Altes Bild von Hochstadt aufgetaucht

Alte Bilder von Hochstadt tauchen kaum noch auf, sie sind alle schon erfsst und zum großen Teil veröffentlicht. Aber durch den freundlichen Hinweis des Hochstädters Michael Huhn wurde jetzt doch noch im Internet ein Gemälde von dem Graben vor der Ringmauer entdeckt.

Das Bild in Öl auf Leinwand stammt von Carl Peter Burnitz, der vom 14. Januar 1824 bis   18. August 1886 lebte und ein bekannter Frankfurter Maler ist. Das Hochstädter Bild gehört nicht zu seinen bekanntesten Bildern. Aber es zeigt auf alle Fälle den Zustand vor 1886. Vielleicht ist es aus der gleichen Zeit wie die Bilder des Amtmann Usener aus Bergen, der 1860 den Eingang zu den Kalksteinhöhlen (Ringstraße Nord 2), den hohen runden Turm hinter dem Haus Trinkbrunnenstraße 8 und das Untertor mit Backofen zeichnete.

Der Titel des Bildes lautet: „Der Graben vor der alten Stadtmauer in Hochstadt“. Der Graben ist allerdings nicht sehr mächtig, und natürlich handelt es sich nicht um eine Stadtmauer, denn Hochstadt war (trotz des Namens) nie eine Stadt.

Das Original des Bildes in der Größe von 45,9 mal 56,8 Zentimeter befindet sich im Städel­schen Kunstinstitut in Frankfurt unter der Inventarnummer SG 694, ist aber dort nicht ausgestellt. Eine Farb-Fotografie aus dem Jahre 1937 gibt es bei Foto Marburg, ist aber auch  im Kunsthandel käuflich zu erwerben.

Gezeigt wird die nördliche Ringmauer mit einem Rondell (halber Rundturm) hinter einem kahlen Baum und mit einem Haus mit steilem Giebel. Die Frage ist nun, um welches Rondell es sich handelt. Es könnte das Rondell sein, das etwa in der Mitte der Mauer an der Grenze zwischen Oberdorf und Unterdorf steht, etwa im Bereich der Bogenstraße 22. Aber im weiteren Verlauf der Mauer nach Osten stehen keine Häuser mit dem Giebel zur Mauer, wie auf dem Bild dargestellt.

Es müsse sich also um das Rondell an der heutigen Guldnergasse handeln. Das Gelände steigt an, und den Horizont bildet ein stark hervorspringendes Rondell. Hier wird es sich um den Turm am Ausgang der heutigen Straße „Am Kirchberg“ handeln. Die Lücke in der Bebauung an der Straße Am Kirchberg zeigt an, daß hier der Zugang zu einem Rondell war.

Vor der Mauer ist eine fast flache Ebene zu sehen, die aber nach links stark ansteigt. Die Land­schaft gibt diesen Anblick an sich nicht her, denn die dortigen Gärten sind fast ebenso flach wie die Ebene vor der Mauer. Hier hat wohl mehr die künstlerische Freiheit eingewirkt. Auf dem Rain am linken Rand des Bildes sieht man noch vier Bäume und einen Busch, dazu anderer niedriger Bewuchs.

Ob es vor der Mauer einen Graben gegeben hat, lässt sich nicht mehr feststellen. Zumindest kann er nicht sehr tief gewesen sein. Am 24. Juni 1784 wird nämlich über eine besondere Art von Wilddieberei geklagt: das Hasen-Schießen. Dabei werden vor der nördlichen Ringmauer in mondhellen Winternächten abgeschnittene Apfelbaumzweige ausgelegt. Dadurch werden die Hasen angelockt und können von den Schützen hinter der Mauer geschossen werden. Wenn aber vor der Mauer freies Schußfeld war, dann hat es damals wohl auch keinen tiefen Graben gegeben, bestenfalls einen Entwässerungsgraben.

Der „vorgelagerte Graben“ ist wahrscheinlich eine Erfindung von Leuten, die Mauer und Graben immer zusammensehen, wie das bei Burgen (besonders Wasserburgen) die Regel ist.

Aber in Hochstadt konnte man wegen des abschüssigen Geländes einen Graben nicht mit Wasser füllen. Der heutige schmale Graben aus den siebziger Jahren etwas weiter weg von der Mauer dient nur der Entwässerung. Er wurde wohl angelegt, als man in Maintal die Straßenbezeichnung „Wallgraben“ gebildet hat. Die Straße an der Mauer heißt allerdings Ringstraße Nord und die Straße „Wallgraben“ zweigt nur von dieser nach Osten ab. Aber auf jeden Fall ist das Gemälde eines Augenzeugen eine Bereicherung für die Kenntnis des alten Hochstadt.

