Geschichte der Stadt Maintal

 

Inhaltsverzeichnis

Gründung der Stadt Maintal 1974 - 1976

Zeitraum Rohrbach - Robanus 1995 - 2001

Zeitraum Diehl 2001 -2003

Zeitraum Rohrbach- Schächer 2004 - 2007

Zeitraum Rohrbach - Sachtleber 2008 - 2014

Exkurse

(1.) Regionaler Flächennutzungsplan 2010 bis 2020                                              

(2.) Stadtentwicklung bis 1999 (von Erwin Henkel):

(3.) Stadtplanung

(4.) Bebauungsplan „Beiderseits der Konrad-Höhl-Straße

(5.) Verhältnis zu Hanau und zum Kreis

(6.) Neue Prioritätenliste für Bauvorhaben 2006

(7.) Leserbrief: Ziele der Stadtentwicklung 2007

(8.) Bischofsheimer Rathaus 2004                           

(10.) Bevölkerungsentwicklung ab 2005

(11.) Stadtplanung ab 2005

(12.) Ringmauer in Hochstadt

(13.) Neubaugebiet an der Bahnhofstraße (sogenanntes „Klinggelände“)

(14.) Neue Ziele der Bauleitplanung 2009

(15.) Stadtleitbild 2009

(16.) Outlet-Zentrum 2010

(17.) Weidekaute

(18.) Baugebiet „Am Weides“

(19.) Opelkreisel

(20.) Braubachcenter

(21.) Neue Mitte

(22.) Wachenbuchen-Nord

(23.) Altenpflege-Einrichtung in Hochstadt

(24.) Maintalbad

(25.) Autobahn

(26.) Maintal Tagesanzeiger

Maintal heute und in Zukunft

 

 

Gründung der Stadt Maintal 1974 - 1976

 

 

Einleitung:

Maintal wurde 1974 gegründet aus der Stadt Dörnigheim und den Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen. Nach Hanau ist Maintal mit etwa 38.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Main-Kinzig-Kreises. Die Fläche der Stadt beträgt 32,39 Quadratkilometer (3.237 Hektar). Rund 55 Prozent dieser Fläche werden landwirtschaftlich genutzt, weitere 17 Prozent der Gesamtfläche sind bewaldet. Wald und Naturschutzflächen machen fast ein Fünftel der gesamten Gemarkung aus. Die Höhenlage Maintals reicht von 92 bis 197 Meter über Normal-Null.

Maintal liegt im Dreieck zwischen Frankfurt, Hanau und Offenbach. Es ist Bindeglied zwischen der Großstadt Frankfurt und dem Main-Kinzig-Kreis, direkt an der Grenze zur Stadt Frankfurt. Man ist stolz darauf, sich als eigenständige Kommune behauptet zu haben, trotz der Nähe zu Frankfurt und Hanau. Maintal gelingt es mehr und mehr, eine eigenständige und nachhaltige Position im Rhein-Main-Gebiet zu behaupten. Maintal ist unter allen hessischen Städten mit 25.000 bis 50.000 Einwohnern „sehr gut positioniert“.

Historisch gewachsene, stimmungsvolle Altstädte und moderne Infrastruktur bilden in Maintal eine einzigartige Kombination. Damit findet man in nächster Nähe zu Autobahn, Flughafen und der Messestadt Frankfurt eine gelungene Symbiose von ländlichem Charme und städtischem Leben.

Maintals Lage zwischen Taunus, Vogelsberg und Spessart bietet einen hohen Freizeitwert.

Die guten Verkehrsverbindungen und die Wirtschaftskraft des Rhein-Main-Gebietes sind dabei genauso wichtig, wie die Nähe zum urbanen Zentrum Frankfurt und zu den attraktiven Regionen Spessart, Rhön und Odenwald.

 

 

 

Die früher selbständigen Stadtteile

 

Aufteilung in drei Gaue:

In germanischer Zeit trafen im Gebiet der heutigen Stadt Maintal drei Gaue aufeinander:

Hochstadt gehörte zum Gau Wetterau, Bischofsheim zum Niddagau und Dörnigheim zum Maingau. Wo die Gaue aufeinander trafen, stand ein „Dreimärker“ aus der Karolingerzeit, ein Grenzstein. Die Stelle ist heute südwestlich des Anglersees, wo auch heute noch die Gemarkungen von Hochstadt, Bischofsheim und Dörnigheim aneinanderstoßen.

Also schon in ganz alter Zeit gehörten die heutigen Stadtteile nicht zusammen. Bischofsheim und Hochstadt stritten sich 500 Jahre um die Gemarkung des zur Wüstung gewordenen Ortes Groschlag. Noch bis ins 20. Jahrhundert gab es erbitterte Kämpfe unter der Dorfjugend. Die Hochstädter und die Bischofsheimer Jugend bekämpfte sich im Schilf des Bischofsheimer Rieds (das die Bischofsheimer aber „Hochstädter Ried“ nannten). Mit den Dörnigheimern hatten die Hochstädter viel weniger Händel. Und Wachenbuchen gar lag so weit weg - nur über eine Schotterstraße zu erreichen - das hat man erst gar nicht wahrgenommen.

Aber die Fastnachtsvereine von Hochstadt und Wachenbuchen ziehen auf den Sitzungen wechselseitig übereinander her (Kommentar eines Hochstädters, als er eine Nordic Walking Gruppe sieht, an der auch Wachenbucher beteiligt sind: „Jetzt wird den Wachenbuchen wenigstens das Laufen beigebracht!“). Dörnigheim und Wachenbuchen haben nichts miteinander zu tun, da liegt der große Wald dazwis­chen.

 

 

Nach dem Mittelalter gehörten Hochstadt und Wachenbuchen zum Amt Büchertal, Bischofsheim gehörte zum Amt Bornheimer Berg und Dörnigheim war lange Zeit zwischen den Hanauer Grafen als den Erben der Grafen von Rieneck und dem Erzbistum Mainz umstritten.

Daß der Dreimärker am Zusammenstoß der drei Gemarkungen heute verschwunden ist, macht noch keine einheitliche Stadt. Nach der Tradition hätte Bischofsheim nach Frankfurt oder Mainz gehört und die anderen Orte zu Hanau. Man hat also in der Stadt Maintal vier Orte miteinander verbunden, die geschichtlich nichts miteinander zu tun hatten. Man ging dabei nicht nach der Tradition, sondern nach der Geographie. So sollte zusammenwachsen, was nicht zusammengehört.

Bei der Gebietsreform wurde meist eine historisch gewachsene größere Gemeinde mit mehreren umliegenden Gemeinden zusammengeschlossen (zum Beispiel das gleichgroße Hofheim oder Oberursel). In Maintal aber schlossen sich mehrere Gemeinden auf Augenhöhe zusammen, zwei größere und zwei kleinere, die aber an sich auch schon ganz schön groß waren. Deshalb mußte auch ein neuer Name gefunden werden

Wachenbuchen ist bis heute noch stark landwirtschaftlich geprägt, die anderen Orte waren mehr von den Industriearbeitern bestimmt, durch Firmen am eigenen Ort oder durch Auspendeln nach Frankfurt. Auch auf diesem Gebiet paßte man nicht zusammen.

 

Dörnigheim:

Dieser Stadtteil ist nicht nur der größte, sondern auch der am frühesten urkundlich erwähnte Ort: Schon ein Jahr vor der Stadt Frankfurt wurde Dörnigheim im Jahr 793 im Zusammenhang mit der Kirche genannt, die zu Ehren der Heiligen Maria erbaut wurde. Damals schenkte ein gewisser Wolfbodo dem Abt des Benediktinerklosters Lorsch unter anderem „alles Gebiet, das im Maingau in Turinchheim liegt“. Auf einem Stück erhöhtem Ufer über dem Main entstand rund um die Kirche der alte Ort. Er reichte schließlich im Norden bis zur heutigen Kennedystraße, im Westen zur Karl-Leis-Straße und im Osten bis östlich der Hintergasse.

Nach einer Schenkungsurkunde von Kaiser Heinrich IV. von 1064 gingen die Eigentumsrechte an den Benediktinerorden des St. Jakobsklosters in Mainz über. Bestätigt wurde das 1366, als sieben namentlich aufgeführte Dörnigheimer Schöffen das Eigentumsrecht in und an Dörnigheim beglaubigten.

Durch eine Erbschaft aus dem Besitz der Herrschaft von Rieneck ging im Jahre 1333 das Vogteirecht in Dörnigheim an die Hanauer Grafen über. Diese versuchten, das Vogtrecht allmählich in ein Eigentumsrecht zu verwandeln. Der daraus entstehende Streit zwischen den Grafen von Hanau und der Abtei in Mainz um das Hoheitsrecht in Dörnigheim wurde gerichtlich nie entschieden. Er wurde erst 1803 durch den Reichsdeputationshauptschluß beendet, bei dem alle geistlichen Güter in Deutschland säkularisiert wurden, also einem weltlichen Besitzer übergeben wurden.

Dörnigheim blieb bei Hanau, ging dann über Kurhessen ab 1866 in preußische Hoheit über und gehört seit der Auflösung Preußens 1945 zum neugegründeten Lande Hessen.

Im Jahre 1847 wurde das Stationsgebäude am Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim eingeweiht - zwei Jahre nach dem Baubeginn der Eisenbahnlinie Frankfurt-Hanau. Im Jahre 1893 wurden Straßenschilder und Hausnummern angeschafft, 1920 wird Dörnigheim an das Lichtnetz angeschlossen.

Bereits 1900 sprengt die Bevölkerung die Grenzen des alten Dorfes, die Besiedelung nördlich der Lindenstraße (heute Kennedystraße) beginnt. Bis zum Zweiten Weltkrieg war der Bereich beiderseits der Bahnhof­straße bis zum Bahnhof bebaut, im Westen bis zum Backesweg und im Osten bis fast zur Kreuzgartenstraße. Nach dem Krieg setzte der eine schnelle Bautätigkeit ein, den nicht nur die Flüchtlinge mußten untergebracht werden, sondern auch viele Pendler nach Frankfurt. Neue Wohngebiete entstanden mit der Waldsiedlung (zunächst vor allem für Flüchtlinge), an der Berliner Straße und im Westen.

Hochhäuser wurden in der Waldsiedlung und an der Westseite am Main gebaut, Dazu kam ein großes Gewerbegebiet im Osten mit der Firma Honeywell als größtem Unternehmer.

Die Einwohnerzahl Dörnigheims war auf rund 10.000 gestiegen, als die Gemeinde am 9. Juli 1964 für sich die Stadtrechte beantragte. Dem Ersuchen war ein umfangreiches Schrift‑ und Bildmaterial beigefügt, in dem sich auch ein kurzer Überblick über die Entwicklung Dörnigheims findet. Dem Antrag folgend beschloß die hessische Landesregierung am 18. September 1964: „Der Gemeinde Dörnigheim im Landkreis Hanau, Regierungs­bezirk Wiesbaden, wird gemäß § 13 Abs. 1 der Hessischen Ge­meindeordnung i.d.F. vom 1. Juli 1960 (GVBI. S. 103) das Recht verleihen, die Bezeich­nung ‚Stadt‘ zu führen.“ Die Freude an einer selb­ständigen Stadt Dörnigheim währte indessen nur zehn Jah­re.

 

Bischofsheim:

Bischofsheim ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Am 1. September 852 schenkte Ludwig der Deutsche der Salvatorkapelle in Frankfurt unter anderem die Kapelle von Bischofsheim. Diese Urkunde ist allerdings nicht mehr erhalten. Aber Kaiser Ludwig III. bestätigt 880 die Schenkung seines Vaters in einer Urkunde, die heute noch vorhanden ist und deshalb als

erste urkundliche Erwähnung gilt (nach anderer Angabe: Karl der Dritte im Jahr 882).

Der Ort bestand zunächst auf einer Insel im Sumpfgebiet im Bereich der heutigen Straße „Alte Dorfstraße“ (der Name bezieht sich also auf das alte Dorf, nicht eine alte Straße). Bischofsheim gehörte zur Reichsgrafschaft Bornheimer Berg und war damit Reichsgut. So hatten die Einwohner nur dem König gegenüber ihre Steuer zu entrichten. Der älteste bekannte Name für Bischofsheim lautet „Biscofesheim“. Im Jahre 1275 wird Bischofsheim als „Bischoves­heym“ bezeichnet.

Eine dichte Hecke, zwei Wassergräben und ein dazwischen liegender Wall schützten Bischofsheim notdürftig gegen Feinde. Die Zugänge wurden durch zwei Pforten und zwei Tore zwei Tore in der Breul­gasse und am südlichen Ende der Schäfergasse ermöglicht. Im Jahr 1500 tauschte Graf Ludwig II. von Isenburg Teile des Dorfes Bischofsheim mit dem Grafen von Hanau gegen Teile des damaligen Dorfes Offenbach.

Durch eine Feuerkatastrophe im Jahre 1538 wurde Bischofsheim völlig zerstört und mußte zum größten Teil rund um die heutige Kirche neu errichtet werden. Die Kirche ist das älteste Bauwerk von Bischofsheim ist, wahrscheinlich das einzige, das den Dreißigjährigen Krieg überstand.

Die Dorfbevölkerung flieht 1625 vor den Spaniern und kaiserlichen Truppen, 1673 vor den Truppen des Holländischen Krieges. Die erste Postagentur öffnet 1894, das erste Telefon wird 1907 installiert. Mit Ausnahme der beiden Weltkriege entsteht in Bischofsheim ab 1900 eine für damalige Verhältnisse bedeutsame Infrastruktur.

Schon vor dem Zweiten Weltkrieg war der Ort entlang des Fechenheimer Wegs und in Richtung Osten und Norden gewachsen. Doch dann ging die Entwicklung sprunghaft weiter mit den Baugebieten im Hochstädter Ried, an der Goethestraße, beiderseits des Kreuzsteins und bis zur Eisenbahn und auch auf den Wald zu. Jetzt gab es auch Gruppen von Hochhäusern. Zwei Gewerbegebiete entlang der Eisenbahn kamen dazu.

Das weckte in vielen Bischofsheimern den Wunsch, ihr Ort möge eine Stadt werden. Ausdruck dafür war das viel zu große Rathaus mit einem Sitzungssaal im Nebengebäude. Schon 1963 war das alte Rathaus zum Bedauern vieler Einwohner abgerissen worden und 1968 ein neues Rathaus errichtet worden. Als dieses dann wieder abgerissen werden sollte, wurde das architektonisch wenig attraktive Bauwerk der Waschbetonzeit zäh verteidigt, weil es den Wunsch nach einer Stadtwerdung verkörperte. Man hatte ja bereits einen eigenen Bauhof, einen Busverkehr und mehrere Banken und Schäfergasse und Fechenheimer Weg als Einkaufsstraße. Doch die hessische Gebietsreform mit dem Zwang zu größeren Zusammenschlüssen kam dazwischen

 

Hochstadt:

Urkundlich erwähnt wurde Hochstadt zwar schon einmal in einer Urkunde, die spätestens im Jahr 819 ausgestellt sein muß. Aber erstmals nachweisbar ist es 846 in einer Schenkungsurkunde im Lorscher Codex erwähnt. Die erste Namensform war „Hohunstat“.

Zum Schutz der Bevölkerung wurde im 13. oder 14. Jahrhundert um den Ort eine Ringmauer errichtet. Diese Ringmauer ist im Nordteil noch sehr gut erhalten. Im Jahre 1589 wurden eine Unter- und eine Oberpforte errichtet. Der Zugang zu Hochstadt war nur durch diese beiden Tore möglich Die Unterpforte wurde im Jahre 1874 abgebrochen. Das Obertor ist heute jedoch noch erhalten.

Um 1430 ist wahrscheinlich die Kirche erbaut worden, denn im Gotteshaus befindet sich das Wappen von Philipp Ludwig III. von Hanau gefunden, der zwischen 1410 und 1450 regierte. Im Jahre 1648 wird das Rathaus eingeweiht. Sehenswürdigkeit ist neben der Wehrmauer der historische Ortskern. Wegen seiner schönen Fachwerkbauten wird Hochstadt auch das „Ro­thenburg des Main-Kinzig-Kreises“ genannt.

Die unmittelbar im Südwesten von Hochstadt liegende Ortschaft Großschlag lag außerhalb der Befestigungsanlage und ging schon vor dem 30-jährigen Krieg ein.

Der Ort wuchs erst ab 1830 über die Ringmauer hinaus. Bis zum Zweiten Weltkrieg waren aber Dorfelder Straße, Wachenbucher Straße, Hanauer Straße, Jägerstraße, Bischofsheimer Straße und Klosterhofstraße bebaut. Die Gärten und Streuobstwiesen nördlich der Ringmauer blieben aber weitgehend frei von Baulichkeiten.

 

Wachenbuchen:

Wachenbuchen wird bereits am 1. Juni 798 zusammen mit Mittelbuchen als „Bucha“ in einer Schenkungsurkunde urkundlich erwähnt. Die Herren von Buchen, Vorläufer der Herren von Hanau, hatten hier eine kleine Wasserburg, die vielleicht erst im 10. Jahrhundert errichtet wurde. Das Flurstück „An der Burg“ ist eine Erinnerung an das Bauwerk. Heute ist die Burg eine überwachsene Ruine in der Wachenbuchener Gemarkung. Im Jahre 1243 taucht zum ersten Mal der Name „Wagghenbuche“ in einer Urkunde auf.

Vermutlich im 14. Jahrhundert ist die Ringmauer erbaut worden. Die Kirche in Wachenbuchen ist eine ehemalige Wehranlage aus dem 15. Jahrhundert, mit einer festen Mauer umgeben, die in Verbindung mit der Ortsbefestigung stand. Der Turm aus dem Jahre 1437 hat schießschartenähnliche Fenster.

Das alte ehemalige Rathaus stammt aus dem 16. Jahrhundert und weist noch heute durch das Wappen über dem Aufgang auf die Zugehörigkeit des Ortes zur Grafschaft Hanau hin. Im Jahre 1616 wird der halbe Ort durch einen Brand vernichtet. Im Jahre 1834 wurden Hohe Tanne und Wilhelmsbad eingemeindet.

Aus dem 18. Jahrhundert stammt das Geibelhaus, in dem die Vorfahren des Dichters Emanuel Geibel wohnten. Der Dichter selbst würdigt Wachenbuchen in seinem Gedicht „Aus alter und neuer Zeit“ mit den Worten: „Mein Stammhaus steht im Frankenland, im Dorf zu Wachenbuchen.“

Die 1880 erbaute Synagoge wurde in der „Reichskristallnacht“ zwar beschädigt, aber nicht vollkommen zerstört. Nachdem eine Fliegerbrand­bombe am 6. Januar 1945 die evangelische Kirche traf, diente die Synagoge von 1951 bis 1952 als evangelisches Gotteshaus; heute ist die in Privatbesitz.

 

 

Historische Ereignisse:

Wenn man danach fragt, was in den Ursprungsgemeinden an ungewöhnlichen historischen Ereignissen überliefert ist, kommt allerdings nicht viel zusammen. Herbert Begemann greift in einem Vortrag vor der Heimatstelle ganz subjektiv vier Ereignisse heraus:

(1.) Am 10. März 1642 wurden in Hochstadt siamesische Zwillinge geboren, die zwar nur zehn bzw. 24 Stunden am Leben blieben, aber in den Tagen darauf über tausend Schaulustige aus der Umgebung anzogen. Anschließend wurden die Leichen im Hanauer Schloß zur Schau gestellt. Erst am 15. März wurden die Zwillinge schließlich auf dem Kirchhof in Hochstadt  begraben.

(2.) Am 2. November 1813, zwei Tage nach der Schlacht bei Hanau schlossen im Dörnigheimer Wirtshaus „Adler“ zwei Feldherren einen Militär-Kontrakt, durch den Hessens Großherzog aus dem sogenannten  Rheinbund   mit Frankreich ausschied und sich mit Österreich und Bayern gegen Napoleon verbündete.

(3.) Im Herbst 1835 besuchte der Meister deutscher Dichtkunst im 19.Jahrhundert, Emanuel Geibel aus Lübeck, das Haus seiner Vorfahren in Wachenbuchen. Geibel, der durch das Lied „Der Mai ist gekommen“ ins Volksgedächtnis eingegangen ist, hatte damals wohl starken Eindruck hinterlassen, denn noch um 1980 glaubten die Schulkinder von Wachenbuchen, er sei hier aufgewachsen.

(4.) Am 25. 1963 fuhr der amerikanische Präsident John F, Kennedy, auf dem Weg vom Truppenbesuch in Langendiebach zum Frankfurter Römer, im offenen Wagen stehend durch Dörnigheim.

 

Weitere mehr oder weniger spektakuläre örtliche Ereignisse waren der Abriß von Gebäuden, die uns heute wertvoll erscheinen. Jeder Fall ist typisch für seine Zeit.

In Wachenbuchen zerstörten am 8. November 1938 ortsansässige Nazis in Gegenwart einer größeren Menschenmenge das jüdische Schulhaus, vertrieben den dort wohnenden Lehrer Sonnenberg unter lebensbedrohenden Umständen, um dann in den folgenden Tagen das Schulhaus ganz abzureißen. Historiker interessiert dabei vor allem, warum die sogenannte „Reichkristallnacht“ bereits einen Tag früher stattfand als sonst im Reichsgebiet, denn das war nur in wenigen Orten der Fall.

Im Jahre 1963 ging die Zeit des Rathauses Bischofsheim aus dem Jahre 1668 auf ungewöhnliche Art und Weise zu Ende. Das Haus war stark baufällig und galt als Verkehrshindernis. Man wollte einen modernen Ort und riß gerade in der Straße Alt-Bischofsheim mehrere Fachwerkbauten ab und ersetzte sie durch Neubauten.

Bereits Zeit der Stadt Maintal wurde 1988 nach einer Zeit langwierigen Tauziehens zwischen der Öffentlichkeit und dem Betreiber Preußen Elektra das alte Flußkraftwerk Kesselstadt abgebrochen. Es wurde wegen der architektonischen Gliederung in einen Längsbau mit vorgesetztem Turm auch als „Kirche im Fluß“ bezeichnet. Aus heutiger Sicht, wo die Route der Industriekultur am Main nachgezeichnet wird, muß man den Abriß als Verlust empfinden, vor allem, wenn man an die imposante Technik im Inneren denkt.

 

 

 

 

Auf dem Weg zur Stadt Maintal

 

Möllerplan:

Bestärkt durch den wirtschaftlichen Aufschwung in den 50er und 60er Jahren wuchsen die Städte und Gemeinden über ihren historischen Kern hinaus. Diese Ausbreitung wurde in den damaligen Landesplanungen nicht berücksichtigt und konnte infolgedessen der Vergrößerung der Städte und Gemeinden nicht gerecht werden. Auch zogen viele Bürger aus den Großstädten auf das Land und den Städten ging dadurch Steuerkraft verloren und auch Flächen für Wohnungsbau und Industrie fehlten.

Deshalb stellte der Frankfurter Oberbürgermeister Möller den nach ihm benannte Plan auf, nach dem die Stadt Frankfurt mit 64 Gemeinden eine Regionalstadt bilden sollte mit einer Einwohnerzahl von mehr als zwei Millionen, fast schon ein Stadtstaat. An den wütenden Protesten fast aller Gemeinden scheiterte dieses Vorhaben. Doch die kleinen Anrainer der Großstadt waren aufgeschreckt und versuchten durch Zusammenschlüsse Schutz- und Trutzburgen zu bauen. Ein Zusammenschluß legte sich nahe.

Die Bürgermeister und die Stadtverordneten bangten jedoch im Falle einer Eingemeindung durch Frankfurt oder Hanau darum, in der Masse unterzugehen. Auch befürchteten sie, daß ohne eigene Ortsbeiräte die Interessen der Stadt nicht mehr berücksichtigt werden würden.

 

Gebiets- und Verwaltungsreform:

Seit dem Jahr 1965 ging die Gebiets- und Verwaltungsreform im Lande um. In nahezu allen Bundesländern kam man übereinstimmend zu dem Beschluß, daß eine Gebietsreform von Nöten sei. Bei der Planung der Gebietsreform spielten die kleineren Gemeinden und Kommunen jedoch nur eine nahezu bedeutungslose Rolle, obwohl es diese in besonderem Maße betreffen sollte. Der Schwerpunkt der Planung wurde auf die territoriale Neuordnung gelegt, weniger auf die Stärkung der Selbstverwaltung, die Beteiligung der Bürger an der Verwaltung oder auf das Prinzip der Bürgernähe.

Die Grund-Idee der Gebiets- und Verwaltungsreform war begrüßenswert und ge­sund. Man wollte allen Bürgern des Landes auch auf der Ebene der Verwaltung gleichsam Chancengleichheit geben und die Lebensverhältnisse von Stadt und Land angleichen. In vielen kleinen Dörfern und Gemeinden mit ihren ehrenamtlichen oder nebenberuflichen Bürgermeistern und wenigen oft nur mit schwachen Verwaltungskenntnissen ausgerüsteten Bediensteten konn­ten die Bürger nicht ausreichend betreut und beraten werden, mußten Nachteile hinnehmen, die besonders auf dem kulturellen und sozialen Sektor auftraten. Durch Großgemeinden mit einer leistungsfähigen Verwaltung wollte man die Lage der bisher benachteiligten Orte anheben und deren gesamte Infrastruktur verbessern.

Die Gebietsreform ging davon aus, daß auch in größeren Gemeinden und Kreisen die Mitwirkung der Bürger gesichert und verwirklicht sei. Viele der Gemeinden und Kommunen befürchteten jedoch in ihren demokratischen Grundrechten eingeschränkt zu werden, da bei der Eingliederung in größere Kreise ein Verlust des Mitspracherechts bei wichtigen Entscheidungen befürchtet wurde.

Die Gebietsreform war nötig, eine moderne Verwaltung braucht große Einheiten. Man mag das bedauern und dem nachtrauern, aber das nützt nichts. Heute führt kein Weg mehr hinter die Gebietsreform von 1972 zurück. Im Gegenteil: Es gibt schon heute Beispiele für weitere Zusammenschlüsse. Im Zuge der Bevölkerungsabnahme wird es damit weiter gehen müssen. Es wird sogar zu neuen Wüstungen kommen, nicht unbedingt im Rhein-Main-Gebiet, aber im Vogelsberg und im Spessart

Natürlich wurde den Menschen damit ein Stück der Heimat genommen: Da geht die Post weg, die Bank, die Lebensmittelgeschäfte, die kleinen Läden, der Arzt… Nur die Kirche ist lange Zeit noch geblieben, aber inzwischen wird auch dort ausgedünnt.

Dazu kommt, daß die Jugend fehlt, um die Vereine fortzuführen: Nicht nur die Mitglieder fehlen, sondern vor allem die Führungskräfte.

Grundlage für die Zusammenlegung war die von der hessischen Landesregierung propagierte Gebietsreform, nach der sich kleinere Gemeinden in Hessen zu „Einheiten der kommunalen Gemeinschaftsarbeit“ zusammenschließen sollten. Der damalige Hessische Ministerpräsident Georg August Zinn wies in seiner Regierungserklärung vom 18.1anuar I 967 bereits darauf hin, daß umfassende Reformmaßnahmen vor allem auch auf der Ebene der Gemeinden notwendig seien. Dabei sollte es den Kommunen selbst überlassenbleiben, sich über die zweckmäßigste Form ihrer Zusammenarbeit zu verständigen. Grundsatz sollte sein, das eigenständige Gemeindeleben soweit wie möglich zu erhalten. Das Ziel der Gebietsreform sollte also die Schaffung lebensfähiger Gemeinden mit einer starken Selbstverwaltung sein.

Mit dem Zusammenschluß auf freiwilliger Basis hatte man jedoch nur beschränkte Erfolge. Deshalb wurden die Reformen durch Gesetz im Landtag beschlossen, und von finanziellen Zuwendungen war nun keine Rede mehr. So sind von mehr als 2.700 hessischen Gemeinden zunächst nur 597 geblieben, und am 1. Januar 1977 waren es nur noch 417.

 

Erste Überlegungen:

Es gab eine unbestimmte Willenserklärung der Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Dörnigheim, sich „irgendwann einmal“ zu einer Stadt zusammenschließen zu wollen. Mit Beginn der Diskussion um die Gebietsreform drängte besonders Dörnigheim auf diesen Zusammenschluß, da sich das Liebäugeln mit Hanau als wenig populär und nicht im Interesse des Landrates erwiesen hatte,

Der Fusion lag ein Modell der regionalen Planungsgemeinschaft Untermain zugrunde, der eine „Stadt in der Mitte“- später kurz „Mittelstadt“ genannt - vorschwebte, die den Freiraum zwischen den drei Kommunen schließen sollte. Bischofsheim und Hochstadt bekundeten zwar im Grundsatz ihre Bereitschaft zu einer solchen Fusion, den Zeitpunkt wollten die beiden Kommunen jedoch nicht festsetzen. Immer wieder wurde deutlich, daß die Selbständigkeit mit mehr Nachdruck verfolgt wurde, als die sich vernünftigerweise anbietende und um durch starke Verflechtungen vorgegebene Fusion.

Immerhin wurde ein gemeinsamer Flächennutzungsplan aufgestellt und ein gemeinsamer Planungsverband gegründet, der in städtebaulicher Hinsicht Entscheidungen der drei Einzelparlamente überprüfte, um „zu vermeiden, daß einer etwas tut, was dem anderen schadet“, wie es der damalige Dörnigheimer Bürgermeister Erwin Henkel ausdrückte.

Erst im Übergang 1971/72 fand sich der vierte Maintal-Partner, Wachenbuchen, ein. Zu diesem Zeitpunkt wurden auch die Fusionsbemühungen vorangetrieben, da den drei Westkreisgemeinden der „Moloch Frankfurt“ im Nacken saß, den Wachenbuchenern jedoch die Stadt Hanau mit dem Zeigefinger winkte. Nicht zuletzt dem massiven Eintreten des Hanauer Landrats Martin Woythal in Sorge um seine „fetten Kühe auf der Kreistagsweide“, folgten schließlich die vier Gemeinden mit konkreten Beschlüssen für eine Fusion, die sie jedoch nicht vor 1976 verwirklicht sehen wollten. Wurde für diese späte Terminierung - für die sich Christdemokraten nie recht erwärmen konnten - die „notwendige Vorbereitungszeit“ angegeben, so dürfte doch versteckt der Wunsch beherrschend gewesen sein, für örtliche Eigeninteressen noch so viel wie möglich unter Dach und Fach zu bringen.

 

Gemeinsamer Flächennutzungsplan:

Im April 1970 setzte sich die CDU Dörnigheim für einen gemeinsamen Flächennutzungsplan der Stadt Dörnig­heim und der Gemeinden Bi­schofsheim und Hochstadt ein. Dies sollte der erste Schritt zur Entstehung einer integrierten und leistungsfähigen Mittelstadt zwischen Frankfurt und Hanau sein. Ein entsprechender Antrag wurde jedoch im Stadtparla­ment abgelehnt. Dennoch nahm die SPD in ihrem Parteiblatt „Stadt Prisma Dörnigheim“ für sich in Anspruch, der „Mo­tor“ für ein Zusammenwach­sen der drei Kommunen gewe­sen zu sein.

Von einer Einbe­ziehung Wachenbuchens in den Zusammenschluß war zunächst nicht die Rede, Wachenbuchen galt als nach Hanau orientiert.

Der Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen, von Abwanderern aus Frankfurt und von Zuwanderern aus dem gesamten Bundesgebiet hatte zu einem stürmischen Wachstum geführt. Die Einwohnerzahl von Bischofsheim und Dörnigheim hatte sich vervierfacht. Und es war allen Verantwortlichen klar, daß man die damit zusammenhängenden Probleme nur gemeinsam lösen konnte. Der gemeinsam verabschiedete Flächennutzungsplan für Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt ist dafür ebenso ein Beispiel wie die Bildung eines Zweckverbandes dieser drei Gemeinden für den Bau des Maintalbades.

 

Brief des Landrats:

Landrates Woythal schrieb am 3. August 1971 an die Magistrate und Gemeindevorstände der Kreise: „Anbei übersende ich eine Ausfertigung der Erlasses des Hessischen Ministers des Innern vom 9.7.1971 mit der Bitte um Kenntnisnahme. Ich darf insbesondere auf Ziffer I.3. Hinweisen, wonach nur noch in diesem Jahr freiwillige Gemeindezusammenschlüsse möglich sind. Den betroffenen Gemeinden empfehle ich daher dringendst, durch baldige Entscheidungen die Vorteile eines freiwilligen Gemeindezusammenschlusses noch zu nutzen!“ (Im Original ist freiwillig doppelt rot unterstrichen).

Auf fünf Seiten werden darunter anderem die Vorzüge eines freiwilligen Zusammenschlusses verdeutlicht. Diese Vorzüge würden allerdings nur noch bis zum 31. Dezember 1971 von der Landesregierung gewährt werden: „Danach werden finanzielle Vergünstigungen für die Gemeindezusammenschlüsse und Eingliederungen, die aus Gründen des öffentlichen Wohls gemäß § 16 HGO vollzogen werden, nur dann noch gewährt, wenn sie von den Gemeinden ordnungsgemäß bis zum 31. Dezember 1971 beschlossen worden sind oder werden (Im Original ist dieser Satz ebenfalls rot unterstrichen).

Er schließt mit dem Satz: „Die Landesregierung wird auch in Zukunft nur solchen Gemeindezusammenschlüssen und Eingliederungen Rechtswirksamkeit verleihen, die sinnvoll und sachgerecht sind und eine gesunde Entwicklung zum Wohl der Bürger erwarten lassen. Die Landesregierung respektiert grundsätzlich die Entscheidungen der kommunalen Körperschaften; der Wille der Gemeinden findet jedoch dort seine Grenze, wo Gründe des öffentlichen Wohls einer gewünschten Gebietsänderung entgegenstehen (Auch dieser Satz ist im Original rot unterstrichen, teilweise doppelt).

Das vieldiskutierte „öffentliche Wohl“ bleibt vage und nicht genau definiert. Woythal weist darauf hin, daß eine genauere Definition in Modellplanungen seines Hauses zu finden sei. Ob diese Modellplanungen auch die Umstände der Städte und Gemeinde Rechnung tragen, bleibt unbeantwortet. Falls die Vorstellungen der einzelnen Gemeinden nicht mit der der Landesregierung übereinstimmen würden, müßte man auf die Entscheidung des Gesetzgebers warten. Auch dieser Ratschlag Woythals ist zur Verdeutlichung seiner Worte rot unterstrichen. In seiner abschließenden Zusammenfassung empfiehlt Woythal noch einmal eindringlich die Vorzüge der freiwilligen Gemeindezusammenführungen zu nutzen.

 

Pläne mit Wachenbuchen:

Eine ernsthafte Diskussion über die Gebietsreform begann 1970. Sofort war im Bereich des späteren Maintal die Abtretung des Ortsteils „Hohe Tanne“ von Wachenbuchen im Gespräch. Im März 1971 lehnte Wachenbuchen eine Zusammenlegung mit Hanau entschieden ab. Die Hanauer lockten mit einem Wasserpreis von 35 statt 80 Pfennig. Man wollte aber nicht zum Ortsbeirat und zur Verwaltungsstelle Hanaus werden. Alle Investitionsmaßnahmen könne man auch selber lösen, meintet man in Wachenbuchen.

Da sich ein Drittel der Gemarkungsfläche im Gemeindeeigentum befindet, könne man viele Flächen lukrativ als Bauland verkaufen. Darauf habe es aber Hanau abgesehen, denn die Gemarkung Wachenbuchens ist halb so groß wie das Hanauer Stadtgebiet.

Im Mai 1971 wurde auch in Bürgerversammlungen das Eingemeindungsverlangen abgelehnt. Man vermutete, daß Hanau zu viel verspricht und es nur auf den Erlös aus dem Verkauf der Autobahntrasse und des Baulandes abgesehen hat.

Der Landrat und der Innenminister favorisierten im September 1971 einen Zusammenschluß mit Mittelbuchen. Am 21. September trafen sich auch Vertreter beider Orte und waren nach Meinung der Wachenbucher einig über ein Zusammengehen; nur so sei eine gleichberechtigte Partnerschaft möglich. Die neue Gemeinde soll den Namen „Buchen“ oder „Büchertal“ tragen, das künftige Ortszentrum sollte bei der Büchertalschule sein. Wachenbuchen wollte bei der Gebietsreform nicht isoliert dastehen. Aber Grundvoraussetzung sei die Ablehnung der Eingemeindung nach Hanau und das Festhalten an der Hohen Tanne.

Aber in Mittelbuchen war so recht keine Bereitschaft vorhanden. Ein Vertrag über die Eingemeindung Mittelbuchens nach Hanau lag seit Mai 1971 vor. Am 1. Oktober machte die Freie Wählergemeinschaft Mittelbuchen (die stärkste Fraktion im Ort) einen Rückzieher, weil sie fürchtete, in der neuen Gemeindevertretung nur ein Schattendasein zu führen. Außerdem war man sich nicht einig darüber, welcher der beiden Bürgermeister im Amt bleiben soll. Im November entschied sich Mittelbuchen dann für Hanau, wenn auch nur mit einer Stimme Mehrheit. Am 31. Dezember 1971 wurde die Eingliederung rechtskräftig.

Im Dezember 1971 war man in Wachenbuchen mit einer unverbindlichen Fühlungnahme mit Hochstadt einverstanden für den Fall, daß ein Zusammenschluß mit einer anderen Gemeinde erforderlich ist. Der Innenminister wollte im Februar 1972, daß Wachenbuchen zwangsweise nach Hanau eingemeindet wird. Doch Wachenbuchen wollte sich nur dem Urteil des Gerichts beugen.

Im April 1972 lief das Anhörungsverfahren für die Gebietsreform an. Die Gemeinde Wachen­buchen sollte dem als Mittelstadt vorgesehenen Gebiet Hochstadt-Dörnigheim-Bischofsheim zugeschlagen werden, die Hohe Tanne sollte zu Hanau kommen. Der Gemeindevorstand lehnte aber auch die Mittelstadt ab und wollte höchstens mit Hochstadt zusammengehen.

Beim Anhörungsverfahren des Innenministers im Mai 1972 lehnt man die Eingemeindung erneut ab und betonte die Selbständigkeit Wachenbuchens. Falls es erforderlich sei, wolle man sich mit Hochstadt zusammenschließen. Der Bürgermeister konnte sich aber (noch) nicht vorstellen, daß der Gesetzgeber durch Zwang eine Mittelstadt aus Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen schafft. Die Hohe Tanne enthielt sich jetzt der Stimme in der Gemeindevertretung, weil sie bei einem Verlust der Selbständigkeit nach Hanau gehen wollte (mit Wachenbuchen verbinden sie nur die Steuervorteile, sagt man).

