Das Museum in Maintal

 

Eine gedruckte Ausgabe dieser Festschrift von 2010 mit vielen Bildern ist beim Verein Heimat-Museum Maintal zu erhalten. Die wesentlichen Ergänzungen in der folgende Datei sind markiert

 

Anfänge des Vereins:

Die treibende Kraft für die Gründung eines Museums in Maintal war Frau Walburga Edeling-Teves aus Bischofsheim. Für sie war der Taufstein aus der Hochstädter Kirche, der damals im Histo­ri­schen Museum in Frankfurt stand, das auslösende Moment für die Gründung einer Interessen­gemeinschaft „Heimat-Museum Maintal“. Diese bestand im November 1985 aus zwölf Personen. Hanau hat damals schon sechs meist sehr große Museen. Aber gerade in einer jungen Stadt wie Maintal, die aus vier Ortssteilen und viele Zuwanderern zusammengefügt ist, sei ein „Spazierplatz zur Geschichte“ (Edeling-Teves) wichtig für die Identitätsfindung des Einzelnen.

Die Gründungsversammlung war am 12. November 1985 im Kolleg der Gaststätte „Alt-Bi­schofs­heim". Anwesend waren 34 Personen. Nachdem Frau Edeling-Teves die Versammelten begrüßt hatte, gab sie den Zweck der Zusammenkunft bekannt: Gründung eines Museumsvereins unter dem Namen „Heimat-Museum Maintal e.V.“. Frau Edeling-Teves wollte diese Schreibweise, weil da­durch das Wort „Museum“ mehr betont wird. Auch in amtlichen Schreiben erscheint der Name so (auch ohne Bindestrich), heute wird aber doch allgemein die Schreibweise „Heimatmuseum“ verwendet.

Die Anwesenden erklärten auf die entsprechende Frage, dass sie mit der Gründung des Vereins einverstanden seien. Zunächst wurde Herr Wipperfürth zum Protokollführer gewählt.

Frau Edeling-Teves verlas anschließend die von ihr entworfenen Satzung, die zur Diskussion gestellt wurde. Es gab folgende Wortlautänderung: Im § 2 Absatz 1, nach dem Text „aus dem Bereich der Stadt Maintal“, soll es heißen: „und ihrer näheren Umgebung“. Ferner wurde der gleiche Paragraph um folgenden Satz erweitert: „Der Verein kann lokalgeschichtliche Forschung unterstützen.“ Alle Teilnehmer der Versammlung billigten dann den Wortlaut der Satzung und bekundeten dies durch ihre Unterschrift. Frau Edeling-Teves gab anschließend bekannt, dass damit der Verein offiziell gegründet ist.

Für die Wahl des Vorstandes wurde eine Wahlkommission gegründet. Folgende Mitglieder wurden nach geheimer Wahl in den Vorstand berufen: Erste Vorsitzende Frau Edeling-Teves, stellver­tre­tende Vorsitzende Frau Schild-Kreuziger, stellvertretender Vorsitzender Herr Wipperfürth, Kas­siererin Frau Kluß, Schriftführer Herr Höft.

Im Anschluss an die Gründungsversammlung wurde gleich eine Mitgliederversammlung abgehalten, als Mitgliedsbeitrag wurden 24 Mark im Jahr festgesetzt, der „Historische Kulturkreis Dörnigheim“ trat als juristische Person bei. Von den Gründungsmitgliedern gehören heute noch dem Verein an: Walburga Edeling-Teves, Rein­hard Schellmann, Wolfram Eschelbach und Helmut Müller. Am 19. November wurde der Verein beim Amtsgericht angemeldet und am 13. März 1986 in das  Vereins­register eingetragen, auch in die Liste der Vereine der Stadt Maintal wurde er aufgenommen. Schon Ende des Jahres erschien eine erste Information „Fliegende Museumsblätter“.

 

Anfang 1986 hatte der Verein 36 Mitglieder. Der Hessische Museumsverband antwortete am 13. Januar auf den Antrag vom 16. Dezember 1985, man solle doch erst einmal den Erhebungsbogen ausfüllen, aber eine Mitgliedschaft komme nur in Frage, wenn vergleichbare Museumsbestände erst in weiter Entfernung vorhanden sind und wenn die ständige Betreuung wissenschaftlich im öffentlichen Interesse liegt

 

Die erste Ausstellung des Vereins war am 30. Januar 1986 im Rathaus Bischofsheim. Mit diesem Anfang soll ein junges Heimatmuseum für die Stadt Maintal „aus der Taufe gehoben“ und dem Interesse der Bürger empfohlen werden. Gezeigt wurde, was die Mitglieder an Fundstücken aus der näheren Umgebung der Stadt zusammengetragen hatten. Das waren unter anderem der Dörnig­heimer Wetterhahn von 1914, der zum Kennzeichen des Vereins wurde.

 

Weiter wurden gezeigt fünf Apostelfiguren aus dem 19. Jahrhundert aus der Bischofs­heimer Kirche, der Bischofsheimer Opferstock von 1686 die Fahne des nicht mehr bestehenden Wachenbucher Gesangvereins „Concordia“, eine Aussteuer-Truhe, Bembel und Krüge und viele Dokumente. Glanzstück aber war der alte Taufstein aus der Hoch­städter Kirche, den das Historische Museum Frankfurt ausgeliehen hatte. Dieser Taufstein war 1905 von einem Bauern, in dessen Garten er stand, an einen Antiquitäten­händler verkauft worden, der ihn dann wieder für 500 Goldmark nach Frankfurt verkaufte. Dort stand er wenig beachtet in einer Steinsammlung.

Der Tagesanzeiger titelte schon „Heimatmuseum wird eröffnet“, eine andere Zeitung schrieb bescheidener „Heimatmuseum stellt sich vor“. Es gab Apfelwein und Brezeln und Flötenmusik.

Bürgermeister Unger versprach dem Verein, er werde von der Stadt stets Unterstützung bekommen, wenn er Räume braucht. Allerdings dachte er dabei nur an eine Ausstellung im Historischen Rathaus in Hochstadt, nicht an eine feste Bleibe. Frau Edeling-Teves aber sagte dazu: „Wir können zwar schon Gehversuche machen, aber wir haben kein Bett, wo wir uns hinterher hineinlegen können!“

Am 18. Februar 1986 wurde Frau Edeling-Teves in der Sendung „Unterwegs in Hessen“ von Rainer Witt zum Museum befragt. Sie mahnte in der Folgezeit immer wieder eine „Spurensicherung“ an und forderte als Stadtverordnete dazu auf, auch finanzielle Mittel für ein Museum bereitzustellen. Sie schlug damals vor, in dem Museum die Geschichte der Vereine darzustellen. Die zweitgrößte Stadt des Kreises brauche ein Museum, das kulturelle Interesse der Bevölkerung sei ja durchaus vorhanden.

Die Sammlungen des Museums wurden zu dieser Zeit im alten Bauhof aufbewahrt. Für das künftige Museum wurden verschiedene Standorte in Erwägung gezogen. Zunächst dachte man an die alte Schule in der Klosterhofstraße, dann schon im August 1986 an das Obertor in Hochstadt mit dem danebenliegenden Hirtenhaus. Die Denkmalbehörde stimmte zu, es fand eine Begehung statt, aber das Wohnhaus war noch bewohnt und es gab keinen behindertengerechten Zugang. Dennoch wurde ein Antrag an den Magi­strat gestellt. Aber der Vereinsvorstand verzichtete dann doch und hoffte auf Räume im alten Pfarrhaus. Auch die Stadt wollte keine Investitionen für eine Übergangslösung vor­nehmen. Im Juni 1987 unternahm man noch einmal den Versuch, das Hirtenhäuschen für eine Übergangszeit als „Kristallisationspunkt“ zu erhalten. Im November 1988 wurde das Hirten­häus­chen endgültig abgelehnt weil es für Ausstellungszwecke zu klein und auch als Lagerraum für Mu­seumsgegenstände, zu renovierungsbedürftig war (Kosten 150.000 Mark).

Am 20. April 1986 war eine weitere kleine Ausstellung in der Hochstädter Kirche zu sehen. Am 13. Mai besichtigte der Verein die alten Autos und Motorräder in der Firma Rasmussen. Am Bi­schofs­heimer Straßenfest am 16./17. August 1986 nahm der Vereine erstmals mit einem Ausstellungsstand teil. Man hatte eine alte Küche aufgebaut und es wurden Rezepte gesammelt, die dann in einer klei­nen Broschüre zusam­mengestellt wurden („Erstes Bischemer Kochbichelche“). Es gab ein Ratespiel und selbstge­backe­nem Kuchen, Kaffee und Apfelwein.

 

Die zweite große Ausstellung war am 1. September 1986 im Obergeschoß der neuen Raiffeisenbank in Hochstadt. Unter dem Titel „Leben-Feiern-Arbeiten in früherer Zeit“ wurden Leihgaben von sehr vielen Bürgern aus Maintal gezeigt. Die Spielgemeinschaft der Pfarrgemeinde St. Theresia in Bischofsheim führte bei der Eröffnung das Stück „Napoleon in der Knallhütt“ auf.

Die Kirchengemeinde bezahlte dann noch einmal 1.500 Mark, damit der Taufstein noch in die Hochstädter Kirche gebracht werden konnte. Die Kirche hätte ihn gern an seinem angestammten Ort behalten. Aber er war ja schließlich eines Tages als überflüssig angesehen worden und wurde rechtmäßig vom Frankfurter Museum erworben. Im Oktober 1986 musste er wieder zurück nach Frankfurt. Als aber die Steinsammlung aufgelöst wurde, kam er im Jahr 2000 wieder als Leihgabe in die Hochstädter Kirche.

Im September 1986 hatte der Verein fast 50 Mitglieder. Am 20. Oktober wurde Frau Karin Salz­mann als neue Vorsitzende gewählt, weitere Vorstandsmitglieder waren Kornelia Schild-Kreuziger, Andreas Scherer, Christine Kluß (Kassiererin) und Heidrun Wild (Schriftführerin).

 Auf dem Weg zu einem Museumsgebäude:

Ende Januar 1987 machte sich schon der Vorstand erste Gedanken über ein Konzept für das Museum. Drei große Themen waren vorgesehen:

- Die Geschichte der Vereine und der bürgerlichen Gesellschaft („Vereinszimmer“)

- Ein spezifisches Gewerbe aus jedem Stadtteil (z.B. Apfelwein in Hochstadt)

- Ein Apfelweinmuseum an der „Apfelweinstraße“ (eher als das Frankfurter Apfelweinmuseum!).

 

Anfang Februar 1987 besuchte der Vorstand des Vereins den Bürgermeister und berichtete über seine Arbeit: Der Verein hat praktisch ohne finanzielle Ausstattung und ohne eigene Räumlichkeiten eine positive Arbeit geleistet, die von den Einwohnern gut aufgenommen wurde. Jetzt brachte er das alte Pfarrhaus in der Hochstädter Hauptstraße als Ort für ein Museum ins Spiel. Besucher der neugestalteten Hauptstraße könnten neben einem Gaststättenbesuch auch das Museum besichtigen. Der Bürgermeister erläuterte, dass man in der Klosterhofstraße ein neues Verwaltungsgebäude errichten wolle, machte dem Verein aber wieder keine Zusage hinsichtlich des Gebäudes in der Hauptstraße.

Weil der alte Bauhof in Dörnigheim abgerissen werden sollte, bekam der Verein neue Lagerräume in Wachenbuchen, im Raiffeisenlager und in der ehemaligen Bücherei Feldstraße 1. Außerdem wurden Ausstellungsstücke in der Albert-Einstein-Schule und bei einem Hochstädter Bürger untergebracht. Der Kirchturmhahn wurde restauriert und eine Zeit im Rathaus in Bischofsheim aufgestellt.

Der Verein versuchte sich beim Besuch anderer Museen fachkundig zu machen. So ging es am 22. März 1987 mit einem Kleinbus nach Groß-Umstadt und zur Feste Otzberg. Danach waren Michel­stadt (13. September), Butzbach und Wetzlar die Ziele.

Im Mai 1987 wurde eine Vitrine mit Präzisions­instru­menten in der Filiale der Kreissparkasse in Hochstadt gezeigt. Der Kirchturmhahn wurde im September 1987 im Rathaus Wachenbuchen ausgestellt und danach im Bischofsheimer Rathaus. Am 8. Oktober waren „Historische Bügeleisen“ in der Dresdner Bank in der Hanauer West­stadt zu sehen und am 8. Dezember eine Vitrine mit Geschirr in der Kreissparkasse in Hanau.

Am 16. Juni und 2. September 1987 machte Frau Pohl erstmals Führungen durch Hochstadt mit Besichtigung des Obertors.

Im November wurde der alte Schrank des Wachenbucher Gesangvereins „Concordia“ aus dem Jahr 1867 vermisst, den der Verein Anfang 1986 gekauft hatte, nachdem schon Antiquitätenhändler ihr Interesse bekundet hatten. Er war etwa zwei Meter hoch, mit zwei Türen und nussbaumfarbig lasiert. Er war mit Vitrinen auf dem Bauhof in Dörnigheim gelagert worden, ist aber nie wieder auf­ge­taucht.

Ende 1987 arbeitete man wieder an einem Konzept für das Museum (die Kulturbeauftragte Wandel, Herr Wittholz, Herr Schellmann, Frau Salzmann, Frau Pohl, Herr Begemann, Herr Scherer). Am 27. Januar 1988 wurden erste Ergebnisse vorgestellt.

Eine kleine Reihe von Vorträgen im Bischofsheimer Feuerwehrgerätehaus wurde ins Leben gerufen: Am 26. Mai 1987 sprach Herr Luh (Leiter des Büdinger Heuson-Museums) über „Aufbau und Aufgaben eines Museums“, am 15. Oktober 1987 berichtete Rainer Tews (Großauheim) über „Vorgeschichtliche Funde aus Maintal“. Im Jahr 1988 ging es weiter: Im Februar sprach Peter Jüngling (Hanau) über „Römische Ausgrabungen im Hanauer Raum“ und am 21. April sprach Herr Schaffer über „Denkmäler von Industrie und Technik“. Auch mit Herrn Lenz, dem „Bembel-Lenz“ aus Frankfurt wurde schon Kontakt aufgenommen.

 

Im März 1988 übergab an der Einsteinschule eine Sammlung von Tierpräparaten als Dauerleihgabe. Sie stammte von dem Fechenheimer Zahnarzt Wilhelm Klee und bestand aus einheimischen Tieren und sollte dem Biologieunterricht dienen.

In einer Vitrine in der Filiale der Kreissparkasse in Dörnigheim wurden Juni 1988 Bodenfunde aus der Wingertstraße gezeigt. Im Dezember 1988 war die Ausstellung „Kinderleben aus früherer Zeit“ im Historischen Rat­haus in Hochstadt zu sehen.

Am 16. März 1988 hieß es im Tagesanzeiger, der Verein werde laut einem Beschluss der Stadtver­ordnetenversammlung das bisherige Verwaltungsgebäude in der Hauptstraße 9 erhalten, und zwar zwei (!) Stockwerke und einen Lagerraum im Dachgeschoß. Schon im Herbst 1986 hatte der damalige Kulturdezernent Günther Hack das alte Hochstädter Pfarrhaus als Standort angeboten, nach dem Neubau des Verwaltungsgebäudes in der Klosterhofstraße sollte es zur Verfügung stehen.

