Andrea Ortmann berät und unterstützt als Sprachexpertin für ganzheitliche alltagsintegrierte Sprachbildung für Kinder bis sechs Jahre zudem Eltern und Kinder und begleitet das Kita-Team, das sich wiederum sehr offen zeigt.

Zum Beispiel werden die Eltern regelmäßig eingeladen, ein Buch in ihrer Familiensprache vorzulesen, in allen Gruppenräumen gibt es Lese- und Rückzugsecken, auch im Elterntreff liegen Zeitschriften und Bücher, regelmäßig finden besondere Veranstaltungen statt. Vorlese-Paten kommen ins Haus oder die Kinder gehen in die Stadtteilbücherei.

Herzstück und Lieblingsraum von Andrea Ortmann ist die liebevoll eingerichtete Bibliothek der Kita. Bücher und eine ansprechende Einrichtung laden ein, sich mit einem Buch aus dem Kinderregal zurückzuziehen oder eine Geschichte mit der Towiebox zu hören. Aus dem Kinderregal dürfen sich Jungen und Mädchen nach ihren Interessen eigenständig bedienen, sie erkennen die Fächer an selbst entwickelten Schildern.

Das Ausleihen übers Wochenende macht die Rucksackbibliothek möglich; die Kinder unterzeichnen mit Fingerabdruck für Bücher, die sie in einen dafür bereitgestellten Kinderrucksack packen dürfen. Die Kinder erzählen dann die Geschichte in eigenen Worten. Hierfür laden Spieltiere, Plüschfiguren und andere Materialien ein. Sehr gerne gestaltet Andrea Ortmann mit den Kindern eigene Bücher.

 

Im Dezember wurde zum Ortstermin geladen, um die neuen Räume der Kindertagesstätte im Familienzentrum Eichenheege vorzustellen, am 6. Januar bezogen werden sollen. Die Bürgermeisterin Monika Böttcher sprach von einem „Leuchtturmprojekt, nicht nur in Maintal, sondern in ganz Hessen und vielleicht darüber hinaus“. Denn in dem zweigeschossigen Neubau in Dörnigheim findet nicht nur die Kindertageseinrichtung Platz, sondern es entsteht ein ganzes Familienzentrum. Auch die Servicestelle Kindertagespflege ist aus dem Bürgerhaus Bischofsheim an die Eichenheege gezogen. Das neue Familienzentrum verfügt über 1.900 Quadratmeter Nutzfläche, die meisten wird die Kita nutzen. Im Erdgeschoss befinden sich neben Toiletten und Waschräumen die Gruppenräume für die sechszügige Einrichtung. Bis zu 120 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren haben dort Platz.

Nur wenige Tage nach dem Spatenstich stand im Sommer der Rohbau auf dem ehemaligen Sportplatz der FC Germania Dörnigheim. Weitere vier Monate später, Anfang Oktober, bezog das Team der Servicestelle Kindertagespflege die Räume. Und gut ein halbes Jahr nach Baubeginn werden die ersten Kinder in der Kita betreut.

 

 

Grundschulen

 

Buddy heißt der neue, knapp einen Meter große und neongelbe Verbündete im Kampf gegen Elterntaxis vor der Waldschule. Die Holzfigur steht seit Anfang März am Zebrastreifen vor der Bischofsheimer Grundschule und mahnt motorisierte Eltern, sich rücksichtsvoll zu verhalten. Denn Elterntaxis sind zwar gut gemeint, aber gefährlich.

Sein Kind in die Schule zu fahren ist gefährlicher, als es selbst gehen zu lassen. Auch die Kinder vor der Schule sind in Gefahr, wenn Eltern ihre Kleinen bis vor die Schultüre fahren, hat der ADAC herausgefunden.

Besonders kritisch ist die Situation in der Wald- und Gänsseestraße morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr. Dann herrscht ein regelrechtes Verkehrschaos – und das ist gefährlich. Denn regelwidriges Anhalten oder riskante Wendemanöver können schnell gefährlich werden. Aus diesem Grund möchten die Mitglieder der Verkehrs-AG mit verschiedenen Aktionen Eltern für diese Gefahr sensibilisieren und motivieren, die Kinder den Schulweg allein gehen zu lassen. So fand im Mai die Aktion „Zu Fuß zur Schule“ statt. Wer zu Fuß kam, erhielt einen Stempel. Am Ende gab es eine Belohnung für die Klasse mit den meisten Fußgängern. Das war natürlich ein Ansporn.

Zudem gibt es die Verkehrsdetektive, die zweimal jährlich die Verkehrssituation rund um die Schule „überwachen“. Die Kinder sind dann, natürlich in Begleitung von Erwachsenen, in ihren gelben Warnwesten unterwegs und ermahnen die Eltern freundlich und charmant zu korrektem, umsichtigem Verhalten.

Auch das Ordnungsamt ist präsenter und eine Geschwindigkeitsanzeige sowie die neue Markierung des Zebrastreifens sind optische Auffälligkeiten, die Autofahrer in diesem sensiblen Bereich zusätzlich zur Vorsicht mahnen – so wie der Street Buddy, der nun leuchtend gelb am Zebrastreifen steht und am Donnerstag willkommen geheißen wurde, natürlich mit dem „Zu Fuß zur Schule“-Song, den die Jungen und Mädchen der 1b voller Inbrunst schmetterten

 

Seit Beginn des Schuljahres gehen die zehn Erst- und Zweitklässler der Schulgarten-AG der Villa Kunterbunt einmal in der Woche in den Gemeinschaftsgarten des Stadtteilzentrums Bischofsheim, pflanzen Blumen und lernen die Natur direkt vor ihrer Haustür kennen. Zuvor hat die Schulgarten-AG das Schulgelände genutzt nun haben sje einen richtigen Garten haben. Es ist wichtig, den Kindern zu zeigen, dass Obst, Gemüse und Kräuter nicht einfach so im Supermarktregal liegen. Im vergangenen Sommer hat eine Gruppe des Stadtteilzentrums den rund 300 Quadratmeter großen Garten auf der Rasenfläche am Dörnigheimer Weg, direkt vor dem Kinder- und Jugendhaus, eingerichtet. Einmal im Monat, immer am vierten Dienstag, trifft sich die Gartengruppe im Stadtteilzentrum. Auch für die kleinen Helfer der Schulgarten-AG der Villa Kunterbunt gibt es immer etwas zu tun. „

 

Büchertalschule feiert Doppeljubiläum:

Die Grundschüler aus Wachenbuchen und Mittelbuchen dürfen sich noch vor den Sommerferien auf eine riesige Party freuen. Ihre Schule feiert ein Doppel-Jubiläum: 50 Jahre Büchertalschule, 25 Jahre Förderverein. Errichtet als Grund- und Hauptschule, inmitten von Wiesen und Feldern, wurde die Büchertalschule für Kinder aus Maintal-Wachen­buchen und Hanau-Mittelbuchen 1969 eröffnet. Sie ist eine Maintaler Grundschule in Trägerschaft des Main-Kinzig-Kreises, die seit 1971 auch im Schulentwicklungsplan der Stadt Hanau als Grundschule aufgenommen ist.

Seit 26 Jahren führt Anne Hahn die Büchertalschule, sie folgte 1993 Walter Buckard nach, der die Schule seit ihrer Gründung geleitet hatte. „Bis heute weist die Schule kaum Fluktuation auf, Kolleginnen und Kollegen bleiben über viele Jahre an der Schule“, betont Hahn.

Auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern und Sponsoren gehört für Rektorin Anne Hahn selbstverständlich zum Schulleben. So übernahmen es die Malteser am „Social Day“, den Verwaltungstrakt zu streichen. Jedes Jahr finden Lesungen mit bekannten Kinderbuchautoren wie Ingo Siegner, Manfred Mai oder Uschi Flack statt. Am letzten Schultag vor den Weihnachtsferien spielen die Lehrkräfte zur großen Freude aller Theater. Vorlesewettbewerbe und Schulgottesdienste sind ebenso selbstverständlich in den Jahresplan integriert wie Auftritte des Schulchores oder die Patenschaften der Viertklässler für die Schulanfänger.

Die Bewerbung und die Konzeption für das Leitbild „Gesundheitsfördernde Schule“ ist mit viel Arbeit verbunde.  Die Auszeichnung, die vom Land Hessen vergeben wird, dauert mehrere Jahre und wird in Teilzertifikaten ausgestellt. Inzwischen besitzt die Büchertalschule das Gesamtzertifikat und wird nächstes Jahr daran gehen, diese Auszeichnung erneut zu erhalten. Die Schule hat außerdem die Zertifikate musikalische und MINT-freundliche Grundschule erworben.

Anne Hahn gründete den Förderverein Büchertalschule für die Nachmittagsbetreuung, aus dem Nichts, ohne Startkapital, denn die Kommune wollte nicht investieren. Von Anfang an mit Mittagessen, das bis heute von vier Küchenkräften in den Räumen der ehemaligen Schulküche frisch zubereitet wird.

Mit 36 Kindern startete die Nachmittagsbetreuung vor 25 Jahren, inzwischen bleiben fast 200 Kinder von insgesamt etwa 240 nachmittags in der Schule. Der Förderverein ist Träger der Betreuungseinrichtung und inzwischen Arbeitgeber für Betreuer und Erzieher für die Ganztagsbetreuung. Er bietet Hausaufgabenbetreuung und verschiedene Arbeitsgruppen, in denen die Kinder ihren Neigungen nachgehen oder sich ausprobieren können. Ob Sport, Musik, Naturwissenschaft oder Kreativität – von der Fußball-AG über Arbeiten mit Holz bis hin zu Entspannungsübungen gibt es reichlich Auswahl für die Kinder.

Zum 50-jährigen Jubiläum kam im Februar Circus Baldini, um mit den Kindern Zirkus zu machen. Als einzigartiges Projekt wird es Kindern und Eltern in Erinnerung bleiben, wie auch das öffentliche Schulfest am Samstag, 15. Juni. Das gemeinsame, fröhliche Schulfest mit großer Tombola und vielen Aktionen und Attraktionen findet am Samstagnachmittag von 14 bis 18 Uhr auf dem Schulgelände statt. Die gesamte Schulgemeinde sorgt für das Catering. Außerdem wird es zum Jubiläum einen Monatskalender geben, zu dessen Entstehung jede der zwölf Klassen der Büchertalschule je ein Blatt gestaltet hat. Ein Wermutstropfen mischt sich in die Feierlichkeiten – für Anne Hahn ist der 50. Geburtstag der Büchertalschule zugleich das Ende ihrer Zeit im Schuldienst. Sie wird am 27. Juni im Rahmen einer akademischen Feier verabschiedet.

Viele Jahre lang hatte sie bereits an der Pestalozzischule, der Diesterweg-Schule, der Anne-Frank-Schule und der Heinrich-Heine-Schule in Hanau unterrichtet Es fällt der engagierten Pädagogin Anne Hahn nicht leicht, ihren Beruf nicht mehr auszuüben. Vor allem, weil sie in ihrer Zeit als Rektorin viel auf den Weg gebracht hat. Am 27. Juni, wird Anne Hahn feierlich verabschiedet

 

In Maintal gibt schulische Angebote, die darauf abzielen, Kinder mit Migrationshintergrund gezielt in Deutsch zu fördern, bevor sie die Grundschule besuchen. So gibt es an der Wilhelm-Busch-Schule in Dörnigheim im neuen Schuljahr neben vier regulären ersten Klassen auch eine Vorschulklasse und zwei Vorlaufkurse. Ergänzt wird das Angebot durch eine Intensivklasse.

Die Intensivklasse ist gedacht für Seiteneinsteiger im Grundschulalter, meist Flüchtlingskinder, die täglich vier Stunden unterrichtet werden, hauptsächlich in Deutsch. Die Vorklasse wiederum besuchen die Kinder, die aufgrund ihres Alters eigentlich eingeschult würden, denen aber noch einige Fertigkeiten fehlen, allerdings nicht sprachliche Fähigkeiten. Hierfür gibt es zwei Vorlaufkurse mit jeweils 15 Kindern. Die Kinder lernen in der Kita nicht nur Deutsch, sondern auch den Umgang mit anderen Kindern. Deshalb empfehlen wir Eltern auch, dass sie ihre Kinder in den Kindergarten geben

 

Das Kelterfest der Waldschule in Bischofsheim im September blickt mittlerweile auf eine längere Tradition zurück. Die Idee dazu entstand vor ungefähr 15 Jahren durch jemanden, der Kontakt zum Arbeitskreis Streuobst Maintal hatte. Seitdem durften die Schulkinder die am Boden liegenden Äpfel aufklauben kommen. Denn weder auf dem Schulgelände selber noch im Umkreis wachsen Apfelbäume. Bis vor zwei Jahren bekamen sie daher das Obst von der Streuobstwiese zur Verfügung gestellt.

„Seit zwei Jahren sind wir autark. Wir haben uns eine eigene Kelterpresse gekauft und machen seitdem unseren Saft selber“, Und auch die Äpfel stammen mittlerweile aus anderen Quellen: „Zum einen bitten wir die Eltern, dass ihre Kinder kurz vor unserem Fest jeweils einen Apfel mitbringen. Bei 270 Kindern, die auf unsere Grundschule gehen, machen das immerhin 270 Äpfel aus. Und dann bekommen wir noch Äpfel gespendet. Großem Dank verpflichtet sind wir dieses Jahr Rudi Hesse aus Hochstadt, der uns seine Streuobstwiese zur Verfügung gestellt hat.

Insgesamt kamen in diesem Jahr fünf Zentner Äpfel zusammen. 250 Kilogramm Äpfel ergeben ungefähr 100 Liter Saft. Dieser wird verkauft, sowohl an die Familien der Kinder als auch an Externe. Im Laufe der Jahre hat sich das Kelterfest herumgesprochen, so dass auch einige ältere Menschen an diesem Nachmittag auf den Schulhof gekommen sind, um sich bei Kaffee und Kuchen, aber auch bei leckerem Apfelsaft einen schönen Nachmittag zu machen.

 

 Am 28. September findet in der Villa Kunterbunt ein Schulfest zum 45-jährigen Bestehen der Bischofsheimer Grundschule statt, und dafür haben sich die Lehrer und der Förderverein etwas ganz Besonderes ausgedacht. Alle Kinder werden in Form einer Projektwoche zu Darstellern einer großen Zirkusvorstellung, die am Samstag aufgeführt wird. Um das Erlebnis für alle Beteiligten zu etwas Einzigartigem zu machen, wurde sogar ein riesiges Zirkuszelt auf dem Rasen der Villa Kunterbunt aufgebaut.

Weil rund 300 Jungen und Mädchen die Schule besuchen und die Manege nicht genug Platz für so viele Zuschauer hat, wurden diese in zwei Gruppen, unabhängig von Alter oder Klasse, aufgeteilt. Während also die Gruppe A ihre Zirkusnummern einstudiert, bastelt die Gruppe B Plakate und Eintrittskarten für die Aufführung, und dann wird getauscht. Beide Gruppen werden am Samstag ihre Aufführungen zum Besten geben.

Unter Aufsicht zweier Zirkusmitarbeiter und der Lehrer lernen die Kinder, über Nagelbretter und Scherben zu laufen, Feuer zu schlucken und in der Höhe zu schweben. Das Ganze soll das Gemeinschaftsgefühl stärken. Natürlich gehört da auch bei manchen Sachen viel Überwindung dazu. Die Sicherheit der Kinder ist aber natürlich jederzeit gewährleistet.

 

Gesa Lückhoff ist die neue Leiterin der Büchertalschule. Ihr Hauptfach ist Musik, studiert hat sie zudem Religion und Mathematik, aber als Grundschullehrerin unterrichtet sie alle Fächer und wird als Vertretung in den Klassen präsent sein. Seit September hat die „neue Chefin“ offiziell die Schulleitung übernommen.

Am Herzen liegen ihr vor allem drei Dinge: Entschleunigung. „Ich will Zeit haben, den Kindern zuzuhören, Zeit haben für Gespräche mit Eltern, Zeit haben für Kollegen“. Außerdem Respekt. „Die Kinder lassen sich gerne auf Regeln ein, im Alltag sind Toleranz und Respekt dann oft schwierig umzusetzen.“ Gute Erfahrungen hat Lückhoff daher mit dem Klassenrat gemacht, in dem Kinder Lösungen für Probleme finden. Der dritte Schwerpunkt ist Selbständigkeit, Kinder, die Verantwortung übernehmen. „Das Kind loszulassen und zu sagen: 'Das kriegst du allein hin.' ist eine Herausforderung“, sagt sie.

Seit 2005 lebt Gesa Lückhoff, die mit Dekan Dr. Martin Lückhoff verheiratet ist, in Langenselbold. Dort unterrichtete sie von 2006 bis 2016 an der Gründauschule. Danach unterrichtete sie an der Waldschule in Bischofsheim und war dort stellvertretende Leiterin. Nicht nur beruflich, auch privat gehören Musik und Bücher zum Leben von Gesa Lückhoff. Sie spielt mehrere Instrumente, darunter Gitarre, Flöte und Klavier, singt in der Rückinger Kantorei und spielt in Ostheim zum Gottesdienst die Orgel. „Wann immer wir hier sind und nicht unterwegs, sind wir auf der Frankfurter Buchmesse“.

 

 

Seit Anfang dieses Schuljahres ist die neue Schulleiterin der Fritz-Schubert-Schule. Das Studium für das Lehramt in den Fächern Mathematik, Deutsch, Kunst und Musik hat Anja Bothe an der Universität Bielefeld abgeschlossen, auch das Referendariat hat sie in Nordrhein-Westfalen absolviert. Unterrichtet hat Anja Bothe, die mit ihrer Familie seit 15 Jahren in Dörnigheim lebt, ausschließlich an hessischen Schulen.

Im Jahre 2017 wechselte sie von der Sterntaler-Schule in Schöneck-Büdesheim auf die Position der Konrektorin an die Maintaler Grundschule. Zwölf Jahre habe sie sich in der zweizügigen Schönecker Grundschule im Kollegium sehr wohlgefühlt, so Bothe. Während dieser Zeit war sie zudem mit einigen Stunden dem Staatlichen Schulamt zugeordnet.

„Es gibt hier ein tolles Miteinander“, sagt Bothe. Die Sportkolleginnen hätten einen wunderbaren Sponsorenlauf organisiert und die Eltern großzügig gespendet. Die Sekretärin sei immer freundlich, und auch der Hausmeister sei während des Urlaubs zur Schule gekommen, um nachzuschauen, ob alles gut laufe.

So sieht die Schulleiterin, die das Amt übernommen hat, ihre zweite wichtige Aufgabe vor allem darin, alles im Blick zu behalten. Bereits die erste pädagogische Konferenz hätte für verschiedene Themen, wie beispielsweise für den Deutschunterricht oder für das Schulfest, so viele Ideen zu Papier gebracht, dass man eher darauf achten müsse, sich nicht zu verzetteln.

Die Steuergruppe Schulkultur stelle sich die Frage, wie sich die Schule in den Bereichen „Eltern, Kinder, Lehrkräfte“ weiterentwickle. Die Frage, wie beispielsweise Inklusion gelingen könne, stelle sich auch an der Fritz-Schubert-Schule. Schließlich denke man über ein Projekt mit Schulhund Floyd nach, dessen Ausbildung in Kürze beendet sei.

Sie sieht ihre Aufgabe an der Schule darin, gute Strukturen für ein gelingendes Miteinander zu schaffen. Dies gelte auch in der Zusammenarbeit mit Kollegen der Adolph-Diesterweg-Schule, mit der die Grundschule unter einem Dach arbeitet, und den Mitarbeitern der Jugend- und Familienhilfe „Welle gGmbH“: Und insbesondere mit der Ganztagsbetreuung.

 

Die Villa Kunterbunt hat eine neue Rektorin: Jana Schmidt. Seit 2015 war sie zunächst als stellvertretende Schulleiterin tätig und übernahm dann, nach dem Weggang von Rektor Stefan Weidner, die kommissarische Schulleitung. Im Jahre 2018 wurde sie offiziell mit den Aufgaben der Schulleiterin der Villa Kunterbunt beauftragt, Ende Oktober kam dann die Ernennung zur Rektorin. Nach dem Studium der Fächer Sport, Mathematik und Deutsch an der Goethe-Universität in Frankfurt führte Schmidt ihr beruflicher Weg direkt an die Grundschule Villa Kunterbunt in Bischofsheim, an der sie einige Jahre als Lehrerin arbeitete.

Die Förderung des Gemeinschaftsgefühls innerhalb des Kollegiums habe hierbei einen hohen Stellenwert für sie. Durch einen gemeinsamen Abschluss vor den Ferien und das Feiern von Erfolgen, Kollegiumsfeiern in der Weihnachtszeit und insgesamt einer Wertschätzung allen Kollegen gegenüber, sorge sie dafür, dass die Lehrkräfte gerne zur Schule gehen und das Projekt Schulentwicklung als Teamaufgabe verstehen. Auch die Ausbildung von Lehrkräften ist Schmidt ein großes Anliegen, und sie unterstützt angehende Lehrer etwa durch die Option von Hospitationen, bei den Nachbesprechungen von Unterrichtsbesuchen oder in der Rolle einer Mentorin.

Die gemeinsame Gestaltung von Schulfesten in Kooperation mit dem Förderverein und der Elternschaft sieht sie als unerlässlich. Erst im September stand die Organisation und Durchführung eines Zirkusprojektes gemeinsam mit dem Kollegium, dem Förderverein und den Eltern an. Hier war Schmidt mitten unter den aktiven Helfern: Sie leitete eine Zirkusgruppe und war tatkräftig beim Auf- und Abbau beschäftigt.

Als aktuelle Aufgaben der Schulentwicklung sieht sich Schmidt nach eigener Aussage in den kommenden Jahren mit zahlreichen verschiedenen Themen konfrontiert: „Zum einen steht der Wechsel in den Pakt für den Nachmittag an. Aktuell befindet sich die Schule im Ganztagsprofil zwei. Außerdem steht durch den Digitalpakt der Bundesregierung das Thema 'Neuen Medien im Grundschulunterricht' im Fokus der aktuellen Entwicklung“, erklärt die Pädagogin.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt für sie in der Sprachförderung. Schon vor Schuleintritt werden Kinder mit den Vorlaufkursen in den Kitas Schillerstraße und Uhlandstraße gefördert. An dieser Stelle hat Frau Schmidt bewusst mehr Investitionen an Lehrkräften und Ressourcen kalkuliert, da sie die Relevanz der Förderung vor der Einschulung erkannt hat.

 

Andreas Baumbach hat an der Wilhelm-Busch-Schule im Dezember einen Kurs für Grundschüler geben, bei denen die Kinder lernen sollten, sich in gefährlichen Situationen richtig zu verhalten. Mit Bravour meistern die Kinder die letzte Übung, die ihnen Trainer Andreas Baumbach zum Abschluss des fünfstündigen Kurses „Starke Kinder – von Anfang an!“ mit auf den Nachhauseweg gibt.

Andreas Baumbach ist Polizist der Bundespolizei am Flughafen Frankfurt und gibt darüber hinaus Kurse zu Konflikttraining und Selbstbehauptung. Er kam auf Einladung des Fördervereins der Wilhelm-Busch-Schule nach Dörnigheim. Insgesamt drei Kurse für jeweils 28 Kinder fanden im November statt, alle unter Leitung des Instituts für Gewaltprävention, Selbstbehauptung und Konflikttraining.

Ein selbstbewusster, aufrechter Gang, eine laute Stimme und ein deutliches „Nein“ seien gute Voraussetzungen, um sich gut behaupten zu können und sich aus gefährlichen Situationen befreien zu können. Im Selbstbehauptungstraining wird mit Gesprächsrunden, Rollenspielen und Übungen gearbeitet. Dabei lernen die Schüler in fünf Stunden mit sehr viel Spaß und Spiel drei wesentliche Verhaltensweisen, die sie spielerisch ausprobieren und im Alltag leicht umsetzen können.

 

 

Weiterführende Schulen

 

Das Land Hessen will im Zuge des Projekts „Mehr Feuerwehr in die Schule“ die hessischen Feuerwehren und die im Katastrophenschutz des Landes Hessen mitwirkenden Hilfsorganisationen bei ihrem Engagement in den Schulen unterstützen. Zu diesem Zweck hat auch der Regionalverband Hanau und Main-Kreis der Johanniter-Unfall-Hilfe die Fördergelder für die Arbeit in sechs Schulen bekommen, darunter auch für die Erich-Kästner-Schule. Das Ministerium hat bei den Johannitern mit dem Hinweis auf die Fördergelder angefragt. Diese haben dann auf die Sanitätsdienste der Schulen verwiesen, woraufhin Anträge gestellt und bewilligt wurden.

Alle sechs von den Johannitern geförderten Schulen - unter anderem auch die Albert-Einstein-Schule in Bischofsheim oder die Otto-Hahn-Schule in Hanau - bekamen eine Förderung von 5.000 Euro, die sach- und fachgerecht zu investieren sind. Primär wird das Geld in die Ausstattung des Sanitätsraums investiert. Hierzu sollen eine neue Krankenliege, ein Rollstuhl, ein Defibrillator, HLW-Phantome (Puppen zur Übung der Herz-Lungen-Massage) sowie die Verbandsmaterialien und ein Schrank zu deren Aufbewahrung angeschafft werden. Das Geld dürfe jedoch auch in Bekleidung wie die persönliche Schutzausrüstung investiert werden, wozu beispielsweise spezielle Schuhe oder Wärmebekleidung gehören können.

Diese Ausrüstung soll jedoch nicht verstauben, sondern auch regelmäßig zum Einsatz kommen. Nach einer Grundausbildung müssen die Schüler auch Pausendienste machen. Hierzu sollen immer zwei Schüler in der Pause im Sanitätsraum sein und zwei weitere während dieser Zeit auf dem Pausenhof patrouillieren. In besonderen Fällen werden die Schulsanitäter jedoch auch während der Unterrichtszeit gerufen.

 

Das Landesfinale Hessen Süd von „Jugend debattiert“ fand in diesem Jahr im April in der Maintaler Albert-Einstein-Schule statt, die mit Luana Giersbeck sogar eine Teilnehmerin stellte.  Laut Teilnehmerliste nahmen 32 Schüler aus insgesamt acht Regionalverbünden das Mikrofon in die Hand und debattierten drauf los. Jeder Verband stellte also für jede der zwei Alters­klassen, Sekundarstufe eins und zwei, jeweils zwei Schüler. Für den Regionalverband Hanau trat unteranderem die 13-jährige Einsteinschülerin Luana Gierbeck an. Durch ihren zweiten Platz beim Regionalentscheid hatte sie sich schon früher für den Landesentscheid Hessen Süd qualifiziert.

Jeder Teilnehmer bekam im Vorhinein zehn Tage Zeit, um sich mit den vorgegebenen Themen auseinanderzusetzten. Bei der Sekundarstufe eins waren die Streitfragen „Sollen außerhalb von Schulabschluss und Schulwechsel Notenzeugnisse durch Berichtszeugnisse ersetzt werden?“ und „Soll außerhalb von öffentlichen Sportereignissen die künstliche Beschneiung von Skipisten verboten werden?“.

Die zweite Sekundarstufe bekam hingegen politischere Themen wie „Soll die Bundeswehr EU-Bürger rekrutieren“ und „Soll die Teilnahme an Demonstrationen während der Unterrichtszeit als Entschuldigungsgrund gelten?“. Insgesamt wurden zwei Debattierrunden zu je einer der beiden Fragen veranstaltet. Erst unmittelbar vor der Diskussion wurde den Schülern dann mitgeteilt, ob sie während der Debatte die Pro- oder die Kontra-Seite einnehmen müssten.

In jeweils Vierergruppen, zwei Pro- und zwei Kontra-Debattierende, wurden die Schüler von einer jeweils dreiköpfigen Jury exklusive eines Zeitmessers begutachtet. Nach Abschluss der Debatte beriet sich die Jury und gab im Anschluss konstruktives Feedback an die Schüler. Zudem musste jedes Jurymitglied jedem Debattierenden eine geheime Wertung geben. Für jede der vier Anforderungen, konnte jeder Juror maximal fünf Punkte vergeben. Für jeden Durchgang ist folglich eine Höchstpunktzahl von 60 möglich gewesen. Die vier geforderten Anforderungen waren Sachkenntnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Insgesamt belegt Luana den 14. Platz in ihrer Altersklasse.

 

Große Trauer breitete sich auf der Welt aus, als am Ostersonntag drei Kirchen und drei Hotels in Sri Lanka Ziele von Selbstmordattentaten wurden. Bei den Anschlägen kamen mindestens 253 Menschen ums Leben und 485 weitere Personen wurden verletzt. Claus Wörn, Schulleiter der Albert-Einstein-Schule, war zu dieser Zeit in Sri Lanka. Dort hatte er die Partnerschule des Kreises, das Wisdom International College in Beruwala, besucht. Eine wirkliche Nähe habe Wörn zu den Attentaten jedoch nicht gefühlt. Die Anschlagsorte waren ungefähr eineinhalb Autostunden von Beruwala entfernt.

Im Juni konnten insgesamt 67 Schüler der Albert-Einstein-Schule endlich ihr langersehntes Abiturzeugnis in den Händen halten. Im Rahmen einer mehrstündigen Zeremonie wurden nicht nur Zeugnisse verteilt, sondern auch Weisheiten mit auf den Weg gegeben und Auszeichnungen verteilt. Diese wurden für die Bestnoten in den Prüfungen vergeben. Insgesamt 25-mal wurden in diesem Jahr die 15 Punkte in einer Prüfung erreicht. Eine der ausgezeichneten Schülerinnen war Karen Radetzky. Die Abiturientin erhielt nicht nur eine Auszeichnung für die Bestnote in Mathematik, Biologie, Ethik und Chemie, sondern auch den Preis des Schulleiters. Dieser wurde ihr für ihre Leistungen im vergangenen Jahr bei „Jugend forscht“ überreicht. In ihrem Projekt hatte sie sich mit den Auswirkungen von saurem Regen auf die Qualität des Bodens sowie das Pflanzenwachstum beschäftigt.

Insgesamt erreichte die diesjährigen Abiturienten einen Durchschnitt von 2,29. Hierbei wird er nur von den Jahrgängen 2013 (2,27) und 2015 (2,21) überboten, wie Oberstufen-Leiterin Barbara Bingel verkündete. Bingel, die seit 17 Jahren an der Schule war, verkündete auch ihren Abschied.

 

Im Juli trafen sich die Abiturienten der Albert-Einstein-Schule des Abschlussjahrganges von 1979 wieder, um gemeinsam auf die guten Zeiten zurückzublicken. Dieser Jahrgang war der zweite, der die Allgemeine Hochschulreife an der neu gegründeten Maintaler Oberstufenschule abgelegt hatte. Von den rund 80 Absolventen hatten sich immerhin über 30 Personen für den Abend auf dem Gelände der Schule angekündigt. Doch neben den zahlreichen Jubilaren ließen es sich auch mehrere ehemalige Lehrkräfte nicht nehmen, ihren ehemaligen Schützlingen einen Besuch abzustatten. Unter ihnen war auch der ehemalige Schulleiter und Altlandrat Karl Eyerkaufer. Für ihn sei es selbstverständlich, zu solchen Veranstaltungen zu gehen, wenn es ihm möglich sei, da er nur gute Erinnerungen an diese Zeit habe.

 

Im November 1989 hatte es ein Disput zwischen dem damaligen Landrat Karl Eyerkaufer und der Schülervertretung des Einstein-Gymnasiums auf die Titelseite geschafft: Leere Hände und ein volles Haus – so die wenig optimistische Lage der heute florierenden Schule in jenen bewegten Zeiten. Die Schule, die bis Mitte der achtziger Jahre ein reines „Oberstufengymnasium“ war, lediglich mit den Klassen 11, 12 und 13, wurde zum Schuljahr 1988 wieder ein normales Gymnasium mit den Klassen fünf bis 13: Das war nötig, der Tiefpunkt war erst 1996 mit einem Abitur-Jahrgang erreicht, dem nur 24 Schüler angehörten. Mit der Öffnung für alle Gymnasialklassen hatte damals ein schnelles Wachstum eingesetzt: Da muss man Schulleiter Günter Boos danken, der dieses Amt bis 2001 innehatte, dass er die Schule in all den Jahren erfolgreich umgebaut hat.

Vor dem Umbau gab es freilich Hürden: Schulleitung und Schüler des Einstein-Gymnasiums stritten 1989 für einen Gebäudeanbau. Pikant aus damaliger Sicht: Ausgerechnet ein Mann, der noch bis 1987 Schulleiter gewesen war, hatte den Eltern und Schülern damals, Anfang November 1989, schriftlich mitteilen müssen, dass ein Ausbau wegen leerer Landeskassen unwahrscheinlich sei.

Karl Eyerkaufer, der sich dann als SPD-Landrat mit „seinen“ ehemaligen Schülern und Eltern auseinandersetzen musste: Die Argumentation der Landesregierung war, dass wir in den beiden Maintaler Gesamtschulen genug freie Räume haben. Außerdem habe die angrenzende Grundschule „Villa Kunterbunt“ Raumkapazitäten gehabt: „Dann war es so, dass sich an der Grundschule eine Bürgerinitiative gründete“, sagt Eyerkaufer, „die dann den Gymnasiasten geraten hat, auch zu protestieren.“

Obwohl sich Schule und Landrat damals scheinbar unversöhnlich begegnet seien, plaudert Eyerkaufer 30 Jahre später aus dem Nähkästchen, sei hinter den Kulissen immer ein gemeinsames Interesse vorhanden gewesen: „Der Landesregierung haben wir irgendwann bewiesen, dass es in den Gesamtschulen gar keine freien Räume gibt.“ In Bischofsheim in der Kästnerschule sei eine Privatschule untergekommen: „In Dörnigheim Sozialverbände und ein Kindergarten.“

Man hat die Idee entwickelt, dass die Stadt Maintal selbst den Ausbau der Schule vorfinanzieren könne: Außerdem sei es gut und richtig gewesen, die geäußerten Bedenken der Einstein-Schülerinnen und Schüler ernst zu nehmen: „Im Nachhinein muss ich sagen, dass es damals sehr gut war, dass die jungen Leute so auf die Barrikaden gegangen sind“, sagt Eyerkaufer, „und auch heute wäre es häufig gut, wenn Politik und Verwaltung mehr auf den Bürgerwillen hören würden.“

 

Mitte September feierte die integrierte Gesamtschule Erich Kästner-Schule 50 Jahre ihres Bestehens das Jubiläum mit einer akademischen Feier. Der erste Spatenstich zur neuen Schule erfolgte bereits im Oktober 1968. Im August 1969 wurde dann der erste Bauabschnitt der zweiten integrierten Gesamtschule im damaligen Landkreis Hanau fertiggestellt. Zur damaligen Zeit gab es nur eine einzige Schule in Bischofsheim: die Waldschule. Da es sich hierbei jedoch lediglich um eine sogenannte „Volksschule“ handelte, platzte sie damals förmlich aus allen Nähten. Daher habe man eine neue Schule benötigt. Der damalige Landrat war ein großer Befürworter des IGS-Konzepts, daher hat er sich sehr dafür eingesetzt, dass dieses Konzept in der neuen Schule umgesetzt wird.

Also wurde im September 1969 unter dem ersten Schulleiter - Klaus Lehnert - der Schulbetrieb der Integrierten Gesamtschule Bischofsheim aufgenommen. Den Namen Erich Kästner-Schule trägt die Lehranstalt erst seit Anfang der achtziger Jahre. Am 16. Oktober 1979 wurde dieser Name von den Schul- und Elternvertretern einstimmig beschlossen. Laut Protokoll der damaligen Sitzung habe man sich für den Namen entschieden, da er sowohl für Jugendliche als auch Erwachsene ein Begriff sei.

Bei dem neuen Schulnamen hat man vor allem auf die Schreibweise viel Wert gelegt. Denn es kommt explizit kein Bindestrich zwischen den Vor- und Nachnamen des Namenspatrons. Die­se Schreibweise geht auf Kästner selbst zurück. Dieser soll gesagt haben: „Der Bindestrich zwischen Vor- und Nachname ist unlogisch, trotz Duden.“ Kästner soll sogar zu Lebzeiten verfügt haben, dass alle nach ihm benannten Einrichtungen die Schreibweise ohne Bindestrich verwenden müssten.

Zu Hochzeiten Mitte der siebziger Jahre besuchten insgesamt an die 1.600 Schüler die EKS. Heutzutage sind es um die 600. Darüber ist man sehr froh, weil der Vorteil einer kleineren Schule auf der Hand liegt: Man kennt sich, fühlt sich zugehörig, hat ein festes Klassenraumprinzip, was zu damaliger Zeit mit über 100 Schülerinnen und Schülern undenkbar gewesen ist. die EKS eine Schule, in der die Schüler Zeit hätten, sich frei zu entwickeln. Sie ist eine Schule für alle. Eine Schule, die sich, wie alle Integrierten Gesamtschulen, von jeher dem Anspruch verschrieben hat, unabhängig von sozialer Herkunft, Sprache, Kultur oder Nationalität den Schülern alle Möglichkeiten zu bieten“, sagt Hurst. Die Schüler sollten sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln, um den bestmöglichen Abschluss gemäß ihren Fähigkeiten zu erreichen.

Einige Schüler hatten auf der akademischen Feier auch die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten vorzustellen. Dort präsentierten die Schüler nämlich ein buntes Programm. Neben Spielszenen aus Kästners berühmten Werken rundeten Musik- und Tanzbeiträge die Feier ab. So begrüßte die Schulband die Gäste ganz zu Beginn der Veranstaltung mit ihrer Darbietung von „La Bamba“.

Auftakt des Jubiläumsjahres war ein Schulfest am 6. September, zu dem viele Ehemalige ihre „alte Erich“ wieder einmal besucht haben. Weitere Veranstaltungen sind: die Eröffnung einer Ausstellung mit Schülerarbeiten aus den letzten Jahren im Hochstädter Rathaus am 4. November. Als letzte Jubiläumsveranstaltung ist im Frühjahr 2020 ein „Kästner-Abend“ im Bürgerhaus Bischofsheim mit Schülerdarbietungen geplant.

 

Seit vielen Jahren ist es Tradition an der Erich-Kästner-Schule, mit den Schülern des sechsten Jahrgangs am Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels teilzunehmen. Schließlich war Schulnamensgeber Erich Kästner selbst einer der Mitbegründer des jährlichen Wettbewerbs.

Dieser Wettbewerb wird seit 1959 von der Stiftung Buchkultur und dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Schulen und kulturellen Einrichtungen mit dem Ziel der Leseförderung organisiert.