 

Pläne mit Bischofsheim:

Am stärksten betroffen von der anstehenden Gebietsreform war die aufstrebende Gemeinde Bischofsheim, da diese kurz davor stand in den Status einer Stadt aufzusteigen, da die erforderliche Einwohnerzahl fast erreicht wurde. Gegen die drohende Eingemeindung durch die Stadt Frankfurt verfaßte der damalige Bürgermeister Georg Krieger ein Schreiben an den Hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald, worin er vor allem die Aussagen des Hessischen Innenministers Bielefeld kritisierte. In dem Schreiben vom 1. Oktober 1971 heißt es:

„Aufgrund der Ausführungen zur Gebiets- und Verwaltungsreform des Hessischen Innenministers, Herrn Bielefeld, am 3.8.1971, vor dem Hessischen Journallistenverband, die darin gipfelten, daß man das Stadt-Umland-Problem notfalls mit Zwangseingemeindungen lösen müssen, hat die Bischofsheimer Gemeindevertretung folgenden Antrag einstimmig beschlossen:

1. Eine Eingemeindung der Gemeinde Bischofsheim nach Frankfurt wird mit aller Ent­schiedenheit abgelehnt.

 

 

 

2. Der Gemeindevorstand wird beauftragt, bei der Hessischen Landesregierung schärfsten Protest gegen die Äußerungen, die Innenminister Bielefeld am 3.8.1971 vor dem Hessischen Journallistenverband in Frankfurt machte, einzulegen, wonach Bischofsheim damit rechnen muß, durch Gesetz nach Frankfurt eingemeindet zu werden. Die bisher vom Herrn Innen­minister an anderen Stellen gegeben Antworten befriedigen uns nicht und schaffen nicht die notwendige Klärung!“

Bürgermeister Georg Krieger fügte als Begründung hinzu Bischofsheim hat mehr als 12000 Einwohner und besitzt eine leistungsstarke, bürgernahe Verwaltung, welche alle kommunalen Aufgaben erfüllen könne. Im Anschluß kritisiert er die Eingemeindungen, sie hätten sich bereits in der Vergangenheit als ein untaugliches Mittel erwiesen. Auch heute würden die Eingemeindungen noch zum Abbau der demokratischen und gemeindlichen Selbstverwaltung führen. Dies wäre aber nicht die Absicht der Gebiets- und Verwaltungsreform. Weiterhin schreibt er, daß die Hessische Landesregierung in der Vergangenheit wiederholt behauptet habe, daß sie die Demokratie in Städten und Gemeinden stärken wolle.

Am 15. Mai 1972 heißt es im Protokoll der 40. öffentliche Gemeindevertretersitzung: „Wir haben jetzt 18.000 Einwohner (Anmerkung: In Wirklichkeit waren es nur etwa 12.000 Einwohner). Aufgrund dieser Einwohnerzahl sowie von der Verwaltungskraft und der infrastrukturellen Grundausstattung haben wir derzeit keine Veranlassung, uns mit anderen Gemeinden zusammenzuschließen. Unsere Gemeinde wird allen Anforderungen an eine moderne Verwaltung gerecht. Wir können daher auch in der Zukunft selbständig bleiben!“

Die Gemeinde Bischofsheim versuchte stets, keinen Grund für eine Zwangseingemeindung zu Frankfurt zu liefern, und erledigte alle ihre kommunalen Aufgaben mit höchster Genauigkeit. Viele demokratisch sinnvolle Gründe für einen Zusammenschluß gab es zu dieser Zeit nicht.

Die wenigen Gründe für eine Eingemeindung waren also pragmatischer Natur. Zum einen ging es um die Gewinnung leistungsstarker kommunaler Einheiten, wodurch wirkungsvoller verwaltet werden sollte, zum anderen um die Anpassung an den städtischen Lebensstandard. Wobei anzumerken ist, daß gerade Bischofsheim durch die räumliche Nähe zu Frankfurt bereits über einen bemerkenswerten Standard verfügte.

Im Jahr 1973 wurde sogar versucht, die Gemeinde Bischofsheim aus dem Landkreis Hanau auszugliedern und in den Landkreis Offenbach zu überführen. In einem interfraktionellen Dringlichkeitsantrag zur Gebiets- und Verwaltungsreform am 9. April 1973 steht geschrieben:

„Mit aller Entschiedenheit lehnt die Gemeindevertretung der Gemeinde Bischofsheim Bestrebungen ab, die Gemeinden des westlichen Landkreises Hanau dem Landkreis Offenbach einzugliedern. Für eine Auskreisung aus der Gemeinde Bischofsheim aus dem Landkreis Hanau und eine Zuordnung zum Landkreis Offenbach – nach dem Vorschlag der Arbeitskreise Verwaltungsreform der SPD/FPD- Fraktion des Landtags – fehlt jede stichhaltige Begründung!"

Weiter heißt es: Es gibt überhaupt keine Verflechtungsmerkmale zwischen Bischofsheim und dem Landkreis Offenbach. Von einer Gebiets- und Verwaltungsreform könnte bei einer solch unsinnigen und rein zufälligen Umkreisung überhaupt nicht mehr die Rede sein. Auch die Bevölkerung hätte kein Verständnis für die Auskreisung. Die Sinnhaftigkeit dieses Plans wurde stark angezweifelt. Der künftige Main-Kinzig-Kreis würde noch vor seiner Bildung ganz empfindlich geschwächt werden.

„Ein Gesetzesvorschlag, der eine Auskreisung unserer Gemeinde in den Landkreis Offenbach vorsieht, würde bedeuten, daß die Gebiets- und Verwaltungsreform in unserem Bereich gegen die Bürgerschaft und ihre gewählten Vertreter durchgeführt werden soll und das Anhörungsverfahren - dem die Kommunalparlamente weitgehend zugestimmt haben – dann nur noch als üble Täuschung bezeichnet werden könnte. Das kann wohl nicht ernsthafte Absicht der Hessischen Landesregierung und des Hessischen Landtages sein!“

Zum Schluß des Schreibens wird von der Landesregierung und vom Landtag gefordert, daß die Gemeinde Bischofsheim beim Landkreis Hanau verbleibt. Daneben wird auch eine Eingemeindung nach Frankfurt entschieden abgelehnt.

Es wird versprochen, daß der Großkreis Main-Kinzig, bestehend aus der Landkreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern, noch im Jahre 1974 per Gesetz verabschiedet wird, wie es vom Hessischen Innenminister vorgeschlagen wurde.

 

Pläne mit Dörnigheim:

Um der drohenden Gefahr eines Anschlusses der Stadt Dörnig­heim an Frankfurt oder einer Zuordnung zum Kreis Offenbach zu entgehen, schlugen im Dezember 1971 der Dörnighei­mer Bürgermeister Erwin Henkel und der Hanauer Ober­bürgermeister Hans Martin in einer Bürgerversammlung der SPD eine Eingemeindung Dör­nigheims in das Stadtgebiet von Hanau vor. Die CDU Frankfurt stellte ihr „Stadtkreismodell‘“ vor, nach dem das Umfeld von Frankfurt ein Kreisgebiet werden sollte, in dem aber Städte und Gemeinden ihre Selbständigkeit wie bisher behalten sollten.

Immer neue Möglichkeiten von Zusammenschlüssen wurden diskutiert. Von der Regierung kam sogar einmal der Plan, Bischofsheim dem Kreis Offenbach ein­zuverleiben. Allmählich kristallisierte sich dann doch die Vereinigung von Bischofsheim, Dör­nigheim, Hochstadt und Wachenbuchen heraus.

 

Weitere Erwägungen:

„Die Vorstellungen liefen auseinander“, heißt es in dem Buch „Stadt Maintal“ von Wolfram und Sybille von Elbwart. Und weiter: „Die Gemeinde Wachenbuchen war nicht abgeneigt, sich der Stadt Hanau anzuschließen oder aber mit Mittelbuchen eine Einheit zu bilden. Bischofsheim liebäugelte mit der Großstadt Frankfurt, während Dörnigheim und Hochstadt die Vorstellung hegten, zusammen eine Stadt zu bilden. Letztlich aber kristallisierte sich nach vielen Diskussionen heraus, eventuell eine langsame Zusammenführung in mehreren Schritten zu beginnen.“ Dann sollte es aber doch recht schnell gehen, was auch deshalb funktionierte, weil alle vier Gemeinden finanziell so gesund waren, daß ein rascher Zusammenschluß keinerlei Nachteile brachte.

 

Planungsverband:

Auf dem Weg zu einer „Weststadt“ haben Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt freiwillig und aus eigenem Antrieb den Auftrag an die Regionale Planungsgemeinschaft Untermain zur Aufstellung eines gemeinsamen Flächennutzungsplans erteilt.

Der Planungsverband muß schon im Mai 1972 gebildet worden sein, denn damals trat die Gemeinde Wachenbuchen der Verbandsgemeinde bei. In der Stellungnahme zur Kreisreform wurde von Wachenbuchen aber weiter ein Zusammenschluß mit den anderen drei Gemeinden verneint, aber langfristig könne es zu einem Zusammenschluß kommen. Damit war sichergestellt, daß in Zukunft eine sinnvolle aufeinander abgestimmte Planung in diesem Raum erfolgt.

Das „Dörnigheimer Echo“ schrieb am Februar 1973: „Mit der konstituierenden Sitzung der Verbandsversammlung des Planungsverbands Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen wurde am Mittwoch im Bischofsheimer Rathaus der erste Schritt zu einem kontinuierlichen Zusammenwachsen der vier Gemeinden getan. Die Grundkonzeption hierfür ist die Erstellung eines gemeinsamen Flächennutzungsplanes, der die baulichen Zielsetzungen der vier Gemeinden beinhalten soll. Die Fäden einer baulichen Realsierung in den vier Gemeinden wird vom Planungsverband ausgehen, der (so der Bürgermeister Erwin Henkel), „sich auch mit den Projekten ‚Mainhattan’ in Dörnigheim und dem klassenlosen Krankenhaus in Hochstadt befassen muß.“

Die Verbandsversammlung wählte den Bischofsheimer Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Friedrich Ewald, zu ihrem Vorsitzenden, Stellvertreter wurden Josef Weiß, Leonhard Schmid und Emil Jung.

Um die Reform Politikern und Bürgern schmackhaft zu machen, wurde von der Landesregierung mit Schmankerln wie Bürgerhäusern und anderen Einrichtungen gelockt. Die von der Gemeinde Bischofsheim und der Stadt Dörnigheim geplanten Bürgerhäuser wurden von der Hessischen Landesregierung mit in das Programm des Doppelhaushalts 1973/74 aufgenommen. Wie verlautet sind die Planunterlagen für das Bürgerhaus in Dörnigheim an der Berliner Straße nahezu abgeschlossen und durchlaufen das Genehmigungsverfahren. Noch nicht abgeschlossen und die Planungen für das in Bischofsheim projektierte Bürgerhaus, da hier Meinungsverschiedenheiten nach dem Architekturwettbewerb innerhalb der SPD-Fraktion aufgetreten sind, so daß noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt werden konnten. Möglicherweise wird das Bürgerhausprojekt in Bischofsheim dadurch verzögert, so auch bei der finanziellen Beihilfe aus dem Landesetat.

 

Abschied von der Selbständigkeit:

(1.) Hochstadt:

Die Gemeindevertretung in Hochstadt beschloß im Juni 1973 einstimmig, das alte Jugendheim der evangelischen Kirche in Hochstadt für 211.400 Mark zu kaufen. Für die Kaufverhandlungen der Gemeinde Hochstadt mit der evangelischen Kirche hatte das Ortsgericht in Hanau den Altbau mit einer Grundfläche von 856 Quadratmetern einen Schätzpreis von 181.400 Mark zugrunde gelegt. Die evangelische Kirche hatte aber ein weiteres Gutachten erstellen lassen, nachdem festgestellt wurde, daß der im Jahre 1966 erstellte Anbau vom Ortsgericht Hanau zu gering geschätzt wurde. In dem Gutachten wurde ein Aufpreis von 30.000 Mark empfohlen. Die Gemeinde Hochstadt hat sich bereit erklärt, diesen Preis zu bezahlen, wenn die Kirche keine weiteren Forderungen mehr stelle. CDU-Sprecher Schöpel ließ in den Antrag mit aufnehmen, daß die Vereinbarungen vertraglich festgelegt werden sollen, und zwar mit der Maßgabe. daß die Kirche keine weiteren Zuschußforderungen an die politische Gemeinde stellen dürfe. In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschloß die Gemeindevertretung die Freigabe des Grundstückes für das neue Jugendzentrum der evangelischen Kirche (Dieser Beschluß wurde notwendig, weil dieses Gelände noch im Außenbereich Hochstadts lag).

 

(2.) Wachenbuchen:

In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung in Wachenbuchen am 21. Juni 1974 wurden die restlichen Baugrundstücke verkauft. Eine Vereinbarung mit der Stadt Hanau über verwaltungsorganisatorische Maßnahmen infolge der Gebietsreform wurde gebilligt. Bürgermeister Hack und Gemeindevorsteher Tag dankten dem Gemeinderat für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Verabschiedung des Gemeindevorstandes und der Gemeindevertretung war am 28. Juni in der Gaststätte „Krone“. Mit der Gründung der Stadt Maintal wurde Wachenbuchen zu einem Stadtteil unter anderen und wird nur noch gelegentlich im Blickpunkt der Öffentlichkeit stehen, seine Ziele müsse es nunmehr im Rahmen der großen Stadt durchsetzen, war damals die Meinung.

Bis zur nächsten ordentlichen Kommunalwahl sollten noch verschiedene Investitionsmaßnahmen durchgeführt bzw. begonnen werden, die dann auch im Grenzänderungsvertrag festgehalten wurden

Es wurde mitgeteilt, daß die Unterzeichnung des Vertrages durch die Bürgermeister und Ersten Beigeordneten am 27. November im Rathaus Bischofsheim stattfindet. Für Wachenbuchen unterschreiben Bürgermeister Hack und der Erste Beigeordnete Roth.

 

(3.) Bischofsheim:

Die Bischofsheimer Kommunalpolitiker kamen am 28. Juni 1974 nochmals zu ei­nem Parlamentarischen Abend zusammen, über dem doch leise Wehmut lag. Bürgermeister Krieger gab einen eindrucksvollen gerafften Bericht über die bis­herige Entwicklung des Ortes, der Erste Beigeordnete Lippert würdigte die Ver­dienste des scheidenden Bürgermeisters und die Fraktionsvorsitzenden Sigulla, Heiermann und Frau Gutsch kamen zu Wort.

 

(4.) Dörnigheim:

Mit einem Festakt, zahlreichen Ehrungen und einer abschließenden Grillparty im Freien beendete das Dörnigheimer Stadtparlament Ende Juni 1974 offiziell seine Arbeit. Vergangenheit und Zukunft der Stadt Dörnigheim wurden im evangelischen Gemeindezentrum in der Berliner Straße beleuchtet. Stadtverordnetenvorsteher Josef Weis würdigte die Verdienste von Bürgermeister Erwin Henkel, unter dessen Verantwortung Dörnigheim nicht nur gewachsen, sondern durch zahlreiche Einrichtungen auch bereichert worden sei.

 

Der damalige SPD-Sprecher Klaus Dembinski meinte rückwirkend zur Arbeit des Plenums, daß für die Stadt und ihre 17.000Einwohner allerdings noch nicht alle Probleme gemeistert worden seien. Die Zusammenarbeit im Parlament mit den übrigen Fraktionen sei gut, wenn auch nicht immer reibungslos gewesen. Doch habe die Stadtverordnetenversammlung stets das Wohl der Bürger im Auge gehabt.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Leopold Reinhardt richtete seinen Dank an die Bürger Dörnigheims, die durch ihren Steuerbeitrag die Entwicklung der Stadt ermöglicht hätten. Die Bildung von Maintal sei eine Notwendigkeit, da die Westkreisgemeinden andernfalls dem Sog der Mainmetropole Frankfurt nicht standhalten könnten. Kritisch setzte sich Reinhardt mit der Gebietsreform auseinander, die die kommunale Selbstverwaltung gefährde.

Humorvoll blickte Herbert Geißler, Sprecher der FDP, in die Zukunft. Er erinnerte daran, daß die CDU vor dreißig Jahren im Dörnigheimer Plenum Zünglein an der Waage gewesen sei. Gemessen an deren Entwicklung und dem Trend für die FDP könne diese damit rechnen, auch einem entsprechenden Zeitraum die Stärke der CDU-Fraktion erreicht zu haben, wenn nicht gar die absolute Mehrheit.

Stadtverordnetenvorsteher Josef Weis wies im Gespräch mit der Presse auf die mehr als tausendjährige Geschichte des heimeligen Bauern- und Fischerdorfes hin. Heute tue sich für Dörnigheim ein neues Tor in die Zukunft auf, das Maintal heiße. Die neue Stadt biete größere Möglichkeiten für das gesellschaftliche, politische, kommunale und kulturelle Leben. Weis verschwieg auch nicht die Geburtsschwierigkeiten, die Maintal haben werde. Von den kommunalpolitisch Verantwortlichen werde in gewissem Umfange ein Umdenken auf einen größeren Verantwortungsbereich gefordert werden müssen. An alle Maintalpartner appellierte Weis, ein wärmeres Gefühl für die Nachbarn zu entwickeln.

(In diesem Kapitel wurde eine Hausarbeit von Wolfgang Rost aus Bischofsheim für die Universität Frankfurt verwendet).

 

 

 

Schwimmbad

Noch vor der Gründung der Stadt Maintal gab es ein gemeinsames Projekt: der Bau des Schwimmbades. Man muß bedenken, daß dies die „Gründerjahre“ der Bundesrepublik waren. Überall überschlug man sich bei der Verbesserung der Infrastruktur und auch mit neuen Einrichtungen zur Verbesserung der Lebensqualität, die es sonst nur in den größeren Städten gab. Eine Gemeinde galt nur etwas, wenn sie solche Großprojekte stemmen konnte. Nur merkte man auch, daß eine einzelne Gemeinde es nicht schaffen konnte.

 

Planung und Bau:

Ende der 60er Jahre wurde in der Bevölkerung der heutigen Stadtteile Dörnigheim, Bischofs-

heim und Hochstadt der Wunsch nach einem eigenen Hallen- und Freibad als Stätte der Erholung, der Gesundheitspflege und des Vereinssports sowie des Schulsports artikuliert.

Hauptinitiator des Bades war Bürgermeister Erwin Henkel, der kurz nach seinem Dienstantritt als Bürgermeister in Dörnigheim am 1. Juni 1969 den Vorschlag zum Bau eines Frei- und Hallenbades der SPD und DFU in einer gemeinsamen Klausurtagung am 20. Juni 1969 im Forellenhof bei Kahl unterbreitete. Das Schwimmbad wurde auf die Investitionsliste gesetzt.

Nach der Tagung bemängelte die Dörnigheimer FDP die Legalität dieser Zusammenkunft und strengte eine Klage an. die bis vor das Verwaltungsgericht ging. Es sollte damit erreicht werden. daß das Sitzungsgeld wieder in die Stadtkasse zurückfließt. Die SPD hatte damals freiwillig aus eigener Tasche jedes Abgeordneten das Geld zurückgezahlt und zudem das Sitzungs­geld, das anläßlich der Tagung ausgezahlt worden war, als Grundstock für den Schwimmbadbauverein gespendet.

In jener Sitzung wurde auch der Schwimmbadbauverein gegründet. Er konstituierte sich Ende Juli 1969 in der Turnhalle der Turngemeinde Dörnigheim. Der Verein zählte 130 Mitglieder, die einen Jahresbeitrag von 3.600 Mark zusammenbringen. Der Verein hatte zum Ziel sich gesetzt, 70.000 Mark einzubringen und der Kommune bei der Fertigstellung zu übergeben. Dieses Ziel wird nicht erreicht, da trotz aller Bemühungen nur kleine Spenden eingingen. Der Vereinsvorstand hoffte jedoch, bis zum Auflösungstermin 50.000 Mark zusammen zu bekommen. Nachher fanden bis zu 250 Bürgerinnen und Bürger zusammen und sammelten rund 100.000 Mark.

Der Verein hat ein großes Lob verdient, denn wie er die Beträge zusammenbekommen hat, ist bewunderungswürdig. Er suchte sich den Rahmen von Großveranstaltungen in Dörnigheim wie Stadtfest und Feuerwehrfest sowie bei einem Sonntagskonzert, um Aktionen zu starten, an denen sich die Bevölkerung mit einem kleinen Obulus beteiligen konnte. Darunter waren Dirigentenwettbewerbe, Wunschkonzert, Torwandschießen. Postkartenverkauf und vieles mehr. Bei mancher Veranstaltung waren die Lieferanten großzügig und überließen die Getränke gratis. Der Schwimmbadbau-Verein war nicht nur Geldgeber. Wichtiger war wohl, daß er den Kommunalpolitikern den Rücken stärkte bei ihren oft zähen Verhandlungen mit den übergeordneten Dienststellen wie zum Beispiel dem Landratsamt.

Der Gang nach Wiesbaden, um dort den Segen für das Dörnigheimer Bad zu bekommen, war erfolglos, denn eine Bezuschussung das Land Hessen gebe es nur für Bäder, die in einem Einzugsbereich von 30.000 Einwohnern liegen würden. Dies bedeutete, daß Bürgermeister Henkel Kontakt zu den Nachbargemeinden aufnehmen mußte, um somit die Grundlage für ein Hallen- und Freibad zu schaffen. Von der Sache her waren Bischofsheim und Hochstadt einverstanden, mit der Stadt Dörnigheim ein Bad zu bauen.

Damit war die Basis gegeben, den Landkreis Hanau einzuschalten, der sich aktiv in die Vorplanungen einschaltete und empfahl, einen Zweckverband „Mittelpunktschwimmbad Landkreis Hanau-West“ der drei Gemeinden Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt zu gründen. Dies geschah im Jahre 1970. Noch im gleichen Jahr erklärte sich daraufhin der Hanauer Kreistag bereit, sich an den Investitionskosten sowie den laufenden Zuschüssen mit einem Viertel zu beteiligen.

Schwierig gestaltete sich bei den Verhandlungen der Standort des Schwimmbades. Hierüber haben lange Verhandlungen stattgefunden. Man einigte sich schließlich, im geographischen Schnittpunkt der drei Gemeinden das Bad zu erstellen. Die Stadt Dörnigheim hatte an dieser Stelle noch 9.000 Quadratmeter Land zur Verfügung, so daß noch 19.000 Quadratmeter hinzugekauft werden müßten. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 800.000 Mark. Bei einem Besitzer gestalteten sich die Verhandlungen schwierig, weil er sein Land gegen gleiches eintauschen möchte. Durch die Abseitslage von Bischofsheim wurde der Gemeinde als Äquivalent zugestanden, für die dortigen Bürger einen Fuß- und Radweg zu bauen.

 

Im Dezember 1971 war es dann endlich soweit. Die Erdarbeiten begannen. Dabei waren einige erhebliche Schwierigkeiten zu bewältigen. Da das Bad in der Nähe des Braubaches gebaut werden sollte, mußte das Erdreich mit Beton stabilisiert werden. Wegen des zu hohen Grundwasserspiegels konnte das vom Landkreis Hanau empfohlene Konzept des Nidderauer Bades nicht voll übernommen werden, so daß durch viele Veränderungen eine Verteuerung eintrat.

Die Gesamtkosten betragen mit Freibad und Parkplätzen sowie Außenanlagen acht Millionen Mark. Davon wird das Hallen- und Freibad allein sechs Millionen Mark kosten. 1,2 Millionen Mark kosten die Erschließung und die Außenanlagen sowie der Parkplatz. 800.0000 Mark

mußten für den Grunderwerb ausgegeben werden, obwohl die Stadt Dörnigheim mehr als 9.000 Quadratmeter mit in den Zweckverband einbrachte. Vom Land Hessen werden nun 1,5 Millionen Mark erwartet. Der Kreis Hanau schießt rund 1,6 Millionen Mark bei.

 

Der Rest muß von den drei Gemeinden aufgebracht werden, die sie zu dem Zweckverband zusammengeschlossen haben. So werde die Gemeinde Dörnigheim 55 Prozent, die Gemeinde Hochstadt 15 Prozent und Bischofsheim 30 Prozent aufbringen müssen.

Das Mittelpunktschwimmbad ist die erste Gemeinschaftsanlage von Bischofsheim, Hochstadt und Dörnigheim. Die Gemeinde Wachenbuchen hat sich bisher an der Finanzierung des Bades nicht beteiligt, obgleich die Bürger dieser Gemeinde zum kostenlosen Probebaden eingeladen waren.

Das Hallenbad umfaßt ein Schwimmbecken mit den Maßen 25 mal 12,5 Meter, ein Lehr-

Schwimmbecken von zehn Meter auf 12,5 Meter, Sauna, medizinische Bäder, Umkleidekabinen und eine Cafeteria. Das Kassieren der Eintrittsgelder erfolgt durch ein ausgeklügeltes Automatensystem, das zusätzlich von einer Fernsehanlage überwacht wird.

Für die Badegäste stehen 200 Parkplätze zur Verfügung. Nach Meinung des Vorsitzenden des Zweckverbandes, Erwin Henkel, sind diese Parkplätze für die Gäste des Hallenbades ausreichend. In den Sommermonaten werden für das Freibad mehr als 3.000 Gäste erwartet, was noch einiges Kopfzerbrechen bereiten wird, da für sie die Parkplätze geschaffen werden müssen.

 

Einweihung:

Schlicht und ohne großen Aufwand vollzog sich am Samstag, dem 17. November 1973, die offizielle Übergabe des neuen Hallenbades in Dörnigheim an die Bevölkerung. Diese mußte sich aber mit einer Besichtigung begnügen mußte, ehe sie am Sonntag bei kostenlosem Eintritt die Anlagen ausprobieren konnte. Landrat Martin Woythal, die Bürgermeister der Zweckverbandsgemeinden sowie ein kleiner Kreis Ehrengäste wohnten der Eröffnungszeremonie bei.

Nach einigen Liedvorträgen des Musikzuges der Turngemeinde 1882 Dörnigheim begrüßte Bürgermeister Erwin Henkel die Gäste und bezeichnete es als ein gutes Omen, daß es während der Bauzeit des Hallen- und Freibades zu keinem Unfall gekommen sei. Henkel sagte, er hoffe, daß das Bad im Zuge der Gebietsreform eine echte Begegnungsstätte für die Bevölkerung der vier Westkreisgemeinden werde und zur Verständigung beitragen möge.

 

Architekt Professor Fritz Novotny wies auf die Anfangsschwierigkeiten hin, da wegen des hohen Grundwasserspiegels erhebliche Absicherungsmaßnahmen im Erdreich hätten vorgenommen werden müssen. Zudem habe bei der Planung eine relativ kleine Fläche für das Hallen- und Freibad zur Verfügung gestanden. Man habe aber die beiden Bäder so legen können. daß sie sich bei einem großen Besuch gut ergänzten.

Landrat Martin Woythal dankte allen, die am Bau des Bades beteiligt waren, insbesondere Bürgermeister Erwin Henkel, der sich mit dem Bau des Bades sehr viel Mühe gegeben habe. Nach Meinung des Landrats müssen Gemeinden, Kreis, Land und Bund ihren Beitrag zur Gesunderhaltung der Bevölkerung beitragen. Woythal gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Anlagen von der Bevölkerung auch voll ausgenutzt würden, denn schließlich seien Schwimm­bäder für die öffentliche Hand Zuschußbetriebe. Vor allem, so meinte Landrat Woythal biete sich das Hallenbad an den kommenden Sonntag an, an denen Fahrverbot eingeführt werde und dafür eine ausgezeichnete Freizeitbeschäftigung in Aussicht gestellt werde.

Architekt Novotny übergab anschließend Landrat Martin Woythal den vergoldeten Schlüssel. der symbolisch das Öffnen der Türen für die Bevölkerung bedeuten sollte. Die Bevölkerung durfte das Bad besichtigen. Es wurde mit Zufriedenheit aufgenommen und gestern von der

kostenlosen Bademöglichkeit reger Gebrauch gemacht

Die Bürger waren ebenfalls sehr angetan von der Anlage. Sie waren zu Hunderten erschienen; der Wettergott war an diesem Tag freundlich gestimmt. Und so konnte man einen Spaziergang mit einer Stippvisite zum Schwimmbad verbinden.

Keiner weiß wie es kam, doch irgendwer muß in den frühen Nachmittagsstunden die Parole ausgegeben haben, im Schwimmbad werde es Freibier geben. Dem war allerdings nicht so. Was es gab, waren zunächst einmal die obligatorischen Reden. Bürgermeister Henkel begrüßte die Gäste aus dem Westkreis und schloß auch die Bürgermeister aus zahlreichen anderen Gemeinden im Kreis Hanau ein.

Professor Novotny vom Architekturbüro Novotny & Mähner ergriff dann das Mikrofon, am den zukünftigen Badbesuchern erst einmal zu schildern, in was für einer Anlage sie sich tummeln dürfen. Kompaktbauweise habe man hier durchgeführt, und erst als der Professor von Bauschwierigkeiten wegen des Hochwassers sprach, begannen die Besucher wieder zu verstehen. Die Badeebene liege im ersten Stock, Umkleideräume und Sauna seien ins Erdgeschoß verlegt worden. Und staunend verfolgten die Gäste dann auch noch die Ausführungen über die besonderen Konstruktionsmerkmale.

 

Auf den hinteren Stehplätzen wurden die Kinder auf die Schulter gehoben, als man zum zeremoniellen Höhepunkt schritt. Landrat Woythal erhielt aus der Hand des Professors den vergoldeten Schlüssel, die Blitzlichter der Fotografen leuchteten auf, das samtgefütterte Schmuck­etui verschwand in der Jackentasche des Kreischefs.

„Na, dann wollen wir erst einmal sehen, ob dieser goldene Schlüssel überhaupt paßt“, sprach Hanaus Landrat Martin Woythal, ergriff an einem Samstagnachmittag im Mai 1974 das me­tallene Glanzstück und versuchte, das große Portal des nagelneuen Mittelpunktschwimmbades zu öffnen. Anlaß: Am Wochenende ist diese moderne Einrichtung im Westkreis offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Martin Woythal hatte als Vorsitzender des Verbandsvorstandes für dieses Schwimmbad einen vergoldeten Schlüssel vom Architekten Professor Novotny erhalten.

Also sprach's der Landrat und schritt dann, eskortiert von den Rathauschefs der Westkreisgemeinden, auf die große Tür zu und mühte sich mit Pförtnerdiensten. Nach leichten Schwierigkeiten mit dem Schloß sprang Dörnigheims Stadtoberhaupt Erwin Henkel hilfreich zur Seite und hatte Sekunden später auch schon die Tür geöffnet. Kommentar des Kreishauschefs: „Die Bürgermeister sind wahrlich noch Meister ihrer Bürger!“ Und dann setzten die verantwortlichen Politiker ihren Rundgang durch die neue Anlage fort.

Dann verwies der Landrat rhetorisch blumenreich auf die weitere kommunale Einrichtung, die dem Bürger für angenehme Stunden jetzt im Westkreis zur Verfügung stehe: Die zukünftige Stadt Maintal sei wieder um eine Attraktion reicher. Keineswegs vergaß Martin Woythal, dieses Projekt des Mittelpunktschwimmbades in die Liste aller erfolgreichen Aktionen im Landkreis Hanau einzugliedern.

Dann hatte der Landrat sogar noch humorvollen Trost für die kommenden schweren Sonntage parat. Wenn die Bürger am Sonntag nicht mehr mit dem Auto durch die Gegend fahren können (autofreie Sonntage wegen der damaligen Ölkrise), könnten sie sich wenigstens im Hallenbad tummeln.

Kaum enteilte der Troß der Politiker, nahmen die Bürger ihr Schwimmbad in Besitz. Alles stürmte in die Schwimmhalle. Eine ältere Dame erwischte den Landrat im Gang und bat, sie möchte doch einmal den goldenen Schlüssel sehen. In der Schwimmhalle drängte sich das Publikum. Kinder hielten die Hände vorsichtig in das randvolle Becken.

 

Probebaden:

Schon in den vergangenen Wochen und Monaten hatten viele Bürger aus dem westlichen Landkreis sich intensiv für den Baufortschritt des Bades interessiert. Um nun jedem einmal Gelegenheit zu geben, diese Einrichtungen nicht nur von außen zu besichtigen, haben die Ver­antwortlichen die Einwohner der Gemeinden zu einem kostenlosen Probebaden am Sonntag, dem 18. November, eingeladen. Dabei sind die Gäste aus Wachenbuchen ebenfalls willkommen, meinte Henkel.

Neben der großen Schwimmhalle stehen den Trimm-Willigen auch noch andere Einrichtungen zur Verfügung. So beispielsweise eine großzügige Sauna die bequem 20 schwitzenden und der gleichen Anzahl ruhender Gäste Platz bietet. Angeschlossen ist zudem eine Massageabteilung. Auch für Erfrischungen im Anschluß an den Badeaufenthalt ist gesorgt: Eine Gaststätte soll hier die Wünsche der Gäste erfüllen.

 

Freibad:

Kurz vor der Gründung der Stadt Maintal am 1. Juli wurde im Mai die wohl bis dahin bedeutendste Einrichtung der gerade in den Geburtswehen liegenden Stadt seiner Bestimmung über­geben - das Maintaibad (gemeint ist das Freibad). Rechtzeitig zum Beginn der Badesaison

Wurde unter Beteiligung zahlreicher Bürger wurde das Freibad seiner Bestimmung übergeben.

Neben dem Hallentrakt wurde gleichzeitig ein Freibad angelegt, das in der nächsten Sommersaison dem Publikum erstmals zur Verfügung stehen wird. Hier wurde unter anderem auch ein Sprungturm errichtet, der Höhen von einem, drei und fünf Metern aufweist. Gemeinsam für Hallen- und Freibad werden die Umkleideräume und die Kassenanlage benutzt.

Erstmals im Kreis Hanau wird die Kasse vollautomatisch arbeiten. Diese Maschine ist nach Angaben der Hersteller sogar in der Lage, Jugendliche und Erwachsene zu unterscheiden. Erwin Henkel hofft, daß sich dieses Gerät - wenn auch nach anfänglichen Schwierigkeiten - bewähren wird.

Zur Feier des Tages sprang Bürgermeister Erwin Henkel in voller Montur, sprich schwarzem Anzug, in die Fluten. Mit einem Kostenaufwand von rund 7,1 Millionen Mark haben die Gemeinden Bischofsheim. Hochstadt und die Stadt Dörnigheim ein Hallen- und Freibad erstellt und dafür erhebliche Mittel vom Kreis und Land erhalten. Nach der Einweihung des Hallenbades vor einem halben Jahr, ist nun das Freibad fertig geworden.

 

 

 

 

Verkehrswege

 

Autobahn:

Schon geraume Zeit vor der Gründung Maintals beschäftigte die Menschen - vor allem in der Stadt Dörnigheim - die Probleme des Straßen- und Personennahverkehrs. In der Presse hieß es dazu: „Mitunter könnte man den Eindruck gewinnen, als hätten die Verantwortlichen erst viel zu spät die Bedeutung dieser Tatsache erkannt. Fragt man Bürger aus dem Westkreis, zeigen sich nur die wenigsten von ihnen von den innerörtlichen oder regionalen Verkehrsverbindungen begeistert. Lange Autoschlangen, überfüllte Omnibusse, vollgestopfte Eisenbahnzüge und viele weitere Attribute eines Ballungsraumes sind aus dem täglichen Leben im Westkreis nicht wegzudenken. Wird Maintal in dieser Hinsicht Verbesserungen bringen?

In die Zeit der Gründung der Stadt Maintal fiel auch die Planung der Autobahn. Diese Autostraße war anfangs unter dem Namen „Kleiner Rhein-Main-Schnellweg“ als vierspuriger Verkehrsweg zur Entlastung der überaus stark befahrenen Bundesstraße 8/40 gedacht und sollte unter anderem den sich durch die engen Ortsstraßen von Dörnigheim quälenden Durchgangsverkehr aufnehmen. Dann stufte das Straßen­neubauamt diesen modernen Verkehrsweg zur sechsspurigen „Autobahn Bingen - Fulda“ um, ja, sogar die Bezeichnung „Paris – Warschau“ tauchte auf.

Während sich die Stadt Dörnigheim und die Gemeinde Hochstadt eindeutig für die geplante Trassenführung aussprachen, wurden in Bischofsheim und Enkheim schwerste Bedenken gegen die Planung geäußert. Beide Orte protestierten gegen die Zerstörung des Erholungswaldes.

Für Bischofsheim kam noch erschwerend hinzu, daß auf der geplanten Linienführung der sonst geforderte Schutzabstand von 100 Meter zu dem bebauten Ortsteil nicht eingehalten werden könnte und die Autobahn zum Beispiel nur 35 Meter entfernt an dem Hochhaus Bahnhofstraße 37/39 vorbei­führen würde. Damit würden die Bewohner der südlichen Neubaugebiete des Ortes einer starken Lärm- und Abgasbelästigung ausgesetzt werden. Der Schutz der Bevölkerung erweist sich auch durch die geplante Anlage von Erdwällen und deren Bepflanzung als nur unbefriedigend lösbar.

Die Gemeinde Bischofsheim forderte daher in aller Eindeutigkeit eine nördliche Trassenfüh­rung, nach der die Autobahn, von Preungesheim oder Niederursel kommend, durch das Ober­feld der Gemarkung, dann durch die Gemarkungen Hochstadt, Wachenbuchen und Mittelbuchen an die große Dreispitze nordöstlich von Hanau geführt werden solle. Dann bliebe der Wald verschont und vor allem würde ein fast unüberwindliches Hindernis für das organische Zusammenwachsen der Ortsteile zur Stadt Maintal entfallen (außerdem hätte man einen Anschluß an die A 661 ohne Riederwaldtunnel gehabt).

Bürgerversammlungen fanden statt, die Aktionsgemeinschaft „Unmenschliche Autobahn“ bildete sich, die Schutzgemeinschaft „Deutscher Wald“ gab mit zahl­reichen Veröffentlichungen den Bischofsheimern Hilfestellung. Ökologische, sozia­le, medizinische und klimatische Gutachten wurden erstellt und die geplante Trassenführung immer wieder verworfen. Die Herren vom Straßenneubauamt kamen wieder und wieder zu Besprechungen und stellten sich mutig der kochenden Volksseele. Aber sie blieben bei ihrer verkehrspolitischen Konzeption: Die Autobahn muß dahin, wo sie von dem Kraftfahrer angenommen wird, und das sei nur hier!

Bei einer Sitzung des Planungsverband Bischofsheim-Dörnigheim-Hochstadt-Wachenbuchen am 5. Dezember 1973 Dabei ergab sich, daß die bisher vorgesehene Südtrasse in Frage gestellt werden könnte. Sollte es dazu kommen, müßte möglicherweise auch der Bau einer Umgehungs­straße für Dörnigheim erwogen werden, hieß es. Diese Erwägungen stehen in Zusam­menhang mit Äußerungen des Leiters des Frankfurter Straßenbauamtes Untermain, Dr. Durth, der der Stadt Frankfurt kürzlich vorgeworfen hatte, seit drei Jahren jeden Fortschritt bei der Planung der Autobahn Bingen-Hanau (A 80) und der Ostumgehung Frankfurts zwischen der Autobahnanschlußstelle Bad Homburg und dem Offenbacher Kaiserleihkreisel zu verhindern.