Verein und Stadt wollten schon ein Konzept aufstellen und die Raumaufteilung wurde schon dis­kutiert. Sammelschwerpunkte sollten sein: Vereine, Gewerbe und Apfelwein. Die Ausstel­lungs­stücke sollen aus allen Stadtteilen zusammengetragen werden. Von ehemaligen Keltereien wurden schon Geräte erworben, Schreinerwerkzeuge und Küchengeräte waren schon vorhanden.

 

„Erstes deutsches Apfelweinmuseum“:

Am 26. Februar 1988 besichtigte der Vorstand zusammen mit Mitgliedern des Magistrats das alte Pfarrhaus. Der Verein hatte bereits die Baupläne des bisherigen Gebäudes in Händen. Ei­nen Plan für die Raumaufteilung hatte Herr Schellmann erstellt. Das Gebäude sollte allerdings erst in zwei bis drei Jahren frei sein.

Am 22. Juni stellten Frau Pohl und Frau Wild bei einer Tagung des Main-Kinzig-Kreises in Bad Orb die Pläne für das Apfelweinmuseum vor. Sie wurden von allen Seiten bestärkt, den Plan weiter zu verfolgen.

Am 5. September wurden Vertreter der „Apfelweinszene“ und der Stadt Maintal ins Gasthaus „Zur goldenen Krone“ eingeladen, um den Plan weiter zu besprechen und zu diskutieren. Man einigte sich darauf, zu den bereits vorhandenen Gegenständen noch weitere Werkzeuge, Maschinen und Bilder „rund um den Apfelwein“ zu sammeln.

Daraufhin bildete sich im Vorstand die Meinung heraus, das Thema „Apfelwein“ in den Mittelpunkt zu stellen. Der Hessische Museumsverband forderte ja für ein Museum einen Schwerpunkt, der nach Möglichkeit ortstypisch und anderswo noch nicht vertreten ist. Deshalb sollte das Maintaler Museum den Titel „Das erste Apfelweinmuseum in Hochstadt an der Apfelweinstraße“ bekommen.

Die Presse berichtete darüber, als stünde die Einrichtung des Museums unmittelbar bevor. Am 13. September 1988 schrieben der Tagesanzeiger und am 14. September die Frank­furter Rundschau: „Nun steht es fest. In Maintal soll das erste deutsche Apfelweinmuseum entstehen, und zwar im Stadtteil Hochstadt, das an der Apfelweinstraße liegt!“

 

Man wollte nicht wiederholen, was bereits in vielen Orten vorhanden ist, sondern etwas Typisches schaffen, und was lag da näher als der Apfelwein, der seit alters her hier seine Heimat hat. Das untere Geschoß soll allein dem Apfelwein gehören, aber auch historische und soziale Aspekte im Umfeld des Apfelweins sollen zu ihrem Recht kommen.

 

Bei der Jahreshauptversammlung am 26. Januar 1989 wurde der Vorstand auf acht Mitglieder erweitert: Frau Ursula Pohl wurde dritte Vorsitzende (anstelle von Andreas Scherer). Schriftführer wurden Heidrun Wild und Ursula Schoor und als Beisitzer wurden zusätzlich gewählt Reinhard Schellmann und Ursula Hertsch. Der Verein hatte 63 Mitglieder.

 

Für den 21. April 1989 lud Frau Pohl wieder zu einer Führung durch Hochstadt mit Besichtigung des Obertors ein. Die zweite Führung war am 2. September mit 14 Personen. Diese Führungen finden bis heute statt, entweder auf Einladung von Frau Pohl oder nach Anfragen von Gruppen aus der Stadt und von außerhalb.

Im Juli 1989 hatte Frau Salzmann das Modell eines Standes für das Straßenfest gefertigt, das dann von Herrn und Frau Hertsch in die Tat umgesetzt wurde und beim Bischofs­heimer Straßenfest zum ersten Mal zum Einsatz kam.

Die Sammlung wuchs. Viele Ausstellungsstücke wurden dem Verein geschenkt, aber es wurden auch Gegenstände angekauft: Für eine Wäschemangel mussten auch schon einmal 500 Mark ausgegeben werden. Echte Antiquitäten wie Bembel und Gläser mussten im Fachhandel gekauft wurden.

 

 

Inzwischen wurde das neue städtische Verwaltungsgebäude bezogen und das alte Pfarrhaus wurde frei. Doch nach der Wahl der neuen Kulturdezernentin Priska Hinz entstand immer mehr Zurück­haltung von Seiten der Stadt gegenüber dem Plan zur Schaffung eines Museums.

 

Im Februar 1990 fand eine Zusammenkunft mit der zuständigen Stadträtin Priska Hinz und einer von ihr beauftragten Arbeitsgemeinschaft statt, die sich am 21. Februar bei ihr gemeldet hatte. Sie bestand aus ihren Parteifreunden Ulrike Milas-Qirin und Konrad Hoppe, die sie dann auf dem Verein aufzwang.

Diese „Experten des Hessischen Museumsverbandes“ wollten die Geschichte der vier Stadtteile darstellen.  Das 19. Jahrhundert sei die Zeit, in der die Voraussetzungen sich anbahnten. Und der Bogen sollte dann ins 20. Jahrhundert mit Krieg und Nachkriegszeit und schließlich bis zur Gebiets­reform gespannt werden. Der Vorschlag war völlig wirklichkeitsfremd, denn man muss doch von den vorhandenen Ge­genständen ausgehen und kann nicht ein Museum nur mit Dokumenten und Bildern schaffen. Frau Hinz wollte gern einen kulturellen Mittelpunkt in der Stadt, wo auch Veranstaltungen stattfinden. Frau Salzmann vermutete schon damals: „Offensichtlich hat die Stadt etwas gegen den Apfelwein!“ Auf keinen Fall wolle man aber die Dien­ste einer ansässigen Apfel­weinkelterei beanspruchen und für sie Werbung machen.

Im Juni 1990 bemerkte der Verein wieder, dass das Thema „Apfelwein“ dem Magistrat vielleicht nicht schmecken könnte. Die Stadt wollte ja weiter der Betreiber des Hauses sein und ihre eigenen Interessen zum Museumskonzept durchsetzen. Vielleicht fürchtete man auch, es werde eher ein Museum für die beiden großen Apfelweinfirmen in Maintal. Andererseits forderte man aber auch, das Museum müsse sich selber tragen. Doch auch der Verein wollte die Entwicklungsgeschichte der vier Stadtteile darstellen und einen Vortrags- und Vorführungsraum einrichten.

 

In der Sitzung des Sozialausschusses am 5. September 1990 erklärte die zuständige Dezernentin Priska Hinz, nur zwei (!) Räume im Obergeschoß des alten Pfarrhauses kämen für ein Museum in Frage. In das Unterstockwerk solle die Zweigstelle der Stadtteilbücherei kommen. Diese sollte aus dem Bürgerhaus heraus, angeblich um dort einen behindertengerechter Zugang schaffen zu können (dieser Zugang war bereits vorhanden, der Büchereiraum wurde dazu nicht gebraucht und wird auch heute anderweitig genutzt). Offenbar verstand Frau Hinz unter Kultur mehr die moderne Kunst und nicht die Bewahrung des Alten.  Daraufhin beklagte am 9. September 1990 die Erste Vorsitzende des Vereins, Frau Salzmann, dass trotz aller Zusagen von Bürgermeister Unger und Stadtkämmerer Hack das Museum jetzt so ein­ge­schränkt werden sollte. Dort könnte man nur „auf Schmalspur“ die Heimatgeschichte dar­stellen und nur andeutungs­weise das Thema „Apfelwein“.

Am 31.Oktober beschloss der Magistrat, dass das Gebäude Hauptstraße 9 nach Umzug der Ver­wal­tung kulturell genutzt werden soll, und zwar für die Ausleihstelle der Stadt­bü­cherei und für die „Sammlung, Pflege und Ausstellung ortsgebundener Geschichts­objekte und Geschichtsdokumente und Entwicklung einer tragfähigen Museums­konzep­tion“. Die Bücherei wurde konkret er­wähnt, nicht aber der Museumsverein. Es wurde eine Geschichtswerk­statt für die Schulen ge­fordert. Für diese Arbeit sei aber zum jetzigen Zeitpunkt die Einrichtung eines Museums nicht die Voraus­set­zung (!). Im Dezem­ber vermisste die Grünen-Abge­ordnete Monika Vogel „inhaltliche Argu­mente“ und äußerte sogar, die Konzeption des Museumsvereins sei ein „totes Modell“.

In Hanau-Steinheim fand im Herbst 1990 eine viel beachtete Apfelwein-Ausstel­lung statt, zu der der Heimatmuseum-Verein auch einige Ausstellungsstücke bereitgestellt hatte. Mit der Ausstellung „Häusliches Leben“ vom 16. November bis 2. Dezember 1990 im Histo­rischen Rathaus machte der Verein auf sein Anliegen aufmerksam, dass man ein „öffentlich zugängliches Museum“ brauche. Es wurden Haushaltsgegenstände aus Urgroßmutters Zeiten (um die Jahrhundertwende) ausgestellt und mit Geräten aus der Wirtschaftswunderzeit (fünfziger Jahre) verglichen. Dazu kam noch eine Samm­lung von Waagen. Frau Salzmann sagte bei der Eröffnung wieder, ein Museum solle Geschichte doku­mentieren, für die sich die Menschen interessieren und sich mit ihr auseinander­setzen.

Im Dezember 1990 forderte die CDU-Fraktion das ganze Haus für das Museum. Kultur­dezernentin Priska Hinz dagegen wollte eine „gemischt kulturelle Nutzung“, das heißt: Stadtteilbücherei und Museum nur im Obergeschoß. Das Museum solle lebendig sein (ein „offenes und arbeitendes Mu­seum, wo man auch wissenschaftlichen Studien nachgehen könne“ und es müsse auch einen Bil­dungsauftrag haben und bedürfe einer „pädagogisch-didaktischen Konzeption“. Bisher liege nur ein Raumplan vor. Es müsse aber eine Konzep­tion auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitet werden und es müsse feststehen, mit wem man zusammenzuarbeiten gedenke, beispielsweise mit Schulen (das Wort „Kon­zeption“ war damals in Mode, obwohl man den Eindruck hatte, dass nie­mand so recht wusste, was darunter zu verstehen war). Aus dem bisherigen Bestand an Objekten des Vereins sollten - ergänzt durch Informationen aus Archiven - „sinnvolle wechselnde Aus­stellungen“ gezeigt und eine Geschichtswerkstatt für den Unterricht an Schulen geschaffen werden. Am 14. Dezember wurde beim „Tag der offenen Tür“ im Verwaltungs­gebäude in Hochstadt eine Unterschriftensammlung „Für ein Heimat- und Apfelwein­museum in Hochstadt“ durchgeführt¸ dabei kamen immerhin 163 Unterschriften zusammen.

 

Anfang 1991 kam das Buch „Maintal in alten Ansichten“ von Frau Edeling-Teves heraus. Es wurde durch Vermittlung des Magistrats von einem holländischen Verlag heraus­gegeben und zeigte Postkarten und Fotos aus den Jahren 1880 bis 1930. Die „gute alte Zeit“ wird darin nicht verklärt, sondern es wird ein Einblick in das harte Leben der Maintaler Vorfahren gegeben.

Am 30. Januar 1991 wurde mit Frau Paret (aus der Familie Höhl) die Möglichkeit bespro­chen, im ehemaligen Verwaltungsgebäude der alten Kelterei Höhl in der Hauptstraße 61 ein Museum einzurichten. Doch das Gebäude ist nur acht mal acht Meter groß und würde bedeutende Umbauten und Renovierungen erfordern.

Am 20. Februar 1991 wurde im Sozialausschuss die Konzeption für ein Heimatmuseum besprochen. Frau Salzmann wurde dazu eigeladen und hatte deshalb schon am 13. Februar ein umfangreiches Konzept mit Raumplänen und vier Fotos eingereicht. Es wurde geschildert, wie man sich die Orga­nisation des Museums und seine Arbeit vorstellte. Dabei ging man auch auf die Wünsche der Stadt ein (Geschichte der Ortsteile, Vorführungen, Dokumente, Vorträge) und stellte die vorhandenen Ausstellungsstücke vor.

In der Sitzung stellte Frau Milas-Quirin die „Mindestanforderungen für eine Museumsneu­grün­dung“ vor. Wissenschaftliche Zielsetzungen müssten formuliert werden, systema­tische Bildungs­arbeit müsse garantiert werden, durch die Ausstellung müsse sich ein „roter Faden“ ziehen. Bei einem Apfelweinmuseum würde der Stadtteil Hochstadt zu sehr im Vordergrund stehen. Man brauche hauptamtliches Personal und eine Öffnungszeit von mindestens fünf Tagen. Sie hatte die Vorstellung, dass nur Teile der Bücherei vorüber­gehend im Untergeschoß untergebracht werden sollten. Aber bis zur Erstellung eines Feinkonzepts sollte es nach Meinung von Frau Milas-Quirin noch drei Jahre dauern, sie wollte 14.000 Mark Honorar dafür haben. Die Stadt wollte erst noch einen Ausschuss bilden, der die Sache auch wieder nur verzögert hätte.

Der Verein stellte Anfang März 1991 in einem Schreiben an Stadtverordnete noch einmal klar, dass ihm weder eine Heimatstube noch ein Schwerpunktmuseum im Sinne des Hessischen Museums­verbandes vorschwebe, sondern ein regionales Museum mit dem Hauptthema „Weinbau und Apfelwein“.

Bei der Jahreshauptversammlung am 28. Februar 1991wurde Frau Hinz eine „böse Ver­zög­erungs­taktik“ vorgeworfen und die sogenannten Sachverständigen kritisiert. Das The­ma „Apfelwein“ werde offenbar als unwürdig angesehen und als „Gegenstands­häufung“ abgewertet. Dem wurde vom Verein entgegengehalten, dass die Leute nicht ins Museum gehen, um Daten und Jahreszahlen zu lesen. Herr Begemann als Vertreter der Stadt pries die Vorteile einer Kombination von Bücherei und Museum, die sich gegenseitig ergänzen könnten, Vorzeigestücke könnten auch unten präsentiert werden.

Neuer Vorsitzender wurde Peter Heckert, seine Stellvertreter Ursula Pohl und Inge Wolf. Schriftführer wurden wieder Walburga Edeling-Teves und Ursula Schoor. Beisitzer Ursula Hertsch und Reinhard Schellmann.

Die Grünen wiesen am 15. März die Angriffe gegen Priska Hinz zurück. In einem vier­seitigen Pa­pier kamen sie zu dem Ergebnis, dass man kein Museum nach dem Vorbild des Vitrinen-Museums des 19. Jahrhunderts haben möchte. „Nicht die Betrachtung, sondern die Vermittlung der Geschich­te sollte im Vordergrund stehen. Nicht die Objekt­gebundenheit hat Priorität, sondern der Besucher als Objekt. Die Art der Aufbereitung und der Aktivitäten des Museums sollen den Besucher veran­lassen, sich selbst zu entdecken und eventuell kulturell tätig zu werden!“

Das Museum sollte laut Frau Hinz ein „Kommunikationsort“ sein und darüber hinaus „Werkstatt­charakter“ haben, wo sich interessierte Laien und Fachleute treffen, um gemei­sam die Erforschung der lokalen Geschichte voranzutreiben. Ein lokales Museum habe die Aufgabe, die Gesamtheit der Lebensumwelt der Menschen einzubeziehen. Das Museum sei nicht ein räumlich begrenzter Ort, sondern der gesamte Ort sei als historisch gewor­denes Original mit einzubeziehen. Die weitere Ent­wicklung zeigte, dass der Museums­verein das durchaus leistet, aber dazu braucht er auch genügend Ausstellungsräume.