Zunächst waren in der ersten Runde alle Schüler des sechsten Jahrgangs aufgefordert, im Rahmen einer Buchpräsentation ein Buch ihrer Wahl vorzustellen und daraus eine spannende Passage vorzulesen. So wurden die Klassensieger ermittelt, die sich vor Kurzem in der Schul­mensa der Schulentscheidung stellten. Dieses Mal galt es, neben der selbst ausgewählten Textstelle zusätzlich einen unbekannten Buchausschnitt lebendig vorzutragen. Antonia Hiekel wird Anfang nächsten Jahres beim Kreisentscheid die Erich-Kästner-Schule vertreten.

 

Zu den Maintaler Schulen gehört auch die Bundesfachschule Kälte-Klima-Technik mit rund 4000 Schüler pro Jahr. Nicht zuletzt aufgrund der daraus resultierenden guten und stetig steigenden Auftragslage könnte der Beruf des Mechatronikers für Kältetechnik so attraktiv für Schulabgänger sein. Das Problem ist nur, dass der Beruf relativ unbekannt ist. Handwerk ist heute Hightech, man braucht Wissen in vielen Bereichen, etwa von Elektronik, Software und Hardware. Viele Eltern sehen ihre Kinder lieber an einer Hochschule. Aber die Verdienst- und Aufstiegschancen sind nach einer Ausbildung oft genauso groß wie nach einem Bachelor-Abschluss, wenn nicht sogar noch größer.

In der Meisterklasse an der Berufsfachschule wird die weiterführende Ausbildung angeboten, die unter anderem dazu befähigt, selbst Gesellen auszubilden, in Vollzeit und Teilzeit. Die Variante in Vollzeit ist verbunden mit einem Leben im Internat der Bundesfachschule.

 

Schon Anfang des Jahres stellte die CDU einen Antrag auf eine internationale Schule für Mainta. Noch gut zwei Monate bis zum Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Auch auf den Großraum Frankfurt wird sich der Brexit höchstwahrscheinlich auswirken: Firmen verlagern ihren Hauptsitz in die Mainmetropole, Mitarbeiter ziehen mit ihren Familien hierher. Nicht nur auf den Wohnungsmarkt in der Region kommen dadurch große Herausforderungen zu, auch auf die hiesigen Bildungseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Universitäten.

Zwölf internationale Schulen gibt es aktuell im Rhein-Main-Gebiet: Neben drei Schulen in Frankfurt und zwei in Oberursel gibt es noch jeweils eine in Seeheim, Dreieich, Viernheim, Wiesbaden, Bad Homburg, Friedrichsdorf und Bad Vilbel. Alle diese Schulen sind privat, lediglich die Internationale Schule im Schuldorf Bergstraße in Seeheim ist öffentlich.  Östlich von Frankfurt gibt es also noch keine internationale Schule. Schon allein aufgrund der verkehrlichen Anbindung ist Maintal wie geschaffen für den Standort einer internationalen Schule. Hinzu kommt noch die Nähe zur Europäischen Zentralbank und die gute Anbindung an den Flughafen Frankfurt. Ein Neubau wäre im neu zu entwickelnden Gewerbegebiet in Bischofsheim oder auch in der Nähe der Kälte-Klima-Schule vorstellbar“.

 

 

Religionsgemeinschaften

 

Ein gut besuchter Festgottesdienst mit viel Gesang, Musik und Abwechslung bildete Anfang des Jahres den Rahmen für das 25-jährige Jubiläum des Kirchenchors Buchentöne in der Wachenbuchener evangelischen Kirche. Die Jubiläumsfeier wurde zu einer „Hochzeit“, wie der Wachenbucher Pfarrer Jost Häfner sich ausdrückte: „Heute heiraten nämlich der Kirchenchor Mittelbuchen und die Buchentöne und heißen fortan: Kirchenchor Buchentöne.“

Die Geschichte des Kirchenchors ist untrennbar mit einem Namen verbunden: Caroline Adam.. Im Herbst 1993 zunächst als ein „Singkreis“ aus einer Gemeindefreizeit hervorgegangen, stieß Adam Anfang 1995 dazu und übernahm die Leitung der bunten Truppe. Diese zeichnete zuvor vor allem aus, dass man gerne sang. Und mit der qualifizierten Leitung kam dann auch die musikalische Leistung und Abwechslung in den Singkreis. Zum Liedgut gehörten fortan nicht nur Kirchenlieder, sondern auch Volkslieder, Gospels, Spirituals und sogar Popsongs. Dass „Veränderung“ kein Fremdwort ist für den Chor, beweist schon die Namensgebung.

Nannten sich die Damen ab 1997 Kirchenmäuse, weil sie bei den Proben so in der Kirche „herum-huschten“, wurden sie dann 2016 zu den Buchentönen. Nachdem Adam 2006 die offizielle Chorleiterprüfung abgelegt hatte, wurde nicht nur während der Gottesdienste gesungen, es gab auch etliche Chorkonzerte. So beispielsweise jene mit den Heldenbergener Chor Spirit Power (ebenfalls geleitet von Adam), Gospelmessen in verschiedenen Städten (unter anderem Fulda) und Auftritte etwa bei der 550-Jahr-Feier der Wachenbuchener Kirche. Jetzt wird aus den Buchentönen eben der Kirchenchor Buchentöne.

 

Die Kirchengemeinde Bishofsheim will trotz Defizit ihre Kirchenmusik behalten. Im März sucht die Gemeinde nach alternativen Einnahmemöglichkeiten. Konkret geht es um die Arbeit von Andrea Tetens. Die Kantorin ist das Gesicht der Bischofsheimer Kirchenmusik, leitet vier Chöre – einen Kinderchor, einen Jugendchor, den Gospelchor Good News sowie die ökumenische Kantorei Bischofsheim – die regelmäßig auftreten, tritt selber als Musikerin auf, organisiert die Veranstaltungen in der Kirche wie etwa Benefizkonzerte und die Reihe „Orgelmusik zur Marktzeit“, begleitet als Kantorin zahlreiche Gottesdienste an der Orgel und ist Geschäftsführerin des Freundeskreises der Kirchenmusik.

In Bischofsheim hat Tetens eine halbe Stelle inne – in deren Rahmen allein sie ihr zeitaufwändiges Engagement gar nicht stemmen könnte. Deshalb wurden ihr bisher von der Kirchengemeinde zehn Stunden zusätzlich bezahlt, finanziert aus dem Etat, den die Gemeinde zur Verfügung hat. Doch der Haushalt der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim ist schon seit einigen Jahren in Schieflage. Gemäß dem Sparprogramm der Landeskirche müssen die Teilgemeinden bis zum Jahr 2026 ihre Haushalte um 25 Prozent herunterschrauben. Bedeutet für die evangelische Kirche Bischofsheim im Klartext: Sie kann die Mittel für die zehn zusätzlichen Stunden für die Kantorin nicht mehr aufbringen.

So steht die Bischofsheimer Kirche nun vor der Entscheidung: Bei der Kirchenmusik Einsparungen vornehmen oder auf die Suche nach alternativen Finanzierungswegen gehen.

 Für Heller ist die Antwort eigentlich schon klar, schließlich sei das musikalische Angebot seiner Gemeinde doch „ausgesprochen bekannt und beliebt“. Bei der Jahreshauptversammlung Freundeskreis im März stand die Kirchenmusik und deren Finanzierung im Mittelpunkt. Das Ergebnis der Zusammenkunft: Das musikalische Angebot soll erhalten bleiben. Ein erster, vom Freundeskreis bereits beschlossener Schritt ist die Erhöhung der jährlichen Mitgliedsbeiträge von 36 auf 60 Euro.

Die Möglichkeit, bei den Konzerten in der Kirche Eintritt zu erheben, sei zwar diskutiert, jedoch vorerst wieder verworfen worden. Eine Idee zur Finanzierung sei nun stattdessen, lokale Firmen als Sponsoren für die Veranstaltungen zu finden. Bislang sind die Konzerte kostenfrei, es wird lediglich um freiwillige Spenden gebeten. Die Gagen für Künstler werden aus der Kollekte bezahlt. Im Durchschnitt spende jeder Besucher etwa fünf Euro, was aber nicht zur Deckung der Kosten ausreiche. Ob und in welcher Form die genannten Ideen umgesetzt werden, muss abschließend der Kirchenvorstand entscheiden.

 

„Kirche muss heute dahin gehen, wo die Menschen sind“, sagt Heller. Das will die evangelische Gemeinde Bischofsheim vor allem durch Präsenz auf öffentlichen Veranstaltungen wie dem Weihnachtsmarkt oder der Reihe „Maintal isst bunt“ schaffen. Auch den Gottesdienst bringen die Verantwortlichen dahin, wo die Bürger sind. An Himmelfahrt veranstaltet man zum Beispiel einen Gottesdienst am Anglersee. Außerdem will man das kulturelle Angebot erweitern und damit ein breiteres Publikum ansprechen. „Zum Beispiel durch Lesungen oder Vorträge“, erklärt Jan Max Gepperth, seit 2017 Mitglied des Kirchenvorstands. Zudem gibt es Pläne zu Kooperationen mit Vereinen und Institutionen vor Ort.

Auch in Bischofsheim verzeichnet die Gemeinde sinkende Mitgliederzahlen. „In 2011 hatten wir gut 3.500 Mitglieder, heute sind es noch knapp 2.900“, erklärt Heller. Ihre Hochphase hatte die Gemeinde in den sechziger Jahren mit knapp 6.000 Mitgliedern. Danach hat sich die Zahl bei etwa 5.500 eingependelt.

Der Grund für den anhaltenden Rückgang auf mittlerweile nicht mal mehr 3.000 Mitglieder sind vor allem der demografische Wandel, aber auch die Kirchenaustritte. Man sieht zum Beispiel, dass Menschen nach der ersten Gehaltsabrechnung austreten, weil sie keine Kirchensteuer zahlen wollen. Zum anderen ist mittlerweile der Austritt aus der Kirche nicht mehr mit hohem bürokratischem Aufwand verbunden. Früher musste man zum Amtsgericht, um aus der Kirche auszutreten. Heute kann man das im Stadtladen erledigen.

Die sinkenden Mitgliederzahlen schwächen zunehmend den Finanzhaushalt der Gemeinde.

Die prekäre Finanzlage hatte in den vergangenen Jahren auch schon Auswirkungen auf das Gemeindeleben in Bischofsheim: Bis 2013 hatte man eine volle Küsterstelle, die aber mittlerweile auf 24 Wochenstunden reduziert ist. Gleiches passierte auch in der Jugendarbeit der Gemeinde: Die volle Stelle wurde vor fünf Jahren auf eine halbe gekürzt.

Zudem ist die Zukunft der Kirchenmusik noch ungewiss:

 

 

ennoch habe es die Gemeinde geschafft, ihr inhaltliches Angebot in den vergangenen Jahren sogar zu verbessern. Doch auch da werde es immer schwieriger, die Angebote aufrechtzuerhalten.  Es gibt immer wieder Probleme, die nötige Anzahl von ehrenamtlichen Helfern zusammen zu bekommen. Rund 130 Namen zählt die Liste der Ehrenamtlichen in der Bischofsheimer Gemeinde. Von Gemeindebriefausträgern bis hin zu Aktiven in der Kirchenmusik ist dabei alles vertreten.

 

Um kurz vor halb 11 Uhr nachts ertönte eine der Glocken der evangelischen Kirche in Bischofsheim. Die Gemeinde hatte dies als Solidaritätsbekundung für die berühmte Pariser Kathedrale Notre-Dame. Seit den frühen Abendstunden des 15. April stand die berühmte Kathedrale in Paris in Flammen. Um sich solidarisch mit den Parisern zu zeigen, ließ der Kirchenvorstand der evangelischen Kirche Bischofsheim in der Nacht von Montag auf Dienstag (als die Kirche noch brannte) eine der Glocken ertönen. Dies geht auf die Bitte des Pariser Erzbischofes Michael Aupetit zurück, der die Kirchen weltweit um Solidarität gebeten hat.  Trotz aller räumlichen, sprachlichen und konfessionellen Trennung sahen man es als richtig an, dieser Bitte nachzukommen. Um Irritationen vorzubeugen, hängte man auch Informationszettel an der Kirche und am Gemeindebüro auf.

Um ihren Standpunkt noch einmal zu verdeutlichen, veranstaltete die Evangelische Kirchengemeinde Bischofsheim dann am Dienstagnachmittag um 15 Uhr eine spontane Gedenkminute, zu der alle Glocken im frisch restaurierten Turm erklingen sollten. Auch der Hessische Rundfunk war anwesend, um diese kleine Würdigung zu dokumentieren. Vor der eigentlichen Gedenkminute sprach Pfarrer Jens Heller ein paar Worte.

 

Eine Sanierung für das EGZ in Dörnigheim nur durch einen Verkauf möglich:

Die marode Bausubstanz des Evangelischen Gemeindezentrums Dörnigheim wird im großen Saal besonders anschaulich und lässt keine Zweifel daran aufkommen, dass eine Sanierung dringend geboten ist. Die könnte 2020 erfolgen. Voraussetzungen sind, dass die Stadtverordneten den Bebauungsplänen der Gemeinde zustimmen, der Verkauf eines Teils des Grundstücks der Kirchengemeinde vertraglich festgehalten wird und die Ausschreibung der Gewerke erfolgreich verläuft. Dann wäre das Vorhaben planungsrechtlich und finanziell in trockenen Tüchern.

Die Entscheidung über die Zukunft des EGZ hat sich die Gemeinde nicht leicht gemacht. Der markante Backsteinbau in der Ortsmitte ist weit mehr als ein Gemeindezentrum. Er ist ein Treffpunkt, ganz unabhängig von der Konfession, ein Bildungsort, eine Betreuungsstätte. Zahlreiche Vereine und Institutionen nutzen die Räumlichkeiten. Eine Sanierung bedeutet daher auch eine mindestens einjährige Pause aller Aktivitäten – und eine erhebliche finanzielle Last.

Wenngleich das EGZ in Dörnigheim auch die Funktion eines Bürgerhauses hat, trägt allein die Gemeinde sämtliche Kosten. Und die waren in den vergangenen Jahren nicht unerheblich.

Die Heizungsanlage ist uralt, die Isolierung längst nicht mehr zeitgemäß. Allein die Heizkosten verschlingen Unsummen. Hinzu kommen diverse Undichtigkeiten im Dach, da plätschert es regelmäßig durch. Und auch die Elektroinstallation müsste erneuert werden.

Im Mai besteht dringender Handlungsbedarf. Um die finanzielle Ausstattung ist es allerdings nicht besser bestellt. Im Gegenteil. Daher hat man sich entschieden, die geschätzten ein bis zwei Millionen Euro an Planungs- und Baukosten durch den Verkauf eines Teils des Grundstücks zu finanzieren, nämlich jenes gut 3.000 Quadratmeter großen Areals des Kindergartens samt rückwärtigem Bereich. Die Gemeinde gibt damit viel aus der Hand. Aber es gibt keinen anderen Ausweg. Oder das Gemeindehaus muß geschlossen werden.

Für das Grundstück läuft seit Jahresbeginn ein Bieterwettbewerb mit mehreren Interessenten. Zwei seien in der engeren Auswahl. Schließlich ist der Verkauf an Bedingungen geknüpft. So muss der erzielte Preis die Kosten für die Sanierung decken. Außerdem soll die Wohnbebauung, die auf dem Grundstück entstehen wird, hinsichtlich Architektur und Nutzung zum EGZ passen. Ein Mehrgenerationenhaus würde gut passen.

Der Kindergarten bleibt weiterhin geöffnet, so lange, bis das Hauptgebäude saniert ist.

Nach dem Abschluss der Arbeiten werden die drei Gruppen ins Hauptgebäude ziehen und dort ihren eigenen Bereich erhalten. Im großen Saal indessen soll die Raumaufteilung flexibler gestaltet und es soll heller werden.

 

Die Mitglieder des Bauausschusses der Stadtverordnetenversammlung konnten sich im Mai nicht zu einer Entscheidung über das künftige Nutzungskonzept für einen Teilbereich des Evangelischen Gemeindezentrums Dörnigheim, der veräußert werden soll, durchringen. Dreh- und Angelpunkt der teils hitzig geführten Debatte war die Festschreibung im Stadtentwicklungskonzept, dass bei neuen Geschosswohnungsbauten mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen vorzusehen sind.

 

Der Entwurf des bevorzugten Interessenten für das rund 3.200 Quadratmeter große zu veräußernde Areal sieht vor, eine Mehrgenerationenwohnanlage mit 40 Eigentumswohnungen für Senioren, Singles und Familien zu errichten. Die Wohneinheiten sollen barrierefrei und zum Teil rollstuhlgerecht sein. Zum Hof des EGZ hin soll ein Gemeinschaftsbereich für soziale und gesellschaftliche Nutzung entstehen.

Sowohl die Nutzung als auch die architektonische Gestaltung der vier Baukörper, die sich in Dachform und Kubatur dem bestehenden Hauptgebäude des EGZ anpassen, hatten die drei Pfarrer und den Kirchenvorstand überzeugt. Hinzu kam, dass der gebotene Verkaufserlös ausreicht, um die notwendige Sanierung des EGZ kostendeckend vorzunehmen. Würde der Bieter geförderten Wohnraum schaffen, würde das den Verkaufserlös reduzieren und eine Finanzierungslücke bei der Sanierung entstehen.

Das Dilemma war offensichtlich. Denn über die Bedeutung des EGZ, das soziale Engagement der Kirchengemeinde sowie die Notwendigkeit der Sanierung bestand fraktionsübergreifend Einigkeit. Aber die Kirche kann sich ein weiteres Jahr Planung nicht leisten. Aber es zeichnete sich eine andere Lösung ab: Gelder, die ursprünglich für einen möglichen Kauf der Fläche durch die Stadt im Haushalt stehen, sollen die Finanzierungslücke bei der Sanierung des EGZ schließen, die entstehen könnte, wenn der Investor 30 Prozent Sozialwohnungen und mindestens die Hälfte der Wohnfläche als Mietwohnungen errichtet. Die endgültige Entscheidung wollen die Fraktionen in einer Sondersitzung des Bauausschusses am kommenden Montag, im Vorfeld der Stadtverordnetenversammlung, treffen.

Bei einem Anteil von 30 Prozent mietgedämpftem Wohnen liegen die Abschläge beim Kauf­preis zwischen 410.000 und 740.000 Euro. Der Wert richtet sich nach dem Mietpreis, der zugrunde gelegt wird, aber bislang nicht festgelegt ist. Für die Kirchengemeinde ein erhebliches Defizit, denn schon jetzt lägen laut Förster die kalkulierten Sanierungskosten über dem Erlös für das rund 3.000 Quadratmeter große Grundstück, auf dem sich derzeit das Nebengebäude befindet, in dem die Kita untergebracht ist. Der Mietpreis würde für geringe Einkommen 8,14 Euro pro Quadratmeter und für mittlere Einkommen 8,64 Euro betragen.

Um aber durchaus zügig zu einem Votum zu gelangen, auf das die Kirchengemeinde dringend wartet, folgten die Ausschussmitglieder dem Vorschlag Thomas Schäfers (FDP), dass der Haupt- und Finanzausschuss im nicht-öffentlichen Teil einer Sondersitzung eine Entscheidung treffen wird. Diese beginnt am Montag, 17. Juni, um 18.30 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses (6.Juni).

Eine klare Mehrheit gab in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses Mitte Juni grünes Licht für die Pläne der Gemeinde.Diese sehen zunächst den Verkauf einer rund 3.000 Quadratmeter großen Teilfläche, die das Nebengebäude samt Außenbereich umfasst, vor. Mit dem Erlös soll die dringende und umfassende Sanierung des Hauptgebäudes finanziert werden.

 

Von dieser Vorgabe, dass der Investor mindestens 30 Prozent preisgedämpfte Mietwohnungen realisiert, sind einige Fraktionsvertreter nun abgerückt.

Die mehrheitlich verabschiedete Beschlussvorlage sieht nicht nur die prinzipielle Zustimmung zu dem städtebaulichen Konzept für das Grundstück vor, sondern auch den Erwerb des Kirchengrundstücks in der Hermann-Löns-Straße 2a in der Dörnigheimer Waldsiedlung, auf dem sich derzeit das Jugendzentrum der Gemeinde befindet. Zum Ankauf dieser Fläche zum gültigen Bodenrichtwert abzüglich der Abriss- und Bodensanierungskosten aufgrund von Altlasten stehen im städtischen Haushalt bis zu 750.000 Euro bereit. Angedacht ist, dieses Grundstück nach dem Erwerb der Maintal Immobilien Gesellschaft zu übertragen, die dort neben dem Projekt Mehrgenerationenwohnen und dem Neubau des Jugendzentrums 30 Prozent Sozialwohnungen und bezahlbaren Wohnraum schafft – quasi als Ausgleich zum Verzicht auf günstige Mietwohnungen auf dem EGZ-Areal.

Für den Verein Patchworkwohnen Maintal, der aus dem Stadtleitbild Mehrgenerationenwohnen hervorgegangen ist, ist das eine gute und ebenfalls lang ersehnte Nachricht. Seit Jahren ist die Gruppe um ihren Sprecher Ludwig Weiler auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück, musste immer wieder Pläne verwerfen und Verhandlungen mit Investoren abbrechen. Nun aber scheint die Gruppe der Verwirklichung ihres Vorhabens greifbar nah zu sein. Die Kombination aus Mehrgenerationenwohnen und Jugendzentrum beschreibt Weiler als „Herausforderung, die wir gerne wagen möchten“. Schließlich wolle man beim Mehrgenerationenwohnen nicht nebeneinander, sondern mit anderen Generationen leben, unterstreicht Weiler und sieht in dem „deutschlandweiten Pionierprojekt“ durch die Verbindung beider Nutzungen die Chance, „ein gutes und verantwortliches Miteinander zu bekommen“

 

Seit Mitte Mai gehen nicht nur Gläubige in der evangelischen Kirche Hochstadt ein und aus, sondern vor allem Handwerker. Es war die Sicherung des Dachgebälks erforderlich. Maßnahmen zur Sicherung der Statik sollen verhindern, dass das Gewicht des Dachstuhls zu stark auf den Außenmauern der Kirche lastet und diese gewissermaßen auseinander drückt. Die zweite große Baustelle befindet sich an den Stützpfeilern der Außenmauer. Diese sind das Resultat des Deckengewölbes, das nach der 1230 oder 1430 erfolgten Errichtung der Kirche eingezogen wurde. Weil dadurch die gesamte Statik des Gebäudes verändert wurde, entstanden die Stützpfeiler, um der Außenmauer die nötige Stabilität zu verleihen. Im Laufe der Jahrhunderte hat die Witterung die Fugen der Stützpfeiler ausgespült. Jetzt wird neu verfugt und gleichzeitig werden einige Steine ausgetauscht.

Danach wünscht sich Pfarrer Rau, dass im hinteren Teil die starre Sitzordnung durch die Kirchenbänke aufgelöst wird und stattdessen ein Bereich entsteht, der individuell genutzt werden kann – etwa für die Kinderkirche oder für ein Kirchencafé.

Die Kosten für die Arbeiten beziffert Rau auf rund 145.000 Euro. Geld, das die Gemeinde nicht allein aufbringen muss. Auch Kirchenkreis und die Landeskirche leisten einen

Solange die Arbeiten in und an der Kirche andauern, wird auch die Orgel schweigen. Dennoch muss die Gemeinde nicht auf die instrumentale Begleitung ihres Gesangs verzichten. Es wurde stattdessen ein Klavier aufgestellt.

 

Im August gab es im Main bei Dörnigheim ein großes Tauffest der evangelischen Kirche. Als gemeinsame Veranstaltung des Kooperationsraums „Kurhessische Riviera“, dem neben sämtlichen Maintaler Kirchengemeinden unter anderem auch Oberdorfelden, Bergen, Enkeim, Limes und Killianstädten angehören, wurde das Tauffest unter der Federführung der Dörnigheimer Gemeinde veranstaltet.

Im Rahmen eines ungefähr einstündigen Freiluftgottesdienstes, der vom Posaunenchor Bergen-Enkeim musikalisch begleitet wurde, erhielten insgesamt 17 Täuflinge im Alter zwischen null und 20 Jahren das Sakrament der Taufe. Das Besondere hierbei war, dass das Taufwasser direkt aus dem Main kam. Zwei Mitarbeiter aus der Dörnigheimer Jugendarbeit hatten eine Art Röhrensystem, bestehend aus Plastik-Regenrinnen, vorbereitet. Mit diesen sollte dann das Wasser gemeinsam vom Main bis hin zu den Taufschalen transportiert werden. Die Idee hinter dieser ausgefeilten Konstruktion war es, dass sämtliche Menschen gemeinsam die Idee des Glaubens zu den Täuflingen bringen können.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden die Taufen noch bei einem gemeinsamen Fest gefeiert, bei dem es Kuchen, Kaffee und kalte Getränke gab. Der Erlös sowie die Kollekte kamen der Organisation des Festes selbst zu Gute. Durchgeführt wurden Gottesdienst und Taufen sowohl von Ines Fetzer (Dörnigheim) und Kirsten Schulmeyer (Bischofsheim) als auch von ihren Kollegen Johanna Ruppert (Oberdorfelden) und Jost Häfner (Buchen)

 

Ein Fest der Kulturen und eine mächtige Demonstration deren friedlichen Zusammenlebens: das ist das Septemberfest der evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim seit nunmehr 40 Jahren. Als Auftakt zur „Woche des ausländischen Mitbürgers“ bildete das Kulturfest am Samstag im Hof und in den Räumen des Evangelischen Gemeindezentrums genau eines ab: Liebe und Verständnis füreinander beginnen – in Abwandlung eines uralten Sprichworts – zuallererst im Magen. So hatten chilenische Mitbürger äußerst leckere „Empanadas“ am Start, Griechen aus der Maintaler Partnerstadt Katerini brutzelten auf dem Grill „Souvlaki“ (Fleischspieße) und boten daneben eine Fülle von „Pikilia“, diverse Vorspeisen wie gefüllte Weinblätter, Oliven und Peperoni, an. Am Stand Äthiopiens dünstete „Key Wet“ (gekochtes Rindfleisch) mit Spinat und Kartoffeln vor sich hin. Nebenan, wo die Nationalflagge von Gambia flatterte, köchelte Gemüsereis mit Hähnchen, lag goldgelbes Backwerk in der Auslage. Auf der Freiluftbühne leitete eine polnische Kinder-Tanzgruppe das Kulturprogramm ein, gefolgt von Musikern und Tänzern aus Maintaler Vereinen.

 

Im September waren Kirchenvorstandswahlen. Im Kirchenkreis Hanau, zu dem die vier Maintaler Gemeinden zählen, waren insgesamt 58.839 Bürger wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag bei 17,93 Prozent. In der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim waren 2.573 Personen wahlberechtigt, die Wahlbeteiligung lag knapp über dem Schnitt des Kirchenkreises bei 17,96 Prozent. Höher war die Wahlbeteiligung in Hochstadt (23,3 Prozent; 1.657 Wahlberechtigte) und in der Gemeinde Buchen, zu der neben Wachenbuchen auch Mittelbuchen zählt (25,04 Prozent; 2.452 Wahlberechtigte).

In einem feierlichen Gottesdienst wurde am 17. November in der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim der Übergang vom „alten“ zum „neuen“ Kirchenvorstand begangen. In der letzten Amtszeit hatte der Kirchenvorstand einige große Aufgaben zu bewältigen: Es galt, ein Haushaltsdefizit abzubauen. Dazu wurde der Stellenumfang der Küsterstelle und in der Jugendarbeit reduziert. Außerdem mussten die Vereine, die das Gemeindezentrum nutzen, mehr als bisher an den Kosten beteiligt werden. Die dringende Sanierung des Kirchturms wurde umgesetzt. Hinzu kamen die intensiven Bemühungen um den Erhalt der zusätzlichen Stunden von Kantorin Andrea Tetens und insgesamt drei Kirchenasyle.

Außerdem hat die Gemeinde es in den vergangenen Jahren geschafft, für viele Tätigkeiten neue Ehrenamtliche zu finden. Und auch bei der Suche nach Kandidaten für die nächste Amtszeit im Kirchenvorstand wurde man schnell fündig, die Wahlbeteiligung stieg deutlich.  Der Umfang der Jugendarbeit wird ab 2020 noch einmal reduziert und trotzdem möchte die Gemeinde auch für die nachkommende Generation Angebote machen. In zwei Jahren wird eine Finanzstrukturreform greifen, die den Haushalt der Gemeinde noch mal reduzieren wird. Bei weiterhin sinkenden Mitgliederzahlen in fast allen Kirchengemeinden wird mittelfristig auch in Bischofsheim die Frage einer weiteren Reduzierung der Pfarrstellen aufkommen.

Bei der Verabschiedung der scheidenden Mitglieder gab es auch ein paar kleine Besonderheiten: Nach 32 Jahren im Kirchenvorstand erhielt Rolf Funk und Dagmar Klein nach 21 Jahren die Maria-Magdalena-Medaille der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Zu den neu Gewählten gehört Gabriele Laupus. Ihr ehrenamtliches Engagement in der evangelischen Gemeinde Bischofsheim begann in der Kinder- und Jugendarbeit. Nach einer längeren Pause kam sie vor Kurzem durch ihre jüngste Tochter wieder in Berührung mit der Gemeinde.: Die Tochter wurde konfirmiert und dadurch hatte auch ich wieder vermehrt Kontakt zur Gemeinde.

 

 

Moslems

Mit Besen, Eimern, Säcken haben 24 Mitglieder der Maintaler Ahmadiyya-Gemeinde gleich im neuen Jahr 20 Säcke Raketenreste, Böller, Flaschen und Verpackungsabfall eingesammelt.

Die muslimische Gruppe Ahmadiyya Muslim Jamaat Maintal hatte angekündigt, auch in diesem Jahr wieder am Neujahrstag im Rahmen ihrer Aktion „Silvesterputz“ an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet die Reste des Feuerwerks zu beseitigen.

Die Ahmaddiya Muslim Jamaat Maintal sammelt Abfälle im öffentlichen Raum, bereits seit einigen Jahren und sogar mehrfach im Jahr. Am Neujahrstag entlastet die Ahmaddiya-Gemeinde die Stadt, die Natur und trägt dazu bei, dass zumindest an diesen Stellen wieder alles sauber ist.

 

Getränke-Untersetzer wurden während der Sitzung des Ausländerbeirats im Mia heftig und ausgiebig diskutiert. Während Bürgermeisterin Monika Böttcher und Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser die Aktion in den höchsten Tönen loben, sieht der Ausländerbeirat unter der Leitung von Salih Tasdirek die Situation sehr kritisch.

Die Untersetzer sind Teil einer Aktion zur Aufklärung und humorvollen Auseinandersetzung mit dem Islam mit dem Titel „Islam uff hessisch“. Ursprünglich stamme die Idee vom Orient-Netzwerk aus Freiburg. In Offenbach fand, wo es ins Hessische übertragen wurde. Von dort habe man die Texte und das Design im Sinne Maintals angepasst. Die Bürgermeisterin betonte, dass die Texte sowohl von der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg als auch vom Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, abgesegnet worden seien.

Insgesamt entstanden zehn verschiedene Untersetzer mit Fragen, die sich mit dem Islam beschäftigen, beispielsweise „Derfe die Fußballer im Ramadan garnix esse?“ oder „Wie is des mit dem Koppduch?“. Die Antworten finden die Interessierten, indem sie den Untersetzer umdrehen und den auf der Rückseite abgedruckten QR-Code mit ihrem Smartphone abscannen.

Die Idee, dieses Projekt aufzugreifen, stammt von der Integrationsbeauftragten Verena Strub. Sie stellte die gesamte Aktion, die neben den Getränke-Untersetzern auch Postkarten umfasst, im Vorfeld im Ausschuss für Asyl und Integration vor, der zustimmte.

Tasdirek kritisierte, dass man den Ausländerbeirat zu dieser Aktion gar nicht gehört habe. Laut Hauptgeschäftsordnung ist der Ausländerbeirat in allen Gremien zu hören, wenn es um Themen geht, die sich mit in Maintal lebenden Ausländern beschäftigen.

Der Stadtverordnetenvorsteher wies diesen Vorwurf zurück und merkte an, dass Untersetzer und Postkarten ohne Rücksprache mit einem anderen Gremium mit dem für solche Aktionen vorgesehenen Budget finanziert worden seien. „

Doch die Hauptkritik betrifft die Untersetzer selbst. „Das sind Bierdeckel. Und Alkohol ist im Islam verboten“, fasste Tasdirek zusammen. Viele Muslime in Maintal hätten sich an den Ausländerbeirat gewendet und pikiert gezeigt. „Es haben sich viele beleidigt gefühlt“, so Tasdirek. Monika Böttcher zeigte während der Sitzung wenig Verständnis für die Kritik. „Das sind Getränkeuntersetzer. Das hat nicht unbedingt etwas mit Bier zu tun. Die Untersetzer liegen beispielsweise auch im Eissalon aus. Da trinkt man nicht unbedingt Alkohol. Wenn Sie das also denken, dann haben Sie ein Vorurteil.“

Der Bembel stehe nicht für Alkohol, sondern sei wie der ebenfalls abgebildete Apfelbaum    oder das Schützenhaus Symbol für die Region, sagte die Integrationsbeauftragte der Stadt, Verena Strub. Ziel sei es, die Leute miteinander ins Gespräch zu bringen. „Ich glaube, dass ganz viel Fehlwissen und Vorurteile kursieren.“

Insgesamt produzierte die Stadt 5.000 Untersetzer und 1.000 Postkarten. Das neue Design sowie der Druck kosteten insgesamt 1.700 Euro. In den Gaststätten wurden die Untersetzer von der Integrationsbeauftragten und ihren Mitarbeitern abgegeben. Dazu bekam jeder Gastwirt noch eine Infobroschüre. Die Gastwirte konnten dabei selbst entscheiden, ob sie an dem Projekt teilnehmen wollten. In der „Goldenen Traube“ und der Hochstädter „Babbelgass“ haben die Gäste nach und nach alle Pappdeckel mitgenommen. Aber es gab auch islamfeindliche Kritik: „Was soll das?“

Die Muslime fühlen sich zu Recht vorgeführt, wenn etwas, das in ihrer Religion streng verboten ist, in direkter Verbindung mit dieser gesetzt wird. Da ist es auch völlig egal, ob man die Pappdeckel nun Untersetzer oder Bierdeckel nennt. Sobald man einen Bembel darauf druckt, ist nun einmal die Verbindung zu Alkohol und Apfelwein da.

Da nutzt es nichts, sich immer nur in die eigenen Sitzungen zu setzen und zu hoffen, dass einem alle Informationen zugetragen werden. Man muss rausgehen und aktiv an der Politik teilnehmen. Wer das nicht möchte oder leisten kann, sollte sich nicht aufstellen lassen. Hätten sich die Mitglieder des Ausländerbeirats nämlich aktiv beteiligt, hätten sie ihre Anregungen frühzeitig einbringen können, anstatt sich im Nachgang zu echauffieren. Insgesamt hat sich die Stadt mit dieser Aktion nicht mit Ruhm bekleckert. Gerade vom Ausschuss für Asyl und Integration hätte man mehr Fingerspitzengefühl für die religiösen Gefühle der Maintaler Muslime erwarten können.

 

Das Ende des Fastenmonats Ramadan Anfang Juni, das mit dem Fastenbrechfest begangenen wird, läutet das dreitägige Zuckerfest ein. Nach dem Opferfest ist es das zweitwichtigste Fest im Islam. Die Frauen kaufen neue Kleider, die Kinder bekommen Geschenke. Der erste Tag nach dem Ramadan beginnt morgens um 3 Uhr mit dem Gebet vor Sonnenaufgang. Dann gibt es für die Familie das erste leckere Frühstück seit vier Wochen. Auch in der Moschee gibt es anschließend reichlich zu essen und zu trinken. Jeder bringt etwas mit. Abends treffen sich die Familien und für 20 Personen wird Essen zubereitet.

Der Islamische Kalender orientiert sich an der Stellung des Mondes. Der neue Monat beginnt dann, wenn der Neumond das erste Mal zu sehen ist und endet, wenn der abnehmende Mond gänzlich unsichtbar ist. Entsprechend dauert der Ramadan, der neunte Monat im Islamischen Kalender, entweder 29 oder30 Tage. Je nach Wohnort und Auslegung beginnt und endet der Ramadan einen Tag früher oder später. Inzwischen erleichtert der technische Fortschritt die Festlegung des Fastenmonats. Mondkalender, die für einzelne Städte und Regionen im Internet abzurufen sind, geben heute den Sonnenaufgang - und Sonnenuntergang auf die Minute genau an.

Nicht nur für Männer, auch für Frauen steht die innere Einkehr, die Besinnung auf das richtige Leben und auf Allah im Mittelpunkt des Ramadan. Das ist der Monat für Allah. Ramadan sei auch der Monat der Vergebung, man müsse alle Streitigkeiten beilegen, sich entschuldigen, um unbelastet in den Fastenmonat zu gehen.

Die Kinder dürfen essen und trinken, aber die Älteren täten dies mit Rücksicht auf die Fastenden nicht vor deren Augen. Die größeren Kinder fasten oft mit, aber sie dürfen sich immer etwas aus der Küche holen. In den letzten zehn Tagen des Ramadan werden traditionell die Gebete intensiviert, die Gläubigen sollen weniger schlafen, verstärkt beten, spenden und Gutes tun. „Wir sollen mit den Menschen mitfühlen, die nichts oder wenig haben. Schließlich sollen wir mit uns selbst ins Reine kommen. Dann, am Ende der Fastenzeit, richten sich die Gedanken wieder nach vorne.“

 

 

Vereine, verschiedene

 

Im August gab die Maintaler Frauenselbsthilfe-Gruppe nach Krebs ein Buch heraus. In diesem haben 22 an Krebs erkrankte Frauen sich porträtieren lassen und sind mit ihren Fotos und ganz persönlichen Geschichten in der Ausstellung „Das bin Ich“ vertreten. Erstmals zu sehen war sie anlässlich der Eröffnung der Maintaler Frauenwochen im Frühjahr, dann als Wanderausstellung an verschiedenen Orten, etwa im Klinikum Hanau.

Auf dem Umschlag zu sehen ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme von Nieves Schwierzeck mit grünem Schal – die Farbe der Frauenselbsthilfe. Sie sind mehr als zufrieden mit dem hochwertigen Buch und dessen Inhalt. Die Texte sind einigen Frauen schwergefallen, denn es bedeutet schließlich, noch einmal in die Erkrankung zurückzugehen.  Aber es zeigt eben auch, dass die Krankheit eine Chance ist. Und das wollte ich zeigen. Wir sehen uns nicht als Opfer, sondern haben Kontrolle über unser Leben zurückgewonnen.