 

Die Gemeindevertretung Bischofsheim beschloß (sehr zum Ärger der Nachbargemeinde Dörnigheim, die eine möglichst schnelle Entlastung ihrer verstopf­ten Durchgangsstraßen her­bei­führen wollte), eine Klage gegen diese Trassen­führung einzubringen, obwohl man sich sehr wohl bewußt war, daß diese Klage sicher nur aufschiebende Wirkung haben würde. Man woll­te aber nichts unver­sucht lassen und auch die letzten Mittel zur Verhinderung dieser für Bischofsheim unbefriedigenden Lösung in Anspruch nehmen. Wie man weiß, hatte die Klage keinen Erfolg.

Aber die Verbindung der beiden Autobahnteilstücke im Bereich der Stadt Frankfurt blieb weiter ungelöst. Man wollte sie über den Alleenring führen, aber wütender Protest war die Antwort. Dann prüfte man, ob sie sich als Hochstraße über den Alleenring bauen ließe, aber die Reaktion der Frankfurter Bürger war die gleiche. Schließlich plante man sogar die Untertunnelung der angeführten Straßen, doch dieser Plan scheiterte vorerst an den ungeheuren Kosten.

 

Der Verbandsdirektor der Regionalen Planungsgemeinschaft Untermain (RPU), Reinhard Sander, sprach sich im Dezember 1973 vor Journalisten dafür aus, im Bereich zwischen Hanau und Bruchkübel die große Nordschleife festzulegen. Sander begründete seine Auffassung mit der Erwartung, daß durch die große Nordschleife um die 60 Hektar Wald zu erhalten wären, die fallen müßten, wenn man eine der beiden anderen Möglichkeiten - die Süd- oder die Nordtrasse - wählen würde.

Die übereinstimmende offizielle Meinung von Stadt und Kreis Hanau war, daß die Autobahn zwischen Hanau und Bruchköbel auf der sogenannten Nordtrasse geführt werden solle. Sander sagte, erst nach der Äußerung der RPU dürfte vom Darmstädter Regierungspräsidenten jener Planfeststeilungsvorschlag auf den Tisch kommen, der dann vom hessischen Ministerium für Wirtschaft und Verkehr für endgültig erklären ist.

Der Vorschlag der großen Nordschleife kam von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald,

die Waldeinsparungen im Bereich des vorgesehenen riesigen Bulau-Knotens zwischen Großauheim-Wolfgang und Erlensee-Rückingen erreichen wollte. Es zeichne sich nunmehr eine Lösung ab, die 40 Hektar Wald erhalte, die fallen müßten, wenn man den ursprünglichen Planungsvorstellungen folgen würde. Eine gebündelte Führung der geplanten Autobahn 13 und der vorgesehenen neuen Bundesstraße 43 südwestlich des projektierten Bulau-Knotens erklärte Sander allerdings für „nicht machbar“. So werde es wohl bei den vorgesehenen getrennten Führungen der beiden Hauptstraßen in südwestlicher beziehungsweise südöstlicher Richtung bleiben müssen.

Der Fernverkehr wird dann über die Autobahn geleitet und der innerörtliche Verkehr verbleibt auf der Bundesstraße. In der entgegengesetzten Richtung müßte man schon an der Dreispitz dafür sorgen, daß der Verkehr aus Richtung Fulda sofort auf die Autobahn geleitet wird. Die Trassenführung in südlicher Richtung ist bereits dieser Tage genehmigt worden. Wachenbuchens Bürgermeister Günter Hack sah die Bereinigung der Verkehrsprobleme ebenfalls in der Autobahn A 80 (erst später wurde sie zur A 66): Die Südumgehung von Wachenbuchen und Hochstadt, die dann ebenfalls in die Autobahn mündet, bindet dann sogar die Stadtteile Wachenbuchen und Hochstadt an das Autobahnnetz an (also war im Zusammenhang mit dem Autobahnbau auch eine Umgehung von Wachenbuchen vorgesehen).

Durch die Autobahn wurde natürlich der Maintaler Wald zerstückelt. Revierförster Heiner Koch beschreibt 1999 eine Herbstspaziergang vor 25 Jahren: „Hinter dem Bahnübergang Eichenheege betreten wir den Buchenwald. Der Wald trägt schon sein buntes Kleid, bald sind wir im tiefen Wald, wenden uns dann nach Norden und erreichen die Braubachwiesen. Der Morgennebel liegt noch über dem Wasser, irgendwo klopft ein Specht, - Waldesruh“.

Gehen wir heute diesen Weg, so werden wir diese Idylle nirgends mehr in unserem Wald finden, fast überall hört man Motorengebrumm und der alte Weg zum Braubach endet vor dem Aspahaltband der Autobahn. Die Trasse zerschneidet den Wald auf seiner gesamten Länge von Ost nach West. Der Westzubringer nach Hanau zerstückelt den Wald noch einmal in südöstlicher Richtung und hat aus dem Dörnigheimer Wald eine von Straßen und Häusern umlagertes grünes Inselchen gemacht.

Im Jahre 1974 frißt sich die neue Autobahntrasse durch den Maintaler Wald. Neben Fremdfirmen arbeiten auch die neun Waldarbeiter der Stadt am Straßenaufhieb. Die Motorsägen brummen, schwere Schlepper ziehen die Holzstämme auf die Lagerplätze. Was an Holz auf der Trasse übrigbleibt, wird verbrannt. „Da haben wir schwer Glück gehabt“, berichtet Peter Eyl, der von 1972 bis 1985 Revierförster in Maintal war. „Nachdem wir die Trasse geräumt hatten, suchte der Kampfmittelräumdienst das Gelände ab und beförderte jede Menge Blindgänger zu Tage. Eine Flakgranate wurde ein Meter von einer unserer Feuerstellen entfernt gefunden“.

Der Autobahnbau veränderte die Landschaft, sperrte alte, gewohnte Verbindungswege. Neue Brücken wurden gebaut und unter der Hochspannungsleirung ins Dörnigheimer Wald entstand das Seengebiet durch den Abbau von Sand und Kies für den Autobahnbau.

 

In dieser Zelt verlor der Wald weitere Fläche durch den Aufhieb für den Sportplatz in Hochstadt beziehungsweise die Erweiterung des Kewa-Sportplatzes. Die Förster sahen die weiteren Flächenverluste natürlich nicht gern. „Dafür gehören sie abgestiegen“, brummte Arnold Krause, der damalige Forstamtsleiter. Die Prophezeiung des grimmigen Forstmeisters trat prompt ein: Die Kewa stieg ins darauffolgenden Jahr ab, der FC Hochstadt wurde sogar zweimal nach unten „durchgereicht“.

 

Querspange:                                     

Einen einschneidenden verkehrslenkenden Einfluß auf die innerörtlichen Straßen dieser Stadt hat die Querspange, die am Dienstag. 28. November 1978, in ihrem ersten Bauabschnitt fertiggestellt worden ist und für den Verkehr freigegeben wurde. Vertreter der Straßenbaubehörden, Abordnungen aus dem Maintaler Rathaus und Vertreter des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung wohnten am Dienstag der Freigabe der Querspange für den örtlichen Verkehr bei, die der leitende Baudirektor des Straßenbauamtes in Frankfurt, Karl-Fritz Hirsch, und Maintals Bürgermeister Erwin Henkel symbolisch mit dem Entfernen einer Sperre vollzogen.

Neben zahlreichen Nebenstraßenanbindungen sind auf der 1,1 Kilometer langen Teilstrecke zwei Durchlässe für den Braubach, eine Fußgängerunterführung und eine Brücke über die Eisenbahngleise gebaut worden. Die Kosten für diese Bauwerke mit 500.000 Mark Landschaftsbaumaßnahmen, werden von der Straßenbaubehörde mit 6,35 Millionen Mark angegeben. Die Bauzeit betrug 21 Monate. Die endgültige Fertigstellung der Querspange soll im Herbst 1975 erfolgen. Sie wird dann 2,3 Kilometer lang sein. Die Öffnung dieser Straße für den Verkehr soll dann erfolgen, wenn gleichzeitig die Verbindungen zur Autobahn und der Hochstädter Landstraße geschaffen sind. Die Gesamtkosten der Straße werden sich dann auf rund 12,7 Millionen Mark belaufen.

Die Freigabe des ersten Teilstückes rief zahlreiche Ordnungshüter auf den Plan, die an allen wichtigen Kreuzungen Posten bezogen hatten, um die Autofahrer auf die veränderten Ver­kehrsführungen hinzuweisen. Dies betraf die Schwerpunkte der Einmündung der Querspange auf die Bundesstraße 8/40, die Kreuzung Bahnhofstraße/Edmund-Seng Straße. Vor allem an den beiden Kreuzungen hat sich die Verkehrssituation völlig geändert, denn die vormals als Hauptstraße ausgewiesene Bahnhofstraße wurde zur Nebenstraße degradiert.

Mit der Inbe­triebnahme der Querspange wurden auch die beiden Bahnübergänge am Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim und an der Eichenheege geschlossen. Baudirektor Hirsch wies darauf hin, daß bald mit dem Bau der Unterführung am Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim für Fußgänger begonnen werde [Bis dahin gab es eine Brücke als Fußgängerübergang am Bahnhof. Der Übergang Eichenheege wurde später aber wieder geöffnet).

 

Busverkehr:

Besonders im Jahr 1973 sind auf überregionaler Ebene Entscheidungen gefallen, die die Maintaler ein wenig optimistisch in die Zukunft blicken lassen. Da wurde der Frankfurter Verkehrsverbund konstituiert (heute RMV), in den auch Maintal mitsamt der Stadt Hanau einbezogen werden soll. Dann wird es in einigen Monaten schon den Einheitsfahrschein geben. Die Wahl des Verkehrsmittels ist dann gleich, der Fahrpreis richtet sich nur noch nach der Entfernung und Tageszeit der Fahrt. Günstigere Monats- und Wochenkarten können die Kunden kaufen. Das Gesamtvorhaben erscheint sehr aussichtsreich, so die Prognose des Chronisten damals. Sein Nutzen für die Bürger muß die Praxis erweisen.

Besondere Vorstellungen über innerstädtischen Maintal-Verkehr werden zum Beispiel im Dörnigheimer Rathaus entwickelt. Bürgermeister Erwin Henkel legte seine Pläne dar: „Ein innerstädtisches Verkehrsnetz ist unbedingt notwendig. Da von Behördenseite eine Aufteilung auf die einzelnen Stadtteile erfolgt, sind wir auf ein derartiges Verkehrsnetz angewiesen, denn es muß den Bürgern die Möglichkeit gegeben werden, ohne weiteres ein bestimmtes Amt in dem oder dem Stadtteil zu erreichen“, so das spätere Stadtoberhaupt weitblickend.

Henkels Vorstellungen zielen auf einen Maintal-Ringverkehr, Bahn, Post oder Privatunternehmer als Verkehrsträger sollen dann auch in der verkehrsarmen Zeit tagsüber einen Rundum-Dauerbetrieb aufnehmen. Während es derzeit durch die Frage der Konzession zu den tollsten verkehrstechnischen „Blüten“ im Westkreis kommt, brauchten für den innerstädtischen Transport derartige Formalien nicht beachtet werden. Henkel: „Es haben sich bei mir schon zwei Privatunternehmer gemeldet, die einen innerstädtischen Ring einrichten würden.“

Damit müßte man nicht auf den mitunter recht langwierigen Prozeß von Post oder Bahn warten, die Monate brauchen, um eine Buslinie funktionsfähig zu erstellen.

Jetzt haben vor einigen Tagen die Verhandlungen mit dem Frankfurter Verkehrsverbund begonnen. In den Gesprächen soll geklärt werden, wie die Stadt Maintal an das große Netz im Rhein-Main-Gebiet angeschlossen werden kann. Natürlich wird es auch auf die Verhandlungspartner aus dem Westkreis ankommen, welche Berücksichtigung Maintal im Verkehrsverbund findet.

Doch es geht nicht nur um die überregionale Einrichtung. Erwin Henkel stellt sich vor, daß durch die Schaffung von. mehr Gemeinschaftseinrichtungen auch bessere Verbindungen zustande kommen: So müßte zum Beispiel den Bürgern aus Wachenbuchen die Möglichkeit gegeben werden, das Mittelpunktschwimmbad in Dörnigheim zu erreichen. Die Notwendigkeit zusätzlicher Buslinien ergäbe sich daraus, daß Einrichtungen wie eine Stadthalle, Sporthalle und dergleichen geschaffen werden.

Die Bundesmaße 8/40 soll auch beim innerstädtischen Ringverkehr ausgespart werden. Nach Henkels Ansicht soll die Linie von Bischofsheim nach Hochstadt, nach Wachenbuchen, wieder zurück nach Hochstadt und von dort nach Dörnigheim Berliner Straße und über den Backesweg führen. Von dort fährt der Bus wieder nach Hochstadt und dann nach Bischofsheim. Henkel: „Mit der Bundesstraße 8/40 müssen wir halt leben, doch die geplante Autobahn in der Südtrasse (Querspange, Südumgehung) wird eine Entlastung bringen.

Die „kleinen“ Kreuzungsprobleme wie an der Berliner/Bahnhofstraße sollten nach den Worten des Dörnigheimer Stadtoberhauptes durch eine stärkere Verkehrsregelung in den Griff bekommen werden. Ansonsten müsse man halt auf die Autobahn warten. Nach vorsichtigen Schätzungen bis zum Jahr 1976. Der neuralgische Punkt an der Ampelanlage Bundesstraße an der Einmündung zum Kesselstädter Weg soll bereits Ende dieses Monats beseitigt werden.

 

Mit den derzeitigen Busverbindungen wird Wachenbuchen allerdings der einzige Stadtteilsein, der durch die Buslinie Rack eine ständige Busverbindung nach Hanau hat. Ohne Probleme sind natürlich auch die Ortsdurchfahrten von Wachenbuchen und Hochstadt nicht.

 

Am Buslinienplan wird immer wieder einmal herumgedoktert. An sich müßte man drei Ziele haben: Vernetzung der Stadtteile, Anbindung an Hanau und Anbindung an Frankfurt. Nach Enkheim zur Bahn ist es noch am besten gelungen, vor allem für die Bischofsheimer. Nach Hanau gingen die Busse früher einmal bis zum Hauptbahnhof, dann nur bis zum Freiheitsplatz. Heute muß man (für sieben Kilometer Luftlinie) zweimal umsteigen, wobei immer die Unwägbarkeit auftritt, ob der Bus auch pünktlich ist. Es ist doch ein Unding, daß alle 15 Minuten ein Bus nach Wachenbuchen fährt. Aber dort kann man wenigstens in den Bus der Firma Rack wechseln, der nach Hanau fährt.

Die Vernetzung der Stadtteile in Form eines Kreisverkehrs ist schwierig umzusetzen, weil eine direkte Verbindung von Wachenbuchen nach Dörnigheim nur über den Bahnhof Wilhelmsbad möglich wäre.

Aber man veränderte das einmal eingeführte Modell nur geringfügig, anstatt einmal ganz neu anzusetzen. Sinnvoll und attraktiv sind an sich nur zwei Linien von Enkheim, einmal über Wachenbuchen direkt nach Hanau und eine zweite Linie über Dörnigheim nach Hanau. Es bliebe dann nur noch die Verbindung von Hochstadt nach Dörnigheim, die durch eine dritte Linie unter Einschluß von Gewerbegebiet-Ost und Waldsiedlung und Schwimmbad abgedeckt wäre. Diese Linie könnte dann auch eine Anbindung an den Bahnverkehr schaffen, denn bisher ist es reiner Zufall, wenn Bus und Bahn einmal zusammenpassen.

 

S-Bahn-Netz:

Ohne Zweifel am wichtigsten für Maintal ist die zukünftige Anbindung an das S-Bahn-Netz. Doch selbst die kühnsten Optimisten und Verkehrsplaner müssen sich damit noch 12 bis 15 Jahre gedulden. Dann ist in etwa mit der Anbindung zu rechnen. Alles andere erscheint zum jetzigen Zeitpunkt als Spekulation.

Mehr denn je wird eine funktionsfähige Buslinie durch Maintal notwendig sein. Besondere Hoffnungen gründen sich bei Hack ebenfalls auf den Verkehrsverbund. „Wir haben dann nicht nur den einheitlichen Fahrpreis, sondern der Bürger gewöhnt sich dann auch an die verschiedenen. Verkehrsmittel, da er nicht immer neue Fahrscheine lösen muß. Erste Auswirkungen wird der Verkehrsverbund schon auf den kommenden Herbst- und Winterfahrplan haben.“

 

 

 

 

 

Gründung der Stadt Maintal

 

Zusammenschluß:

Die Initiative zum Zusammenschluß zu einer neuen Stadt wird von der SPD ergriffen, die in allen vier Rathäusern die absolute Mehrheit hat. Dieser Sinneswandel vor allem in Bischofsheim und Hochstadt dürfte durch die Drohung hervorgerufen sein, die Gemeinden sonst an den Kreis Offenbach anzuschließen. Die jetzt von der regionalen Planungsgemeinschaft geforderte Anlegung eines neuen Stadtkerns für 20.000 Menschen wird aber abgelehnt. Schließlich sieht man am 28. Mai 1973 in der Bildung einer Mittelstadt das kleinere Übel. Vor allem will man auch nicht, daß Bischofsheim nach Frankfurt eingemeindet wird. Es werden nun „Fünferkommissionen“ gebildet, die einen freiwilligen Zusammenschluß und einen Grenzänderungsvertrag in die Wege leiten sollen.

Am 23. August 1973 fand in der Staatskanzlei in Wiesbaden ein Spitzengespräch über die Gebietsreform im Bereich des Westkreises Hanau statt. Bürgermeister Günter Hack nahm als Unterverbandsvorsitzender an dieser Besprechung teil. Die Bildung einer „Weststadt“ und die Abtretung der Hohen Tanne ist das Ergebnis dieses Tages. Vom 6. bis 9. September 1973 wurden von den Bürgermeistern in Bernau im Schwarzwald die letzten Vereinbarungen getroffen.

Nacheinander stimmten die zuständigen Gemeindevertretungen dem Zusammenschluß zu

Bischofsheim am 30. Oktober 1973, Dörnigheim am 26. Oktober 1973, Wachenbuchen am 26. Oktober 1973 und Hochstadt am 9. November 1973.

Das böse Wort vom „Moloch Frankfurt“ hatte die vier Ge­meinden zusammengebracht. Die Stadt Maintal war immer nur das kleinere Übel gegenüber einer Aufteilung der Gemeinden auf die umliegenden Städte. Der Not gehorchend entstand so eine „Stadt aus der Retorte“. Beim Zusammenschluß ging man allein nach der Geographie, ohne auf die Tradition zu achten. So wurde zusammengefügt, was nicht zusammengehört.

Die Stadt Maintal ist kein Ergebnis des Willens der Bürgerinnen und Bürger der ehemaligen

Stadt Dörnigheim und der ehemaligen Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen. Eine (Volks-) Abstimmung hat nie stattgefunden. Ihre Gründung wurde Kraft der auch von den höchsten Gerichten bestätigten Gesetzgebungskompetenz des Hessischen Landtages als Gesetzgeber verfügt.

Es gab seinerzeit erheblichen Widerstand gegen den Zwangszusammenschluß sowohl in der Bevölkerung, als auch vor allem in den Selbstverwaltungsgremien. Dies war im Besonderen in Bischofsheim und in Hochstadt, aber auch in Dörnigheim und in Wachenbuchen der Fall.

Man wollte und konnte es nicht einsehen, daß die Stadt Dörnigheim mit fast 18.000 Einwohnern, die Gemeinde Bischofsheim mit rund 12.900 Einwohnern und die Gemeinde Hochstadt mit mehr als 3.000 Einwohnern und selbst die Gemeinde Wachenbuchen mit rund 2.500 Einwohnern ihre Selbständigkeit verlieren sollten, während anderswo in Hessen Gemeinden mit weniger Einwohnern erhalten blieben. Dies war nicht nur in den wenig besiedelten ländlichen Räumen der Rhön, des Vogelsberges oder des Odenwaldes der Fall, sondern auch in unmittelbarer Nachbarschaft wie in Niederdorfelden.

Wenn der Zwangszusammenschluß überhaupt akzeptiert wurde, dann war es als eine Zweckgemeinschaft zur Verhinderung der ansonsten mehr als wahrscheinlichen Eingemeindung von Bischofsheim nach Frankfurt. Wobei man heute sehen muß, daß mindestens 90 Prozent Maintaler Bürgerinnen und Bürger (auch der Bischofsheimer), wenn sie mehr oder minder außerhalb der Stadt gefragt werden, wo sie wohnen, antworten, daß sie - wenn schon nicht in - doch zumindest bei Frankfurt leben.

 

Namensgebung:

Bei der Namensgebung hätte man natürlich auch den Namen des größten Stadtteils nehmen können, zumal Dörnigheim schon seit 1964 die Stadtrechte hatte. Es war - wenn auch knapp - nach Einwohnerzahl größter Stadtteil, hatte einen voll funktionierenden Bahnhof, lag an der wichtigen Bundesstraße B 8/40, hatte die größten Einkaufsmärkte, war Standort des Weltunternehmens Honeywell und hatte mit Erwin Henkel einen jungen Bürgermeister, der eine neue Zeit einläuten konnte.

Erwin Henkel wurde tatsächlich der erste Bürgermeister der neuen Gesamtstadt, aber sie hieß nicht Dörnigheim. Offenbar hatten die anderen drei Gemeinden das Gefühl, die Dörnigheimer würden zu ihren Lasten groß herauskommen. Vor allem die Bischofs­heimer waren dagegen, waren sie doch auch schon auf dem Weg zur Stadt. Der Name „Bischofsheim“ war aber schon vielfach besetzt: Bischofsheim gibt es auch in der Nähe von Bamberg, ein anderes Bischofsheim liegt am Main, aber bei Mainz, ein drittes in der Rhön.

Hochstadt liegt zwar auch nicht am Main, dafür aber in der Mitte des jetzigen Stadtgebietes. Hochstadt war übrigens nie Stadt. Die Namensendung leitet sich her von dem Wort „Stätte“ und bezeichnet einfach seine herausgehobene geographische Lage. Als Ort ist Hochstadt auf jeden Fall stattlich, ein kostbares Ensemble von Fachwerkhäusern. Hochstadt hat noch eine in weiten Teilen erhaltene Umfassungsmauer, es hat mit dem Obertor das einzig erhaltene Tor im jetzigen Stadtgebiet und wird überragt von einer fast kompletten, nur wenig veränderte Wehrkirche. Doch seinerzeit 1973 war mittelalterliche Nostalgie nicht gefragt. Und außerdem gab es wie bei Bischofsheim die Konkurrenz im Namen: Hochstadt am Main in Oberfranken, Hochstadt in Oberbayern und schließlich noch Hochstadt in der Pfalz. Aber beim Wettbewerb der vier SPD-Orts­vereine um den Namen gab es immerhin für Hochstadt die meisten Stimmen, nämlich 14, während Dörnigheim nur zehn Stimmen erhielt.

Herbert Begemann weist darauf hin, daß es aber Wachenbuchen nicht zweimal gibt. Wachenbuchen hat den größten Flächenanteil, mit dem Hühnerberg die höchste Erhebung und auch das schönste Wappen, eine silberne Buche auf blauem Grund. Über Wachenbuchen verlief schon die alte Hohe Straße, der Handelsweg von Frankfurt nach Leipzig, viel lieber benutzt als die versumpften und häufig überschwemmten Wege durch Bischofsheim und Dörnigheim. Wachenbuchen hatte eine Burg und die dazu gehörenden Rittersleute, die Herren von Buchen. Und wenn schon nicht Wachenbuchen, dann doch wenigstens „Büchertal“, nach der noch im 19. Jahrhundert geläufigen Gebietsbezeichnung „Amt Büchertal“, eine Bezeichnung, die mit dem Hanauischen Mittelbuchen verbindet.

Wachenbuchen hatte keine Chance zur Namensgebung, denn wann gibt im politischen Geschäft schon mal der Kleinste den Ton an?! Wenn schon ein Name, dann sollte es einer sein, der keinen der zukünftigen Stadtteile bevorzugte oder benachteiligte.

 

Es gab auch noch andere Vorschläge, die teilweise ins Skurrile gingen. Der Bischofsheimer Rektor Lippert wollte Trigau“ oder „Dreigau“, weil hier in germanischer Zeit drei Gaue zusammentrafen; aber dieser Vorschlag war zu akademisch und zu sehr auf die Vergangenheit bezogen

Um alle Ortsnamen au integrieren, wagten die Bürger damals alle möglichen Kombinationen aus den Ortsnamen: „Hochwabidörn“, „Döbihowa“, „Howadbi“, „Hochwachenheim“, „Hochdornbuchheim“ und der Zungenbrecher „Bischhochbuchenheim“. Andere inspirierte auch die Anzahl der beteiligten Gemeinden: „Viererstadt“, „Vierlingen“, „Vierstadt“, „Vierstätten“, „Vierhausen“, „Vierbünden“, „Vierwaldstadt“, „Vierhessen“, gar „Stadtvierlingen“ und „Vierkleestadt“.

Die Namen großer Männer bevorzugen zwei Bürger: der eine wollte in „Karl-Marx-Stadt“ wohnen, der andere in „Willy-Brandt-Stadt“. Wohl eher ein Pessimist dürfte gewesen sein, der die gewisse Ahnung hat, wegen der Nähe zu Frankfurt werde sich Maintal nur schwer entwickeln, denn er (oder sie) schlug den Namen „Parkstadt“ vor. Wie schwer es einzelnen Bürgern gefallen sein muß, den Zusammenschluß der vier Gemeinden zu akzeptieren, dokumentiert der Vorschlag eines Einwohners, das Kunstgebilde „Zwangs­stadt“ zu nennen.

 

Mit 46 Stimmen am häufigsten genannt wurde 1973 der Name „Mainstadt“. Das wäre

Sinnvoll gewesen, dann wäre gleich der Anspruch mit deutlich geworden. Warum man sich stattdessen in der gemeinsamen Kommission aus Vertretern aller Gemeinden auf „Maintal“ einigt, obwohl es eine solche Gebietsbezeichnung in Deutschland bereits gibt, daran kann sich keiner so recht erinnern. Immerhin ist der Name „einfach zu schreiben und einfach zu merken“, wie der damalige Hauptamtsleiter Winfried Krebs meinte.

Rektor Lippert hatte sich entschieden gegen die Einbeziehung des Mains in den Stadtnamen gewehrt, denn schließlich liege nur Dörnigheim am Fluß. Und das „Tal“ ist in Wirklichkeit der Rand der Hanau-Seligenstädter Senke. „Topographisch nicht recht zutreffend und klanglich nicht sehr schön. Wir werden uns an den Namen gewöhnen müssen“, urteilte Herbert Lippert. Das Tal ist ein Kind der Romantik: Die Vorstellung, man könne eine Stadt mit der Endung „-tal“ versehen, ist eine Erfindung des 20. Jahrhunderts, kommt also aus einer Zeit, wo die vormals romantischen Täler immer dichter bebaut wurden. Wer im Internet unter „Maintal“ nachsieht, kommt auf ein Gewerbegebiet der Stadt Schweinfurt.

Umwerfend ist der Name „Maintal“ nicht. Es war halt eine Notlösung, wie die ganze Stadt. Maintal wird es schwer haben, zur Stadt zu werden, um Bewußtsein der eigenen Bevölkerung und auch in der Außenwahrnehmung.

Auch das gemeinsame Wappen wurde in einem Wettbewerb ausgesucht. Die Genehmigung lautet: „Im Namen des Landes Hessen erteile ich der Stadt Maintal im Main-Kinzig-Kreis, Regierungsbezirk Darmstadt, gemäß § 14 Abs. 1 der Hessischen Gemeindeordnung in der Fassung vom 1. Juli 1960 (GVB1. S. 103) die Genehmigung, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen: „Schild im Verhältnis 3 : 1 gespalten; vorne in Rot zwei ineinandergreifende silberne Zahnradkränze übereinander; hinten in Silber ein grüner Schilfstengel mit grünen Blättern und schwarzem Kolben. Im unteren Viertel ist das Wappen belegt mit einem Wellenbalken in verwechselten Farben. Wiesbaden, den 10 . Februar 1976, der Hessische Minister des Inneren, Bielefeld“.

Schließlich wollte man im Jahre 1998 auch noch einen Slogan für die Stadt und schrieb wieder einen Wettbewerb aus. Angenommen wurde der Vorschlag von Pfarrer Rainer Durstewitz

„Maintal: Stadt - Land - Fluß“. „Stadt“ soll dabei zum Ausdruck bringen, daß Maintal selbstbewußt und eigenständig sei. „Land“ bedeute Erholungswert und Leben im Grünen. „Fluß“ weise auf die Lage am Main hin und daß die junge Stadt „im Fluß“ sei, was für Bewegung, Energie und Dynamik stehe.

Eine dazu passende Graphik sollte das Erkennungsbild des Sprüchleins sein. Angenommen wurde der Vorschlag von Miriam Herp, eine von elf Studentinnen der Offenbacher Hochschule für Gestaltung, die auf Anregung von Professor Helmut Kraft solche Logos entwarfen:

Ein rotes Dreieck (ein Dachgiebel?) symbolisiert den Begriff „Stadt“ sowohl im Sinne von Maintals selbstbewußter, städtischer Eigenständigkeit als auch in bezug auf die Nähe zur Frankfurter City. Eine blaue, breite Linie stellt den Main dar und bezeichnet schlicht und ergreifend Maintals Lage am Fluß. Der grüne Halbkreis schließlich steht für das „Land“, also für Wald, Wiesen, Erholungsgebiet. .„Das Logo bringt die Begriffe Stadt, Modernität, Lebensqualität und Natur in Einklang“, ist Bürgermeister Rohrbach überzeugt.

Slogan und Logo sollen von nun an gemeinsam die Stadt Maintal in rechte Licht setzen, städtische Briefköpfe und Plakate, Prospekte und Anzeigen, vielleicht auch T-Shirts zieren und dadurch Maintal über die Stadtgrenzen hinaus als Symbol mit hohem Wiedererkennungswert erinnerlich machen. Auch gewisse touristische Hoffnungen sind mit dem neuen, flotten Design verbunden.

Daß gerade der Spruch „Stadt, Land, Fluß“ anfangs auf Skepsis gestoßen ist, verhehlt Rohrbach nicht. „Ein Slogan ist eben gewöhnungsbedürftig.“ In letzter Zeit überwiege jedoch die positive Resonanz und durch das nun gefundene, gelungene Zeichen werde die innere Annahme des Slogans (die Identifikation) noch einfacher und prägnanter.

 

Anfangs stand auf den Ortsschildern noch „Maintal, Stadtteil Hochstadt, Main-Kinzig-Kreis“. Dabei hatten „Maintal“ und „Hochstadt“ die gleiche Größe. Am östlichen Ortsausgang von Dörnigheim stand sogar einmal ein offizielles Ortsschild, auf dem „Dörnigheim“ zuerst genannt wurde. Aber dann hieß es, nach den Bestimmungen des Landes sei das nicht erlaubt. Dabei kann man bis heute viele Gegenden in Hessen finden, wo zuerst der Stadtteil auf den Ortsschildern erwähnt wird.

 

Grenzänderungsvertrag:

Der Grenzänderungsvertrag wurde in den vier Gemeindevertretungen beraten und darüber abgestimmt. In Wachenbuchen wurde er angenommen mit zehn Stimmen der SPD und der Parteilosen Wählergemeinschaft Wachenbuchen gegen drei Stimmen der CDU und zwei Enthaltungen der Wählergemeinschaft Hohe Tanne. Diese erklärte, der Landtag solle über die vom Innenminister vorgeschlagene Eingemeindung der Hohen Tanne nach Hanau entscheiden. Am 20. August 1973 fand ein Ortstermin wegen der Abgrenzung der Hohen Tanne im Rahmen des zu erwartenden Gesetzentwurfs des Landtags statt. Dennoch wollte der Wachenbucher Bürgermeister alle Schritte unternehmen, daß die Abtretung der Hohen Tanne unterbleibt. Die Hohe Tanne kam schließlich dann doch durch Beschluß des Landtags zu Hanau. Wachenbuchen verlangte im April 1974 eine Entschädigung für seine Investitionen in der Hohen Tanne, hat damit aber keinen Erfolg.

 

Am 26. Oktober 1973 kam es zur Beratung und Beschlußfassung des Grenzänderungsvertrags“. Darin wird geregelt: Der Name der Stadt soll „Maintal“ sein. Die Namen der bisherigen Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen und der Stadt Dörnigheim werden als Stadtteilbezeichnungen weitergeführt. Die Ortsteilbezeichnungen werden auf den jeweiligen Ortstafeln angebracht (§ 1). Die neu zu bildende Stadt ist die Rechtsnachfolgerin der bisherigen Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt, Wachenbuchen und der Stadt Dörnigheim (§ 2).

Eine Nachwahl ist binnen sechs Monaten nach Rechtswirksamkeit der Zusammenlegung durch­zuführen. Die Gebiete der bisherigen Gemeinden bilden jeweils Stimmbezirke im Sinne des Kommunalwahlrechts. Es soll aber keine Ortsbeiräte in der neuen Stadt geben.

 

Bis zur Konstitu­ierung der neuen Gemeindeorgane werden Staatsbeauftragte eingesetzt: Je fünf Personen der bisherigen Gemeindevertretungen von allen vier Ortsteilen bilden die Stadtverordnetenversammlung, als Bürgermeister wird der dienstälteste Bürgermeister eingesetzt, Erster Stadtrat ist der an Dienstjahren nächstälteste Bürgermeister und für die Aufgaben der Stadträte stehen die anderen beiden Bürgermeister zur Verfügung (§ 3). Zum Magistrat gehören außerdem jeweils drei Vertreter der bisherigen Gemeinden an.

Das Ortsrecht der bisherigen Gemeinden ist bis zum Zusammenschluß zu vereinheitlichen. Soweit dies nicht möglich ist, gilt es in den künftigen Stadtteilen weiter, bis die neue Stadtver­ordnetenversammlung neues Ortsrecht erläßt. Die für das Gebiet der bisherigen Gemeinden erlassenen Flächennutzungs- und Bebauungspläne gelten als Bauleitpläne der neuen Stadt.

Dies gilt auch für Flächennutzungs­- und Bebauungspläne, die vom gemeinsamen Planungsverband Bischofsheim, Dör­nigheim, Hochstadt und Wachenbuchen rechtskräftig aufgestellt worden sind (§ ).

Für die Aufgaben der Verwaltung werden die vorhandenen Verwaltungsgebäude der Gemeinden genutzt. In den Stadtteilen werden nun Außenstellen der Stadtverwaltung eingerichtet und die publikumsintensiven Angelegenheiten bearbeitet. Damit wird eine bürgernahe Verwaltung sichergestellt. Die Bediensteten (Beamte, Angestellte, Arbeiter) der bisherigen Gemeinden wer­den unter Beachtung der gesetzlichen Vorschriften und unter Wahrung ihres Be­sitzstandes in den Dienst der neuen Stadt übernommen (§ ).

Folgende Investitionsmaßnahmen sind vorgesehen (§ 10):

a) Bischofsheim: Bürgerhaus, Kindergarten mit Kinderhort, Waldspielpark am Eugen-Kaiser-Ring, Umgestaltung des alten Handballplatzes, gemeinsames Schwimmbad (Kostenanteil)

Straßenbau, Wohnhaus auf dem Betriebshofgelände, Schmutzwasserkanal nach Frankfurt/Main, Tanklöschfahrzeug. Gesamtkosten etwa. 12.915.000 Mark.

b) Hochstadt: Feuerwehrgerätehaus, Bau des zweiten Kindergartens, Kinderspielplatz an der Dreschhalle, Gemeinsames Schwimmbad (Kostenanteil), Sanierung Ortskern, Umlegungsverfahren (Baugebiet West), Erschließung des Baugebietes West (Straßenbau einschließlich Beleuchtung und Kanalisation), Ankauf von Gebäuden, Geländeerwerb für Festplatz, Friedhofserweiterung, Kinderspielplatz und Kin­dergarten. Gesamtkosten etwa 6.948.000 Mark.

c) Wachenbuchen: Rathaus (Sitzungssaal), Neuanlage des Friedhofes, Feuerwehrgerätehaus,

Erweiterung der Mehrzweckhalle, Verbesserung des Festplatzes, Kinderspielplatz einschließlich Rollschuhbahn in der Bachstraße, Neubau eines zweiten Sportplatzes, Freizeitpark im Gemeindewald, Umlegungsverfahren, Straßen- und Feldwegebau einschließlich Beleuchtung, Erweiterung der Kanalisation, Tanklöschfahrzeug, Erwerb von Gelände. Gesamtkosten etwa 4.570.000 Mark (der von Wachenbuchen gewünschte Radweg nach Hochstadt, neben der Straße oder auf dem darüber liegenden Feldweg, ist hier nicht aufgenommen, aber später wurden beide Möglichkeiten umgesetzt).

d) Dörnigheim: Fertigstellung des Bauhofes, Bürgerhaus, Kindergarten in Verbindung mit der Kindertagesstätte für behinderte Kinder des Landkreises Hanau, Kinderhort, Kinderspielplatz (Robinson-Spielplatz), Altenwohnheim mit Altentagesstätte, Sozialstation, Sportplatz (Hartplatz Eichenheege), gemeinsames Schwimmbad (Kostenanteil), Freizeitpark, sozialer Wohnungsbau, Straßenbau- und Straßenbeleuchtung, Erweiterung der Kanalisation, Fuhrpark einschließlich Straßenkehrmaschine, Tanklöschfahrzeug, Aufforstung, Erwerb von Gelände.

Gesamtkosten etwa 8.910.000, Mark.

Soweit diese Investitionen bis zum Zusammenschluß begonnen sind, sind sie vordringlich zu verwirklichen. Darüber hinaus bestimmt die neue Stadtverordnetenversammlung Rangfolge und Dringlichkeit weiterer Investitionsmaßnahmen allein unter Beachtung des Gesamtwohls der Bürger der neuen Stadt.

 

Unterschrift unter den Grenzänderungsvertrag:

Am 27. November 1973 wurde der „Grenzänderungsvertrag“ im Sit­zungssaal des Bischofsheimer Rathauses von den beteiligten Bürgermeistern und ihren Ersten Beigeordneten feierlich unterschrieben, nachdem der Hessische Land­tag keine andere Wahl gelassen hatte.

Unterschriften unter den Grenzänderungsvertrag:

Für die Gemeinde Bischofsheim: Bürgermeister Krieger und 1. Beigeordneter Lippert.