Der Verein stellte demgegenüber heraus: In Maintal kann der Apfelwein im privaten und im fabrikmäßigen Rahmen dargestellt werden, weil eine ganze Reihe von Ausstellungs­stücken dazu vorhanden ist.

 

Man kann folgende Themen bestreiten: „Weinbau in Maintal, Obstanbau, Keltergeräte, Lagerung, Apfelweinwirtschaft (ohne Ausschank), Bembel und Gläser, komplette Küferwerkstatt“. Auf Schrifttafeln würde die historische Entwicklung und Funktion der Ausstellungsstücke erläutert. Dazu im Obergeschoß die Geschichte der Stadtteile und Raum für wechselnde Ausstellungen.

Der Verein stellte Anfang März 1991 in einem Schreiben an Stadtverordnete noch einmal klar, dass ihm weder eine Heimatstube noch ein Schwerpunktmuseum im Sinne des Hessischen Museums­verbandes vorschwebe, sondern ein regionales Museum mit dem Hauptthema „Weinbau und Apfelwein“.

Am 18. März 1991 beschloss nach dem Magistrat auch die Stadtverordnetenversamm­lung, das Oberstockwerk für die „Sammlung, Pflege und Ausstellung ortsgebundener Geschichtsobjekte und -dokumente sowie Entwicklung einer tragfähigen Museums­konzeption für Maintal“ zur Verfügung zu stellen. Es wurde behauptet, der frühere Vor­stand habe die Vorschläge von Frau Hinz akzeptiert, aber der neue Vorstand drohe mit einer Auflösung des Vereins. Ein Stadtverordneter wies darauf hin, dass der Verein mit den Zusagen von Stadtkämmerer Hack einverstanden war, erst die neue Dezernentin habe den Magistrat auf eine neue Linie gebracht. Mit seinem Konzept könne der Magistrat ein Museum eröffnen, der Verein aber nicht.

Mit den Stimmen von SPD und Grünen wurde der Vorlage der Verwaltung zugestimmt. Damit war der Plan eines Apfelweinmuseums gestorben. Ein Stadtverordneter meinte, nachdem nun in Frank­furt ein Apfelweinmuseum eröffnet worden sei, brauche man in Maintal nicht auch noch eins. Das „Frankfurter Äpfel­wein­museum“ wurde am 11. März 1991 im Historischen Museum Frankfurt eröffnet. Treibende Kraft dafür war der Land­tagsabgeordnete Helmut Lenz („Bembel-Lenz“), der geäußert hatte: „In mein Museum kommen vernünftige Leute und keine Intellektuelle“.

 

Vorbereitungen für die Schaffung eines Museums:

Am 23. März 1991 besichtigte der Vorstand die von der Verwaltung frei gemachten Räume im alten Pfarrhaus in Hochstadt und die beiden Lager in Wachenbuchen und überlegte eine Nutzung des in Aussicht gestellten Museumsgebäudes. Am 13. April führte Frau Inge Wolf durch das Heimat­museum in Langenselbold, das großzügig im Marstall des Schlosses untergebracht ist (allein die Eingangshalle ist so groß wie das ursprünglich geplante Museum in Maintal).

Im Nachtragshaushalt erhielt der Verein Heimatmuseum angeblich eine kräftige Finanz­spritze, meldete der Tagesanzeiger am 26. Juni. Doch die 20.000 Mark waren allein für die von Frau Hinz bestellten Experten vorgesehen. Die vom Verein angeregten Umbauarbeiten wurden auf das Jahr 1992 verschoben. Lediglich ein Raum sollte für Vorstandssitzungen einfach hergerichtet werden und der Raum im Dachgeschoß freigemacht werden. Am 22. Mai 1991 fand erstmals eine Vorstandssitzung in den Räumen des künftigen Museums statt, aber einen Schlüssel für das Haus erhielt er nicht.

Bald kamen auch Gerüchte auf, im Haus solle eine Außenstelle des Arbeitsamtes untergebracht werden, zudem war auch von der Auslagerung eines Bischofsheimer Kindergartens und von Asyl­bewerbern die Rede. Das Letzte traf dann auch ein. Das Pfarrhaus wurde zur Asylbewerber­unter­kunft umgebaut.

Der Verein nahm am Straßenfest in Hochstadt am 15./16. Juni 1991 und am Straßenfest in Bischofs­heim am 17./18.8. mit einem Stand teil. Problematisch waren und sind dabei die hohen Unkosten, die unterschiedslos auf alle Teilnehmer umgelegt werden. Man kann die viele Arbeit im Grunde nur deswegen auf sich nehmen, damit der Verein sich zeigt und Gelegenheit zu Gesprächen ist. Am 23. Juli wurde eine weitere Mitgliederversammlung abgehalten, um Herrn Kloiber als Kassierer nach­zuwählen.

 

Der Vortrag von Helmut Lenz „Der Apfelwein- Geschichte und Geschichten“ kam am 23. August 1991 im Historischen Rathaus zustande. Lenz ist Vorsitzender des Frankfurter Apfel­weinvereins und war maßgeblich an der Schaffung einer Apfelweingaststätte im Historischen Museum in Frankfurt  beteiligt.

Im August 1991 fand eine Führung im Steinheimer Schloss zu den Maintaler Bodenfunden statt. Am 1. September beteiligte sich der Verein am „Tag der offenen Tür“ des Denkmal­verbandes: Frau Pohl und der Restaurator führten die Besucher durch die Hochstädter Kirche, in der Zeitung erschien ein ausführlicher Artikel. Im November gab es eine Führung in Hanau zum jüdischen Friedhof mit Frau Pohl und zu den Malereien in der Marienkirche mit Frau Wolf.

Am 5. September teilte Frau Edeling-Teves mit, dass sie nach ihrem Umzug nach Frank­furt und aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt als Schriftführerin zurücktritt. Der Vorstand drückte ihr den Dank für die geleistete Arbeit aus.

Für den 26. September hatte Frau Hinz den Vorstand des Vereins und ihre Experten ein­geladen, die aber durchaus das Bestreben hatten, dem Verein zu helfen. Sie haben ein­gesehen, dass die Dar­stellung der Geschichte der Stadtteile nicht viel hergibt. Deshalb machten sie jetzt den Vorschlag, dass der Verein mehrere Einzelausstellungen gestaltet und sie dazu Anleitung geben, wie man zum Beispiel Ausstellungsstücke günstig präsentiert und wie man eine Ausstellung dokumentiert.

Als erstes Thema ergab sich die Einrichtung eines Frisiersalons. Die Ausstellung Ende 1992 sollte dann die erste Abteilung des zukünftigen Museums werden. Darauf könnte der Verein allein das Themas „Apfelwein“ bearbeiten. Es sollte also wenigstens eine Mu­se­ums­werkstatt eingerichtet werden. Es klang alles sehr hoffnungsvoll. Wieder ging der Vor­stand auf die Vorschläge ein und zeigte sich zur Zusammenarbeit bereit.

Am 14. November berichtete die Presse von einer Pressekonferenz des Magistrats, in der davon gesprochen wurde, dass aus dem „Museum in Arbeit“ in „Museum in Gründung“ werden soll. Es wurde ein Termin benannt, an dem die Bau-Experten der Stadt das Gebäude begutachten sollten. Das taten sie dann auch, allerdings nicht für das Museum, sondern für Flücht­linge. Gleichzeitig erschien in der Zeitung eine Meldung, dass die Stadt noch zusätzlich 13 Flüchtlinge aufnehmen müsse. Der Vorstand musste wieder im Gasthaus „Zur goldenen Krone“ tagen.

 

Das Museum wird mit Flüchtlingen belegt:

Am Dienstag, dem 3. Dezember 1991, beschlossen die hauptamtlichen Mitglieder des Magis­trats, das alte Pfarrhaus in Hochstadt, Hauptstraße 9, in der kommenden Woche mit Flüchtlingen zu bele­gen. Der Verein Heimatmuseum Maintal, der dort schon seine Arbeit aufgenom­men hatte, wurde also wieder aus dem Haus ausquartiert und auch die Stadtteilbücherei nicht dort unterge­bracht. Die Magistratsmitglieder erklärten dazu: Man habe bei den Kirchen angefragt, habe Makler ange­schrie­ben und auch die Beschlagnahme leer stehenden Wohnraums eingeleitet. Aber es gebe keine andere Möglichkeit, als die angekündigten zehn Personen im früheren Verwaltungsgebäude unterzubrin­gen.

Man versuchte, dem Heimatmuseumverein eine andere Möglichkeit schmackhaft zu machen: Man bot ihm ein Arbeitszimmer im alten Wachenbucher Rathaus an, wo der schon vertraglich vereinbar­te Auftrag für die zwei Museumsexperten verwirklicht werden kann.

Im Grunde sollte der für Hochstadt vorgesehene Ersatzplan mit der Verbindung von Museum und Stadtteilbücherei noch einmal verkleinert in Wachenbuchen durchgeführt werden. Aber eine Per­spektive für ein Museum blieb dann nicht mehr, sondern höchstens eine bescheidene Ausstellung für eine begrenzte Zeit, die nachher wieder verschwindet.

 

Es blieb also nur das, was man offenbar immer von Seiten des Magistrats gewollt hat: keine feste Ausstellung, kein festes Haus, sondern so wie bisher wechselnde Ausstellungen mit pädagogischen Aufgaben und Werkstattcharakter und viel Platz für Experimente. Der Beschluss der Stadtverord­netenversammlung werde nicht aufgehoben, meinte Frau Hinz, denn die Unterbringung sei ja nur vorübergehend. Doch in der Praxis sollte das wohl heißen: Dieses Jahrtausend wird es nichts mehr mit einem städtischen Museum in Maintal!

In diesen abgelaufenen Jahr ist der Verein immer wieder notgedrungen auf die Wünsche des Magis­trats eingegangen, um wenigstens noch einen Rest des ursprünglichen Projekts zu retten. Doch alle Versprechungen waren nun hinfällig. Nicht nur der ehrenamtliche Einsatz vieler Vereinsmitglieder ist vergeblich gewesen. Es sind auch viele Bürger enttäuscht, die Ausstellungsstücke zur Verfügung gestellt haben oder sie bereitstellen wollten, „wenn es etwas mit dem Museum wird“. Man hatte endlich das Mittel gefunden, um dieses ungeliebte Kind schon im Entstehen wieder aus der Welt zu schaffen: Wer wollte schon etwas gegen Flüchtlinge sagen! Man kann sie doch nicht auf der Straße stehen lassen und „alten Krempel“ in so ein schönes Haus tun.

Jetzt wurde auch deutlich, weshalb man das Haus nicht vollständig ausräumte und weshalb man dem Verein keine Schlüssel gab: Man wollte sich eine andere Verwendung offenhalten! Jetzt hatte man etwas gefunden, gegen das niemand etwas sagen kann (und auch der Verein nicht sagen will).

Dem Magistrat ist nicht vorzuwerfen, wenn er Menschen helfen will. Aber es ist ihm vorzuwerfen, dass er das Projekt „Museum“ eben doch verzögert hat, wie es schon auf der Jahreshauptversamm­lung des Vereins vermutet wurde. Wäre das Haus schon belegt gewesen, hätte man für die Flücht­linge eine andere Möglichkeit finden müssen und hätte sie auch gefunden! Hier hat einfach der politische Wille gefehlt.

Jetzt ging es auf einmal schnell: Am Mittwoch rückten schon die Handwerker an, ehe noch der gesamte Magistrat am Abend einen Beschluss fasste. Man hatte den Eindruck, die für den Dienstag bestellten Bausachverständigen sollten sich die Räume nicht wegen des Museums ansehen, sondern wegen der neuen Nutzung. Und die neue Schließanlage für die Türen war auch schon für die neuen Nutzer geplant.

Der Magistrat versuchte, dem Verein den „schwarzen Peter“ zuzuschieben. Man sagte: Wir haben doch Geld bewilligt, wir stellen doch Räume zur Verfügung, was wollt ihr denn noch? Doch Tat­sache ist, dass von den ursprünglichen Versprechungen immer weniger übrigblieb. Noch vor einem Jahr hieß es: Auf dem Gelände am Pfarrhof sind ja noch Erweiterungsmöglichkeiten, die Feuerwehr kommt raus, der Parkplatz wird zurückgebaut usw. Davon sind dann noch zehn Prozent übrig­geblie­ben. Die Kompromissbereitschaft wurde ausgenutzt, sie wurde offenbar als Schwäche ausgelegt. Zuletzt wurde der Verein gar nicht mehr gefragt, sondern es wurde nur mitgeteilt. Das Kulturamt zählte aber unter seiner „erfolgreichen Kultursaison“ auf: „Mit dem Museumsverein wurden die Grundlagen für ein späteres Heimatmuseum erarbeitet!“

Obwohl die Flüchtlinge schon im Haus waren, wurde ein Vertrag mit der Arbeits­gemein­schaft abge­schlossen, der am 1. Januar 1992 in Kraft trat. Die Arbeitsgemeinschaft wollte das Programm mit einem Arbeitsraum im alten Rat­haus in Wachenbuchen durchziehen mit dem Ziel, Anfang 1993 eine Ausstellung zum Beispiel im Historischen Rathaus in Hoch­stadt zu machen. Der Vertrag wurde dann aber auf die 1200-Jahr-Feier Dörnigheims umgelenkt, mit einem Lichtbildervortrag war dann das Honorar abgegolten. Vertreter des Vereins erklärten aber, dass sie bereit seien, mit den Experten zusammenzuarbeiten, aber sie wollen niemanden, der gegen den Verein ist. Beschlossen wurde die Gründung einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Rahmenkonzeption befassen sollte. Es war dann noch einmal ein Besuch von Schloss Waldenbuch bei Tübingen geplant, aber daraus wurde auch nichts.

 

 

Der Verein ging dennoch daran, die Sammlungsgegenstände im Raiffeisenlager in Wachenbuchen zu ordnen und zu  inventarisieren. Er wollte aber nicht Hilfe dazu leisten, dass 20.000 Mark für eine Ausstellung ausgegeben werden, von der die Leute dann sagen: „Mehr habt ihr nicht zustande gebracht! Wozu die Beratung, wenn es doch nichts anderes ist als all die Jahre? Was ist von eurem Museum übriggeblieben: eine kurze Ausstellung, die nachher bestenfalls wieder in einem Schuppen verschwindet!“ Der Verein meinte auch, die Einwohner würden ihre alten Sachen nur für ein festes Museum geben, bei einer Ausstellung würden sie sie gleich wieder zurückhaben wollen.

Dass der Verein jedes Jahr wieder eine fetzige neue Ausstellung auf die Beine stellen könnte, ist einfach nicht möglich. Diese Verpflichtung zu ständigen Ausstellungen legte den wenigen ehren­amtlichen Kräften einen Druck auf, dem man sich bei aller Liebe zur Sache nicht aussetzen sollte, zumal wenn man Alternativen sieht.

 

Bei der Vorstandssitzung am 13. Januar 1992 hielt man eine Zusammenarbeit mit den vom Magis­trat benannten Fachleuten für sinnlos, weil keine Aussicht für ein festes Museum mehr vorhanden war. Es wurde dann noch einmal am 6. Februar ein Versuch mit der Firma Höhl unternommen. Diese wollte das alte Bürogebäude in der Hauptstraße 61 etwas erweitern und für die Einrichtung einer kleinen Gaststätte umbauen, die allerdings nur für Besuchergruppen der Firma gedacht war (die Firma hat ja im Historischen Rathaus eine kommerzielle Gaststätte und auch auf ihrem Be­triebs­gelände einen repräsentativen Raum). Auf drei Ebenen könnten je 50 Quadratmeter gewonnen werden, auf denen der Verein seine Ausstellungsstücke präsentieren könnte. Vor dem Haus könnte ein Apfel­baum und ein Fass stehen und vielleicht auch sonst noch ein Stein, der eine geschicht­liche Bedeutung hat.