 

Im Haupt- und Finanzausschuss gab es im September eine Grundsatzdiskussion um die     Vereinsunterstützung. Konkret ging es um den Neubau des DLRG-Gebäudes in der Braubachstraße, und um eine Flutlichtanlage für den Fußball-Naturrasenplatz am Fechenheimer Weg und die seit 2013 rege diskutierte Sanierung der Schießstände in der Maintalhalle. Die derzeitige Unterkunft an der Braubachstraße wurde 1992 bezogen mit der Aussicht, sieben Jahre lang genutzt zu werden. Das Gebäude entspricht in vielerlei Hinsicht nicht mehr den Anforderungen moderner Vereinsarbeit. Deshalb plant der Verein auf dem städtischen Grundstück ein zweigeschossiges, modernes Gebäude. Geplante Gesamtkosten: 400.000 Euro. An eigenem Geld hat die Ortsgruppe 75.000 Euro aufgebracht, weitere Spendenzusagen von 12.000 Euro hatten die Lebensretter im Gepäck. Außerdem Zusagen über Hilfen des Landes- und Bundesverbands. Deswegen blieb es nicht bei 100 000 Euro Sondergeldern, die der Haupt- und Finanzausschuss frei gab. Der Magistrat wurde auch aufgefordert, in den Haushalt 2020 die Summe von 50.000 Euro zusätzlichen Geldes für die DLRG-Unterkunft einzusetzen. Außerdem erhalten sie ein zinsloses Darlehen in Höhe von 25.000 Euro, rückzahlbar innerhalb von 25 Jahren mit jeweils 1.000 Euro per anno.“

 

Die Gemeinschaft der Maintaler Schützenvereine wartete  daraufhin gespannt darauf, wie der Ausschuss mit den Plänen zum dringend notwendigen Ausbau der Schießstände in der Maintal-Halle verfahren würde.

Seit 2013, wurde er mit den Schützen verhandelt über das Projekt:  Damals hätte der Umbau 360.000 Euro gekostet, heute würde er 680.000 Euro kosten. Wobei sich der Eigenanteil, den die GMS zu tragen bereit sei, nicht verändert habe: Hier gibt es eine Zusage über 100.000 Euro.“ Schnell wurde klar, dass der Ausschuss nicht bereit sein würde, die Maßnahme am Mittwochabend zu beschließen. Alles wurde auf die Haushaltsberatungen verschoben.

 

 

Feuerwehr

 

Maintaler Feuerwehr sammelt Christbäume ein: Vier Teams sind ab 8 Uhr im Einsatz. Nicht nur in den vier Maintaler Stadtteilen, auch in vielen weiteren Orten Hessens sind die freiwilligen Feuerwehren unterwegs, um gegen eine Spende für die Jugendmannschaften die großen und kleinen Nordmanntannen, Blautannen und alle anderen nadelnden und pieksenden Gehölze wegzubringen. In Dörnigheim sind große und kleine Feuerwehrleute bereits um 8 Uhr im Gemeinschaftsraum zu einem stärkenden Frühstück versammelt. . Je drei bis vier Erwachsene und drei bis vier Teenager teilen sich die Arbeit. Die Anzahl der Teams richtet sich immer nach den Kleinlastern, die der Feuerwehr zur Verfügung stehen. In Hochstadt und Wachenbuchen kann sie beispielsweise auf Traktoren zurückgreifen. Je nach Größe passen zwischen 20 und 30 Bäume auf die Ladefläche.

 

Die Kriminalpolizei in Hanau hat Anfang Februar die Ermittlungen nach dem Brand einer Gartenhütte in Dörnigheim aufgenommen. Die Hütte in der Gartenkolonie an der Wilhelm-Röntgen-Straße war offensichtlich von Unbekannten in der Nacht zum Sonntag, gegen Mitternacht, angezündet worden. Der Schaden wird auf 3.000 Euro geschätzt.

 

Die Wachenbucher Freiwillige Feuerwehr hat den heiligen Namen gleich doppelt gepachtet, sozusagen. Der Wehrführer der Stadtteilfeuerwehr heißt mit Vornamen so, sein Stellvertreter ebenfalls: Florian Kaufhold und Florian Reutzel. Die relativ kleine Wehr hat derzeit 404 Fördermitgliedern - davon rund 35 Frauen und Männern in der Einsatzabteilung. Aufgewachsen ist Wehrführer Kaufhold in Wachenbuchen.- Er ging zunächst in die Büchertalschule und später aufs Albert-Einstein-Gymnasium in Bischofsheim, wo er mit Mittlerer Reife abschloss. Später folgte dann das Fachabitur, aber erst nach einer Ausbildung bei der Hanauer Vacuumschmelze zum Energieelektroniker.

Und hier liegt schon die zweite Gemeinsamkeit mit Reutzel, neben dem Vornamen. Denn auch der gebürtige Licher, der seine Kindheit zunächst in Gedern verbrachte, später mit seinen Eltern nach Wachenbuchen zog und die Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim besuchte, stieg mit 16 Jahren als Azubi in die VAC ein und lernte Industriemechaniker.

Seit März 2018 ist Kaufhold hauptamtlicher Gerätewart und ehrenamtlicher Wehrführer, sein Arbeitgeber ist die Stadt Maintal. Reutzel ist als sein Stellvertreter auch ehrenamtlich tätig.

Ein Thema, das bei sehr vielen Feuerwehren nicht nur im Main-Kinzig-Kreis ein brisantes ist, ist die Situation der ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen, die allmählich an die Grenze ihrer Belastbarkeit kommen. Gerade wenn es um Wartung, Atemschutz, Schlauchreinigung und andere Gebiete der Technik geht. Denn die Anforderungen – auch die bürokratischen – werden immer größer, die gesellschaftliche Akzeptanz der Retter hingegen wird zunehmend geringer.

In Maintal gibt es rund 170 erwachsenen Einsatzkräfte.  Es gibt nicht jeden Tag einen Großbrand. Aber daneben gibt es eine Vielzahl von kleineren Bränden, wo sie ausrücken. Neben Bränden werden sie auch zu Hilfsleistungen gerufen, das Aufnehmen von Ölspuren, Bergung von Unfallopfern, oder das Auspumpen von Kellern. Brandsicherheitsdienste bei Festen und Veranstaltungen kommen hinzu. Viel Zeit verbringen die Feuerwehrangehörigen auch auf Aus- und Weiterbildungen: „

 

Zwei Brände gab es in Dörnigheim. Die Kripo geht derzeit in beiden Fällen von Brandstiftung aus. Gegen 20.45 Uhr wurde am Dienstag ein brennender Kompressoranhänger, der an der Otto-Hahn-Straße auf einem öffentlichen Parkplatz nahe des Friedhofs im Industriegebiet abgestellt war, gemeldet. Dieser brannte vollständig aus. Der Sachschaden wird auf etwa 3.500 Euro geschätzt. Am frühen Mittwochmorgen, kurz vor 4 Uhr, zündete ein Unbekannter offenbar eine Mülltonne an der Bahnhofstraße an. Das Feuer griff im Anschluss auf eine weitere Mülltonne und einen dahinter geparkten Opel über. Hierbei entstand ein Schaden von etwa 4.100 Euro.

 

Vermutlich bei Schweiß­arbeiten im Dachstuhl eines Neubaus am Hessenring in Wachenbuchen brach Ende April gegen 15.15 Uhr ein Feuer aus, dem der halbe Dachstuhl zum Opfer fiel. Zwei Arbeiter mussten mit dem Verdacht auf Rauchgasvergiftung und einer wegen Schnittverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden. Den entstandenen Schaden an dem Neubau bezifferte die Polizei auf rund 70.000 Euro.

 

Ende April kam es kurz nach ein Uhr zu einem Brand, in einer Lagerhalle in der Bruno-Dreßler-Straße in Bischofsheim Die Feuerwehr, die mit knapp 80 Einsatzkräften und 24 Fahrzeugen vor Ort war, konnte ein Übergreifen des Feuers auf benachbarte Gebäude verhindern. Nach den ersten Schätzungen entstand an der Halle ein Sachschaden in Höhe von 100.000 Euro,

 

Ende Mai verhinderte das beherzte Eingreifen der Anwohner eines Mehrfamlienhauses in der Bischofsheimer Spessartstraße womöglich, dass der Brand sich ausbreiten konnte. Gegen 20 Uhr fiel den Bewohnern eines Mehrfamilienhauses auf, dass ein Baum im Garten in Brand geraten war. Der Brand wurde vermutlich durch eine weggeworfene Zigarette verursacht, so die Anwohner. Sie konnten, bevor die alarmierte Feuerwehr eintraf, das Feuer selbst löschen

 

Mitte Jun i kam es zum Brand eines Altkleidercontainers in Maintal-Bischofsheim „Am „Kreuzstein“. Ein Anwohner verständigte gegen 2.25 Uhr die Polizei, als er eine starke Rauchentwicklung an dem Container feststellte. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand jedoch schnell wieder löschen. Es entstand ein Sachschaden von etwa 500 Euro.

 

Mitte Juni kam es in der Bonhoefferstraße zu einer vermutlichen Brandstiftung. Zwei Anwohner wurden leicht verletzt und vom Rettungsdienst vor Ort versorgt. Die Höhe des Sachschadens kann nicht abschließend beziffert werden.

 

Mitte Juni waren in der Nacht auf Donnerstag alle vier Stadtteilwehren der Maintaler Feuerwehr im Einsatz. Grund hierfür waren mehrere brennende Heuballen auf einem Feld zwischen Maintal-Bischofsheim und Niederdorfelden.  Es gab mehrere Anrufe von verschiedenen Stellen, so dass mehrere Orte überprüft werden mussten. Unter anderem waren auch die Frankfurter Kollegen im Einsatz, weil Anwohner vermutet hatten, dass der Charlottenhof brenne. Im Endeffekt handelte es sich jedoch stets um dasselbe Feuer. Insgesamt waren in der Nacht 54 Einsatzkräfte mit 15 Löschfahrzeugen im Einsatz. Die Feuerwehr ließ das Feuer bis Donnerstagabend kontrolliert abbrennen. Das größte Problem bei solchen Bränden sei immer die Rauchentwicklung. Wenn man das Feuer kontrolliert abbrennen läßt, entweicht der Rauch wenigstens nach oben

Etwa gleichzeitig brannte ein Zimmer im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Bonhoefferstraße. Mehrere Personen mussten über tragbare Leitern aus dem ersten Obergeschoss gerettet werden. Hinter dem Gebäude brannten zudem auf einem Parkplatz zwei Fahrzeuge. Bei den Löscharbeiten in dem brennenden Gebäude sowie an den beiden Fahrzeugen setzte die Feuerwehr insgesamt vier Trupps unter Atemschutz ein. Zwei Anwohner wurden leicht verletzt und vom Rettungsdienst vor Ort versorgt. Die Höhe des Sachschadens kann laut den Beamten noch nicht abschließend beziffert werden.

 

Im Juli brannte ein in der Westendstraße abgestellter Nissan Note.Der Wagen stand Polizeiangaben zufolge auf einem Parkplatz im Bereich der 60er-Haus­nummern und geriet gegen 0.45 Uhr in Brand. Die Kriminalpolizei geht derzeit von fahrlässiger Brandstiftung aus. Offenbar hatte zunächst ein angrenzendes Gebüsch Feuer gefangen, das dann auf das Auto übergriff.

 

Bei einem Brand in Maintal-Bischofsheim ist Mitte Juli ein Sachschaden von mehreren Zehntausend Euro entstanden. Gegen 18.20 Uhr schlugen Flammen aus dem Wohnzimmer einer Wohnung im dritten Stock eines Mehrfamilienhauses in der Goethestraße. Die Feuerwehr konnte ein Übergreifen auf andere Räume und der Nachbarwohnungen verhindern; dennoch wird ein Schaden von mehreren Zehntausend Euro angenommen.

 

Am Sonntag Ende September hat die Bischofsheimer Stadtteil-Feuerwehr ihre frisch renovierte Zentrale mit Gerätehaus im Rahmen eines Tags der offenen Tür der Öffentlichkeit präsentiert. Rund 1,1 Millionen Euro sind bislang in die technische und optische Sanierung der Bischofsheimer Baulichkeiten geflossen. Dabei haben die Vereinsmitglieder und Aktiven weit über 2.000 Stunden an Eigenleistung ins Gebäude gesteckt.

Anstrich und Elektroinstallation der Fahrzeughalle wurden erneuert, die Handwerksbereiche innerhalb der Feuerwache – Bischofsheim übernimmt beispielsweise die komplette Schlauchwäsche und Instandsetzung für alle Maintaler Wehren – fanden ebenfalls eine Erweiterung und Erneuerung. Und nicht zuletzt wurden neue Umkleiden nach Geschlechtern getrennt gebaut, mit nagelneuen roten Spinden und einem Video-Informationssystem zur Alarmsituation mit großen Bildschirmen im gesamten Gebäude.

 

Vier geparkte Autos brannten Anfang Oktober in der Dörnigheimer Robert-Bosch-Straße. Anwohner meldeten kurz vor Mitternacht das Feuer. Es brannten in Höhe der Hausnummer 9 ein Jaguar, ein Renault, ein Kia sowie ein Land Rover ab; der Schaden liegt den Polizeiangaben vom Montag zufolge nach erster Schätzung bei 150.000 Euro.

 

Ein Traktor hat samt seinem Unterstand im November auf dem Hubertushof zwischen Hochstadt und Bischofsheim Feuer gefangen. Auch bei einem zweiten Traktor ist ein sogenannter Entstehungsbrand entstanden. Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Bischofsheim und Dörnigheim vor Ort, um die Flammen zu löschen. Die Löscharbeiten gestalteten sich als schwierig, denn die Wasserversorgung am Einsatzort war knapp. So mussten die Retter einen Pendelverkehr zwischen Einsatzstelle und Wohngebiet einrichten, um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen. Der Sachschaden wird auf etwa 50.000 bis 60.000 Euro eschätzt. Das Feuer wurde absichtlich gelegt. Schließlich soll es nicht das erste Feuer auf dem Hof gewesen sein. In den sozialen Medien wird bereits diskutiert, dass es der vierte Anschlag in nur zwei Jahren gewesen sein soll.

 

Das Feuerwehrgerätehauses in Dörnigheim ist stark sanierungsbedürftig, stellt man Ende November fest. Es gibt regelhaft Wasserrohrbrüche. Die Wände weisen Risse auf, es gibt sichtbare Feuchtigkeitsschäden. Das Gebäude hat rein rechnerisch sein Lebenszeitende erreicht.

Das Gebäude platzt buchstäblich aus den ohnehin verschlissenen Nähten. Das liegt an der Feuerwehr selbst. Deren Aufgaben und Auflagen haben sich in den zurückliegenden Jahrzehnten stark verändert.

Längst wird die Feuerwehr ebenfalls bei Verkehrsunfällen, Gefahrgutaustritten oder zur Tierrettung alarmiert. Um rund 160 ehrenamtlich aktiven Feuerwehrmänner und -frauen zu entlasten, gibt es mittlerweile sieben hauptamtliche Mitarbeiter. Man versucht, nur bei Großeinsätzen auf die Ehrenamtlichen zurückzugreifen

Doch nicht nur für die steigende Zahl an Mitarbeitern im Brandschutz braucht es Räume, sondern auch für das Material. Einen Teil hat man schon ausgelagert, etwa alles, was für katastrophenähnliche Zustände benötigt wird. Zusätzlich gibt es gesetzlich festgelegt Auflagen einzuhalten, die ebenfalls gewisse räumliche und technische Kapazitäten erforderlich machen. Zum Beispiel dürfen nach einem Einsatz keine Schadstoffe ins Feuerwehrhaus gelangen. Weil sich das unter den aktuellen Gegebenheiten nicht umsetzen lässt, ziehen sich die Wehrkräfte noch am Einsatzort um und verstauen die „Dienstkleidung“ in luftdicht verschließbaren Behältern.

 Weil eine Grundsanierung - wie jüngst am Standort Bischofsheim erfolgt - mit Blick auf Dörnigheim nicht sinnvoll ist, weil das Gebäude dann zwar technisch intakt, aber räumlich immer noch zu klein wäre, kommt nur ein Neubau in Frage.

Wo dieser entstehen könnte, darauf gibt der kürzlich im Bauausschuss und Parlament vorgestellte Rahmenplan „Maintal Mitte“ eine erste Antwort: unmittelbar südlich der Bahngleise in Dörnigheim, zwischen Lahn- und Neckarstraße. Das derzeitige Feuerwehrgerätehaus würde quasi ein gutes Stück nach hinten versetzt. Am heutigen Standort könnten Gebäude für Dienstleistungsangebote entstehen.

 

Sportvereine

 

Freitagabends ist schon mal Countrymusic im Foyer des Hochstädter Bürgerhauses zu hören, aber ebenso bekannte Popsongs und ein wenig Discomusik, dazwischen rhythmisches Klatschen und Stampfen. Die Western Dancers Maintal treffen sich zu ihrer wöchentlichen Übungsstunde: „Jeder kann bei uns mitmachen. Man muss Taktgefühl und Spaß mitbringen und sollte keine Knoten in den Füßen haben“. stellt Trainerin Melanie Steiger gleich zu Beginn fest. „Vom Laptop läuft die Playlist, wer Lust hat, stellt sich in die Reihe und tanzt einfach mit. Der Vorsitzende Stephan Mock erklärt: „Bei Line Dance bedeutet eine Melodie immer einen bestimmten Tanz, eine bestimmte Schrittfolge. Line Dancer stellen ihre Choreografien auf Plattformen im Internet ein. Weltweit tanzen alle Line Dancer dieselben Schrittfolgen.“

Auch die Trainerinnen der Western Dancers Maintal, Beate Mock, Claudia Hübner und Melanie Steiger haben schon eigene Choreografien entwickelt, die nun überall getanzt werden. Das ist der große Unterschied zum Square Dance, hier werden die Schritte jeweils aktuell angesagt.

Beim Line Dance – wie der Begriff schon vermuten lässt – wird in Reihen hinter- und nebeneinander getanzt. Drei Level werden unterschieden: Beginner, Intermediate und Advanced – also Anfänger, fortgeschrittene Anfänger und Fortgeschrittene. Der Schwierigkeitsgrad unterscheidet sich durch die Anzahl der Schrittfolgen und die Geschwindigkeit

Seit 2002 ist Line Dance als Freizeitsport anerkannt. Man kann Tanzsportabzeichen erwerben, Prüfungen ablegen, auf Wettbewerben und Meisterschaften auftreten. Neben dem Line Dance werden Choreografien zu Circle Dance und auch Paartanz gelehrt und getanzt.

Der Maintaler Vereins zählt inzwischen fast 40 Mitglieder. Die jüngsten sind zehn und elf Jahre alt, das älteste aktive Mitglied ist 85 Jahre alt.

Bei ihren Auftritten tragen die Western Dancers Maintal stilecht Cowboyhut, Halstuch, Stiefel und Weste. Die Musik schneiden sie meist selbst. Im November ist der Verein zehn Jahre alt. Die Western Dancers Maintal treffen sich immer freitags, von 19 bis 21 Uhr im Bürgerhaus Hochstadt.

 

Bei der Turnerschaft Bischofsheim gib es eine Einrad- und Jonglage-Abteilung.In der kleinen Turnhalle am Fechenheimer Weg geht es samstags hoch her. Durch das Perfektionieren des einfachen Wurfs soll eine Basis dafür geschaffen werden, mit mehreren Bällen zu jonglieren. „Passing“ nennt sich die Variante, bei der nicht nur jongliert, sondern nach einem abgesprochenen Muster Bälle mit einem Partner ausgetauscht werden. Da sowohl die Jonglage als auch das Einradfahren Randsportarten sind, treten die Bischofsheimer nicht bei Meisterschaften an, sondern sind eher bei Veranstaltungen zu erleben.

 

Der Kunstrasenplatz des FSV Bischofsheim war seit September vergangenen Jahres gesperrt. Der Grund: Die intensive Nutzung im Trainings- und Spielbetrieb seit der Eröffnung im Jahr 2010 und auch der heiße und besonders trockene Sommer haben dem Platz stark zugesetzt. Die Folge: Das Granulat verklumpte und der Kunstrasen ist seit gut einem halben Jahr nicht mehr bespielbar. Im Februar stimmte der Umweltausschuss der Vergabe eines neuen Kunstrasenplatzes zu. Das Granulat hat die gleiche Qualität wie das, das an der „Dicken Buche“ verlegt wurde. Dadurch ist der Platz auch bei sehr hohen Temperaturen bespielbar. Zudem gewährt die beauftragte Firma acht Jahre Garantie auf den Kunstrasen. Geplanter Baubeginn am Fechenheimer Weg ist am 11. März. Gut sechs Wochen sind für die Arbeiten veranschlagt. Fertig verlegt und bespielbar ist der Kunstrasen voraussichtlich am 26. April.

 

Mit Platz sechs meldete sich Nils Hoffmann aus Flörsheim nach dem Fecht-Wochenende Anfang Februar in Paris pünktlich um 18 Uhr in der kleinen Fechthalle der Turngemeinde Dörnigheim in der Maintal-Halle zum Training zurück. Christoph Frohwein beginnt mit dem Trainingsmodul Beinarbeit, denn die Beinarbeit war nicht gut genug in Paris. Trainer Norman Traar korrigiert beim zweiten Paris-Teilnehmer Philip Faitz ein wenig die Haltung des Oberkörpers. Hinter Nils nächstbeste platzierte deutsche Fechter waren zwei Tauberbischofsheimer, auf Platz 36 und auf Platz 91. Und dann schon Philip Faitz, das ist der, der dreimal die Woche aus dem Taunus ins Training nach Dörnigheim kommt, auf Platz 127.

 

Die Jahreshauptversammlung der Turngemeinde Dörnigheim war Anfang Mai. Der erste Vorsitzende Jörg Schuschkow eröffnete die Sitzung und berichtete von der neu gestalten Sportanlage an der Dicken Buche, wo auch die Tennisabteilung der TGD beheimatet ist. Die Leichtathletikabteilung musste aufgrund der Neugestaltung der Dicken Buche weichen und hält ihre Trainingseinheiten nun auf der Außenanlage der Siemens-Schule ab.

Die TGD hatte zum Stand 31. Dezember zirka 1.600 Mitglieder.

Es gibt die Abteilungen Fechten, Gymnastik, Montagsseniorengruppe, Bodystyling, Tanzen für Senioren, Gymnastik nach Krebs, Schwimmen, Tischtennis, Handball, Turnen, „Er+Sie Gruppe“, Fußball und sogar Gesang (Senioren-Chor besteht aus 24 und der Junge Chor aus 15 Mitgliedern).

 

Bei der Jahreshauptversammlung des FC Germania Dörnigheim Mitte Mai berichtete der erste Vorsitzende Wolfgang Marx über den erfolgreichen Umzug von der Eichenheege zur neuen Sportanlage an der Dicken Buche. Wo unter anderem noch der Fitnessraum fertiggestellt werden muss. Ferner berichtete er von einem sportlich überaus erfolgreichen Jahr, aus dem der Aufstieg der zweiten Mannschaft in die Kreisliga A Hanau, den Gewinn der Hallenstadtmeisterschaft Maintal und des Hallenmasters Hanau der ersten Mannschaft herausstachen. Als krönender Abschluss erfolgte nun die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Gruppenliga. Aktuell zählt die Germania 500 Mitglieder.

 

Im Pokalfinale der Alten Herren setzte sich nach 70 abwechslungsreichen Minuten Germania Dörnigheim mit 3:1 (0:1) gegen den FC Hochstadt durch. Beide Mannschaften boten den 250 Zuschauern ein auf spielerisch gutem Niveau stehendes Endspiel. Ohne den verdienten Sieg der Germania in Frage stellen zu wollen, kritisierte der frühere FCH-Trainer die immer mehr einreißende Unsitte, noch aktive Spieler einzusetzen.

 

Alex Jelinek hat im Juni die erste Ballschule im Main-Kinzig-Kreis ins Leben gerufen. Sie findet dienstags beim Bischofsheimer Tennisverein und samstags im Mittelpunkt-Sportcenter in Dörnigheim statt und  ist ein ABC für Spielanfänger ab drei Jahren. „Wir spielen mit den Kindern alle Ballsportarten, unter anderem Fußball, Handball, Basketball, Hockey und Tennis“, so Jelinek. „So möchten wir auf vielseitige und natürliche Weise die sportmotorische Ausbildung der Kinder fördern.“  Eine koordinative Ausbildung des Kinderkörpers ist für die gesunde Ausbildung des Gehirns des Kindes unerlässlich. Dass unter anderem das Zusammenspiel aus Augen und Händen spielerisch trainiert wird, kann sich sogar später in den Schulnoten widerspiegeln.

 

Es war eine ganz besondere Truppe des FSV Bischofsheim, die vor 50 Jahren in der Bezirksklasse Frankfurt-Ost den Meistertitel holte, in die Gruppenliga Mitte aufstieg und damit die erfolgreichste Zeit des Vereins begründete. Dieses Jubiläum wurde im Juni natürlich gebührend gefeiert. In den 32 Spielen der Saison 1968/1969 mussten die Bischofsheimer gerade einmal eine Niederlage hinnehmen – dazu gab es vier Remis – wodurch sie in der Liga eine Klasse für sich waren. Die von den Zeitungen damals als „Superelf aller hessischen Bezirksklassen“ bezeichnete Mannschaft stieg durch ihre starken Leistungen in die Gruppenliga Mitte auf, und selbst die Kontrahenten zollten dem Team gehörigen Respekt:

„Wir haben in der folgenden Saison den Durchmarsch in die Hessenliga geschafft“, erinnert sich Haubner, „das war damals die dritthöchste Liga und eine ganz andere Welt.“ Spiele gegen Teams wie Darmstadt 98 und vor teilweise mehreren Tausend Zuschauern – „eine gute Zeit und ein unvergessliches Erlebnis“, wie Haubner begeistert erzählt, auch wenn sich das Team letztlich nur zwei Jahre in der Hessenliga halten konnte.

Haubner und seine früheren Mitspieler treffen sich auch heute noch häufig, zum 50. Jubiläum ihrer Meisterschaft kamen sie noch einmal in großer Runde am Fußballplatz zusammen. Ihrem Verein sind die meisten Spieler bis heute treu geblieben – ob als Jugendtrainer, Schiedsrichter oder Zuschauer, die dem heutigen Kreisoberligisten bei jedem Spiel die Daumen drücken.

 

Am 30. Juni trifft sich die sportliche Weltelite bei dem diesjährigen Mainova Ironman European Championship Triathlon in Frankfurt. Maintal ist als Teil der Radstrecke durch das Frankfurter Umland wieder besonderer Anziehungspunkt für Triathlon-Fans. Gegen 8 Uhr werden die ersten Athleten in Maintal erwartet. In Hochstadt passieren sie eine der Schlüsselstellen der Radstrecke. Der Streckenabschnitt in der Hochstädter Altstadt ist für Besucher besonders spannend. Neben Hochstadt führt die Strecke auch über den Hühnerberg in Wachenbuchen. Am Rande ist auch Bischofsheim bei der Einfahrt nach Hochstadt über die Autobahn-Querspange eingebunden.

Bei der Stadt Maintal ist der Ironman vor allem für die Teams der Ordnungsbehörde und der Straßenverkehrsbehörde ein großes Thema. Die Einsatzkräfte sichern die Strecke für Athleten und Zuschauer, denn das Ironman-Radrennen findet auf komplett gesperrten Straßen statt. Der Straßenverkehr wird umgeleitet, das Ordnungsamt kümmert sich um die Parkplatzbeschilderung“.  Alle Haltverbote entlang der Rennstrecke haben am Sonntag bereits ab 6 Uhr Gültigkeit.

 

Schon seit 2012 bietet der Judoclub Bischofsheim „Judo light“ an, speziell für ältere Teilnehmer. Im Schnitt kommen zwischen sieben und zwölf Teilnehmer. Judo ist die perfekte Sportart auch für ältere Menschen. Es ist ein gelenkschonendes Ganzkörpertraining, bei dem die Beweglichkeit gefördert wird. Außerdem bieten die Fallübungen, die zu einem jeden Training dazugehören, eine gute Sturzprophylaxe. Im Gegensatz zu den jüngeren Judoka des Vereins nehmen die älteren nicht an Wettkämpfen teil. Neben den sportlichen Aspekten ist Judo auch Training für den Kopf. Man bleibt also nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit.

 

Im September findet der Hanauer Stadtlauf unter dem Motto „Stärke zeigen – Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen“ statt. Auch wenn es unüblich ist, dass Jugendliche bei dem Lauf dabei sind, nimmt dieses Jahr die männliche C-Jugend des FC Hochstadt teil. Respekt und ein guter Umgang miteinander spielten eine sehr große Rolle im Training. Neben Fußballtaktiken und Schussübungen sollten den Jungen auch Werte vermittelt werden. Dazu gehöre auch, dass Gewalt keine Lösung sei, egal ob bei Frauen oder Männern, ob während eines Fußballspiels oder im Alltag. Da der Kader so groß ist, wurden zwei Mannschaften gebildet, damit alle Spieler gleich viel Praxiserfahrung erhalten.

 

Die U-8-Spielerinnen und -Spieler der Tennisgemeinschaft Dörnigheim haben einen aufregenden Sommer hinter sich. Viele der acht Kinder haben ihre ersten Punktspiele bestritten, die Medenspiele [Mannschaftsspiele im Tennis], die Mitte September mit dem Finale um die Bezirksmeisterschaft ihren Höhepunkt hatten. Der Endspielgegner war das Team von RW Neu-Isenburg, dem die TGS mit 9:53 Spielen und 5:19 Matchpunkten unterlegen war.

Die Medenspiele finden auf Bezirksebene statt. Bei U8 wird der Wettbewerb gewöhnlich nicht über das normale, sondern über ein stark verkleinertes Tennisfeld austragen. Die Disziplinen sind Vielseitigkeitsübungen, Kleinfeldtennis (vier Einzel und zwei Doppel) und im Finale ein Mannschaftsspiel.

Die TGS Dörnigheim besteht seit 1971 als erste gemeinsame Abteilung der Vereine Turngemeinde Dörnigheim und Freie Turnerschaft Dörnigheim. Nach dem Umbau und der Erweiterung der Tennisanlage wird seit 2019 auf sieben Sandplätzen mit zentraler Bewässerungsanlage und einer Ballwand gespielt. Dort befindet sich auch das neue Klubhaus mit moderner Infrastruktur und ausreichend Parkplätze.

 

Die Teilnahme am Ironman auf Hawaii ist für Triathleten die Königsdisziplin. Dabei zählen die deutschen Sportler jährlich zu den Favoriten. Wieder im Teilnehmerfeld mit dabei war im Oktober auch Klaus Karber aus Wachenbuchen. Zwölf Tage vor der Weltmeisterschaft begann seine Reise auf die andere Seite der Welt mit dem Flug nach Kailua-Kona auf Big Island in Hawaii. Die folgenden Tage akklimatisierte sich Karber und bereitete sich physisch und psychisch auf den großen Tag vor. Nach dem Wendepunkt in Hawi musste er sich auf den ersten Kilometern stark auf die seitlichen Winde konzentrieren, damit er nicht unkontrolliert von der Fahrbahn abkam. Auf der Strecke durch die Lavafelder herrschte vor allem Gegenwind.

Seine Strategie, sich an den Verpflegungsstationen etwa alle 1,7 Kilometer gut zu verpflegen und abzukühlen, indem er sechs Becher mit Eiswürfeln im Anzug verteilte und die Mütze im Eiswasser schwenkte, hielt er gut ein. Ab Kilometer 15 konnte er leider wegen eines Magenproblems keine Nahrung mehr zu mir nehmen. Wenigstens ging Cola noch und so verpflegte ich mich auf der restlichen Marathonstrecke damit.

Als die Sonne hinter dem Horizont verschwand, war er noch etwa zwölf Kilometer vom Ziel entfernt, wenngleich er zu diesem Zeitpunkt etwas weiter sein wollte. Wieder in Kona angekommen, standen unglaublich viele Zuschauer jubelnd am Rand und bewunderten, wie ich und andere dem Ziel entgegen liefen. Auf den letzten Kilometern zog Karber noch einmal das Tempo an, um vielleicht doch noch unter zwölf Stunden zu bleiben. Leider hat er es nicht geschafft, unter zwölf Stunden zu bleiben. Um 19.13 Uhr, nach zwölf Stunden und drei Minuten, ist ereingelaufen und hatte die 2,4 Meilen (3,86 Kilometer) Schwimmen, 112 Meilen (180 Kilometer) Rad und 26,2 Meilen (42,2 Kilometer) Laufen bewältigt. Als Fazit bleibt, dass  er sich in allen Disziplinen sowie bei den Wechselzeiten verbessert hat

 

Manfred Maier führt weiter die Geschicke des FC Hochstadt. Auf der Mitgliederversammlung Ende Oktober wurde der 70-Jährige, der seit 2002 das Ruder beim FCH in der Hand hält, einstimmig von den 68 Anwesenden für zwei Jahre wiedergewählt.

Maier sprach in seinem Rückblick von einem schwierigen Jahr 2018. „Nach dem Abstieg aus der Gruppenliga taten wir uns lange Zeit in der Kreisoberliga sehr schwer. Dass am Ende noch Platz sechs heraussprang, war kaum zu erwarten.“ In die laufende Runde sei die Mannschaft gut gestartet, erst die letzten beiden hohen Niederlagen wären wie kalte Duschen gewesen.

Erfreut zeigte sich der FCH-Chef über die neuformierte zweite Mannschaft, die sich großenteils aus Spielern der letztjährigen A-Juniorenmannschaft zusammensetzt. Heiko Thorn nahm den Ball auf und dankte B-Team-Trainer Markus Maier für dessen Arbeit. „Markus betreut die Spieler schon seit der B-Jugend. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, dass alle in Hochstadt geblieben sind.“ Dies sei in Anbetracht der Tatsache, dass der Verein in dieser Spielzeit über keine A- und B-Junioren verfügt und in den nächsten vier Jahren keine Blutauffrischung aus den eigenen Reihen möglich ist, enorm wichtig. Die Lila-Weißen verfügen derzeit über neun Jugendteams, von den C-Junioren bis zu den G-Junioren. 175 der insgesamt 422 Mitglieder sind unter 18 Jahre alt.

Auch das Jahr 2018 bescherte dem FCH einen finanziellen Verlust. Wie Schatzmeisterin Wittke mitteilte, fiel dieser mit 1.568 Euro aber wesentlich niedriger als ein Jahr zuvor aus. In diesem Zusammenhang informierte Maier die Mitglieder über den aktuellen Schuldenstand aus länger laufenden Krediten für den Klubhausneubau in Höhe von rund 76.000 Euro. Die Kredite sollen in den nächsten zehn Jahren getilgt werden.

Bernd Pistor berichtete von einer sehr erfolgreichen Saison 2018/2019 der Alten Herren. Erstmals erreichte die Mannschaft das Kreispokalfinale, wo man allerdings gegen den Maintaler Nachbar Germania Dörnigheim beim 1:3 chancenlos war. . Mit der Goldenen Ehrennadel wurden Peter Rosbach, Gerald Sterlike, Horst Will, Raimund Will und Norbert Worret ausgezeichnet.

 

Seit gut einem Jahr hat die Turngemeinde Dörnigheim einen Calisthenics-Kurs im Angebot.

Beim Aufwärmen in der kleinen Sporthalle der Waldschule in Bischofsheim werden die Handgelenke sehr intensiv gedehnt. Reck und Barren spielen schon kurz darauf eine zentrale Rolle. Anders als beim klassischen Krafttraining im Fitnessstudio oder Kraftraum kommt bei Calisthenics nur das eigene Körpergewicht zum Einsatz, um die Muskeln in Form zu bringen. Dabei benutzt Übungsleiter Engelhardt mehrere Hilfsmittel, unter anderem den bereits erwähnten Barren und das Reck.

Als die Turngeräte stehen, geht es ans Eingemachte: Zunächst stehen 20 Liegestütze auf dem Programm. Fies ist dabei, dass man die Position zwischendurch immer eine Weile halten muß, was auf Dauer ziemlich an die Substanz geht – so ein Körper kann mit der Zeit verdammt schwer werden!

Daraufhin muß man sich in eine aufrechte Stützposition auf der Reckstange bringen: Arme beugen, wodurch unser Körper nach unten sinkt, dann wird dieser dann wieder nach oben gedrückt. Das sorgt nicht nur für ein zünftiges Brennen in der Schultermuskulatur, sondern auch in anderen Muskeln, denn man muss sich dabei permanent ausbalancieren. Ein Vorteil von Calisthenics gegenüber normalem Krafttraining ist, dass dabei auch die Stabilität und das Gleichgewicht trainiert werden.

Zu Calisthenics kam Engelhardt, der gerade Abitur macht, durch den Austausch mit einem Trainer im Fitnessstudio. Rasch entstand die Idee, eine eigene Gruppe unter dem Dach der TGD zu gründen, Engelhardt legte seinen Übungsleiterschein ab und begann im September vergangenen Jahres mit den ersten Trainingseinheiten. Momentan trifft sich die Gruppe immer sonntags von 12 bis 14 Uhr, auch wenn Engelhardt den Kurs gerne häufiger anbieten würde, „aber in Maintal sind Hallenzeiten leider sehr knapp“.

Danach gibt es eine ähnliche Übung am Barren. Dabei fokussiert sich die Calisthenics-Gruppe nicht nur auf eine Muskelgruppe, sondern wechselt im Wochenrhythmus den Schwerpunkt – mal liegt der Fokus mehr auf der Brust und dem Bizeps, mal mehr auf den Beinen. 

 

Dominik Stransky und Max Lasse Zeber (23), die beiden Vorstände des Vereins Railway, stecken im November jede freie Stunde, Minute und Sekunde in ihr Herzensprojekt, die Skaterhalle an der Eichenheege, neben den Bahngleisen gelegen.  Denn die beiden sportlichen Männer sind begeisterte Skater – was nichts mit Kartenspielen und ganz viel mit rasenden Rollen zu tun hat. Inline-Skater Dominik und Skateboarder Max haben gemeinsam mit ihren mittlerweile 36 Vereinsmitgliedern die Skater-Halle an der Eichenheege 20a auf- und ausgebaut. Die jungen Maintaler Funsport-Enthusiasten haben dabei etwas geschaffen, wofür sie in Frankfurt, Wiesbaden und vielen, vielen anderen Großstädten beneidet werden. Denn dort gibt es zwar Skaterparks unter freiem Himmel, aber keine coole Hallen-Location, in der die Jugend der Region auch in Herbst und Winter authentisch und ungezwungen ihrer rollenden Leidenschaft frönen kann.

Das Licht in der Halle muss dringend ausgetauscht werden, der Hallenboden muss saniert werden. Die Clubräume sind zwar mit kultigen Second-Hand-Möbeln ausgestattet, an der technischen Ausstattung hapert es aber. Der Barbereich muss dringend aufgepeppt werden, und in Sicherheitstechnik muss investiert werden. „Und für Events, die wir hier durchführen könnten“, sagt Max Zeber, „brauchen wir auch moderne Licht- und Soundtechnik.“

Dominik ist gelernter Tischler und hat die Holz-Hindernisse selbst gebaut. Klar sind wir ihm da dankbar, aber das kann er alles doch nicht umsonst machen? Die Möglichkeiten für ein Skater-Dorado mit überregionaler Strahlkraft seien da, sagen beide Funsport-Enthusiasten: Eine Inline-, BMX-, Scooter- oder Skateboard-Schule, Profi-Events mit stylischen Skater-Partys und Konzerten einschlägiger Bands: Allerdings müsste die Stadt finanziell einsteigen, wenn sie mit profitieren wolle.