 

 

Schwarze Null

Seit einigen Jahren schließt der Bundeshaushalt mir einer „schwarzen Null“ ab. Das ist gut so, denn es bedeutet, daß der Haushalt zumindest ausgeglichen ist und keine neuen Schulden mehr gemacht werden. Aber die derzeitigen Steuermehreinnahmen wurden nicht für die Tilgung der Schulden verwendet, sondern es wurden immer nur die Schulden getilgt, die vielleicht vor 20 oder 30 Jahren gemacht wurden und jetzt unbedingt beglichen werden  müssen.

Die Mehreinnahmen gingen also voll in den Verbrauch, auch wenn darunter eine gute Steigerung der Investitionen war. Es ist deshalb falsch, dennoch nach einer beträchtlichen Steigerung der Investitionen zu rufen und dafür auch weitere Schulden in Kauf zu nehmen. Auch der neue SPD-Vorsitzende argumentiert, wir dürften unseren Kindern und Enkeln keine zerstörte Welt hinterlassen, sondern sollten kräftig neue Schulden machen und investieren. Natürlich ist immer etwas zu tun, man kann immer wieder gut Geld gebrauchen. Es wäre schon schön, wenn man Wohnungsbau, Straßenbau, Eisenbahn, Breitbandausbau, Schulen und Forschung (um nur einmal die zu nennen, die immer wieder genannt werden) noch mehr fördern könnte.

Aber bezahlen sollen das dann einmal die Kinder und Enkel. Wenn wir heute das Geld ausgeben, das wir gar nicht haben, dann leben wir auf Kosten der Kinder und Enkel. Aber in 30 Jahren sin d die Straßen wieder kaputt und andere Schulen als heute sind inzwischen marode geworden. Jede Generation darf nur soviel ausgeben, wie sie selbst erarbeitet hat.

Aber man kann nur das ausgeben, was man hat. So ist es jedenfalls in jedem Privathaushalt. Wer sich nicht an diese Regel hält, der kommt in die Insolvenz. Der Staat aber kann nicht pleite gehen, er kann sich ja bei seinen Bürgern in Form von Steuererhöhungen bedienen. Oder er kann andere Staaten anpumpen und sich von ihnen „retten“ lassen. Beides aber ist unseriös, weil es auf Kosten anderer geschieht.

Was wir heute zu viel ausgeben, müssen unsere Kinder und Enkel bezahlen. Die werden dann aber vielleicht auch wieder reparaturbedürftige Straßen haben. Als ich 1967 die Fahrprüfung machte, dann konnte ich auf einem beträchtlichen Stück einer Fernverkehrsstraße nur im ersten Gang fahren, weil dort Schlagloch an Schlagloch war (und am Ende der Strecke war ein Reifen platt).

Nun ja, das war damals in der DDR. Aber ab 1971 wurde eine andere Finanzpolitik gemacht, da wurden überall die Straßen geteert. Die Bevölkerung hat sich darüber gefreut und immer neue Wohltaten vom Staat erwartet. Das Ende war dann die Staatspleite, denn der große Bruder konnte oder wollte auch nicht mehr helfen.

Einen Kredit kann man nur aufnehmen, wenn man sehr bald einen geldlichen Nutzen davon hat. Wenn ich ein Haus baue, dann spare ich meine Miete oder ich nehme Miete von anderen ein, mit der ich die Schulden zurückzahlen kann. So macht man es als Privatmann, wenn man verantwortungsvoll ist.

Aber bei der öffentlichen Hand hat man sich daran gewöhnt, immer wieder Schulden vor sich herzuschieben: im Bund, in den Ländern und in den Gemeinden. Das ist ein prima Förderprogramm für die Banken. Seit Beginn der Wiederbewaffnung in den fünfziger Jahren sind wir ständig im Dispo. Und dann kommt so etwas heraus wie der Flughafen Berlin oder die  Brücken, die keinen Straßenanschluß haben und nur „so da“ stehen. Wenn viel Geld da ist, wird auch viel ausgegeben (die Bundeswehr kann das viele Geld gar nicht umsetzen, das sie erhalten soll).