Bei der Vorstandssitzung am 5. Februar 1992 waren Herr Begemann und Frau Milas-Quirin zuge­gen. Sie wurden gefragt: Wenn in Wachenbuchen - wie von ihnen behauptet - eine gleichgroße Flä­che vorhanden ist, warum hat man nicht die Flüchtlinge dorthin getan? Die zwei Räume im alten RathausWachenbuchen zur Straße hin waren nur rund 33 Quadratmeter groß, ein Drittel von dem, was ein Stockwerk in Hochstadt gebracht hätte. Dem wurde vom Kulturamtsleiter entgegen­gehal­ten, auch im Historischen Rathaus in Hochstadt oder im Rathaus Bischofsheim oder in Schulen könne man ausstellen. Im Laufe des Gesprächs wurden die Räume bei Herrn Begemann immer größer.

Herr Schellmann entgegnete: Das ist eine lange Kette von Demütigungen. Es werden Alibiangebote gemacht, aber es besteht kein inneres Bedürfnis. Offenbar fragt man sich: Warum geben die nicht auf, warum haben die immer noch nicht gemerkt, dass wir nicht wollen. Nach Wachenbuchen kommt man nicht, wenn man dort nicht eine Oma hat, die etwas zu vererben hat. Die Stadt hat die Forderungen so hoch eschraubt, dass sie nicht zu erreichen sind. Sie wollte ein Museum, das den Förderrichtlinien des Museumsverbandes entspricht. Aber das war nicht unsre Absicht. Der Vereinsvorsitzende hätte bei den Grünen sein müssen, dann wäre auch etwas aus dem Museum geworden!

Herr Heckert sagte: Wenn wir eine Kinderbetreuung zusammen mit dem Museum ange­boten hätten, dann hätten wir auch einen Raum bekommen. Wachenbuchen ist ein Abstell­gleis. Wenn wir uns da­rauf einlassen, können wir Hochstadt erst recht vergessen. Wenn die Stadt „vorübergehend“ sagt, dann sollte auch der Verein „vorübergehend“ sagen: die Arbeit ruht, bis Räume da sind.

Frau Milas-Quirin war immer mehr dafür, im alten Rathaus in Wachenbuchen auch gleich das Museum einzurichten. Das ganze Haus einschließlich Keller und ausgebautem Dach­boden wäre ja vielleicht noch als Museum geeignet gewesen, wenn es nicht in Wachen­buchen stünde. Aber im Grunde sollte der für Hochstadt vorgesehene Ersatzplan mit der Verbindung von Museum und Stadtteilbücherei noch einmal verkleinert in Wachenbuchen durchgeführt werden.

Einen Schlüssel zu den dortigen Räumen könnte der Verein gleich haben, hieß es. Hier merkt man, was der Unterschied zu dem Haus in Hochstadt ist: Dass man den Verein gerne nach Wachenbuchen abschieben wollte. Das Haus in Wachenbuchen wäre gut geeignet als Heimatstube für Wachen­buchen. Dort könnten Geräte aus dem handwerklichen und bäuerlichen Bereich ausgestellt werden.

In der Jahreshauptversammlung am 10. Februar wurde beschlossen, die Arbeit vorerst ruhen zu lassen: „Nachdem die Stadt dem Verein Heimatmuseum Maintal nicht die zugesagten Räume zur Verfügung stellt, lässt der Verein die Arbeit an einem städtischen Museum ruhen. Da die Ausquart­ierung aus dem alten Pfarrhaus nur vorübergehend sein soll, legt der Verein weiterhin Wert darauf, dass ihm ausreichend Raum in diesem Haus oder in entsprechend geeigneten Räumen zur Verfügung gestellt wird. Der Vorstand wird beauftragt, weiterhin nach geeigneten Objekten für eine Dauer­ausstellung Ausschau zu halten. Die von der Stadt angebotene Ausweichmöglichkeit in Wachen­buchen wird als völlig unzureichend angesehen, weil es dort zwar Arbeitsräume, aber keine Aus­stel­lungsmöglichkeit gibt!“ Frau Schild-Kreuziger bezeichnete das als „Begräbnis dritter Klasse“. Sie äußerte den Verdacht, dass es hier auch um eine politische Sache geht, weil der Verein als CDU-Verein verunglimpft werde (in der Tat waren auf Bitte von Frau Edeling-Teves verschiedene CDU-Stadtverordnete dem Verein beigetreten, aber dieser war und ist natürlich parteipolitisch neutral).

Am 28. März 1992 fand im Bürgerhaus in Hochstadt die Tagung der Heimatstelle des Main-Kinzig-Kreises statt. Frau Hinz lobte zwar, dass es in Maintal zwei Vereine gibt, die sich mit der Geschichte befassen. Aber dem Heimatmuseum-Verein unterstellte sie wieder, er wolle Geschichte nur als Idyl­le darstellen und in „Apfelweinseligkeit“ schwelgen („Heute sind Rohrschellen das bedeu­tendste Produkt Maintals“). Frau Ingeborg Schall berichtete dann aus der Geschichte Dörnigheims. Frau Johanna Höhl stellte die Geschichte ihrer Familie dar und warb kräftig für ihr Produkt. Am Nach­mit­tag führte Frau Ursula Pohl zwei Besuchergruppen durch Hochstadt.

Der Vorstand traf sich am 11. Mai 1992 in der Gaststätte „Schützenhof“ in Bergen und besichtigte den Keller und die Fabrikationsräume der privaten Apfelweinkelterei.

Am 13. Juni führte Norbert Mankel zu vor- und frühgeschichtlichen Fundstellen in Maintal. Etwa fünfzehn Teilnehmer fuhren mit dem Fahrrad von Hochstadt aus durch die Wälder in Bischofsheim, Dörnigheim und Wachenbuchen, um dann wieder nach Hochstadt zurückzukehren. Im November 1992 verstarb das Mitglied Erwin Hoeft aus Bischofsheim, der zu den Gründungsmitgliedern ge­hörte. Im September 1992 kam eine neue Arbeit auf den Verein zu: Der Umlandverband Frank­furt wollte eine Karte der Merkmale historischer Kulturlandschaften aufstellen, damit diese von den Planern und Behörden berücksichtigt werden. Es wurden 50 Objekte aus Maintal gemeldet und sogar die Erfassung aller Hecken und einzelstehender Bäume vorgenommen und im Internet veröffentlicht.

 

Am 20. Januar 1993 erhielt die Ehrenvorsitzende des Vereins, Frau Edeling-Teves, im Historischen Rathaus Hochstadt von Landrat Eyerkaufer die Medaille für Verdienste um die Heimatpflege und Geschichtsforschung. Für die städtische Kommission zur Vergabe der Fördermittel für denkmal­geschützte Gebäude wurden Frau Wolf und als Stellvertreter Herr Heckert vorgeschlagen und berufen.

Durch die Kommunalwahl im März kam die Gruppe „Freie Maintaler“ in die Stadtverordneten­versamm­lung. Sie schlug sofort vor, die Stelle des Kulturbeauftragten nicht mehr neu zu besetzen und die Kulturarbeit in die Hände der Vereine zu legen. Der damalige Stelleninhaber Dr. Ralf Streum war natürlich nicht davon erbaut. Er sah Maintal als eine kulturelle Wüste an, die nach seinem Ausscheiden in die Steinzeit zurückfallen würde (wie in Leserbriefschreiber bemerkte). Er wollte vor allem „Spitzenkultur“ nach Maintal holen (venezianische Masken, indianische Kultur, Musiker aus Berlin), die deutschlandweit Aufsehen erregt, aber er hatte aber keinen Draht zu den Vereinen.

Im April arbeitete der Museumsverein an einer von der Stadt geplanten Beschilderung der denkmal­werten Maintaler Gebäude mit. Die Schilder sollten nach Frankfurter und Hanauer Vorbild die be­son­deren Bauten kennzeichnen und den Besuchern die wichtigsten Daten dazu nennen. Dem Kultur­amt wurden Vorschläge für solche Schilder gemacht, aber das Projekt wurde von der Stadt bis heute nicht umgesetzt.

Am 28. Mai 1993 starb das Vereinsmitglied Herbert Lippert, der eine Chronik von Bischofs­heim geschrieben hat und Vorarbeiten für eine Chronik von Hochstadt geleistet hatte. Zum Straßenfest in Hochstadt kam das Heft „Rundgang durch Hochstadt“ von Peter Heckert heraus.

Zur 1200-Jahr-Feier in Dörnigheim war der Verein zunächst nur gebeten worden, für die aka­de­mi­sche Feier einige Dekorationsstücke zur Verfügung zu stellen. Dann aber war die Mitwirkung bei dieser Feier nicht mehr von der Stadt erwünscht. Dafür wurde eine eigene Ausstellung eine Woche nach der akademischen Feier angeboten. Unter der Leitung von Frau Schall wurde durch den Histo­rischen Kulturkreis, die Stadt Maintal, Hobbythek und Bonhoefferschule und den Heimat­museum-Verein eine Ausstellung auf die Beine gestellt, die volks­tümlich war und den Vorstellungen des Vereins entsprach.

Der Heimatmuseumverein gestaltete die Themen „Ur- und Frühgeschichte Dörnigheims“, „Satt­lerhandwerk“ und „Wäscherei“. Die Ausstellung am 27./28. März im Evangelischen Gemeinde­zentrum wurde von schätzungsweise 2.000 Menschen besucht, eine Zahl, wie sie für ein Museum in einem Jahr gefordert wird. Was dort ausgestellt wurde, könnte der Kern für die Darstellung des Stadtteils Dörnigheim in einem künftigen Stadtmuseum sein.

Zum 30. Juni 1993 wurde dem Verein von der Stadt das Raiffeisenlager in Wachenbuchen gekün­digt. Wenn es bis dahin nicht geräumt sei, werde man die Ausstellungsstücke verkaufen. Vor allem ging es dabei um einen Pferdeschlitten, der schon vor Gründung des Vereins gekauft wurde und diesem angeblich nicht gehöre. Es sei ja sowieso kein Platz vorhanden, diesen in einem Museum auszustellen. So wurde er also von der Stadt verkauft. Auch das ehemalige Ladengeschäft in der Feldstraße 1 wurde vorzeitig von der Stadt gekündigt. Der Verein bat deshalb erneut darum, das Hirtenhaus und das Obertor für Lagerung und Ausstellungen nutzen zu dürfen.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Fritz-Schubert-Schule in Hochstadt bei dem Schulfest am 3./4. Juli wurde wieder eine Ausstellung zum Thema „Kind und Schule“ zusammengestellt. Die Studien­fahr­ten führten am 19. September 1993 zum Glauberg in der Wetterau und in das dortige Museum. Am 2. Oktober 1993 wurden die Ausgrabung einer neolithischen Siedlung in einem Neubaugebiet am Nordwestrand Mittelbuchens besucht.

Am 29. Juli 1993 fand ein Gespräch mit Vertretern der CDU statt, die in ihrem Wahlprogramm eine eindeutige Aussage in Sachen Museum gemacht hatte. Vor allem wurden neue Möglichkeiten für ein Gebäude erörtert, aber alle verworfen. Es käme nur die Nutzung eines Gebäudes in Frage, das schon in städtischem Besitz ist. Nur für das Obertor wollte man sich einsetzen.

Am Tag des offenen Denkmals am 12. September wurde die Bischofsheimer Kirche besichtigt unter Führung von Pfarrer Siebert und ein Rundgang durch Bischofsheim mit Peter Heckert angeschlos­sen. Etwa 30 Personen beteiligten sich, die Presse berichtete erfreulich breitgestreut.

Damit die Kosten für Ausstellungen gesenkt werden konnten, wurde eine Reproduktions­vorrichtung für Fotografien beschafft. Sie wurde fast ganz aus Spenden der Kreisspar­kasse Hanau, Zweigstellen Hochstadt und Bischofsheim, finanziert. Nunmehr war der Verein in der Lage, die zur Verfügung gestellten Bilder kurzfristig wieder zurückzugeben.

Im Jahresrückblick in der Zeitung hoffte Frau Feuerbach, dass der Museumsverein in Kürze die langersehnten Ausstellungsräume in der Hochstädter Hauptstraße einrichten könne, nachdem dort die letzten Asylbewerber ausgezogen sind. Auch Stadträtin Hinz hatte mitgeteilt, dass das alte Pfarrhaus in Hochstadt geräumt wird und dem Verein dort Räume zur Verfügung gestellt werden.

Einstweilen konnte er allerdings nur am 27./28. Dezember kleinere Ausstellungsstücke in einem Dachzimmer des alten Pfarrhauses unterbringen.

 

Am 2. Februar 1994 diskutierte der Sozialausschuss wieder über das Museum. Es wurde bestätigt, dass der Verein nur vier Räume erhalten wird. Damit wollte man sagen können: Wir haben etwas gemacht! Damit waren die Weichen gestellt und auch in Zukunft keine Erweiterung mehr möglich. Im Oberstockwerk des Hauses Hauptstraße 9 konnte nicht mehr entstehen als eine Heimatstube (vier Räume - vier Stadtteile). Das ganze Konzept mit dem Schwerpunkt „Wein-Apfelwein“ lässt sich schon aus platzgründen nicht verwirklichen. Aber auch wegen der Statik am Bau kann keine größere Maschine aufgestellt werden.

Der Verein sah die Sache so: Ein Museum ist eine Einrichtung der Gemeinde, die zu ihren frei­willigen Aufgaben gehört so wie Sportstätten, Theater und Bücherei. Der Unterschied ist nur, dass diese Einrichtungen sehr viel Geld kosten.

Beim Museum dagegen steht ein Verein zur Verfügung, der diese Aufgabe fast kostenlos für die Stadt wahrnimmt. Das Argument ist deshalb nicht stichhaltig, man könne diesem Verein nicht mehr Platz geben als anderen Vereine. Auch ist nicht einzusehen, weshalb der Verein Miete zahlen soll, die Bücherei aber nicht und alle Arbeiten zur Herrichtung der Räume bezahlt werden. Und wer hat eigentlich entschieden, dass die Bücherei ins Erd­geschoß kommt und das Museum ins Oberstock­werk?

Dem Verein werden ja nicht Räume von der Stadt zur Verfügung gestellt, sondern der Verein hilft der Stadt, ihre Aufgaben wahrzunehmen. Er frönt nicht in einer Art Vereins­meierei einem Hobby, sondern nimmt eine wichtige kulturelle Aufgabe wahr. Auch in Zukunft soll die Stadt nach Mög­lichkeit nicht mehr tragen, als sie bisher für das Gebäude aufgewandt hat, also die bauliche Instand­haltung und solche Dinge wie Heizung und Versicherung. Ansonsten wollte der Verein vorerst wie­der die alten Vitrinen und Schränke nehmen und Texte und Hinweistafeln selber erstellen. Der Museumsverein hatte bisher zum Nulltarif gearbeitet und dennoch all die Jahre und auch für 1994 ein ansprechendes Programm auf die Beine gestellt, auch ohne Museum.