 

46. DLRG-Nikolausschwimmen begeistert Zuschauer und Teilnehmer:

Das Nikolausschwimmen gib t es seit 1973. Das Nikolausschwimmen an diesem ersten Advent ist das insgesamt 46. in Maintal. Volland koordinierte die Aktion von Land aus per Funk, DLRG-Chef Ralf Göbel gehörte selbst zu den 27 Schwimmern, die sich bei rund acht Grad Wasser und weniger als vier Grad Lufttemperatur an der Kesselstädter Schleuse in die Mainfluten stürzten. Mit dabei waren auch Schwimmer der DLRG Seligenstadt sowie der Maintaler Feuerwehr.

Drei Motorboote von DLRG und Feuerwehr tanzten mit Blaulicht und Scheinwerfern neben den Fackeln auf den Wellen des Flusses und sicherten die Schwimmer, die natürlich alle in Neoprenanzügen von Kopf bis Fuß gegen die Kälte geschützt waren. Auf der Kopfmaske jeweils eine rote Zipfelmütze – schließlich kommt der Name Nikolausschwimmen nicht von ungefähr. Und an den Füßen Schwimmflossen.

In der einen Hand halten die Schwimmer die Fackel, in der anderen einen Becher mit heißem Orangensaft. Man kühlt doch allmählich aus, und da ist der heiße Orangensaft ganz gut, weil er von innen wärmt.

Die rund zweieinhalb Kilometer lange Flussstrecke geht von der Schleuse bis zum Ausstieg an der „Main Kultur“, wo rund 150 Zuschauer applaudieren. DLRG und Feuerwehr hatten das Gelände am Ausstieg perfekt ausgeleuchtet, mit Strom von der „Main Kultur“. Ein Gerüst am Ufer, mit einem Transparent „Nikolausschwimmen 2019“ on top, bot Anklänge an den „Ironman“-Triathlon. Ein Glühwein-, Kaffee- und Kuchenstand der DLRG sorgte ebenso perfekt nicht nur für die buchstäblich heiße Begrüßung der Schwim­mer, sondern auch für die Gäste, die am Ufer bei gefühlt eisigen Temperaturen bibberten. Gegen eine kleine und freiwillige Spende für die DLRG-Jugend lockten Glühwein und Muffins.

Eine etwas frühe Vorstellung des „Nikolaus“, der ja eigentlich erst eine Woche später dran ist, zauberte dann leuchtende Augen und Vorfreude bei den Kleinen, und der Posaunenchor Dörnigheim (?) rundete die Veranstaltung mit vorweihnachtlichen Klängen bei entsprechender Stimmung musikalisch ab.

 

 

Kulturvereine

 

Nachdem das Weiterbestehen der Volksbühne gesichert werden konnte, begann die erste Vorstellung im neuen Jahr im Februar mit einem teils mysteriösen, teils verwirrenden Thriller. Das Ensemble des a.gon-Theaters München präsentierte „Ein brillanter Mord“ des Schotten James Cawood.

 

Am 31. März wain der Reihe Hochstädter Kirchenkonzerte in der evangelischen Kirche das Jubiläumskonzert des Blasorchesters Wachenbuchen. Seit zehn Jahren dirigiert Dominik Thoma das Stammorchester und trägt damit die Verantwortung für die künstlerische Ausrichtung des Vereins. Nicht nur als musikalischer Leiter und Musikpädagoge, sondern auch als Trompeter gibt der selbstständige Musiker seit 25 Jahren mit Bavarian Brass vielbeachtete Konzerte. Nach turbulenten Jahren suchte das Blasorchester Wachenbuchen 2008 eine Leitung für das Fohlen- und Jugendorchester. Dominik Thoma, damals in der Funktion des stellvertretenden Solo-Trompeters am Staatstheater Darmstadt, stellte sich bei den jungen Bläsern vor. Die Chemie hat von Anfang gestimmt.

Thoma leitete die im August 2008 neu ins Leben gerufene Bläserklasse, die mit der beachtlichen Zahl von 37 Jungen und Mädchen startete. Bereits 2009 – Thoma übernahm als Dirigent auch das Stammorchester – überzeugten die Bläserklasse, das Fohlen- und das Jugendorchester mit einem eigenen Jugendkonzert. Unter der Führung des 42-Jährigen gab das Blasorchester Wachenbuchen nicht nur als Novum ein Neujahrskonzert in der evangelischen Kirche, sondern auch die ausverkauften Crossover-Konzerte. Konzertreisen, Wettbewerbe und viele Gastauftritte, aber auch anspruchsvolle Musikstücke und Arrangements bringen die Amateurmusiker bis heute an ihre Grenzen.

Seit seiner Berufung als stellvertretender Solotrompeter an das Staatstheater 2005 ist Darmstadt der Lebensmittelpunkt der inzwischen fünfköpfigen Familie Thoma. Die vielseitigen Aktivitäten als Dirigent, Lehrer und Trompeter sind nicht einfach mit den Anforderungen des Familienlebens unter einen Hut zu bringen – ein Balanceakt für den freiberuflichen Musiker.

Etwa 40 Konzerte pro Jahr stehen alleine mit dem Blechbläserquintett Rekkenze Brass aus Hof in Oberfranken auf dem Programm. Mit dem Trompetenensemble Bavarian Brass sind es dann noch mal knapp 30 Konzerte.

 

Nach mehr als 22 Jahren steht der Kultur- und Musikverein Dörnigheim im April kurz vor seiner Auflösung. Wie berichtet, hatte sich die langjährige zweite Vorsitzende Hannelore Eimer in der Mitgliederversammlung vergangenes Jahr nicht mehr zur Wahl gestellt. Seither besteht der Vorstand nur noch aus zwei Mitgliedern – entgegen der Satzung, die eigentlich drei Vorstandsmitglieder vorschreibt. Durch eine Vereinbarung mit dem für das Vereinsregister verantwortlichen Amtsgericht wurde den Vereinsverantwortlichen eine Übergangszeit mit nur zwei Vorstandsmitgliedern eingeräumt. Seit Monaten suchen sie und der Vorsitzende Peter Hoffmeister nun schon nach einem dritten Vorstandsmitglied.

Schon 2017 stand der Verein vor dem Aus, doch der Fortbestand konnte letztlich dadurch gesichert werden, dass sich in Peter Hoffmeister ein neuer erster Vorsitzender fand. Nun sehen sich die Mitglieder zum zweiten Mal innerhalb kürzester Zeit mit dem Nachfolgeproblem konfrontiert. Ob die Maintaler Musiktage in diesem Jahr so wie bisher stattfinden können, hängt maßgeblich davon ab, ob der Verein seinen Vorstand wieder komplettieren kann.

Der Kultur- und Musikverein geht auf die Initiative Dörnigheimer Familien rund um Hannelore und Gert Eimer zurück. Die Intention war es von Beginn an, zum einen das kulturelle Leben in Maintal zu bereichern und zum anderen jungen Künstlern eine Bühne zu bieten und diese so zu unterstützen. Sie hatten zum Beispiel häufiger schon talentierte Nachwuchsquartette zu Gast, die inzwischen international erfolgreich sind.

 

Das Hochstädter Vokalensemble „Ton-Art“ wird 25. Auf genau 25 Pop- und Rocksongs, auf A-cappella-Stücke in der Tradition der Comedian Harmonists, auf Lieder der Carpenters, von Grönemeyer oder Toto, kurz: Auf ein vielseitiges und unterhaltsames Programm dürfen die Gäste sich freuen. Unter Leitung von Musikdirektor Damian H. Siegmund, der als Chorleiter seit Juni 2010 für viele gelungene Auftritte der Hochstädter verantwortlich zeichnet, haben sich die Sängerinnen und Sänger konzentriert, aber auch mit viel Spaß, auf ihre Geburtstagsfeier vorbereitet. Eigentlich war es damals keine Neu- sondern eine Wiedergründung. Anlass war damals das 25-jährige Jubiläum des Hochstädter Posaunenchores“. Der im letzten Jahr verstorbene Pfarrer Langheinrich hatte in Hochstadt nicht nur den bis heute erfolgreichen Posaunenchor gegründet, sondern auch ein Vokalensemble für Jugendliche. Aus den Jugendlichen wurden Erwachsene, der Chor löste sich auf.

Doch 1994 trommelte der ehemalige Jugendchorleiter seine Sängerinnen und Sänger aus alten Zeiten wieder zusammen, wir probten wieder mit großer Freude. Die alte Leidenschaft war sofort wieder da. Mit acht Mitgliedern gründete sich unter Leitung von Evelyn Fischbach der Vokalchor Ton-Art, der seit 1995 mit jährlichen Auftritten in und um Hochstadt das Publikum begeistert.

Inzwischen hat sich das kleine Ensemble zu einem 18-köpfigen Vokalchor vergrößert, der großen Wert auf die Ausgewogenheit der vier Stimmen – Sopran, Alt, Tenor und Bass – legt. Doch nicht nur die stimmliche Harmonie ist bei Ton-Art wichtig, sondern auch auf Sympathie, Herzlichkeit und ein freundliches Miteinander wird großen Wert gelegt.

Das Konzert zum Jubiläum des Vokalchors Ton-Art „Heute feiern wir Geburtstag“ findet statt am Samstag, 18. Mai, um 18 Uhr, sowie am Sonntag, 19. Mai, um 17 Uhr im Gemeindehaus im Wallgraben 4 in Hochstadt. Karten kosten zehn Euro.

 

Vom Butter- bis zum Weinfass, von einer alten Wäschemangel bis hin zu einem Waffeleisen, das im Herd integriert ist, findet man fast alles vor. Im Heimat-Museum Maintal fühlt es sich ein bisschen an wie auf Omas Dachboden, nur viel geordneter und mit Wohlfühlfaktor. Ursula Pohl, die kommissarische Vorsitzende des gleichnamigen Vereins, führte zum Internationalen Museumstag am vergangenen Sonntag durch die Räume. Die Ausstellungsflächen gliedern sich in Schlaf- und Waschstuben, aber auch ein Handwerkszimmer und eine Gaststätte sind zu sehen.

Nachdem der erste Vorsitzende Rainer Habermann kürzlich sein Amt niedergelegt hat, übernahm Pohl diese Aufgabe wieder. Dennoch wünscht sie sich, dass jemand anderes diesen Posten einnimmt. Der Verein bietet auch Führungen für Schulklassen oder größere Gruppen an. Kinder seien oft sehr begeisterungsfähig und stellten viele Fragen zu all den ihnen unbekannten Dingen. Ein Bügeleisen, das nicht elektrisch ist, und das Werkzeug eines Diamantenschleifers seien für viele Schüler heutzutage unbekannt.

 

Der Verein Brüder-Schönfeld-Forum erinnert seit Jahren an die Schicksale von Maintaler Bürgern, die zwischen 1933 und 1945 vom NS-Regime verfolgt und umgebracht wurden. Die Geschichtsbewahrer wollen die Schicksale jener rund 400 Maintaler festhalten, die in der Nazi-Diktatur Willkür und Gewalt ausgesetzt waren. Vorsitzender ist Herbert Begemann. Er hat im Juni herausgefunden:  Bei den Toiletten auf dem alten Dörnigheimer Friedhof hängt eine mannshohe, schwarze Marmortafel aus dem Jahre 1895. In goldenen Lettern gedenkt die Gemeinde Dörnigheim hier einigen ihrer Söhne.

Die untersten beiden Namen auf dem schwarzen Marmor wirken seltsam eingezwängt: Löser und Wolf Steigerwald, versehen mit dem Vermerk „Isr.“ für Israeliten = Juden. Der eine Veteran, Löser – jiddisch für Lazarus – war ebenfalls Schütze. Der andere, Wolf Steigerwald – mutmaßlich sein Bruder – wird der Waffengattung „Train“ zugeordnet und diente wohl im militärischen Transportwesen. Es ist kein Zufall, dass die Steigerwalds so weit unten stehen,

sie wurden erst später hinzugefügt.

In einem Amtsblatt aus dem Jahre 1896 fand Begemann einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass der evangelische Pfarrer Dörnigheims damals abgelehnt hatte, die jüdischen Veteranen auf der Tafel verewigen zu lassen. In dessen evangelischer Kirche war die massive Marmorplatte nämlich ursprünglich angebracht worden. Der Umgang mit den Steigerwalds jedenfalls missfiel sowohl dem Dörnigheimer Bürgermeister Lapp als auch den beiden Veteranen selbst. Letztlich, trotz des offensichtlichen Judenhasses des evangelischen Geistlichen, wurden die Steigerwalds auf der Tafel verewigt. Damals, waren die Steigerwald-Brüder bereits in Frankfurt erfolgreiche Geschäftsleute gewesen.

 

Zum 40. Mal findet in diesem Jahr das Straßenfest statt. Seit der ersten Auflage 1980 hat sich das Fest zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Maintaler Terminkalenders entwickelt. Auch in diesem Jahr ist wieder am dritten Augustwochenende für ein buntes Programm gesorgt.

Die Organisation übernimmt einmal mehr der Vereinsring Bischofsheim um seinen Vorsitzenden Andreas Derflinger. Dieser zeigt sich mit der Resonanz hochzufrieden: „Wir haben über 60 Teilnehmer in diesem Jahr, sonst liegen wir bei rund 50“. Genau 16 Vereine und Parteien haben Stände für das Straßenfest angemeldet.

Eingespielt ist auch bereits der Ablauf des Straßenfestes. Beginn ist am Samstag um 15 Uhr mit dem Fassanstich. Geplant ist auch ein Auftritt des Musik-Corps Bischofsheim. Gefeiert wird am Samstag bis zirka 1 Uhr, ehe es am Sonntag um 11 Uhr mit dem Frühschoppen weitergeht. Um 22 Uhr gehen dann schon wieder die Lichter aus. Auch für die kleinen Besucher wurde ein breites Angebot unter anderem mit Kinderschminken und Karussell auf die Beine gestellt.

Am Samstag und Sonntag, 23. und 24. August 1980 stieg die Premiere im Stadtteil. Das Straßenfest fand damals im Rahmen der großen Jubiläumsfeierlichkeiten zur 1100-Jahr-Feier von Bischofsheim statt. Schnell waren sich die Bischofsheimer aber einig, dass das Fest jährlich wiederholt werden soll. Schätzungsweise 10.000 Besucher wären in Bischofsheim auf den Straßen gewesen.

 

Perfekte Organisation der Kerb in Wachenbuchen im August und 1500 ausgelassen feiernde Gäste am Montag in Wachenbuchen. Zu den Klängen des Blasorchesters Wachenbuchen legt „Kurt Kurt“ – Helmut Schmidt mit bürgerlichem Namen – einen Einmarsch hin, von dem so mancher rheinische Karnevalsprinz nur träumen kann. Er singt das Lied von der schönen Donna Clara, die er einst tanzen sah. Die Wachenbucher und ihre Gäste stehen auf den Bänken – mal wieder. „Die Stimmung hier ist einmalig“, sagt Daniel Imbescheid, der als Sänger und Co-Moderator von 10 bis 13 Uhr gemeinsam mit dem Wachenbucher Blasorchester den Kerb-Frühschoppen „angeheizt“ hat. Gegen 16 Uhr wird er an diesem besonderen Montag die 1.500 Festbesucher unterhalten.

Dieses jährlich seit 1976 stattfindende Fest hat auch das Leben von Helmut Schmidt mitgeprägt.

Es war sein Vater, der die Figur „Kurt Kurt'“ über Jahre entwickelt hat. Der Vater, 1998 verstorben, sei ein begnadeter Sänger gewesen: „Und das bin ich ganz bestimmt nicht.“ Schließlich habe er sich 2005 entschieden, in die Fußstapfen des Vaters zu treten.

Dass das große Volksfest im kleinsten Maintaler Stadtteil im Jahr 2019 überhaupt stattfindet, ist den Leuten zu verdanken, die am Montagmorgen von den Gästen im Festzelt mit stehenden Ovationen und lang anhaltenden Sprechchören gefeiert werden: Timo Stein, Klaus Karber, Yannick Schmidt, Sven Ebert und Patrick Fitz. Nachdem klar war, dass weder das Blasorchester Wachenbuchen noch der Sportverein Kewa Wachenbuchen das Fest organisieren können, sprangen die engagierten, gut vernetzten Wachenbucher „Macher“ ein, die unter dem Dach der Sport- und Kulturgemeinschaft Wachenbuchen erst einmal Strukturen schaffen mussten, um das Fest zu ermöglichen.

Polizeibeamte nahmen am frühen Dienstag einen Mann vorläufig fest, der gegen 0.40 Uhr in der Straße „Am Hanauer Weg“ nahe des Kerbfestzeltes mit einem Reizstoffsprühgerät gesprüht haben und dann geflüchtet sein soll. Nach ersten Erkenntnissen verspürten anschließend mehrere Personen ein Brennen in den Augen und im Gesicht. Sie wurden vor Ort medizinisch versorgt. Kurz darauf nahmen die Polizisten den 23-jährigen Verdächtigen fest. Der Beschuldigte aus Neuberg muss sich nun einem Strafverfahren wegen Verdachts der gefährlichen Körperverletzung stellen (13. August).

 

Die Sängervereinigung Hochstadt wird im September160 Jahre alt, Je nachdem, wie das der Chorleiter und Musikdirektor Damian Siegmund für geboten hielt. Rudel-Sing-Sang bei der Sängervereinigung? In gewisser Weise ja, obwohl diesen Begriff ein anderer geprägt hat. Wie auch immer, eine derart humorvolle Chorprobe, bei der ausschließlich Volkslieder gesungen wurden – so lautete das Themen-Motto der Probe mit anderen Mitteln – die hat wohl selten ein doch so alter Gesangsverein in seiner Geschichte gesehen.

Apropos alt: Kein Traditionsverein ohne einen jungen Chor präsentierte sich ebenfalls am Abend. Mit seinem Leiter und Ehrendirigenten der Sängervereinigung, Dr. Rudolf Keim, sang der reine Frauenchor Cantabile, gewissermaßen als junges und blühendes Pflänzchen des Vereins und bunt gewandet, teils im Dirndl, das Lied von der „Wahren Freundschaft“.

Und dann ganz optimistisch: „Jetzt kommen die lustigen Tage“.

Die Lieder legt nicht der Dirigent fest, sagen Siegmund und Ursula Aurbek, die Vorsitzende des Gesangvereins von 1859. „Die Liedauswahl bestimmen wir völlig demokratisch, per Abstimmung. Das können auch moderne Sachen aus Pop und sogar Rock sein. Aber bitte: Jeder muss den Mund aufmachen und zeigen, dass er irgendwo im Bass, Tenor, Sopran oder Alt angesiedelt ist“, meinen die beiden augenzwinkernd

 

Mit einer außergewöhnlichen Ausstellung zur Verfolgung der Zeugen Jehovas in der Zeit der Nazi-Diktatur in Deutschland (1933 bis 1945) läutet der Verein Brüder-Schönfeld-Forum im Oktober einen Veranstaltungsreigen zu seinem zehnjährigen Bestehen ein. Damit widmet sich der Maintaler Verein für Demokratie, Menschenrechte und Erinnerungskultur einem Thema, das weder in der politischen Bildung noch in den Diskussionen um das angemessene Erinnern einen Stammplatz hat.

Besonders traf es die jüngeren Männer, weil sie aus religiöser Überzeugung den Dienst mit der Waffe verweigerten. In vielen Fällen wurde das mit dem Tod durch Erschießen bestraft.

Aber nicht nur Männer wurden inhaftiert. In einer Begleitveranstaltung an der Albert-Ein­stein-Schule zeigt das Brüder-Schönfeld-Forum einen Film über die Mannheimerin Sophie Stippel, die in den Konzentrationslagern Auschwitz und Ravensbrück inhaftiert war. Die „Bibelforscherin“war in Auschwitz als Köchin des Kommandanten Rudolf Höß eingesetzt, der sie aus Jugendtagen kannte. In den Konzentrationslagern wurden Mitglieder der Zeugen Jehovas analog zum Davidstern für die Juden mit einem aufgenähten lila Winkel markiert. Daher steht die Ausstellung in Maintal-Hochstadt unter dem Titel „Die mit dem lila Winkel“.

 

Lou Yehuda Strauss, als Ludwig Strauß am Rübenberg Nummer 11 geboren, starb nach Mitteilung des Maintaler Brüder-Schönfeld-Forums am 15. Juli im Alter von 98 Jahren in einem New Yorker Seniorenzentrum. Ludwig Strauß war der jüngste von drei Brüdern. Anders als deren Mutter, die nach Minsk deportiert wurde und dort umkam, schafften es alle drei Söhne, sich rechtzeitig vor der unausweichlichen Ermordung durch die Nationalsozialisten zu retten. Bereits 1936 hatte der ältere Bruder Simon für den vier Jahre jüngeren Ludwig ein Visum in Palästina organsiert, wo dieser mit nicht einmal 15 Jahren sein Leben neu einrichten musste. Palästina war zu jener Zeit britisches Mandatsgebiet. Daher schloss sich Ludwig Strauß der britischen Armee an und wurde nach 1947 als einer der Ersten in die neue israelische Luftwaffe übernommen und zum Piloten ausgebildet.

Im Jahre 1957 siedelte Ludwig Strauß mit seiner Frau Eva und dem erstem Sohn David aus dem Staat Israel in die USA über, wo Sohn Ralph auf die Welt kam. In New York verdingte sich der gebürtige Wachenbucher als Automechaniker, bevor er in der Bronx seine eigene Tankstelle und Reparaturwerkstatt eröffnete.

Aus Maintaler Sicht ist noch erwähnenswert, dass Ludwig Strauß vermutlich der älteste noch lebende Diamantschleifer aus Wachenbuchen war. Er hatte 1935 in einem der heute nicht mehr existierenden Betriebe eine Lehre begonnen, die er wegen der Entlassung aller Juden nicht abschließen konnte.

An seinen Geburtsort kehrte Ludwig als Lou Strauss erst 1997 wieder zurück. Er folgte damit, begleitet von seinem Bruder Simon und dessen Ehefrau, einer Einladung der Stadt Maintal. Wie die Familie jetzt bei der Trauerfeier erwähnte, waren das damalige Wiedersehen mit der Heimat und der damit verbundene Empfang als Ehrengast für den Verstorbenen von ganz besonderer Bedeutung.

Wie der Vorsitzende des Vereins Brüder-Schönfeld-Forum, Herbert Begemann, berichtet, leben als frühere Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinden auf Maintaler Gebiet noch die in der Hanauer Landstraße geborene Thea Philipp (geborene Schönfeld). Sie lebt in Israel. Die in Dörnigheim auf die Welt gekommene Klara Dorogusker (geborene Stern) lebt in den USA.

 

Der öffentliche Filmabend der Bischofsheimer Schmalfilm- und Video-Freunde stieß Ende Oktober wieder auf sehr große Resonanz. Alle Filmer möchten mit ihren Filmbildern Geschichten erzählen und diese einem interessierten Publikum präsentieren. Der zweite Teil des Abends begann mit dem Film „1100 Jahre Feier Bischofsheim, 1. Straßenfest“. Dies war eine Gemeinschaftsproduktion der damaligen Bischofsheimer Schmalfilm-Freunde aus dem Jahre 1980.  Anschließend stand der Film „Ein Blick zurück“ von Dieter Ott auf dem Programm. Er hatte sich filmisch dem Wandel seiner Gemeinde von kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zum Heute gewidmet. Dieter Ott hat dazu sehr viel historisches Film- und Bildmaterial gesammelt und dies alles noch für den Film nacharbeiten müssen.

 

 

Der Rommé- und Canastaclub wird 40 Jahre alt:

Spielen ohne Computer? Ja, es geht! Für Jugendliche ist das heute wohl ein provokantes Wort. Aber noch immer ziehen viele Menschen die Geselligkeit und das Gefühl, unter Gleichgesinnten zu sein, dem schnöden Ego-Shooting vor.

Obwohl ich selbst gerne Computerspiele spiele, ich muss schon sagen:

 

 

Beim 40. Jubiläum des Rommé- und Canasta-Clubs Maintal schätzten Auch viele jüngere bis zu gleichaltrigen und (noch) älteren Mitbürgern die Gesellschafts- sprich Kartenspiele, wo reale Mitmenschen am Tisch sitzen und nicht auf Bildschirme oder Smartphones glotzen, sondern auf das Blatt ihres Nachbarn zu schielen versuchen. Rolf und Birgit Lanio gehören zu den Gründern des RCCM, „an einem dunklen und kalten Novemberabend im Jahr 1979“. Damals trafen sie sich mit anderen Maintalern schon im „Treffpunkt“, der kleinen Kneipe in der Dörnigheimer Philipp-Reis-Straße. Wo das Rauchen ausdrücklich erlaubt ist und irgendwie zur Kultur dazu gehört. Selbst wenn das medizinisch nicht so ganz legitimiert sein sollte.

Rolf Lanio ist von Anbeginn an Vorsitzender des Vereins ist. „Seit 40 Jahren kommen jeden Dienstag um 19.30 Uhr dutzende Menschen hier zusammen, um Geselligkeit zu erleben und ihrer Leidenschaft nachzugehen: dem Rommé- und Canasta-Spiel. Wir haben hier einfach Gemütlichkeit zu bieten, Spaß und Freude.

Das Mischen des dicken Kartenstapels – es wir mit 108 Blatt, gespielt – geschieht nicht mehr von Hand, sondern übernimmt im Club mittlerweile die Mischmaschine. Vorsicht ist angesagt, die Maschine per Handkurbel schmeißt gerne mal über den Rand; deshalb ist Unterarmarbeit beim Abdecken des Auswurfs angebracht. Andreas Haupt wird voraussichtlich Nachfolger Rolf Lanios bei der nächsten Vorstandswahl, die Sieger des Turniers und damit Maintaler Stadtmeister 2019 des RCCM

 

Bereits im Frühjahr hatte Dominik Thoma signalisiert, dass er aus familiären Gründen die Leitung des Jugendorchesters des Blasorchesters Wachenbuchen abgeben wollte. Bei der Suche nach einem Nachfolger wurde man in Karben fündig: Dort lebt der Posaunist Robert Koch, der dort auch in der Stadtkapelle tätig ist. Seit 2018 studiert Koch Schulmusik an der Hochschule für Musik in Frankfurt mit den Hauptfächern Posaune und Gesang. Die dort erworbenen pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten setzt Robert Koch seit Ende Mai nun in den Proben mit den Wachenbuchener Nachwuchsmusikern ein. Dort fiebern die Musiker gerade den nächsten Auftritten beim großen kommenden Herbstkonzert am Samstag, 9. November, in Mittelbuchen und auf dem Weihnachtsmarkt in Wachenbuchen Sonntag, 1. Dezember, entgegen.

Seit einigen Wochen leitet Robert Koch mit Leidenschaft und viel Freude neben den Jugendproben auch das Stammorchester. Seine Feuerprobe steht ihm nun also am kommenden Samstag im November in Mittelbuchen bevor.

 

Fastnacht:

Die Dörnigheimerin Alexandra und der Däne Karsten Harder sind Prinzenpaar der Blau-Weißen, Den Start in die lange diesjährige Faschingssaison machte eine Kostümsitzung, die vor allem die Jugend so richtig in Szene setzte.

Beim Humor-Musik-Verein begeisterten 18 Tänzerinnen und Tänzer im Alter von zwölf bis 40 Jahren das Publikum mit einem modernen Tanz und akrobatischen Einlagen. Es folgte der

Einmarsch von Sitzungspräsident Thorsten Heide und dem Elferrat in bester Stimmung. Es folgte das Jugendgruppenstück. Nach der Pause oblag es den Majorettes, mit ihrer Bühnenshow „HipHop meets Klassik“ die Stimmung wieder anzuheizen. Zum Brodeln brachte den Saal der mit Hochspannung erwartete Protokoller Colin Stein, der von Weltpolitik bis zu kommunalen Ereignissen das aktuelle Geschehen im Blick hatte. Für das krönende Finale der Sitzung sorgten die Guggemusiker der Hochstädter Lärmbelustigung.

Im Bürgerhaus Hochstadt war der Handwerkersitzung der Hochstädter Käwern. Rund 120 Käwern sorgen dafür, dass die Handwerkersitzung auch im Jubiläumsjahr des Vereins ein voller Erfolg wird.

Die Rot-Weiß-Karnevalisten aus Wachenbuchen feierten ihr Jubiläum: Die mehr als vierstündige Show auf der Bühne und im Saal bot an karnevalistischen Highlights so ziemlich alles, was Rot-Weiß heißt.

Traditionell am Samstag vor Rosenmontag ab 14.11 Uhr findet der Faschingsumzug in Dörnigheim statt. Man rechnet mit 15.000 bis 16.000 Besuchern. Insgesamt rund 1.200 Maintaler Fastnachter werden wieder dafür sorgen, dass der Umzug für alle ein Erlebnis wird. Neben zahlreichen Fußgruppen und Kapellen werden ein Höhepunkt auch wieder die großen und aufwendig gestalteten Motivwagen sein. Es gibt es in diesem Jahr zehn Wagen mit Beschallung. Rund 9.000 Euro kostet die Umsetzung des Karnevalszuges den KVM. Finanziert wird diese Summe vor allem durch das jährliche Heft zur Kampagne mit zahlreichen Inseraten von Betrieben aus Maintal und der Region. Die Stadt Maintal investiert noch einmal 21.000 Euro, damit der närrische Lindwurm sich durch die Straßen Dörnigheims schlängeln kann. Diese Summe ist für die Durchführung des Zuges vorgesehen. Darin enthalten sind beispielsweise die Aufwendungen für externe Sicherheitskräfte, Beschilderungen, Absperrungen, Toiletten und Abfallentsorgung. Gemeinsam mit dem Vorstand des KVM, der Ordnungsbehörde, der Feuerwehr, der Polizei, dem Eigenbetrieb Betriebshof sowie der Straßenverkehrsbehörde wurde das Konzept für die Sicherheit und Ordnung während der Veranstaltung ausgearbeitet.

Entlang der Zugstrecke werden viele Einsatzkräfte für Sicherheit sorgen. Unter anderem sind neun Mitarbeiter der Ordnungsbehörde und zusätzlich acht externe Sicherheitskräfte vor Ort, hinzu kommen Mitarbeiter von der Polizei und Rettungsdiensten. Zudem wird es mobile Absperrungen durch städtische Dienstfahrzeuge entlang der Zugstrecke geben, um Lkw oder Pkw von den Feierwütigen abzuhalten. Besucher des Zuges können wieder für die An- und Abfahrt kostenlos Busse der Linien 22 und 23 des Maintaler Stadtverkehrs nutzen.

 

 

Sieben Hochstädter gründeten 1908 die Karneval-Gesellschaft Käwer:

111 Jahre ist es her, seit am 3. März 1908 bei Rindswurst, Brot und Äppelwoi in der Gaststätte „Strohl“ die Karneval-Gesellschaft „Käwer“ aus der Taufe gehoben wurde. Sieben Hochstädter wagten das Unterfangen. Die Traditionstorte Schwarzwälder Kirschtorte darf auf keinen Fall fehlen, wenn die Karnevalisten mit dem Marienkäfer als Maskottchen ihr närrisches Jubiläum feiern.

Damals bestanden die Vereinsaktivitäten vor allem aus Tanzabenden, bei denen für einen Tanz nach Schallplatte fünf Pfennig Tanzgeld gezahlt werden mussten, und für einen Maskenball noch Gewehre für 14 DM gekauft wurden und eine Lustbarkeitssteuer fällig wurde. Zwischenzeitlich gibt es noch einen Mai- und Oktoberball oder das sagenumwobene „Likörstübchen“. Bis Fastnachtssitzungen fest im Jahresprogramm verankert sind, dauert es. .

Was sich wie ein roter Faden durch die Käwern-Historie zieht, sind die familiären Bande zwischen den Mitgliedern. „Der Verein ist klein und heimelig, eine Gemeinschaft, die gepflegt wird. Man kennt sich und hilft sich“, sagt Corina Wachtfeitl, die durch Freundinnen seit ihrer Jugend mit den Käwern verbunden ist, aber erst 2004 durch ihre Tochter im Verein aktiv wurde.

Die Aktivitäten gehen weit über die klassischen Faschingssitzungen hinaus. So initiierte der Verein eines der ersten Kartoffelfeste in der Region – bis heute eine feste Größe. Hinzu kommen Hoffest, die Teilnahme am Weihnachtsmarkt und natürlich die Vorbereitungen für die närrischen Veranstaltungen.

Der Blick in die Zukunft ist der Blick auf die Jugend. Entsprechend wagen die Käwern immer mal wieder Neues, um den Zeichen der Zeit gerecht zu werden.  In der diesjährigen Jubiläumskampagne gab es deshalb erstmals eine „Stehung“ als Mischung aus Programmbeiträgen und lockerer Partystimmung.

Bei der Gestaltung ihrer Sitzungen setzen die Käwern vor allem auf Lokalkolorit und handgemachte Beiträge. Das gilt ebenfalls für die Jubiläumsfeierlichkeiten, die natürlich vom Jubiläumsmaskottchen begleitet werden: dem „Hundert-Elf“ Moritz Kolb.

Am Samstag, 25.Mai, wird ab 17 Uhr der Tanzplacken einmal mehr seinem Namen gerecht: Die elfköpfige Band Beat Notes wird dem Publikum ab 18 Uhr ordentlich einheizen. Zwischen den einzelnen Gigs wird der Musik-Kabarettist und Stand-up-Comedian Andy Ost einen Nonstop-Angriff auf die Lachmuskeln vornehmen. Für kulinarische Leckereien und Getränke sorgen die Gastgeber.

Der Sonntag, 26.Mai, beginnt um 11 Uhr mit einem Gottesdienst, den der Limes-Gospelchor musikalisch begleitet. Anschließend spielt das Blasorchester Wachenbuchen zum Frühschoppen auf, bei dem neben der 111-Festwurst auch Spiele für Groß und Klein angeboten werden. Bei Kaffee und Kuchen gibt es danach Tanz und Theater auf dem Tanzplacken. Zum Ausklang des Festwochenendes gibt es ab 17 Uhr einen gemütlichen Dämmerschoppen mit der Band Backround zusammen mit den Worschtlern. Speziell für die Feierlichkeiten haben sich die Käwern etwas Besonderes einfallen lassen: Die ersten 111 Flaschen vom 1. Maintaler Gin „Chicken Hill“ wurden präsentiert. Die 1., die 11. und die 111. Flasche wurden von Landrat Thorsten Stolz als Schirmherr der Veranstaltung signiert und später versteigert.

 

Das Bühnenprogramm beim HMV ist echte Handarbeit – vom gesprochenen Wort über die Kulissen bis hin zu den Kostümen. Rund 70 davon nähen im Oktoberdie Nähfrauen des Humor-Musik-Vereins Christine Misiewicz, Margit Heide, Angela Cercas, Laura Rodriguez und Dani Sessner und Annelie Sessner. In jeder Kampagne! Im April geht es los. Dann beginnt die kreative Vorarbeit, wenn die Gruppen mit ihren Themen und Ideen auf die Nähfrauen zukommen.

Christine Misiewicz ist der Kopf der Gruppe, die sich vor rund 20 Jahren zusammengefunden hat, nachdem jeder allein „vor sich hingewurschtelt hat“. Seitdem ist das Schneidern der Kostüme ein wöchentliches geselliges Event. Jeden Mittwochabend kommen die Nähfrauen für zwei, drei Stunden in der Geschäftsstelle des HMV im „Neuen Bau“ zusammen.

 

 

 

Organisationen

 

Die Tafel in Dörnigheim feierte Ende des vergangenen Jahres Geburtstag. 600 Haushalte und fast 1400 Personen werden heute pro Monat mit frischen Lebensmitteln und Waren des täglichen Bedarfs versorgt. Doch damit aus der „Nahrungsquelle“ die Tafel Maintal und somit ein richtiger Logistikbetrieb werden konnte, mussten die Verantwortlichen schon früh viel Arbeit und Mühe in das Vorhaben stecken.

Dass es eine regelmäßige Essensausgabe für die Maintaler gibt, ist Karl-Heinz Oehme und seiner Frau Ursula zu verdanken. Sie hatten im Sommer 2003 die Idee zu dem Projekt. Damals gab es Tafeln in Hanau und in Frankfurt.

Während der Wachenbucher Kerb sicherte er sich die Unterstützung des damaligen Ersten Stadtrats Günther Wassermann, und kurze Zeit später, am 19. Dezember 2003, war es dann soweit: An der Neckarstraße 9 in Dörnigheim gab es die erste Lebensmittelausgabe in der „Nahrungsquelle“ unter dem Dach der Bürgerhilfe Maintal.

Am ersten Tag kamen 40 Abholer. Am dritten Ausgabetag waren es schon 60 Bedürftige, die sich in der „Nahrungsquelle“ mit Lebensmitteln wie Brot, Gemüse, Reis und Nudeln eindeckten. Die Zahl der Abholer ist stetig gestiegen. Am 9. September 2005 waren es zum Beispiel 83. Nur wenige Monate nach der ersten Ausgabe konnte der Leiter dann auf 20 Ehrenamtliche zurückgreifen.

Trotz aller Unterstützung gab es für das „Nahrungsquelle“-Team auch Schwierigkeiten, vor allem am Anfang: Zunächst gab es zum Beispiel Probleme mit der Müllentsorgung. Denn die Spenden mussten in der „Nahrungsquelle“ sortiert und die aussortierten Lebensmittel entsorgt werden. Das waren ja zum großen Teil verderbliche Nahrungsmittel und immer auch eine große Menge. Schnell entstand eine Kooperation mit dem ehemaligen Pferde- und Tierhof an der Hochstädter Ringmauer, der „Happy Horse Ranch“. Die Tiere haben von der Nahrungsquelle regelmäßig aussortierte Lebensmittel bekommen, die aber eigentlich noch gut waren. So wurde der Nachhaltigkeitsgedanke der „Nahrungsquelle“ konsequent weitergeführt.

Die Ausgabestelle wurde von einem kleinen Windfang in größere Räume an der Rückseite des Hauses an der Neckarstraße 9 verlegt. Das Team hat den Ausgabe-Raum selbst hergerichtet, renoviert, gestrichen und vor allem viel sauber gemacht. Auch Schreiner- und Elektroarbeiten musste das Team in Eigenregie durchführen.