Auf der anderen Seite wird öffentliches Vermögen zum halben Verkehrswert verschleudert (und nach Jahren teuer wieder zurückgekauft). Aber es ist ja nicht das eigene Geld, über das man als Mandatsträger oder Beamter verfügt. Die Politiker sollten beim Staat nicht anders handeln als im persönlichen Leben.

 

 

 

 

G

 

 

Die Grünen würden es auch kaum besser machen
Die Partei Bündnis 90 / Die Grünen ist nicht mehr die von 1980. Längst hat sie die Vorteile von Regierungsämtern erkannt und weiß auch, daß man auf die Bedürfnisse der Wirtschaft eine gewisse Rücksicht nehmen muß. Ausgerechnet Ministerpräsident Kretschmann ist gegen die CO 2-Steuer. Und in Hessen billigten die Grünen die Ausweitung des Frankfurter Flughafens, als sie mit in der Regierung waren. Weil das Thema „Umweltschutz“ aber jetzt in den Vordergrund gerückt ist, erhalten die Grünen bei Wahlen starken Zuspruch, weil man nur ihnen zutraut, wirklich etwas zu tun. Ein Kreuz auf dem Stimmzettel hat man schnell gemacht und damit sein Gewissen beruhigt. Aber selber daraus dei Folgerungen zu ziehen und das Leben zu ändern, ist viel schwerer. Auch die Poilitiker haben es in der Opposition immer leichter, gute Forderungen aufzustellen. Aber das dann in konkrete und bezahlbare Politik umzusetzen, ist ene andere Sache.

Der CDU und SPD würde es gar nichts bringen, wenn sie dieses Thema mehr auf ihre Fahnen schrieben, das Heil kommt nur noch von den Grünen. Die noch „Große Koalition“ darf machen, was sie will, es wird immer wieder behauptet, es gäbe nur Stillstand und es werde nur so weiter gewurstelt. Dabei hat gerade die SPD manches erreicht. Die CDU bremst halt immer wieder, weil sie Rücksicht nimmt auf die Wirtschaft und die Arbeitsplätze. Sie hat den Wünschen der SPD im Koalitionsvertrag nachgegeben, um an der Macht zu bleiben, aber mit dem Gedanken, bei der praktischen Umsetzung in den Einzelheiten dann Probleme zu machen. Dennoch ist sogar im Ausland der Eindruck entstanden, der Mindestlohn sei von Frau Merkel eingeführt worden (sie hat ja selber gesagt: „Das haben wir doch gut gemacht!“).
Übrigens: Eine CO 2-Steuer würde kaum eine Lenkungsfunktion haben. Wer fahren muß, der fährt auch wenn der Benzinpreis noch so hoch ist. Und frieren will auch keiner. Die Flugpreise könnte man höher machen durch eine gerechte Besteuerung des Flugbenzins. Aber man sollte doch nicht meinen, man könne die Umweltprobleme mit einem Schlag lösen. Was über viele Jahrzehnte entstanden ist, läßt sich nur schwer zurückdrehen
Natürlich  (wenn auch erst in 20 Jahren) ist es schlimm, wenn im Rheinland und in der die Braunkohlengruben still gelegt werden. Aber das kann man nicht umgehen, indem man die AFD wählt um „denen im Westen“ eins auszuwischen).
Die Schülerproteste am Freitag machen mit Recht darauf aufmerksam, daß mehr getan werden müßte. Aber wenn man da konsequent sein wollte, dann müßte man wieder Landwirtschaft mit Pferden und Kühen treiben, dann müßte man Autos, Bahnen und Flugzeuge abschaffen und wieder mit der Postkutsche fahren. Für Fernsehen, Computer und Handy wäre vielleicht noch Strom aus Windkraftanlagen da, aber dagegen sind die Grünen ja auch.


Wie die SPD es macht, ist es falsch

Nachdem der Parteitag der SPD den Koalitionsverhandlungen mit der Union zugestimmt hat, bleibt ihr keine Wahl mehr. Ihr wird sowieso schon die Schuld an der Verzögerung der Regierungsbildung gegeben, obwohl doch die Jamaika-Leute es versemmelt haben. Wenn sie jetzt aussteigt, ist sie ganz unten durch. Wenn sie aber mitmacht, dann stöhnen alle über die „Groko“ und den angeblichen Stillstand und den fehlenden Neuanfang. Die gleichen Leute, die die SPD zur „Übernahme der Verantwortung“ gedrängt haben, werden sie nach Abschluß des Koalitionsvertrags verdammen.