Der Verein musste sich auch jetzt, wie schon 1992, mit den Gegebenheiten abfinden. Er wollte die Räume einrichten unter sachkundiger Anleitung des Vereinsmitglieds Frau Wolf und mit den Erfah­rungen der Frauen aus dem Vorstand. Es hätte genügt, wenn sich danach andere Experten noch einmal die Sache ansehen und dem Verein Anregungen geben, das wäre nur recht gewesen. Man wird aber dem Verein keine Vorwürfe machen können, wenn das Ergebnis nur bescheiden ausfällt.

 

Die Wiederherstellung der Museumsräume:

In der Vorstandssitzung am 21. Februar war sich der Vorstand einig, das Angebot der Stadt anzu­nehmen, auch wenn das Oberstockwerk des Hauses natürlich zu wenig ist. Man war sich auch darüber im klaren, dass dieser Anfang dann auch das Ende ist, weil keinerlei Erweiterungsmöglich­keiten bestehen. Im März war die erste Vorstandssitzung in den neuen Räumen. Das alte Pfarrhaus ging es unter die Fittiche des Kulturamtes über. Dieses erlaubt auch sofort, die bisher gesammelten Ausstellungsstücke dort unterzubringen.

Am 3. März 1994 teilte der Magistrat durch Herrn Begemann mit: Die Stadt wird - wie für andere städtische Gebäude auch - vom Verein Heimatmuseum Maintal eine Miete für die Museumsräume ver­langen. Üblich sind 7 Mark pro Quadratmeter, also rund 1.000 Mark Kaltmiete im Monat. Dazu kommen die Kosten für Heizung, Elektroenergie, Wasser und alle üblichen Nebenkosten. Durch das Liegenschaftsamt sollte sehr zeitnah ein Mietvertrag nach dem üblichen Muster abgeschlossen werden.

 

Die dafür nötigen Mittel soll der Verein „erwirtschaften“ durch bestimmte „Aktivitäten“: Er soll sich verpflichten zu bestimmten Öffnungszeiten, zu Ausstellungen, Seminaren, Führungen, Vorträ­gen usw. Dafür soll er praktisch Honorar von der Stadt erhalten, das dann mit den Kosten verrech­net wird. Die bisherige ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder soll also kapitalisiert werden. „je nach Bewährung“ sollten bis zu 90 Prozent der Kosten übernommen werden.

Dazu war aus Sicht des Vereins folgendes zu sagen: Wenn es sich hier nur um ein verrechnungs­tech­nisches Problem handelte, wenn die Stadt nur darstellen will, welche Einnahmen sie aus Grund­besitz hat und welche Zuschüsse sie für bestimmte Arbeiten gibt, wäre das in Ordnung. Niemand garantiert aber dem Verein, dass seine Dienste angenommen und honoriert werden. Bekanntlich sind ja für den Verein keine (oder fast keine) Haushaltsmittel eingestellt. Wenn er nun eine Ausstellung organisieren will und dafür ein Honorar von 20.000 Mark erwartet oder wenn er einen Senioren­nachmittag mit Lichtbildervortrag für 5.000 Mark machen will (das sind die bisherigen „Preise“), dann wird man ihm sagen: Es ist kein Geld da! Für die rückständigen Miet- und Mietnebenkosten werden diejenigen privat einstehen müssen, die den Mietvertrag unterschrieben haben. Ein solches Risiko wird niemand vom Verein eingehen wollen.

Der Ausdruck „Mietvertrag“ ist in diesem Fall nicht richtig, weil es sich nicht um ein privatrechtl­iches Nutzungsverhältnis handelt. Museum ist eine ureigene Sache der Stadt (wenn auch nur eine freiwillige Aufgabe). Sie kann sich glücklich schätzen, wenn sich Bürger bereit erklären, die nötigen Aufgaben unentgeltlich zu übernehmen.

Die ehrenamtliche Arbeit muss nicht honoriert werden, nur damit nachher eine unberechtigte Miet­forderung beglichen werden kann. Üblich ist, dass eine Gemeinde die Räume für das Museum bereitstellt und auch entsprechende Kräfte hauptamtlich anstellt. Wenn ausnahmsweise ein Verein mit eingesetzt wird, braucht dieser keine Unkosten zu übernehmen (Beispiel: Bergen-Enkheim).

Ein Blick auf Maintal zeigt, dass von den Sportvereinen auch keine Miete für die Nutzung der Sportanlagen verlangt wird. Sicherlich wird auch niemand Miete für die Bücherei verlangen. Das Museum ist nicht zu vergleichen mit einer Gaststätte im Bürgerhaus, sondern mit einer Einrichtung wie Kindergarten oder Seniorenclub. Es lässt sich auch nicht vergleichen mit Volkshochschule oder Musikschule, weil es nicht Kurse anbieten kann, für die die Teilnehmer einen beträchtlichen Un­kosten­beitrag bezahlen.

Schließlich wurde noch einmal gesagt, an Vereine könne man Räume nicht kostenlos vermieten, um bei den Vereinen ein Kostenbewusstsein zu wecken. Aber es wurde immerhin ein Kostenzuschuss in Höhe der Mietkosten in Aussicht gestellt. Bei der Jahreshauptversammlung am 4. März 1994 wurde vom Kulturamtsleiter betont, dass die Stadt sich nicht als Träger des Museums versteht, sondern nur den Verein in seinem Vorhaben unterstützen will.

Peter Heckert übergab sogar dem Vertreter der Stadt einen Vorschlag für einen Mietvertrag, wie ihn der Verein sich vorstellt. Der Vorstand wurde aber verpflichtet, keinen Mietvertrag zu unterschrei­ben, solange die Stadt keine festen Mietzuschüsse bereitstellt

Der Verein brachte noch einmal eine andere Möglichkeit ins Gespräch: In der Fritz-Schubert-Schule stehen zwei große Räume leer, die gut für eine Bücherei geeignet wären und die der Stadt auch schon angeboten worden waren. Aber hier hieß es, eine Verlegung der Bücherei nach dort sei nicht möglich, weil es sich da um eine Randlage handle. Dabei stellen Kinder der Grundschule die Haupt­gruppe der Leser. Die Bushaltestelle liegt nebenan, der geplante Supermarkt kommt auch dorthin. In Bischofsheim haben manche Nutzer auch einen Weg von mehr als eineinhalb Kilo­me­tern. Man bat auch zu prüfen, ob die Bücherei wirklich so viel Raum braucht, wie jetzt vorge­sehen. Es ist ja kein Geld da, um den Buchbestand zu erhöhen. Den jetzigen Bestand kann man aber höch­stens auf die doppelte Fläche auseinanderziehen.

 

Wenn dann noch ein Büro und Lager dazu­kommt, ist auf der linken Seite des Erdge­schosses ausreichend Platz, es bleibt sogar noch ein Lese- und Vort­rags­raum. Es stünden etwa 65 Quadratmeter zur Verfügung, ein Vielfaches der jetzigen Fläche. Zumindest sollte man das Museum schon im Erdgeschoß beginnen lassen mit ein oder zwei Räumen und erst einmal den tatsächlichen Bedarf der Bücherei abzuwarten. So hätten beide Parteien den Vorteil des Zugangs im Erdgeschoß.

Aber die Bereitstellung von mehr Räumen wurde erneut abgelehnt: Die Stadtverordneten­ver­samm­lung habe ja so beschlossen, nur sie könne das ändern (die Mehrheit hatte sich zwar inzwischen durch das Hinzukommen der Freien Maintaler geändert, aber der Magistrat war unverändert). Vor­her mussten aber die Räume umgebaut werden, die Duschen entfernt und die Fußböden erneuert. Aber die Stadt sagte wiederum, dass sie dafür kein Geld habe.

Im April hat der Verein die erst vor zwei Jahren gelegten Fliesen abgehackt, die demo­lierten Türen entfernt, eine Zwischenwand eingerissen und sämtlichen Fußbodenbelag entfernt. Ein Mitarbeiter der Stadt verputzte die beschädigten Wandflächen wieder. Der Verein wollte dann gern noch weiter machen, aber man sagte ihm, er solle das unter­lassen, das sei Sache der Stadt und sie übernähme das auch. Aber dann geschah wieder nichts. Für das Unterstockwerk hat ein Fachmann die Kosten auf 20.000 Mark geschätzt, aber im Oberstockwerk war er nicht. Die Stadt lehnte es ausdrücklich ab, ein städtisches Museum einrichten zu wollen, das Museum sei Sache des Vereins.

Im Mai 1994 wurden dann aber Haushaltsmittel für die Räume in der Hauptstraße 9 zugesagt. In den Nachtragshaushaltsplan wurden dann auch 24.500 Mark eingestellt für die Wieder­herrichtung der Museumsräume, die durch die Flüchtlinge stark abgewohnt waren. Der Fußbodenbelag sollte 13.000 Mark kosten und die Beleuchtung 11.000 Mark.

Bei Fremdvergabe wurde ein Bedarf von 44.850 Mark errechnet, die aber durch Eigen­leistungen des Vereins gesenkt wurden. Für die Bücherei wurden 31.000 Mark bewilligt. Die CDU stellte am 19. Juli noch einmal den Antrag, die Räume instandzusetzen.

 

Verschiedene größere Ausstellungsstücke aus dem Raiffeisenlager, die in den zur Verfügung ge­stellten Räumen keinen Platz fanden, wurden anderen Museen und auch Firmen angeboten. Die Bitte um den größeren der beiden Räume im Keller wurde von der Verwaltung abgelehnt mit dem Argument, die Mieter seien kinderreich und brauchten den größeren Raum (in dem kaum etwas stand), bis in den Ausschuss kam die Bitte nicht. Verschiedene Gegenstände wurden dann von städtischen Arbeitern und von Vereinsmitgliedern in das Haus Hauptstraße 9 gebracht, aber es kam wieder die Aufforderung auf Unterlassung, der Verein hätte zu viele Gegenstände abgestellt, die die Renovierungsarbeiten behindern. Zum Straßenfest wurde das Haus zur Besichtigung freigegeben und in jedes Zimmer symbolisch ein Ausstellungsstück gestellt und mit Schautafeln über den Plan unterrichtet.

Die Studienfahrten gingen in dieser Zeit weiter. Am 15. Mai wurden Kloster Arnsburg und die Münzenburg besucht, am 26. Juni Bundenbach im Hunsrück und Schiefergrube Herrenberg. Am 17. Juli 1994 leitete Norbert Mankel erneut ein Radtour zu Bodendenkmälern in Maintal, von Hoch­stadt über Bischofsheim und Dörnigheim nach Wachenbuchen. Die Veranstaltung war als Begleit­programm für die Limesausstellung im Verwaltungsgebäude gedacht.

Diese beiden Ausstellungen des Landesamts für Denkmalpflege „Fünfzig Jahre Landesarchäologie in Hessen“ und „Der römi­sche Limes in Deutschland“ wurden vom 1. Juli bis 2. September 1994 im Verwaltungsgebäude Klosterhofstraße gezeigt. Am 28. August ging es zum Museum Steinheim und am 25. September zum Römerkastell kleiner Feldberg und zu den Ringwällen am Altkönig.

 

Vor der Stadtverordnetenversammlung im November hatten auch die „Freien Maintaler“ das Mu­seum als Thema entdeckt und forderten nun auch ein Konzept an. Vergessen hatte man dabei, dass am 2. Februar im Ausschuss schon alles beschlossen war. Jetzt durfte der Vorsitzende Peter Heckert im Ausschuss reden und erklärte, das Konzept sei im Kopf fertig und werde innerhalb von drei Tagen schriftlich bei jedem Ausschussmitglied im Briefkasten liegen. Für die Bücherei wurde kein Konzept und kein Raumaufteilungsplan gefordert.

Das Konzept richtete sich noch aus an der Forderung, die Geschichte der Stadtteile darzustellen. Deshalb wurde diese mit den einzelnen Themen verbunden:

Bischofsheim: Schuhmacherwerkstatt, Schreinerei, Schlosserei.

Dörnigheim: Fuhrwerke/Handel, Wäscherei, Schmiede, Kobflechterei, Friseur.

Hochstadt: Geräte für die Weinherstellung, Nachbau eines Gastraums, Sammlerstücke

Wachenbuchen: Entwicklung der Landwirtschaft.

Auch Flur und Treppenhaus, Dachgeschoß und Keller wurden einbezogen. Mit eingereicht wurden Zeichnungen mit den Räumen und den geplanten Ausstellungsstücken. Das Thema „Wein/ Apfel­wein“ sollte nicht unbedingt der Schwerpunkt sein, aber er gehört nun einmal in die Region und hat eine bis in die Gegenwart reichende Tradition. Eine lückenlose Dokumentation der Verarbeitung im Hausgebrauch und in der industriellen Produktion wäre in Maintal möglich.

Das Kulturamt bemängelte an diesem Konzept, dass die verbindenden Texte zur Stadtgeschichte noch nicht da seien und unter den gesammelten Gegenständen auch Sperrmüll sei. Eine Auswahl sollte durch Fachleute unterstützt werden, damit nicht wegen des beschränkten Platzes die falschen Sachen fortkommen. Die Museumsräume sollen in ausschließlicher Trägerschaft des Vereins ge­führt werden. Der Magistrat werde sich nicht an den Betriebskosten beteiligen, aber es ist ein Zuschuss vorgesehen, wie er von der Stadtverordnetenversammlung als auskömmlich angesehen wird.

Am 10. November erhielt der Verein wenigstens einen Schlüssel (für die Hintertür) mit der Auflage, dort keine zusätzlichen Dinge einzubringen. Aber jetzt fiel dem städtischen Bauamt ein, man brauche erst das Gutachten eines Statikers. Dafür wurden sämtliche Fußböden aufgerissen. Dabei stellte sich heraus, das alle Balken noch gut waren und auch außergewöhnlich stark.

Aus Brandschutzgründen sollten alle Decken erneuert werden und überall Brandschutz­türen eingebaut werden, sogar vor dem Abstellraum im Dachgeschoß. Das Ge­bäu­de glich immer mehr einer Ruine.

Die Vorstandssitzung im September fand im Schein einer Stalllaterne statt. Die Maler­arbeiten konn­ten nur abends bei einer Behelfsbeleuchtung durchgeführt werden oder waren auf den Samstag beschränkt. Ab Oktober waren mehrere Vorstandsmitglieder jeden Samstag an der Arbeit. Die Wände wurden gespachtelt und mit Schwingschleifer abgeschliffen. An verschiedenen Stellen mussten größere Fläche neu verputzt werden. Dann wurde alles mit weißer Wandfarbe gestrichen (mit feinem Sandzusatz), die Decken viermal und die Wände nur dreimal.

In der Stadtverordnetenversammlung am 14. November wurde der Vorwurf erhoben, man habe ja Geld zur Verfügung gestellt, aber der Verein habe mehr gewollt, nämlich das ganze Haus, deshalb sei es zu der Verzögerung gekommen. In Wirklichkeit hätte der Verein gern das Haus 1992 ohne große Veränderungen übernommen, das Weißen der Wände wäre in Eigenleistung übernommen worden. Erst durch die Flüchtlinge wurde das Haus abgewohnt.

Letztlich wurde das Thema dann wieder auf den Dezember verschoben. Damit bestand die Gefahr, dass nach der Verwaltung nun auch die Stadtverordnetenversammlung das Projekt verschleppt. Im November wurden die drei Bürgermeisterkandidaten eingeladen, um ihnen das Haus zu zeigen und die Ziele des Vereins darzustellen.

Die CDU hat den Verein ja von Anfang an unterstützt. Aber jetzt sagte auch der Kandidat der SPD ein klares positives Wort zum Museum, auch die Grünen haben sich in neuer Zusammensetzung für den Verein ausgesprochen.

