Hier erscheint demnächst "Kirche ohne Stasi" I (Kirche und Stasi im Kirchenkreis Schmalkalden)

 

Nach dem Jahr 2000 habe ich die Akten ausgewertet, die mir die Behörte des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der ehemaligen Staatssicherheit der früheren DDR zur Verfügung gestellt hat. Ich habe sie damals noch nicht veröffentlicht, weil ich immer noch hoffte, daß die Kirche von sich aus reinen Tisch macht. Außerdem wollte ich, daß mein eigener F all geklärt wird. All die Jahre habe ich gehofft, daß die Kirche wenigstens eine Ehrenerklärung für mich abgibt. Seit 2017 habe ich es wieder intensiv versucht, als die Mitteldeutsche Kirche an die Aufarbeitung an die Vergangenheit gehen wollte. Zuletzt hat der Bischof sich beim Dekan dafür eingesetzt, daß der heutige Kirchenvorstand eine Stellung bezieht. Aber ich habe keine Antwort erhalten.

Es steht immer noch der Verdacht im Raum, ich hätte Nachbars Hühner vergiftet oder Geld unterschlagen, weil bei meiner Beurlaubung vom Dekan keine Gründe genannt wurden. Nur mir persönlich hat man verssichert, daß keine Gründe für ein Disziplinarverfahren vorliegen.

Ich stelle noch einmal fest: Ich habe nicht gegen staatliche oder kirchliche Gesetze verstoßen!

Es war auch nicht die Stasi, die mich aus Steinbach-Hallenberg vertrieben hat.

Das warten die eigenen Kollegen, der Dekan und sein Stellvertreter. Aus den Stasiakten geht hervor, daß diese mich weghaben wollten, weil ich das „gute Verhältnis von Staat und

Kirche in Dekanat“ gestört hatte. Ich hatte nämlich in einem Brief an den Kreisratsvorsitzenden eine Reisefreiheit für alle gefordert, nicht nur in dringenden Familienangelegenheiten. Die Pfarrer sahen dadurch ihre „Dienstreisen“ in die Bundesrepublik und ins westliche Ausland gefährdet. Wie könnte sonst der Dekan zu einem Stasimann gesagt haben. „Der Hülsemann ist von selber gegangen, den Heckert haben wir nun los, nun wird nur noch der Krahmer weiter Schwierigkeiten machen. Sie sind sicher mit uns froh darüber!“ Und aus dem Kirchenvorstand waren es Erich Nothnagel und Heini König, die sich für Reisen in den Westen erkenntlich zeigen wollten.

Die Stasiakten wurden auch gesichtet von Pfarrer Bunge und Oberkirchenrat Weißpfennig, aber die hatten die Tendenz, die Kirche reinzuwaschen. Mir kann man die Tendenz vorwerfen,

ich hätte nur eine Ausrede für mein eigenes Fehlverhalten gesucht. Ich stelle dazu fest: Die Gemeinde war bis zu meinem, Abgang wohl versorgt, obwohl ich in fünf Jahren meine Kollegen zusammengerechnet zwei Jahre vertreten mußte. Alle Mitarbeiterstellen waren mit guten Leuten besetzt. Es fiel nichts  aus und es war alles wohl geordnet (Näheres dazu unter „Steinbach-Hallenberg, Kirche, neuere Zeit).

Ich sollte ohne Prüfung der Vorwürfe durch die Kirchenleitung einfach zwangsversetzt werden nach Dermbach. Daß im Pfarrergesetz erst ein Anhörung des Pfarrers vorgeschrieben war, wischte der Oberkirchentrat Kirchner weg (der nachher als hauptamtlicher Mitarbeirter der Stasi enttarnt wurde). Er drohte mir auch, wenn ich in der neuen Stelle auch nicht mit den politischen (!) Stellen hinkomme, werde man mich ganz entlassen. Diese zwei Dinge veranlaßten mich, von mir aus den kirchlichen Dienst aufzugeben.

Von manchen Seiten wird der Wahrheitsgehalt der Stasiakten angezweifelt. Sie sind in einem gewissen Maße auch sicher tendenziell, weil man überall Feinde witterte. Aber es gibt Dinge, die konnte die Stasi nicht erfinden: Zwei Pfarrer fuhren im Auftrag der Stasi in den Westen, um „Republikflüchtige“ auszuhorchen, zwei Pfarrer meldeten Gemeindeglieder, die sich mit dem Gedanken trugen, einen Ausreiseantrag zu stellen, Pfarrer empfingen Stasimitarbeiter in ihren privaten Wohnräumen und tauschten mit ihnen Geschenke aus. In den Akten kommen Namen Erich Nothnagel und Heini König auf.

Sie waren alle keine inoffiziellen Mitarbeiter mit Verpflichtungserklärung und Geldzahlungen

Aber Herbert Johannes wurde von der Stasiunterlagenbehörde als inoffizieller Mitarbeiter eingestuft. Und ich sage, daß Reinhard Nauman wie ein inoffizieller Mitarbeiter gehandelt hat.

Aber ausgerechnet diese beiden waren nach der Wende politisch tätig, weil man ihnen als Vertreter der Kirche eine Gegnerschaft gegen das SED-Regime nachsagte. Daß es nicht so war, zeigen die Stasiunterlagen.

 

Ich habe diese nach bestem Wissen und Gewissen geordnet und zusammengefaßt. Meine Ergänzungen und Kommentare habe ich davon in kursiver Schrift abgesetzt, das ist durch da s Recht auf freien Meinungsäußerung gedeckt,. Es steht jedem frei, eine andere Meinung zu haben. Aber daß die Kirche weiter den Anschein erwecken will, alle Kirchenleute hätten au der Seite der Bevölkerung und gegen den Staat gestanden, wird sich nicht aufrechterhalten lassen.

Ich habe allen Pfarrer nein Manuskript zukommen lassen, soweit es sie betrifft. Die meisten haben sachlich geantwortet  und ergänzt. Zwei besonders Betroffene haben mir mit einer Klage vor Gericht gedroht.

Das bewegt mich auch heute noch, den vollständigen Text noch nicht zu veröffentlichen Wer sich aber für einzelne Themen oder auch für das Ganze interessiert, kann sich - wie auch schon bisher - gern an mich wenden, ich kann meinen Text oder auch Ablichtungen der Akten

zur Verfügung stellen. Meine  E-Mail-Anschrift ist  „name@peterheckert.de.“ Weil ich die Hoffnung aufgegeben habe, daß die Kirche sich bewegt, muß ich zu diesem Mittel greifen, damit der Geschjchtsverklärung etwas entgegengesetzt wird,

 

 

 

 

 

 

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