Aus der „Nahrungsquelle“ ist mittlerweile die „Tafel Maintal“ geworden. Mehr als 100 Ehrenamtliche engagieren sich dort, investieren pro Jahr gut 10.000 Arbeitsstunden. Dreimal in der Woche verteilen sie, zwischenzeitlich umgezogen in die Neckarstraße 13, Lebensmittel an rund 150 Haushalte. Darunter sind viele kinderreiche Familien, weiß Wolfgang Kampe, der die Tafel seit rund fünf Jahren als Nachfolger von Erwin Henkel leitet: An manchen Tagen kommen allein 20 Abholer, die insgesamt 80 Personen versorgen müssen.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl der Bedürftigen, die die Tafel regelmäßig versorgt, verändert. In den Jahren 2015 und 2016 kamen viele Einzelpersonen, vornehmlich Flüchtlinge. Mittlerweile kommen wieder mehr Familien. Dadurch sei zwar die Zahl der Abholer gesunken, die der zu versorgenden Personen aber gestiegen.

 

Im Reparatur-Café in Bischofsheim geht es nicht nur darum, dass die Helfer dort die Geräte der Besucher reparieren. Es geht vordergründig um den Austausch untereinander und darum, sich gegenseitig eine Hilfestellung zu geben. Die Helfer arbeiten alle ehrenamtlich und freuen sich, wenn den Besuchern geholfen werden kann, ohne dass dafür hohe Kosten anfallen. Gegen eine Spende können hier alle Werkzeuge benutzt werden, Fachkräfte und Hobbytüftler unterstützen, wo sie eben können. Um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen oder gelegentliche Wartezeiten zu überbrücken, wird auch Kaffee und hausgemachter Kuchen kostenlos angeboten. Es entstehen auch neue Bekanntschaften und das Gemeinschaftsgefühl werde gestärkt. Seit nun fast drei Jahren gibt es das Reparatur-Café in Bischofsheim, das mit seinem Konzept zwar hauptsächlich den Aspekt der Nachhaltigkeit unterstützt, aber auch vorbildlich einen großen Beitrag zur Gemeinschaft und vor allem zur Integration leistet.

 

Wenn Menschen nicht mehr weiter wissen, kommen sie zu Barbara Soff. Die Dörnigheimerin ist im Sozialverband VdK aktiv und kennt die Nöte und Sorgen vor allem von älteren Menschen nur zu gut. Nicht immer ist es leicht, die nötige Distanz zu wahren. Das sind manchmal schon schwere Schicksale und nicht immer kann man helfen. Aber es ist gerade der intensive Kontakt mit Menschen, den Barbara Soff an ihrem Ehrenamt schätzt.

Ursprünglich kam die Seniorin selbst als Ratsuchende zum VdK. Seit 2008 ist sie stellvertretende Vorsitzende im Ortsverband Dörnigheim. Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Jürgen Malbrich bot sie lange Zeit die wöchentlichen Beratungssprechstunden an. Mittlerweile macht sie dies in Hanau für den Kreisverband.

Allein an diesem Vormittag waren es in knapp zwei Stunden sieben Beratungsgespräche, die sie führte. Der VdK wird dringend gebraucht. Sie ist außerdem amtlich bestellte Betreuerin, Mitglied im Maintaler Senioren- und im Frauenbeirat, im Vorstand der Schützengesellschaft Tell tätig und singt im Kirchenchor Cäcilia sowie im Gesangverein Vorwärts Wachenbuchen.

Bis Ende vergangenen Jahres war sie zudem ehrenamtliche Demenzbetreuerin. Eine Aufgabe, die sie aus Zeitgründen abgab. Und auch ihr Vorstandsamt im Ortsverband würde sie im nächsten Jahr gern in jüngere Hände legen.

Dass sie nun als Dankeschön für ihren aktiven Einsatz mit einer Linde im Maintaler Frauenhain geehrt wird, die sie am Sonntag, 10. März, dort pflanzen darf, freut sie.

 

Seit mehr als einem Jahr bieten im April die Malteser Gründau-Lieblos in Kooperation mit dem Kommunalen Center für Arbeit Maintal und dem städtischen Fachbereich Asylbetreuung das Näh-Projekt „StichWort – Nähkurs mit Perspektive“ an, damit man mit den anderen Frauen in Kontakt zu kommt, um gemeinsam zu nähen. Die selbstgestalteten Produkte kommen örtlichen Vereinen und Institutionen zugute. Zuletzt haben die Frauen österliche Körbe für die Tafel der Bürgerhilfe genäht und liebevoll gefüllt mit Schokoladen-Osterhasen, bunten Eiern und Luftballons. Die Körbe wurden am Dienstag an die Mitarbeiter der Tafel übergeben. In den Ausgaben am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag vor Ostern wurden die kleinen Geschenke an hilfsbedürftige Familien verteilt.

 

Am Freitagnachmittag treffen sich vor allem Frauen auf der Terrasse des Stadtteilzentrums Bischofsheim. Sinn der Aktion: Die Menschen aus der Nachbarschaft sollten sich an diesem Tag kennenlernen und miteinander ins Gespräch kommen. Das Motto „Bring deine älteren Nachbarn mit!“ hatte an diesem „Tag der Nachbarn“ vor allem das Gespräch zwischen den Generationen im Blick. Angefangen hatte alles 2001 mit der ersten internationalen Frauengruppe.

Nach wie vor stehe die interkulturelle Begegnung im Mittelpunkt der Arbeit von Menschen mit gemeinsamen Interessen. Man versucht auch, die imaginäre Grenze „Kreuzstein“ aufzuheben. Die Hauptverkehrsstraße wird in Bischofsheim als Zäsur wahrgenommen, doch die Angebote des Stadtteilzentrums stehen allen Menschen, Gruppen und Initiativen, die sich gemeinsam und miteinander ehrenamtlich engagieren wollen, zur Verfügung.

Im Stadtteilzentrum treffen sich monatlich unter dem Motto „Neues aus dem Stadtteil“ Menschen und Gruppen aus Bischofsheim, um sich auszutauschen. Die Gartengruppe beispielsweise kommt einmal pro Woche zusammen, um einen Garten zu pflegen. Das Reparatur-Café bietet alle vier Wochen samstags seine Dienste an. Der Spieletreff ist offen für Eltern mit Kleinkindern. Zudem gibt es das offene Stadtteilzentrum für alle, die einfach mal reinschnuppern wollen.

Neben der Frauengruppe, die sich monatlich trifft, hat sich inzwischen eine Männergruppe gegründet. Außerdem bietet das Stadtteilzentrum im Mai auch kostenlose Sozialberatung zu Themen wie Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Grundsicherung und in besonderen Notlagen an.

 

Im Evangelischen Gemeindezentrum Dörnigheim wird im August Blut gespendet. Es werden 500 Milliliter für die Spende und weitere 35 Milliliter für Laboruntersuchungen abgenommen. Aus der Blutspende stellen sie rote Blutkörperchen her, die Patienten den Sauerstofftransport im Blut sichern, Blutplättchen (Thrombozyten) sowie Blutplasma. Die beiden letzteren sind notwendig, um Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder Blutungsneigungen behandeln zu können. Für 535 Milliliter Blut gibt es an diesem Abend selbst gemachte Burger. Wichtig ist, dass man am Tag der Spende ausreichend gegessen und getrunken hat, am besten um die zwei Liter. Außerdem muss man ein Mindestgewicht von 50 Kilogramm haben.“ Während Männer bis zu sechsmal im Jahr spenden dürften, seien es bei Frauen maximal viermal. Spenden darf jeder ab 18 Jahren, das letzte Mal einen Tag vor dem 73. Geburtstag.

 

Ganze 58.950 Euro – das ist die Summe, die zehn „Löwenfrauen“ aus zehn Ländern mit der Aktion „Kili for Kids“ sammeln und anschließend spenden möchten. Dabei handelt es sich um eine Reise zum Kilimandscharo, dem höchsten Berg Afrikas, mit deren Hilfe man Spenden generieren möchte. Auch zwei Mitglieder des Maintaler Lions Clubs, Sven Sziedat und Harald Agel, haben sich an der Aktion beteiligt. Auch wenn das nicht von Beginn an so geplant war. „Eigentlich haben wir dieses Vorhaben unabhängig von 'Kili for Kids' geplant“, gesteht Sziedat, der aktuell auch Präsident des Maintaler Clubs ist. Die beiden waren sogar losgelöst voneinander auf die Idee gekommen, die Reise zum höchsten Berg Afrikas aufzunehmen.

Im September 2018 entschieden sie sich endgültig dazu, die Reise zu unternehmen. „Erst, nachdem wir gebucht hatten, erfuhren sie von der Aktion „Killi for Kids“. Von der Reise an sich schwärmen die Maintaler Lions in den höchsten Tönen. Sowohl die Landschaft als auch die Mentalität sei für beide einfach beeindruckend gewesen. Das Highlight der Reise war der Aufstieg zum Gipfel des „Kilis“ am zehnten Tag der Reise. „Man hat uns um 23 Uhr geweckt. Wir hatte da gerade mal zwei Stunden geschlafen. Wenn überhaupt“, so Agel. Mit Stirnlampen auf dem Kopf sei man im Anschluss losgelaufen und habe gegen 7 Uhr den Gipfel erreicht. Von dort konnte man die Sonne unter den Wolken aufgehen sehen.

Ihre Erlebnisse, die beide auf ihrer Tour zum Kilimandscharo gesammelt haben, wollen sie im Zuge von Vorträgen verarbeiten. „Wir beginnen mit nicht-öffentlichen Veranstaltungen in den Lions Clubs, um eben Spenden zu sammeln“, sagt Agel. Im Anschluss werden weitere Termine folgen. So habe man sich bereits mit der Evangelischen Kirchengemeinde Bischofsheim darauf verständigt, dass dieser Vortrag auch dort gehalten werden solle. Nur den Termin habe man noch nicht festgelegt, verkünden die beiden.

Anlässlich der ersten weiblichen Präsidentin des internationalen Lions Clubs, Gudrun Yngvadotti im Jahr 2018, wurde das Projekt „Kili for Kids“ gestartet. Zehn Frauen aus zehn unterschiedlichen Ländern entschieden sich, gemeinsam den Kilimandscharo zu besteigen und somit Geld für die Bildung und Versorgung von Kindern zu sammeln. Die Reise wurde von den Frauen selbst finanziert und 100 Prozent des gesammelten Geldes von Sponsoren soll dem Projekt zu Gute kommen.

 

Ehrenamtlich im Einsatz gegen Kinderarmut in Maintal ist der VdK-Ortsverband Dörnigheim mit seiner Aktion „Tischlein Deck Dich“. Bis heute setzten sie ein Zeichen für mehr Solidarität für die Schwächsten in Maintal. Aus satzungsrechtlichen Gründen wurde vom VdK im Frühjahr 2012 ein separater Verein mit dem Namen „Tischlein Deck Dich e.V.“ in Maintal gegründet. „In Deutschland muss zwar niemand verhungern, aber dennoch ist es wichtig, auf die Situation der ärmeren Schicht aufmerksam zu machen“, sagt Jürgen Malbrich, Vorsitzender des VdK Ortsverbandes und des Vereins „Tischlein Deck Dich e.V.“.

 

 

 

 „In den Regelsätzen für Hartz IV sind gerade 3,60 Euro für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln und Getränken für Sieben- bis 14-Jährige an. Ein gelegentliches Eis im Sommer ist auch nicht vorgesehen.“ Der Verein habe sich verpflichtet, finanziell für die Speisen und die Hausaufgabenbetreuung einzustehen, die evangelische Kirche stelle die Logistik zur Verfügung.

Im Jahre 2009 – Jürgen Malbrich war seit Kurzem der Vorsitzende des Ortsverbands Dörnigheim des Sozialverbandes VdK – war den Mitarbeitern des Evangelischen Jugendzentrums in der Herrmann-Löns-Straße aufgefallen, dass Kinder sich lange vor den Öffnungszeiten auf dem Gelände aufhielten.

„Mit vier Kindern haben wir angefangen“, erinnert sich der heute 76-jährige Jürgen Malbrich, „jetzt sind es regelmäßig 14 Kinder und es gibt eine Warteliste.“ Sie betreuen im Augenblick nur ein Mädchen und zehn Jungs, wir wollen aber ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen den Geschlechtern.

 

Man kann das Maintaler Suppenfest bereits als traditionell einstufen, bei dem jedes Jahr im Herbst um die 16 große Suppentöpfe die Düfte dieser Welt aus dem Deckel entlassen. Die köstlichen Süppchen wurden nicht vor Ort gekocht, sondern in privaten Haushalten der Beteiligten und wurden im Jugendhaus Bischofsheim warm gehalten. Das Ziel ist es, dass sich die Menschen hier treffen, um sich gegenseitig kennenzulernen, sich nett zu unterhalten und dabei die vielen leckeren Süppchen zu genießen. Das Ganze war für die Gäste völlig kostenlos.

 

Angesichts der katastrophalen Zustände im Registrierlager von Moria auf Lesbos in Griechenland möchten Maintaler Geflüchtete im November gemeinsam mit dem Arbeitskreis Asyl einen Beitrag leisten, indem sie sich an der Aktion „Box of Love“ beteiligen, um die Menschen mit grundlegenden Hygieneartikeln zu versorgen. Besonders beeindruckt hat eine griechische Freiwilligenorganisation, die auf Lesbos ein großes Warenhaus betreibt, um die Geflüchteten mit dem Nötigsten auszustatten. Sie kommen oft völlig durchnässt mit wenigen persönlichen Dingen und brauchen jetzt warme, trockene Kleidung und Schuhe, um die kalten und regnerischen Wintertage auf den Inseln zu überstehen.

 

Elektromeister Marco Di Vincenzo und Team aus Wachenbuchen hängen mit einem gemieteten Hubwagen die Sterne und Schweife auf, die in der Hochstädter Altstadt ab sofort für ein ganz besonderes Flair sorgen. Er hat die Weihnachtsbeleuchtung über 20 Jahre lang im Dienst der Stadt Maintal angebracht und auch wieder abgehängt. Bereits seit einigen Jahren allerdings hat der Förderverein Hochstädter Weihnachtsmarkt mit Unterstützung privater Spender und Geschäftsinhaber diese Aufgabe in Hochstadt übernommen. Mit Spenden wurden vor zwei Jahren hochwertige LED-Leuchten für rund 1.800 Euro angeschafft. Einen ganzen Tag braucht das Elektriker-Team für die Aufhängung der Weihnachtsbeleuchtung, die bis 6. Januar die Hauptstraße in ein warmes Licht taucht. Vor allem natürlich am Weihnachtsmarkt, der am zweiten. Adventswochenende öffnet. Am Samstag, 7. Dezember, geht's um 15 Uhr los, Sonntag von 11 bis 21 Uhr (18. November).

 

Der „Inner Wheel Club Offenbach-Hanau-Maintal“, eine der an die Rotary Clubs angelehnten Serviceorganisationen von Frauen, veranstaltet am Samstag, 23. November, von 10 Uhr bis 15 Uhr im Goldschmiedehaus am Hanauer Altstädter Markt einen Adventsbasar. Zur Stärkung gibt es dort Glühwein und Suppe sowie Kaffee und Kuchen. Und natürlich auch wieder Adventskränze nebst anderen weihnachtlichen Geschenken zu kaufen, welche die Damen um ihre diesjährige Präsidentin Dr. Carola Kromer im Laufe der Woche selbst gebastelt haben.

Im Evangelischen Gemeindezentrum Dörnigheim fanden sie ihr Refugium, um in Ruhe und mit viel Spaß und Freude die schönen Dinge der Adventszeit zu modellieren.

In diesem Jahr findet der Hochstädter Weihnachtsmarkt zum 40. Mal statt. Was klein angefangen hat, ist groß geworden und vor allem bekannt. Seinerzeit begann man mit 20 Ständen, damals als Gewerbeverein Hochstadt unter der Federführung von Georg Kraft. In den folgenden Jahren entwickelte sich der Weihnachtsmarkt weiter und wurde immer beliebter“, blickt Hans-Jürgen Schmitt zurück. Schmitt ist Vorsitzender des Fördervereins Hochstädter Weihnachtsmarkt, der seit 2001 die Ausrichtung übernimmt. Zuvor, ab 1991, oblag diese Aufgabe der „Interessengemeinschaft Hochstädter Weihnachtsmarkt“.

Die Zahl der Standbetreiber stieg seit der Premiere stetig. Mittlerweile sind es über 70 Teilnehmer, die auch in diesem Jahr mit ihren weihnachtlich geschmückten Buden die historische Hauptstraße säumen werden. Die Eröffnung erfolgt am Samstag, 7. Dezember, um 15 Uhr durch Landrat Thorsten Stolz und Bürgermeisterin Monika Böttcher. Bis 22 Uhr haben die Stände dann geöffnet. Am Sonntag, 8. Dezember, ist ein Besuch des Weihnachtsmarkts von 11 bis 21 Uhr möglich.

Parallel zum Weihnachtsmarkt lädt auch wieder der Hobby- und Künstlermarkt zu einem Besuch ein. Seit zwei Jahren befinden sich die Stände der Teilnehmer im Bürgerhaus in der Ringstraße Süd 21. Dort werden rund 50 Aussteller wieder ihre selbst gefertigten Produkte anbieten.

Rund um den Weihnachtsmarkt findet außerdem ein reichhaltiges Rahmenprogramm statt:

Der Nikolaus hat sein Kommen für beide Tage angekündigt. Jeweils um 18 Uhr wird er auf der Bühne vor dem Gasthaus „Zur Goldenen Krone“ seinen großen Jutesack öffnen, um die kleinen Besucher zu beschenken, und freut sich darauf, das eine oder andere Lied oder Gedicht zu hören. Möglich macht die Bescherung eine Spende durch den Maintaler Globus.

Auf dem Hochstädter Weihnachtsmarkt darf selbstverständlich das Kinderkarussell nicht fehlen.

 

Im Jahre 1969 wurde der Rotary Club Hanau-Maintal im Staatspark Wilhelmsbad gegründet. Was lag da näher, als auch das Jubiläum im Dezember anlässlich des 50-jährigen Bestehens im Arkadensaal des historischen Kurparks zu feiern? Und das mit prominenten Gästen: Neben Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky und seiner Maintaler Amtskollegin Monika Böttcher hatten die Rotarier Dr. Beate Heraeus, die Vorsitzende der Heraeus Bildungsstiftung, als Festrednerin gewinnen können.

Medizinische Einrichtungen für Kamerun, Schulausstattungen für Togo, Erdbebenhilfe für Italien. Dies sind nur einige von einer Vielzahl von Projekten, die auch mit Hilfe des RC Hanau-Maintal unterstützt wurden. Im Laufe der 50-jährigen Geschichte hat der RC Hanau-Maintal knapp 30 junge Menschen aus aller Welt für ein Jahr in seinen Familien beherbergt und nahezu 25 Jugendliche aus der Region in die Welt entsandt. Seit 1978 fördert der Rotary Club Hanau Maintal auch einen Schüleraustausch zwischen der Otto-Hahn-Schule und einer Einrichtung in Langres, der Stadt des französischen Partnerclubs.

 

Das einmalige Ambiente der Frankfurter Straße zieht trotz des nasskalten Wetters wieder viele Besucher in Maintals größtem Stadtteil. Lautstark riefen die Kinder nach dem Nikolaus, aber der hatte wohl witterungsbedingte Probleme. Umso erstaunlicher war es, dass sich doch eine ordentliche Anzahl an Menschen in die Dörnigheimer Altstadt begeben haben, um dort gemeinsam das vorweihnachtliche Treiben zu genießen. Zahlreiche Buden lockten mit kulinarischen Genüssen, und bei dem nasskalten Wetter trug auch der Glühwein dazu bei, dass die Menschen nicht zu sehr froren.

 

 

 

 

 

Kultur (siehe auch Kulturvereine)

Maintal wird immer wieder einmal als Stadt bezeichnet, in der es keine oder wenig Kultur gibt. Doch wer so klagt, der sollte sich einmal fragen, ob er auch nur eine der folgenden Kulturveranstaltungen besucht hat.

 

Die Volksbühne feierte Anfang Januar eine überaus gelungene Premiere mit dem neuen Vorsitzenden-Ehepaar Katharina und Ulrich („Uli“) Lüer. Das Format war ein altes: Neujahrskonzert mit dem Johann-Strauß-Orchester Frankfurt. Im Dezember vorigen Jahres erst waren die beiden gewählt worden, nachdem es einige Zeit schlecht um die Zukunft des Kulturvereins bestellt schien, weil der bis dahin amtierende Vorsitzende Thomas Wanka (Ende 2014 gewählt) nicht mehr antreten wollte. Mitte Februar präsentierte das Ensemble des a.gon-Theaters München „Ein brillanter Mord“ des Schotten James Cawood.

 

Den Verantwortlichen des Förderkreises Hochstädter Kirchenkonzerte ist es auch für die jetzt 34. Spielzeit gelungen, ein abwechslungsreiches Programm mit insgesamt zehn Kammerkonzertabenden in der evangelischen Kirche des Stadtteils zusammenzustellen. Die Musikfreunde können sich bereits auf renommierte und auch junge aufstrebende Künstler freuen. Hinzu kommt am Sonntag 31. März, das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Bestehen der Blechbläserformation Bavarian Brass, das in Zusammenarbeit mit dem Blasorchester Wachenbuchen stattfinden wird. Im Rahmen der „Maintaler Musiktage“ findet am Donnerstag, 21. November, das gemeinsame Konzert des Rubin Quartetts mit dem Klarinettisten Andy Miles statt.

 

Zwei Werkgruppen wird die Maintaler Künstlerin Christine Herkommer bis Ende des Monats im 1. Obergeschoss präsentieren: Tafelbilder und Plastiken. Seit Anfang der neunziger Jahre modelliert und kreiert Christine Herkommer Wandbilder und Plastiken aus Flusen. Sie verwendet Flusen, wie sie sich alltäglich im Wäschetrockner sammeln. Sie arbeite sehr gerne mit dem, was abfällt, übrigbleibt und mit Fundstücken aller Art, die sie auf ihren Spaziergängen entdecke.

Den Hochstädtern ist Christine Herkommer vermutlich vor allem durch ihre jährliche Ausstellung im Kronenkeller ein Begriff. Viele erinnern sich vielleicht noch an die anmutigen „Elefantenhintern“, die an einem Duschvorhang im Keller hingen. In der aktuellen Ausstellung zeigt sie aus der Elefanten-Serie einen Stoßzahn aus Flusen. Ob nun Holzmalerei oder Flusentechnik, Christine Herkommer ist in vielen Techniken zu Hause. Im Jahre 2002 hat sich die Künstlerin mit der Technik der Ikonenmalerei, dem Arbeiten auf Holz, angeeignet. „Ich bin sozusagen im Ikonenmuseum in die Lehre gegangen, um die Technik zu lernen.“

Die zehn Tafeln zum Dekalog, die Dekan Martin Happel aus Gelnhausen zu einer Neuformulierung der Zehn Gebote angeregt haben, oder auch das Antependium für den Altar der Marienkirche Gelnhausen lassen spirituelle Deutungen ahnen, den Betrachter staunen. Eine Tafel aus dem Antependium ist auch im Historischen Rathaus zu sehen, ebenso wie die Sonnenscheibe oder die „Boote“. Je nach Hintergrund und Licht ändert sich die Abstrahlung, ein Effekt, der sich nicht fotografieren lässt, man muss ihn unmittelbar betrachten und bestaunen.

 

Anfang Februar bestätigten die Stadtverordneten das Kunstwerk „Touching Voltage“ (Berührungsspannung) der Künstlerin Anne Pfeifer als Sieger eines Bürgervotums. Gleichzeitig stimmten sie dem Erwerb für 21.000 Euro zu. Nur wann und wo das Kunstwerk aufgestellt wird, ist noch offen. Konzipiert wurde „Touching Voltage“, das aus zwei sich kreuzenden Lichterbögen besteht, für den neu zu gestaltenden Vorplatz des Bürgerhauses Bischofsheim. Es soll die Bedeutung des Bürgerhauses als Ort für Begegnungen unterstreichen. Sobald Betrachter einen Stromkreislauf bilden, indem sie sich und die Skulptur berühren, leuchtet diese. Um die Skulptur im leuchtenden Zustand zu erfahren, muss man also mit anderen in Kontakt treten, ihnen begegnen. Das Bürgerhaus Bischofsheim wird von der Stadtleitbildgruppe „Maintal kulturell“ favorisiert

 

Unbekannte haben sich in der Nacht von Freitag auf Samstag Anfang Februar an einer der Skulpturen, die auf Initiative der Gruppe vor gut einem halben Jahr am Dörnigheimer Mainufer aufgestellt worden sind, abgesägt. Es ist nicht der erste Fall von Vandalismus. Schon Ende Dezember war eines der Kunstwerke nachts demoliert worden. In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember haben Unbekannte eine Skulptur aus der Verankerung gerissen. Doch den Vandalen schien sie wohl zu schwer zu sein, denn sie ließen die Figur am Mainufer liegen.

Doch diesmal ist der Schaden ungleich höher: Mit einer Säge haben sich Unbekannte an einem der Kunstwerke zu schaffen gemacht und es anschließend in den Main geworfen, wird vermutet.

Die Künstlerin Bianca Thater hatte den Außerirdischen mit dem hellblauen Hemd vergangenen Sommer im Auftrag der Stadt und auf Initiative der Stadtleitbildgruppe Mainufer geschaffen. Im September wurde die sechsteilige Mainufergalerie schließlich eingeweiht. Der verschollene Außerirdische ist nun schon der zweite Schaden, den Unbekannte an dem Ensemble angerichtet haben

chon lange treiben Vandalen am Dörnigheimer Mainufer ihr Unwesen: Es wurden schon Papierkörbe geöffnet und der Müll auf der Wiese verteilt, und Bänke aus der Verankerung gerissen.  Außerdem haben Unbekannte einen Zaun am Parkplatz an der Uferstraße zerstört und eine frisch gestrichene Wand an der Mainstraße mit Graffiti besprüht.

Am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag war eine Delegation der Ortsgruppe Maintal der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft auf dem Main unterwegs, auf der Suche nach der verschollenen Skulptur. Denn wie berichtet, hatte eine Ruderin diese kurz nach dem Vorfall möglicherweise im Main treiben sehen. Die freiwilligen Helfer haben mit acht Personen jeweils in zwei Booten den Uferbereich des Flusses bis zur Offenbacher Schleuse abgesucht. Gefunden haben sie aber nichts, ebenso wie die Wasserschutzpolizei bei einer Suche Anfang der Woche.

Er ist wieder da. Der Außerirdische „K 718“, die Skulptur, die am zweiten Februarwochenende von Unbekannten abgesägt und verschleppt worden war, steht seit Anfang Juni wieder an ihrem alten Platz in der Galerie am Mainufer. Das könnte man zumindest meine, wenn man nicht direkt davorsteht oder nicht ganz so genau hinschaut. Denn die Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ rund um Hayriye Rupin, auf deren Initiative die sechs Holzskulpturen im September 2018 am Dörnigheimer Mainufer aufgestellt wurden, hat einen Nachbau des Außerirdischen anfertigen lassen.

Werbetechniker Jürgen Graschtat wurde im Februar mit der Nachbildung des Kunstwerks beauftragt – und hat keine Sekunde gezögert, den Auftrag anzunehmen.

Der originale „K 718“ war aus Massivholz, seinen Nachfolger hat Graschtat aus einem Aluverbundstoff hergestellt, auf das er ein vergrößertes Foto des ursprünglichen Kunstwerks auf Folie beklebt hat. Von 20 Fotografien sei nur eine halbwegs geeignet gewesen. „Dieses Foto habe ich dann auf die Originalgröße der Skulptur gebracht, dann eine Fräsdatei erstellt.“ Den Aluverbundstoff hat eine Leipziger Firma schließlich in die richtige Form gefräst, ehe Graschtat die matt laminierte Folie auftragen konnte.

Neben Werbetechniker Graschtat waren am Mittwoch auch die Garten- und Forstarbeiter Andreas Baumann und Joshua Jakob am Mainufer. Sie haben in die originalen Füße von „K 718“ – die Unbekannten haben den Außerirdischen an den Knöcheln abgesägt – Schlitze gesägt, in die nun die Rekonstruktion gesteckt wird. Damit dem neuen „K 718“ nicht das gleiche Schicksal wie seinem Vorgänger widerfährt, sollen Stahlseile für den nötigen Halt sorgen. Die Rekonstruktion von „K 718“ hat insgesamt rund 2000 Euro gekostet.

Erneut haben Unbekannte Anfang August am Dörnigheimer Mainufer eine der dort aufgestellten Skulpturen beschädigt und einen materiellen Schaden von rund 400 Euro angerichtet. Zuletzt war im Februar sogar eine ganze Skulptur verschwunden. Nach derzeitigen Informationen der Polizei wurde die Figur in der Nacht von Freitag auf Samstag und ein weiteres Mal von Montag auf Dienstag angegangen. Der oder die Unbekannten hatten es im aktuellen Fall auf die Figur abgesehen, die anstelle des zu Jahresbeginn zerstörten Kunstwerkes aufgestellt wurde. Die „Ersatzfigur“ wurde von den Unbekannten verbogen und zudem mehrere Halteseile durchtrennt. Mittlerweile ist sie schon wieder repariert.

„Es braucht schon viel Gewalt, um die Skulptur zu verbiegen“, sagt Hayriye Rupin von der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“. Deshalb vermutet sie, dass hier gezielt Täter am Werk waren, die darauf aus sind, die Stadtleitbildgruppe zu treffen. „Das ist ein Kräftemessen“, ist die Dörnigheimerin überzeugt. „Irgendjemand hat uns auf dem Kieker.“

Doch einschüchtern lässt sich die ehrenamtlich tätige Gruppe nicht. „So viele Menschen haben Freude an den Skulpturen. Wir bekommen immer wieder positive Rückmeldungen. Wir werden jetzt nicht vor einer kleinen Minderheit in die Knie gehen“, stellt Rupin klar. Sie und ihre Mitstreiter in der Stadtleitbildgruppe „Mainufer“ wollen sich jedenfalls weiterhin dafür einsetzen, die Aufenthaltsqualität am Mainufer zu steigern. Etwa durch das Rosengärtchen, das derzeit zwischen Karl-Leis-Straße und Ufergasse angelegt wird.

 

Auch 2019 wird es eine Mainkultur geben. Eine Fortsetzung galt lange Zeit alles andere als sicher. Denn in ihren bisherigen drei Sommersaisons endete die Mainkultur jeweils mit einem finanziellen Defizit. In dieser Woche hätten sein Team und er die Entscheidung getroffen, auch in diesem Jahr an den Start zu gehen, sagte der Maintaler Unternehmer Ahmet Cetiner. In den vergangenen Monaten hatte Cetiner zumindest öffentlich mit dem Gedanken gespielt, die Mainkultur einzustellen.

Zwar hatte das Stadtparlament daraufhin im vergangenen Dezember 100.000 Euro in Aussicht gestellt, die in die Erweiterung des städtischen kulturellen Angebots investiert werden sollen. Zunächst soll jedoch bis Juli dieses Jahres ein Konzept entwickelt werden, das heißt, alle geplanten Erweiterungen kämen erst 2020 zum Tragen.

Die Saison 2019 ist quasi nur ein Überbrückungsjahr. Dementsprechend sei geplant, nur wenig Geld in die Hand zu nehmen und ein komprimiertes Angebot zu schaffen. So werde beispielsweise das Personal die Liegestühle nicht mehr aufstellen beziehungsweise wieder einsammeln. Stattdessen sollen die Gäste in diesem Jahr die Liegestühle selbst aufstellen und auch wieder zurückbringen. Über Sponsoren versuche das Team, das Erscheinungsbild der Mainkultur zu vereinheitlichen, ansonsten verwende man für den Aufbau das Mobiliar, das man habe.

Gespart wird auch an den Öffnungszeiten: „Die Mainkultur wird montags und dienstags geschlossen bleiben“, kündigt ihr Initiator an. An den anderen Tagen wird der Stand erst um 17 Uhr aufgemacht statt wie bisher um 15 Uhr, sonntags ist von 11 bis 19 Uhr Betrieb. An allen Öffnungstagen soll es ein Essensangebot geben, das in den Container mit der Bar integriert ist und eine kleine Speisenauswahl bereithält.

Mit der Mainkultur möchte Cetiner einen Ort schaffen, an dem sich Menschen jeden Alters und jeder Couleur begegnen, einen Ort, mit dem sie positive Erlebnisse und schöne Erinnerungen verknüpfen. Daher möchte der Pächter, dessen Vertrag bis 2021 läuft, in der neuen Saison das Angebot erweitern.

Erstmals soll es ergänzend zu Getränken und Cocktails ein echtes kulinarisches Angebot geben, etwa Flammkuchen und Pizzaecken. Außerdem kooperiert er mit dem Little Beach, das Gerichte vorbereiten wird, die er dann weiterverkauft. Gedacht ist hier an Vesperkörbchen, Wraps und andere Specials. Außerdem soll es Rolled Ice, gerolltes Eis, geben, derzeit ein echter Trend. Es wird an jedem geöffneten Tag auch ein Speisenangebot geben.

Fortgesetzt wird das flankierende Programm mit Sport- und Kulturangeboten. Die Yoga-Kurse wurden im vergangenen Jahr wahnsinnig gut angenommen. Daher wollen auch in der neuen Saison zwei Yoga-Coaches regelmäßig Kurse anbieten. Ebenfalls ans Mainufer kommen wollen Maintaler Vereine mit Zumba-Angeboten. Und auch kleine Konzerte wird es wieder geben.

Ende März laufen die Vorbereitungen für den bevorstehenden Start in die neue Saison, die von Anfang April bis September dauern wird. Ende der Woche treffen die Container ein. Dann bleibt wenige Tage Zeit, um das nötige Equipment zu installieren und die Container auszustatten. Denn die Eröffnung der Mainkultur erfolgt am Freitag, 5. April, ab 18 Uhr. Geöffnet sein wird mittwochs bis samstags von 17 bis 22 Uhr sowie sonntags von 12 bis 19 Uhr. Allerdings behält sich Cetiner s eine gewisse wetterabhängige Flexibilität vor, je nach Wetterlage die Öffnungszeiten anzupassen.

 

In diesem Jahr beteiligt sich die Stadt zum zweiten Mal am internationalen Theaterfestival „Starke Stücke“ für junges Publikum, das vom 19. März bis 1. April in der Rhein-Main-Region stattfindet. Das Theaterstück „Der Bär, der nicht da war“ richtet sich an Kinder ab vier Jahren und ist zu sehen am Donnerstag, 28. März, (Beginn 16.30 Uhr, Dauer zirka 40 Minuten) im Bürgerhaus Bischofsheim. Zum 25. Jubiläum zeigt das Festival insgesamt 21 Inszenierungen, die mit Tanz und Musik, mit skurrilen Objekten und Figuren in teils ungewöhnliche Kulissen und Spielorte einladen: auf dem Programm stehen Akrobatik in einem umgebauten Lastkraftwagen, Schauspiel mit Pop-up Büchern inmitten einer Bücherei oder Theater ganz ohne Menschen mit Robotik und 3-D-Technologie. Vom 19. März bis zum 1. April sind zwei Wochen lang rund 100 Vorstellungen an über 30 Spielorten der Region zu sehen

 

Anfang März fand eine Vernissage von Ingrid Butz-Borgwardt im Historischen Rathaus statt

mit rund 30 ihrer Gemälde. Die malende Pädagogin, Soziologin und Germanistin hat am Anfang ziemlich gegenständlich gemalt. Dann brauchte sie eine lange Phase, bevor sie sich vom Gegenständlichen lösen konnte, um dann auch aus dem Bauch heraus zu malen.“ Den Anfang bildeten erste Studien der gebürtigen Schlesierin, die nach dem Krieg im Bergischen Land und in Düsseldorf aufwuchs und 1967 nach Bischofsheim zog, wo auch ihr Sohn Torsten geboren wurde. An jenem künstlerischen Beginn ist ein anderer Maler nicht ganz unschuldig: Karl-Heinz Steib, Meisterschüler von Karl Schmidt-Rottluff.

Um 1976 startete sie mit diesen Studien, die noch in gegenständlichen, fast fotorealistischen Arbeiten bestanden wie beispielsweise einem filigranen, blauen Treppengeländer vor den mächtigen Stahlpfeilern des Frankfurter Hauptbahnhofs. Dann begann das eigentliche Studium der Germanistik, Soziologie und Kunst an der Frankfurter Goethe-Universität. Mit Dr. Hans See, den man auch vom Verein für Jugend- und Familienhilfe „Welle“ in Maintal kennt, und zu seiner Frau verbindet B.-Borgwardt bis heute eine herzliche Freundschaft.

Von 1989 bis 1997 war sie Lehrerin an der Werner-von-Siemens-Schule in Dörnigheim. Bei einem Malwettbewerb im Jahr 1993 belegten die Schüler B.-Borg­wardts aus der Siemensschule den zweiten Platz unter 20.000 aus rund 500 hessischen Schulen. „Freie Malerin“ mit Ausstellungen im In- und Ausland seit 1998: das will etwas heißen. Und auch eine sichere Existenz im Schuldienst aufgeben für die Malerei.

 

Im letzten Herbst hat Joshua Olbrich aus Dörnigheim an der Castingshow „The Voice Kids“ teilgenommen – und ist zumindest unter die besten 60 gekommen. Mit Udo Lindenbergs „Wozu sind Kriege da“ konnte der zwölfjährige Dörnigheimer die Jury begeistern, gleich drei Teams wollten ihn für sich gewinnen: Lena Meyer-Landrut, Silbermond-Frontfrau Stefanie Kloß und das Country-Duo Bosshoss. Am Ende hörte Joshua auf sein Bauchgefühl und entschied sich für Bosshoss.

Schon immer singt Joshua, hat das musikalische Talent quasi in die Wiege gelegt bekommen. Der Vater ist Berufsmusiker, also ist er mit Musik aufgewachsen. Seit einigen Jahren wollte er an dem Castingformat teilnehmen. Doch seine Mutter Kerstin Olbrich hatte zunächst Bedenken. „Ich dachte, er würde auf der Bühne gar nicht den Mund aufbekommen“, sagt sie und lacht. „Denn sonst ist Joshua immer so schüchtern. Wenn auf einer Feier bei uns gesungen wird, geht er lieber weg.“

Im Fernsehen sieht man gar nicht, dass es vor den „Blind Audition“' auch schon Castings gibt Olbrich. Zweimal musste Joshua sein Können erst in Frankfurt unter Beweis stellen, ehe klar war, dass er in der Hauptstadt vor die Jury treten darf. Insgesamt haben sich 60.000 Kinder und Jugendliche im Alter von acht bis 15 Jahren beworben. Nach den „Blind Auditions“ ging es dann so richtig los: Es folgten zwei Wochen intensives Gesangstraining, in denen er mit den anderen Nachwuchstalenten in einem Hotel übernachtete.