Anfang Dezember wollten die „Freien Maintaler“ das Geld für das Museum wieder streichen zugunsten des Spielmobils, wurden aber überstimmt. Den anderen Fraktionen wurde dafür extra gedankt. Doch wie von den „Freien Maintalern“ gefordert wurde Ende des Jahres der Vertrag mit dem Kulturbeauftragten Streum nicht verlängert, der immerhin ein Gehalt von 78.000 Mark erhalten hatte und dem darüber hinaus 135.000 Mark im Jahr 1993 und 85.000 Mark im Jahr 1994 zur Verfügung gestanden hatten. Aber dafür wurde sein Percussion-Festival angeblich auch weltweit beachtet. Seine abgehobene Kulturarbeit sollte ersetzt werden durch eine „Kultur­gesellschaft Maintal“, die im wesentlichen von einem Sachbearbeiter bei der Verwaltung und den Vereinen getragen werden sollte.

Schon im Juli 1993 hatte die Stadt mitgeteilt, dass sie sich aus der Organisation der Stadtteil­feste zurückziehen werde. Im Jahr 1994 wurden deshalb Vereinsringe und Interessengemeinschaften gegründet. Der Verein Heimatmuseum hat sich damals daran beteiligt, um in der Öffentlichkeit präsent zu sein. Ab 1995 beteiligte sich der Verein nicht mehr an den Straßenfesten, weil die Unkosten zu hoch und die Einnahmen zu gering waren. Im Jahr 1994 wurde der Verein „Heimatmuseum Maintal“ in den Museumsführer „Museen in Hessen“ aufgenommen.

 

Im Februar 1995 wurde die Informationstafel an der Burg von Buchen aufgestellt, die von Herrn Mankel und Herrn Kloiber in mühevoller Kleinarbeit auf eine Holztafel eingebrannt wurde. Am 17. März wurde eine Apfelmühle aus einer Wirtschaft in Niederissigheim geholt, später auch noch ei­nen Teil der Presse, aber die eigentliche Eisenkonstruktion war zu groß und zu schwer (die Presse war ein selbstgebautes Unikat).

Im Mai 1995 wurde der Mietvertrag trotz erheblicher Bedenken unterschrieben. Der Museums­ver­band hatte abgeraten und darauf verwiesen, dass nirgendwo in Hessen ein Verein noch Miete für ein Museum bezahlen muss. Der Verein erhielt keinen Vereins­zuschuss mehr und musste auch die Ver­sicherungen selber tragen.

Die Studienfahrten führten 1995 am 9. April nach Rückingen mit Führung durch den Ort und das Museum, am 25. Juni zum Kloster Lorsch und zum Felsenmeer im Odenwald und am 27. August auf die Sohle der Grube Messel und in das Heimatmuseum Messel. Diese Fahrten wurden seit 1992 immer von Norbert Mankel organisiert und geführt, der auch mehrere archäologische Ausstellungen nach Maintal holte.

 

Schon 1985 hatte er in seinem Manuskript „Beiträge zur Hochstädter Geschich­te“ die Geologie Maintals dargestellt und ließ 1994 „Die Vor- und Frühgeschichte der Stadt Main­tal“ folgen. Im September verfasste Frau Edeling-Teves einen Bericht über die ersten zehn Jahre des Museumsvereins. Im Mai wurden zwei Tischvitrinen angeschafft. Zum Vorstand gehörten im Jahr 1995 Peter Heckert, Ursula Pohl, Inge Wolf, Ursula Hertsch, Ursula Schoor, Karin Salzmann, Josef Kloiber und Norbert Mankel.

Während des Hochstädter Straßenfestes wurde die Bevölkerung eingeladen, sich die Räume doch einmal anzusehen. Es ging allerdings nur durch die Hintertür und es wurde über den schleppenden Fortgang der Arbeiten informiert. Von April bis Juni wurde die Deckenverkleidung vom Verein entfernt und entsorgt. Kurz nach dem Straßenfest wurden endlich die Brandschutzarbeiten aus­geschrieben.

Bei aller parteipolitischen Neutralität Muss man doch objektiv sagen, dass erst mit dem Wechsel an der Spitze der Stadt die Herrichtung der Museumsräume begann. Im Juni 1995 erfolgte die Aus­schreibung der Trockenbauarbeiten. Am 14. Juni wurde von städtischen Arbeitern endlich der gewünschte Durchbruch von der Gaststube in das Wäschezimmer gemacht, so dass ein Rundgang möglich wurde.

 

Ab 22. Juli fanden mehrere Arbeitseinsätze statt: Die Frauen entfernten die Tapeten, die Männer schliffen am 12. August die Fußböden die Fußböden ab und entfernten die Latten an den Decken. Die Anbringung des Hinweisschildes (Ausleger) wurde Ende August genehmigt.

Die Deckenarbeiten erledigte die Firma Lapp. Die Arbeiter zerstörten aber fast sämtliche Licht­lei­tungen, die Arbeiten zogen sich bis Mitte Oktober hin. Die Elektroarbeiten über­nahm die Firma Pfeuffer aus Kilianstädten und führte sie im September aus. Die Brand­schutzarbeiten waren Mitte Oktober waren sie abgeschlossen. Wieder legte sich der Vorstand des Vereins ins Zeug: Der Wand­durchbruch wurde wieder eingeputzt und der Fußboden von Kleberesten entfernt. Schließlich wurden Decken und Wände endgültig gestrichen. So eilig wäre es allerdings gar nicht gewesen, denn der Fußbodenleger ließ sich Zeit. Den Fußbodenbelag sollte die Firma Emmrich aus Bruch­köbel verlegen, aber am Jahresende standen nur die Maschinen auf der Baustelle.

 

Erst Anfang 1996 wurde der Fußboden verlegt und der Fußboden in der späteren Gast­stube ge­schlif­fen und lackiert. Auch die Löcher im Fußboden wurden geschlossen und die ganze Elektrik erneuert.

Am 6. und 13. März hielt Peter Heckert im Historischen Rathaus die Lichtbildervorträge „Das unbekannte Hochstadt“, die im April noch einmal im Bürgerhaus wiederholt wurden. Im April 1996 erschien im Tagesanzeiger ein längerer Artikel über die Führung von Peter Heckert durch Hoch­stadt.

Am 16. März 1996 erschien im Tagesanzeiger in der Reihe „Maintaler Vereine im Spiegel der Zeit“ ein längerer Artikel über den Heimatmuseumverein. Während des Straßenfestes war die Bevöl­ke­rung eingeladen, sich die Räume für das geplante Museum doch einmal anzusehen.

Im April 1996 wurden die Museumsgegenstände aus dem Untergeschoß in das Ober­geschoß umge­räumt. Das eindrucksvolle Treppengeländer - letzter Zeuge des einstigen Schulgebäudes in der Klosterhof­straße - wurde von Mitarbeitern des Bauhofes liebevoll restauriert, sollte aber in anderen städtischen Objekten eine Verwendung finden. Nur ein Teilstück fand seinen Platz im Treppenhaus des Museums. Auch die alten Vitrinen durften nicht im Erdgeschoß aufgestellt werden, aber die Stadt wollte für neue Vitrinen sorgen. Andere Teile mussten als Sperr­müll entsorgt werden. Im Juni wurden die Heizkörper vom Verein gestrichen. Im Herbst wurde der Tresen für die Gaststube gebaut, die Regale wurden gereinigt und lasiert. Die Fenster wurden geputzt und Scheibengardienen ange­bracht.

Das Jahr 1996 war auch das Jahr der 1150-Jahr-Feier Hochstadts. Die Stadt hat sich allerdings herausgehalten wegen der befürchteten Kosten. Aber der „Humor-Musikverein Edelweiß“ hat aus Anlass seines hundertjährigen Jubiläums die Initiative ergriffen und einen Umzug vorgeschlagen. Am 14. Juli bewegte sich der Zug mit 32 Nummern von der Konrad-Höhl-Straße über die Wachenbucher Straße, Hanauer Straße, Hauptstraße, Bischofsheimer Straße und Weinbergstraße zum Festplatz. Der Heimatmuseum-Verein beteiligte sich mit einer Fußgruppe prähistorischer Menschen.

Die Studienfahrten führten am 5. Mai 1996 nach Aschaffenburg in die Altstadt und in das Pompe­janum, am 21. Juli gab es eine Radtour zur Alteburg bei Mittelbuchen und nach Wilhelmsbad. Am 15. September standen Bad Kreuznach (Römerhalle) und der Disi­bodenberg (Hildegard von Bingen) auf dem Plan.

„Heimatkundliche Spurensuche“ fand statt am 13. Oktober im Hochstädter Gemeindewald. Am 31. August 1996 wurde die Bücherei im alten Pfarrhaus eingeweiht. Das Museum wurde zum Weih­nachts­markt schon einmal geöffnet, auch wenn noch nicht alles fertig eingerichtet war.

 

Eröffnung des Museums:

Am 13. und 20. April 1997 wurde das Museum eingeräumt und den Gegebenheiten angepasst. Es stellte sich heraus, dass man vorher gar keine großen Pläne machen kann, sondern erst an Ort und Stelle kann man sehen, ob alles passt. Als alles fast fertig war, wurde von der Stadt auch die Tür zum Korridor noch eingesetzt. Bei der Jahreshauptversammlung am 22. April 1997 wurde Frau Zopf-Benz neu als zweite Vorsitzende gewählt, Schriftführerin wurde Frau Thomsen (Stellvertreterin Frau Hertsch).

Während des Hochstädter Straßenfestes (damals noch „Rathausfest“ genannt) wurde am 24. Mai 1997 um 16 Uhr das Museum endlich eröffnet. Bürgermeister Rohrbach und Peter Heckert durch­schnitten mit einer historischen Schere das rote Band. Der Bürgermeister hoffte, dass Museum und Bücherei gemeinsam zum Treffpunkt für junge und alte Menschen werden. Peter Heckert verzich­tete in seiner Eröffnungsrede nicht auf zahlreiche Seitenhiebe zur langen Entstehungsgeschichte des Museums. Rund 750 Arbeitsstunden wurden vom Verein geleistet. Man hätte noch weitere Räume mit Ausstellungsstücken füllen können. Aber so sei jetzt auch ein „Museum zum Anfassen“ entstanden.

Zur Eröffnung am 24. Mai konnte das neue Maintaler Stadtmuseum den Andrang der Besucher kaum fassen. Etwa 500 Menschen verbanden einen Bummel über das Rathausfest mit einem Museumsbesuch. Neben vielen Maintaler Einwohnern waren auch Familien aus der Hohen Tanne und anderen umliegenden Orten dabei. Die am weitesten angereisten Besucher kamen aber aus den USA und Indien. Ins Gästebuch trugen sich auch Besucher aus der Partnerstadt Luisant und aus Griechenland ein. In dem Buch finden sich auch viele Unterschriften von Kindern, viele auslän­dische Namen sowie die Unterschriften örtlicher Politiker aus allen Parteien. Zwei längere Bemer­kungen seien hier noch wiedergegeben. „Die Geschichte ist die Lehrerin des Lebens“ und „Schön, dass alles so gut geworden ist. Viel Erfolg, viele Besucher“.

Neben der äußeren Eingangstüre wurde von der Stadt das Schild „Stadtmuseum“ angebracht. Damit sollte aber nicht ausgedrückt werden, dass es sich um eine städtisches Museum handelt, sondern dass es ein Museum für die Stadt ist, das eine Stadt braucht und für das auch die Stadt sich verantwort­lich wissen sollte; außerdem klingt die Bezeichnung besser als das altertümliche „Hei­mat­museum“. Der Verein ist ja auch bewusst ein Verein für ganz Maintal, auch wenn das Museum in Hochstadt steht und auch sonst viele Aktivitäten dort stattfinden oder von dort ausgehen.

Das Museum entspricht nicht den Richtlinien des Hessischen Museumsverbandes, dazu ist es zu klein. Es sollte ja auch nicht ein kleines „Museumsufer“ geschaffen werden, sondern etwas Volks­tümliches, das den Menschen zur Identifizierung mit ihrer Heimat hilft. Dazu sind keine teuren Fachleute nötig, die hochgestochene Gutachten und Pläne erstellen, die sich nicht verwirklichen lassen.

Allgemein fand das Museum große Zustimmung. Die Meinung früherer führender Politiker der Stadt, ein solches Museum sei überflüssig, ist damit widerlegt. Auch haben die Praktiker recht behalten, die von Anfang an sagten, ein hochgestochenes Museum mit überregionaler Bedeutung sei ebenso wenig möglich wie eine Darstellung der Geschichte aller Maintaler Stadtteile. Es kann nur das gezeigt werden, wozu man auch Ausstellungsstücke hat.

Das Museum zeigt nicht nur das, was alle anderen örtlichen Museen auch zeigen, sondern es hat schon seine Schwerpunkte. Im Grunde ist es doch das ,,erste deutsche Apfelweinmuseum“ gewor­den, das von bestimmter Seite entschieden abgelehnt wurde.

Leider kann ein großer Teil der Maschinen nicht öffentlich ausgestellt werden, weil der Platz fehlt, zum Beispiel für die Apfelweinpresse, die auf dem Gelände der Landkelterei Höhl steht; sonst wür­de der Name „Apfelwein­museum“ noch mehr passen. Der Apfelwein ist nun einmal der Schwer­punkt in ganz Maintal und nicht nur in Hochstadt.

 

Natürlich ist es ein Museum in Hochstadt und die meisten Ausstellungsstücke sind auch aus Hoch­stadt. Aber glücklicherweise waren auch wertvolle Stücke aus den anderen Ortsteilen zu be­kom­men. So spiegelt das Museum das frühere Leben in allen Dörfern des heutigen Maintal, die sich ja nicht so sehr voneinander unterscheiden. Aber es werden auch einige Akzente gesetzt durch besondere Einzelstücke aus den Stadtteilen.

Viele Besucher fragten, woher denn die Stücke kommen. Hier ist zu sagen: Der allergrößte Teil ist im Laufe der Jahre von den Einwohnern zur Verfügung gestellt worden. Mancher wird sich nur schwer von seinem Andenken getrennt haben. Aber vielleicht freut er sich heute doch und ist stolz darauf, dass nun eine größere Öffentlichkeit auch Anteil an dem Überlieferten hat und hier etwas auf Dauer aufbewahrt wird, das vielleicht die Nachkommen achtlos weggeworfen hätten.

Manche Besucher äußerten auch Bedenken wegen der Diebstahlgefahr. Nun gibt es heute in der Tat Menschen, die können alles gebrauchen, auch wirtschaftlich wertlosen „alten Krempel“. Doch es ist auch nichts erreicht, wenn man alles unter Glas stellt und mit einer Alarmanlage versieht. „Ein Mu­seum zum Anfassen“ ist mehr wert als die kleinliche Angst um das eine oder andere Stück.   Außer­dem ist während der Öffnungszeiten immer die Aufsicht durch mehrere Vereinsmitglieder gewähr­leistet.

In der Presse war noch zu lesen, dass die Räume doch arg vollgestellt seien. Es gibt aber Museen (wie in Bergen), die sind noch voller. In Maintal dürfte eine gerade noch vertretbare Lösung gefunden worden sein. Die Gründe liegen in der Raumnot, die dazu zwingt, jede Ecke zu nutzen. Andererseits hat man sich aber auch bewusst von dem Wunsch der Experten abgesetzt, die am liebsten pro Raum nur ein oder zwei Aus­stellungsstücke aufgestellt hätten, dafür aber viele Texttafeln und Bilder von außerhalb.