Für die Stadt Dörnigheim: Bürgermeister Henkel und 1.Stadtrat Dembowski.

Für die Gemeinde Hochstadt. Bürgermeister Ziegler und 1. Beigeordneter Helmut Hilbig.

Für die Gemeinde Wachenbuchen: Bürgermeister Hack und 1. Beigeordneter Roth.

 

Der historische Akt der Vertragsunterzeichnung wurde im Rathaus der Gemeinde Bischofsheim vollzogen. Die vier Bürgermeister bekräftigten zuvor die Notwendigkeit des Zusammenschlusses ihrer Gemeinden, der aufgrund der Verwaltungsvereinfachung und zum Wohle der Bevölkerung zustande gekommen sei. Man habe - so wurde erklärt - die vier Gemeinden einem Zugriff der Nachbarstädte Hanau und Frankfurt entziehen wollen, obwohl auch weiterhin die Absicht Frankfurts bestehe, den Westkreis Hanau zu integrieren. Diese Tatsache - so meinte Bürgermeister Erwin Henkel, sollte stets im Bewußtsein bleiben und durch einen gemeinsamen Willen- auch mit Unterstützung der anderen Gemeinden des kommenden Main-Kinzig-Kreises - ad absurdum geführt werden.

Die Stunde der Vertragsunterzeichnung deklarierte Bürgermeister Georg Krieger zu einem historischen Augenblick, in dem die Selbständigkeit von vier Gemeinden aufgegeben würde, die jahrzehntelang ein selbständiges Gemeinwesen aufgebaut hätten. Es sei aber im Zuge der Verwaltungsvereinfachung eine Notwendigkeit geworden, gemeinsame Wege zu beschreiten, obwohl dies von den älteren Bürgern in den vier Gemeinden kritisch betrachtet würde. Schon deshalb müßten alle Anstrengungen unternommen werden, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. die in der neuen Gemeinschaft leben müßte.

Hochstadts Bürgermeister Philipp Ziegler meinte, daß die älteren Bürger nun etwas aufgeben müßten, was ihnen am Herzen liege. Der Zusammenschluß sei aber unabänderlich. Es müsse alles darangesetzt werden, um den Wünschen der Bevölkerung weitest gehend Rechnung zu tragen.

Bürgermeister Günther Hack sagte, daß der Gesetzgeber entgegen den Wünschen der Gemeinden einen „anderen Fahrplan“ ausgearbeitet und den Zusammenschluß schon für 1974 bestimmt hätte, obwohl er von den Gemeinden erst für das Jahr 1976 vorgesehen worden sei. Daraus erwachse eine gewisse Problematik, die Hack in der Aufgabe der Selbständigkeit sehe. Hack ist aber der Meinung, daß diese Probleme gemeinsam gelöst werden könnten. Er betonte weiter, daß ein Anschluß an Hanau oder Frankfurt nicht das Beste für die Bürger der vier Gemeinden bedeutet hätte. Das, was sich jetzt entwickele, soll zum Wohle der Bevölkerung sein. Den Schritt zum Zusammenschluß zur Stadt Maintal betrachtet Bürgermeister Hack als eine Verpflichtung, den Bürgern gegenüber.

Bürgermeister Erwin Henkel hob die Leistungsfähigkeit der vier Gemeinden hervor, die das bisher Geschaffene mit in die Ehe bringen würden und damit eine gute Basis für ein neues Gemeinwesen geschaffen hätten. Die Anforderungen, die an die vier Gemeinden in der Vergangenheit gestellt worden seien, wären sehr hoch gewesen. Henkel betonte, es sei wichtig. etwas Gemeinsames zu schaffen, um ein Zusammenwachsen der Bevölkerung zu fördern. Die finanzielle Ausstattung der zukünftigen Stadt mit ihren rund 40.000 Einwohnern, die dann auf eine Steuereinnahme von 16 Millionen Mark verweisen könnte, betrachtet Henkel als gut, so daß neue Einrichtungen geschaffen werden könnten, die das Leben in der neuen Stadt verbessern helfen würden.

 

Der damalige Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Martin Woythal, schrieb zur Gründung der Stadt Maintal: Der Zusammenschluß der vier Westkreisgemeinden zur Stadt Maintal ist ein bedeutsames Ereignis. Mit rund 40.000 Einwohnern wird Maintal nicht nur die zweitgrößte Stadt im gleichzeitig gebildeten Kreis sein, sondern in ihrer Funktion als gewerblicher Schwerpunkt im Westen des Kreises eine wichtige Rolle spielen. Der Zusammenschluß von Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen zu dieser neuen Stadt wird auch den Bürgern Vorteile bringen. Ihre Finanzkraft wird steigen und mit dem Delegieren verschiedener bisher vom Kreis wahrgenommenen Aufgaben auf die neue Stadt eine bürgernahe Verwaltung erreicht. Weil alle vier Gemeinden auch beispielhafte Sozialeinrichtungen in die künftige Stadt einbringen, kann die Lebensqualität der Bürger verbessert werden. Ich entbiete den Bürgern der neuen Stadt Maintal herzliche Grüße und die besten Wünsche.

 

Der damalige hessische Ministerpräsident Albert Osswald schrieb zur Gründung der Stadt Maintal: Die hessische Gebietsreform, die zu Beginn dieser Legislaturperiode eingeleitet wurde, steht kurz vor ihrem Abschluß. Mir ihr wurde bereits ein beachtliches Stück der Verwaltungsreform vollzogen, deren Ziel es ist, die Verwaltung für den Bürger leistungsfähiger und überschaubarer zu machen.

Nach Beendigung der Gebietsreform wird es in Hessen nur noch etwa 500 Gemeinden, 20 Landkreise und sechs kreisfreie Städte geben. Damit sind wir unserem Ziel näher gekommen, das Strukturgefälle zwischen städtischen und ländlichen Räumen abzubauen. Aus diesen Grün­den ist eine Schwerpunktbildung unumgänglich. Denn dem Bürger sollen in ganz Hessen sichere Arbeitsplätze, optimale Versorgungs-, Bildungs- und Erholungseinrichtungen angeboten werden. Nur größere, leistungsfähigere Städte und Gemeinden sind in der Lage, den Bürgern aller Landesteile vergleichbare Lebensbedingungen zu bieten.

 

Der Grenzänderungsvertrag wurde am 14. Dezember 1973 durch Landrat Woythal genehmigt. Am 12. März 1974 beschloß dann der Hessische Landtag ein Gesetz über die Neugliederung des neuen Main-Kinzig-Kreises, das auch die Bildung der Stadt Maintal einschloß. Am 1. Juli 1974 trat die Neugliederung in Kraft, die Stadt Maintal war rechtskräftig gegründet. Aber die junge Stadt wird es zu Anfang nicht nur schwer haben, sich in Hessen ihren Platz zu sichern, sondern auch in sich selbst zur Integration zu finden.

 

Erste Maßnahmen bis zum Inkrafttreten:

Immerhin hat man mit dem Grenzänderungsvertrag ein gemeinsames Gremium auf der Ebene der Gemeindevorstände sowie ein gemeinsames Gremium auf der Ebene der Gemeindevertretungen (eine Art Übergangsparlament) ins Leben gerufen. Der Regierungspräsident in Darmstadt hatte vorgesehen, nur den Bischofsheimer Bürgermeister zum Staatsbeauftragten zu bestimmen und die drei Bürgermeister aus Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen als ehrenamtliche Stadträte einzusetzen. Aber die Gemeindevertretungen bestellten ihre bisherigen Bürgermeister zu Staatsbeauftragten, Bürgermeister Krieger wurde als dienstältester Bürgermeister das Stadtoberhaupt. Am 30. Mai 1974 beantragte die Gemeinde Wachenbuchen beim Regierungspräsidium Darmstadt, daß Bürgermeister Hack nicht pensioniert wird, sondern zum hauptamtlichen Staatsbeauftragten zur Wahrnehmung der Aufgaben eines hauptamtlichen Stadtrats bestellt wird.

Gestaltet wurde Maintal von Anfang an, ohne dabei allerdings die historisch gewachsene Substanz seiner Stadtteile zu zerstören. Die Idee einer neuen Stadtmitte, die „eigentlich“ auf der grünen Wiese entstehen sollte (etwa im geographischen Mittelpunkt, wo das Schwimmbad steht) wurde verworfen Man hat sich entschieden, den vier Stadtteilen ihre ganz spezifischen Eigenheiten zu lassen. Die Stadtväter bauten nicht ein neues und imposantes Rathaus an zentraler Stelle, sondern nutzten den Neubau im Stadtteil Bischofsheim.

Die „Grüne Mitte“ zwischen Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt wurde bewußt freigehalten. Man wollte aber die einzelne Stadtteile sichtbar lassen und das Erholungsgebiet in der Mitte erhalten. Aber immer gab es Versuche, diesen Beschluß auszuhöhlen. Die größte Bedrohung waren die Olympiapläne der Stadt Frankfurt. Aber auch danach kam von Maintals Bürgermeister Erhard Rohrbach der Versuch, dort eine zentrale Sportstätte zu errichten.

Das Stadtparlament hat bewußt keine Ortsausschüsse und Ortsvorsteher. Jeder Stadtteil erhielt eine Stadtladen. Das Bischofsheimer Rathaus als das modernste in den vier Stadtteilen beherbergte vor­erst die wichtigsten Verwaltungsämter. Dörnigheim erhielt das „Sozialrathaus“. Hochstadt erhielt …… , Wachenbuchen erhielt das neue Amt für Jugend, Kultur und Sport.

Ebenso wurde auf eine zentrale Stadthalle verzichtet und stattdessen die Bürgerhäuser in Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen durch den Bau der Maintal-Halle in Dörnigheim ergänzt

Ein Organisationsplan der Verwaltung der Stadt Maintal wurde im Februar 1974 beschlossen. Dabei wurde aber offenbar eine Erweiterung der Verwaltung vorgenommen, der der CDU als zu kostspielig erschien.          

Aber mit der Gründung der Stadt ging auch Bürgernähe verloren. In Maintal hat man sich entschieden, keine Ortsbeiräte zu bilden. Ob das aber so gut war? Wenn es um ein Baugebiet in Hochstadt geht, interessiert es die Bischofsheimer und Dörnigheimer doch kaum, die sehen sich nicht einmal die Örtlichkeit an.

 

Mit dem Zusammenwachsen tat man sich sehr schwer. Dörnigheim zum Beispiel konnte es lange nicht verwinden, von einer Stadt zum Stadtteil abgesunken zu sein, zumal auch die zentrale Verwaltung ins seinerzeit gerade neu errichtete Rathaus von Bischofsheim verlegt wurde. Weitere über das ganze Stadtgebiet verteilte Ämter wurden erst 1990 im zweiten, neu gebauten Rathaus auf dem Klosterhof im Stadtteil Hochstadt zusammengefaßt.

Die ursprünglichen Pläne für eine Mega-Hochhaus-Siedlung in Dörnigheim - vorab schon „Manhattan“ genannt - wurden ebenso zu den Akten gelegt.

In Hochstadt wurden die neuen Ortschilder verschmiert. Die drei Schilder mit der Aufschrift „Maintal - Stadtteil Hochstadt“ wurden mit kräftiger gelber Farbe so verunstaltet haben, daß nur noch das Wort „Hochstadt“ sichtbar blieb. Die drei Ortsschilder an den jeweiligen Durchfahrten des Stadtteiles Hochstadt aus Richtung Bischofsheim, Dörnigheim und Wachenbuchen waren bereits vor vier Wochen aufgestellt worden. Die Bezeichnung „Maintal“ war bis zum 1. Juli mit schwarzer Folie verklebt. In der Nacht nach Freilegung der Schrift hatten die Schmierer ihr schmutziges Werk ausgeführt. Wie mitgeteilt wird, sind die Schilder unbrauchbar geworden da auch mit Verdünner die Farbe nicht so entfernt werden kann, daß die die Beschriftung tragende Leuchtfolie unversehrt bleibt. So müssen neue Schilder, die rund 250 Mark pro Stück kosten. aufgestellt werden.

 

Beginn der Stadt Maintal:

Zur Gründung Maintals am 1. Juli 1974 erschien das „Dörnigheimer Echo“ - das ab diesem Tag als „Maintal-Zeitung“ firmierte - als Sonderausgabe mit dem Titel „Hurra, wir sind

Stadt“. Darin kamen auch die vier ehemaligen Bürgermeister Georg Krieger (Bischofsheim), Erwin Henkel (Dörnigheim), Philipp Ziegler (Hochstadt) und Günter Hack (Wachenbuchen) zu Wort, die die neuen Maintaler Bürger zur tätigen Mithilfe aufriefen. Unter dem Titel „Gutes Fundament als solide Grundlagehieß es:

„Mit dem 30. Juni 1974 verlieren die Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen sowie die Stadt Dörnigheim aufgrund eines Beschluß. des Hessischen Landtages ihre Selbständigkeit. Damit geht für die vier Gemeinden eine fast 1000jährige Geschichte zu Ende. Sie war geprägt von wechselvollen Schicksalen. Krieg, Not und Seuchen wechselten ab, friedliche Zeiten, in denen sich Bürgersinn und Bürgerfleiß entfalten konnten.

Die letzten 25 Jahre brachten allen vier Gemeinden eine hektische Entwicklung, wie sie unseren Vorfahren unvorstellbar gewesen wäre

In all den Jahrhunderten, insbesondere seit der Einführung der gemeindlichen Selbstverwaltung, haben sich Frauen und Männer in den vier Gemeinden selbstlos und ehrenamtlich für den Dienst in der Gemeinde und damit für die Mitbürger zur Verfügung gestellt Ihnen allen gilt unser besonderer Dank aber auch allen Bürgern. die durch ihre Tatkraft und ihren Leistungswillen die Grundlage für die kommunale Entwicklung und die gemeindlichen Investitionen geschaffen haben.

Ohne das Zusammenwirken von Bürgerschaft gemeindlichen Organen und Bürgermeistern

wären Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen nicht zu den leistungs­stärksten Gemeinden im Landkreis Hanau und im östlichen Nachbarbereich der Stadt Frankfurt geworden.

Das gute Fundament, das in den bisher selbständigen Gemeinwesen geschaffen worden ist, wird sich für die ab Juli 1974 entstehende gemeinsame Stadt Maintal als solide Grundlage für die weitere Entwicklung erweisen. Der Zusammenschluß der vier Gemeinden zur Stadt Maintal ist der größte im Rahmen der Gebiets- und Verwaltungsreform in Hessen. Er stellt eine Herausforderung an die Bürger, die städtischen Gremien und die Bürgermeister dar.

Wir haben diese Herausforderung jetzt angenommen, auch wenn uns der Zusammenschluß zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt als noch nicht günstig erschien. In Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretungen und der Stadtverordnetenversammlung sowie den Gemeindevorständen und dem Magistrat ist ein Grenzänderungsvertrag ausgearbeitet worden, der die kommunale Entwicklung der Stadt Maintal, aber auch der einzelnen Stadtteile für jeden Bürger deutlich sichtbar festgelegt hat.

Dem Grundsatz der Bürgernähe haben wir ein Konzept für die Verwaltungsorganisation längst vor dem Zusammenschluß vorgelegt, das sicherstellt, daß die jeweiligen Verwaltungsleistungen am jeweiligen Wohnort in Anspruch genommen werden können. Wir glauben, daß wir damit einen Beitrag dafür geleistet haben, daß der Zusammenschluß zur Stadt Maintal für den Bürger nicht beschwerlicher und auch nicht teurer wird.

Wir sind uns selbstverständlich darüber im klaren, daß mit dem 1. Juli 1974 die bestehenden Traditionen, die bestehenden Vereine und Vereinigungen und das bestehende lokale Bewußtsein zu existieren aufhören und an deren Stelle ein alles umfassendes neues Stadtbewußtsein treten wird.

Das Bestehende nach unserer Ansicht erhalten bleiben und sinnvoll und bewußt in die neue Stadt hineingeführt werden. Hierfür brauchen wir selbstverständlich die Unterstützung der Bürger dieser neuen Stadt und auch der noch zu wählenden Vertreter der Bürgerschaft. Die Voraussetzungen zur Schaffung einer den Forderungen unserer Zeit entsprechenden Stadt halten wir für Maintal so günstig wie nur irgend möglich. Gerade im Ballungsraum Rhein-Main und unmittelbar vor den Toren der Stadt Frankfurt glauben wir den Beweis erbringen zu können, eine in allen Belangen mit dem Bürgen mitbestimmte Stadt aufbauen zu können, in das Wohnen, die Freizeit und das Arbeiten harmonisch vereint werden. Wir brauchen dazu weder die Regionalstadt noch den Stadtkreis oder den Umlandverband Frankfurt, sondern wir brauchen die tätige Mithilfe der Bürgen der Stadt Maintal. Zu dieser tätigen Mithilfe rufen wir Sie auf.

 

Der 65jährige Bischofsheimer Bürgermeister Georg Krieger stand bis zur Kommunalwahl am 27. Oktober der neuen Stadt 974 an als Staatsbeauftragter vor. Mit 20 staatsbeauftragten Stadtverordneten, einem staatsbeauftragten Bürgermeister und drei staatsbeauftragten Stadträten tagte das Übergangsparlament der neugeborenen Stadt Maintal am 1. Juli 1974 erstmals im Sitzungssaal des Bischofsheimer Rathauses. „Eine denkwürdige Stunde“ nannte Bürgermeister Georg Krieger diese erste Sitzung. „Wir werden in der Interimslösung das Vorwort zur neuen Stadt Maintal schreiben“, meinte Krieger damals.

Er hoffe, daß die Geburtswehen überwunden werden. Die Staatsbeauftragten seien willens, die junge Stadt zu einem kräftigen Kind heranwachsen zu lassen.

Erster Stadtverordnetenvorsteher wurde der Dörnigheimer Sozialdemokrat Josef Weis als ältester Stadtverordneter. Kritisch resümierte er, ob das Staatsbeauftragten-Parlament ein Parlament oder Ausführungsorgan der hessischen Staatsregierung sei. Weis appellierte an die Stadtverordneten, die zur Einstimmigkeit in den Beschlüssen gezwungen seien, der Zukunft des frei gewählten Parlamentes von Maintal zu dienen. Mit einer vorläufigen Hauptsatzung gab sich das Übergangsparlament sowie der Magistrat eine Arbeitsrichtlinie.

Staatsbeauftragter Erster Stadtrat Erwin Henkel betonte diese Notwendigkeit damit, daß auch in der Interimslösung das Wirken der Parlamentarier mit den gleichen Kriterien gemessen werde wie das einer gewachsenen Stadt. Das staatsbeauftragte Parlament bildete dann einen Haupt- und Finanzausschuß und einen Bau- und Verkehrsausschuß.

 

Kommunalwahl:

Erst die am 27. Oktober 1974 abgehaltene Kom­munalwahl brachte eine neue Stadtverordnetenversammlung, die dann auch den neuen Bürgermeister der Stadt zu wählte. Erster Bürgermeister der Stadt wurde Erwin Henkel, (SPD), der seit 1969 der Bürgermeister von Dörnigheim war und nach dem Zusammenschluß 1974 noch bis 1983 Bürgermeister von Maintal war. Bischofsheims Bürgermeister Georg Krieger wurde Chef des neuen Stadtparlaments, Philipp Ziegler, Bürgermeister von Hochstadt, ging in den Ruhestand. Und Wachenbuchens Bürgermeiser Günter Hack wurde hauptamtlicher Stadtrat und Kämmerer.

 

Einführung des Magistrats:

Am 17. Dezember 1974 wurde der erste Maintaler Magistrat vor mehr als 400 anwesenden Maintalern ins Amt eingeführt. Rote Alpenveilchen, gelbe Chrysanthemen und die verschiedenen Musikvereine gaben der Amtseinführung des ersten Magistrats der Stadt Maintal einen feierlichen Rahmen. Zahllose Gratulanten reihten sich hintereinander, um den gewählten Würdenträgern und der jungen Stadt Mut zu machen. Ob allerdings Bürgermeister Erwin Henkel den Maßstäben gerecht werden kann, die sein Parteifreund und Stadtverordnetenvorsteher Georg Krieger an sein Amt anlegt, muß die Zukunft erweisen. Brauchte er danach doch den „Humor eines Komödianten, die Spritzigkeit eines Satirikers, das dicke Fell eines Rhinozerosses, die Geduld eines Esels, die Würde eines Bischofs, die Überredungskunst eines Advokaten und das Geweih eines kapitalen Platzhirsches“.

Daß die schwierige Hürde für die hauptamtlichen Stadträte Wilhelm Lapp (FDP), Günter Hack (SPD) und Philipp Ziegler (SPD) nicht mit der Überreichung der Urkunden genommen ist, ließen die Sprecher der Fraktionen deutlich werden. Karl Eyerkaufer (SPD) wies auf die entscheidenden Jahre des Aufbaues und der Integration der neuen Stadt hin, Leopold Reinhardt (CDU) verband die Wünsche für ein gemeinsames Wirken zum Wohle der Bürgert mit einem Buch von Freiherr von Stein, und Geissler (FDP) hofft - bei aller sachlichen Gegensätzlichkeit - daß des Politikern der Einsatz des Geweihs eines kapitalen Platzhirschen erspart bleibe.

Gekommen waren auch Hans Rüger, der designierte Landrat Großkreises, und der Frankfurter Oberbürgermeister Rudi Arndt. Doch eine Garantie für die territoriale Integrität Maintals wollte auch der Römerchef nicht geben. Ungeachtet dessen, was der Gesetzgeber entscheiden möge, wün­schte Arndt den Maintalern, daß sie jetzt in Ruhe die Entwicklung vorantreiben können. Es gehe nicht an, daß durch Verunsicherungen etwas kaputtgemacht werde, was nun einmal als Tatsache geschaffen worden sei. Er begrüßte die Maintaler als einen wichtigen Bestandteil des Frankfurter Stadtumlandverbandes.

 

 

 

Vermächtnis von Georg Krieger:

Das zu Ende gehende Jahr 1974 nahm auch Stadtverordnetenvorsteher Georg Krieger zum Anlaß, den Bürgern für Ihr Vertrauen zu danken. Gleichzeitig verband er den Dank mit der Frage, was wird das neue Jahr uns bringen? Diese Frage stellte Krieger auch in den Mittelpunkt seines Neujahrsgrußes an die „frischgebackenen“ Maintaler. Rückblickend nennt er das Jahr 1974, mit der Bildung Maintals ein „Ereignis von historischer Bedeutung“. Der Zusammenschluß von vier seit mehr als einem Jahrtausend selbständigen Gemeinden lasse sich mit keinem anderen Ereignis in der Geschichte dieser Gemeinden vergleichen. Kriegers Wunsch ist es, daß es den verantwortlichen Politikern gelingen möge, zusammen mit den Bürgern Maintals eine Stadt als ein harmonisches Gebilde zu entwickeln.

Über die Grenzen Maintals hinaus blickend bedauert Krieger, daß viele alte und lieb gewordene Vorstellungen nicht mehr in unsere Zeiten paßten. So beklagt er, daß das Wort vom ,,Frieden auf Erden“ kaum noch Gültigkeit habe und oft allzu leichtfertig gebraucht werde. Tagtäglich würden in aller Welt Kriege geführt. Diese trägen nicht nur die Züge der Unmenschlichkeit, sondern verschlängen auch das Volksvermögen vieler Länder.

Gleichzeitig aber würden in der Welt jährlich Hunderttausende verhungern. An die Maintaler Bürger gerichtet mahnt Georg Krieger, daß diese Dinge nicht weitab von ihnen geschähen. Auch sie müßten dafür ihren Tribut zahlen, „und sei es über die inflationäre Entwicklung und wirtschaftliche Krisen, die jeden von uns in irgendeiner Weise treffen“.

„Wenn das Wort vom Frieden wahr werden soll, muß es seine Wurzeln in die Herren aller Menschen schlagen“. Dies gelte für alle an ihrem Platz. So könne auch der Hunger in der Welt gestillt und das Wohlergehen eines jeden einzelnen gesichert werden. Soweit das Vermächtnis von Georg Krieger.

 

Über den Stadtbullen: Harry Winter und ein ganz besonderes Problem

Der damalige Stadtverordnete Harry Winter machte sich zur Maintal-Gründung Gedanken

um ein ganz besonderes Problem, an das bislang wohl keiner gedacht hatte. Hier der nicht so ernst so ernst zu nehmende Beitrag von Harry Winter, erschienen am Freitag, 11. Januar 1974, im „Dörnigheimer Echo“.

Als Dörnigheim seine Stadtrechte erhielt, wurde dieser Akt mit gebührenden Feiern vollzogen. Es gab viele Beförderungen. der Gemeindesekretär wurde Stadtsekretär. der Gemeindeinspektor wurde Stadtinspektor. Völlig unbeachtet von der Öffentlichkeit, bei keiner Feierlichkeit erwähnt, wurde aus dem vom Gemeindesäckel finanzierten Gemeindebullen ein stattlicher Stadtbulle. Obwohl in jedem Jahr, aufgrund der Bestimmungen über die Vatertierhaltung im Haushaltsplan Mittel zur Haltung des Bullen eingesetzt sind, hat er bisher noch nicht die gebührende Anerkennung bei den Stadtvätern bekommen.

Jetzt gibt es wieder neue Probleme für unseren Stadtbullen. Denn in der künftigen Stadt Maintal bekommt er noch drei Nebenbuhler: aus Wachenbuchen, Hochstadt und Bischofsheim, die ebenfalls im Dienste der Gemeinden stehen.

Wenn nun in den nächsten Wochen in zahlreichen Verhandlungen zwischen den Gemeinden Wachenbuchen, Hochstadt, Bischofsheim und der Stadt Dörnigheim die künftige Stadt Maintal konzipiert wird und Regelungen über den Besitzstand der kommunalen Bediensteten getroffen werden, so sollte man die Bullenfrage nicht vergessen, denn diese Gruppe hat keine Vertretung in den kommunalen Körperschaften.

Der Personalrat erklärt schlicht, er sei für diese Frage nicht zuständig. Damit sind die Probleme allerdings nicht gelöst. Zum Beispiel: Wer hat beim Zusammenschluß der Gemeinden die

Qualifikation, um als Oberbulle zu fungieren? Welche Maßstäbe werden die Gemeinde- und Stadtvertreter zur Beförderung als „Oberbulle“ zugrunde legen? Wird künftig jeder Gemeinde­bulle in den Stadtbezirken seiner bisherigen Tätigkeit nachgehen oder wird nur ein

Bulle für die ganze Stadt Maintal die Geschäfte weiter betreiben?

Haben die Gemeinde- und Stadtvertreter schon statistische Erhebungen angestellt, ob überhaupt ein Bulle in der künftigen Stadt die Versorgung übernehmen kann? Wenn dem so ist, was wird aus den anderen hauptamtlich angestellten Bullen? Wie wird ihr Besitzstand gewahrt?

Fragen über Fragen. Um der Gerechtigkeit willen sollte ein kommunaler Ausschuß eingesetzt werden, der sich mit diesen Fragen beschäftigt, da hier sachliche Arbeit geleistet werden muß, sollten die politischen Dauerredner der Fraktionen nicht in den Ausschuß gewählt werden,

denn meines Wissens sind die Bullen von Wachenbuchen, Hochstadt und Bischofsheim noch nicht parteipolitisch orientiert.

Außerdem schlage ich vor, daß zu Pfingsten beim Stadtfest in Dörnigheim die vier Bürgermeister der betroffenen Gemeinden ihre Bullen der Öffentlichkeit vorführen und in einer

Urabstimmung von der Bevölkerung der künftige Maintal-Bulle gewählt wird. Das wäre ein demokratischer Akt, den wir leider bei der Bürgermeisterwahl von Maintal noch vermissen!

Anmerkung. Für den „Stadtbullen“ wird heute noch gezahlt, nur heißt der Titel im Haushaltsplan nicht mehr so, sondern das Geld wird zur Förderung der Landwirtschaft gegeben.

 

 

Umlandverband:

Es wurde aber weiterhin versucht, den Einfluß Frankfurts zu erhöhen. Zunächst sprach man vom sogenannten „Mehrzweckpflichtverband“. Schließlich sollten die ganzen Westkreisgemeinden einverleibt werden. Das wurde im März 1974 von Maintal abgelehnt, weil man die Eingemeindung nach Frankfurt befürchtet. Aus dem Pflichtverband wur­de später der „Umlandverband Frank­furt“ (UVF), welcher der Stadt Maintal kraft Gesetzes aus Wiesbaden verordnet wur­de. Maintal war die einzige Kommune des Main-­Kinzig‑Kreises, die diesem Ver­band angehörte und muß bald mit dem Kreis und bald mit dem Umlandverband verhandeln.

Am deutlichsten wurde das bei der Abfallentsorgung, bei der sich Maintal dann für den Umlandverband entschied. Große Erregung gab es bei den Landwirten, weil die zu­ständige Agrarbehörde des Umlandverbandes dem nicht gerade be­nachbarten Usingen lag; das wurde später bekanntlich ge­ändert.

Andererseits hat Maintal auch ganz ähnliche Probleme wie eine Großstadt: Durch die Zugehörigkeit zum Main-Kinzig-Kreis und Umlandverband Frankfurt sitzt die 40.000-Einwohner-Stadt zwischen allen Stühlen.

 

 

 

Maintal und der Main-Kinzig-Kreis

 

Kommentar aus Frankfurt:

Am 1. Dezember 1971 erschien in der „Frankfurter Neuen Presse“ ein Kommentar, als das „Gebilde Maintal“ noch sehr vage in den Köpfen der Politiker geisterte. Unter der Überschrift „Randbemerkung“ hieß es damals: Gewiß, die Pläne des Hanauer Landrates scheinen aufzugehen, daß das „Großherzogtum Woythalien“, sprich Main-Kinzig-Kreis. entsteht. Dennoch: es zeichnet sich ab, daß nicht der Landkreis Hanau, sondern die Stadt in diesem Gebilde die dominierende „Macht“ sein wird. Und das ist auf taktisches Ungeschick zurückzuführen. Im Westteil bröckeln die Grenzen des Landkreises Hanau. Mit landrätlichem Segen wurde die sogenannte „Weststadt“ zu Grabe getragen, die Integration von Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt.

Man war kleinmütig und fand Gründe für ein „Nein“, ohne ganz hart über die Realisierbarkeit dieser Mittelstadt zu sprechen. Einflußreiche Männer aus Hochstadt und Bischofsheim dürften den sich sonst progressiv gebenden Landrat zur Politik des Nichtstuns veranlaßt haben. Gewiß auch aus Trotz heraus, liebäugelt nun Dörnigheim mit Hanau.

Wer in der letzten Stadtverordnetensitzung sehr aufmerksam zuhörte, war erstaunt: niemand ließ ein „Nein“ zu einem Anschluß an Hanau erkennen. Hanau wird ein großzügiges Angebot an Dörnigheim machen, und da es vielen Bürgern der Stadt schnuppe ist, von wo aus sie verwaltet werden, wird es auch keine Bürgeraktion gegen den Anschluß an Hanau geben. Kommt es zu diesem Anschluß, dann haben Hanau und Frankfurt plötzlich eine gemeinsame Grenze, noch mehr Anlaß für die Mainmetropole, nicht nur auf Bergen-Enkheim, sondern auch auf Bischofsheim Anspruch zu erheben. Und dieser Anspruch ist kaum abzuwehren.

Nach der Amputation des Kreises Hanau im Westen wäre dieser schon sehr viel leichtge­wich­tiger. Und kommt es noch dazu, daß man auch Großauheim und Wolfgang der Stadt Hanau angliedert, dann hätte dieser Kreis nur noch Papiergewicht. Dann müßte man auch dem recht gängigen Ausdruck vorn „Großherzogtum Woythalien“ abschwören.

 

Diskussion in Maintal:

Erstmals wird am 2. Februar 1973 im „Dörnigheimer Echo“ auch von einem möglichen „Großkreis Kinzig“ berichtet. Für die Bildung des Großkreises Kinzig sprach sich in der Jahreshauptversammlung der SPD Bischofsheim der Vorsitzende der SPD-Kreistags und Gemeindeparlamentsfraktion, der wiedergewählte Vorsitzende Sepp Sigulla aus: „Ich hoffe, daß im Landtag bald das Gesetz für den Großkreis verabschiedet wird, damit die Diskussionen um die Gebiets- und Verwaltungsreform ein Ende bekommen!“ Damit hofft der SPD-Kommunal­politiker, daß dann auch klarer die Grenze zu der Stadt Frankfurt geregelt ist, die nicht nur gerne Bergen-Enkheim, sondern auch Bischofsheim, Hochstadt und Dörnigheim eingemeinden möchte.

 

Bildung durch ein Landesgesetz:

Die Geburt des Main-Kinzig-Kreises gelang nur mit Hilfe eines Landesgesetzes. Am 1. Juli 1974 wurde der Main-Kinzig-Kreis mit 29 Städten und Gemeinden in seinen Grenzen ins Leben gerufen. Es gab vorher 160 Kommunen in den drei Landkreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern mit insgesamt über 350.000 Einwohnern. Diese drei Landkreise bestanden als Ergebnis der kurhessischen Verwaltungsreform von 1821immerhin (mit geringfügigen Veränderungen) über 150 Jahre.

Seit sich am 1. Dezember 1969 die ersten „neuen“ Gemeinden mit anderen Gemeinden oder Städten zusammenschlossen, ging ein gewaltiges politisches Brausen durch das gesamte Kinzigtal von Schlüchtern bis Maintal. Hatte der Bürger es doch mit zwei Reformen zu tun, „seine“ Gemeinde oder Stadt und ,,sein“ Landkreis war vom Identitätsverlust bedroht. Waren die parteilichen Fronten beim Kampf um den Großkreis noch relativ klar, konnten bei der Gemeindereform durchaus schiefe Schlachtordnungen entstehen, die auch so manche Familie zerrissen. Aber auch so manche Schlitzohrigkeit der Bürgermeister bei den Kämpfen um „ihre“ Gemeinde errang Bewunderung.

Die Konstrukteure, die von Anfang an den Zusammenschluß der Landkreise Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern - mit relativ kleinen Grenzbereinigungen zu den Nachbarkreisen - und der Stadt Hanau auf ihrem politischen Reißbrett hatten, behielten im wesentlichen Recht. Der große Main-Kinzig-Kreis erblickte das Licht der Welt. Aber jene, die für ihn politisch gefochten hatten, wurden bitter enttäuscht.

Politisch stärkste Fraktion im Kreistag wurde nach der Kreistagswahl am 27. Oktober 1974 die CDU mit absoluter Mehrheit Sie stellte mit Hans Rüger 1975 den ersten Landrat des Main-Kinzig-Kreises. Die FDP koalierte mit der CDU und stellte mit Heinz-Dieter Becker neben dem Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Hermann Schönfelder (CDU) einen weiteren Kreisbeigeordneten.

Der Main-Kinzig-Kreis war zweifellos ein uneinheitliches Gebilde mit ganz unterschiedlicher Infrastruktur. Es entstand der größte Landkreis in Hessen. Aber ohne den Kreis Hanau wären die Kreise Gelnhausen und Schlüchtern nicht lebensfähig gewesen.

Aber ohne gewaltige Anstrengungen hätte man das strategische Ziel des sozialen Ausgleichs und einer verbesserten Struktur innerhalb des Main-Kinzig-Kreises nicht erreichen können. Zu den wichtigsten Themen, die die Politik des Main-Kinzig-Kreises bestimmten, gehörten die Schulentwicklung, die Abfallentsorgung, die Industrieansiedlung, der Weiterbau der Autobahn 66 zwischen Hanau und Fulda sowie die Planung von Sportstätten.

Bei der Kommunalwahl im Jahre 1977 erhielt die CDU wiederum die absolute Mehrheit. Die FDP war in diesem Kreistag nicht mehr vertreten, behielt aber mit Heinz-Dieter Becker wei­ter­hin einen hauptamtlichen Beigeordneten im Kreisausschuß. Die Entwicklung des Kreises war überschattet von einem Defizit des Haushalts, das schon 1976 bei 60 Millionen Mark angelangt war.

Im Jahre 1980 stand die Neuwahl der Hauptamtlichen des Kreisausschusses an. Landrat Rüger und der Kreisbeigeordnete Becker wurden vom Kreistag wiedergewählt; Dr. Hermann Schönfelder wurde ersetzt durch den neuen Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Otto Aden. Die Wahlen zum Kreistag im März 1981 ergaben für die SPD herbe Verluste, während die FDP wieder in den Kreistag einziehen konnte. Die Landtagswahl 1983 kündigte an, was bei der Kreistagswahl 1985 Tatsache wurde: Die Sozialdemokraten wurden mit 39 von 87 Abgeordneten die Mehrheitsfraktion und koalierten mit den Grünen, die erstmals in den Kreistag einzogen.

Damit war eine politische Wende im Main-Kinzig-Kreis eingeleitet. Der Kreistag wählte 1987 mit dem Maintaler Karl Eyerkaufer den ersten sozialdemokratischen Landrat. Erster hauptamtlicher Kreisbeigeordneter wurde Erich Pipa, die Grünen waren seit 1989 hauptamtlich vertreten durch den Kreisbeigeordneten Dr. Harald Friedrich.

Bei den Kommunalwahlen 1993 verzeichneten SPD und CDU herbe Rückschläge. Die FDP war wiederum nicht im Kreistag vertreten. Dafür gewannen die Grünen zehn Sitze, und es zogen erstmals die Republikaner mit zwölf Mandaten in den Kreistag. Im Jahr 1993 stand ebenso die Wahl des Landrats an, zum ersten Mal direkt durch das Volk. Landrat Karl Eyerkaufer konnte sich schon im 1. Wahlgang mit absoluter Mehrheit gegen Hubert Müller von der CDU behaupte, der nach der gescheiterten Koalition von SPD und Grünen Erster Kreisbeigeordneter wurde.

Das Scheitern der rot-grünen Koalition Mitte 1993 lag nicht zuletzt an der Kontroverse um die Müllentsorgung. Die Sozialdemokraten drängten auf eine Abberufung des 1989 ins Amt gewählten Grünen Dezernenten Dr. Friedrich. Am 17. Juli 1993 haben ihn, bis heute einmalig

im Main-Kinzig-Kreis, die Fraktionen der SPD und CDU als Kreisbeigeordneten endgültig abgewählt. Nicht einmal die Grünen unterstützten mehr ihren eigenen Dezernenten.

Die Kommunalwahlen von 1997 bestätigten die Koalition von SPD (39 Sitze) und CDU (33 Sitze), während die Grünen mit elf und die Republikaner mit zehn Sitzen die Opposition im Kreistag bilden. Aber auch die große Koalition im Kreistag war von Notwendigkeiten gekennzeichnet: Abfallbeseitigung, das Haushaltsdefizit und die hohen Schulden, Übereinstimmung in der Schulpolitik und neue Lösungen vor allem in der sozialen Frage (zum Teil nach Elmar Stracke, Leiter der Heimatstelle).