 

Frau Merkel lehnt eine Minderheitsregierung ab, sie will eine stabile Regierung, d.h. sie will allein mit starker Hand regieren können wie bisher. Sowie Frau Merkel gewählt ist, sind alle Schwüre vergessen und sie macht wieder, was sie will. Ihre eigene Partei ist ja ein „Debattenfriedhof“, von daher hat sie nichts zu befürchten, nicht einmal mehr von der CSU.

 

Die SPD wird wieder in die Koalitionsdisziplin eingebunden und kann wieder nur Einiges gegen den Widerstand der Union durchsetzen. Leider hat sie vor der Wahl zu wenig auf ihre Erfolge hingewiesen und nicht deutlich gemacht. daß weitere Verbesserungen für die Bevölkerung nur an der Union gescheitert sind (zum Beispiel die Abschaffung der sachgrundlosen Befristung). Die SPD sollte immer wieder betonen: Wenn ihr mehr wollt als das Minimalprogramm im Koalitionsvertrag, dann müßt ihr die SPD wählen (oder die Grünen).

 

Als Martin Schulz im Wahlkampf sagte, er werde nicht in ein Kabinett unter Merkel eintreten, dann wollte er damit nur sagen, daß er keinen Plan B habe für den Fall, daß er nicht gewählt wird. Als Wahlkämpfer muß er von sich selbst überzeugt sein. Man hat ihm ja vorgeworfen, er sei doch nur der Bürgermeister von Würselen und habe keine Erfahrung in einem höheren Amt. Um diesen Makle zu beheben, muß er ein Minsteramt anstreben. Daß er aber jetzt Außenminister werden will, wo doch Siegmar Gabriel gesagt hat, er würde es gern weiter machen und Schulz es ihm wahrscheinlich versprochen hat, als Gabriel auf eine Kanzlerkadidatur verzichtete, ist doch seltsam. Da hilft es auch nicht, wenn man sagt, jedes Amt sei nur befristet und Gabriel müsse sich damit abfinden.

Inzwischen sind Schulz und Gabriel weg vom Fenster. Die Bemerkung mit seiner Tochter hat Gabriel als Witz gemeint, aber das hat ihm niemand abgenommen. Daß er die Partei beleidigt haben soll ist entstanden aus der Tatsache, daß ihm niemand beigestanden hat, als Schulz ihn verrdängt (dem er ja einst erst den Weg erst frei gemacht hätte). Bei der Nachfolgefrage hat man wieder den gleiche Fehler gemacht, einen persönliche Vorschlag zu verööfentliochen, hinter den die Ppartei kaum zurückkann.

 

Es wird der SPD nichts anderes übrigbleiben, als sich zum Wohle des Volkes zu opfern, damit es endlich eine Regierung gibt und damit wenigstens ein Minimum ihrer Vorschläge umgesetzt wird. Bei der nächsten Wahl wird sie hart abgestraft werden und dann bei den zehn Prozent landen, die ich ihr schon für 2017 vorausgesagt hatte. „… denn schuld daran ist nur die SPD“.

 

 

Im Februar 2016 hat die SPD eine ganze Reihe von Vorschlägen für eine sozialere Gesellschaft gemacht. Die CDU hat gleich abgewunken, weil das nicht im Koalitionsvertrag stehe. Und die Grundrente, die im Koalitionsertrag steht, will sie auch ablehnen. Aber das ist i9hre Taktik: Erst einmal den Vertrag unterschreiben, damit die Koalition zustande kommt, dann aber wieder alles „vergessen“. Dabei ist die Grundrente ein starkes Stück sozialer Gerechtigkeit für diejenigen, die unverschuldet (geringer Lohn, Arbeitslosigkeit) nicht genug Rentenpunkte erwerben konnten. Auch der Verzicht auf Bedürftigkeitsprüfung ist bei einem Rechtsanspruch in Ordnung. Man könnte höchstens bei einem Ehepaar sich die Rente des Partners ansehen und eine Kappungsgrenze einziehen, über der keine Grundrente mehr für den Partner gezahlt wird. Damit bliebe man im Rentensystem und würde andere Einkünfte und Vermögen nicht mit heranziehen.