Die von der Presse gebrauchte Formulierung „Wohnzimmer-Atmosphäre“ trifft die Sache richtig: Das Museum befindet sich nicht in einem Schloss, sondern in einer früheren Wohnung. Deshalb wird auch nicht die fürstliche Kultur gezeigt, sondern die der kleinen Leute. So war es von Anfang an vom Verein gewollt und ist nun verwirklicht. Eine weitere Hoffnung ist auch in Erfüllung gegangen: Viele Besucher konnten noch Hinweise geben zur Funktion der Ausstellungsstücke und konnten zur Korrektur der Beschriftung und Erläuterung beitragen.

Eine thematische Gliederung des Museums war dennoch möglich. Die Räume waren damals noch streng nach Themen aufgeteilt: Flur und Treppenhaus, Vorraum, Handwerkszimmer, Wein- und Obstbau, Küche, Gaststube, Büro, Wäschezimmer und Schlafzimmer. Informationsblätter an den Wänden wiesen auf Einzelheiten hin.

 

Museumsrundgang:

Der Rundgang beginnt im Erdgeschoss des ehemaligen Pfarrhauses. Hier stehen zwei Vitrinen für wechselnde Ausstellungen. Über das Treppenhaus gelangt man zu sechs Ausstellungsräumen und

zum Archiv. Im Treppenhaus fallen die von namhaften Maintaler Firmen gestifteten Informations­tafeln aus den einstigen Verwaltungsstellen Hochstadt und Dörnigheim auf. Weiter werden Orts­wappen, alte Stadtpläne, Landkarten sowie ein Grenzstein dargeboten.

Im ersten Stock gelangt man zunächst in einen Vorraum, den bei der Eröffnung eine Kirchturmuhr und ein Turmknopf mit Wetterhahn aus Dörnigheim zierten. Beides ist heute im „Handwerkszim­mer“ aufgestellt.

Das Bild Peter Eibelshäusers erinnert an das Öffnen des längst verschwundenen Hochstädter Unter­tores, der alte Torschlüssel und die Uhr sind noch erhalten. Außerdem wird die Schelle des Hoch­städter Ortsdieners gezeigt. Die ursprünglich hier aufgestellte Fahne des nicht mehr bestehen­den Wachenbucher Gesangvereins „Concordia“ wurde inzwischen eingerollt, um den brüchigen Stoff zu schonen.

 

1. „Handwerkszimmer“:

Den täglichen Bedarf an Gebrauchsgegenständen deckten früher die ortsan­sässigen Handwerker ab. Die Bilder eines Küfers und eines Polsterers am Eingang stim­men auf das Thema ein.

Zunächst wird das Thema „Polstern“ behandelt mit zahlreichen Werkzeugen des Polste­rers Her­mann Koch, der sein Handwerk in der Bogenstraße betrieb. Eine große „Zupf­maschine“ zur Herstellung des Füllma­terials und Spannvorrichtungen sowie gepolsterte „Kummets“ (alte Pferdegeschirre) und einen Kummetstock aus dem Besitz von Jakob Stein zeugen von hoher Handwerkskunst. Die Sattlerei-Nähmaschine stellt eine weitere Rarität dar.

Küferwerkzeuge und eine Schnitzbank vermitteln einen Eindruck der schwierigen Präzi­sionsarbeit des Küfers. Hobel in allen Größen und Ausführungen und Schraub­zwingen aus Holz lassen das Herz eines Handwerkes höher schlagen. Dass früher sogar großformatige Gewinde und Spindeln aus Holz gefertigt wurden, ist heute nur schwer zu begreifen. Neben der Rauhbank zur Bearbeitung langer Bretter und einer Schnitzbank ist ein Balken­hobel zu sehen, der von zwei Männern an Hör­nern gezogen und von einem weiteren geschoben wurde. Zimmermanns- und Waldarbeiterwerk­zeuge lassen längst vergangene Zeiten wieder auferstehen.

Die gut erhaltene und her­vorragend sortierte Schuhmacher­werkstatt ist zusammengestellt aus den Werkstätten von Heinrich Koch in Wachenbuchen und Peter Eibelshäuser in Hochstadt. Sie zeugt von den engen Arbeits­bedingungen die­ses Handwerks. Den Übergang von der reinen Handarbeit zur maschinen­unter­stützten Herstellung wird ebenfalls deutlich. Eisenbeschläge und Schuhwichse, Leisten, Schürzen, Lederstücke und die alte flackernde Lampe vermitteln den Eindruck, als sei Schuhmacher nur einmal kurz fortgegangen, um einen Schoppen zu trinken.  Außerdem ist eine Vitrine mit Werkzeugen des Diamantschleifers Heinrich Stumpf aufgestellt.

 

2. „Weinbau und Obstanbau“:

Bis ins 19. Jahrhundert war im Gebiet des heutigen Maintal der Weinbau stark verbreitet. Vom Berger Hang zogen sich die Weinberge über Bischofheim und Hochstadt bis nach Wachenbuchen. Mit der Zeit war der Weinanbau zu mühsam, weil man das ganze Jahr etwas im Weinberg tun musste, obwohl der Ertrag unsicher war. Auftretende Krankheiten und Schädlinge versuchte man mit der chemischen Keule zu bekämpfen.

So zeigt der Raum für den Wein- und Obstanbau kleinere und größere Geräte zum Einsatz chemi­scher Mittel sowie Geräte der Erntezeit wie eine hölzerne Botte für die Weinlese und geflochtene Körbe für die Obsternte. Die Geräte für die Verarbeitung der Trauben und der Äpfel sind praktisch gleicher Art, was die Auswahl eindrucksvoll belegt. Speziell bei der Verarbeitung der Apfel waren früher handbetriebene, später dann elektrisch ange­triebene Mühlen im Einsatz.

Kleinere und größere Pressen zur Herstellung des Mostes, der in Bottichen aufgefangen wurde, gehören ebenso zum Aus­stellungsumfang wie eine Tresterschleuder zur Nachbe­handlung des Press gutes, schließlich galt es, den letzten Saft noch herauszuholen. Natürlich fehlen nicht Fässer, eine Apfelweinpumpe sowie ein Gerät zum Verkorken des „Stöffchens“. Man erfährt auch einiges über die Schädlingsbekämpfung, über den Speierling, eine zum Speien bittere Ebereschenart, die gut dosiert den „Speierling“ (von der ortsansässigen Kelterei historisch auch „Speyerling“ genannt) den typischen Geschmack und längere Haltbarkeit verleiht.

 

3. „Küche“:

Eine kleine Küche zeigt einen Herd mit Zubehör, einen gut gefüllten Schrank, einen Eisschrank und viele kleine Gegenstände des täglichen Bedarfs.

 

4. „Apfelwein-­Gaststube“:

In der nachempfundenen Gaststube hat man einen prächtigen Ausblick auf die Hauptstraße. Die Tische und Bänke stam­men aus der Gaststätte „Zum Tiger“, dem ältesten Gast­haus des Ortes. Ein Spielbrett für Skat und Doppelkopf, ein Schild aus der Bischofsheimer Gaststätte „Dorfschänke“, und die Sammlung alter Apfelweingläser im historischen Hängeschrank erinnern an die typischen Vereinslokale, denen meist Kegelbahnen angegliedert waren. Vorbei an uralten Holzkegel, einer Schützenscheibe und alten Gedenkmünzen fällt der Blick auf einen „Faulenzer“, mit dessen Hilfe der Apfelwein ans grollen Krügen ausgeschenkt wurde.

Das Har­monium - unverzicht­bares Instrument für die Übungsstunden der Gesangvereins - steht stellvertretend für die sonst eingesetzten Klaviere. Ein prächtiger Kanonenofen mit dem klassischen Schütter und Eierkohlen rundet das Bild einer traditionellen Apfelweingaststätte ab.

 

5. „Wäschezimmer“

Im Wäschezimmer wird sowohl die mühsame Arbeit der Hausfrauen als auch die profes­sionelle Arbeitsweise der Wäscherinnen verdeutlicht. Waschbrett, Zinkwanne, Klop­fer und Stampfer und altbe­kannte Waschmittel sowie verschiedene Formen der Wä­schemangel zeugen von der gründ­lichen Sauberkeit der Einwohner.

Erlaubt ist auch einen Blick in den Wäscheschrank, in dem die Mädchen ab der Konfir­mation die mit einem Bändchen gekenn­zeichneten Wäschestücke ihrer Aussteuer sammelten. Bei nä­herem Hinsehen stellt man fest, dass es sich um einen damals weit verbreiteten Schranktyp handelt, der äußerst stabil ist und dennoch nur von wenigen Keilen zusammengehalten wird. Nähmaschinen und ein Hoch­zeitskranz runden den Raum ab.

 

6. „Archiv“:

Beachtlich ist auch das Archiv des Museums, das viele Bücher als Zeugen örtlicher Ge­schich­te, Fotos, alte Zeitungen und Kuriositäten umfasst. Dies und noch vieles mehr bietet das Museum dem inte­ressierten und heimatver­bundenen Besucher, aber auch der jungen Generation, die oftmals so keinen rechten Bezug mehr zu den Wurzeln hat. Das Museum bietet auch Bücher und Broschüren zur lokalen Geschichte an und führt Stadtführungen durch.  Im Keller beherbergt das Museum noch alte Keltergeräte und im Dachgeschoß ein Magazin, die aber beide für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind

 

7. „Schlafzimmer“:

Im den kleinen Schlafzimmer mit einem großen Bett, einem kleinen Bett und einem Waschschrank möchte man am liebsten gleich übernachten. Kinderwagen und selbst der Nachttopf fehlen nicht.

 

 

 

 

„Das lebendige Museum“:

Nach der Eröffnung des Museums schied Peter Heckert aus dem Vorstand aus. Neue kom­mis­sa­rische Vorsitzende wurde Ursula Pohl. Die „Museumsblätter“ wurden mit tatkräftigem Einsatz der Schriftführerin Ilse Thomsen wieder herausgegeben.

Das Kulturamt der Stadt verlangte sonntägliche Öffnungszeiten und bot sogar die Bezahlung einer vereinsfremden Person an. Aber diese hätte fachkundig sein müssen oder von einem Vorstands­mitglied begleitet sein müssen, das dann auch Anrecht auf eine Bezahlung hätte. Bis heute wird aber die Aufsicht von Vereinsmitgliedern ehrenamtlich übernommen.

Der Vorstand arbeitete auch an der Schaffung eines Weinbergwegs mit, doch der Plan wurde vom Kulturamt wieder fallengelassen.

Ein Problem war der Blumenschmuck am Museum: Der Betriebshof hatte für die Bepflan­zung der Blumenkästen 687 Mark in Rechnung gestellt. Einige Zeit wurden die Kästen im Obergeschoss noch vom Verein bestückt, dann ließ man es aber aus Zeit- und Kosten­gründen sein.

Immer wieder wurde die Frage der Vitrinen besprochen. Vor allem ging es um Vitrinen mit einer schwenkbaren Tür, damit eine Neubelegung leicht möglich ist. Letztendlich hat dann doch die Stadt hier geholfen. Im November wurden Tischvitrinen angeschafft.

Im Sommer 1997 wurde das Gebetbuch der Familie Katz an Leopold Katz aus Amsterdam über­geben, der als Einziger der Familie die Judenverfolgung überlebt hatte. Das Buch mit handschrift­lichen Eintragungen von Sally Katz von wurde Mitte der 60iger Jahre im Obertor von Heinz Kem­ler unter einem Berg von Unrat gefunden und sichergestellt. Er übergab es am 17. Mai 1997 dem Heimatmuseumverein. Nachdem aber Frau Kingreen aus Windecken die Anschrift des Sohnes Leopold ausfindig gemacht hatte, wurde ihm das Buch im Hause Kem­ler übergeben.

Die Studienfahrten führten zur Burg Alzenau (Burgstelle Randenburg und Museum Michelbach), zum römischen Wachtturm bei Butzbach (mit Kleinkastell Holzheimer Unterwald und Dünsberg) und zum Römerkastell Saalburg.

Vom 6. bis 21. Dezember fand die erste Sonderausstellung im Museum statt: „Puppen und Puppen­häuser“. Die Puppen aus den Jahren 1890 bis 1910 stammten vor allem aus der Sammlung von Ursula Zopf-Benz. Eine besondere Rarität waren ausländische Puppen, darunter ein englisches Zwillingspuppenpaar aus dem Jahr 1860. Es wurden 600 Besucher gezählt.

In dieser Zeit war auch die Wachenbucher Chronik „Liebenswertes Wachenbuchen“ von Peter Heckert fertiggestellt, die von der Stadt zur 12000-Jahr-Feier herausgegeben worden war.

 

Anfang 1998 wurde eine Neuformulierung der Satzung in Angriff genommen, weil mit der Einric­h­tung des Museums der Vereinszweck neu definiert werden musste. Die neue Fassung wurde am 7. April in der Jahreshauptversammlung beschlossen. Als Vorstand wurden gewählt: Ursula Pohl (erste Vorsitzende), Ursula Zopf--Benz (stellvertretende Vorsitzende), Ilse Thomsen (Schriftführerin) Karin Salzmann (Kassiererin), Ursula Hertsch (zweite Schrift­füh­rerin) und als Beisitzer Inge Wolf, Norbert Mankel und Elke Kaas.

Vom 7. Februar bis 29. März 1998 wurde die Ausstellung „Raubgrabungen in Hessen“ des Landes­amtes für Denkmalpflege gezeigt. Dabei wurden auch Bodenfunde gezeigt, die Maintaler Bürger gemacht hatten. Folgende Fahrten wurden angeboten: Ein Stadtrundgang durch die Altstadt Seligenstadts und die Benediktinerabtei, eine Fahrt nach Deidesheim („Heidenlöcher“) mit Kloster­r­­uine Limburg und römischem Weingut bei Unge­stein und schließ­lich eine Radtour zu den Bodendenkmälern im Maintaler Stadtwald (Tag des offenen Denkmals).

Den Sommer über wurden im Museum Apfelweindeckel aus dem Besitz von Frau Pohl und Pup­pen­geschirr von Frau Zopf-Benz gezeigt. Vom 13. September bis Anfang Dezember lief die Ausstellung „Historische Brillen aus 150 Jahren“ des Bischofsheimer Sammlers Klaus Stahl. Die älteste Brille war von 1752. Zum Weihnachtsmarkt wurden Nussknacker und Räuchermännchen gezeigt.

Ende September führte Frau Thomsen die SPD-Senioren durch das Museum. Im November besuch­ten die Landfrauen das Museum. Am Ende des Monats kam auch das Buch von Peter Heckert „Maintal alte neue Stadt“ heraus.

 

Am 26. März 1999 fand in der Museums-Gaststube ein gut besuchtes Apfelweinseminar mit Jörg Stier statt.