 

Neugliederung:

Nur durch das neue Gebilde Main-Kinzig-Kreis wurde schließlich die Stadt Maintal möglich.

Die Verwaltungseinheit Main-Kinzig-Kreis, die von der östlichen Stadtgrenze Frankfurts bis vor die Tore Fuldas reicht, ist wohl das mächtigste „Kind“, das Hessens Gebietsreformer zeugten. Der mit 365.000 Einwohnern schwergewichtigste unter den hessischen Landkreisen trat auch nicht ohne Wehen und Geburtsschmerzen ans Licht der Welt. Vor allem in dem CDU-regierten Kreis Gelnhausen gab es starke Widerstände gegen die Schaffung des Großkreises aus den Kreisen Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern. In den Reihen der Gelnhäuser Christdemokraten argwöhnte man gar, die SPD wolle dieses Gebilde nur deshalb ins Leben rufen, um den schwarzen Kreis Gelnhausen von der politischen Landkarte zu tilgen.

Seit dem 1. Juli 1974 steht der Großkreis, zu dessen Installierung eigens ein Gesetz im Hessischen Landtag erlassen wurde. Und mit diesem Tage wurde der offizielle Schlußpunkt hinter die Gebietsreform in diesem Teil des Hessenlandes gesetzt.

Wer sich die Karten der ehemaligen Kreise Gelnhausen und Schlüchtern sowie des Landkreises Hanau und der Stadt Hanau vor Augen ruft und sie mit der vorn neuen Main-Kinzig-Kreis vergleicht, wird feststellen, daß die Gebietsreformer nicht zimperlich waren. Von den ehemals 151 Städten und Gemeinden in diesem Bereich sind noch 31 übrig. Vor allem in den Kreisen Gelnhausen und Schlüchtern wurde kräftig reformiert. So blieben von den ehemals 40 Städten und Gemeinden im Schlüchterner Land lediglich vier, und zwar Schlüchtern, Sinntal, Bad Soden-Salmünster und Steinau. Orte mit mehr als zehn Ortsteilen sind deshalb keine Seltenheit.

Noch entschlossener griffen die Gebietsneugestalter im Kreis Gelnhausen mit seinen früher mehr als 90 selbständigen Städten und Gemeinden wie Kirchbracht, Mauswinkel, Fischborn oder Völzberg verschwanden als selbständige kommunale Einheiten von der Karte. Es entstanden gemeindliche Gebilde wie Birstein im nördlichen Bereich des ehemaligen Kreises Gelnhausen, das 15 Ortsteile hat und eine riesige Fläche bedeckt.

Während sich in den Kreisen Gelnhausen und Schlächtern die Gemeinde-Gebietsreform oft nicht ohne nachdrücklichen Hinweis des Gesetzgebers vollzog, war man in vielen Bereichen des ehemaligen Kreises Hanau einsichtiger. Schon frühzeitig haben sich hier Gemeinden zusammengeschlossen wie beispielsweise Langendiebach und Rückingen zu Erlensee oder Nieder- und Oberrodenbach zu Rodenbach. Leichter war es da zumeist deshalb gegangen, weil die Sozialdemokraten in allen Gemeinden das Sagen hatten.

Doch auch unter Genossen gab es Rangeleien um Posten, Städte und Gemeinden. Ein Lehr­stück dafür ist die Eingemeindung von Klein-Auheim, Großauheim und Steinheim nach Hanau. Bis zuletzt wehrten sich viele Kommunalpolitiker in diesen Kommunen, der Goldschmiedestadt zugeschlagen zu werden.

Des Volkes Stimme wurde oft von dieser oder jener Seite für den entsprechenden Fanfarenstoß benutzt. Doch alle - außer der Gemeinde Großkrotzenburg, wo Main-Kinzig-Kreis Für­sprecher und der Landrat des Kreises Hanau, Martin Woythal, Bürgermeister war - mußten Federn lassen.

Der Stadt Hanau versüßte man den Verlust der Kreisfreiheit mit der Eingemeindung von Steinheim, Klein-Auheim und Großauheim und ließ die Stadt an der Mündung der Kinzig in den Main zu einer Größe von 93.000 Einwohnern anschwellen. Sie bildet mit der aus Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen zusammengeschneiderten Stadt Maintal und ihren fast 40.000 Einwohnern den Angel- und Ankerpunkt des Main-Kinzig-Kreises.

Zwischen Frankfurts Stadtgrenze und der Trennungslinie der ehemaligen Kreise Hanau und Gelnhausen liegt denn auch das bevölkerungsmäßige, wirtschaftliche und offenbar auch politische Schwergewicht des neuen Main-Kinzig-Kreises. Ein unübersehbarer Großteil des „Bruttoinlandproduktes“ von 3.36 Millionen Mark des gesamten Großkreises werde im Hanauer Wirtschaftsraum erarbeitet. Da sind die großen Industrien angesiedelt, die vielen tausend Menschen Arbeitsplätze bieten.

Die von Gegnern als „Wasserkopf“ karikierte Ballung im Westen des Main-Kinzig-Kreises drückt sich in den 34.000 Industriebeschäftigten in diesem Bereich aus, das ist mehr als die Hälfte aller an Main-Kinzig-Kreis Arbeitenden. Dagegen nehmen sich die nördlichen und östlichen Bereiche eher kärglich aus. In Gelnhausen finden 1.800 Menschen Brot und Arbeit. In Bad Soden-Salmünster sind es 2.000, in Schlüchtern 1.500 und in Steinau zählt man 1.600 Beschäftigte. Dafür haben die Kreise Gelnhausen und Schlächtern etwas zu bieten, das man ehemaligen Landkreis Hanau kaum noch kennt: weite Wälder, stille Wiesen und Täler, eine weithin noch intakte Natur.

 

Grußwort des Landrats:

Gleichzeitig mit der Gründung der Stadt Maintal wurde auch der Großkreis Main-Kinzig geschaffen. Der damalige Landrat Martin Woythal zur Gründung des Main-Kinzig-Kreises schreib dazu: „In seiner 150jährigen Geschichte hat sich der Landkreis Hanau vom agrarischen zum industriellen Siedlungsraum gewandelt. Die noch für Ländliche Strukturen vor 150 Jahren angelegten Kreisgrenzen sind durch die Entwicklung längst überholt - technischer Fortschritt und wirtschaftliche Konzentration erfordern auch für den Bereich der Verwaltung das Denken in größeren räumlichen Einheiten. Kommunalpolitik, die sich immer weniger als verwaltende Bürokratie und immer mehr als Dienstleistung versteht, muß die engen Grenzen des bisherigen Gebiets sprengen, um wirksam für alle zu werden. Es darf in keiner zusam­men­hängenden Region eine Insel des Stillstandes geben.

Was wir gemeinsam erarbeiten, muß auch gemeinsam dort verteilt werden, wo die Bedürfnisse am größten sind. Die in den bisherigen Kreisteilen des Main-Kinzig-Kreises erfolgreich betriebene Politik muß im Interesse aller durch eine Politik der regionalen Ergänzung ersetzt werden.

Mit Stolz können wir auf die Geschichte eines Landkreises zurückschauen, von dem so viele Impulse für Fortschritt und Freiheit ausgegangenen sind. Bei meiner Antrittsrede habe ich darauf aufmerksam gemacht und mich diesem verpflichtet gefühlt.

Manchem wird bei diesem Rückblick Wehmut befallen. Aber es wäre Sentimentalität, sich gegen eine notwendige Entwicklung sperren zu wollen. Was wir aufgeben. ist nur der Name - was wir aber in noch größerer Ebene fortsetzen wollen. Ist eine fortschrittliche Politik, wie wir sie in dem Landkreis Hanau seit Jahrzehnten eingeschlagen haben.

Ich gebe zu, wir hatten uns in den letzten Jahren ein großes Programm vorgenommen. Nicht alles ist so gelaufen, wie wir es uns vorgestellt hatten. Aber wer von uns etwas wagt, muß auch Enttäuschungen hinnehmen können - auch menschlicher Art.

Aber, und das ist nicht zu bestreiten, es wurde mehr eingehalten als versprochen wurde. Niemand beklagt sich deshalb, wir hätten zu viel getan. Ich erinnere an Kindergärten. Grund- und Gesamtschulen. Sport- und Freizeiteinrichtungen. Ich denke dabei an das Schullandheim in Bernau, das in den dreieinhalb Jahren seines Bestehens 6.000 Besucher hatte. In denke an das Jugendzentrum, das in vollem Umfang von unserer Jugend wie gewünscht in Besitz genommen wird. Die Räume reichen schon nicht mehr aus, so daß der Ausschuß für Jugend und Sport beschlossen hat, schon jetzt 600.000 Mark an ersparten Baukosten - ein Beweis, daß wir sorgsam bauen können - als Rücklage für die Erweiterung des Jugendzentrums um 100 Plätze anzulegen.

Unser modernes Altenzentrum ist in der Zwischenzeit voll belegt. Mit Betrübnis müssen wir feststellen, daß schon jetzt Wartelisten aufgestellt werden müssen. Die Verwendung des Pflegeteils als Nachsorgekrankenhaus hat sich voll bewährt. Die aufgewendeten Kosten dafür liegen weit unter den Durchschnittskosten, die ansonsten für Krankenhausbetten ausgegeben werden müssen.

Auch unsere Absicht, das klassenlose Krankenhaus zu bauen, werden wir verwirklichen. Die Hürden der sorgfältigen Planung sind genommen, die Aufträge, gleichzeitig zur Unterstützung der heimischen Wirtschaft vergeben Ich erinnere aber auch an unsere Dienstleistungen im Sozialbereich, an die Unterstützung der Gemeinden, der Kirchen und Vereine.

Zweifelsohne müßten sich unsere Anstrengungen durch den enormen Bevölkerungszuwachs verstärken. Über 80.000 Menschen leben heute mehr im Landkreis Hanau als vor 15 Jahren.

Alles hat natürlich Geld gekostet. Aber auch alles ist bezahlt, wenn am 30. Juni der Kreis seine Bücher schließt, und es ist noch Geld übrig für neue Aufgaben. Sicher mußten wir bei so hohen Investitionen Kredite aufnehmen, aber in vertretbarem Maße und nur so viel, wie wir verkraften können. Geholfen hat uns dabei auch die Tatsache, daß unsere Finanzkraft von 1967 bis heute aufgrund einer erfolgreichen Struktur- und Wirtschaftspolitik um 159 Prozent angestiegen ist.

Vieles, was wir getan haben ist schon vergessen und deshalb manches heute selbstverständlich geworden. Niemand von uns, der daran gearbeitet hat, erwartet eitlen Dank - höchstens mehr Objektivität. Daß dies alles geschaffen werden konnte, ist nicht das Werk allein derer, die entscheiden, planen und ausführen. sondern das Ergebnis aller arbeitenden Menschen, die durch ihm Steuergelder zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Mit einem großen Angebot en Sozial- und Bildungseinrichtungen, mit gesicherten Finanzen, leistungsfähigen Gemeinden, steigender Wirtschaftskraft und alles in allem einer verbesserten Lebensqualität ist der Landkreis Hanau in den Main-Kinzig-Kreis eingegangen. Wir bringen dabei als Mitgift auch unsere Bereitschaft mit, im Main-Kinzig-Kreis eine Politik der regionalen Ergänzung betreiben, damit neue Aufgaben angepackt und zu den gebliebenen Aufgaben neue Prioritäten zugunsten der bisher benachteiligten Gebiete gesetzt werden können.

Anmerkung: Das „klassenlose Krankenhaus“ sollte östlich von Hochstadt errichtet werden, von der Hartig bis zur Wachenbucher Straße. Aber hier irrte der Landrat gewaltig, denn letztlich einigte man sich doch auf den Ausbau des Klinikums in Hanau.

 

Maintal und der Kreis:

Beim Zusammenschluß der eigenständigen Kommunen Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen spielte es auch eine Rolle, daß die Landkreise Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern im Zuge der Gebietsreform zu einem Kreis, dem Main-Kinzig-Kreis, zusam­mengefaßt wurden. Mit rund 40.000 Einwohnern spielt Maintal als die zweitgrößte Stadt im Kreis eine wichtige Rolle als gewerblicher Schwerpunkt im Westen des Kreises

Eine Kreisstadt tut sich immer schwer mit der zweitgrößten Stadt im Kreis. Da gibt es immer Eifersüchteleien und mißtrauisches Beäugen, damit nur keiner zu kurz kommt oder über den anderen bestimmen kann. Bei Wahlen innerhalb der Parteien wird immer nachgezählt, ob die Städte entsprechend ihrem Gewicht berücksichtigt sind.

Wie reserviert man sich in Maintal gegenüber Hanau verhält, zeigen die Ausführungen von Bürgermeister Erhard Rohrbach: Maintal ist die zweitgrößte Stadt im Kreis, der sich in Richtung Osten bis in das ländliche Sinntal erstreckt - und auch zwei Kurstädte einschließt, die naturgemäß ganz andere Interessen in den Vordergrund stellen. Bürgermeister Erhard Rohrbach sagte dazu: „Aus diesem Grund haben wir uns auch der Wirtschaftsförderung des Kreises nicht angeschlossen. Maintal und Sinntal - das sind zwei Welten!“ Rohrbach prophezeite, daß es im Jahr 2005 ohnehin einen Main-Kinzig-Kreis in der bisherigen Form nicht mehr geben wird. „Unsere Interessen müssen zum Zentrum gerichtet sein“, sagt der Bürgermeister. „Wir brauchen eine übergeordnete Planung für den Raum Frankfurt, aus der man Maintal nicht ausklinken kann.“

Für Hanau war es schon schlimm genug, als es seine Kreisfreiheit verlor. Dann wurde auch noch der Sitz der Kreisverwaltung nach Gelnhausen verlegt. Aber immerhin hat es dann ein eigenes Kraftfahrzeugkennzeichen bekommnen, als die Fahrzeuge im Kreis das Kennzeichen „MKK“ tragen mußten. Hämisch deutet man die Buchstaben als „Mich kennt keiner“.

 

 

 

Anfänge der Stadt Maintal

 

Noch plant jeder im Alleingang:

In der Lokal-Zeitung vom Februar 1974 hieß es unter der Überschrift „Noch plant jeder im Alleingang“: Maintal soll Wirklichkeit werden. Was allerdings noch aussteht, ist ein Konzept für die baldige Integration der einzelnen Stadtteile. Ein Plan, der die Organisation der Verwaltung regelt, steht dagegen schon kurz vor der Verabschiedung. Darin wird die Bürgernähe

betont, die sich in Verwaltungsnebenstellen (heutige Stadtläden) ausdrückt. Die übergeordneten Dezernate werden allerdings über die alten Rathäuser der jetzigen Gemeinden verteilt, so daß keiner zu kurz kommt.

Es waren aber auch gewisse Züge von lokalem Separatismus zu beobachten. So sind die Bemühungen von Dörnigheim und Bischofsheim um eigene Bürgerhäuser gute Beispiele dafür, wie lokale Interessen für Millionenbeträge erst einmal wichtiger sind, als sich Gedanken um einen gemeinsamen Stadtmittelpunkt zu machen.

Der Druck der Gebietsreform erwirkte schließlich den vorgezogenen Zeitpunkt 1. Juli 1974.

Doch dadurch waren trotz der inzwischen begriffenen Notwendigkeit zum Zusammenschluß die Vorbereitungen zu einer Gemeinsamkeit noch unvollständig. Die städtebauliche Planung für Maintal, die den Zusammenschluß auch architektonisch festlegen soll, steckte noch in den Kinderschuhen, genauer gesagt im Planungsbüro Professor Speer, das Vorschläge zur Gestaltung des Stadtzentrums Maintal erarbeiten sollte.

Aber man konnte es auch anders sehen: Wozu andere Kommunen Jahrzehnte benötigen - einen Plan zur künftigen Nutzung ihres Stadtgebietes zu entwickeln -, das gab es in Maintal bereits ein Jahr nach der „Stunde Null“. Wohnbebauung und Bevölkerungswachstum wurden durch diese Planung eng begrenzt, die Ausweisung und Erschließung von Gewerbeflächen genau überlegt und die vorhandenen Freiflächen unter besonderen Schutz gestellt.

Selbstverständlich ist die allgemeine Entwicklung an Maintal nicht spurlos vorübergegangenen. Die Erfordernisse des überörtlichen Verkehrs haben das Gesamtbild verändert und beeinflußt. Die Lage im Ballungsgebiet Rhein-Main läßt gar keine andere Möglichkeit zu. Zugleich jedoch ist diese gute überörtliche Anbindung in „verkehrsstrategischer“ Hinsicht zu einem Pluspunkt geworden, um den Maintal beneidet wird - nicht nur im Hinblick auf seine Standortqualität für die Wirtschaft. Erlaubt diese Anbindung doch, die Ortskerne der vier Stadtteile zu wirklichen Lebensmittelpunkten für ihre Bewohner umzugestalten.

Anmerkung: Damals wollte man noch die Freiflächen unter Schutz stellen. Heute ist das Ziel die immer weitere Ausweisung von Wohnflächen und Gewerbegebieten, und die Freiflächen sind erst recht gefährdet. Für die Gestaltung der Ortskerne wurde allerdings Einiges getan (Hauptstraße, Alt-Wachenbuchen, Kennedystraße und Frankfurter Straße, neue Ortsmitte in Bischofsheim).

 

Straßennamen und Postleitzahl

Im Zuge des Zusammenschlusses mußten in allen vier Stadtteilen Straßennamen umbenannt werden. Drei Monate vor dem Zusammenschluß der vier Westkreisgemeinden zur Stadt Maintal wußten die Geschäftsleute in Bischofsheim, Dörnigheim, Hochstadt und Wachenbuchen noch nicht, was sie auf ihre Briefköpfe drucken lassen sollten. Darüber sind natürlich Geschäftsleute und Privatpersonen sehr verärgert. Sehr viel früher als drei Monate im Voraus müssen die Druckaufträge für Briefpapier vergeben werden, und so hat man jetzt kaum noch eine andere Möglichkeit, als sich mit Aufklebern und Stempeln zu behelfen. Allerdings stehen viele Bürger auf dem Standpunkt, daß die politische Gemeinde an sich schon sehr viel früher weiß, daß die vier Westkreiskommunen sich zu Maintal zusammenschließen. Die Unterredungen mit der Bundespost hätten schon vor dem offiziellen Maintal-Beschluß in Wiesbaden geführt werden können.

Gleichzeitig ist von den Bürgermeistern auch das Verzeichnis der Straßennamen in den einzelnen Gemeinden durchgearbeitet worden. Mit der Einführung der einheitlichen postalischen Bezeichnung der Stadt Maintal ist es nicht mehr möglich, daß im Stadtgebiet in den einzelnen Stadtteilen gleiche oder gleichlautende Straßennamen vorhanden sind. Bei der Durchsicht des Verzeichnisses der Straßennamen haben die Bürgermeister festgestellt, daß es in den Gemeinden Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen sowie in der Stadt Dörnigheim 49 Straßen mit gleichem oder gleichlautendem Namen gibt. Davon erscheinen elf Straßen mit gleichem Namen in drei der vier Gemeinden. Die Spessart, die Schiller- und Waldstraße gibt es sogar in allen vier Gemeinden.

Nach den Vorstellungen der Bürgermeister sollen die gleichen oder gleichlaufenden Straßennamen noch von den bestehenden Gemeindevertretungen beziehungsweise der Stadtver­ordnetenversammlung bis zum 30. Juni geändert werden. Dadurch wäre es den Bürgern wie auch den Geschäftsleuten möglich, in einem Zug ihre Postanschrift sowohl hinsichtlich­ des Namens der Stadt als auch gegebenenfalls hinsichtlich des Namens der Straße zu ändern.

Bei einer späteren Änderung der Straßennamen hätten die Briefbögen und Geschäftspapiere zweimal gedruckt werden müssen. Mit der Änderung der Straßennamen bis zum 30. Juni 1974 hofft man, die Belastungen für die Bürger so gering wie möglich zu halten.

Bei der Auswahl derjenigen Straßen, die in den einzelnen späteren Stadtteilen geändert werden müssen, haben die Bürgermeister eine Liste vorgelegt. Die geht davon aus, daß der bisherige Straßenname erhalten bleibt, wenn in der Straße mehr Einwohner wohnen oder mehr Gebäude vorhanden sind, als in den Straßen mit gleicher oder gleichlautender Bezeichnung in einem oder mehreren anderen Stadtteilen.

Durch dieses Verfahren hofft man, wiederum zu den geringstmöglichen Aufwendungen für die Bürger und die Verwaltung zu kommen. Dieses Verfahren bringt es jedoch mit sich, daß zum Teil sehr alte und auch beziehungsreiche Straßennamen in den einzelnen Stadtteilen nicht mehr vorhanden sein werden. In einem Fall ist die Verzahnung im späteren Stadtteil Dörnigheim mit Hochstadt vorgesehen. So wird künftig die Bahnhofstraße von der Kennedystraße in Dörnigheim bis zur Hauptstraße in Hochstadt reichen.

Für Dörnigheim wurden folgende Straßen zur Änderung vorgesehen: Am Bahnhof, Adalbert-Stifter-Straße, Bischofsheimer Straße, Dresdner Straße. Fechenheimer Straße. Gerhart-Hauptmann-Straße, Goethestraße, Haingasse, Hanauer Straße, Jahnstraße, Mörikestraße, Rhönstraße, Sandstraße, Spessartstraße, Sudetenstraße, Schillerstraße, Taunusstraße, Uhlandstraße, Waldstraße.

Folgende Straßen wurden in Bischofsheim geändert: Bahnhofstraße, Berliner Straße, Bleichstraße, Breslauer Straße, Danziger Straße, Eichendorffstraße, Eichwaldstraße, Hintergasse, Kirchgasse, Königsberger Straße, Philipp-Reis-Straße, Siemensstraße, Stettiner Straße, Wiesenstraße (mit nur 14 Umbenennungen kam Bischofsheim am besten weg).

In Hochstadt waren es folgende Änderungen: Bleichstraße, Dorfelder Straße. Eugen-Kaiser-Straße, Friedrich-Ebert-Straße, Gartenstraße, Hainstraße, Königsberger Straße, Lindenstraße. Nordstraße, Odenwaldstraße, Spessartstraße, Sudetenstraße, Schillerstraße, Schlesierweg, Waldstraße, Wellenpfad, Wiesenstraße.

Diese Straßen wurden in Wachenbuchen geändert: Bergstraße, Gartenstraße, Goethestraße, Hauptstraße, Jahnstraße, Kirchstraße. Odenwaldstraße, Rhönstraße, Ringstraße, Schillerstraße, Südring, Spessartstraße, Taunusring, Vogelsberg-Straße, Waldstraße, Wilhelmsbader

Straße.

Mit dieser Auflistung wissen nun auch einmal die Neubürger, die erst nach der Gebietsreform in diese Stadt gezogen sind, welche Straßennamen es bis dahin gab und welche verschwunden beziehungsweise ausgetauscht worden sind. Inzwischen sind auch die Nummern für die einzelnen Stadtteile hinter dem Namen Maintal verschwunden.

 

Die früheren Dörfer behielten ihre Namen als Stadteilbezeichnungen bei, doch im postalischen Verkehr haben diese Namen keinerlei Bedeutung mehr, denn die Post wünschte zunächst eine Numerierung der Stadtteile. Normalerweise erhält der größte Stadtteil die Zahl 1 und dann in der entsprechenden Reihenfolge. Doch eine Entscheidung wurde zunächst weder in Hanau noch in der Frankfurter Oberpostdirektion gefällt. Auch als man sich auf das Hinzufügen der Nummern 1 bis 4 geeinigt hatte, stand noch lange nicht fest, welche Zahl welchem Postamt zugeordnet wird.

Bei ihrer Gründung erhielt die Stadt Maintal die Postleitzahl 6457. In der Adresse selbst wurden dann aber aus den Stadteilnamen Maintals 1 für Dörnigheim, Maintal 2 für Bischofs- heim, Maintal 3 für Hochstadt und Maintal 4 für Wachenbuchen. Heute heißt die Postadresse schlicht „Maintal“. Allerdings ist die Postleitzahl mittlerweile fünfstellig und lautet heute 63477.

Aber die Bundespost beziehungsweise die Telekom haben es nicht geschafft, für Maintal eine einheitliche Vorwahl zu installieren. So muß man noch immer für Bischofsheim die 06109 vorwählen, die für den Maintaler Stadtteil zusammen mit dem Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim gilt. Die übrigen drei Stadtteile sind unter 06181 zu erreichen. Nur die Stadt Maintal hat eine eigene Leitung gelegt, um ihre Rathäuser in Bischofsheim und Hochstadt direkt zu verbinden (wahrscheinlich wird diese Verbindung heute für eine schnelle Internetverbindung der Stadt genutzt).

 

Stadtentwicklung im Jahr 1975:

Erstmals im Jahre 1975 wurde die Stadtverordnetenversammlung von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte. Sie stellte die Weichen für die neue Stadt so, daß Maintal das Verwaltungsgebilde sein, die Infrastruktur-, die Siedlungs- und Ansiedlungsentwicklung sich jedoch in den früheren Stadtteilen sich nahezu unverändert wie früher vollziehen sollte. Diese Zielsetzung kam am deutlichsten in dem Beschluß zum Ausdruck, die im gemeinsamen Flächennutzungsplan vorgesehene Entwicklung eines neuen Stadtteils im Freiraum an den Gemarkungsgrenzen von Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt zu streichen und die „Grüne Mitte“ zu belassen.

Die Aktivitäten des Magistrats richteten zunächst vor allem darauf, für Maintal eine einer Stadt mit fast 40.000 Einwohnern entsprechende Verwaltung zu schaffen. Hierzu gehörte auch die Übernahme neuer Verwaltungszweige wie etwa die Einrichtung eines Sozialamtes mit Rentenstelle.

Die Stadt sollte viele Aufgaben des Kreises übernehmen, so daß den Bürgern weite Wege erspart bleiben. Dies erforderte nicht nur Engagement, sondern auch Finanzkraft. Vieles davon erschien anfangs unnötig, war jedoch Voraussetzung für die immer wieder betonte und geforderte Bürgernähe. Doch die Investitions- Maßnahmen konnten nicht in dem Tempo fortgesetzt werden, wie dies wie es erhofft wurde. Hier ist aus Kostengründen längst eine Gegenbewegung eingetreten und es wird alles an den Kreis zurückgegeben, wozu dieser verpflichtet ist (Sozialamt, Rentenstelle). Man setzt sogar Gebühren hoch, damit der Kreis bei Bedürftigen einspringen muß. Schon Bürgermeister Henkel meinte dazu: Im ersten Jahrzehnt der Stadt Maintal waren diese neuen Verwaltungseinrichtungen noch relativ gut, im nächsten Jahrzehnt noch mehr schlecht als recht und danach kaum noch zu finanzieren. Die Folge war, daß sie wieder abgebaut wurden. Dies wirft die noch immer wenig bekannte Stadt Maintal in ihrem Bestreben zurück, die ihr angemessene Rolle im Konzert vergleichbarer Städte nicht nur in Hessen, sondern auch in der Bundesrepublik Deutschland zu spielen.

Die volle Tragweite des Zusammenschlusses zu einer Stadt mit nahezu 40.000 Einwohnern werde aber schon 1975 deutlich. Allein der Haushalt in Höhe von rund 50 Millionen Mark stoße in eine Größenordnung vor, die den einzelnen Stadtteilen bislang unvorstellbar gewesen sei. Mit diesem Potential gehöre Maintal zu den größten kreisangehörigen Städten in Hessen. Ja, Maintal überflügele damit die meisten Kreisstädte.

 

Gründung des Stadtverbandes der CDU:

Die CDU gründete im Januar 1974 in Hochstadt sofort einen Stadtverband. Mit rund 250 Mitgliedern war der CDU-Ortsverband Maintal der größte im bisherigen Kreisverband Hanau. Von den mehr als 100 anwesenden CDU-Mitgliedern wurde der 39jährige Dörnigheimer Stadtrat Paul Mathes einstimmig zum Vorsitzenden des neuen, gemeinsamen Ortsverbandes gewählt. Stellvertreter wurden die Vorsitzenden aus Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen N. Schoor, W. Schreckenberger und U. Larsen. Als Beisitzer kamen in den Vorstand: Siegfried Hilpert (Dgh), Hildegard Luther (Dgh) Werner Dezes (Ho), Volker Faßbender (Bi),

Sieglinde Höschler (Wb), Kurt Romeiser (Dgh) und Dr. Werner Wendt (Bi). Auch bei diesen Wahlen gab es keine Gegenstimme.

Mathes machte gleich den persönlichen Vorschlag, auf die Bürgerhäuser in Bischofsheim und Dörnigheim zu verzichten und dafür eine gemeinsamen Stadthalle und eines neuen Rat­haus in der Nähe des Mittelpunktschwimmbades zu bauen. Als man in Bischofsheim den Bau des Bürgerhauses beschlossen habe, hatten dafür ganz andere Voraussetzungen bestanden. Jetzt müsse man sich fragen, ob es sinnvoll sei, „fünf Minuten vor dem Zusammenschluß“ noch Sondereinrichtungen in den einzelnen Ortsteilen m schaffen. Er halte es für besser, den Aufbau eines neuen Stadtzentrums „mit den von der CDU geforderten Verkehrsverbindungen“ in Angriff zu nehmen.

Weiter sprachen der Landtagsabgeordnete Korn und der Kreisvorsitzende Sümmchen. Dieser kritisierte die Gebietsreform, da sie in vielen Fällen gegen den erklärten Willen der Bevölkerung vorgenommen werde. Das treffe zwar nicht auf „Maintal“, wohl aber auf den Kinzig-Kreis zu. Diese Zusammenlegung bezeichnete Sümmchen als „bürgerfeindlich“. Die CDU sei nicht grundsätzlich gegen solche Reformen. Bedingung sei aber zunächst eine Verwaltungsreform, aus der sich dann die Gebietsreform entwickeln müsse.

Starke Bedenken meldete er gegen den Umlandverband Frankfurt an, der zunächst als „Mehrzweckpflichtverband“ von sich reden gemacht hatte. Er schaffe unnötig eine neue Verwaltungsebene und werde schon jetzt als Schrittmacher für eine „Regionalstadt Frankfurt", also für eine stille Eingemeindung angesehen. Frankfurt habe bereits „die Hand halb offen nach allen Umlandgemeinden“

Auch die Ortsvereine der SPD wurden am 13. November 1973 aufgelöst und einzelne Ortsbezirke des Ortsvereins Maintal geschaffen. Doch am 17. Januar 1978 wurden die Ortsvereine wieder eingerichtet.

 

 

Zeitraum Henkel 1974 - 1982

 

An viele Dinge ging man in dieser Zeit noch mit viel Einsatz und Begeisterung heran. In den Stadtverordnetenversammlungen wurde sich ordentlich gefetzt, die Ausschüsse wollten alles Mögliche bewegen. Dem ersten Hochgefühl nach Gründung der Stadt Maintal ist bald eine Ernüchterung gewichen. Zunächst dachte man, durch die Schaffung der Stadt würden alle Probleme gelöst, vor allem die finanziellen. Jetzt merkt man, daß sie eher größer geworden sind.

 

Wetter

Mit einem Unwetter größeren Ausmaßes in der Silvesternacht beginnt das Jahr 1977. Auf Maintals Straßen ereignen sich Massenkarambolage und Rohrbrüche führen zu großen Sachschäden. Im Bischofsheimer Postamt wird der am Neujahrstag durch einen Rohrbruch entstandene Wasserschaden offenbar, das Gebäude muß renoviert werden (Es wurde im Zusammenhang mit dem Abriß des Rathauses schon vor dem Rathaus abgerissen).

Im Februar ist der Wasserspiegel des Mains so erheblich gestiegen, daß der Fährbetrieb eingestellt werden muß. Durch sintflutartige Regenfälle steht auch im Juni auf vielen Maintaler Straßen so hohes Wasser, daß der Verkehr zum Erliegen kommt; die Feuerwehren müssen zahlreiche Keller und Tiefgaragen auspumpen. Nach einem Unwetter im Oktober zeigen sich deutliche Bauschäden in der Kindertagesstätte Ost in Dörnigheim; die Feuerwehr muß mit Sofortmaßnahmen helfen.

Unerwartet große Schneemengen lähmen im Januar 1979 das Verkehrsgeschehen. Die Schiffahrt auf dem Main ist im Februar 9 durch Hochwasser erheblich eingeschränkt. Auch im März führt der Main erneut Hochwasser, der Fährbetrieb ist unterbrochen, größere Schäden entstehen aber nicht. Auch im April tritt der Main über seine Ufer, doch großer Sachschaden ist nicht zu verzeichnen.

Das neue Jahr 1981 beginnt mit Sturmböen, die zum Teil erheblichen Schaden an richten. Das Land wird von einer dichten Decke von Schnee und Eis überzogen. Streudienste haben Hochbetrieb. Im Februar wird Unmut über den unzureichenden Streudienst geäußert, die Behörden weisen die Vorwürfe zurück.

Hochwasser bedroht im Februar die Stadt, der Main erreicht wieder einmal den Höchststand des Jahres. Die außergewöhnlich trockene Witterung sorgt dagegen im April in Maintal für Waldbrandgefahr, aber ein plötzlicher Kälteeinbruch sorgt vor allem bei den Landwirten für Entsetzen, die Schäden sind beträchtlich.

Schwere Unwetter überziehen im Juni das Land, die Feuerwehr hat alle Hände voll zu tun, allerdings hat sich der Schaden in Grenzen gehalten. Auch im Juli zeigt das Wetter seine Extreme: Wegen der Hitze ist die Brandgefahr groß, in Wachenbuchen hat die Feuerwehr Großeinsatz wegen sintflutartiger Niederschläge. Auch im August öffnet der Himmel alle Schleusen, die Rettungsdienste sprechen von einem „Jahrhundertregen“, die Feuerwehr ist pausenlos im Einsatz, der Kreis gibt „Katastrophenalarm“. Winterliches Wetter sorgt auch im Dezember für ein Verkehrschaos in der Stadt.

 

Nach der ersten Woche im neuen Jahr 1982 zeigt sich der Main wieder von seiner „schlimmen Seite“: Hochwasser bedroht die Anwohner, die Rettungsdienste sind pausenlos im Einsatz; die Katastrophe kann abgewendet werden. Nach den Wassermassen kommen die Schneemengen: In Stadt und Land kommt es zu einem Verkehrschaos, zahlreiche Unfälle werden registriert. Durch den strengen Winter und viel Streusalz droht im Februar die Kläranlage zwischen Maintal und Hanau umzukippen”, ein schwerer Schaden wird im letzten Augenblick abgewendet.

Im Juli stöhnt die Stadt unter tropischen Temperaturen, im Rhein-Main-Gebiet geraten Wälder in Brand, in Badeseen ertrinken erfrischungssuchende Menschen. Es herrscht akute Waldbrandgefahr, wegen des heißen Sommerwetters und mangelndem Sauerstoff droht der Main wiederum „umzukippen“. Im September zieht der städtische Förster Bilanz: Maintals Bäume sind vom Trocken-Tod bedroht. Das erste Glatteis führt kurz vor dem Jahreswechsel zu einer Serie von Verkehrsunfällen.

 

 

Politik: Stadtverordnetenversammlung, Parteien, Verwaltung

 

Kommunalwahl 1977:

Mit großen Kampagnen gehen die Parteien im Januar 1977 in den Kommunalwahlkampf. Guter Vorsatz ist in allen Lagern: Sachlichkeit und Argumente sollen vorherrschen. Im Februar legen Parteien ausführliche Programme zur Wahlvorbereitung vor. Aber In einer Stadtver­ordnetensitzung entwickelt sich das Wahlkampfgerangel zu einem aufsehenerregenden Vorfall: Nach einem Zwischenruf zieht die CDU-Fraktion geschlossen aus.

Mit unterschiedlichem Publikumszuspruch laden die Parteien im März zu Bürgerversammlungen ein, um ihre Wahlprogramme vorzustellen. Doch wo anfangs Sachlichkeit und Toleranz überwogen, herrscht jetzt rücksichtslose Auseinandersetzung auf allen Seiten, Beschimpfungen und Beleidigungen sind an der Tagesordnung. Gegen Bürgermeister Erwin Henkel wird Dienstaufsichtsbeschwerde eingelegt

Die Christdemokraten verfehlen ihr Wahlziel nur knapp. Aber die Maintaler SPD regiert mit knapper Mehrheit, während die FDP ein katastrophale Niederlage hinnehmen muß (ihr Mitglied Herbert Begemann war kurz vorher erst noch Kulturamtsleiter geworden).

Die erste Parlamentssitzung nach der Wahl wird mit Spannung begonnen. Wieder entfacht sich der Streit um das Mandat des Christdemokraten Dr. Uwe Zenske aus Hochstadt. Dieser übt nämlich die Kommunalaufsicht über Maintal aus. Der Darmstädter Regierungspräsident trifft dann im April die Entscheidung, daß der CDU-Politiker Dr. Zenske kein Parlamentsmandat mehr hat. Daraufhin wird er im Mai zum ehrenamtlichen Mitglied des Magistrats gewählt. Aber er wird noch im gleichen Jahr Kämmerer in Langen (Kreis Offenbach) und verläßt die Stadt. Sein Nachfolger wird Fritz Herforth (ebenfalls CDU).

 

Beginn der Parlamentsarbeit 1977:

Im Mai wird die parlamentarische Arbeit aufgenommen, nachdem die konstituierende Sitzung wenig produktiv war. Erstmals sind im Juni die Ausschußsitzungen öffentlich im Bischofsheimer Rathaus, damit die Bürger den Politikern besser auf die Finger schauen können. Ungeduldig erinnern die Christdemokraten im Juni den Landrat als Dienstaufsichtsbehörde gegen den Maintaler Bürgermeister Henkel.

Im Parlament kommt es im Juli zu schwersten Auseinandersetzungen zwischen SPD und CDU. Damals war noch etwas los in der Stadtverordnetenversammlung. Das wird aber auch damit zusammengehängt haben, daß die Stadtverordneten aus den unterschiedlichen Stadtteilen sich erst zusammenraufen mußten.

Im Rathaus der Stadt wird im September von der Kämmerei ein Rekordhaushalt für 1978 von mehr als 50 Millionen Mark vorbereitet, er wird im Oktober eingebracht. In der letzten Sitzung des Stadtparlaments im Jahr 1977 werden Nachtrags- und Haushaltsplan für das kom­mende Jahr mit der Mehrheit der SPD-Stimmen gegen die CDU angenommen. Die Lohnsummensteuer wird noch einmal zum politischen Zankapfel. Maintal erscheint 1977 durch erhöhte Kreisumlage vom Gespenst der roten Zahlen bedroht.