Joshua selbst und seine Familie haben die Ausstrahlung Ende März in größerer Runde geschaut. Am kommenden Sonntag ist er wieder zu sehen ab 20.15 Uhr auf Sat1. Dann tritt er bei den „Battles“ gegen zwei andere Teilnehmer an. Wie weit er in dem Castingformat gekommen ist, darf er noch nicht sagen

Seine Mitstreiter waren Ruza und Philipp. Auch die Mentoren, das Country-Duo Bosshoss, waren begeistert, und die Entscheidung fiel ihnen sichtlich nicht leicht. Schließlich setzte sich Ruza gegen die anderen beiden Nachwuchstalente durch. Der Zwölfjährige hat einen großen Traum, einmal mit Udo Lindenberg auf der Bühne zu stehen. Diesem istt er zumindest ein Stück nähergekommen: Das Lindenberg-Double Udomat hat seinen Auftritt bei Instagram gesehen und ihn angeschrieben. Zusammen mit Pia Golüke, die vor zwei Jahren im Finale von „The Voice Kids“ stand, bildet der Dörnigheimer das Frontduo eines Kinderchores, der gemeinsam mit „Udomat und den Panikgenossen“ (so heißt die Band des Lindenberg-Doubles) auf der Bühne stehen wird. Den ersten Auftritt hat Joshua dann am 23. Juli beim Altstadtfest in Kassel.

Seine Mitstreiter von „The Voice Kids“ hat der Zwölfjährige am vergangenen Wochenende wiedergesehen. Gemeinsam wurden sie von der Produktionsfirma ins Disneyland nach Paris eingeladen. „Das war eine Überraschung für uns. Es war echt schön, alle wiederzusehen und vor allem auch den Park zu besuchen“, sagt Joshua.

Von Freitag bis Sonntag konnten er und die anderen Teilnehmer der Castingshow die diversen Fahrgeschäfte und Attraktionen des Freizeitparks probieren – und abends wurde dann gemeinsam gesungen. Der Dörnigheimer faßt zusammen: „Natürlich bin ich total stolz, dass ich überhaupt die 'Battles' erreicht habe. Ich würde es auf jeden Fall immer wieder machen.“

 

Der Kinderchor Dörnigheim präsentiere im Juli interkulturelles Musiktheater, in dem der Winter dargestellt wurde. Musikalisch begleitet wurde der Kinderchor der Gemeinde im Evangelischen Gemeindezentrum Berliner Straße vom syrisch/kroatischen Ensemble Hanien aus Mannheim. Dargestellt von Kindern im Alter von vier bis elf Jahren, die konzentriert bei der Sache waren, spielten und sangen. Lija Gabriel stellte den Lundi fast ausschließlich pantomimisch dar. Die junge Hauptdarstellerin meisterte dies gekonnt, während sie alle Lieder des Chores mitsang.

 

Das Gebäude des ehemaligen Dörnigheimer Bahnhofs ist mit Graffiti verziert, die unterschiedliche Motive der Stadt zeigen. Da sind das historische Schützenhäuschen in Hochstadt oder die Dörnigheimer Kirche nur einige Beispiele. Sie sind von Florian Lübke, Grafikdesigner und Graffiti-Künstler. Seinen ersten richtigen Auftrag bekam Lübke übrigens auch über seinen Vater, Kameramann beim Hessischen Rundfunk Bei Polizeiruf 110 sollte eine Fläche im Graffitistyle gestaltet werden.

Jedoch ist Lübke auch für Privatleute verfügbar. „Ich arbeite für jeden, der eine Fläche gestaltet haben möchte“, fasst er sein Prinzip zusammen. Hierbei sei er auch bei dem Budget flexibel. „Je weniger Budget verfügbar ist, desto mehr kreative Freiheit möchte ich gewährt kriegen“, erklärt Lübke. Damit erhoffe er sich eine Art Win-Win-Situation. „Der Kunde kriegt eine schöne Arbeit, und ich bekomme was für mein Portfolio.“

Die unterschiedlichen Aufsätze ermöglichen es Lübke, unterschiedlich fein zu arbeiten. An seinem Kunstwerk am Bahnhof zeigt er, wie detailreich er wegen der feinen Aufsätze teilweise arbeiten kann. „Ich kann dann beispielsweise Blumentöpfe oder Gardinen an den Fenstern platzieren“, erklärt er und deutet auf eines der Details.

Auch verweist Lübke auf die Gesundheitsrisiken bei der Arbeit. „Die Pigmente sind da nicht das Problem“, stellt er klar. „Gefährlicher sind da die ganzen Lösungsmittel. Daher ist es sehr wichtig, auf die Gesundheit zu achten.“ Noch schlimmer seien fast die auf Wasser basierenden Dosen. „Durch das Wasser können die in der Lunge noch stärker aufgenommen werden.“

Wegen dieser gesundheitlichen Aspekte sei auch die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen nicht unproblematisch. Er biete zwar solche Kurse an, stelle jedoch klar, dass man nicht einfach „ein bisschen sprühen könne“, wie sich das manche Lehrer oder Betreuer vorstellen. „Es kann schon einmal passieren, dass die sich versehentlich ansprühen, weil sie den Kopf falsch herum haben. Da muss man auf die Gesundheit achte

 

Als Regisseur und Mitglied der Spielgemeinschaft HdB hat sich Dieter Hombach im Juli nach 22 Jahren zurückgezogen. Zufällige Begegnungen mit dem damaligen Regisseur Bodo Flachmeyer führten schließlich zu einer Unterhaltung. Die Liebe zum Theater war eher eine Liebe auf den zweiten Blick, dafür aber tiefgründig und intensiv. Mehr als zwei Jahrzehnte stand Hombach zweimal im Jahr auf der Bühne im HdB, meist in einer tragenden Rolle. In den vergangenen fünf Jahren führte er Regie. Auf seine eigene Art.

Hombach hatte einen hohen Anspruch an das Ensemble und die Inszenierung, die in erfolgreichen, gefeierten Aufführungen gipfelte. Aber vielleicht auch zu einem gewissen Unmut bei manchen Akteuren führte, die sich nur bedingt mit eigenen Ideen einbringen konnten. Es knirschte, vielleicht, weil er zu fordernd war. Weil ihm die Unruhe in der Gruppe nicht entging, traf er die Entscheidung, sich zurückzuziehen. Treu bleibt er dem Theater auf alle Fälle: Als Zuschauer der Frankfurter Spielstätten, als Statist bei den Bad Vilbeler Burgfestspielen und vielleicht irgendwann wieder selbst aktiv bei einem anderen Ensemble.

 

Die neunte Hochstädter Lyriknacht Mitte August in der evangelischen Kirche des Stadtteils bot nicht nur Lyrik, Poesie und manchmal auch einigen Sarkasmus, sondern wie üblich war sie ein Kulturereignis mit viel Musik. Die Veranstaltungsreihe im Gedenken an den 2008 verstorbenen Frankfurter Dichter, Grafiker und Schriftsteller Horst Bingel, dessen Witwe Barbara Bingel die Lyriknacht eröffnete, ist eine Hommage an das Wort, ob es nun sprachlich oder musikalisch zum Ausdruck kommt. Fünf gestandene Autoren und zwei Debütanten in der Kunst der lyrischen Prosa und Poesie wechselten sich mit kurzen teils mit sphärischen, teils mit Boogie-Woogie-Elementen versehenen Jazznummern von Bernhardt Brand-Hofmeister an Orgel und Piano sowie Stephan Völker am Saxofon ab. Alle sieben Autoren, ausführlich und humorvoll vorgestellt von Moderator Harry Oberländer, erhielten viel Beifall für ihre Interpretationen; ebenso die Instrumentalisten.

Besonders beeindruckte allerdings auch die Ausdrucksstärke einiger Vorleser aus ihren eigenen Werken. So imponierte der Dresdener Thomas Rosenlöcher, in den Jahren 2010/2011 Stadtschreiber von Bergen, mit seiner markanten Stimme und seinem facettenreichen Duktus. Die Zuhörer hingen ihm bei seinem Zehn-Minuten-Gedicht „Mäandertal“ förmlich an den Lippen.

 

Anfang September ist die zweite Leseprobe der Spielgemeinschaft für das Weihnachtsmärchen „Frau Holle“. Es werden 19 weitere Proben sowie die Haupt- und Generalprobe noch folgen. Es sind 15 Darsteller, die im Haus der Begegnung (HdB) in der Rhönstraße 13 in Bischofsheim in kleinen Gruppen abwechselnd auf die Bühne treten. Pro Jahr führt die Spielgemeinschaft HdB zwei Stücke auf. Im Sommer eine Komödie, im Winter ein Märchen.

Andrea Schultheis und ihre Tochter haben die Regie übernommen. Sie ist ein „alter Theater-Hase“, fing schon mit 15 Jahren Schauspielern an; davor engagierte sie sich in der Spielgemeinschaft HdB beim Kulissenbau. Sie ist Lehrerin, absolvierte sie eine Fortbildung zum Thema „Darstellendes Spiel“.

Was die Kostüme betrifft, hatte die Spielgemeinschaft in diesem Jahr großes Glück: „Bei den Hanauer Märchen-Festspielen wurde ‚Frau Holle‘ aufgeführt. Daher konnten wir von dort einige Originalkostüme erwerben“, sagt Schultheis, „und was uns sonst noch fehlt, stellen wir selber her. Denn zu unserem Team gehören ja auch einige handwerklich geschickte Personen“, freut sich die frischgebackene Regisseurin.

 

Die Hochstädter Literatur- und Musikgruppe „Ratatouille“ feierte am Anfang September ihr 30-jähriges Bestehen in der evangelischen Kirche mit einer Art „Best of Poetry“. Den erklärten Lieblingsstücken aus Prosa, Reim und Musik der rund 20 Mitglieder des Zirkels aus Vorlesern, Rezitatoren, Instrumentalisten der Stimme und des guten Tons. Es trugen 14 von ihnen im Laufe des gut zweieinhalbstündigen Jubiläumsabends einzeln oder in wechselnden Besetzungen die Kleinode aus Dichtkunst und Chanson vor. Der Erlös des Abends, auch aus dem Verkauf von Brezeln, Bier und Wein (und natürlich aus nicht-alkoholischer Kost), kam voll dem Arbeitskreis Asyl Maintal zugute.

Dass Ratatouille dieses freundliche Wort nicht fremd ist, im Gegenteil, belegt hervorragend Heinz Richter, der als einziger aus der Gruppe hier explizit genannt werden soll. Nicht, weil er besonders hervorstach, sondern weil er eigentlich für den Charakter der Literatur- und Musikgruppe steht wie kaum ein anderer, und auch von Anfang an dabei ist. Richter zählt sage und schreibe 92 Lenze. Der Steinheimer trug unter anderem den „Wahl-Esel“ von Heinrich Heine vor: und zwar auswendig (!). Sang den „Mackie Messer“ aus Bertolt Brechts und Kurt Weils „Dreigroschenoper“, und betonte verschmitzt das Heine-Gedicht um die Eseleien von Nationalisten dermaßen pointiert und treffsicher, dass das Publikum zu stehenden Ovationen kam.

 

Die 1998 gegründete Bürgerstiftung Maintal hat seit ihrem Bestehen bereits viele Institutionen und Initiativen finanziell unterstützt und eine ganze Reihe eigener Projekte und Projektanstöße entwickelt.  Der Maintal-Kalender geht auf neuen Wegen: Künstlerinnen und Künstler aus Maintal und den fünf Verschwisterungsgemeinden in Frankreich, Griechenland, Österreich und Ungarn sind dieses Mal am Kulturprojekt der Bürgerstiftung Maintal beteiligt. Damit die großformatigen Farbkalender rechtzeitig zur Vorstellung der Original-Kunstwerke anlässlich der Vernissage im Oktober bereitliegen, wurde der Druckbeginn von Anfang an auf Mitte September festgelegt. Alle Original-Kunstwerke, beteiligte Künstlerinnen und Künstler und die neuen Maintal-Kalender 2020 werden auf einer speziellen Vernissage mit musikalischem Rahmenprogramm am 23. Oktober in der Frankfurter Volksbank in Maintal-Dörnigheim ab 18 Uhr vorgestellt.

Ende Oktober präsentierten Kuratoriumsvorstand Jürgen Dillenseger und die Vorstandsvorsitzende Maxi Behrendt das Werk und die beteiligten Künstler im Foyer der Frankfurter Volksbank im Stadtteil Dörnigheim den neuen Maintal-Kalender. Das Deckblatt des Kalenders unter dem Jubiläumsmotto „Maintal verbindet“ ziert die Pfarrkirche Moosburg, ein Aquarell des Kärntner Malers Heinz Schweizer. Im eigentlichen Kalenderteil haben zwölf Künstler aus den fünf Städten und fünf Ländern Europas ihre Motive gestaltet, die sie mit dem Motto verbinden. Ein Maintaler schießt dabei gewissermaßen den Vogel ab. Mit viel Sinn für Ironie lässt Joachim Bachmann die Mühlheim-Dörnigheimer Fähre durch stürmische See pflügen, mit mächtiger Bugwelle unter dunklen Wolkentürmen.

 

Die Volksbühne Maintal hatte Ende September das mit Bühnen- und TV-Größen besetzte Ensemble der Theatergastspiele Fürth zu Gast im Bischofsheimer Bürgerhauses. Aufgeführt wurde Christies „Der Fremde im Haus. Ende Oktober brachte die Volksbühne die Komödie „Funny Money“ im Bürgerhaus Bischofsheim zur Aufführung.

 

Der Marktplatz in Bischofsheim gilt als Mittelpunkt des zweitgrößten Stadtteils und wurde bereits aufwändig in Stand gesetzt. Nun soll der Platz um ein Kunstwerk erweitert und somit erneut aufgewertet werden, und zwar durch das Kunstwerk „Touching Voltage“ von Anne Pfeifer. Ursprünglich sollte das Kunstwerk vor dem Bischofsheimer Bürgerhaus aufgestellt werden, was jedoch aufgrund der anstehenden Bauarbeiten nicht mehr möglich war. Daher wurde ein Interimsstandort für das Kunstwerk gesucht. Die Stadtleitbildgruppe entschied sich für den Platz vor der evangelischen Kirche im Bischofsheim und fragte bei der Kirchen­gemeinde an. Diese nahm das Angebot sehr gerne an, wie Pfarrer Jens Heller erklärt: „Begegnung ist ein tolles Thema, das sowohl zur Ortsmitte als auch zur Kirche gehört.“

Um das Kunstwerk aufzustellen, sind einige Arbeiten an dem Platz vor der Kirche notwendig. So soll die Fläche vor dem Kunstwerk gepflastert und ein Zaun zwischen der Grünfläche und der Straße vor der Kirche errichtet werden. Die Kosten dafür und für die Stromversorgung des Kunstwerks werden von der Stadt Maintal übernommen. Da die Menschen in diesem Fall als Stromleiter fungieren, wird die Stadt Maintal auch ein Warnschild aufstellen. Denn: Auch wenn nur geringe, nicht gesundheitsschädliche Mengen Strom fließen, sollen Menschen mit Herzschrittmachern, Herzerkrankungen oder Ähnliches das Kunstwerk nicht aktivieren.

 

Die 13. Auflage der Maintaler Musiktage steht unter dem Motto „Musikalische Wanderungen“. In der Zeit vom 2. bis 30. November finden wieder abwechslungsreiche Konzerte und Veranstaltungen rund um Musik in den Maintaler Stadtteilen statt. Eine gute Nachricht im Vorfeld der beliebten Musikreihe gibt es derweil aus den Reihen des Veranstalters Kultur- und Musikverein Dörnigheim zu vermelden. Lange war der seit 1996 bestehende Verein, der sich speziell die Förderung junger Musiker auf die Fahnen geschrieben hat, ohne kompletten Vorstand. Seit der Jahreshauptversammlung im Sommer ist dies anders, sagt Gudrun Randt, die für den Verein federführend die 13. Version des Musikfestivals koordiniert: „Wir freuen uns, dass Susanne Hachenberg das Amt der stellvertretenden Vorsitzenden und des Finanzvorstands übernommen hat.“

Die Musiktage beginnen in diesem Jahr am Samstag, 2. November, um 19 Uhr mit einem Kabarett mit Musik in der evangelischen Kirche in Bischofsheim. Dort findet die „Wort-zum-Sonntag-Show“ statt. Ein Wochenende später, am 9. und 10. November, ist die Jugend- Musik- und Kunstschule Maintal aktiv. Am Samstag tritt die Schülerband um 19 Uhr in Bischofsheim im Kinder- und Jugendhaus auf, und am Sonntag können sich potenzielle Musikschüler bei einem Tag der offenen Tür in Dörnigheim in der Maintalhalle von 14 bis 16 Uhr informieren. Das traditionelle Herbstkonzert des Musik-Corps Bischofsheim 1951 widmet sich am Samstag, 16. November, um 20 Uhr im Bürgerhaus Bischofsheim der Filmmusik.

Bei den Hochstädter Kirchenkonzerten ist am Donnerstag, 21. November, um 19.30 Uhr das Rubin-Streich-Quartett gemeinsam mit dem Klarinettisten Andy Miles zu Gast. Das Programm verspricht passend zum Motto der Musiktage eine „Wanderung zwischen den Welten“. Geplant ist eine musikalische Reise von Mozart über lateinamerikanische Klänge bis hin zu Klezmer und Jazz.

Mit Swing und Jazz in Reinkultur geht es dann am Samstag, 23. November, um 20 Uhr in Dörnigheim im Evangelischen Gemeindezentrum weiter. Die Bischofsheimer Sängerin Annika Klar gesellt sich erneut zur IKS Big Band. Ein Liederabend in der Alten Kirche am Main in Dörnigheim wird die Veranstaltungsreihe am Samstag, 30. November, um 19 Uhr beschließen. Die am Theater Freiburg engagierte Sopranistin Samantha Gaul, die bereits in der Alten Kirche konzertiert hat, wird gemeinsam mit einer Mezzosopranistin unter dem Titel „Dardi d'Amore“ Lieder und Duette aus der Barockzeit interpretieren.

 

Die Bischofsheimerin Edelgard Hildebrand aus der Stoltzestraße hat im Oktober ihren ersten Bildband herausgebracht. Zu sehen sind 160 Abbildungen ihrer Bilder, von Aquarell bis Acryl, von Landschaftsmotiven bis hin zu Porträts. Seit rund 30 Jahren malt Hildebrand immer schon nebenbei. Die Ideen für Motive kommen ihr meistens spontan. Die Momente hält sie dann fotografisch fest. Dadurch, dass man heutzutage ja immer das Handy griffbereit hat, ist das viel einfacher geworden. Wie viele Bilder ihr Werk insgesamt zählt, kann sie nur schätzen, insgesamt etwa 250 Bilder.

 

In der Aula der Büchertalschule las Ingo Siegner Ende Oktober aus seinem Werk Vater des Drachen Kokosnuss“. Die Autorenlesung ist Teil des Schulprogramms wie auch der Vorlesewettbewerb oder der Lesetag, um die Lesekompetenz zu stärken.“ Alle vier Jahrgänge der Grundschule kommen in den Genuss, den Schriftsteller live zu erleben.

Siegner nimmt seine Fans und kritischen Leser ernst. In einfachen Sätzen und sehr offen beantwortet er die Fragen der Kinder; er spricht ihre Sprache, ohne sich anzubiedern, ist humorvoll, fröhlich und witzig und seinem Publikum sehr zugewandt. Fast zwei Stunden lang erzählt der freie Autor und Illustrator davon, wie er in Hannover lebt und arbeitet.

Lange habe er nicht so recht gewusst, was er eigentlich werden wollte, erzählt der Autor, aber er habe schon immer gerne für Kinder Geschichten erfunden. Irgendwann habe er für einen Jungen zum Geburtstag eine Karte gezeichnet, mit Drachen und anderen Figuren. Die habe zufällig ein Verleger gesehen und gefragt, ob man daraus nicht eine Geschichte machen könne. So sei „Kokosnuss“ entstanden. Am Anfang hätte er noch nicht von seinen Büchern leben können, mittlerweile aber verdiene er so viel, dass er und seine Frau gut davon leben könnten. Seine Geschichten sind weltweit in viele Sprachen übersetzt worden, die Figuren und ihre Fähigkeiten, ihr Witz, faszinieren Kindergenerationen seit fast zwei Jahrzehnten.

 

Einen feinsinnigen musikalischen Abend auf hohem künstlerischem Niveau erlebten die Besucher der Hochstädter Kirchenkonzertreihe Ende Oktober in der evangelischen Kirche. Die Flötistin Heike Nicodemus und der Gitarrist Maximilian Mangold hatten ein Programm mit romantischen Serenaden dabei. Die Künstler greifen auf Nachbauten historischer Instrumente zurück. So stellte sich Heike Nicodemus mit einer Traversflöte vor, die nach einem Vorbild aus dem Jahr 1789 gebaut wurde. Im Gegensatz zur heute üblichen Querflöte sorgt die Traversflöte für einen deutlich wärmeren Klang, was bei der Wiedergabe der romantischen Kompositionen sehr zupass kam. Dass die Traversflöte ideal mit dem ebenfalls zu filigraneren Tönen neigenden Nachbau einer Biedermeiergitarre aus dem frühen 19. Jahrhundert harmoniert, wurde bereits zu Beginn des Abends beim Nocturne des Italieners Francesco Molino deutlich.

Maximilian Mangold seinerseits nahm durch sein pointiertes, bisweilen auch sublimes Gitarrenspiel für sich ein.

 

Das Weltbühnchen Wachenbuchen eröffnet Ende Oktober die Herbstsaison mit der Komödie „37 Ansichtskarten“. Diese werden im Stück nur kurz erwähnt, auch auf der metaphorischen Ebene bleiben sie offen. Dennoch hat die Komödie die Zuschauer nicht nur zum Lachen, sondern auch ein wenig in Grübeln gebracht – über schrullige Personen und merkwürdiges Verhalten. Ist nicht jeder Mensch irgendwie komisch?

 

Die Maintaler Kabarettgruppe „Mikrokosmos“ bot Ende Oktober wieder im evangelischen Gemeindehaus Hochstadt ihr Spitzenprogramm. Die über 100 Gäste haben sich schlapp gelacht und applaudierten frenetisch. Derzeit gehören über 20Kabarettisten des Hochstädter Humor- und Musikvereins „Edelweiß“ (HMV) unter der Leitung von Frank Walzer dazu, 14 stehen auf der Bühne. Die Nummern aber denken sich alle aus. Und entwickeln sie auch auf die Spitze, spielen sie mal solo, mal im Duett, mal mit mehreren. Ihre Sketche haben enormen Biss, sie gehen thematisch teilweise weit über den Rahmen der Stadtpolitik hinaus, nehmen den allgemeinmenschlichen und zeitgenössischen Alltag aufs Korn. Die Mehrzahl der Nummern hat einen gewissen politischen Bezug:

Im vorigen Jahr bildete die Datenschutzgrundverordnung das Rahmenprogramm im Programm, heute die Suppentöpfe des guten – oder weniger guten – Geschmacks. Und im „eigentlichen“ Programm nimmt natürlich der lokale, regionale Bezug den höchsten Stellenwert ein. Die „Antragsprüfung“ nimmt die Vereinsmeierei oder das „Wir sind Entscheider, Ihr seid Bürger“ aufs Korn, wo Anträge „einfacher Bürger“ schlicht in der Abteilung „Abschmettern“ bearbeitet werden, jene „honoriger“ Zeitgenossen in der Sektion „Begünstigung“.

 

Seit Anfang des Jahres ist Jasmin Möller mit ihrer Band „Jasmin M. und Band“ in neuer Formation wieder auf den Bühnen der Region unterwegs. Im November stehen sie sogar im Finale des 37. Deutschen Rock und Pop-Preises, der seit 1983 jährlich vom Deutschen Rock und Pop-Musikverband an Musiker und Bands vergeben wird. „Wir sind in der Kategorie 'Bester Rocksong' nominiert“, erzählt Jasmin Möller. Mit ihrem Song „Du bist der“ hat sich die fünfköpfige Band rund um die Sängerin um den Musikpreis beworben. Diesen werden sie am Samstag, 14. Dezember, live auf der Bühne in der Siegerlandhalle performen – vor der Jury, die aus Fachleuten der Musikbranche und aus Vertretern der Stifter des Kulturpreises, unter anderem dem Deutschen Musikrat und dem Bundesinnenministerium, besteht.

Schon immer hat Jasmin Möller in verschiedenen Bands gesungen. Die Idee, auch selbst Songs zu schreiben, kam ihr spontan. „Ich habe mir vor vier Jahren eine Gitarre gekauft und es einfach ausprobiert“, sagt sie. Rund 25 Lieder sind in dieser Zeit entstanden. „Das geht praktisch wie von alleine“, sagt Möller. „Erst spiele ich auf der Gitarre ein paar Akkorde, dann kommt die Melodie hinzu und zuletzt der Gesang.“ So sind also alle Lieder von Jasmin M. und Band echte Eigenkompositionen. Auf der Online-Musikplattform „Soundcloud“ haben Nutzer weltweit ihre Songs schon mehr als 1,5 Millionen Mal gehört. Die anderen Bandmitglieder, Nikolai Schlott (Schlagzeug), Erik Neie (Bass) und die beiden Gitarristen Andy Stracka und Miguel Navarro hat Möller über Anzeigen im Internet gefunden. Immer mit dem Ziel, sich selbst irgendwann im Radio zu hören.

 

Am 21. November, zeigt „Kino vor Ort“ um 19.30 Uhr im Bürgerhaus Bischofs­heim den Film „Nurejew – The White Crow“. Im Mittelpunkt der Handlung dieses Films steht der Ballett-Superstar Rudolf Nurejew, der 1938 in der Nähe von Irkutsk in der Sowjetunion geboren wurde und 1993 in Frankreich gestorben ist. Die dramatische Flucht Nurejews in den Westen im Jahre 1961, also zur Zeit des „Eisernen Vorhangs“, ist das Hauptthema des Films. Während eines Gastspiels des Kirow-Ensembles in Paris entzieht sich der Tänzer immer stärker dem Einfluss seiner Aufpasser und bittet schließlich, kurz vor seinem Rückflug, um politisches Asyl. Der Film am Nachmittag widmet sich einer seit Jahrzehnten von Kindern geliebten Figur, dem sprechenden Elefanten Benjamin Blümchen.

 

Die Mitglieder der Spielgemeinschaft HdB sind Bühnenbildner, Kostümschneider, Maler, Schreiner und Raumausstatter. Gut vier Wochen vor der Generalprobe für das diesjährige Weihnachtsmärchen „Frau Holle“ wird Anfang November im Gemeindesaal der katholischen Pfarrgemeinde St. Theresia jeden Samstag mit viel Kreativität gearbeitet.

Thomas Hemmerich kennt das Drehbuch von Anfang an und skizziert mit den ersten Proben seine Ideen für das Bühnenbild, das jetzt maßstäblich umgesetzt wird. Seit etwa 15 Jahren ist der IT-Ingenieur für Bühnenbau, Musik und Technik verantwortlich.

 

 

 

Regie zu „Frau Holle“ führt Mutter Andrea Schultheis, die das auf das Ensemble umgeschriebene Märchen in Szene setzt: „Wir sind nah am Original geblieben“, sagt Schultheis, „haben dem bekannten Märchen neue, auch lustige Elemente hinzugefügt.“

 

Die Volksbühne Maintal holt die mit der Produktion der Komödie am Altstadtmarkt aus Braunschweig erstmals ein Kinderstück nach Maintal, möchte dieses Angebot gerne fest in ihr Programm aufnehmen: Charles Dickens' „Die Weihnachtsgeschichte“. „Die Idee, Kinder ans Theater heranzuführen, ist uns besonders wichtig“, erklärt Katharina Lüer, die gemeinsam mit ihrem Mann Ulrich vor knapp einem Jahr den Vorsitz der Volksbühne Maintal übernommen hat. Damals rettete das theaterbegeisterte Wachenbucher Ehepaar den Verein vor dem Aus. Seitdem stehen beide im regen Austausch mit verschiedenen Tourneetheatern, um die jeweiligen Spielzeiten zu planen. Dabei möchten die Lüers nun auch das jüngere Publikum gezielt ansprechen, um einerseits schon früh die Freude am Theater zu wecken und andererseits auf diesem Weg die Eltern der Kinder auch mit dem Standard-Programm der Volksbühne zu erreichen. Dickens' „Weihnachtsgeschichte“, die am Montag, 9. Dezember, im Bürgerhaus Bischofsheim aufgeführt wird, richtet sich vor allem an Grundschulkinder. Drei Schulen haben bereits mit den dritten und vierten Klassen ihren Besuch angekündigt.

 

Carola S. Ossig hat drei frische Geschenkebändchen veröffentlicht. Ihre Begeisterung für das Schreiben begann bereits in ihrer Schulzeit. Mittlerweile hat sie ihre Passion zum Beruf gemacht und schon einige Bücher veröffentlicht. Krimis, Komödien, Gedichte – Carola S. Ossig ist nicht nur eine begeisterte Autorin, sondern deckt auch allerlei Genres ab. In den Büchern stecken viele autobiographische Bezüge, und die Geschichten sind auch teilweise miteinander verknüpft.

Das erste Buch der Reihe nennt sich „Gedunst“. Es umfasst Gedichte, die Ossig im Laufe ihres Lebens geschrieben hat. Ergänzt werden die Gedichte jeweils mit Kunstwerken einer befreundeten Malerin, die die sehr persönlichen Inhalte unterstreichen.

Im zweiten Band „Humor hat der, der trotzdem lacht“ veröffentlicht Ossig lustige Anekdoten, die sie aufgeschnappt und aufgeschrieben hat. Die Inspiration für den dritten Teil „Hundeherz im Doppelpack“ kam von ihrem Ehemann. In dem Buch wird das Leben des Hundes Ronny aus dessen Sicht beschrieben. Mit ihren Geschenkbändchen hat sie Anfang Dezember drei kleine, aber feine Bücher herausgebracht,

 

Junges Theater Wachenbuchen zeigt Stück „An der Arche um Acht“:

Das Junge Theater Wachenbuchen probt seit August. An dem Stück „An der Arche um Acht“,

ein Buch von Ulrich Hub. Die Leitung hat der Theaterpädagoge Christoph Goy, der seit fast 20 Jahren in Wachenbuchen tätig ist und fünf Theatergruppen leitet. Das Stück handelt von zwei Pinguinen, die vor der Sintflut auf die Arche Noah geschickt werden und ihren dritten Freund nicht zurücklassen wollen. Es sind Pinguine, die sich mit der Existenz Gottes auseinandersetzen – das Familienstück beschäftigt sich zwar mit einer der ältesten Geschichten, die man aus der Bibel kennt, ist aber sehr lustig und kreativ untermalt. „Niemals lässt ein Pinguin einen anderen Pinguin im Regen stehen!“, diese Philosophie aus dem Stück verkörpert das Team rund um die Aufführung recht gut.

 

Nachwuchs-Filmemacher gewinnen Preis beim Kurzfilmfestival:

Die Augen leuchten, die Gesichter strahlen und alle sechs Jungs wollen gleichzeitig erzählen. Es ist Freitagabend, 19 Uhr, doch wenn sie über ihr Hobby sprechen, dann kennt die Begeisterung der Jugendlichen kaum Grenzen. Fynn, Jonathan, Luca, Oliver, Tim und Timo sind

 

Sechs Schüler der Albert-Einstein-Schule haben zum ersten Mal einen Beitrag zum Maintaler Kurzfilm-Festival eingereicht – und gleich auf Anhieb die Zuschauer überzeugt: Der Kurzfilm „Luther“ hat am besten gefallen und den Publikumspreis gewonnen. Erstaunlich und bemerkenswert, dass den Jungs dies mit einem religiösen, historischen und durchaus anspruchsvollen Thema gelungen ist: mit dem Reformator Martin Luther. Gedreht haben sie den Lutherfilm in der Kirche in Hochstadt und Bischofsheim und in Jonathans Kreuters Schuppen („Szene in der Zelle“). Luther war auch nicht das erste gemeinsame Filmprojekt der Jungs. Bereits in der siebten Klasse hatten sie im Kunstunterricht an einem kreativen Wettbewerb teilgenommen. Kurz darauf haben sie es Fan-Filmen zu Star Wars versucht, allerdings diese nie wirklich fertiggestellt. Sie arbeiten an einem Beitrag zu „Jung und Abgedreht“, dem Hanauer Kurzfilmfestival für junge Filmschaffende, das am 26. Januar 2020 zum achten Mal stattfinden wird.

 

Bücher:

In der Klasse 6b der Einsteinschule ist im Februar nach und nach eine riesige bunte Plakatwand entstanden, deren Poster zur Illustration der einzelnen Buchvorstellungen dienten. Die Präsentationen und die Poster animieren immer wieder die anderen Sechstklässler, selbst einmal ein dort vorgestelltes Werk zu lesen. Lesen ist also nicht nur eine ausgesprochen schöne, kurzweilige und interessante Sache, sondern es hilft auch, sich nicht nur im Fach Deutsch, sondern auch in anderen Fächern zu verbessern. Die Klasse 6b drückt jetzt erst einmal ihrer Mitschülerin Emilija, die im Dezember den Schulentscheid im Vorlesewettbewerb gewonnen hat, ganz fest die Daumen, wenn sie beim Kreisentscheid in Freigericht erneut mit einem fesselnden Lesevortrag Jury und Publikum begeistern will (22. Februar).

 

Am 22. April ist „Welttag des Buches“. Wenn Schüler in den Pausen durch die Tür der Stadtteilbüchereien stürmen, dann nicht, um sich neuen Lesestoff auszuleihen. Die interessieren sich vor allem für die DVDs. Schon seit Jahren beobachtet Nadine Marnette mit Bedauern das schwindende Interesse an Literatur. Wenn Kinder in der fünften, sechsten Klasse sind, gibt es einen regelrechten Einbruch. Das hält dann bis ins frühe Erwachsenenalter an. Vor allem Streaming-Angebote für Filme und Musik machten Büchern Konkurrenz. E-Books hingegen werden als ergänzendes Angebot genutzt. Das haptische Erlebnis, ein Buch in den Händen zu halten, die Seiten umzublättern, das lässt sich nicht ersetzen. Neben einigen Klassikern stehen hier durchweg aktuelle Titel. Sobald ein Buch fünf, sechs Jahre alt ist, sortieren wir es aus. Das wird nicht mehr gelesen. Die Zeiten sind einfach schnelllebiger geworden. Die Konzentrationsfähigkeit hat deutlich nachgelassen. Einmal jährlich gibt es für jede Jahrgangsstufe eine Aktion in der Bücherei ihres Stadtteils. Natürlich geht es ums Lesen, aber auch um Spaß und Spiel. An thematisch aufeinander abgestimmten Stationen warten Lese-, Schreib-, Bastel- und Rätselaufgaben auf die Schüler. Für die Jüngeren gibt es regelmäßig das Bilderbuchkino und einmal monatlich finden Vorlese- und Bastelnachmittage statt. Lesen allein zieht leider nicht mehr. Aber in der Kombination erreichen wir mehr Kinder, nämlich auch die, die zum reinen Vorlesen nicht gekommen wären. Auch ein Comic ist Lesen und schafft einen Zugang zu Literatur.

 

Im April bot die Bücherei der Stadt Maintal in Zusammenarbeit mit Charly Quiring und Gabriel Reitz von der Jugend- und Familienhilfe Welle und Carsten Stein, Kinder- und Jugendfußballtrainer der Kewa Wachenbuchen, eine abwechslungsreiche Ferienfreizeit. Sport, Spiel und Spannung standen auf dem Programm. In dieser Konstellation richtet sich das Angebot zum ersten Mal an Kinder im Grundschulalter. Über „Ball trifft Buch“ will man schon früh das Interesse der Kinder am Lesen und auch an Büchern wecken. Für die 16 Schüler der Maintaler Grundschulen begann der erste Tag der Aktion zunächst in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule mit dem Ball. Sich bewegen, kennenlernen und akzeptieren standen im Vordergrund. Der Mittwochvormittag startete in der Bücherei mit einer Einführung in die Bibliotheksordnung. Bücher mit roten Aufklebern sind Kinderbücher.

Mit weiß ist Literatur für Erwachsene markiert und grün weist auf ein Sachbuch hin.

 

Anlässlich des Tags der Bibliotheken am 24.Oktober wird von 16 bis 18 Uhr in der Bücherei Bischofsheim, Adalbert-Stifter-Straße 51 (auf dem Gelände der Erich-Kästner-Schule) für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren vorgelesen und anschließend gemeinsam gebastelt.

Rund 38.000 Medien – von der Zeitschrift über Bücher, CDs, DVDs und Spiele – gibt es in den vier Maintaler Stadtteilbüchereien. Während in Wachenbuchen der Schwerpunkt auf Kinderliteratur bis zur fünften Klasse liegt, ist Hochstadt der einzige Standort, an dem Leser eine heimatkundliche Abteilung finden. In Bischofsheim wiederum gibt es eine Abteilung mit Spielen. Immerhin 40.000 Euro stehen der Büchereileiterin jährlich für Neuerwerbungen zur Verfügung. Wenn zusätzlich ein Landeszuschuss von 12 500 Euro fließt, können dafür rund 2.500 bis 3.000 neue Medien angeschafft werden. Der Schwerpunkt liegt natürlich auf Belletristik. Sachliteratur spielt nur noch eine untergeordnete Rolle. In Dörnigheim und Bischofsheim gibt es vor allem Literatur rund ums Kochen und Hobbys.

Bestleiher in den Maintaler Büchereien Kinderliteratur ist „Gregs Tagebuch“ (nicht nur bei den Jungs) und „Die Schule der magischen Tiere“. Bei den Mädchen ist es „Lotta-Leben“. Extrem beliebt sind auch Mine-Craft-Abenteuer und das Thema Star Wars. Für die Kleinsten sind es Bilderbuchlieblinge wie „Mama Muh, Lieselotte und Zilly“ Belletristik für Erwachsene: Familiensagen sind stark nachgefragt, zum Beispiel Elena Ferrante, Carmen Korn: „Jahrhundert-Trilogie“, Peter Prange: „Eine Familie in Deutschland“. Auch nordische Krimis sind weiterhin sehr beliebt. In den Maintaler Büchereien sind alle Bücher vertreten, die auf den Bestsellerlisten.

 

 

 

 

Verkehr

 

Parkplatzmangel gibt es in Maintal zum Beispiel rund ums Opel-Eck und der Altstadt in Dörnigheim sowie in der Goethe-, Schiller- und Gerhardt-Hauptmann-Straße in Bischofsheim.

Da ist einerseits die Zunahme des Individualverkehrs. In den meisten Familien gibt es mindestens zwei Autos. Doch in der Stellplatzsatzung sind pro Wohneinheit in Häusern ab zwei Wohnungen nur eineinhalb Parkplätze vorgesehen. Hinzu kommt, dass private Stellflächen auf dem eigenen Grundstück oder in der Garage nicht immer genutzt und Autos stattdessen auf der Straße abgestellt werden, sodass sich die Situation zusätzlich verschärft.