 

 

 
 

 

Demokratie heute

 

Für die neue Regierung soll ein neues Regierungsprogramm aufgestellt werden. Verhandelt wird darüber mit acht Leuten, manchmal einige mehr. Die Parteien wollen auf einem Parteitag ihre Mitglieder befragen. Aber was soll da noch geändert werden, nachdem die Oberen wochenlang verhandelt haben? Vielleicht geht es nicht anders, wir haben eine repräsentative Demokratie, bei der die Vertreter des Volkes entscheiden, mit Volksabstimmungen hat man nur schlechte Erfahrungen gemacht. Aber so entscheiden nur acht Leute über die Politik der nächsten vier Jahre. Die Wähler haben ihre Stimme ja „abgegeben“ im wahrsten Sinne des Wortes, sie haben nichts mehr mitzureden, jetzt sprechen andere für sie.

Da will ein Parteivorstand den kleinen Parteitag über eine Frage entscheiden lassen. Aber die eigene Entscheidung posaunt er gleich hinaus in die Welt. Was soll der Parteitag da noch anders beschließen, er kann doch nicht seinen Vorstand im Regen stehen lassen. Dieser hätte natürlich auch sagen können, daß er es allein  entscheiden will. Aber wenn er schon den kleinen Parteitag einbeziehen will, dann muß er diesen auch unbeeinflußt entscheiden lassen.

So macht man es ja aber der Wahl eines Klassensprechers: Der Lehrer fordert auf, Vorschläge zu machen. Dann werden die Vorgeschlagenen gefragt, ob sie bereit sind, für das Amt zu kandidieren. Und dann wird geheim in der ganzen Klasse abgestimmt. Das ist Demokratie! aber je mehr man nach oben kommt, desto mehr wird ein „Parteitag vorbereitet“. Da werden schon vorher die Strippen gezogen und auf Ausgewogenheit geachtet.

Da tritt ein Ministerpräsident zurück und zwei Stunden später wird schon sein Nachfolger benannt, ohne daß wenigstens die Fraktion befragt wurde. Wozu sind die Abgeordneten denn da noch da, wenn nur die „wirklich wichtigen Mitglieder“ entscheiden (Zitat aus einer Partei in Maintal.)?

 

Einen wirklich wichtigen Einfluß hat auch die Verwaltung. Hier fallen ja die Einzelentscheidungen, die vor allem die Bürger betreffen. Man kann zwar gut reden von mehr Bürgerbeteiligung und Bürgerhaushalt. Aber wirklich mitreden können sie nur bei unwichtigen Dingen. Selbst die Stadtverordnetenversammlung, die ja das höchste Beschlußorgan der Stadt ist (über dem Bürgermeister als Spitze der Verwaltung) wird von der Verwaltung ausgetrickst.

Ein Beispiel: Ein externes Gutachten von 19 Seiten wurde angefertigt aus dem hervorging, daß in der Wachenbucher Straße in Höhe der Konrad-Höhl-Straße eine Bushaltestelle eingerichtet werden kann. So hat es auch die Stadtverordnetenversammlung beschlossen. Gebaut wurde sie aber am oberen Ende der Konrad-Höhl-Straße, wie das die Verwaltung immer wollte (übrigens unter starker Verengung des Gehwegs). Nun kann es natürlich sein, daß sich neue Gesichtspunkte ergeben und ein Beschluß geändert werden muß. Dann muß ihn aber das Gremium ändern, das ihn gefaßt hat. Die Verwaltung aber behauptete – auf diesen Tatbestand hingewiesen. – sie wisse nicht von einem solchen Beschluß (er stand in der Zeitung!). Aber es kann auch sein, daß der eine oder andere Stadtverordnete später nichts mehr von diesem Beschluß weiß.

Die Stadtverordneten werden sowieso oft genug von der Verwaltung über den Tisch gezogen und im Unklaren gelassen, was sie da eigentlich beschließen. Aber die Verwaltung beruft sich bei ihren Entscheidungen auf die Stadtverordnetenversammlung. So war das zum Beispiel bei der Erneuerung des östlichen Maulbeerwegs. Die Stadtverordnetenversammlung hat nur den Haushaltsplan beschlossen. Der Bauauschuß hat nur die Mittel freigegeben und zugestimmt, daß der billigste Anbieter den Zuschlag erhält. Das sind im Grunde alles Selbstverständlichkeiten. Über Teerdecke oder Pflaster, Gehsteig oder nicht, Aufhebung der Sperrung usw. wurde nicht gesprochen. Diese Einzelheiten hat sich die Verwaltung vorbehalten. Und verschwiegen wurde natürlich auch, daß die Anlieger 90 Prozent der Kosten zahlen sollen.

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Homepage von Peter Heckert