Der Vorsitzende der Maintaler FDP, Dieter Grosser, tritt im Oktober zurück. Seine Geschäfte werden vom Stellvertreter und hauptamtlichen Stadtrat Wilhelm Lapp geführt. Die Christdemokraten in Maintal wählen Paul Mathes im Dezember wieder zu ihrem Vorsitzenden. Maintals Bürgermeister Erwin Henkel wird zum Präsidenten des Hessischen Städte- und Gemeindebundes gewählt.

Zum Jahresende kristallisiert sich als politisches Grundproblem heraus, daß Maintal durch seine Doppelmitgliedschaft im Umlandverband und im Main-Kinzig-Kreis zwei Herren finanziell dienen muß. Es werden Verhandlungen ohne Ergebnis geführt. Auch im Juli 1979 versuchen die Verantwortlichen in Maintal, die Stadt aus ihrer Zwitterstellung (Main-Kinzig-Kreis und Umlandverband) zu befreien; aber der Kreis stellt sich stur. Im Februar 1980 wehren sich Maintals Politiker erneut gegen die Zugehörigkeit der Stadt zum Umlandverband.

 

Besuch Willy Brandts 1978:

Für Aufsehen sorgt im Jahre der Besuch von Altbundeskanzler Willy Brandt (SPD), der im Rahmen des hessischen Landtagswahlkampfs nach Maintal kommt und 3.000 Menschen in ein Festzelt lockt. Bei der Hessenwahl im Oktober bleibt die SPD auch in Maintal stärkste Kraft.

 

Kassenprüfung 1979:

Stadtkämmerer Günter Hack steht im Februar 1979 im Kreuzfeuer der oppositionellen Kritik. Es geht um die Bürgerhäuser dieser Stadt. Der Bericht des Hessischen Rechnungsprüfungsamts ergibt, daß die gesamte Kassenprüfung der Stadt im Jahre 1975 nicht den kassenrechtlichen Vorschriften entsprochen hat. Die elementarsten haushaltsrechtlichen Grundsätze seien - so die Prüfer in ihrem vernichtenden Urteil - nicht beachtet worden. Bürgermeister Erwin Henkel stellt sich vor seinen Stadtrat. Der Skandal um die Stadtkasse wird akribisch aufgearbeitet und es kommt auch zu personellen Konsequenzen im Rathaus. Bürgermeister und Stadtrat leiten schließlich ein Dienstaufsichtsverfahren gegen sich selbst ein. Der frühere Maintaler Kassenleiter, der beim bekannten „Skandal“ schweren Verdächtigungen ausgesetzt war, wird aber im Dezember rehabilitiert. Der Nachtragshaushalt der Stadt Maintal nimmt im Dezember knapp die parlamentarische Hürde. Das Mahnwesen der Maintaler Stadtkasse kommt im März 1980 ins Gerede; angeblich sind Computer schuld an unzureichender Abwicklung.

 

Europawahl 1979:

Die Freien Demokraten machen im März in einer Versammlung ihren Anspruch deutlich, wieder im Stadtparlament vertreten zu sein. Die Parteien werben im März für die Teilnahme an der Europawahl. Diese zeigt im Juni in Maintal stabile Verhältnisse. Die Sozialdemokraten behaupten sich als stärkste politische Kraft.

Maintals Christdemokraten beginnen im Juli mit einer Reihe von Vereinsbesuchen, um die Sorgen und Nöte der Vorstände und Mitglieder kennenzulernen. Im November erklären sie öffentlich, sie werden Franz Josef Strauß im Wahlkampf unterstützen.

 

Stadtratswahl 1980:

Bei der Stadtrats-Nominierung kommt in der Delegiertenversammlung des SPD-Stadtverban­des kein Maintaler zum Zug. Die Nominierung eines Kandidaten für das Amt des Ersten Stadtrats bringt die SPD in eine heftige Zerreißprobe. Der Dörnigheimer Ortsverein schickt Fraktionschef Peter Laskowski ins Rennen, die Bischofsheimer Genossen benennen ihren Vorsitzenden Sepp Sigulla Im ersten Wahlgang geht Laskowski mit nur fünf Stimmen unter. Sigulla erhält die meisten Voten, muß aber gegen den externen Kandidaten Dr. Walter Unger in die Stichwahl. Dabei geben die Dörnigheimer Delegierten den Ausschlag und stimmen für Dr. Unger. Bei der Abstimmung im Parlament raufen sich die Sozialdemokraten wieder zusammen, so daß ihre Einstimmen-Mehrheit im März hält und Gegenkandidat Paul Mathes, der Vorsitzende der CDU, eine weitere Niederlage einstecken muß. hat entschieden: Der Erste Stadtrat soll Dr. Walter Unger heißen. Mit dieser Entscheidung, die im zweiten Wahlgang fiel, haben die Genossen ihren eigenen Kandidaten Peter Laskowski (Ortsverein Dörnigheim) und Sepp Sigulla (Ortsverein Bischofsheim) eine Absage erteilt.

Parteien_

Der SPD-Kandidat für den Bundestag, Bernd Reuter aus Nidderau, wird im März Kreisvorsitzender seiner Partei. Helmut Nägele wird neuer Vorsitzender der Wachenbuchener SPD. Hans Rauch wird im März neuer Vorsitzender der Hochstädter Sozialdemokraten. Im Bischofsheimer Bürgerhaus findet im April der SPD-Bezirksparteitag statt. Stadt­kämmerer Günter Hack bleibt im Mai weiter Chef der Maintaler Sozialdemokraten. Die Hochstädter Sozialdemokraten feiern im Juni ihren 90.Geburtstag, Bundesvorsitzender Brandt schickt zum Festakt ein Glückwunschtelegramm. In Bischofsheim eröffnet die SPD im August ein Parteibüro.

Die Dörnigheimer Sozialdemokraten wählen 1981 Siegfried Bornat im September zum Vorsitzenden. Lothar Klemm aus Maintal soll im Oktober Landtagskandidat der Sozialdemokraten im nächsten Jahr werden (später bringt es der Hochstädter bis zum Hessischen Wirtschaftsminister).

Wilhelm Lapp wird im März erneut zum Vorsitzenden der Maintaler Freidemokraten gewählt.

Bei der Amtseinführung von Stadtrat Dr. Unger im April wird er in den Ruhestand verabschiedet (feierlich erst im Oktober 1981). Nach heftigen Diskussionen wird er im Dezember zum Spitzenkandidat der FDP für die Kommunalwahl bestimmt. Im Mai 1981 gibt es einen Streit, mit welchem Partner die kleine FDP in Maintal eine Koalition eingehen wird.

 

Der Maintaler Landtagsabgeordnete Walter Korn (CDU) wird Vorsitzender der CDU im Main-Kinzig-Kreis. Viele hundert Teilnehmer verzeichnet im Mai der „Maintaler Frühlingslauf“, eine Veranstaltung der CDU. Beim Kreisparteitag der CDU in Bischofsheim im September 1981 feiert die Partei ihr 35jähriges Jubiläum. Christdemokrat Walter Korn aus Maintal kann sich im November als Landtagsabgeordneter gegen seinen Herausforderer Weider aus Nidderau im Gerangel um die neue Landtagskandidatur durchsetzen. Der Maintaler Landtagsabgeordnete Walter Korn wird im März 1982 zum Vorsitzenden des CDU-Kreis­verbandes gewählt.

 

Philipp Ziegler:

Im September erhielt die Stadt Maintal noch einen Ehrenbürgermeister: Philipp Ziegler, Hochstädter von Geburt und Überzeugung, wurde mit diesem Titel an seinem 70. Geburtstag ge­ehrt. Seit 1956 (nicht 1959, wie in der Zeitung stand) und bis zum Zusammenschluß im Jahre 1974 hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hochstadt, arbeitete er auch in der Stadt Maintal als Stadtrat mit, bis er sich mit 65 Jahren aus dem aktiven Dienst zurückzog. Ziegler feierte erst kürzlich in Hochstadt Diamantene Hochzeit.

 

Wiederwahl Henkel 1980:

Im September kommt es zu einer kommunalpolitischen Sensation: Bei der Abstimmung im Parlament erhält Bürgermeister Erwin Henkel überraschend nicht alle Stimmen seiner Partei. Ein SPD-Parlamentarier hatte bei der Wahl seinen Stimmzettel überhaupt nicht markiert. Das bedeutete „Enthaltung“ und damit zugleich Stimmenpatt. Die Wiederwahl des beliebten Stadtoberhauptes galt damit als abgelehnt. Ratlosigkeit breitet sich in den Reihen der Sozialdemokraten aus. Mehr und mehr setzt sich die Überzeugung durch, daß es bei der Abstimmung lediglich „eine Panne“ gegeben habe, die sich bei nochmaliger Wahl „reparieren“ lasse.

Minuten später wird Stadtkämmerer Günter Hack in seinem Amt bestätigt. In zweiten Anlauf wird auch Erwin Henkel als Bürgermeister wiedergewählt. Die Christdemokraten erheben dagegen rechtliche Bedenken.

Die Wahlkampfargumente prallen im September auch in Maintal mit unverminderter Härte aufeinander. Dafür sorgen bundespolitische „Streithähne“. Selbst die Festlichkeiten stehen in: Zeichen der bevorstehenden Bundestagswahl. Noch kurz vor der Wahl wird im Oktober ein Ortsverband der „Grünen“ aus der Taufe gehoben. Im Zuge der Bundestagswahl befinden sich im Oktober auch in Maintal die SPD und FDP im Aufwind. Die Liberalen erhoffen sich deshalb auch eine Rückkehr ins Maintaler Parlament.

Der Maintaler Schuldirektor Karl Eyerkaufer wird im November zum Spitzenkandidaten der Sozialdemokraten im Main-Kinzig-Kreis nominiert.

Für Bürgermeister Erwin Henkel und Stadtkämmerer Günter Hack beginnt am 15. Januar 1981 eine weitere sechsjährige Amtszeit als hauptamtliche Wahlbeamte. Die Wiederwahl durch die Stadtverordnetenversammlung erfolgte im zweiten Anlauf, nachdem es bei der ersten Abstimmung im September 1980 durch die Enthaltung eines Stadtverordneten zum Stimmenpatt gekommen war.

 

Kommunalwahl 1981

Die großen politischen Parteien verabschieden im Februar ihr Programm für die Kommunalwahl. Im Wahlkampf soll die Plakatwerbung aller Parteien auf drei Wochen beschränkt werden. Parteienvertreter sind im Zuge des Wahlkampfes von einem hektischen Reisefieber ergriffen, sie besichtigen kommunale Einrichtungen der Stadt. Zur Monatsmitte des März tritt der Wahlkampf auch in Maintal in seine heiße Phase.

Bei den Kommunalwahlen im März büßt die bis dahin in Maintal allein regierende SPD ihre absolute Mehrheit ein. Zwar verliert auch die CDU an Stimmen, doch da die FDP in die Stadtverordnetenversammlung zurückkehrt, verfügt keine der Fraktionen über eine Mehrheit. Eine Koalitionsabsprache gibt es zunächst nicht.

 

Fritz Herforth:

Der ehrenamtliche CDU-Stadtrat Fritz Herforth stirbt im Alter von nur 54 Jahren im Juli in der Frankfurter Universitätsklinik. Er gehörte seit 1965 der Stadtverordnetenversammlung von Dörnigheim an und war von 1972 bis 1974 ehrenamtlich im dortigen Magistrat tätig. Nach dem Zusammenschluß wurde er Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und gehörte seit 1978 ehrenamtlich zum Magistrat.

 

Haushalt 1982:

Die Maintaler Haushaltsberatungen für das Jahr 1982 müssen 1981 in das neue Jahr verschoben werden, da die Zahl der Steuerschätzungen noch nicht vorliegt. Die angespannte bundesweite wirtschaftliche Lage schlägt in Maintal ebenfalls durch. Bürgermeister Erwin Henkel (SPD) spricht dann auch davon, daß es aufgrund der zurückgehenden Einnahmen eine innerhalb von wenigen Jahren nicht zu bewältigende Aufgabe sei, Gemeinden von 3.000, 5.000, 14.000 und 18.00 Menschen „zu einer ansehnlichen Mittelstadt“ von 40.000 Einwohnern zusammenzulegen.

Im Parlament verkündet der Stadtkämmerer Hack schon im November 1981 an, daß im kommenden Jahr der Rotstift angesetzt werden muß. Der Haushalt der Kommune ist in den Beratungsgremien. Der Maintaler Haushalt kann aber im Dezember nicht beraten werden, weil es neue Zahlen über Steuerschätzungen gibt. Der Stadtkämmerer hat den Haushaltsplan für 1982 radikal zusammengestrichen: Vereine; Verbände und Organisationen müssen jetzt mit geringerer städtischer Unterstützung rechnen, zahlreiche geplante Baumaßnahmen müssen aufgeschoben werden. Aber in den politischen Gremien herrscht im Januar überraschend Einigkeit darüber, wie Maintals Haushalt saniert werden könnte, doch die Einigkeit sollte nicht von langer Dauer sein. Im März wird ein Sparhaushalt vom Parlament verabschiedet. Zudem offenbart der Bericht des Rechnungsprüfungsamtes der Stadt Maintal im März im abgelaufenen Haushaltsjahr „Schlamperei“ und Unregelmäßigkeiten, im politischen Alltag wird darüber noch lange diskutiert. Die Diskussionen in den Parlamentsausschüssen werden im April von „leeren Kassen“ geprägt. Es sind viele Umstrukturierungen notwendig.

Im Parlament formiert sich im November 1982 bei der Diskussion um den Nachtragshaushalt eine „neue Mehrheit“: CDU und FDP lehnen den Etat ab. Die Zusammenarbeit von SPD und FDP wird beendet Im letzen Augenblick wird im Dezember der Nachtragshaushalt im Maintaler Parlament verabschiedet. Doch diese Sitzung wird zum „Schwarzen Tag“ der Stadtverordnetenversammlung: Der Parlamentschef Krieger wird ver­abschiedet, doch man kann sich über die Art der Ehrung für den verdienten Politiker nicht einigen. Die gesamte Sitzung wird zum peinlichen Eklat. Horst Schneidmüller heißt nun der neue ,,erste Mann“ in dieser Stadt.

Erst im Januar 1983 wird der Stadtverordnetenvorsteher und frühere Bürgermeister von Bischofsheim, Georg Krieger, in einem großen Festakt verabschiedet.

 

Rücktritt Erwin Henkel 1982:

Bei einer Delegiertenversammlung der Sozialdemokraten im März 1982 droht Bürgermeister Erwin Henkel erstmals mit Rücktritt. Die Parteigänger sind aufgeschreckt, doch der Hader zwischen den einzelnen Stadtteilen bleibt. Dann kündigen die Sozialdemokraten dieser Stadt ein „Wende“ in ihrer Arbeit an: Karl Eyerkaufer wird neuer Vorsitzender der Partei. Nachdem der Sozialdemokrat und frühere Bürgermeister von Dörnigheim bereits im März mit Rücktritt gedroht hatte, läßt er im Mai „die Katze aus dem Sack“: Er will im kommenden Jahr Geschäftsführer beim Hessischen Städte- und Gemeindebund in Mühlheim werden. Bei nur einer Gegenstimme wird er im September dann auch gewählt. Seine neue Position tritt er am 1. März 1983 an. Zuvor gibt er sein Amt als Maintaler Bürgermeister ab. Im Februar 1983 wird er auch in der österreichischen Partnergemeinde Moos­burg feierlich verabschiedet. Im Mai 1985 ist Erwin Henkel als Landrat des Kreises Gießen im Gespräch, doch bei der Wahl später kann er sich nicht durchsetzen.

 

 

Landtagswahl 1982:

In den Parteien werden im Juli die ersten „Startlöcher“ für den bevorstehenden Wahlkampf gegraben; ein „Abkommen“ zwischen den Parteien wird es aber nicht geben. Im Rahmen des Landtagswahlkampfs geben sich im August Spitzenpolitiker in Maintal die Türklinke in die Hand, viele von ihnen besuchen die Redaktion des „Tagesanzeiger“. Vom Bruch der Sozialliberalen Koalition ist im September auch das politische Klima in Maintal geprägt, Wahlkampftermine platzen. Das Wahlergebnis zur Landtagswahl brachte im September auch in Maintal keinen Erdrutsch: Die Bürger lagen „im Trend“, es gab ein niederschmetterndes Ergebnis für die FDP. Lothar Klemm (früher Maintal, jetzt Rodenbach) rückte bei der Landtagswahl im September für die SPD ins Parlament ein.     

 

Bürgermeisterwahlkampf 1982:

Nach Klausurtagungen der Parteien im Oktober steht fest: Für die SPD kandidiert Stadtrat Dr. Unger als Bürgermeisternachfolger. CDU-Kandidat Paul Mathes fiel in Schmitten im Taunus bei seinen „Parteifreunden“ unten durch. Die Christdemokraten wollen sich ihren Kandidaten stattdessen über die „Wiesbadener Liste“ holen. Noch merken sie es nicht: Die CDU-Frakt­ion löst damit den größten Konflikt ihrer städtischen Geschichte aus. Im November und Dezember kommt es zu schweren Auseinandersetzungen in der CDU, bei Versammlungen brechen in offenen Tumulten tiefe zum Teil persönliche Gräben in der Parteiführung auf. Die Maintaler CDU-Fraktion will im Dezember einen Kommunikationsfachmann als Bürgermeisterkandidat aufstellen, es werden - wegen der städtischen Ausschreibung - rechtliche Bedenken gegen diese Kandidatur angemeldet. Noch immer gibt es im Dezember in der CDU keine Ruhe, die Querelen werden nicht nur das Weihnachtsfest, sondern sogar den Jahreswechsel überdauern. . Zugleich kommt es zu einer offenen Auseinandersetzung zwischen Paul Mathes und Walter Korn, dem aus Maintal stammenden Vorsitzenden der Kreis-CDU und Landtagsabgeordneten.

 

 

 

Infrastruktur

 

Mehrzwecksporthalle /Maintalhalle 1979:

Die Mehrzwecksporthalle ist 1979 mit einem Investitionsvolumen von rund 7,8 Millionen Mark das größte Einzelinvestitionsprojekt seit Bestehen der Stadt Maintal. Es ist bezeichnend, daß diese größte Hochbaumaßnahme nach der Errichtung des Mittelpunktschwimmbades durch die früher selbständigen Gemeinden Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt im Verein mit dem ehemaligen Landkreis Hanau wiederum zur Verbesserung der Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung der Bevölkerung dienen soll. Die verantwortlichen Gremien der Stadt Maintal sehen darin einen weiteren deutlichen Beweis ihrer Sportfreundlichkeit. Im Juli stellt sich allerdings heraus, daß die Mehrzwecksporthalle jetzt doch mehr kosten soll. Noch ist die Großsporthalle nicht fertiggestellt, da streiten sich die Vereine im September schon um die Nutzungszeiten; in diesen Tagen wird für die Einrichtung das Richtfest gefeiert

Als größtes Objekt wurde die Maintal-Halle mit einem Kostenaufwand von rund 8 Millionen Mark errichtet. Richtfest war im Mai 1980 die Einweihung Ende August. Diese Halle entspricht den modernsten Anforderungen sportlicher Disziplinen. Angeschlossen ist ein eigener Fechtbereich, die ergänzenden Räumlichkeiten eines Bürgerhauses (Colleg und Gastwirtschaft), die Kegelbahn, die Schießsportanlage, der Filmvorführraum und die Bücherei.

Etwa 150 geladene Gäste erlebten die Einweihung des wohl größten Bauprojektes der Stadt Maintal - der Maintal-Halle in Dörnigheim. Das Projekt begeisterte in seiner Ausstattung die Besucher, die allesamt des Lobes voll waren. Von Experten wird die Maintal-Halle als die modernste Einrichtung für Sportler im gesamten Main-Kinzig-Kreis bezeichnet. Zahlreiche Bürger konnten aus Anlaß der Einweihung eine Fülle von sportlichen Darbietungen erleben, die zugleich einen guten Überblick über die sportliche Vielfalt in Maintal gaben. Ein dreitägiges Programm begeistert viele Besucher. Aber nachträglich droht 1981 eine neue Kostenlawine: Architekten haben Nachforderungen von fast 900.000 Mark.

 

Schwimmbad 1979:

In den fünf Jahren des Bestehens wurden Hallen- und Freibad von mehr als 900.000 Menschen aufgesucht, dazu mußten rund 65.000 .Kinder im Alter unter sechs Jahren gezählt werden, sie zahlten keinen Eintritt. Zwei Drittel aller Besucher kamen ins Hallenbad. Viele davon aus Kommunen, die eigene Hallenbäder besitzen. Beim Bau des Maintaler Hallenbades hatte man bewußt auf eine Sprunganlage verzichtet, was das Schwimmen für ältere Besucher sehr viel angenehmer machte.

In der Herbst-Winter-Saison wurde der dritte Warmbadetag eingeführt, das Wasser hatte an diesen Tagen eine Temperatur von 30 Grad Celsius, die Lufttemperatur betrug 35 Grad. An normalen Tagen lagen die Temperaturen um jeweils 5 Grad Celsius niedriger.

Die Eintrittskarten wurden an Kassenautomaten gezogen, dadurch war der Personalaufwand gering. Neben einem Bademeister waren zwei Bademeistergehilfen, ein Haus- und Maschinenmeister, eine Auszubildende und fünf Teilzeit-Badewärterinnen beschäftigt.

Das Mittelpunktschwimmbad gehörte dem „Zweckverband Mittelpunktschwimmbad“. Dem Zweckverband gehörten Maintal und der Main-Kinzig-Kreis an. Zuschüsse waren für den Betrieb der Einrichtung notwendig, als 75prozentiger Anteilseigner trug Maintal davon die Hauptlast. Aber im September 1979 beklagen die Verantwortlichen für das Maintaler Schwimmbad die schlechteste Badesaison seit Jahren. Dennoch wird zum Jubiläum im Oktober ein bunter Veranstaltungsreigen geboten.

Das Mittelpunktschwimmbad bereitet sich im April 1982 auf die neue Badesaison vor, umfangreiche Renovierungsarbeiten werden durchgeführt; im Juli verzeichnet es einen Besucherrekord.

 

Baugebiete 1979:

Für den Stadtteil Bischofsheim wurde im Jahre 1979 vom Regierungspräsidenten in Darm­stadt der Bebauungsplan „Am Zimmersee“ und für den Stadtteil Hochstadt von der gleichen Behörde der Bebauungsplan „Weinbergstraße“ für rechtskräftig erklärt. Die Bebauung dieser beiden Gebiete war noch von den ehemals selbständigen Gemeinden Bischofsheim und Hochstadt betrieben worden. Die Gremien der Stadt Maintal hatten sich für eine Ausweisung von Ein- und Zweifamilienhäusern in diesem Bereich entschieden. Beide Baugebiete sind die letzten größeren Siedlungsgebiete, die im Flächennutzungsplan der Stadt Maintal bis zur Mitte des nächsten Jahrzehnts für eine Bebauung vorgesehen sind. Dies bedeutet, daß mit der Besiedelung dieser beiden Gebiete das Wachstum der Stadt Maintal nahezu beendet sein wird. Sicherlich wird es nicht leicht sein, dem nach wie vor bestehenden Siedlungsdruck hier zu widerstehen. Wenn jedoch die junge Stadt Maintal ihrem Anspruch gerecht werden will, eine Stadt im Grünen zu sein, muß sie sich diesem Siedlungsdruck widersetzen.

Für die Erschließung des Baugebietes „Am Zimmersee“ im Stadtteil Bischofsheim und die Erschließung des Baugebietes „Weinbergstraße“ im Stadtteil Hochstadt hat die Stadt Maintal im Jahre 1979 rund 2 Millionen DM aufgewendet. Der überwiegende Betrag dieser Summe ist allein für die Projektierung und die Ausführung einer den modernen Erfordernissen entsprechenden Entwässerung dieser Gebiete aufgewendet worden.

 

Erhaltung historischer Stadtkerne 1979:

Eine Initiative „Altes Rathaus“, die seit fünf Jahren für die Erhaltung des historischen Gebäudes in Dörnigheim eintrat, wird im Mai 1977 wegen allgemeiner Aussichtslosigkeit aufgelöst. Im September wurden noch einmal neue Möglichkeiten für die Nutzung in der Stadt diskutiert, aber am Ende stand das Haus leer.

Die Stadt Maintal hat 1979 ihre Bemühungen verstärkt, die historischen Ortsbilder ihrer Stadtteile zu bewahren und hervorzukehren. So wurden private Initiativen zur Renovierung alter Gebäude ebenso gefördert wie die Erhaltung historischer städtischer Bauwerke und Anlagen. Die Stadt Maintal sieht es als ihre Verpflichtung an, die historischen Ortskerne der Nachwelt zu erhalten. Von einem gesondert eingesetzten Beirat sind Vorschläge für entsprechende Ortssatzungen erarbeitet worden. Im Jahre 1980 wird es die Aufgabe der städtischen Gremien sein, zusammen mit den betroffenen Bürgern hier zu einer ausgewogenen und den Interessen der Allgemeinheit wie auch der Privateigentümer gerecht werdenden Lösung zu kommen. Im März erläßt die Stadt Richtlinien zur Erhaltung historisch wertvoller Gebäude.

In Maintal wird im Mai 1981 ein Wettbewerb für die schönste Fassade ausgeschrieben. Die Gewinner sollen Bargeld als Preise erhalten. Im August wird eine Satzung zur Erhaltung des historischen Ortsbildes von Hochstadt verabschiedet. Im Oktober gibt es Richtlinien über Zuwendungen bei der Renovierung von Altbauten.

Denkmalfragen spielen 1982 mehrfach eine Rolle: Eine alte Scheune in der Dörnigheimer Altstadt sorgt im Februar für Gesprächsstoff: Der Besitzer will den Abriß, Nachbarn und der historische Kulturkreis wollen das Gebäude. erhalten. Nach tagelangem Tauziehen wird sie dann doch abgerissen.

Auch im April 1982 schlagen die Wogen hoch, als der Leiter des hessischen Straßenbauamtes im April gegenüber dem Tagesanzeiger erklärte, am liebsten würde man den Abriß der alten Stadtmauer entlang der Kennedystraße im Stadtteil Dörnigheim sehen, um die Bundesstraße verbreitern zu können. Entwarnung kommt aber vom Kreisbeigeordneten Becker: „Wir haben einmal dem Denkmal Stadtmauer zugestimmt und dabei bleibt es“ (Allerdings ist die Mauer in der Folgezeit immer wieder „durchlöchert“ worden). Der Historische Kulturkreis unternimmt Anstrengungen, das ,,Denkmalbewußtsein“ der Bürger zu unterstützen.

 Zwei Fachwerkbauten in Dörnigheim (altes Rathaus) und Hochstadt (Hauptstraße 32) erhalten im Mai 1982 den ersten Preis beim städtischen Fassadenwettbewerb.

 

Gewerbe und Arbeitnehmer:

Die erste Ausstellung des Bischofsheimer Einzelhandels im März 1979 wird zu einem außergewöhnlichen Erfolg. Auch im März 1980 präsentiert der Gewerbeverein das „Schaufenster im Bischofsheimer Bürgerhaus“, eine Leistungsschau des Einzelhandels. Mit Unterstützung der Stadt Maintal kann der Verein sich auch erstmals der Öffentlichkeit präsentieren in einer Sonderschau im Rathaus. Die Gewerbeausstellung „Bischofsheimer Schaufenster“ wird auch im April 1981 zum überwältigenden Erfolg. Maintaler Betriebe stellen sich vor, der Zuspruch ist erstaunlich.

Weitere Gewerbeflächen sollen im Mai 1980 im Dörnigheimer Osten erschlossen werden. Millionen von Mark werden in den nächsten Jahren in die Erschließung gesteckt.

Maintaler Firmen beteiligen sich im September 1979 an der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt.

 

Im März streiken 1981 Metallarbeiter aus Maintal, um ihren Forderungen nach mehr Lohn Nachdruck zu verleihen, die Aktionen verlaufen friedlich. Auch im April gehen Maintaler Metallarbeiter wieder auf die Straße, sie fordern erneut mehr Lohn.

Im April freut man sich noch, daß die Arbeitslosenzahlen auch in unserer Region rückläufig sind, doch ein Wirtschaftsaufschwung ist bei den Experten nicht in Sicht. Schon im Mai werden die offenen Stellen immer weniger, die Zahl der Kurz­arbeiter hat eine Rekordmarke erreicht. Im Juni hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt drastisch zugespitzt. Im August sind alle Berufsgruppen von umfassender Arbeitslosigkeit erfaßt worden. Auch nach den Ferien belebt sich im September der Arbeitsmarkt in der Region nicht, auch Maintal von einer großen Entlassungswelle bedroht (allerdings war der Anstieg längst nicht so dramatisch wie später).

Über 40 Firmenchefs sind im Mai der Einladung zur zweiten Vorbesprechung für die Gründung eines Dörnigheimer Gewerbevereins gefolgt. Bürgermeister Henkel erklärte Sinn und Zweck eines solchen Vereins und Heinz Krön, Vorsitzender des vergleichbaren Bischofsheimer Vereins, bot Rat und Hilfe seiner Organisation an. Nach Bischofsheim soll auch in Dörnigheim eine Gewerbeausstellung ausgerichtet werden. Im Mai gründen die Geschäftsleute den Gewerbeverein, der eine Ausstellung organisieren soll. Im Oktober präsentiert der Dörnigheimer Gewerbeverein seine erste Ausstellung.

In Maintaler Firmen werden im August 1982 überraschend Massenentlassungen angekündigt, das Unternehmen GKN Windsor in Bischofsheim schreitet mit einer spektakulären Aktion voran.

Im Bischofsheimer Bürgerhaus präsentiert sich im März 1982 der Einzelhandel mit seinem inzwischen traditionellen „Schaufenster“. Lebhafte Resonanz ist im Oktober auf der zweiten „Gewerbepalette“ zu verzeichnen, die in Dörnigheim Tausende von Besuchern anlockt.

Auch in Hochstadt wird im Oktober 1982 ein Gewerbeverein aus der Taufe. gehoben.

In Maintal wird im Mai 1982die „Hessische Apfelweinstraße“ aus der Taufe gehoben. In der rustikalen Kelterei-Gaststätte der größten Apfelwein-Kelterei Deutschlands, der Firma Höhl in Hochstadt, kam im Mai der Vorstand des Maintaler Verkehrsvereins zusammen, um verschiedene Aktivitäten im Bereich Fremdenverkehrswerbung zu beraten. Dabei kam die bereits vor Jahren von den Kelterei-Inhabern gefaßte Idee sehr entgegen, eine „Hessische Apfelweinstraße“ dort auszuweisen, wo das Nationalgetränk der Hessen traditionell getrunken und in vielen Keltereien auch noch selbst hergestellt wird.

Eine japanische Wirtschaftsdelegation besucht im Juni 1982einen Maintaler Industriebetrieb. In Hessen wird im Oktober eine Rekordernte von Äpfeln registriert, entsprechend groß ist die Ausbeute bei den heimischen Apfelweinkeltereien.

 

Verschiedenes Maintal:

Im Main wird 1977 eine neue überdimensionale Gasleitung verlegt.

Die Stadt Maintal stellt im August 1977 ein Millionenprojekt vor, an dem sie beteiligt ist: die Kläranlage in Hanau.

Der städtische Krankenpflegedienst zieht im Juni Bilanz und sieht seine Kapazitäten restlos ausgeschöpft; nach Alternativen wird gesucht.

Der Kreis sorgt sich im August 1979 um die zunehmende Zahl von Schwarzbauten, Maintal bildet hierin keine Ausnahme.

Steigende Benzinpreise lassen im November 1979 die Benzindiebe wieder munter werden; es werden zahlreiche Diebstahlsfälle bekannt.

Maintals Stadtbüchereien können im September 1979 eine schöne Bilanz vorlegen.

In einer Bürgerversammlung im November 1979 machen Maintaler deutlich, wo ihnen der Schuh drückt: Krankentransport, Straßenlärm und Jugendschutz stehen ganz oben an.

In Maintals Neubaugebieten werden im März 1980 die verkehrsberuhigten Zonen abgelehnt.

Die Diskussion um den Bau einer Müllverbrennungsanlage wird im Dezember 1980 zum politischen Dauerbrenner auf Kreisebene.

In einigen Maintaler Stadtteilen werden im Juli 1980 Wasser- und Gasrohre verlegt; die Kreiswerke wollen viele hunderttausend Mark dafür ausgeben. Die Kläranlage zwischen Hanau und Dörnigheim wird im Mai um einen „biologischen Trakt“ erweitert. Im März 1981 verlegen die Kreiswerke Gasrohre und Wasserleitungen.

Maintal wirbt im November 1981 um Industrieansiedlungen und kann dabei auf stattliche Erfolge verweisen.

Im September 1981 soll ein Fremdenverkehrsverein gegründet werden. Mit dem Verkehrsverein wollen Maintals Gastronomen im Oktober den Tourismus ankurbeln. Die Stadt Maintal kann mit einer positiven Hotel-Bilanz aufwarten, die Betten sind 1982 bequem und preiswert.

Die Stadt spart 1982 auch in ihren Bürgerhäusern: Überstunden der Hausmeister soll es nicht mehr geben. Auch die Heizkosten in den öffentlichen Gebäuden sollen drastisch reduziert werden.

Im Flächennutzungsplanentwurf, der im März 1982 vom Umlandverband vorgestellt wird, ist für die Stadt Maintal zwar ein S-Bahnanschluß vorgesehen; doch ein Stadtzentrum soll es nicht geben.

 

Dörnigheim:

Der Magistrat will 1977 in Dörnigheim einen neuen Fest- und Spielplatz schaffen (vorher war er an der Stelle der Maintalhalle). Er wird im Jahr 1979 südlich des Bahnhofs hergestellt. Gleichzeitig dient er als Parkplatz für die Benutzer der Bundesbahnlinie. Es war später nur noch Parkplatz und wurde schließ­lich mit dem Braubach-Zentrum bebaut.

Im Rahmen einer Feierstunde wird im März 1977 das neue Postamt an der Berliner Straße in Dörnigheim seiner Bestimmung übergeben. Damit entsteht aber ein neuer Gefahrenpunkt für den Verkehr, mit dem sich der Verkehrsausschuß befassen will. Da ist aber bis heute nichts gemacht und läßt sich auch nicht viel machen. Maintals Post stellt sich im Dezember 1981 auf den Weihnachtsandrang ein. Aus der Deutschen Bundespost ist inzwischen die Deutsche Post AG geworden, die Filiale an der Berliner Straße wird wie ein Wirtschaftsbetrieb geführt.

Die katholische Kirche in der Hasengasse in Dörnigheim wird im August renoviert.

Die Kreuzung der Berliner Straße / Zeppelinstraße wird im März 1979 ausgebaut.

Gegen den Willen der Anlieger wird im Juli 1979 die Braubachbrücke in der Philipp-Reis-Straße für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Anwohner machen im November ihrem Unmut Luft, sie legen dem Bürgermeister eine Unterschriftensammlung vor, in der sie die Öffnung der Straße fordern. Anlieger der Philipp-Reis-Straße wehren sich auch im April 1980 in einer Unterschriften-Aktion gegen die bestehende Verkehrsführung: sie wollen nicht länger „abgeschnitten“ sein (Geht es um die Braubachbrücke oder die Schließung des Bahnübergangs Eichenheege?).

Für den Anbau des Altenwohnheims mit 18 altengerechten Wohnungen in der Ascher Straße wird im August 1979 Richtfest gefeiert; dieses Projekt war bereits von der ehemals selbständigen Stadt Dörnigheim geplant worden.

Im Oktober 1979 werden in der Nähe der Braubach Munitionsteile gefunden, es soll sich um Reste eines ehemaligen US-Lagers handeln; Experten stellen später fest, daß keine große Gefahr besteht.

Mieter in der Waldsiedlung gehen im Oktober 1979 auf die Barrikaden. Sie wollen energiesparende Maßnahmen in ihren Häusern durchsetzen. Auch im Januar 1980 protestieren Mieter­initiativen gegen Energieverschwendung und Erhöhung der Umlagen. Wegen steigender Heizkosten beschweren sich im April Mieter aus der Waldsiedlung erneut. Im Juli 1982 bildet sich eine offizielle eine Mieterinitiative, die bei der Wohnungs­baugesellschaft seit langem vorgebrachte Forderungen durchsetzen will.

Im Westen Dörnigheims kommt es im September 1979 zum ersten Spatenstich für einen Kleingartenpark, der von Frankfurter Gartenfreunden genutzt werden soll.

Die Honeywellstraße in Dörnigheim wird 1980 ausgebaut.

 

Bischofsheim:

Am Gänsweiher in Bischofsheim wird 1979 ein neuer Musikpavillon offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Die Kreissparkasse eröffnet im Oktober 1979 in Bischofsheim eine Zweigstelle.

Der Bundesbahn-Haltepunkt in Bischofsheim wird 1979 als ein Schandfleck in der Stadt erkannt, die Bundesbahn wird aufgefordert, eine Renovierung in die Wege zu leiten.

Im Bischofsheimer Neubaugebiet Goethe-Straße macht sich im Dezember 1979 wachsender Unmut der Bewohner bemerkbar, Parkplatzsorgen sind augenfällig.

Vom neuen Zeittakt beim Telefonieren ist im Dezember 1979 auch der Maintaler Stadtteil Bischofsheim betroffen. Aber Bischofsheim wird 1980 als erster in die „Nahverkehrs-Regelung“ beim Telefonieren aufgenommen. In Oktober wird ganz Maintal einheitlich auf den Zeittakt beim Telefon umgestellt.

In der politischen Diskussion ist im Januar 1980 das „Zimmerseegebiet“ im Stadtteil Bischofsheim, ein großes Neubaugebiet. Die Erschließungsmaßnahmen im Zimmerseegebiet in Bischofsheim werden fortgesetzt.

Der Maintaler Magistrat beschließt im Mai 1980, daß nach Zimmersee- und Weinberggebiet kein weiteres Wohngebiet mehr ausgewiesen werden soll (Dabei ist es bekanntlich nicht geblieben).

Schon im Januar 1980 wird mitgeteilt, daß in Hochstadt kein Krankenhaus gebaut wird. Erster Kreisbeigeordneter Dr. Hermann Schönfelder erteilt damit der SPD-Fraktion im Kreistag eine klare Absage. „Die mitbestimmende Krankenhauskonferenz und der hessische Sozialminister haben beschlossen, daß das auf 250 Betten ausgelegte geplante Krankenhaus aus dem Bedarfsplan gestrichen wird“, informierte der Kreisbeigeordnete. Damit droht die Gefahr, daß der vorgesehene Bauplatz zur „teuersten Wiese der Bundesrepublik“ wird - die Eigentümerin Nassauische Heimstätte kann einen Rückkauf des Geländes durch den Kreis verlangen. Also lag es nicht daran, daß die Stadt eine Bebauung der „Weidekaute“ nachträglich versagte. In den Parteien sorgt das Projekt eines Maintaler Krankenhauses aber im Februar immer noch für Diskussion. Aber nachdem das Gelände für ein vormals geplantes Krankenhaus in Hochstadt seit 1981 nicht mehr vom Land Hessen reserviert worden ist, scheint das Projekt endgültig gestorben.