Die Frage, ob die Stellplatzsatzung in ihrer aktuellen Fassung noch zeitgemäß ist – die Regelung der eineinhalb Stellplätze etwa gilt seit mindestens 1986 – stellt sich aus Sicht der Verwaltung nicht. Das hat seine Gründe: In den letzten Jahren sind die Grundstückspreise und die Baukosten stark gestiegen. Durch eine höhere Stellplatzforderung würden die Kosten für Wohnraum weiter steigen.

Eine Alternative können Tiefgaragen sein. Deren Einrichtung verpflichtend vorzuschreiben, ist jedoch nicht realistisch, auch bereits aufgrund von unterschiedlichen Bodenverhältnissen.

Die baulichen Voraussetzungen sind dabei nur die eine Seite. Höhere Baukosten durch die Errichtung einer Tiefgarage und in der Folge höhere Mieten, die man aus städtischer Sicht vermeiden möchte, die andere

Bewohnerparken werde nur in Bereichen eingerichtet, in denen es aufgrund historisch gewachsener Bebauung und damals fehlender städtischer Stellplatzsatzung überhaupt keine Stellplätze auf den privaten Grundstücken vorhanden sind und die angrenzende Bebauung aus mehrgeschossigen Gebäuden mit vielen Wohnungen besteht. Doch in Maintal verfügten nahezu alle Grundstücke über private Stellplätze auf den Grundstücken [Das Parkproblem gibt es in der ganzen Stadt: Die Straßen sind an sich breit, aber auf beiden Seiten steht Auto an Auto. Das liegt vor allem daran, daß die vorhandenen Garagen zweckentfremdet werden. Aber so finanziert die Allgemeinheit die kostenlosen Parkplätze für Einwohner auf der Straße].

 

Die Einkäufe erledigen und währenddessen das Auto auftanken – wohlgemerkt mit Strom: Das können Kunden des Globus-Markts. Denn dort betreibt die Maintal-Werke GmbH zwei Ladesäulen für Elektroautos, die nun der Öffentlichkeit offiziell vorgestellt wurden. Seit vergangenem Herbst liefen die beiden Stationen im Probebetrieb. Jede der Säulen verfügt über zwei Ladepunkte, das bedeutet, dass bis zu vier Elektroautos gleichzeitig mit Strom betankt werden können. Der Globus-Markt hat für die beiden Säulen Teile seines Grundstücks zur Verfügung gestellt sowie vier seiner Parkplätze. Diese sind mit einer Markierung versehen, die darauf hinweist, dass es sich um E-Stromladeplätze handelt.

Aktuell unterhalten die Maintal-Werke nun sechs E-Ladepunkte: Neben jenen vier am Globus-Markt noch zwei weitere am Sportzentrum Dicke Buche an der Wilhelmsbader Straße in Dörnigheim. Und das Netz soll weiter wachsen. So ist bis Ende des Jahres eine Erweiterung auf insgesamt 22 Ladepunkte im Stadtgebiet vorgesehen. Besitzer von E-Autos, die in Maintal auftanken wollen, können darüber hinaus noch auf die Ladesäulen der Maintaler Firma 4xpress zurückgreifen, die im Rahmen ihres E-Carsharing-Projekts „mobiliteet“ mehrere Ladesäulen in allen vier Stadtteilen betreibt.

 

Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main hat kürzlich den Bau von Seilbahnen ins Gespräch gebracht, um Pendlerströme zu entlasten. Ein Standort könnte die Loh zwischen Maintal und Niederdorfelden sein. Klaus Büttner, der Bürgermeister von Niederdorfelden, hatte bereits vor einigen Wochen einen Pendleranschluss mit Seilbahn nach Bad Vilbel vorgeschlagen. Vom Parkplatz am Wald auf der Loh [Große oder Kleine Loh?] könnte eine Seilbahn zum Festplatz nach Bad Vilbel führen. Von dort aus ist es nicht weit zur S-Bahn-Haltestelle in Richtung Frankfurt. Ein Standort auf Maintaler Gemarkung wäre unabdingbar. Das Baugebiet am Berghof könnte beispielsweise ins Gespräch gebracht werden.

Ein anderer Vorschlag war, daß sie einerseits an einen Bahnhof mit S-Bahn­anschluss angebunden wird und andererseits gut erreichbar mit dem Pkw oder zu Fuß sind und über ausreichend Parkplätze verfügten.

[Die Idee mit der Seilbahn ist weltfremd. Wer erst einmal im Auto sitzt, fährt auch bis zur Arbeitsstelle - trotz Stau. Wo sollen denn die vielen Autos an der Lohe hin? Da müßte man wohl den ganzen Wald abholzen. Und wenn man näher an die Wohngebiete herangeht? Was soll eine Seilbahn neben dem Bahnhof? Der Bahnhof genügt doch für den Verkehr.Selbst eine Seilbahnstation am Berghof in Wachenbuchen ist schon zu weit für Einwohner am Südrand oder Ostrand des Ortes. Und was soll eine Station am Bahnhof West, da kann man doch gleich mit dem Zug fahren, schnell und mitten in die Stadt. In Bad Vilbel müßte man ja wieder ein Stück laufen bis zur S-Bahn. Da sind Expreß-Buslinien besser].

 

Anfang April wurde wieder ein „Blitzmarathon“ durchgeführt, eine Geschwindigkeitskontrolle über den ganzen Tag. Die Autofahrer halten sich an diesem Tag größtenteils an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Die Beamten hatten es in Maintal nicht leicht, eine geeignete Stelle für das Lasergerät und die Kontrollstation zu finden.

Zum einen brauchen sie eine längere gerade Strecke, um die Geschwindigkeit der Autos gut messen zu können. Zum anderen müsse es eine geeignete Stelle für die anderen Beamten geben, die die Verkehrssünder aus dem Verkehr ziehen und direkt zur Kasse bitten. Denn siekönnen mit dem Lasergerät keine Fotos anfertigen. Sie müssen den Verstoß also sofort ahnden. In einer Entfernung von bis zu einem Kilometer kann der Laser die Schnelligkeit messen – allerdings nicht speichern. Für das Protokoll über diese Kontrolle muss die ganze Zeit selbst gezählt werden, wie viele Autos gemessen wurden. Der Blitzmarathon, der einmal pro Jahr in mehreren Ländern stattfindet, ist Präventionsarbeit. Es geht dabei nicht darum, möglichst viel Geld in die Kassen zu spülen, sondern darum, dass die Verkehrsteilnehmer bewusst auf ihre Geschwindigkeit achten Denn zu schnelles Fahren ist Ursache Nummer eins für Unfälle. Darum gibt die Polizei auch im Vorfeld bekannt, an welchen Orten sich an diesem Tag Kontrollpunkte befinden. So können sich die Verkehrsteilnehmer darauf einstellen und ihr Tempo anpassen [Wenn man nur auf geraden Strecken messen kann, dann ist das eine Kapitulation vor den Rasern].

 

Im November entschied das Parlament, dass die Einführung eines 365-Euro-Tickets für das Tarifgebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) unterstützt werden soll. Mitte Oktober aber hat der RMV ein Schreiben an das Bundesverkehrsministerium geschickt und sich damit als Modellregion für ein 365-Euro-Ticket für alle ÖPNV-Fahrgäste im Rahmen eines Modellprojekts des Bundes beworben.

 

Private Blitzer sind nicht erlaubt. Diese Grundsatzentscheidung hat das Oberlandesgericht Frankfurt im November getroffen. Kommunen dürfen also mobile Geschwindigkeitskontrollen nicht durch externe Dienstleister vornehmen lassen. Andernfalls können gegen die Bußgeldbescheide Rechtsmittel eingelegt werden. In Maintal aber werden die Kontrollen ausschließlich durch städtische Ordnungspolizeibeamte vorgenommen worden – vom Aufbau der Messgeräte, über die Kontrollen selbst, bis hin zur Ahndung der Verstöße [Deshalb sind sie auch so selten,].

Ergänzend zum eigenen Geschwindigkeitsmessgerät mietet die Stadt zusätzlich für 50 fest eingeplante ganztägige Kontrollen im Jahr eine Messanlage inklusive Fahrzeug und Fahrer von einem privaten Dienstleister. Aber auch dann liegt die Hoheit für die Messungen bei der Stadt. Darüber hinaus gibt es – je nach Arbeitsaufkommen und personeller Besetzung im Bereich der Ordnungsbehörde – mobile Messungen mit dem eigenen Gerät. Die mobilen Messungen wurden seit 2016 kontinuierlich ausgeweitet von 86 Messungen auf 141 im Jahr 2017 und 161 Kontrollen im zurückliegenden Jahr [Eigene Messungen also dreimal die Woche, aber nur stundenweise, ganztägig einmal die Woche]. Zu den Top-Drei-Messstellen im Stadtgebiet gehörten 2018 übrigens die Goethestraße mit 13 Kontrollen, die Bahnhofstraße im Bereich des Klingseegebiets mit zwölf Messungen und die Kennedystraße auf Höhe der Bushaltestelle mit elf Überwachsungsterminen [Also nicht einmal eine pro Woche].

Neben der Geschwindigkeitsüberwachung gehört auch die Kontrolle des ruhenden Verkehrs zu den Aufgaben der städtischen Ordnungspolizei. Mitarbeite privater Dienstleister sind auch in Maintal im Rahmen der Präventivstreife unterwegs. Die Stadt bekommt durch einen weiteren Dienstleister zwei Vollzeit-Kräfte überlassen, die vor allem in den Abend- und Nachtstunden unterwegs sind. Zwar gab es im Vorjahr drei Neueinstellungen in Vollzeit, in deren Folge die Kontrolldichte erhöht und die Dienstzeiten Montag bis Freitag auf 7 bis 19 Uhr ausgeweitet und ein regelmäßiger Sonntagsdienst installiert werden konnte, doch für die Randzeiten bedarf es zusätzlichen Personals. Insgesamt wurden 2018 genau 8.605 Vergehen im Stadtgebiet zur Anzeige gebracht – mit Blick auf die Vorjahre ein recht konstanter Wert [Immerhin mehr als 20 am Tag].

 

Wegen eines Busstreiks im November mußten Pendler und Schüler auf Autos umsteigen:

Vor dem Schulzentrum in Bischofsheim bildeten sich am Dienstagmorgen lange Autokolonnen. Statt des regulären Schulbusverkehrs waren vor allem Eltern im Einsatz, um den Nachwuchs zur Schule zu fahren. Der Stadtverkehr Maintal hatte mitgeteilt, dass im November

bis auf Weiteres die SVM-Linien bestreikt werden. Die meisten befragten Eltern fahren ihre Kinder üblicherweise nicht zur Schule oder nur sehr selten. Doch nicht alle Eltern zeigen diese Initiative. „Beim letzten Busstreik waren nur zwölf von 29 Kindern in der Klasse“, berichtet eine andere Mutter, die den Kopf über die Reaktion mancher Eltern schüttelt.

Aber die städtischen Ordnungspolizeibeamten richteten ihr wachsames Auge verstärkt auf das Schulzentrum in Bischofsheim. Auf der Goethestraße jenseits des Schulgeländes geht es überraschend geordnet zu – trotz weniger Parkplätze und zahlreicher Autos. Dass dem so ist, dafür sorgen die Mitarbeiter des Ordnungsamts in ihren auffällig gelben Westen. Wer im Halteverbot oder auf dem Gehweg parkt, wird prompt von den Beamten angesprochen, die frühzeitig eingreifen, um ein Verkehrschaos und damit eine Gefährdung der Kinder zu verhindern.

Es besteht ab er zum Beispiel die Möglichkeit, auf Höhe der Gerhart-Hauptmann-Straße zu halten, die Kinder dort aussteigen zu lassen, zu wenden und weiterzufahren. Aber auch der Parkplatz des Bürgerhauses Bischofsheim bietet sich an. Von dort können die Kinder den kurzen Weg über den Flugzeugspielplatz nehmen. Denn der Hol- und Bringservice der Eltern mag gut gemeint sein, ist aber in vielerlei Hinsicht ein Problem. Zum einen wird die Selbständigkeit der Kinder unterbunden, zum anderen entstehen durch das erhöhte Verkehrsaufkommen vor den Schulen schnell gefährliche Situationen für andere Kinder.

 

Kein Platz für E-Autos in Maintal im November: Ahmet Cetiner ist Geschäftsführer von „mobiliteet“, einem Unternehmen, das Carsharing mit Elektroautos anbietet. Damit das Geschäftsmodell in Maintal funktioniert, hat der Bischofsheimer 2017 acht Ladesäulen und 2019 vier weitere in den Stadtteilen errichten lassen, die er seitdem betreibt. Über die dazugehörigen öffentlichen Stellflächen hat er mit der Stadt Maintal einen Gestattungsvertrag geschlossen, der ihm die Nutzung der Parkplätze gestattet. Diese sind aber nicht allein den Carsharing-Fahrzeugen von „mobiliteet“ vorbehalten, sondern können von allen E-Autofahrern in Anspruch genommen werden. Das ist allerdings nur stark eingeschränkt möglich.

„Immer wieder habe ich das Problem, dass ich oder Kunden die E-Autos nicht zurückgeben oder laden können, weil die Stellflächen durch Pkw mit Verbrennungsmotor blockiert sind“, erzählt Cetiner. Für den Unternehmer ein Ärgernis, das nicht nur mit der zeitaufwändigen Suche nach einem freien Ladeparkplatz verbunden ist, sondern auch einen wirtschaftlichen Schaden bedeutet. Schließlich kann er seine Fahrzeugflotte nur vermieten, wenn die Akkus aufgeladen und die Autos fahrbereit sind, und die Ladestationen sind nur wirtschaftlich, wenn auch andere Nutzer

In diesen Fällen werden 25 Euro Verwarngeld für einen Parkverstoß mit Behinderung fällig,

aber die Flächen waren weiterhin regelmäßig blockiert. Cetiner bezweifelt, dass tatsächlich Kontrollen erfolgt sind. „Laut eigener Aussage der Stadt war seit 2017 die Beschilderung nicht korrekt, sodass die Grundlage für die Erteilung einer Verwarnung fehlte“, sagt er. So wies etwa am Standort Kennedystraße ein Schild darauf hin, dass auf den Flächen mit Parkscheibenregelung „Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs frei“ sind. Kein Hinweis auf ein Parkverbot für Pkw mit Verbrennungsmotor.

Die Stadt teilte mit, daß man keine Parkkontrollen durch einen privaten Dienstleister auf öffentlichen Flächen erlaube werde. Zu diesem Zeitpunkt hatte Cetiner bereits einen Vertrag mit dem privaten Dienstleister Parkwatcher vereinbart. Schilder wiesen nun auf die Elektroparkplätze und die Kontrolle durch Parkwatcher hin. Die Ladesäulen-Parkplätzen waren wieder verfügbar. Allerdings nur für ein paar Tage. Dann wurden die Schilder von Parkwatcher durch die Stadt entfernt. Grund: „Die Flächen dürfen ausschließlich durch unseren Außendienst der Ordnungsbehörde kontrolliert werden. Deshalb haben wir die Beschilderung des privaten Dienstleisters wieder entfernt“, teilt Nicole Bilz mit. Stattdessen wurden nun Halteverbotsschilder installiert, verbunden mit dem Hinweis, dass Elektrofahrzeuge während des Ladevorgangs von diesem Halteverbot ausgenommen sind.

 

In 2018 wurden in Maintal insgesamt 29 Fahrzeuge abgeschleppt. Diese Zahl hat sich in diesem Jahr fast schon verdreifacht: Von Januar bis Ende Oktober 2019 musste das Team der Ordnungspolizei der Stadt Maintal schon 83 mal eine notwendige Abschleppung anordnen.

Darunter waren 32 nicht zugelassene Fahrzeuge – zum größten Teil Autowracks. Für die Beschäftigten der Ordnungspolizei bedeutet die Zunahme der Fahrzeuge ohne Kennzeichen einen immensen Zeitaufwand bei der Bearbeitung der Fälle. Sie ermitteln nach der Abschleppung den letzten Halter. Diese werden dann schriftlich zur Abholung des Fahrzeugs aufgefordert und parallel wird ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

 

 

Fähre

Im Sommer des vergangenen Jahres hatten sich MKK-Landrat Thorsten Stolz (SPD), Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber, Mühlheims Bürgermeister Daniel Tybussek) sowie Landrat Quilling und Erste Kreisbeigeordnete Jäger darauf verständigt, dass die seit Oktober 2017 stillgelegte Mainfähre zwischen Mühlheim und Dörnigheim dauerhaft erhalten bleiben soll. In einem ersten Schritt sind die beiden Kreise in Vorleistung getreten und haben die Kosten für die Instandsetzung und Reparatur übernommen. Für rund 55.000 Euro wurden unter anderem die Hochseilanlage erneuert und der Liegeschaden beseitigt. Der Main-Kinzig-Kreis hatte die Reparaturarbeiten mit 15.000 Euro bezuschusst. Die Arbeiten sind bereits im Dezember des vergangenen Jahres ausgeführt worden. Anschließend erfolgte laut Angaben des Kreises Offenbach die magnetinduktive Seilprüfung. Ferner werde noch ein Funksystem eingebaut und hochgefahren.

Im Februar stand der Kreis Offenbach offenbar in Verhandlungen mit einem möglichen Pächter. Knackpunkt allerdings könnten die Betriebskosten werden: Bei deren Bezuschussung sieht der Kreis nämlich die Anrainerstädte Maintal und Mühlheim in der Pflicht. Im vergangenen Jahr hatte eine Mehrheit im Maintaler Stadtparlament eine pauschale Beteiligung an den Betriebskosten abgelehnt, weil man von Seiten des Kreises Offenbach keine konkreten Summen genannt bekommen habe.

Nun sind die beiden Städte, deren Bürger die Fährverbindung am meisten nutzten, gefordert.

Die Stadt Mühlheim hatte im August des vergangenen Jahres beschlossen, dass ihre Stadtwerke gemeinsam mit der Stadt Maintal die zukünftig laufende Fährverbindung sicherstellen soll. Eine entsprechende Zusage der Stadt Maintal steht noch aus.

Der Kreisausschuss des Main-Kinzig-Kreises hat im Februar in seiner Sitzung beschlossen, den Maintaler Anteil in einer Höhe von bis zu 50.000 Euro in einer Anschubfinanzierung zu schultern und auch ein Anteil des Betriebsmittelzuschusses der Stadt Maintal vorerst zu übernehmen.

Am 25. März muss das Maintaler Stadtparlament darüber entscheiden, ob die Stadt den Betrieb der Mainfähre zwischen Dörnigheim und Mühlheim bezuschussen soll oder nicht. Die dazugehörige Magistratsvorlage nennt nun erstmals konkrete Zahlen. Demnach müsste die Stadt bis zu 3.221 Euro monatlich reinbuttern. Auf diese Summe ist die Maximalbezuschussung gedeckelt. Das tatsächliche Defizit soll der Fährbetreiber jeweils zum Jahresende durch eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung nachweisen.

Insgesamt bedeutet das in Zahlen: Bei einer Vertragslaufzeit bis Mai 2021 müsste die Stadt Maintal einen Betrag in Höhe von rund 83.700 Euro aufbringen. Abzüglich der bereits zugesagten Anschubfinanzierung von 50.000 Euro durch den Main-Kinzig-Kreis bliebe somit ein konkret zu zahlender Betrag von rund 33.700 Euro. Bei einer Laufzeit bis Mai 2022 läge der Zuschuss bei rund 122.400 beziehungsweise 72.400 Euro. Aber ein Argument drängt sich auch geradezu auf: Warum muss die Mainfähre mit derart hohen Summen subventioniert werden, während wenige Kilometer weiter westlich die privat betriebene Fähre Rumpenheim gänzlich ohne öffentliche Zuschüsse offenbar sehr erfolgreich verkehrt? Es bleibt nur ein Rat: Maintals Stadtverordnete sollten den Mut haben, Nein zu sagen. Der Sinn und Zweck einer Fährverbindung zwischen Dörnigheim und Mühlheim mag zweifellos vorhanden sein. Aber erpressen lassen sollten sich die Maintaler Stadtverordneten dafür noch lange nicht.

Ein SPD-Antrag wollte im März die Übernahme der Fähre durch Maintal vorbereiten. In den folgenden zwölf Monaten könnte man dann einen Zweckverband mit Mühlheim gründen, aber dann hätte man allein das Risiko.

Am 25. März konnten sich SPD, WAM und Grüne in der Sitzung der Stadtverordneten in einem gemeinsamen Änderungsantrag auf finanzielle Zusagen einigen. Anstelle des vom Magistrat vorgeschlagenen monatlichen Zuschusses, der sich bei einer Vertragslaufzeit bis 2022 auf knapp 123.000 Euro summiert hätte, stellten die drei Fraktionen nun einen Betriebskostenzuschuss von insgesamt 50.000 Euro sowie einen Instandhaltungszuschuss von jährlich 25.000 Euro in Aussicht. In beiden Varianten trägt der Main-Kinzig-Kreis 50.000 Euro. Damit liegt der städtische Anteil sowohl in der Magistratsvorlage als auch beim Änderungsantrag bei rund 7. 000 Euro.

Der Unterschied liegt darin, dass der Vorschlag des Magistrats einen pauschalen monatlichen Zuschuss zu den Betriebskosten vorsah, dessen Notwendigkeit am Jahresende durch eine detaillierte Gewinn- und Verlustrechnung hätte nachgewiesen werden müssen, während WAM, Grüne und SPD stattdessen Instandhaltungskosten zusichern, die nur im tatsächlichen Bedarfsfall fließen. Dieser Betrag ist im Verhältnis zu den jährlichen Zuschüssen für den Stadtbusverkehr lächerlich klein, aber ein wichtiger Beitrag für viele Maintaler. Auch die Stadt Mühlheim hat im April den Weg freigemacht für die Inbetriebnahme der Mainfähre. Auf Mühlheimer Seite werden die Zuschüsse für den Fährbetrieb also komplett aus dem Stadtsäckel bezahlt.

Im Juni wurde dann der Bau einer neuen Mainbrücke m Bereich zwischen der Carl-Ulrich-Brücke in Offenbach und der Mainbrücke in Hanau-Steinheim diskutiert. Der Vorschlag aus Hanau sieht vor, diese östlich des Tierheims zu errichten und auf der Südseite des Mains an die B 43 anzuschließen. ].Ziel muss es sein, die Kommunen von unnötigen Durchgangsverkehren zu entlasten und die Verkehrsströme in unserer Region zukunftssicher zu lenken – und somit auch die Lebensqualität in unserer Region zu stärken. Angesichts des großen Flächenanteils, den Maintal am Mainufer hat sowie im Hinblick auf die Autobahnanschlüsse wäre der Bau einer Brücke auf Maintaler Gemarkung allerdings durchaus denkbar. Im Juli wurde eine Absichtserklärung wurde unterzeichnet. Es sind darin drei Schritte festgelegt: die Gründung einer Projektgruppe, die Abklärung des Verkehrsbedarfs und die Erstellung einer Machbarkeitsstudie  [Aber dann gibt es immer noch nicht einen Übergang für Fußgänger und Radfahrer].

Es folgten die Vertragsunterzeichnung mit dem neuen Pächter Mahir Kolbüken, die Sanierungsmaßnahmen an dem Schiff sowie die sogenannte Landrevision, bei der das Fährzeugnis erteilt wurde. Anfang Juli wurde die Fähre wieder ins Wasser gelassen. Nicht all diese Instandsetzungs- und Sanierungsmaßnahmen waren jetzt schon nötig gewesen. Doch das nötige Fährzeugnis - eine Art TÜV-Plakette- gilt jetzt fünf Jahre.

Mahir Kolbüken, seit 1. Juni offiziell Betreiber der Fähre, stellte sein Konzept vor. Sein Vertrag ist drei Jahre gültig und beinhaltet die Option auf eine Verlängerung um weitere zwölf Monate. Bei den Preisen gibt es eine Erhöhung, auch gegenüber Rumpenheim, jedoch sieht Kolbüken darin kein Problem. „Rumpenheim ist Rumpenheim“, stellte er schmunzelnd klar. Für ihn hätten beide Fähren andere Kunden, weshalb er nicht von einer direkten Konkurrenzsituation ausgehe.

Bei den Betriebszeiten hat sich Kolbüken, - seinerzeit übrigens der einzige Bieter im Ausschreibungsverfahren für einen neuen Betreiber - entschieden, die Fähre täglich von 6 bis 21 Uhr verkehren zu lassen. Dafür habe er drei Vollzeit- und vier Teilzeitbeschäftigte eingestellt. Er selbst habe noch keinen Fährschein, wolle ihn aber zeitnahe machen. Einzelfahrscheine kosten ab sofort für Fußgänger: 0,70 Euro (Zehnerkarten: fünf Euro), Radfahrer: 1,00 Euro (Zehnerkarte: sieben Euro), Mofa/Roller: 1,20 Euro, Motorrad: 1,40 Euro, PKW: 1,80 Euro (Zehnerkarte: 14 Euro), Transporter: 2,80 Euro, Lkw bis 3,5 t: 2,80 Euro, Lkw bis 7,5 t: 4,80 Euro.(

Die Fähre führte bereits am ersten Tag , dem 7. Juli, zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte: Um kurz nach 11 Uhr ist die Fähre aus noch unbekannten Gründen abgetrieben und musste geborgen werden. Laut Aussage einer Anwohnerin ist die Fähre kurz nach dem Ablegen in Richtung Mühlheim leicht nach links abgedriftet. Anschließend habe der Motor aufgeheult und das Schiff sich um die eigene Achse gedreht.

Michael Maul, der Vorsitzende des Deutschen Fähr-Verbandes, sagte, grundsätzlich gibt es zwei Arten von Fahrerlaubnissen, die für das Steuern einer Fähre Voraussetzung seien: Da ist zum einen das „Fährpatent.“ Bei diesem „Fährführerschein“ wird nach 180 Fahrstunden auf einer bestimmten Strecke eine Prüfung abgelegt. Der Fährmann sei dann befugt, Fahrgäste auf dieser Strecke zu transportieren. „Variante B“, sagt Maul, „ist das sogenannte „Längspatent.“ Darin sei das Fährpatent bereits enthalten. Inhaber des Längspatentes seien meist erfahrene Fährleute, sie dürften auf fast allen Fährstrecken fahren.

 

Bernd Schwander, von 1992 bis 2009 selbst Fährmann auf der MS Dörnigheim, hat zumindest eine Vorstellung davon, was passiert sein könnte und erhebt schwere Vorwürfe gegen den neuen Betreiber der Fähre, Mahir Kolbüken. Dieser weist die Beschuldigungen, dass sich die Havarie aufgrund fehlender Fährzeugnisse ereignet habe, vehement zurück.

Er erzählte Kolbüken, den er im Januar kennengelernt hatte, dass er das notwendige Fährpatent habe“, so der 66-Jährige. Im März hart er sein Patent reaktiviert. Damit war erder Einzige an Bord, der ein gültiges Patent hatte.

Als der reaktivierte Fährmann im Ruhestand dann, wie abgesprochen, am Montag um 10 Uhr die Fähre verließ, nachdem er den Mitarbeitern eine Einweisung in das Führen des Schiffes gegeben hatte, hat er noch einmal ausdrücklich klargestellt, dass die Fähre nicht bewegt werden dürfe, wenn er nicht an Bord sei. Dann habe er das Boot am Ufer befestigt und den Motor ausgestellt, was von Kolbüken auf Nachfrage zurückgewiesen wurde.

Nachdem Schwander nach eigener Aussage die Fähre befestigt hatte, besuchte er Ursula Schäfer. Die Dörnigheimerin, die unweit der Fähranlegestelle wohnt, war mit ihrem Mann zusammen von 1975 bis 2002 Betreiberin der Mühlheimer Fähre. Wie Schwander soll auch sie über ein Fährpatent verfügen.

Gegen 11.30 Uhr, als die beiden gerade Kaffee tranken, hörten sie plötzlich den Motor der Fähre. Kurze Zeit später klingelte Schäfers Telefon. Kolbüken rief die ehemalige Fährbetreiberin an und erkundigte sich nach Schwander. Kolbüken sagte: Ich treibe Richtung Fahrwasser´. Dementsprechend hätte Panik an Bord geherrscht. Frau Schäfer hat ihm dann erklärt, was er tun könne:  An Bord gibt es einen Bootshaken, mit dem hätte man versuchen können, sich ans Ufer zu ziehen. Dies habe jedoch anscheinend nicht funktioniert.

Zum Ablauf der Havarie hat Schwander eine genaue Vorstellung: „Wenn man an- und ablegt, müssen die beiden Propeller eine bestimmte Position haben. Ich habe das den Jungs zwar gezeigt, aber das dauert eine Zeit, bis man das richtig kann.“ Daher geht Schwander davon aus, dass die Propeller eine falsche Ausgangsstellung hatten. „Die Fähre ist dann vermutlich in Richtung Mühlheimer Schleuse flussaufwärts getrieben“, spekuliert der Dörnigheimer. Daraufhin seien die Mitarbeiter in Panik geraten und hätten versucht gegenzusteuern.

Das Gierseil, das normalerweise straff gespannt ist, sei dann wegen der fehlenden Spannung gemeinsam mit den zwei Stabilisatorenseilen unter Wasser geraten. Durch den Versuch gegenzusteuern, habe sich die Fähre um ungefähr 180 Grad gedreht. Aus diesem Grund seien die Steuerungspropeller, die sich sonst auf der anderen Seite der Fähre befinden, in die Nähe der Seile geraten. „Die Stabilisatorenseile sind dann unten in die Propeller gekommen“, mutmaßt Schwander, „daraufhin sind sie gerissen und der Motor hat abgewürgt.“ Dann hätte die Fähre nur noch am Gierseil gehängt und wäre navigationsunfähig gewesen.

Diese Version stimmt in den wichtigsten Punkten mit der Aussage Kolbükens überein. Der Heusenstämmer bestätigt, dass sich die Fähre bei den Versuchen gegenzusteuern gedreht habe und so die Stabilisatorenseile in die Propeller gekommen waren.

Eine Gefahr, dass das Schiff in Richtung Offenbach abtreibt, habe aufgrund des intakten Gierseils nicht bestanden. Viel gefährlicher wäre gewesen, wenn das Schiff in die Fahrrinne des Mains gelangt wäre. „Da fahren teilweise mit Benzin oder Öl beladene Tanker. Die können nicht ausweichen. Wenn es eine Kollision gegeben hätte, wäre das sehr schlimm ausgegangen“, fasst Schwander den Ernst der Lage zusammen.

In Kolbükens Variante der Ereignisse soll sich jedoch alles ganz anders abgespielt haben: „Richtig ist, dass der Fährschiffer, Herr Schwander, mir gegen 7 Uhr plötzlich und unerwartet mitgeteilt hat, dass er gegen 8 Uhr einen Arzttermin habe“, erinnert sich der Heusenstammer Fährbetreiber. „Nachdem ich ihm gegenüber mein Unverständnis mit meinem Gesichtsausdruck deutlich gemacht habe, teilte er mir ausdrücklich mit, dass er seinen Dienst weiter versehen wird und den Arzttermin absagt.“

Daraufhin soll Schwander telefoniert haben, weshalb Kolbüken davon ausging, dass der Fährmann seinen zuvor erwähnten Arzttermin absage. „Weder für meine Angestellten, insbesondere den Kapitän, noch für mich gab es auch nur irgendein Anzeichen oder ähnliches, dass Herr Schwander die Fähre unerlaubt verlassen wollte“, versichert Kolbüken. Doch genau das soll dann passiert sein, wie der Fährbetreiber weiter berichtet: „Aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen hat sich jedoch Herr Schwander unerlaubt und völlig unbemerkt von der Fähre entfernt, welches nur bei dem kurz zuvor erfolgten Erreichen der Dörnigheimer Seite passiert sein kann.“

„Einen schriftlichen Arbeitsvertrag habe ich mit Herrn Schwander nicht geschlossen. Zwar wollte ich dies, er lehnte jedoch eine schriftliche Vereinbarung ab“, bekräftigt der Betreiber der Fähre. Insgesamt findet Kolbüken zum Abschluss deutliche Worte: „Ich kann lediglich feststellen, dass sich Herr Schwander, entgegen der Absprachen, von der Fähre geschlichen hat, womit ich nicht ansatzweise rechnen konnte und zutiefst von seinem Verhalten und seiner nachweislich falschen Darstellung in den Medien enttäuscht bin. Augenscheinlich handelt es sich um widerlegbare Schutzbehauptungen in Vermeidung weiterer Sanktionen in seiner eigenen Person.“

 

Generell hat der Rumpenheimer Fährmann Udo Dill Zweifel an Kolbükens Gesamtkonzept. „Man muss doch nur einmal nachdenken“, beginnt Dill, „er hat anscheinend nur einen Mitarbeiter mit Patent als Aushilfe beschäftigt. Und trotzdem will er täglich 15 Stunden lang fahren. Das kann doch gar nicht aufgehen.“

Doch selbst wenn Schwander nicht der Einzige mit Fährpatent gewesen wäre, so hätten die Mitarbeiter Kolbükens, so Dill, noch einige Zeit gebraucht. „Jede Fähre ist anders. Da ist es egal, wie viel Erfahrung man im Allgemeinen hat. Ich würde mir auch nicht zutrauen, die Mühlheimer Fähre zu fahren, ohne dass die ganze Zeit jemand daneben steht, der das Ding kennt“, fasst der Fährmann zusammen, der bereits seit 1976 über ein Fährpatent verfügt.

Dill, der die Rumpenheimer Fähre gemeinsam mit seinem Bruder vom Vater übernommen hat, trägt das wirtschaftliche Risiko alleine. Allein für die Restaurierung seines Decks musste er beispielsweise 70.000 Euro exklusive Mehrwertsteuer nur an die Werft zahlen. Diese Arbeiten finanzierte er vollständig aus eigener Tasche.

Um das „kleinste“ Fahrpatent zu erwerben, muss man eine bestimmte Zeit unter Aufsicht auf der Strecke fahren, für die man die Genehmigung erwerben möchte. Aus diesem Grund, wird es nicht leicht sein, zeitnah mehrere Leute mit einem entsprechenden Patent zu finden. Bis die Fähre in Mühlheim wieder fährt, wird also vermutlich noch etwas Zeit ins Land gehen.

 

Im August verkündete Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber, dass der Vertrag des Fährbetreibers Mahir Kolbüken mit der Stadt Maintal ab sofort hinfällig sei. Maintaler Geld sei derweil nicht geflossen. Der Kreis Offenbach habe bereits angekündigt, das Geld von Kolbüken einzufordern. Es wurde aber beschlossen, eine neue Ausschreibung für die Mainfähre zu starten. Mahir Kolbüken, und der Kreis Offenbach haben sich außergerichtlich geeinigt. Der Vertrag sei zum 31. August 2019 gekündigt worden.

Im Oktober wurde die Mainfähre MS Dörnigheim wird bis auf Weiteres an einem Anlegeplatz im Osthafen der Nachbarstadt Frankfurt am Main liegen. Mit dem „Zwischenparken“ im Schatten der Europäischen Zentralbank sollen Gefahren für den Schiffsverkehr abgewendet und Liegeschäden vermieden werden

Der Kreis Offenbach hat den Betrieb der Fähre zwischen Mühlheim und Maintal-Dörnigheim am 13. November erneut ausgeschrieben. Jetzt soll die MS Dörnigheim künftig ganzjährig mindestens von montags bis freitags von 6 bis 19 Uhr, samstags von 8 bis 19 Uhr sowie sonntags von 9 bis 19 Uhr verkehren. Anfang Dezember teilte der Kreis Offenbach mit, hat sich ein Interessent auf die Ausschreibung des Fährbetriebs gemeldet.

 

 

Unfälle

Anfang Januar: Auffahrunfall auf der Bundesautobahn 66 in Höhe der Anschlussstelle Maintal-Bischofsheim, zwei Schwerverletzte

Mitte Februar: Lastkraftwagen beschädigt in der Weidenseestraße einen Audi-Avant und begeht Unfallflucht

Ende Februar: Eine Fußgängerin wurde bei einem Unfall in der Fußgängerzone im Maulbeerweg von einem schwarzen Kleinwagen leicht verletzt, als sie die Straße überqueren wollt.

Anfang März: Ein Mercedes fuhr aus bislang ungeklärten Gründen am Fähr­anlege in den Main, der Fahrer hatte sich aus eigener Kraft gerettet.

Anfang März: Ein Radfahrer wollte auf der Südumgehung an der Wachenbucher Straße nach links abbiegen und wurde von einem entgegenkommenden Auto schwer verletzt.

Mitte April: Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B 8 zwischen Frankfurt und Maintal

hat möglicherweise ein verbotenes Rennen stattgefunden (in. Mittelleitplanke gefahren).

Mitte Mai: Auf der Kennedystraße in Höhe der Honeywellstraße geriet ein Senior auf den Grünstreifen und kollidierte anschließend mit einer entgegenkommenden Mercedes.

Mitte Juni: In der Ringstraße Süd wurde ein Golf abgestellt und  auf der linken Fahrerseite komplett beschädigt, der Verursacher beging Fahrerflucht (Sachschaden 10.000 Euro).

Ende Juni: An der Einmündung Kesselstädter Straße / Honeywellstraße wurde ein 18-jähriger Fahrradfahrer von einem Auto angefahren, dessen Fahrer dann Fahrerflucht beging.

End Juli: Ein Fahrradfahrer stürzte im Dörnigheimer Weg gegen einen geparkten Lastwagen, weil ein Kleinwagen mit hoher Geschwindigkeit und zu eng an ihm vorbeigefahren war.

Anfang August: Ein Auto kollidierte in Höhe des Tierheims mit einem Hund, der nach der Kollision direkt in ein angrenzendes Waldstück lief. Polizisten fanden ihn.

Anfang September: Ein Wohnmobil  beschädigte in der Berliner Straße einen geparkten BMW. Ohne sich um den Schaden zu kümmern, setzte der Unbekannte seine Fahrt fort.

Mitte September: In der Berliner Straße wurde ein siebenjähriger Junge auf dem Zebrastreifen an der Hüfte verletzt. Die Verursacherin konnte wegen ihrer roten Haare ermittelt werden.

Ende Oktober: Auf der Querspange wurde ein Motorradfahrer schwer verletzt, als ein Autofahrer nach links auf die Zufahrt zur A 66 auf die Autobahn abbog

Ende Oktober: An der Ampelkreuzung Kennedystraße an der B 8 in Bischofsheim kam es wegen einer Stauung an der Kreuzung zu einem Auffahr-Unfall mit zwei Schwerverletzen.

Mitte November: Im Wilhelmsbader Weg nach Fechenheim überholte ein VW einen BMW, der Fahrer verlor dabei die Kontrolle und wurde schwer, der Beifahrer tödlich verletzt.