Im Mai unternahm der Verein einen Vorstoß, dass ihm auch noch das ehemalige Feuer­wehrgeräte­haus auf dem Grundstück zur Verfügung gestellt wird. Er verwies darauf, dass die Groß­kelter aus Drei­eichenhain, die bei der Firma Rasmussen abgestellt war, bereits vor drei Jahren auf Anweisung des Kulturamtes und ohne Wissen des Vereins in einen Müllcontainer auf den Sportplatz gebracht wurde (wo sie dann eines Tages ganz ver­schwand). Im Juli wurden die Halterungen für die Sand­steinwappen auf der Außentreppe angefertigt. Der Stein stammt von der Weed, die am Hochstädter Rathaus stand. Sie war Feuerlöschbecken und Pferdeschwemme

In diesem Jahr begannen die Ausflüge zu besonderen Orten der früheren Grafschaft Hanau. Erstes Ziel waren die Burg derer von Dorfelden und der Junkerhof. Im Juni ging es mit dem Bus zu den Hügelgräbern im botanischen Garten in Marburg, zum Christenberg und zur Amöneburg. Im Juli 1999 erschienen mehrere Artikel im Tagesanzeiger über eine Führung von Frau Pohl durch Hochstadt. In Vorbereitung der Ausstellung des Landesamts für Denkmalpflege „Der Keltenfürst vom Glauberg“ vom 2. Oktober bis 8. November wurde im September eine Fahrt nach Glauberg in der Wetterau unternommen.

Es gab folgende Ausstellungen: „Jüdische Alltags- und Kultgegenstände“, „Plaketten, Medail­len und Münzen zum Thema Goethe“ (zur Verfügung gestellt von einem Bischofs­heimer Sammler) und zum Weihnachtsmarkt „Weihnachtsengel“.

 

 Vom 15. Januar bis 2. April 2000 wurde in Zusammenarbeit mit der Schützengesellschaft Tell eine Sonderschau mit Gerätschaften zum Schützensport gezeigt. Danach wurden „Antiquarische Bü­cher“ von Karin Salzmann ausgestellt.

Im Frühjahr 2000 führte eine Fahrt zum Schloss Biebrich in Wiesbaden zum „Kelten­fürsten“.. Am 21. August wurden die Römerstadt Ladenburg und der Heiligenberg bei Heidelberg besucht. Am „Tag des offenen Denkmals“ am 10. September führte Frau Tadday die Technik des Spinnens vor. Zum Weihnachtsmarkt wurden Spielzeuge gezeigt.

 

Ein neuer Schaukasten wurde Anfang 2001 angebracht. Am 6. Mai 2001 ging die Fahrt zur Kloster­ruine Wolfgang und zum Museum Großkrotzenburg. Mitte Juni wurden das Römermuseum Saal­burg, der Taunuslehrpfad und der Hessenpark besucht. Zur Museums­­nacht am 18. August wurde ein Nachtspaziergang mit Fackeln und Lampions zum Schützenhäuschen unternommen. Am 26. August gab es einen Stadtrundgang durch Windecken mit Besuch der Burg und des Heimatmuseums. Zum „Tag des offenen Denkmals“ am 9. September wurde wieder eine Führung durch die Kirche ange­boten.

Am 20. Mai 2001 zeigten zwei Mitglieder der Hobbythek Dörnigheim die Kunst des Klöppelns. Vom 1. Juli bis November gab es die Ausstellung „Bügeleisen im Laufe der Zeit“ und zum Weih­nachtsmarkt wurde eine Märchenausstellung angeboten und zwei Erzählerinnen lasen Märchen vor. Am 7. Juli 2001 erschien ein ausführlicher Artikel in der Frankfurter Rundschau (Ausgabe Hanau) über das Museum und Frau Pohl. Es wurden auch 2000 Faltblätter über das Museum bestellt. Ein Kopierer wurde zusammen mit der Bücherei benutzt, er funktionierte aber nur mäßig.

 

Nachdem Frau Thomsen im September 2001 weggezogen war, hatte Frau Hertsch das Amt der Schriftführerin kommissarisch übernommen. Bei der Jahreshauptversammlung am 18. April 2002 wurde dann Siegrid Euler-Klees zur zweiten Vorsitzenden gewählt und Elke Kaas zur Schrift­füh­rerin.

Im April ging die Fahrt zu einer Stadtführung nach Steinau an der Straße. Im Mai besuchte man die Gegend um Fränkisch-Crumbach, vor allem die Burgen Schnellerts und Rodenstein. Der „Inter­nationale Museumstag“ wurde mit einer Führung durch den Hochstädter Wingert begangen. Zur „Museumsnacht“ wurde ein Lampionzug zum Berleborn am Riederwäldchen durchge­führt. Ein Gang durch Hochstadt stand am „Tag des offenen Denkmals“ auf dem Programm.

In diesem Jahr wurden rund 25 Gruppen durch das Museum geführt. Im März zeigte der Winzer­verein die Ausstellung „Weinanbau in Hochstadt“. Im Dezember präsentierte der Museumsverein die Ausstellung „Alte weihnachtliche Motive“.

In diesem Jahr wurden rund 25 Gruppen durch das Museum geführt. Anfang November 2002 wurde an Peter Heckert die Medaille des Main-Kinzig-Kreises für besondere Leistungen auf dem Gebiet der Heimatpflege verliehen.

Ende des Jahres erhielt der Verein auch drei Videokasetten von den Schmalfilmfreunden Bischofs­heim geschenkt (zwei über Bischofsheim, eine über Hochstadt), die über den vereinseigenen Fern­sehapparat vorgeführt werden können. Die Stadt schenkte eine Glasvitrine für das Handwerkerzim­mer.

 

Die Studienfahrten führten 2003 nach Babenhausen (mit Besichtigung des Schlosses), nach Alzey (und zum Donnersberg) und auf den Rundweg am Feldbergkastell. Zur „Museumsnacht“ gab es einen Spaziergang zur Wilhelm-Mankel-Eiche und zum Mankelstein. Am „Tag des offenen Denk­mals“ wurde ein Rundgang durch Hochstadt angeboten.

 

Von März bis September 2004 wurde die Ausstellung „100 Jahre Gesangverein Vorwärts 1903 Wachenbuchen“ gezeigt. Bei der Jahreshauptversammlung am 23. April wurde bedauert, dass die Stadt nicht für denkmalswerten Gebäuden die versprochenen Informationstafeln angeschafft hat (Ein Vorschlag war vom Verein eingereicht worden).

 Am „Tag des offenen Denkmals“ war das Thema „Wasser“; es wurden Brunnen, Feuerlöschbecken und der Taufstein in der Hochstädter Kirche besucht. Die Studienfahrten führten nach Karlstein am Main (mit Burgruine Karlsburg und Burgruine Homburg), in die Altstadt von Hanau und zur Kaiserpfalz in Ingelheim am Rhein.

 

Ab dem 9. Januar 2005 lief die Sonderausstellung „Struwwelpeter“. Am 3. März wurde von Frau Ingeborg Richter aus Bischofsheim ein Diavortrag „Maintal und Umgebung“ gehalten. Die Ausstel­lungen hatten das Thema „Der Hase und das Ei“ (von Ursula Pohl, Elfriede Muth, Waltraud Hopp­mann) und Taschentuch („Vom Facilett­lein zum Tempo“).

Nebeneinander liefen die Ausstellungen „25 Jahre Historischer Kulturkreis Dörnigheim“ und „Der 200. Todestag des Dichters Friedrich von Schil­ler“, verbunden mit einem Schiller-Leseabend im Historischen Rathaus Hochstadt.

Die Studienfahrten führten nach Schwarzenfels nach Worms (jüdischer Friedhof, Synagoge, ehe­maliges KZ Osthofen) und nach Büdingen mit Besichtigung des Schlosses.

Am 30. Juli gab es erstmals die „Nacht der Musen“ für Kinder und Erwachsene. Maintal schloss sich dabei der Stadt Hanau an, die nicht mehr die bundesweite Museumsnacht beging. In Maintal gab es aus diesem Anlass Hexen- und Zaubergeschichten im Museum.

Das Thema am „Tag des offenen Denkmals“ am 11. September war „Krieg und Frieden“. Dazu erschien eine Artikelreihe im Tagesanzeiger von Peter Heckert, es gab eine Führung zu den Krieger­denkmälern und eine Fotoschau im Museum. Im September besuchten die SPD-Senioren das Museum.

 

Bei der Jahreshauptversammlung am 21. April 2006 wurde Sigrid Euler-Klees als zweite Vorsit­zende gewählt und Maria Fraize wurde stellvertretende Schriftführerin. Im September 2006 wurde Inge Wolf zum Mitglied im Denkmalbeirat des Main-Kinzig-Kreises gewählt. Im Jahre 2006 hatte der Verein 40 Mitglieder, das Museum war an 18 Tagen geöffnet und es wurden über 600 Besucher gezählt (einschließlich Gruppen und Ausflüge).

Das Buch „Hochstädter Familien“ von Peter Heckert kam im April 2006 heraus. Die Studienfahrten führten nach Mannheim in das Reiss-Engelhorn-Museum (Himmelsscheibe von Nebra), zum Don­ners­berg in der Nordpfalz (mit Keltendorf in Steinbach und Bergwerk in Imsbach) und in der Reihe „Grafschaft Hanau“ nach Schlüch­tern.

Im Museum wurden von April bis August Wiener Arbeiten („Petit Point“- Stickerei) aus der Samm­lung von Waltraud Hoppmann gezeigt. Zum „Internationalen Museumstag“ gab es eine Führung durch Hochstadt, und zur „ Nacht der Musen“ einen Spaziergang über die Hänge nördlich von Hochstadt (Weinbergmauer).

 

Im Jahr 2007 wurde vom 9. Dezember 2006 bis März 2007 eine Ausstellung von Fahrradmodellen angeboten. Vom 2. Juni bis 10. Juli 2007 war die Ausstellung „Wilhelm Busch“ im Museum zu sehen, zu der bei der „Nacht der Musen“ am 14. Juni ein Leseabend im Historischen Rathaus gehörte. Zum „Internationalen Museumstag“ am 20. Mai 2007 gab es eine Kräuterwanderung durch die Streuobstwiesen in Hochstadt mit einer Verköstigung mit „Grüner Soße“ im Museum. Zum Weihnachtsmarkt war das festlich dekorierte Museum geöffnet.

Die Studienfahrten gingen nach Bergen mit einer Stadtführung durch Herrn Reul (Reihe „Graf­schaft Hanau“) , zur Pfalz bei Kaub (mit Blücher-Museum und römische Funden bei Weisel) und in den Bergwinkel zur Burg Brandenstein (mit Garten und Holzgeräte­museum).

Am 21. Mai 2007 besuchte die Familie Weißenstein aus Kanada das Museum, auch die Familie Leimbach aus den USA wurde etwas später durch die Kirche geführt. Im August 2007 wurde dem Museum ein Gemälde von Otto von Ruppert übergeben, auf dem das Hochstädter Untertor dargestellt ist und dessen Erwerb der Apotheker Norbert Worret finanziert hatte. Weitere Gemälde mit Motiven aus Maintal kamen von der Stadt bzw. Privatleuten.

Im September besuchte der Stammtisch der Bürgerhilfe das Museum (auch 2009). Im Dezember erhielt Ursula Pohl den Ehrenamtspreis des Main-Kinzig-Kreises.

 

In der Jahreshauptversammlung am 18. April 2008 wurde Frau Sigrid Euler-Klees zur neuen ersten Vorsitzenden gewählt, Frau Pohl wurde ihre Stellvertreterin. Elli Bauscher wurde neu als zweite Kassiererin gewählt. Anfang Februar 2009 starb die frühere Vorsitzende Karin Salzmann. Der Verein hat 35 Mitglieder. Das Museum war an 14 Tagen geöffnet. Die Museumsräume wurden im Januar und Februar von der Firma Rühlke neu hergerichtet.

Der „Internationale Museumstag“ wurde in Maintal begangen mit einer Führung durch Hochstadt, besonders zu den Stolpersteinen. Im. Juni 2008 war im Rahmen der „Nacht der Musen“ ein Spa­ziergang mit Peter Heckert „Der Ort Groschlag und seine Gemarkung“; im Rathaus wurden danach noch die Fundstücke der Familie Begemann aus ihrem Garten in Groschlag besichtigt. Studienfahrten führten im den Spessart zum Bergbau in Bieber und ins Bergwerk „Wilhelmine“ in Sommerkahl. Am „Tag des offenen Denkmals“ gab es eine Turmbesteigung in Dörnigheim mit dem Küster Fischer. Zum Weihnachtsmarkt wurden von Bärbel Koch wieder Märchen erzählt.

Seit dem Jahr 2006 setzte sich der Verein für den Erhalt des Brunnens vor dem Haus Hauptstraße 19 in Hochstadt, der zum Straßenfest 2008 wieder eingeweiht wurde. Ebenso fragte der Verein nach dem Verbleib des Bischofsheimer Brunnens und dem Erhalt der Ringmauer in Hochstadt.

 

Bei der Jahreshauptversammlung am 17. April 2009 wurde Elke Kaas kommissarische erste Kassiererin und die zweite Schriftführerin Maria Fraize übernahm kommissarisch das Amt der ersten Schriftführerin.

Die Studienfahrten führten nach Bad Nauheim und in den Hunsrück (Freilichtmuseum „Belginum“, Ringwall Wildenburg). Am „Internationalen Museumstag“ führte eine Wan­derung zu einigen aus­gesuchten Walnussbäumen in Hochstadt. Im Juni besuchte der Stammtisch der Bürgerhilfe das Mu­seum und wurde dort von Frau Pohl geführt, Altbürger­meister Henkel brachte eine alte Dezimal­waage als Gastgeschenk mit.

Bei der „Nacht der Musen“ gab es mit Peter Heckert einen Spazier­gang durch die Grüne Mitte. Der „Tag des offenen Denkmals“ hatte das Thema „Orte des Genus­ses“; dazu wurde im Gasthaus „Zur goldenen Krone“ eine Einführung von Frau Pohl gegeben und es wurden vier hessische Gerichte gereicht.

Im Jahr 2009 kümmerte sich der Verein um eine archäologische Fundstelle auf der Wieblos-Wiese in Hochstadt und die Sicherung eines Grenzsteins aus dem Jahr 1572, der vor dem Haus Weiher­straße 3 ausgegraben wurde und wieder an der Börrwiese aufgestellt werden soll.

 

Vom 11. Januar bis 1.Febraur 2010 lief die Ausstellung des Landesamtes für Denkmalpflege „Unesco Welterbe Limes - Römisches Erbe in Hessen“ im Historischen Museum. Zum Inter­nationalen Museumstag gab es im Museum Vorführungen am Spinnrad und zur „Nacht der Musen“ im Juli einem Spaziergang in den Wachenbucher Wald (Burg, Römergrab).

 

Am 21. November 2010 begeht der Verein mit einer akademischen Feier sein 25jähriges Bestehen. Schirmherr ist der ehemalige Landrat Karl Eyerkaufer, der auch die Festrede hält. Ergänzt wird die Feier durch eine Zeitungsschau und Filme aus Hochstadt und Bischofsheim

 Der Verein hat das durchgehalten, was vor der Einrichtung des Museums gefordert wurde. Das „leben­­dige Museum“ ist Wirklichkeit geworden und vielleicht sogar noch mehr, als man damals im Blick hatte: Der Verein unterhält das Museum, machte 46 Ausstellungen und Vorträge, Führungen in ganz Maintal, die Zahl der Führungen durch Hochstadt oder die Kirche lässt sich gar nicht mehr feststellen, 52 Studienfahrten in die nähere und weitere Umgebung und 31weitere Veranstaltungen - ein lebendiges Museum. Dazu haben Vereinsmitglieder noch Bücher herausgegeben und Zeitungs­artikel verfasst.

Der Dank des Vereins gilt der Stadt Maintal für die Bereitstellung des Gebäudes und manche andere Unterstützung. Es gilt aber auch: Der Stadt wird hier von einigen Bürgern eine wichtige Aufgabe abgenommen, die an sich zu den Aufgaben der Stadt gehört. Das Museum ist ein leuchtendes Beispiel für Bürgerengagement.

 

 

 

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