 

Hochstadt:

In den politischen Gremien wird 1977 optimistisch darüber gesprochen, daß der Ortskern von Hochstadt in einigen Jahren ganz zur Fußgängerzone werden könnte. Nördlich von Hochstadt wird im Mai Am Hochstädter Obertor sind im August 1977 Bauarbeiten im Gange.

Es wird mit dem Ausbau eines Kinderspielplatzes begonnen, dem späteren Festplatz.

Am Hochstädter Bürgerhaus wird im Mai 1979 ein Bauskandal offenkundig. Schwerste Mängel in der Bauausführung werden deutlich; ein Verantwortlicher dafür findet sich aber nicht.

Im Parlament wird im Juni 1979 eine Wasserenthärtungsanlage für Hochstadt beschlossen.

Im Dezember 1981 wird beschlossen, daß Wasser für Hochstadt von den Kreiswerken bezogen werden soll; damit ist eine jahrelange Debatte zu Ende. Das Hochstädter Wasser wird allerdings gemischt aus einem Drittel hartem Hochstädter Wasser und zwei Drittel Wasser aus dem Vogelsberg.

Maintals Sozialdemokraten wollen im Dezember 1979 an dem Projekt des Hochstädter Kreiskrankenhauses auf der Weidekaute unbedingt festhalten: Im Rahmen der Parlamentssitzung im Dezember gibt die Partei bekannt, daß sie an dem Projekt festhalten wollen.

Die Erschließungsmaßnahmen im Weinberggebiet in Hochstadt werden 1980 fortgesetzt.

 

Wachenbuchen:

Um das Wachenbucher Bürgerhaus entsteht ab Juni 1977 ein Skandal: Die Abrechnungen stimmen vorne und hinten nicht. Architekt und Stadt liegen sich in den Haaren. Aber auch unter den Parteien gibt es Streit um die Kosten.

 

Verkehr

Verschiedene Baumaßnahmen auf den Straßen in und um Maintal sorgen in den letzten Juli-Tagen 1977 nicht sel­ten für ein totales Verkehrschaos, das nur sehr mühsam beseitigt werden kann.

Ein schrecklicher Unfall auf der Bundesstraße 8/40 macht einmal mehr deutlich, wie problematisch die Verkehrssituation an der Rumpenheimer Fähre ist. Im November 1977 wenden sich die örtlichen Straßenverkehrsbehörden gegen die Zustände der Ampelanlage an der Rumpen­heimer Fähre.

Eltern im Stadtteil Wachenbuchen fordern im Oktober 1977 von den Verantwortlichen der Stadt eine größere Sicherung des Schulweges ihrer Kinder. Die örtlichen Behörden erklären sich überfordert und verweisen auf übergeordnete Dienststellen.

Mit der Südumgehung von Wachenbuchen wird es nach Auskunft von Bürgermeister Erwin Henkel im September 1979 vorerst nicht weitergehen. Zwar hat der Hessische Minister für Wirtschaft und Technik Ende April dieses Jahres den Planfeststellungsbeschluß für dieses Straßenstück erlassen, jedoch haben betroffene Grundstückseigentümer dagegen Klage beim Verwaltungsgericht Frankfurt erhoben. Die Kläger wollen, daß die Straße nicht unmittelbar am Rande der Bebauung auf einem dort vorhandenen Feldweg gebaut werden soll, sondern in einem Abstand von 100 Metern südlich der Bebauungsgrenze.

Die Diskussion um die Wachenbucher Südumgehung spitzt sich im Dezember noch einmal zu; die Stadtverwaltung möchte als Vermittler auftreten. Die Fronten sind unverändert: Die von den Landwirten signalisierte Kompromißbereitschaft der Verlegung der Südumgehung auf eine Trasse, die etwa 30 bis 50 Meter südlich der heutigen Bebauung verläuft, wird von der Mehrzahl der dort in den letzten Jahren angesiedelten Einfamilienhausbesitzern als unannehmbar bezeichnet.

In Wachenbuchen wird nach dem jahrelangen Protest der Bürger im Juni eine Ampel installiert, damit die Kinder sicher auf dem Schulweg sind; die Behörden mußten sich dem Bürgerwillen beugen, erfreuliche Ausnahme.

In Fechenheim wird im Februar 1980 eine neue Eisenbahnüberführung offiziell ihrer Bestimmung übergeben, die sogenannte „Omegabrücke“; der bisherige Bahnübergang wird geschlossen. Erstmals kommt im Februar bei den Verkehrsplanern eine Brücke zwischen Dörnigheim und Mühlheim ins Gespräch.

Ein plötzlicher Wintereinbruch sorgt im Dezember 1980 in Maintal für eine Reihe schwerer Verkehrsunfälle. Auf den Straßen der Stadt herrscht Chaos. Polizei und Rettungsdienste werden kaum noch Herr der Lage.

Bei etlichen Verkehrsunfällen im April 1981 werden Rehe getötet. Am Westzubringer zwischen Hanau und Maintal fehlen Wildschutzzäune.

In Maintal wird im September 1981 ein Gesamtverkehrsplan der Öffentlichkeit vorgestellt. Aber im Radwegenetz der Stadt klaffen im September noch viele Löcher, die Stadt verspricht Abhilfe.

Ein schwerer Verkehrsunfall auf der Querspange fordert im Dezember 1981 zwei Menschenleben. Die Zahl der Unfälle im Maintaler Stadtverkehr steigt weiter an.

Das Maintaler Parlament beschließt im März 1982, daß in Wohngebieten keine Lastwagen mehr abgestellt werden dürfen.

Beim schwersten Verkehrsunfall seit Jahren werden im August 1982 in Bischofsheim während des Straßenfestes drei junge Menschen getötet, ein Motorradfahrer erfaßt zwei Jungen. Alle drei sterben noch an der Unfallstelle. Bei einem schweren Verkehrsunfall im September zwischen Dörnigheim und Hanau werden. zwei Menschen getötet, einer von ihnen ist der bekannte Fußballspieler Klaus-Peter Stahl.

Trotz großer Anstrengungen gelingt es der Stadtverwaltung nicht, im Frühjahr 1982 Straßenschäden zu beseitigen, der finanzielle Spielraum ist zu eng.

 

Autobahn:

Das Hauptproblem ab 1977 ist die Autobahn. Sie wird von verschiedenen Seiten gar nicht begrüßt. Die Bürgerinitiative „Unmenschliche Autobahn“ tritt zum wiederholten Mal mit Protesten an die Öffentlichkeit. Im März 1977 wirft sie dem Wirtschaftsminister vor, gegen ein rechtskräftiges Urteil zu verstoßen. Während der Bau der neuen Autobahn A 66 schon eingeleitet wird, unter­stützt der Magistrat verschiedene Bürger, die auf dem Klageweg Lärmschutzmaßnahmen für Bischofsheim fordern.

In Bischofsheim protestieren Anwohner der Autobahnbaustelle im April, weil vorbeifahrende Lastwagen riesige Staubwolken aufwirbeln. Das Straßenneubauamt verspricht Wasserwagen einzusetzen

Während Politiker sich im Oktober erregen darüber, daß der Autobahnbau unnötig verzögert werde, ist der Unmut der Bürger über die geplante Autobahn durch Maintal auch im November ein Dauerbrenner. In Bischofsheim scheinen Klagen den Fortgang der Arbeiten zu behindern. Auch Hochstädter Bürger wehren sich energisch im Dezember gegen die Belästigung durch den bevorstehenden Autobahnkrach. Sie verlangen von den Verantwortlichen dringend Lärmschutzmaßnahmen.

Die Stadt Maintal steht im Jahre 1979 ganz im Zeichen des Baues der A 66. Aber die Stadt wehrt sich im Februar noch gegen den Geländeverkauf für den Bau der Autobahn im Osten der Gemarkung. Dabei ist von besonderer Bedeutung nicht nur die Fertigstellung dieser Autobahn im Bereich der Gemarkung der Stadt Maintal, sondern auch die Frage des Weiterbaues zur Schließung des Autobahnnetzes im Osten und im Westen der Stadt führte zu heftigen Diskussionen. Im Frühjahr des Jahres 1979 finden die Auseinandersetzungen in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Hanau über eine Weiterführung der Klage in der nächsten Instanz gegen den Ausbau der Autobahn auf der planfestgestellten Trasse in Maintal und hier im besonderen im Stadtteil Dörnigheim ein großes Interesse.

Zur Entlastung der stark befahrenen Ortsdurchfahrten in allen vier Stadtteilen erhoffte man sich eine positive Entscheidung über die baldmöglichste Schließung der Lücke zwischen dem Hanauer Kreuz und dem Ausbauende an der Nahtstelle der beiden Gemarkungen in Höhe des Hanauer Stadtteiles Hohe Tanne. Im Hanauer Stadtparlament wird im Februar grünes Licht für den Weiterbau der Autobahn im Norden der Stadt gegeben.

Nachdem hier eine Entscheidung im Sinne der Maintaler gefallen ist, konzentriert sich das Interesse auf die Fortsetzung des Ausbaues der A 66 über das heutige Ausbauende in Frankfurt-Bergen-Enkheim hinaus. Die Einwohner der Stadt Maintal halten es für unumgänglich, daß zumindest der Anschluß über den Riederwald, den Erlenbruch hinaus bis an die Kaiserleibrücke und damit an die Autobahn A 49 zum Offenbacher Kreuz hinaus fortgesetzt wird. In Maintal macht sich eine zunehmende Unruhe darüber bereit, daß man offensichtlich in Frankfurt von allen beteiligten Seiten nur sehr zögernd an eine Entscheidung herangeht. Mancher fühlt sich einmal mehr von den Versprechungen der Verantwortlichen in der Stadt Frankfurt in dieser Frage im Stich gelassen.

Die Diskussion über den Weiterbau der A 66 im Westen und im Osten hat mit dazu beigetragen, daß die Fertigstellung dieser Autobahn im Bereich der Stadt Maintal und ihre Verkehrs­übergabe nahezu von untergeordneter Bedeutung geblieben sind. Zudem hat der fertiggestellte Torso einer „Stadtautobahn“ auch nicht sehr viel zu einer Verkehrsentlastung in den Orts­durchfahrten der vier Stadtteile beigetragen.

Die Autobahn zwischen der Hohen Tanne und dem Bergen-Enkheimer Hessen-Center wird im November 1979 ohne große Formalitäten eröffnet, wenngleich in weiten Teilen des Stadtgebietes die Lärmschutzmaßnahmen noch unvollständig sind. Auf der Strecke vom Waldschlößchen bis zum Hessen-Center ist die Autobahn so gut wie fertiggestellt. Maintal hat seine Stadtautobahn. Allerdings sind im Frankfurter Osten keine Anzeichen zu erkennen, wie es mit dem Bau weitergehen. soll. Zumindest was den Frankfurter Osten betrifft, hat sich bis dato nichts getan. Um den „Riederwaldtunnel“ wird noch kräftig gestritten.

 

Querspange 1978- 1979:

Im Rahmen der Brückenbauarbeiten für die geplante Querspange von der B 8/40 zur Autobahn A 66 muß im April 1977 der Eisenbahnverkehr in Maintal unterbrochen werden und während der verkehrsarmen Nachtstunden werden die Rammarbeiten nördlich von Dörnigheim durchgeführt

Das erste Teilstück der Querspange - das Straßenstück zwischen Dörnigheim und Bischofsheim - wird Ende November 1978 für den Verkehr freigegeben. Mit der Querspange soll eine Ortsumgehung für Dörnigheim und Bischofsheim geschaffen werden, welche die größten Stadtteile entlastet. Vertreter der Straßenbaubehörden, Abordnungen aus dem Maintaler Rat­haus und Vertreter des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung wohnen der Freigabe der Querspange für den örtlichen Verkehr bei, die der leitende Baudirektor des Straßenbauamtes in Frankfurt, Karl-Fritz Hirsch, und Maintals Bürgermeister Erwin Henkel symbolisch mit dem Entfernen einer Sperre vollzogen.

Neben zahlreichen Nebenstraßenanbindungen sind auf der 1,1 Kilometer langen Teilstrecke ein Durchgang für die Braubach und ein Durchgang für den Gondelbach, eine Fußgängerunterführung und eine Brücke über die Eisenbahngleise gebaut worden. Die Kosten für diese Bauwerke mit 500.000 Mark Landschaftsbaumaßnahmen, werden von der Straßenbaubehörde mit 6,35 Millionen Mark angegeben. Die Bauzeit betrug 21 Monate. Die endgültige Fertigstellung der Querspange soll im Herbst 1979 erfolgen. Sie wird dann 2,3 Kilometer lang sein. Die Öffnung dieser Straße für den Verkehr soll dann erfolgen, wenn gleichzeitig die Verbindungen zur Autobahn und die Hochstädter Südumgehung geschaffen sind. Die Gesamtkosten der Straße werden sich dann auf rund 12,7 Millionen Mark belaufen.

Zunächst stiftet die neue Straße jedoch Verwirrung und Ärger. Die Autofahrer bezeichnen die Hinweisschilder als mangelhaft, die Verkehrsführung als unübersichtlich und das „Ganze als Schildbürgerstreich“. Die Freigabe des ersten Teilstückes ruft zahlreiche Ordnungshüter auf den Plan, die an allen wichtigen Kreuzungen Posten bezogen, um die Autofahrer auf die veränderten Ver­kehrsführungen hinzuweisen.

Dies betraf die Schwerpunkte der Einmündung der Querspange auf die Bundesstraße 8/40, die Kreuzung Bahnhofstraße / Edmund-Seng Straße. Vor allem an den beiden Kreuzungen hat sich die Verkehrssituation völlig geändert, denn die vormals als Hauptstraße ausgewiesene Bahnhofstraße wurde zur Nebenstraße degradiert. Der Verkehr soll später über die Anschlußstelle Dörnigheim/Hochstadt auf die A 66 führen.

Mit der Inbetriebnahme der Querspange werden auch die beiden Bahnübergänge am Bahnhof Hochstadt/Dörnigheim und an der Eichenheege (später wieder geöffnet) geschlossen. Baudirektor Hirsch wies darauf hin, daß bald mit dem Bau der Unterführung am Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim für Fußgänger begonnen werde. Bis dahin gab es eine Brücke als Fußgängerübergang.

Positiv hat sich die Fertigstellung der Querspange zwischen der Bundesstraße 8/40 und der Landesstraße zwischen Hochstadt und Bischofsheim ausgewirkt. Die südlichen Bereiche des Stadtteiles Hochstadt haben dadurch eine deutliche Abnahme der Verkehrsbelastung erfahren. Aber auch in der Ortsdurchfahrt mit dem engen Obertor wurde das Verkehrsaufkommen geringer. Der letzte Teil der Querspange zwischen dem Mittelpunktschwimmbad und der Autobahnauffahrt wird im Oktober offiziell seiner Bestimmung übergeben.

 

Südumgehung Hochstadt:

Das Wirtschaftsministerium gibt im August 1980 „grünes Licht“ für die Südumgehung Hochstadt; man hofft auf einen Baubeginn noch in diesem Jahr. Im Februar 1981 wird mit dem Bau der Hochstädter Südumgehung begonnen. Nach der Öffnung des West­zubringers nach Hanau erhoffen sich die Verantwortlichen im März einen Rückgang des innerstädtischen Verkehrs, doch die Hoffnungen erfüllen sich nicht in dem erwarteten Maße.

Die Diskussion in der Bevölkerung über die Hochstädter Verkehrsprobleme reißt im August 1982 nicht ab. Bürger protestieren gegen die Verkehrsführung in Hochstadt, die Südumgehung soll Entlastung bringen. Zusammen mit Fritz Riemenschneider vom Hessischen Straßenbauamt übergibt im Juli Bürgermeister Erwin Henkel das zweite Teilstück der Hochstädter Südumgehung zwischen Hanauer Straße und Bahnhofstraße dem Verkehr. Das 600 Meter lange Teilstück entstand mit einem Kostenaufwand von rund 2,6 Millionen Mark und soll künftig dazu beitragen, den Durchgangsverkehr aus dem Hochstädter Ortskern herauszuhalten. Die Südumgehung Hochstadts soll weitergeführt werden, im September finden darüber Gespräche mit dem Straßenbauamt statt.

 

Nordumgehung Bischofsheim:

Zum Jahresende 1979 spitzt sich noch einmal die politische Diskussion um die Bischofsheimer Nordumgehung der Autobahn (Fortsetzung der Querspange) zu. Die Bischofsheimer Obst- und Gartenbauer fürchten im Dezember um ihre Anlagen, wenn es mit dem Autobahnbau weitergeht.

Die Einwohner in Bischofsheim haben sich im Jahre 1979 erhofft, daß die Umgehung ihrer Stadtteile der Verwirklichung ein Stück näher gebracht worden wäre. In Bischofsheim zeichnet es sich in den letzten Wochen dieses Jahres ab, daß vielleicht doch noch im nächsten Frühjahr mit der Fortsetzung der Nordumgehung von Bergen-Enkheim her kommend bis zur Querspange begonnen werden kann. Dies würde zu einer erheblichen Verkehrsentlastung in den Straßen „Am Kreuzstein“, „Hochstädter Straße“ und „Berger Straße“ führen.

Anwohner der Berger Straße in Bischofsheim finden sich im August 1980 in einer Bürgerinitiative zusammen, um gegen die Verzögerung beim Bau der Nordumgehung Bischofsheim zu protestieren. Der Bau der Bischofsheimer Nordumgehung ist im Januar 1981 von Geldmangel bedroht. Für die Bischofsheimer Nordumgehung gibt es im Oktober 1982 den ersten Spatenstich, eine weitere Verkehrsentlastung wird erwartet.

 

Main

Der Main wird zur Großbaustelle: Die Schleuse in Kesselstadt wird ab August 1977 neu gebaut. Noch vor der Dörnigheimer wird 1978 die Schleuse in Rumpenheim abgerissen. Beide Schleusen müssen zum einen wegen der Mainausbaggerung weichen, zum anderen, um die Hochwassergefahr einzudämmen. Nach der Ausbaggerung des Flusses können fortan auch sogenannte Euro-Verbände den Main passieren. Das alles geschieht im Zusammenhang mit dem Rhein-Main-Donau-Kanal. Umfangreiche Baggerarbeiten werden im Februar 1979 angekündigt.

Die neue Schleuse in Kesselstadt wird im Mai 1979 erstmals geflutet, die Arbeiten an diesem Großprojekt stehen kurz vor dem Abschluß. Nach dreijähriger Bauzeit wird im Januar 1980 am Mühlheimer Mainufer die neue Mainschleuse feierlich ihrer Bestimmung übergeben.

Nachdem der Main ausgebaggert worden ist, wird im April 1981 die Schleuse Mainkur stillgelegt, das Wehr wird abgerissen.

Im März 1979 wird bekannt, daß an der Schleuse Mainkur soll ein Sportboothafen entstehen, der Kreis will sich an den Planungskosten für dieses Projekt beteiligen. Eine entsprechende Gesellschaft wird im April 1980 gegründet. Maintal will damit eine wichtige Stadt im deutschen Wassersport werden. Die Sportbootfahrer jubeln im November 1979, denn an der Mainkur soll für sie aus der ehemaligen Schleuse ein Hafen gebaut werden.

Der Frankfurter Umlandverband startet im Februar 1981 einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung des Mainufers (eine Aufgabe, die auch nach Jahrzehnten noch nicht abgeschlossen war).

Weniger schön finden es 1981 viele Maintaler, daß die alte Rumpenheimer Schleuse der Spitzhacke zum Opfer fällt und abgerissen wird.

Die Fähre in Dörnigheim wird im Mai 1979 wegen Baggerarbeiten im Main geschlossen. Im Juli 1982 feiert sie ihr 60jähriges Bestehen.

 

Stadtbusverkehr

In politischen Gremien wird im September 1977 darüber diskutiert, zusätzliche Haltestellen für den öffentlichen Linienvorkehr in Wachenbuchen einzurichten. Bei einer Bürgerversammlung in Wachenbuchen wird im Februar 1980 Unmut über angebliche Vernachlässigung des kleinsten Stadtteils geklagt. Die Menschen ärgern sich über schlechte Verkehrsverbindungen.

Die Stadtbuslinie in den Maintaler Stadtteil Wachenbuchen ist 1979 unrentabel, sie wird von zu wenig Bürgern angenommen. Die Spätbuslinie von Hanau nach Wachenbuchen wird wegen zu geringer Fahrgastresonanz eingestellt.

Auch Bischofsheimer Bürger schimpfen im Januar 1980 über die Verkehrsverbindungen: Die Busse fahren zu selten, die Anschlußmöglichkeiten sind miserabel koordiniert und für die Fahrt nach Frankfurt gilt ein Doppeltarif. Das wollen die Bischofsheimer nicht mehr hinnehmen und fordern eine bessere Busanbindung ihres Stadtteils mit Frankfurt und Hanau. Viele benutzen deshalb den eigenen Wagen für die Fahrt zur Arbeit, zum Einkaufen oder um die Kinder zur Schule zu bringen. Die Bischofsheimer hoffen auf eine Änderung im Sommerfahrplan, damit sie nicht länger „abseits“ stehen müssen.

Eine neue Stadtbusführung in Maintal spart im Frühjahr 1980 zwar Wege und Geld, stößt jedoch nicht auf die Zustimmung der Bürger. In seinem Jahresbericht muß der Frankfurter Verkehrs- und Tarifverbund im Juni eingestehen, daß er wieder ein Millionendefizit eingefahren hat.

Die Erhöhung der Maintaler Fahrpreise ist im Mai 1980 amtlich. Die Aufsichtsbehörden haben ihre Genehmigung erteilt. Der Frankfurter Tarif- und Verkehrsverbund erhöht im Juli zum Leidwesen aller Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel die Preise. Heute ist der Tarif nach Frankfurt einheitlich, aber im Verhältnis sicher gleich hoch wie damals.

 

Eisenbahn:

Bürger in Dörnigheim sind im März 1980 aufgebracht: Die Bundesbahn schränkt ihren Service am Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim ein. Die Bahn begründet ihre Sparmaßnahmen mit einem angeblichen Rückgang der Kundenzahlen. Die Christdemokraten starten im März einen Protest gegen Service-Einschränkungen der Bundesbahn. Aber die Bundesbahn weigert sich im November 1981 erneut, den Schalter am Bahnhof Hochstadt- Dörnigheim länger offenzuhalten. Der Frankfurter Verkehrsverbund macht im Oktober 1980 den Maintalern wenig Hoffnung, daß ihre Stadt an das S-Bahn-Netz angeschlossen wird. Der Service der Bundesbahn wird im November 1982 immer schlechter: Die Stückgut- Abfertigung am Bahnhof Mainkur wird eingestellt, viele Maintaler Kunden sind betroffen.

 

Freizeit

Maintals Autobahn-Seen werden im Mai 1980 für Surfen und Angeln freigegeben. Aber noch im Juli gibt es Auseinandersetzungen zwischen den Maintaler Anglern und dem Rathauschef Erwin Henkel um die Nutzung der Autobahnseen als Angelfläche.

Die Minigolfanlage am Eugen-Kaiser-Ring in Bischofsheim wird im Mai 1980 fertiggestellt und im Juli eröffnet. Damit wurde ein weiterer Teil des Waldspielparks fertiggestellt. Der Magistrat beabsichtigt, das Projekt Waldspielpark im Jahr 1981 endgültig der Öffentlichkeit zu übergeben.

Das geplante Gelände für den Modellflugplatz steht im November 1980 im Mittelpunkt der politischen Diskussion. Auch im März 1982 wehren sich Landwirte in Wachenbuchen gegen einen Modellflugplatz in ihrem Stadtteil. Er wird dann südlich des Kilianstädter Waldes eingerichtet und stört überhaupt nicht.

 

 

Kinder

In Dörnigheim wird im März 1977 die Sonderkindertagesstätte vom Landrat des Main-Kinzig-Kreises ihrer Bestimmung übergeben. Die städtische Kindergartenordnung löst im Juli bei einigen Eltern scharfe Proteste aus. Man wehrt sich gegen die Abschaffung der Halbtagsplätze und macht eine Unterschriftensammlung, die dem Bürgermeister übergeben wird. Im September spitzt sich der Streit weiter zu.

Auf Maintals Spielplätzen beginnen im Juni 1977 die Ferienspiele, an denen sich etliche hundert Kinder beteiligen. Auch im August gibt es noch einmal Ferienspiele. Der Erfolg dieser Großaktion für die Jugend bleibt aber zweifelhaft. Kinder aus Maintal fahren im Rahmen der Ferienspiele zu einem Zeltlager nach Grünberg. Danach wird bekannt, daß die Ferienspiele in Maintal die bisher teuersten ihrer Art wurden. Im Juli 1977 wird außerdem für die Kinder ein Straßenfest veranstaltet, eine bisher einmalige Angelegenheit.

Im März 1979 werden zahlreiche Veranstaltungen unter städtischer Regie zum „Jahr des Kindes“ angekündigt. Im Mai startet die Kinderspielwoche. Die Ferienspiele in den vier Maintaler Stadtteilen laufen im August auf vollen Touren. Bei einem schweren Unfall werden zwei Kinder von einem umstürzenden Gerüst erheblich verletzt.

Maintaler Kinder tragen im September 1979 dem Stadtoberhaupt ihre Sorgen vor, sie finden in der Stadt keine interessanten Spielplätze. Dörnigheimer Eltern machen mit Protesten auf die gefährliche Verkehrssituation in der Wingertstraße aufmerksam. Sie haben Angst, daß ihren Kindern auf dem Weg in die Kindertagesstätte etwas passieren könnte.

Wachenbuchens Leseratten atmen auf: Im kleinsten Maintaler Stadtteil wird im April 1980 eine Stadtteil-Bibliothek eröffnet. Die Ausleihe ist in der Feldstraße angesiedelt.

Die sommerliche Ferienfreizeit für Maintaler Kinder wird schon im April 1980 vorbereitet, und im Juli 1980 beginnen die Ferienspiele. Die vorbildliche Kindergarten- und Hortarbeit soll verstärkt durch die Kinderclubs, wie in Bischofsheim begonnen, auch in Dörnigheim fortgesetzt werden.

Maintals Bibliothek erhält im Mai 1981 durch eine Spende eine neue Sportbuchabteilung. Aber ein Abenteuerspielplatz in der Waldsiedlung wird im Mai von unbekannten Rowdies zerstört. Mit großem Aufwand beginnen im Juli die Ferienspiele. Nach ihrem Abschluß zieht die Maintaler Stadtverwaltung eine positive Bilanz.

Der Anteil der ausländischen Kinder in unseren Kindergärten beträgt im Januar 1981 schon mehr als 25 Prozent. Alle Maintaler Kindertagesstätten veranstalten im Mai ein großes gemeinsames Sommerfest. Die Kindertagesstätte Schillerstraße feiert im September 10jähriges Jubiläum. Aber im November 1981 wird bekannt, daß die Kinderkrippe in Dörnigheim geschlossen werden soll. Maintaler Kindergärten veranstalten im November 1981 einen gemeinsamen Weihnachtsmarkt.

Das Programm für die Ferienspiele wird 1982 aus finanziellen Gründen geringfügig eingeschränkt, sie werden im Juli wieder zu einem großartigen Erfolg.

Nach der Auflösung der Kinderkrippe in Dörnigheim ist im Juli 1982 für Notfälle eine neue Lösung gefunden worden: In der Waldsiedlung wird eine Mini-Krippe eingerichtet. In Maintal rühren sich im Oktober die Eltern, sie wollen von den städtischen Gremien wissen, inwieweit die Kindergärten von den Sparmaßnahmen betroffen sind.

 

Schule

In Bischofsheim gehen im Februar 1977 Schüler und Eltern auf die Barrikaden, als bekannt wird, daß einige Lehrer der Gesamtschule entlassen werden sollen. Die Proteste äußern sich in einer Demonstration und einer Diskussionsveranstaltung, die aber im Grunde keine große Wirkung haben. Die Maintaler Schüler dürfen sich freuen. Der Kreisausschuß teilt mit daß im April 1977 in allen Schulen die Fünf-Tage-Woche eingeführt werden kann.

Damit Maintal bald eine eigene Oberstufenschule erhält, werden umfangreiche Vorbereitungen 1977 getroffen. Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion besichtigen die Örtlichkeiten. Im Juni wird behauptet, bei der Ausschreibung und der Auftragsvergabe zum Bau der Oberstufenschule in Bischofsheim soll es nicht mit rechten Dingen zugegangen sein. Der Rohbau der Gymnasialen Oberstufe wird im August 1977 fertiggestellt, für den ersten Bauabschnitt der Oberstufenschule kann im Oktober das Richtfest gefeiert worden.

Im Juli 1977 lehnt der Kreisausschuß es ab, den Sozialdemokraten Eyerkaufer als Schulleiter für die Oberstufe einzusetzen. Karl Eyerkaufer stellt einen Strafantrag gegen die Junge Union der CDU. Oberstudienrat Karl Eyerkaufer wird aber im September trotz Protesten seiner politischen Gegner in das Amt eines Schulleiters eingeführt.

Nebenhehr läuft der hessenweite Streit um die Gesamtschule. Die Verantwortlichen der Bischofsheimer Gesamtschule wehren sich im September 1977 gegen Vorwürfe von Politikern aus verschiedenen Lagern und nehmen zu einem Großversuch eines Bundesministeriums Stellung. Ein Arbeitskreis integrierte Gesamtschule in Bischofsheim weist im Oktober 1977 auf die Bedeutung von Sozialarbeitern hin, die an der Schule angestellt werden. Eltern wehren sich gegen politisch motivierte Vorwürfe.

Der Kreis legt im Januar 1979 die Prioritätenliste für den Schulbau vor, mit Maintaler Projekten soll es aufwärts gehen. Im März 1979 wird Erweiterungsbau der Adolph-Diesterweg-Schule in Hochstadt im Rohbau erstellt; die Lernbehinderten sollen noch mehr gefördert werden. Im November werden Energie-Sparmaßnahmen durchgeführt.

Für Wachenbuchens Schüler soll im Februar 1979 durch eine Ampelanlage eine größere Verkehrssicherheit garantiert werden. Der Main-Kinzig-Kreis übernimmt im März weiter die Kosten für die Schülerbeförderung in Maintal.

Erheblicher Schaden entsteht hingegen im April 1979 bei einen Brand in der Bischofsheimer Gesamtschule; die Feuerwehr hat jedoch das Feuer schnell unter Kontrolle:

Der hessische Elternverein beklagt im Mai 1979 eine zunehmende Abwanderung der Kinder von Maintaler Schulen. Maintaler Lehrer protestieren im Juni 1979 gegen die Personalsituation an den Schulen. Im November 1979 spitzt sich die Situation an den Schulen drastisch zu, auch in Maintal nehmen einige Lehrer am Streik teil. Die Bischofsheimer Gesamtschule muß im August ihr Lernangebot zum Teil erheblich einschränken. Das Modellprojekt Schulsozialarbeit in der Bischofsheimer Gesamtschule scheint im Oktober gefährdet. Der hessische Kultusminister könnte es retten.

Der Bund für Sozialarbeit startet im Oktober 1979 ein Experiment an der Bischofsheimer Gesamt-Schule, zahlreiche Firmen stellen sich vor und informieren die Schüler und Lehrer. Eine politische Diskussion um die Zahl der Schulabgänger in Maintal entbrennt im Oktober; die politischen Parteien machen sich heftige Vorwürfe.

Ein Erweiterungsbau der Maintaler Sonderschule wird im Februar 1980 in Angriff genommen. Der Elternbeirat der Bonhoeffer-Schule will im März das „hessische Modell“ für gescheitert erklären, wenn der Kultusminister nicht mehr Lehrer bewilligt.

Ein achtjähriges Mädchen fällt im April 1980 aus einem Fenster der Bischofsheimer Grundschule. Sie erleidet so schwere Kopfverletzungen, daß sie noch am gleichen Tag stirbt.

Im Rahmen einer Ortsbegehung werden im Mai 1980 in der Bischofsheimer Gesamtschule schwere Schäden registriert. An der Schulsporthalle in Bischofsheim wird im Mai das Richtfest gefeiert; für das Großprojekt sollen 4,7 Millionen Mark ausgegeben werden. Der Kreis-Elternbeirat erhebt im Juli die Befürchtungen, daß Maintals Schulen bei der Lehrerzuweisung wieder zu kurz kommen werden.

Im Juli 1980 wartete die Fritz-Schubert-Schule bei der V. Schülerolympiade in Gelnhausen mit sehr guten Ergebnissen auf: Fünf Gold- und zwei Silbermedaillen waren der verdiente Lohn für ausgezeichnete Leistungen. Die Maintaler Schüler nahmen an insgesamt 16 leichtathletischen Disziplinen teil. Besonders bemerkenswert ist der Erfolg der Fritz-Schubert-Schule, weil sie zu den kleineren Schulen im Main-Kinzig-Kreis gehört.

Schüler der Bischofsheimer Gesamtschule betätigen sich im Juli 1980 als Hobby- Biologen: Sie stellen schreckliche Verschmutzungen des Riedbaches in Bergen-Enkheim fest.

Zum zehnjährigen Jubiläum der Wilhelm-Busch-Schule wird im September 1980 ein großes Programm vorbereitet. In der Hochstädter Sonderschule werden im September 1980 Wandschmierereien entdeckt.

An der Bischofsheimer Gesamtschule soll im Oktober der Schulleiter einen Schüler geschlagen haben. An der Turnhalle der Bonhoeffer-Schule werden im Oktober 1980 bauliche Mängel entdeckt. Die Bischofsheimer Gesamtschule führt im November wieder einen berufskundlichen Tag durch, der Zuspruch ist gut. An einigen Schulen legen die Schüler im November 1980 den Unterricht nieder, um gegen die mangelhafte Situation in der Lehrerversorgung zu protestieren.

Schüler setzen sich im Februar 1981 in Bischofsheim mit Unterrichtsboykott gegen den Stundenausfall zur Wehr. Als die hessische Landesregierung im Mai die Zuschüsse für den Schülertransport streicht, hat das auch Folgen auf die Maintaler Familien. Aber im August erhalten die Maintaler Schüler freie Fahrt auf allen öffentlichen Verkehrsmitteln.

Der Lehrermangel an den Maintaler Schulen treibt sowohl die Eltern als auch die Schüler auf die Straßen. Die Situation verbessert sich jedoch zunächst nicht.

Die Integrierte Gesamtschule in Bischofsheim erhält im Juni 1981 den Namen „Erich-Kästner-Schule“. In der Führung der Bischofsheimer Gesamtschule tritt im Juli ein Wechsel ein, der unbeliebte Rektor wird an eine andere Schule versetzt. Wegen der Zustände an den Schulen werden im September 1981 schwere Vorwürfe gegen die Kreisverwaltung erhoben. Auch im Oktober wird der schlechte Zustand der Gesamtschulen beklagt.

In parlamentarischen Gremien wird im Dezember 1981 beraten, was mit der alten Schule in Hochstadt geschehen soll.

Die Gesamtschule in Bischofsheim wird im Februar 1982 zu einem politischen Zankapfel. Weil der Modellversuch der Schulsozialarbeit in Bischofsheim am Geldmangel zu scheitern droht, gehen die Eltern auf die Barrikaden. Im Mai 1982 wird immer noch lebhaft über den Modellversuch der Schulsozialarbeit an der Erich-Kästner-Schule diskutiert; vor allem machen es die politischen Parteien zu ihrer Sache.

Der neue Leiter der Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim, Wolfgang Hombach, nimmt im Juni 1982 seine Arbeit auf. Die Schule startet im November eine beispielhafte Aktion: Schüler malen Flure und Klassenzimmer an, Rundfunk und Fernsehen interessieren sich für dieses Modellprojekt.

Im September 1982 laufen die Vorbereitungen für das 75jährige Jubiläum der Bischofsheimer Grundschule an der Waldstraße. Die Wilhelm-Busch- Schule nutzt den 150. Geburtstag ihres Namensgebers im November 1982 zu einer Gedenkfeier.

 

Jugend

Maintaler Bürger empören sich im September 1977 darüber, daß das Rowdytum auf den Spielplätzen der Stadt immer besorgniserregender wird. Jugendliche im Stadtteil Bischofsheim protestieren im November 1977 gegen Mißstände in der öffentlichen Jugendeinrichtung im Bürgerhaus.

 

Jugendzentrum Dörnigheim 1977: Nach einigen aufsehenerregenden Vorfällen in Maintaler Jugendeinrichtungen verabschiedet der Magistrat unter harter Kritik der CDU eine Benutzungsordnung für die Jugendzentren. Als Krönung der Gesamtsituation der Maintaler Jugendarbeit wird das Dörnigheimer Jugendzentrum im Februar 1977 geschlossen und sein Leiter, Gerhard Ellenberger, entlassen. Die Wiedereröffnung soll „so schnell wie möglich“ erfolgen. Die Maintaler Jugendlichen reagieren auf diesen Entschluß des Kirchenvorstandes mit der Besetzung des Zentrums. Der Kirchenvorstand ist ratlos, bei der Polizei schreckt man vor Gewaltmaßnahmen zurück.

Die Jugendlichen protestieren im März mit einem Demonstrationsmarsch durch Dörnigheim.

Schließlich erklären sich die jugendlichen Besetzer zu Gesprächen mit dem Kirchenvorstand und den Anwohnern bereit. Die politischen Parteien vermeiden indes jegliche Stellungnahme zu den Vorgängen. Aber im April werden Strom und Wasser im Jugendzentrum abgedreht. Die Jugendlichen fordern weiter die Selbstverwaltung des Zentrums. „Wir bleiben drin“ schreiben sie. Wie nie zuvor verhärten sich die Fronten zwischen den Jugendlichen und dem evangelischen Kirchenvorstand.

Im Mai 1977erhalten die Besetzer des Jugendzentrums überraschenden Besuch: In Begleitung einiger Polizeibeamten erscheint ein Vertreter des Gesundheitsamts, um das von der Versorgung abgeschnittene Jugendzentrum zu besichtigen. Das fachmännische Urteil lautet „Das Zentrum ist wegen Seuchengefahr sofort zu schließen.“ Nach mehrtätigem Hin und Her ordnet Landrat Rüger die Räumung des evangelischen Jugendzentrums an. Die Stadt Maintal will sich helfend in die Probleme einschalten, die nach der Räumung die nach der Räumung des evangelischen Jugendzentrums anstehen. Allein der bei der Besetzung des Gebäudes entstandene Sachschaden ist immens. Im September laufen die Renovierungsarbeiten auf Hochtouren, jedoch ist noch nicht klar, wann die Freizeiteinrichtung eröffnet werden kann.

In Sachen Jugendarbeit der Stadt will im Oktober sogar eine Aschaffenburger Gruppe dem Maintaler Amt tatkräftig unter die Arme greifen. Im Jahr 1979 offeriert das evangelische Jugendzentrum den Jugendlichen wieder ein buntes Programm. das Jugendzentrum erwacht zu neuem Leben.