Ende November: Der Fahrer eines Audi von der A 66 bei Bischofsheim abgebogen. Dabei stieß er mit einem Nissan zusammen und wurde gegen eine Ampel geschleudert,

Anfang Dezember: Ein BMW-Fahrer, der aus der Straße „Alte Dorfstraße“ kam, übersah  einen vorfahrtsberechtigten Bus in der Straße „Alt Bischofsheim“ und kollidierte mit diesem.

Anfang Dezember: In der Straße „Am Kreuzstein“ kam es zu einer Unfallflucht, nachdem ein geparkten Mercedes beim Vorbeifahren gestreift worden war (Schaden von gut 3.500 Euro).

Anfang Dezember: Auf der verlängerten Kennedystraße zwischen Dörnigheim und Bischofsheim wurden zwei Maintaler bei einer Kollision mit der Beton-Leitplanke leicht verletzt.

Anfang Dezember: Nach einem Unfall im Marie-Curie-Ring flüchteten die vier Insassen eines schwarzen Mercedes zu Fuß, nachdem Fahrer. die Kontrolle über sein Auto verloren hatte.

Mitte Dezember: Zwischen der Auffahrt zur A 66 Richtung Frankfurt und dem Ortseingang von Hochstadt wurde ein 57-jähriger Radrennfahrer schwer verletzt gefunden

Mitte Dezember: Im Rumpenheimer Wegs wurde eine 60-jährige Fußgängerin bei einem Zusammenstoß mit einem Toyota an der Schulter und am Bein verletzt.

Ende Dezember: Auf der Bundesstraße 8 zwei Fahrzeuge und eine Leitplanke über 15 Meter beschädigt, als ein BMW einen Mercedes überholen wollte (Atemalkoholtest 2,5 Promille).

 

In Maintal gibt es 34 Voraushelfer, also jener ehrenamtlichen Sanitäter, die im Notfall noch vor Notarzt und Rettungswagen beim Patienten sind und Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen. Dafür sind sie bestens ausgerüstet: Sie haben immer eine Tasche für den Notfall dabei. In dieser befinden sich unter anderem ein Blutdruck-Messgerät und ein Stethoskop. Sie kommen zum Einsatz, wenn ein Herzkreislaufstillstand vermutet wird. Bei einem gebrochenen Bein oder bei Sturzverletzungen werden sie zum Beispiel nicht alarmiert. Es geht für die Voraushelfer also bei jedem Einsatz um Leben und Tod. Nach einem Herz-Kreis­lauf­stillstand verringern sich die Überlebenschancen pro Minute durchschnittlich um zehn Prozent. Nach zehn Minuten hat der Patient demnach kaum noch eine Chance, den Infarkt zu überleben.

Pro Jahr haben die Maintaler Voraushelfer durchschnittlich 50 Einsätze. Über einen digitalen Melder sowie per SMS aufs Handy werden sie über einen Notfall informiert, erhalten die Adresse des Patienten und eine kurze Beschreibung der Symptome und der Situation vor Ort. Die Voraushelfer, die verfügbar sind und sich in der Nähe befinden, machen sich dann auf den Weg dorthin. Oft ist man als Voraushelfer nicht alleine. Doch so wichtig die Arbeit der Voraushelfer ist, eines kann sie nicht ersetzen: die Erste Hilfe durch die direkten Zeugen des Notfalls. Am wichtigsten ist immer die erste Person vor Ort, die den Notruf absetzt und mit der Wiederbelebung beginnt.  Die Voraus-Helfer können nur so gut sein, wie der Ersthelfer es vor ihnen war.

 

Ein 70-jähriger Maintaler ist Anfang Oktober beim Wandern in den Bayerischen Voralpen in den Tod gestürzt. Der Mann stürzte 30 bis 40 Meter in die Tiefe nachdem er am Hohen Fricken auf einem Steig ausgerutscht sein. Die 67 Jahre alte Ehefrau des Maintalers blieb unverletzt und wurde vom Kriseninterventionsdienst der Bergwacht ins Tal nach Farchant (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) gebracht. Der Mann starb noch an der Unfallstelle

 

 

Kriminalität

Anfang Januar wurde am Friedhof in Bischofsheim ein E-Bike gestohlen.

Anfang Januar: Einbrecher nahmen in der Stresemannstraße Bargeld und Schmuck mit.

Mitte Januar: In der Goethestraße wurde auf einem Hof ein Sportwagen Toyota geklaut.

Mitte Januar: Aus einem Bistro im Backesweg stahlen Einbrecher zwei Geldkasetten.

Mitte Januar: Gut sieben Kubikmeter Nahrung wurden im Wald Wachenbuchen gefunden.

Ende Januar: Ein Exhibitionist entblößte sich auf der Siemensallee vor Passanten.

 

 

 

 

 

Anfang Februar: Aus einem Haus „Am Bornberg“ wurden Bargeld und Münzen gestohlen

Mitte Februar: In der Elbestraße wurde ein Audi aus einer Hofeinfahrt gestohlen.

Ende Februar: Vor einem Verbrauchermarkt im Dörnigheimer Weg hat ein Mann mit einem Messer seinen Kontrahenten im Gesicht verletzt

Mitte März: In der Spessartstraße wurde in der Nacht ein Toyota gestohlen.

Mitte März: Von einer Baustelle des Feuerwehrgeländes in der Hanauer Straße in Hochstadt wurde eine Rüttelplatte geklaut.

Anfang April: In der Wachenbucher Straße wurde ein abgestellter VW Touran gestohlen

Anfang April: Aus einem nur kurz auf dem Parkplatz am Sportplatz in Hochstadt abgestellten Auto wurden wurde eine Handtasche mitsamt Bargeld und Ausweisdokumenten gestohlen.

Anfang April: Wegen Volksverhetzung wurde ein Hausmeister zur Zahlung 600 Euro verurteilt wegen eines Aufklebers, mit dem alle Grünen als Kinderschänder hingestellt werden.

 

Ende April: Ein Unbekannter versuchte, einen Geldausgabeautomaten in einer Bankfiliale in Dörnigheim zu sprengen und hantierte dabei auch mit einer Gasflasche

Ende April: Unbekannte sind in ein Mehrfamilienhaus an der Lessingstraße in Dörnigheim eingedrungen und erbeuteten ein Tablet sowie Schmuck gestohlen.

Ende April: In der Straße „Eichenheege“ erbeuteten Unbekannte Schmuck, nach dem sie

eine Kellerfensterscheibe eingeschlagen hatten.

Ende April: Ein Einbrecher-Trio wurde bei einem Einbruch in ein Einfamilienhaus in der Breitscheidstraße von den heimkehrenden Anwohnern überrascht.

Ende April: Zwei etwa 30 Jahre alte Trickdiebe, die am Montag in Hochstadt und Bischofsheim als falsche Mitarbeiter eines Telefonanbieters unterwegs waren, scheiterten.

Anfang Mai:  So Unbekannte haben auf dem Gelände der Kita Moosburger Weg - als spätabendlicher Treffpunkt von Jugendlichen bekannt - randaliert.

Mitte Mai: Eine Fußgängerin wurde in der Bahnhofstraße, Opfer eines Straßenraubes.

Ende Mai: Aus der Apotheke am Dörnigheimer Weg flüchtete ein Unbekannte mit Medikamenten und Geld in die Adalbert-Stifter-Straße und zum Kreuzstein

Anfang Juni: Aus dem Kiosk in der Wachenbuchener Straße nahmen zwei Männer bei einem Einbruch eine Kasse sowie Zigaretten mit.

Mitte Juni: Auf Werkzeuge hatten es Autoknacker abgesehen, die drei Fahrzeuge in Bischofsheim aufgebrochen und Werkzeuge entwendet haben.

Mitte Juni: Bei einer Auseinandersetzung unter mehreren Personen in der Gerhard-Hauptmann-Straße erlitt ein junger Mann zwei Schnittverletzungen im Gesicht.

Ende Juni:  Von der Baustelle auf Höhe der Sportplätze in Hochstadt entwendeten die Täter eine Rüttelplatte und eine Asphaltsäge im Wert von mehreren tausend Euro.

 

Mitte Juli: Unter dem Vorwand, das Kabelfernsehen überprüfen zu müssen, stahl ein Trickdiebpärchen in der Kennedystraße einen kleinen Safe mit Schmuck

Mitte Juli: Bargeld, diverse Wertgegenstände und den Haustürschlüssel haben Einbrecher aus einer Wohnung in der Stresemannstraße gestohlen.

Ende Juli: Ein Rentner wurde von Trickdieben angerufen, es seien zwei Gauner festgenommen worden, von denen einer Unterlagen mit seiner Adresse und anderen Daten dabei hatte.

Mitte August: Einbrecher drangen in eine Gaststätte im Fechenheimer Weg ein und entwendeten Getränke im Wert von mehreren hundert Euro. Die Kriminalpolizei bittet Zeugen.

August: Bischofsheim ist laut Maintaler Polizei kein so genannter „Hot-Spot“ in Sachen Kriminalität. Eine Arbeitsgruppe „Rund um das Schulzentrum“ wurde gegründet, der es unter anderem zu verdanken ist, dass für eine regelmäßige Nachtstreife des städtischen Ordnungsdienstes ein neues Fahrzeug angeschafft und drei neue Stellen geschaffen wurden:

Ende August: Einbrecher drangen durch ein rückwärtiges Fenster in die Kita im Moosburger Weg ein und nahmen Digitalkameras mit.

Ende August: Aus einer Beratungsstelle an der Ascher Straße und stahlen Diebe ein Mobiltelefon und ein Tablet.

Ende August: Bei einem Einbruch im Marie-Curie-Ring wurden mehrere hochwertige Bagger und Baumaschinen entwendet:

Anfang September: Eine Fußgängerin wurde am frühen Sonntag im Bereich der Straße Am Bootshafen von einem Mann unsittlich angefasst.

Mitte September: In der Bahnhofstraße wurde eine Einbrecherin ertappt, die wohl zuvor über den Keller ins Haus eingedrungen war. Nach ersten Erkenntnissen wurde nichts entwendet.

Mitte September: Eine Maintaler Paketzustellerin muss 5.600 Euro Geldstrafe zahlen, weil sie unbefugt Kundenkontodaten (E-Mail-Adresse, Lieferadressen) verändert und damit Waren im Wert von 11.400 Euro im Internet bestellt hatte

Ende September: Im Bertha-von-Suttner-Weg kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung unter jungen Leuten mit leichten Verletzungen, auch durch Pfefferspray.

Ende September: Auf dem Parkplatz eines Getränkemarkts an der Berliner Straße wurde ein Auto angefahren und d im Heckbereich beschädigt. Die Fahrerin hat Unfallflucht begangen.

Ende September: Zwei ertappte Einbrecher sind ohne Beute vom Grundstück eines Einfamilienhauses in der Sudetenstraße geflüchtet, weil die Bewohner nachschauten.

 

Anfang Oktober: Autoknacker waren in der Nacht in Dörnigheim unterwegs und hatten es offensichtlich auf Werkzeug abgesehen. Sie zertrümmerten an drei Handwerkerfahrzeugen jeweils eine Scheibe und stahlen Werkzeug im Wert von etwa 5.000 Euro.

Anfang Oktober: Am 1. Oktober wurden an einer Tankstelle in der Straße Am Kreuzstein vier Personen verhaftet. Die Beamten fanden bei den Festgenommenen 55 Kilogramm Marihuana.

Mitte Oktober: Vandalismus ist an den Maintaler Bahnhöfen ein Dauerthema. Selbst alte Räder werden entwendet oder Teile abgebaut. Die Stadt verweist auf die Fahrradboxen.

Ende Oktober: In der Zimmerseestraße verschaffte sich eine Frau Zutritt zu einer Wohnung unter dem Vorwand vom Pflegedienst zu sein. Anschließend betrat ein Mann die Wohnung und entwendete offensichtlich zielgerichtet einen Möbeltresor aus dem Wohnzimmer.

Ende November: Betrüger wollten einen Hochstädter mit dem Enkel-Trick hereinlegen. Der noch minderjährige einzige Enkel sei in einen Unfall verwickelt benötige jetzt 18:000 Euro zur Begleichung des Schadens. Er rät seinem Enkel, sich an die Eltern zu wenden und Polizei für die Unfallaufnahme und -abwicklung einzuschalten.

Ende Dezember: Bei zwei Einbrüchen „Am Langen See“ und „Am Kreuzstein“ stahlen Unbekannte Schmuck.

 

Der Präventionsrats forderte im April, mehr Präsenz vor Ort zeigen, vor allem am Mainufer, wo immer wieder Vandalismus und illegale Graffiti vorkommen und Kunstwerke zerstört wurden. Als erste konkrete Maßnahme will er ein öffentliches Treffen am Main vereinbaren. Dabei können Interessierte und Betroffene ihre Anregungen für eine sichere Stadt einbringen und mit allen handelnden Personen ins Gespräch kommen. Ein weiteres Thema war die illegale Müllentsorgung, von achtlos weggeworfenen Verpackungen bis zur tonnenweisen Ablagerung von Bauschutt.

Die Kriminalstatistik 2018 zeigt, dass im Vergleich zum Vorjahr die Anzahl registrierter Fälle um 312 in Maintal gestiegen ist. Besonders die Betrugsdelikte (plus 98), die Rauschgiftkriminalität (plus 53) und Diebstahldelikte (plus 67) nahmen zu. Erfreulich ist aber, dass sogenannte Rohheitsdelikte wie Raub, Erpressung und Körperverletzung um 51 Straftaten abgenommen haben und die Anzahl junger Tatverdächtiger um 50 gesunken ist.

 

 

 

 

Kunstschänder am Mainufer: Skulptur am Wochenende zerstört:

Schon lange treiben Vandalen am Dörnigheimer Mainufer ihr Unwesen: Es wurden schon Papierkörbe geöffnet und der Müll auf der Wiese verteilt, und Bänke aus der Verankerung gerissen.  Außerdem haben Unbekannte einen Zaun am Parkplatz an der Uferstraße zerstört und eine frisch gestrichene Wand an der Mainstraße mit Graffiti besprüht.

Im September wurde die sechsteilige Mainufergalerie schließlich eingeweiht. Ende Dezember war eines der Kunstwerke nachts demoliert worden. In der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember haben Unbekannte eine Skulptur aus der Verankerung gerissen. Doch den Vandalen schien sie wohl zu schwer zu sein, denn sie ließen die Figur am Mainufer liegen.

Unbekannte haben sich Anfang Februar in der Nacht von Freitag auf Samstag die Figur des „Außerirdischen“ mit Namen „K 718“ an den Füßen abgesägt, eine der Skulpturen, die auf Initiative der Gruppe vor gut einem halben Jahr am Dörnigheimer Mainufer aufgestellt worden sind. Die Skulptur wurde von einer Ruderin gesichtet.

Auch die Frankfurter Künstlerin Bianca Tather, die die Skulptur im Auftrag der Stadtleitbildgruppe angefertigt hat, ist bestürzt. „Schon als wir im Juni das Projekt durchgeführt haben, wurde von einigen vermutet, dass die Skulpturen nicht lange stehen würden“, sagt sie. Sie selbst hätte aber nicht damit gerechnet, dass die als „Maingalerie“ bekannte Kunstserie         irgendwelchen Vandalen zum Opfer fallen könnte.

Am Mittwoch und am gestrigen Donnerstag war eine Delegation der Ortsgruppe Maintal der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft auf dem Main unterwegs, auf der Suche nach der verschollenen Skulptur. Die freiwilligen Helfer haben mit acht Personen jeweils in zwei Booten den Uferbereich des Flusses bis zur Offenbacher Schleuse abgesucht. Der verschollene Außerirdische ist nun schon der zweite Schaden, den Unbekannte an dem Ensemble angerichtet haben

Erneut haben Unbekannte Anfang August am Dörnigheimer Mainufer eine der dort aufgestellten Skulpturen beschädigt und einen materiellen Schaden von rund 400 Euro angerichtet. Die Figur wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag und ein weiteres Mal von Montag auf Dienstag angegangen. Die Polizei prüft nun, ob es möglicherweise einen Zusammenhang mit einer ähnlichen Tat im Februar dieses Jahres gibt und bittet Zeugen, sich zu melden.

Der oder die Unbekannten hatten es im aktuellen Fall auf die Figur abgesehen, die anstelle des zu Jahresbeginn zerstörten Kunstwerkes aufgestellt wurde. Damals war eine Holzfigur offensichtlich abgesägt und dann womöglich in den Main geworfen worden.

Um das Kunstobjekt künftig besser vor Vandalismus zu schützen, fertigte der Hanauer Werbetechniker Jürgen Graschtat eine Nachbildung aus Metall mit dem Foto der Original-Skulptur von Bianca Tather an. Zusätzlich wurde die Rekonstruktion durch Stahlseile gesichert. Doch nicht einmal die waren stark genug, um zu verhindern, dass unbekannte Täter am vergangenen Wochenende die Figur verbogen.und zudem mehrere Halteseile durchtrennt. Mittlerweile ist sie schon wieder in Stand gesetzt. Jürgen Graschtat, der die Nachbildung gefertigt hatte, war am Montag schnell zur Stelle. „K 718 wurde zunächst mit Warmluft behandelt und anschließend in ein warmes Vollbad getaucht, damit er wieder gerade gebogen werden konnte. Anschließend wurde die Skulptur in Tücher gehüllt und mit Holzlatten massiert. Die Aufenthaltsqualität am Mainufer soll aber weiter gesteigert werden, etwa durch das Rosengärtchen, das derzeit zwischen Karl-Leis-Straße und Ufergasse angelegt wird.

 

Messerstecherei:

Ende Januar wurde der Prozeß gegen einen 20-jährigen Maintaler fortgeführt, der einräumte, einen 19-jährigen Schüler im Oktober vergangenen Jahres in einer Wohnung in der Dörnigheimer Waldsiedlung mit einem Küchenmesser in den Bauch gestochen zu haben. Die Verletzung hätte durchaus lebensbedrohlich verlaufen können. Schließlich hatte das Opfer durch den Stich eine Leberverletzung erlitten und musste notoperiert werden. Der Angeklagte wurde von der Zweiten Großen Strafkammer des Hanauer Landgerichts Aufgrund „infantiler Züge“ und einer Reifeverzögerung nach Jugendstrafrecht zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der mutmaßliche Grund: Das spätere Opfer soll den Maintaler in sozialen Netzwerken „blockiert“ und schlecht über ihn geredet haben. Außerdem soll der 19-Jährige ihm einen mehrteiligen Geldbetrag geschuldet haben.

 

Beziehungstat in Dörnigheim

Zwei Schüsse an der Berliner Straße in Maintal-Dörnigheim haben Anfang September für einen Großeinsatz der Polizei gesorgt. Ein Mann soll auf eine 24-jährige Frau geschossen und sie am Kopf verletzt haben. Er wurde mittlerweile festgenommen. Zeugen hatten am Montagmorgen, gegen 5.20 Uhr, die Polizei alarmierten und angegeben, dass ein Mann an der Berliner Straße auf eine Frau geschossen habe. Am Einsatzort wurde eine 24 Jahre alte Frau mit einer Kopfverletzung aufgefunden und schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Der 35-jährige Tatverdächtige flüchtete im Anschluss. Bei einer Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz war, wurde der Mann gegen 7 Uhr vorläufig festgenommen.

Noch am Morgen wurde das Areal um den Tatort mit Polizei­hunden abgesucht. Die Tatwaffe wurde allerdings nicht gefunden. Der Täter kam in Untersuchungshaft.

Am Nachmittag bestätigte die Staatsanwaltschaft Informationen, laut denen die Ermittler von einer Beziehungstat ausgehen. Der Schütze habe laut Staatsanwaltschaft aus Eifersucht zur Waffe gegriffen und seine Freundin durch Kopfschüsse töten wollen – offenbar hatte die Frau mit einem anderen Mann Kontakt gehabt. Die am Kopf verletzte Frau wurde nach zwei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Die Verletzung war weniger schwer als befürchtet: Die Kugel ist in der Schädeldecke steckengeblieben

Mehr als drei Monate nach dem Verbrechen haben Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft den Fall aus ihrer Sicht aufgeklärt: Der 35-jährige Afewerki W. soll versucht haben, in den Morgenstunden des 2. September in Dörnigheim seine elf Jahre jüngere Ex-Freundin zu ermorden. Das Opfer überlebte wie durch ein Wunder. weil es sich wohl nur um eine Schreckschußwaffe gehandelt hat und das. Projektil im Schädelknochen steckenblieb.

Wie Anfang Dezember bekannt wurde, hat der 35-Jährige bereits einiges auf dem Kerbholz und der beinahe tödliche Angriff kam nicht von ungefähr. Bereits in den Wochen vor den Schüssen soll der Mann seine Freundin dreimal in Folge angegriffen haben. Die Frau hatte W. bereits am 24. Juli angezeigt. An diesem Tag soll der Angeklagte – offenbar ebenfalls aus Eifersucht, versucht haben, das Smartphone seiner Freundin zu kontrollieren. W. soll die Frau bedroht und zunächst geschlagen haben. Dann soll er ihr ein Kissen ins Gesicht gedrückt haben, bis die Frau ihm die Nummer zum Entsperren des Handys sagte. So lautet die Anklage auch auf gefährliche Körperverletzung sowie Nötigung.

Am 31. Juli sowie am 1. August soll es ebenfalls zu Übergriffen gekommen sein. So füllen zwei weitere Anklagepunkte wie versuchte gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung die Akte. Am Hanauer Gericht ist W. zudem kein unbeschriebenes Blatt. Erst vor wenigen Wochen ist er vom Schöffengericht sowie in der Berufung vom Landgericht wegen gemeinschaftlichen Einbruchs in Dörnigheim zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten ohne Bewährung verurteilt worden. - Der Auftakt der Hauptverhandlung ist von der 1. Schwurgerichtskammer für Donnerstag, 27. Februar, anberaumt worden.

 

 


 

 

Schüsse bei Raubüberfall auf Tankstelle:

Polizeibeamte haben in Maintal-Dörnigheim Ende September in der Nacht zu Montag einen Raubüberfall auf eine Tankstelle vereitelt und einen bewaffneten 23-Jährigen festgenommen, der später jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Bei der Festnahme hatten die Beamten von der Schusswaffe Gebrauch gemacht. Verletzt wurde dabei niemand. Nach bisherigen Ermittlungen betrat der maskierte Täter gegen 1.45 Uhr den Verkaufsraum der Aral-Tankstelle in der Kennedystraße / Ecke Berliner Straße (Opel-Eck) und soll die Kassiererin sofort mit einer Schusswaffe bedroht haben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Nur wenige Augenblicke später kam zufällig eine Polizeistreife ebenfalls in die Tankstelle. Als der Verdächtige die Uniformierten bemerkte, hat er seine Waffe in Richtung der Beamten gerichtet. Eine Polizistin hat dabei einen Schuss aus der Dienstwaffe abgegeben. Bei seiner Festnahme in der Tankstelle leistete der Mann erheblichen Widerstand und schlug dabei einem Beamten heftig ins Gesicht. Dieser musste in ein Unfallkrankenhaus eingeliefert und dort mit Verdacht auf eine Fraktur behandelt werden.

Bei der Durchsuchung des Verdächtigen wurde neben einer Schreckschusswaffe ein weiteres Magazin, ein Schlagring, ein Butterflymesser und eine geringe Menge Drogen sichergestellt. Der polizeilich bereits bekannte Mann wurde ins Polizeigewahrsam eingeliefert. Der polizeilich bekannte Mann wurde dann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hanau einem Haftrichter vorgeführt. Dieser ließ den mutmaßlichen Täter allerdings wieder laufen – der Tatverdächtige verließ das Amtsgericht Hanau am Montagabend als freier Mann.

 

Das sieht sehr nach Fehleinschätzung des Hanauer Amtsgerichts aus: Der 23-jährige Dörnigheimer, der versucht hatte, die Tankstelle an der Kennedystraße zu überfallen und trotz Antrags der Staatsanwaltschaft Hanau auf freien Fuß gesetzt worden war, hat Anfang Oktober mit einem bewaffneten Amoklauf gedroht. Die gute Nachricht: Der Mann wurde vorläufig in einer psychiatrischen Anstalt eingesperrt.

 Der 23-Jährige ist am Mittwoch in die Kanzlei seines Frankfurter Strafverteidigers gegangen. Dort soll er dann gedroht haben, im Anschluss an die Beratung seine übrigen Waffen in Maintal zu holen und einen Amoklauf zu begehen. Daraufhin ist der Dörnigheimer von einem Spezialeinsatzkommando der Polizei noch in der Kanzlei überwältigt und festgenommen worden, um die Gefahr eines tatsächlichen Amoklaufs im Keim zu ersticken. Der 23-Jährige soll in eine geschlossene Anstalt gebracht werden.

Die Staatsanwaltschaft legte zweimal Beschwerde gegen den Beschluss eingereicht. Dies ist jedoch vom Landgericht abgelehnt worden. „Als wir von der Amoklauf-Drohung in Frankfurt erfahren haben, wurde eine Wohnungsdurchsuchung angeordnet“, so der Oberstaatsanwalt zu den Ermittlungen. Dabei seien Kriminalbeamte in Maintal auf ein Arsenal verbotener Waffen wie Butterflymesser und Schreckschusswaffen gestoßen. Und die Beamten fanden noch mehr: eine größere Menge Rauschgift. Drogen, Butterflymesser, Schlagring sowie eine Schreckschusspistole.

Erst nach einer erneuten Beschwerde der Hanauer Staatsanwaltschaft hat das Landgericht Hanau einen Haftbefehl gegen den Verdächtigen erlassen. Zivilkräfte der Hanauer Polizei nahmen den Maintaler noch am gleichen Tag an seiner Wohnanschrift fest. Zwar versuchte der 23-Jährige zu flüchten, konnte aber nach wenigen Metern eingeholt werden. Bei der folgenden Durchsuchung des Mannes fand die Polizei ein verbotenes Butterflymesser.

Doch es wäre völlig falsch, pauschal auf „die Hanauer Justiz“ zu schimpfen. Denn: Bevor ein Mensch – für den bis zu seiner Verurteilung die Unschuldsvermutung gilt – hinter Gitter landet, muss in diesem Land sorgfältig geprüft werden. Es sind hohe Hürden. Das ist auch gut so. Und unter den Roben stecken schließlich Menschen, die nicht fehlerfrei sein können.

Besonders lobenswert ist daher die Hartnäckigkeit der Hanauer Staatsanwälte, die nicht locker gelassen und sich schließlich mit ihren Argumenten durchgesetzt haben. Insofern haben die Juristen einwandfrei gearbeitet und beweisen, dass unser Rechtssystem sehr wohl funktioniert – denn die Staatsanwaltschaft ist ein Teil der Hanauer Justiz.

 

Thailand-Connection:

Im Mai begann der Mammutprozess um Menschenhandel, Menschenhandel, Einschleusung, Zwangsprostitution, Zuhälterei, Ausbeutung und Steuerhinterziehung gegen führende Mitglieder der „Thailand-Connection“. Vier thailändische Frauen und ein deutscher Mann im Alter zwischen 49 und 64 Jahren müssen sich dann vor der 5. Großen Wirtschaftsstrafkammer verantworten. Sie sollen laut Anklage die Drahtzieher in Maintal gewesen sein. Vor mehr als einem Jahr hatte die Polizei bundesweit zugeschlagen: Rund 1.500 Polizisten sowie zahlreiche Zollbeamte hatten bei einer Großrazzia am frühen Morgen des 18. April 2018 die organisierte Kriminalität im Rotlichtmilieu unter die Lupe genommen.

Ein Großaufgebot durchsuchte auch im Maintaler Westend ein Bordell. Dabei stellten die Beamten zahlreiches Beweismaterial wie Computer oder Festplatten sicher. Insgesamt wurden in zwölf Bundesländern 62 Objekte ins Visier genommen. Bei einer Durchsuchung in Maintal im Februar 2017 wurde festgestellt, dass sich zahlreiche Thailänderinnen illegal in Deutschland aufhielten. So wurde aus dem Hanauer Ermittlungsverfahren ein bundesweiter Fall, der von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt übernommen wurde.

Insgesamt listet die Anklage 343 Straftaten auf, darunter 39 Fälle von Einschleusung. Neben Frauen sollen auch mehrere Transsexuelle in dem Maintaler Bordell zur Prostitution gezwungen worden sein. Sie wurden mit hohen Verdienstmöglichkeiten nach Deutschland gelockt und systematisch ausgebeutet. Es geht auch um das Vorenthalten und die Veruntreuung von Arbeitsentgelt, Sozialbeiträgen sowie Steuerhinterziehung in Höhe von insgesamt rund 1,4 Millionen Euro.

 

Mitte Juni sagt eine Zeugin aus: Monatelang war sie eingesperrt, wurde durch die halbe Republik gefahren, um anzuschaffen. Von ihrem Lohn - bis zu 800 Euro pro Tag - habe sie so gut wie nichts gesehen. Zu hoch seien die Schulden gewesen, die sie an ihre Peiniger zahlen musste.  Die Familie, die bis dahin zur Mittelschicht gehört habe, sei plötzlich in finanzielle Probleme geraten. Durch Bekannte sei die 25-jährige Transsexuelle (einst als Mann geboren) schließlich auf die Idee gekommen, in Deutschland als Prostituierte zu arbeiten. Sie wohnte im Keller, hat in demselben Zimmer geschlafen, in dem ich auch gearbeitet hat. Die Etablissements habe sie alleine nicht verlassen dürfen, selbst beim Luftschnappen direkt vor der Tür habe sie einer „der Leute“ begleitet. Für den Fall einer möglichen Polizeidurchsuchung haben „die Leute“ vorgesorgt: Es gab eine Tür, hinter der sie sich dann verstecken sollten. Zudem wurden ihr ihre Papiere abgenommen. Am 28. September 2016 war sie bei einem Polizeieinsatz in einem Maintaler Bordell verhaftet und somit auch befreit worden.

Dem  Rechtsanwalt Rainer Erich Platz gelang es allerdings immer wieder, die Zeugin in Widersprüche zu verwickeln. Aber vielleicht war die Übersetzung so schlecht, dass es zu den zahlreichen Widersprüchlichkeiten kam. Er hatte zwei Dinge im Fokus: den Aufenthaltsstatus der ehemaligen Prostituierten vor, während und nach ihrer Tätigkeit als Prostituierte. Und die Frage, ob die junge Frau bereits in ihrem Heimatland als Prostituierte gearbeitet habe. Auch die hartnäckigen Fragen des Verteidigers nach ihrem Status als Transsexueller, als „Katoey“, in ihrem Heimatland Thailand, beantwortete die Zeugin nicht zur Zufriedenheit des Anwalts.

 

Die Anwälte haben Ende Juni die Anträge gestellt, für die 49-jährige Jammanee L. von der Untersuchungshaft zu verschonen. Immerhin sitzt sie bereits seit 14 Monaten hinter Gittern, und die mögliche Strafe dürfte nicht wesentlich darüber liegen. Sie ist laut Anklage das „kleinste Licht“, soll hauptsächlich als Kurierfahrerin für das bundesweit agierende Netzwerk aktiv gewesen sein. Die Kammer gibt dem Antrag statt und hebt den U-Haftbefehl unter Auflagen auf.

Am sechsten Verhandlungstag zeichnet sich zudem ab, dass di e bisherige Mauer des Schweigens erste Risse bekommen könnte. Nach L.haben nun auch die Verteidiger der beiden Schwestern, die das Bordell an der Wilhelm-Röntgen-Straße in Dörnigheim geleitet haben sollen, die Kammer um eine Einschätzung gebeten.

Die beiden „Managerinnen“ aus Maintal könnten nach den Worten des Vorsitzenden mit Freiheitsstrafen zwischen zwei Jahren und neun Monaten sowie drei Jahren und neun Monaten rechnen – ein „umfassendes und glaubhaftes Geständnis vorausgesetzt.“

 

Ende Juli wurde die transsexuelle 26-jährige Thailänderin „Cherry“ befragt. Sie ist so etwas wie eine Kronzeugin der Generalstaatsanwaltschaft, ohne diesen Status offiziell zu haben.

Eine entscheidende Frage war, ob die Zeugin in den Bordellen in Hannover und Siegen Liebesdienste bestimmter Art auch verweigern durfte oder nicht, wie „Cherry“ behauptet hatte,

Die Nebenklägerin hatte ausgesagt, dass sie keine sexuelle Praktik, so ekelerregend sie auch sein möge, ablehnen durfte, solange sie ihre „Schulden“ bei der Hauptangeklagten nicht abbezahlt hätte. Heute musste sie das relativieren, wenn auch nur in einem Fall. Ein offensichtlich hoch infektiöser Freier wollte sie zum ungeschützten Verkehr zwingen: Nach Rücksprache mit den Hausdamen habe sie schließlich mit Kondom mit ihm verkehren dürfen.

 

Ende August sagte ein verdeckter Ermittler aus: Sie hatten drei Ansätze. Die Erkenntnisse der Hanauer Polizei nach den Durchsuchungen im Maintaler Bordell, die Festnahmen von zwei Prostituierten am Flughafen in Hannover und die Informationen einer „Vertrauensperson“.

Nach Siegen und Maintal hatten sie auf einmal Hinweise auf die Bordelle im Rodgau, in Speyer, in Saarbrücken. Längst ist der Fall zu diesem Zeitpunkt in den Händen der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. Die Ermittlungen reichen bis nach Bangkok. Und dann ordnet Polizeihauptkommissar M. auch noch Einsätze von nicht offen ermittelnden Polizeibeamten an, eine schöne Umschreibung dafür, dass die zivilen Ermittler auch in Maintal im Bordell selbst ermittelt haben

Schließlich kommt der Tag, an dem die Beweise aus Sicht der Ermittler ausreichen: Es kommt am 18. April 2018 zum bislang größten Einsatz der Bundespolizei mit über 1500 Einsatzkräften kommt, Bei den Durchsuchungen sind in Siegen in zwei Kühltruhen rund 250.000 Euro gefunden worden. Im Ermittlungszeitraum dürfte es um fünf Millionen Euro gegangen sein.

Hauptangeklagte ist die die 62-jährige „Mae“, mit echtem Namen Deang B. und mit dem ebenfalls angeklagten und inhaftierten Deutschen Martin J. verheiratet. Sie wurde 2011 bereits verurteilt zu viereinhalb Jahren Haft – wegen Menschenhandels. Von Siegen aus hat sie den Menschenhändlerring geführt. Die beiden Schwestern M. sollen demnach die Statthalterinnen an der Wilhelm-Röntgen-Straße in Dörnigheim gewesen sein.

 

Die Spitze des Eisbergs ist jene Geschichte, die unwilligen Prostituieren gegenüber immer wieder berichtet worden sein soll. Es gab dieses Gerücht über die Tötung eines Transsexuellen, der sich offenbar gegen die Ausbeutung gewehrt hat. Die Leiche soll „in das Mauerwerk eingearbeitet worden sein“. Die Bundespolizei ist dieser Schauergeschichte bei der bundesweiten Großrazzia im April 2018 nachgegangen: In dem Hauptbordell in Siegen war auch ein Leichenspürhund im Einsatz. Der hat in einer Garage angeschlagen. Daher wurde der Garagenboden ausgehoben – aber keine Leiche gefunden.

 

Mitte September ließen zwei der Angeklagten „Mae Malai“ und „Mae Mali“, die das Bordell in Dörnigheim betrieben haben, jeweils ihre Anwälte Geständnisse verlesen: Die Schwestern bekamen Gelegenheit, im Jahr 2009 eine Drei-Zimmer-Wohnung im Dörnigheimer Gewerbegebiet für 2.300 Euro anzumieten, in der sie sowohl wohnen als auch ihr Gewerbe betreiben konnten. Malai hat hauptsächlich für die Mädels - also die weiblichen und transsexuellen Prostituierten - gekocht, Mali das Telefon angenommen und die Kunden aufgeteilt. Beide haben sich ebenfalls prostituiert wie die übrigen Dirnen, die teilweise von Daeng geschickt worden seien, teilweise auch frei ihr Zimmer gemietet und zeitweise dort gearbeitet haben. Beide belasten die Hauptangeklagte massiv, bestätigen die Anklagevorwürfe mehr oder weniger in vielen Einzelheiten. 20 Minuten kosteten 50 Euro für, halbe Stunde 80 Euro und so weiter.

Am Ende kamen die beiden angeblich auf lediglich jeweils rund 700 (Malai) und 1.000 Euro (Mali), die sie netto am Monatsende gehabt hätten. Aber Sozialbeiträge, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer: die hätten beide Schwestern ausschließlich für ihre eigene Arbeit abgeführt respektive bezahlt. Im weiteren Prozessverlauf überlegt die Kammer laut Weiß, ob das Verfahren gegen die beiden Maintaler Bordellbetreiberinnen aufgrund der Geständnisse möglicherweise abgetrennt und dann in Folge auch die Haftanordnungen aufgehoben werden könnten.

 

Die Rolle, die der Angeklagte Deutsche Martin J. geht aus den Daten des Providers ebenfalls hervor. Denn er war es, der in etlichen E-Mails immer wieder die Inserate im Portal schaltete; teilweise am gleichen Tag, als die Prostituierten als „frisches Material“ an deutschen Flughäfen landeten und sogleich auf die Bordelle verteilt wurden.

 

Mitte Oktober sagen wieder Kriminalpolizisten über ihre Ermittlungen aus, über ihre dienstlichen Besuche im Bordell. Sie fanden auch im Dachgeschoss in der Dachschräge einen kleinen Raum, in dem drei illegale Prostituierte versteckt waren.

 

Ende Dezember nach inzwischen 33 Verhandlungstagen ist die Beweislast bereits erdrückend: Mehrere Opfer, darunter vor allem Transsexuelle („Ladyboys“) sagen aus, wie sie von Thailand aus mit erschlichenen Schengen-Visa nach Deutschland geschleust wurden und dort angebliche Schulden von rund 15.000 Euro abarbeiten mussten. Dabei gab es ein Rotationsprinzip. Die Prostituierten, die auch zum ungeschützten Geschlechtsverkehr gezwungen worden sein sollen, wurden immer wieder an andere Bordelle im gesamten Bundesgebiet verteilt. Nur zwei der Angeklagten, die beiden Schwestern, die in Dörnigheim das Bordell „Thai-Sun“ leiteten, legen Geständnisse ab und belasten dabei die beiden Hauptangeklagten, die 63-jährige Deang B. und Martin J. (66). Doch die beiden Hauptangeklagten schweigen weiter zu den Vorwürfen. Die Strafkammer unter dem Vorsitzenden Richter Andreas Weiß nimmt das Rotlichtmilieu ganz genau unter die Lupe, hakt immer wieder bei den Zeugen nach, während beispielsweise die insgesamt zehn Verteidiger an die Belastungszeugen der Polizei nur sehr wenige Fragen haben. Es sind bis zum 23. April noch 20 weitere Verhandlungstage anberaumt.

 

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