Das evangelische Jugendzentrum in Dörnigheim nimmt im Mai 1980 nach langer Zeit wieder seine Arbeit auf. Im November 1980 will die Stadt die Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde nicht länger finanziell unterstützen, sondern eigene Aktivitäten im Stadtteil Dörnigheim entwickeln. Von Seiten der Stadt heißt es dazu: „Auch die Jugendarbeit im Stadtteil Dörnigheim muß Angebote erhalten wie in den anderen Stadtteilen!“

 

In Maintal gründet sich im Januar 1980 ein Elternkreis drogengefährdeter Jugendlicher; die Verantwortlichen können sich über erste Erfolge freuen. In Maintal überraschen Eltern drogenabhängiger Jugendlicher im Januar 1981 mit einer ersten Bilanz: Hier wird unbürokratisch geholfen. Der Magistrat der Stadt hält im April 1980 die Einrichtung einer Erziehungsberatungsstelle in Main­tal für dringend erforderlich, sie wird aber aus Geldmangel abgelehnt; die Stadt protestiert.

Jugendliche wollen im Juli 1980 das alte Schleusenhaus an der Mainkur zu einem Treffpunkt machen; die Stadtverwaltung lehnt nach eingehender Prüfung ab. Die Maintaler Verwaltung stell tim Oktober 1980 einen Stadtjugendplan der Öffentlichkeit vor. Der Magistrat macht in Dezember 1980 den Jugendlichen konkrete Zusagen für die Jugendarbeit. Zustimmung von Jugendlichen gibt es für die Jugendaktionswoche im Dezember 1980, die von der Stadtverwaltung veranstaltet wurde.

Bei den Jugendlichen in Dörnigheim wird im Januar 1981 der Wunsch nach einem eigenen Domizil laut. Im August wird ein „Förderkreis Jugendzentrum“ ins Leben gerufen, er meldet sich im September zu Wort und unterbreitet Vorschläge für ein eigenes Domizil. Jugendliche aus Dörnigheim legen schließlich im November ein Konzept für ihr Zentrum in der Siemensschule vor.

In vielen Bereichen werden Negativ-Rekorde gemeldet. Jugendzentrum und Ferienspiele geraten 1982 in Gefahr, weil aus Kostengründen kein Jugendpfleger in Maintal eingestellt werden soll.

Mit gleicher Vehemenz tobt im Mai 1982 die Diskussion um das geplante Jugendzentrum in Dörnigheim, vor allem ist es die Selbstverwaltung dieser Einrichtung, die den Debatten immer neue Nahrung gibt. Von der Kreisverwaltung wird im Juni grünes Licht für das Dörnigheimer Jugendzentrum an der Siemensschule gegeben. Aber das selbstverwaltete Jugendzentrum in Dörnigheim muß im Oktober wegen Zerstörungen vorübergehend geschlossen werden, die städtischen Gremien wollen dennoch den Modellersuch verlängern.

 

Naturschutz

Die Naturschutzbehörde des Main Kinzig-Kreises macht im Januar 1979 den Maintaler Wochenend-Gärtnern das Leben schwer. Zäune und Hütten in Schutzgebieten sollen abgerissen werden, ansonsten drohen drastische Strafen. Die Verfügung wurde zwar immer wieder einmal wiederholt, geschehen ist aber nichts.

Wegen einer vermuteten Grundwasserverschmutzung führen Mitarbeiter des Landesamtes für Bodenforschung im Februar Probebohrungen in der Maintaler Gemarkung durch. Verseucht sind vor allem große Gebiete in der „Grünen Mitte“, wo man in die ausgebeuteten Sandgruben nicht nur Hausmüll, sondern auch gefährliche Sonderabfälle geschüttet hat. Nach dem Jahr 2000 bot das Land den betroffenen Kommunen finanzielle Hilfe zur Beseitigung der Altlasten ab. Aber die Stadtverordnetenversammlung lehnte wegen der damit für die Stadt verbundenen Kosten ab und hofft darauf, daß die Giftstoffe durch die unterirdischen Wasserläufe in den Main gespült werden.

Pläne für das größte Aufforstungsprojekt im Rhein-Main-Gebiet worden vorgestellt: Zwischen den Stadtteilen Dörnigheim und Bischofsheim sollen 400.000 Quadratmeter Boden aufgeforstet worden. Der erste Spatenstich für den Erholungswald zwischen den Stadtteilen Dörnigheim und Bischofsheim wird im Mai vorgenommen. Ministerpräsident Holger Börner pflanzt einen Baum. Später wird dieser Bereich „Flughafenwald“ genannt, weil es sich um eine Ausgleichsmaßnahme für den Flughafenausbau handelt. Aber 1979 wird darüber geklagt, daß Kaninchen die Aufforstungsmaßnahme zwischen Dörnigheim und Bischofsheim beein­trächtigen.

Auch die Zukunftsaussichten des Maintaler Waldes sind 1977 wegen der Autobahnplanungen nicht gerade gut, zumal die Schäden des Trockenjahres 1976 sich jetzt erst so richtig auswirken.

Maintal - eine saubere Stadt: Gerade für die Entwässerung sind auch 1979 über die Erschließung von Baugebieten hinaus von der Stadt Maintal wiederum erhebliche Mittel aufgewendet worden. Diese doch recht beachtlichen Summen sind letztlich Ausdruck eines aktiven Bemühens der Stadt Maintal um eine Sauberhaltung unserer Gewässer und damit ein enormer Beitrag für einen Umweltschutz. Da diese Beträge in unterirdische Leitungen und in von der Öffentlichkeit kaum beachtete mechanische und biologische Kläranlagen investiert werden, bleibt dieser Beitrag zum Umweltschutz meist außerhalb der Beachtung der Bürger und der Öffentlichkeit. In Maintal wird im Mai 1979 mit großem Erfolg die Aktion „Saubere Stadt“ durchgeführt.

Die Landwirte klagen im April 1979über ihre Zugehörigkeit zum Landwirtschaftsamt in Usingen; Politiker versprechen Abhilfe. Im Grüngürtel in Hochstadt sorgen im Juni 1979 illegale Bauten für einen Skandal; Stadt und Kreis sind hilflos.

 

Dei8 „Grünen“: Auch die Umweltschützer in Maintal formieren sich im Oktober 1979, die Grünen bereiten die Gründung eines Kreisverbandes vor; dies geschieht im November in Mittelbuchen. Nachdem auf der Bundestagung aller „Grünen Gruppen“ in Offenbach der Startschuß für bundesweite Aktionen gegeben wurde, soll auch im Main-Kinzig-Kreis eine einheitliche Kraft gebildet werden. Die „grüne Arbeit“ in unserer Region habe sich bisher GLH, GLU und einige Bürgerinitiativen geteilt.

Mit der Fertigstellung der Autobahn A 66 in Maintal und auch der Fertigstellung der Querspange zwischen Dörnigheim und Bischofsheim hat sich das Gesicht der Stadt Maintal 1979 wesentlich verändert. Die Geländefläche zwischen den Stadtteilen Bischofsheim, Dörnigheim und Hochstadt ist heute mit Verkehrsadern durchzogen, die nicht unbedingt trennend sein müssen. Die im Zuge der Auskiesung entstandenen drei Seen mit einer Größe von 25 Hektar stellen eine echte Belebung der Landschaft dar. Sie sind dieser Landschaft auch nicht fremd, denn das Gebiet zwischen Bischofsheim, Hochstadt und Dörnigheim hat auch in früheren Jahrhunderten an dieser Stelle den Charakter einer mit Nebenarmen des Maines durchzogenen Niederung gehabt. Die Maintaler Autobahnseen werden aber nicht für den Badebetrieb freigegeben, wahrscheinlich wegen der vermuteten Giftablagerungen im Boden.

Die Stadt Maintal wird in den nächsten Jahren beweisen müssen, daß sie auf der Grundlage ihres Flächennutzungsplanes in der Lage ist, gerade an dieser Stelle dem selbstgewählten Anspruch einer Stadt im Grünen gerecht zu werden. Die vorhandenen positiven Ansätze sind durch die weitere Aufforstung sowie die von der Stadt Frankfurt in Angriff genommene Erschließung eines Kleingartenparkes im Westen der Gemarkung der ehemaligen Stadt Dörnigheim fortgesetzt worden.

Aufforstung und Abholzung: Neben dem Anpflanzen von rund 1,5 Millionen Bäumen im Aufforstungsgebiet hat die Stadt Maintal im Jahre 1979 ihre Aufforstungs- und Begrünungsmaßnahmen auch an anderer Stelle fortgesetzt. So sind Gebiete „Am Kochberg“ und in Ergänzung des Bischofsheimer Waldes neu aufgeforstet und zusätzliches Grün „Am Braubach“ und in der „Wingertstraße“ in Dörnigheim geschaffen worden. Umso schmerzlicher ist es, daß für den Bau der Hanauer Westspange mehrere Hektar bester Buchen- und Eichenbestände im Stadtwald des Stadtteiles Dörnigheim geopfert werden mußten. Mit der Fortsetzung der Baumaßnahmen der Autobahn A 66 werden weitere zwanzig Hektar Wald im Stadtteil Wachenbuchen für immer fallen.

Erneut werden im Dezember 1979 giftige Abwässer in den Main geleitet. Ein Frankfurter Chemiekonzern scheint der Übeltäter zu sein.

Maintals Bürger sollen ihren Hausmüll vorsortieren, empfiehlt das Stadtoberhaupt im November 1980. Ein Pilotprojekt soll in Angriff genommen werden. Während die Diskussion um die Abfallbeseitigung im Juli 1981 hohe Wogen schlägt, kann Maintal ohne Sorge sein: Für die Stadt ist die Müllabfuhr gesichert.

Die Stadtverwaltung geht im November 1980 erstmals hart gegen einen „Schwarzbauer“ im Landschaftsschutzgebiet vor. Baustop wird erlassen und harte Strafen angedroht. Auch der Kreis will die illegal errichteten Hütten im Maintaler Bereich abreißen lassen. Zügig fortgesetzt wurden die Aufforstungsmaßnahmen im Mittelbereich. Diese größte Aufforstungsmaßnahme im Untermaingebiet macht gute Fortschritte.

In Jahr 1981 kommt es in der Stadt zu vermindertem Streusalzeinsatz. Ebenso im Januar werden Bäume zu Naturdenkmälern erklärt. Über die Holzauktion der Revierförsterei gibt im Februar es eine lebhafte Diskussion. Maintals Stadtgärtner bereiten im April 1981 eine große Begrünung vor. Die Autobahnseen werden bepflanzt, der Kochberg wird im Oktober mit Bäumen bepflanzt.

Zu einer Lebensbedrohung für Rinder wird im April 1981 landesweit die sogenannte Kriebelmücke; ihr fallen auch in Maintal verschiedene Kühe zum Opfer.

Im Dezember 1981 werden in der Region neue Naturschutzgebiete ausgewiesen. Der Forst alarmiert im Dezember: Unsere Nadelwälder werden von Jahr zu Jahr schlechter.

Die Stadt Maintal muß im April 1982 mit großem finanziellem Aufwand ihre Grünanlagen herrichten. Die Kläranlage zwischen Dörnigheim und Hanau wird 1982 wegen des schier unerträglichen Gestanks zum Ärgernis.

 

Kirche

Der Bischofsheimer Pfarrer Käberich verläßt im März 1979 die Gemeinde, um nach Nordhessen überzusiedeln. Pfarrer Ulrich Dirksen wird im September als neuer Theologe in sein Amt eingeführt. Im September 1979 wird in Bischofsheim der Umbau des evangelischen Gemeindezentrums fertiggestellt

Die Planungen für eine Renovierung der evangelischen Kirche irr Dörnigheim werden im März 1980 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es kommt aber zum Streit, weil zwei Architekten die Planung machen wollen. Der Hochstädter Kirchenchor blickt im Juni 1980 auf sein 75jähriges Bestehen zurück, es wird zum Festakt eingeladen. Die evangelische Kirchengemeinde Wachenbuchen empfängt im Juli 1980 Gäste aus Südafrika.

Pfarrer Manfred Dehnen übernimmt im November 1980 in Dörnigheim das Pfarramt West.

Nach einjähriger Renovierungsarbeit wird im August 1981 die evangelische Kirche in Dörnigheim wieder für den Gottesdienst freigegeben. Maintals Methodisten feiern im September 50- jähriges Jubiläum in Dörnigheim. Die evangelische Jugend in Hochstadt lädt im Oktober 1981 zu einer Aktionswoche ein.

Der Bischof der Evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck beauftragt Pfarrer Helmut Müller ab dem 1. April 1982 mit der Versehung der Pfarrstelle in Wachenbuchen. Die Pfarrstelle in Wachenbuchen war seit Juli vergangenen Jahres nach dem Weggang von Pfarrer Günter Karger unbesetzt und wurde durch Religionslehrer Günter-Manfred Pracker versehen.

Die katholische Kirchengemeinde in Dörnigheim blickt im Juni 1982 auf ein 25jähriges Bestehen zurück, das Fest wird zukünftig gefeiert. In den Kirchengemeinden wird im Oktober - mit vielen Anregungen verziert - das Erntedankfest gefeiert.

 

Ärztliche Versorgung

Das Maintaler Sozialamt gibt im Dezember 1977 eine umfassende Bilanz ihres Krankenpflegedienstes, der ständig verbessert und erweitert wird; das wird offenbart herausgetrichen, weil man damit ausdrücken will, daß das jetzt in der gemeinsamen Stadt besser geht.

 

Die Öffentlichkeit wird im April 1980 aufgerufen, bei der Suche nach Wohn- und Praxisräumen für einen Kinderarzt mitzuhelfen. In Maintal soll sich im November die Ärztesituation wesentlich verbessern, ein Urologe und Hals-Nasen-Ohrenarzt sollen sich in Maintal niederlassen.

Ein neuer Kinderarzt nimmt im August 1980 seine Arbeit in Maintal auf. Er kann sich über Mangel an Arbeit nicht beklagen. Aber im April 1981 hat er Raumprobleme.

 

Kriminalität

Im Bischofsheimer Erholungswald zerstören 1977 noch unbekannte Täter mit einer Planierraupe Spiel- und Freizeitanlagen; die Polizei ermittelt.

In Maintal und Umgebung läuft 1977 die Fahndung nach einem Triebtäter, der versucht hat, eine Frau im Keller ihres Hauses zu vergewaltigen. In der Nähe des Hochstädter Waldes überfällt ein 40 bis 50jähriger Mann ein Pärchen und vorgeht sich an der 28jährigen Frau; der Mann kann unerkannt entkommen.

Mit einem dreisten Ganovenstück erbeutet eine Gangster-Bande Kaffee im Wert von 135.000 Mark; die Diebe können bei dem nächtlichen Einbruch in ein Maintaler Kaffeelager entkommen. Bei einem Raubüberfall auf eine Hochstädter Apotheke erbeutet ein maskierter Mann Be­täubungsmittel und Bargeld; er wird wenig später ermittelt.

Ein spektakulärer Verkehrsunfall hilft, ein umfangreiches Bandenverbrechen aufzuklären: In Maintal werden im Juli 1977Spuren gesichert, die nicht nur zentnerweise gestohlenen Kaffee, sondern auch die Täter aufspüren helfen.

Auf der B 8/40 werden von Maintaler Polizeibeamten die vermeintlichen Täter des Banküberfalles in Hanau fest genommen. Später stellt sich heraus, daß es sich bei den Festgenommenen       nicht um Bankräuber, sondern um wesentlich schwerere Jungs handelt, nämlich Raubmörder.

Bei einer großangelegten Fahndungsaktion in Maintal, bei der nach einem Räuber gesucht wird, gelingt im August 1977 der Polizei ein guter Fang: Ein gesuchter Mörder geht ins Netz.

In Maintal treibt im Verbrecher sein Verbrecher sein Unwesen, der nachts Liebespaare im Auto überfällt; Vorkommnisse dieser Art häufen sich.

Ein Maintaler Bürger fällt in der Nachbarschaft Frankfurt im Oktober 1977 einem gräßlichen Kapitalverbrechen zum Opfer: Der Dörnigheimer Friedrich Schmidt wird erschossen, den Täter kann die Polizei nicht ermitteln. Im Zuge von bundesweiten Terrorristenfahndungen konzentrieren sich auch Aktionen der Polizei auf das Maintaler Stadtgebiet.

Nicht gerade ein Verbrechen, aber auch lästig sind die immer neuen Ausbrüche von Rowdytum. Alarmierend ist die Zerstörungswut an den Maintaler Schulen, Fachleute sind im Februar 1979 ratlos. Lehrer und Schulträger bedauern auch im Oktober das Rowdytum an den Schulen, fast täglich kommt es zu Zerstörungen in den öffentlichen Einrichtungen. Doch nicht nur hier wird erheblicher Schaden angerichtet. Ähnlich ist es auf den Spielplätzen dieser Stadt. Auf dem Bischofsheimer Friedhof treiben im Dezember Rowdies ihr Unwesen: Sie werfen zahlreiche Grabsteine um und richten hohen Schaden an. Ein neuer Feldhüter soll ab März 1979 für Ordnung in der Gemarkung sorgen.

In Dörnigheim wird im Februar 1979ein DDR-Spion entdeckt. Der Diplomchemiker Dr. Werner Unseld gehört zum Kreis der DDR-Agenten, die in diesen Tagen durch das Überlaufen des Oberleutnants Stiller aus dem Ministerium für Staatssicherheit enttarnt werden konnten. Das Landeskriminalamt hat die Ermittlungen aufgenommen, aber der Spion kann rechtzeitig in die DDR entkommen.

Der Maintaler Wahlkonsul und Steuerberater Walter Scheffel wird im April 1979 unter dem Verdacht des Millionenbetrugs in Haft genommen. Er soll eine Frankfurter Firma 3,7 Millionen Mark betrogen haben. Er sitzt im Hanauer Justizgebäude in Untersuchungshaft. Er ist wohl eine der schillerndsten Figuren der Stadt. In der Bischofsheimer Löwenseestraße unterhielt er einen Privatzoo, in dem unter anderem auch Raubkatzen lebten. In seinem Fuhrpark befanden sich mehrere Rolls-Royce sowie Jaguar-, Bentley- und Ferrari-Autos.

Der Maintaler Steuerbevollmächtigte Walter Scheffel steht im April 1980 vor Gericht. Er soll Millionen veruntreut haben. Überraschend hoch ist das Strafmaß. Er soll für vier Jahre hinter Gitter. Überraschend wird Walter Scheffel aber im September aus dem Hanauer Gefängnis entlassen, wo er noch rund drei Jahre hätte einsitzen müssen. Auf Grund seines Gesundheitszustandes erhält er Haftverschonung.

Im September 1979 wird ein Heroinhändler festgenommen, der für eine halbe Million Mark Rauschgift bei sich hatte. Ein Maintaler verübt im September in der Nachbarstadt Hanau einen Banküberfall, kann seine Beute aber nicht in Sicherheit bringen. Trotz umfangreicher Fahndung kann er nicht gefaßt werden. Der brutale Mord an einem Hanauer Taxifahrer erregt im November großes Entsetzen: Nach wenigen Tagen wird der Täter gefaßt; es handelt sich um einen amerikanischen Armeeangehörigen.

„Fette Beute“ machen unbekannte Einbrecher im Januar 1980, die in die Gebäude der Dörnigheimer Feuerwehr einsteigen. Die Ermittlungen der Polizei führen zu keinem Erfolg. Ein Maintaler Lebensmittelmarkt wird im Januar beraubt. Die Kriminalstatistik berichtet im Februar wenig Erfreuliches aus unserer Stadt. Die Kriminalität hat beängstigend zugenommen.

Die Bundespost beklagt im März 1980 großen Schaden an den öffentlichen Fernsprecheinrichtungen in dieser Stadt. Telefonrowdies schlagen auch im Juli in allen Stadtteilen unvermindert zu. Der Schaden geht in die Tausende.

Einbrecher bestehlen im Juli 1980 Maintaler, die im Urlaub sind. Zahlreiche Wohnungen werden in der Ferienzeit „ausgeräumt“. Unbekannte zerstören im August im Stadtteil Dörnigheim die Tennisplätze von „Blau-Rot-Maintal“.

Im Wald von Wilhelmsbad wird im Oktober 1980 die 17jährige Katja Rofes erschlagen aufgefunden. Obwohl sich eine Kripo-Sonderkommission um die Aufklärung bemüht, kann der Mörder nicht gefaßt werden. Im Raum Gelnhausen werden Utensilien der Dörnigheimerin Katja Rofes gefunden, die vor Wochen in Wilhelmsbad erschlagen aufgefunden worden ist. Auch nachdem sich die Ermittlungen auf den Ostkreis konzentrieren, kann der Täter nicht gefaßt werden. Im Juni 1981 wird ein Amerikaner als Tatverdächtiger verhaftet. Erst im August 1982 wird ein amerikanischer Soldat vor Gericht gestellt und zu lebenslanger Haft und noch einmal 40 Jahre Kerker verurteilt.

Unbekannte Rowdies zerstören im Oktober 1980 Maintaler Freizeiteinrichtungen, die Stadtverwaltung setzt eine Belohnung aus. Unbekannte verwüsten im Dezember den Friedhof im Stadtteil Dörnigheim. Kassen und Geldinstitute in Hanau und Maintal werden im Dezember von Räubern geplündert, die Polizei hat alle Hände voll zu tun.

Die Polizei legt im Februar 1981 eine positive Bilanz in der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität vor. Eine Bande von unseriösen Zeitschriftenwerbern macht Maintal im Februar 1981 unsicher; die Polizei kann bei ihrer Ermittlungsarbeit in dieser Sache sogar Erfolge verbuchen, aber im Juli machen wieder unseriöse Zeitungswerber Schlagzeilen in der Stadt.

Eine wilde Verfolgungsjagd von Polizei und Rauschgifthändlern endet im März 1981 mit einem Unfall vor dem Haus des „Tagesanzeiger“ Die Polizei kann zwei Rauschgifthändler festnehmen, der „Stoff“ wird sichergestellt. Die Bürger sind im Juni 1981 beunruhigt, weil der „Fahrradklau“ in noch nicht gekanntem Umfang zuschlägt; die Polizei ist nahezu machtlos.

Eine „Bluttat“ in Bischofsheim erweist sich im Juli 1981 als Selbstmord.

In Bischofsheim werden im Oktober 1981 Schafe von wildernden Hunden gerissen. Fast 80 Prozent der Dörnigheimer Telefonzellen sind im Oktober 1981 durch Rowdies demoliert worden.

Eine Maintaler Bauträgerfirma steht im Oktober 1981 in der öffentlichen Diskussion, es geht um angebliche Schmiergelder und Unterschlagungen; fast wird der Firmenkrach zu einem politischen Skandal.

Die Bilanz der Maintaler Polizeistation sieht im Januar 1982 nicht sehr optimistisch aus. Aber ein spektakulärer Überfall mit Geiselnahme im Januar 1982 in Wachenbuchen geht glimpflich aus: Die Geisel wird freigelassen, wenige Tage später der Täter verhaftet. Eine zweiundsiebzigjährige Frau wird im März 1982 in einem Reihenhaus in Wachenbuchen ermordet aufgefunden; vom Täter und Motiv fehlt jede Spur, der Mörder konnte nicht gestellt werden.

Drei Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren werden im April 1982 festgenommen, denn die Polizei kann ihnen mehr als einhundert Straftaten nachweisen. Die Schutzpolizei veröffentlicht im April 1982 eine Statistik, nach der die Gewaltanwendungen immer weiter zunehmen.

Auch in Maintal werden im April 1982 große Schäden an Münzfernsprechern registriert; die Postbehörden sind hilflos.

Bei einem dreisten Raub auf der Bundesautobahn im Bereich von Maintal werden zwei Raiff­eisengeldboten 160.000 Mark gestohlen; erst viele Wo­chen später können die Täte dingfest gemacht werden.

Unbekannte „Scherzbolde“ hatten im Juni 1982 einen Anhänger im Schwimmbecken des Maintalbades versenkt.

 

Vereine

 

Fußball:

Im Februar 1977 wird die Genehmigung für den seit längerem geplantem neuem Rasenplatz der Kewa erteilt. Germania Dörnigheim steht im April als Meister der Fußball-A-Klasse fest und steigt somit in die Bezirksklasse auf. Der Start in die Hessenliga-Saison bringt dem FC Hochstadt im August die erste Niederlage, hingegen beginnen die Germanen aus Dörnigheim eine umfangreiche Siegesserie.

Der Fußballsport in Maintal und Umgebung muß im Februar 1979 wochenlang wegen schlechter Platzverhältnisse ausfallen. Die Jugendmannschuft des DSV gewinnt im Februar die Fußball-Hallenmeisterschaft. Der FC Hochstadt fährt im März in die Partnerstadt Luisant. Landesligist Germania Dörnigheim schafft im April den Klassenerhalt. Germania Dörnigheim erringt im Juli die Fußball-Stadtmeisterschaft, aber der Trainer verläßt im Dezember den Verein.

Kewa Wachenbuchen hat den sofortigen Wiederaufstieg in die Hanauer Fußball-Kreisliga A in dieser Saison nicht geschafft. Aber es herrscht doch eitel Freude: Man freut sich nämlich über den neuen zusätzlichen Rasenplatz, der an Fronleichnam 1979 offiziell eingeweiht wird. Nun finden auch die Kewa- Spieler ideale Platzverhältnisse vor und brauchen sich von Gastmannschaften nicht mehr das Wort „Dorfverhältnisse“ vorhalten zu lassen. Der Bau dieses Rasensportplatzes war Bestandteil des Auseinandersetzungsvertrages bei der Bildung der Stadt Maintal. Dadurch wird das Angebot für die sporttreibenden Bürger und die sporttreibenden Vereine erweitert.

Die Fußballer vom FC Hochstadt geraten im Januar 1980 in Abstiegsnot. Die Fußballer der Germania aus Dörnigheim haben im Mai den Kampf um den Klassenerhalt in der Landesliga verloren, ihr Abstieg ist besiegelt. Nicht auf dem Spielfeld, sondern durch das Reglement ist im Mai entschieden worden, daß der FC Hochstadt nicht aus der Oberliga-Hessen absteigt. Fußballer aus Wachenbuchen besuchen im Mai1980die Partnergemeinde Moosburg und verleben herrliche Tage. Der FC Hochstadt wird im Juli Maintaler Fußball-Stadtmeister.

Für Hochstadt ist der Beginn des Baues des Vereinshauses am Sportplatz ein bedeutungsvoller Akt. Die Stadtverordnetenversammlung hat damit die Voraussetzung geschaffen, daß dieses Gebäude im Jahre 1981 fertiggestellt werden kann und den Sportvereinen zur Verfügung steht.

Den Fußballer der Kewa Wachenbuchen gelingt im Mai 1980 der Aufstieg in die A-Klasse. Eine Maintaler Abordnung besucht im Juni 1980die Hochstädter Partnergemeinde Luisant.

Bürger finden sich im November 1980 in Dörnigheim zusammen, um einen Heimatverein zu gründen, der dann auch gleich den Weihnachtsmarkt organisiert.

Gleich dreimal hat Germania Dörnigheim im August 1982 Grund zum Feiern: Sie begeben ihr 75jähriges Jubiläum, sie sind in die Landesliga aufgestiegen und erwarben die Stadtmeisterschaft.

Der FSV Bischofsheim feiert im Juni 1982 mit großartigem Programm sein 75jähriges Bestehen, etliche Mitglieder werden geehrt; der Verein richtet eine große sportliche Werbeveranstaltung aus.

 

Weitere Sportvereine:

Der Maintaler Sportschützenclub ist 1977 wieder einmal erfolgreich. Aufgrund ihrer ausgezeichneten Leistungen steigen sie in die Kreisklasse auf. Im Juli 1977 findet die Stadt-Schützenmeister­schaft statt. Der Kreisschützenball mit zahlreichen Ehrungen wird im November 1977 in Maintal unter großer Beteiligung durchgeführt. Die Schützengilde in Wachenbuchen feiert im Dezember 1977 ihr 20jähriges Jubiläum. Der große Festakt mit Ehrungen wird feierlich im Bürgerhaus begangen.

Die 20. Deutschen Wasserskimeisterschaften werden im Juli 1977 in Maintal ausgetragen. Zahlreiche Vereinsvertreter aus dem Stadtteil Dörnigheim kommen zu Ruhm und Ehren, und die bundesdeutsche Elite wartet mit außergewöhnlichen Leistungen auf. Wasserskiläufer aus Dörnigheim erringen im September zwei Titel bei der Europameisterschaft.

Im September 1977 werden erstmals Stadtmeisterschaften im Tennis ausgerichtet. Alle Vereine beteiligen sich, die Anteilnahme ist groß. Im gleichen Monat wird das Clubhaus des Bischofsheimer Tennisvereins seiner Bestimmung übergeben. Der Tennisclub Blau-Rot reist im Oktober zu sportlichem und gesellschaftlichem Treff nach Salzburg.

Die Turnerschaft Bischofsheim gewinnt im Januar 1979 die Handball-Stadtmeisterschaft. Als handballsportliches Großereignis wird im Dezember ein Spiel der Damen-National­mann­schaft gegen ein Frankfurter Team in der Maintaler Großsporthalle angekündigt.

Dörnigheims Fechter Christoph Frohwein erringt im Februar 1979 die Bronzemedaille bei den deutschen Fechtmeisterschaften. Die Mehrzwecksporthalle soll ein Bundesstützpunkt für die Fechter werden. Im September erhalten die Maintaler Fechter zusätzlich einen Zuschuß vom Lande Hessen für die Mehrzwecksporthalle. Die Maintaler Fechter erringen im Oktober wieder einmal die Hessenmeisterschaft.

„Mexico“ heißt das Ziel von fünf Damen und neun Herren der Fechter aus Deutschland, die im August 1979 vom Rhein-Main-Flughafen aus ihre Reise über den großen Teich antreten.

Im Sportstadion der Aztekenstadt findet die „Universiade 79“ statt, ein Studentenwettkampf, der mit den olympischen Spielen vergleichbar ist. Offizielle Mitglieder der deutschen Mannschaft sind zwei Maintaler Spitzenfechter, und zwar Detlef Diederichs und Thomas Weber. Ihr Punktekonto war nach den offiziellen Qualifikationsturnieren für die Teilnahme hoch genug.

Der Maintaler Stephan Noll beweist im August 1979 mit seinen rollsportlichen Leistungen, daß er zur Elite im deutschen Rollkunstlauf gehört.

Abgeordnete der hessischen Turngaue treffen sich im März 1980 zum Landesturntag in Maintal.

Zum Pfingstfest 1980 werden mehr als 500 Handballer in Maintal erwartet. Beim Landesturntag erringen Maintaler Gymnastik-Damen im Juli 1980zum dritten Mal die hessische Meisterschaft.

Die Freien Turner aus Dörnigheim feiern in diesem Jahr im Januar 1981 ihr 75jähriges Jubiläum; eine Vielzahl von Veranstaltungen ist vorgesehen. Mit einem Festakt wird im Mai das Jubiläum der Freien Turner Dörnigheim gefeiert. Im Juni kommen Tausende von Besuchern zum Jubiläums-Pfingstfest.

Die Turngemeinde Dörnigheim feiert im März 1982 mit zahlreichen Veranstaltungen und etlichen

 

Weitere Vereine:

Der Maintaler Flug- und Modellbauclub stellt 1977 im Bischofsheimer Bürgerhaus über 300 Flugmodelle aus. Im Juli 1977 treffen sich in Maintal die besten Modellpiloten und führen Modellhubschrauber vor. Im September findet ein internationales Schaufliegen der Modellbauer zugunsten der Aktion Sorgenkind statt. Im Mai 1979 sind Schweizer Modellbauer zu Gast beim Maintaler Flug- und Modellbauclub. Eine internationale Flugmodellschau findet im September statt; hunderte von Besuchern widmen sich diesem Großereignis. Der Streit um einen Modellflugplatz in Maintal scheint im August 1981 zu einem „Dauerbrenner“ zu werden, im Streit mit den Behörden muß ein Verein herbe Schläge hinnehmen.

Züchter von Eistauben aus dem gesamten Bundesgebiet treffen sich im November1977  in Wachenbuchen und zeigen ihre schönsten Tiere.

Maintals Angelsportler richten im April 1979 eine gelungene Großveranstaltung aus.

Emil Stark aus Bischofsheim wird im Mai 1979 hessischer Kegelmeister.

In Hochstadt soll im Oktober 1979 eine Tennisanlage errichtet werden. Anwohner wehren sich dagegen.

In Maintal werden im November 1979 die deutschen Meisterschaften im Hallenradball ausgetragen; die Gäste dieser Meisterschaft werden vom Magistrat empfangen.

Im April 1979 wird ein Motorsportclub gegründet.

Michael Löwenstein aus Dörnigheim wird im November 1979 sowohl Deutscher Meister als auch Europameister im Carrera-Modellautorennen.

Im Juli 1979 wird ein Skat-Festival veranstaltet. Was niemand für möglich gehalten hat, haben Rosi Uhlig, Wendelin Coy, Herbert Coy und Erich Kadner in Dörnigheim im April wahrgemacht: Sie haben den Weltrekord im Dauer-Skat gebrochen. Fast eine Woche lang „reizten“ sie in ihrer Vereinsgaststätte „Treffpunkt“ in der Philipp-Reis-Straße rund um die Uhr. Nach 170 Stunden war er Wirklichkeit. der Eintrag ins „Guinness-Buch der Rekorde“. Am Abend abfeuerte die Dörnigheimer Feuerwehr vor dem Lokal „Treffpunkt“ mehrere Salutschüsse ab. Kommunalpolitiker und Rathausvertreter hatten sich eingefunden, um zusammen mit vielen Skatfreunden und etlichen „Laien“ den Moment zu erleben, an dem die Stadt ihre ersten „Weltmeister“ feiern konnte. Der Weltrekord der Dauerskatspiele wurde aber schon im Mai wieder gebrochen durch ein Team in der Nähe von Gummersbach.

Die Rauchgesellschaft Bischofsheim feiert im Mai 1980 ihr 85jähriges Bestehen und lädt zahlreiche Gäste ein. Der Sängerchor Germania feiert im Mai sein 100jähriges Jubiläum, im Juli erhält er im Rahmen des Hessen-Tages die Zelter-Plakette.

Der Verein zur Förderung der Körperbehinderten feiert im Mai 1980 sein zehnjähriges Bestehen.

Der Obst- und Gartenbauverein pflanzt im Mai 1981 in Bischofsheim erstmals junge Weinstöcke an.

Der Bischofsheimer Kleingartenverein am „Berger Hang“ feiert im Juni 1982 sein 80jähriges Bestehen.

 

Kulturvereine:

Die Volksbühne in Maintal legt im November 1977 für das Jahr 1977 eine stattliche Erfolgsbilanz vor und kündigt ein außergewöhnliches Programm für die nächste Spielsaison an.

Im Rahmen von Stadtmeisterschaften werden im November 1977 auch Maintals beste Schachspieler ermittelt.

Das Wachenbuchener Blasorchester wird durch seine Aktivitäten zum kulturellen Aushängeschild dieser Stadt. Es bereitet im November 1979 zum 20jährigen Jubiläum im nächsten Jahr ein großes Programm vor.

Internationale Beteiligung gibt es bei einem Schachturnier im August 1979 in Bischofsheim. Bischofsheimer Schach-Schüler erringen im September in ihrer Klasse die Meisterschaft.

Das Maintaler Filmforum stellt im September 1979eine interessante Reihe von neuen Streifen vor.

Maintals Fotoamateure führen im Oktober 1979eine aufsehenerregende Ausstellung im Bischofsheimer Bürgerhaus durch.

Hunderte von Sängern geben im März 1980 beim 1. Maintaler Sängerfest ein eindrucksvolles Bild von musikalischer Freizeitgestaltung. Bereits Anfang März begann der JIM-Club unter der Leitung von Andreas Schulz und Günther (Schwäbli) Werner mit den Planungen für den ersten Karnevalszug in Dörnigheim. Der JIM-Club will damit die 1969 eingeschlafene Tradition des „Fassenacht­umzuges“ wieder beleben.

Das Programm für den ersten Maintaler Faschingszug wird im Februar 1981 zusammengestellt, der Lindwurm soll durch Dörnigheim ziehen. Im März wird Maintals Faschingszug zu einem überwältigenden Ereignis, eine Einrichtung für die Zukunft. Der nächste Faschingszug soll durch Hochstadt führen.

Im Hochstädter Bürgerhaus findet im April 1981 das Maintaler Freundschaftssingen mit allen Maintaler-Chören statt.

Das Blasorchester der Turngemeinde feiert im November 1981 sein 30jähriges Jubiläum.

Aus dem Blasorchester Wachenbuchen wird im April 1981 ein eingetragener Verein.

Die Karnevalsgesellschaft „Käwern“ feiert im November 1982 das 75jährige Jubiläum; in dieser Stadt schwingen die Narren das Zepter, die Kampagne ist mit großem Getöse eröffnet worden.

 

Partnerschaft:

Die Partnerschaft zwischen dem Österreichischen Moosburg und dem Maintaler Stadtteil Wachenbuchen wird im März 1977 mit einem großen Festakt besiegelt. Einmal mehr fahren im November Vertreter des Jugendblasorchesters Wachenbuchen in die österreichische Partnergemeinde Moosburg und geben dort in mehreren Konzerten Kostproben ihres Könnens.

Die Stadt will am Ende des Jahres 1977 ihr Verhältnis zu den Ausländern verbessern. Die sogenannte Ausländerkommission hat entsprechende Maßnahmen getroffen.

Eine Delegation aus der Maintaler Partnerstadt Luisant wird im September 1979 mit Freude als Besucher aufgenommen, erstmals werden Ehrenmedaillen verliehen. Aus Anlaß der jetzt zehnjährigen Verschwisterung zwischen Luisant und der einstmals selbständigen Gemeinde Hochstadt wurde im Bischofsheimer Bürgerhaus erstmals die neugeschaffene Medaille der Stadt Maintal verliehen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte sich erst in ihrer jüngsten Sitzung mit der Medaillenfrage beschäftigt und diese Ehrung in drei Stufen - Gold, Silber und Bronze - per Satzung gestiftet. Empfänger der Auszeichnung in Silber waren Raymond Poirier, Bürgermeister von Luisant, und Maurice Lecomte, der Vorsitzende von Luisants Komitee zur Städteverschwisterung sowie die Dolmetscherin Irene Bellanger. Die Medaille in Bronze ging an den stellvertreten- den Komiteevorsitzenden Rene Feugereux und an Hubert Crochet.

Hoch her geht es 1980 in der Partnerstadt Moosburg, wo sich drei Nationen beim „Spiel ohne Grenzen“ im April 1980treffen. Es nahmen neben den Mannschaften aus Moosburg und Maintal auch die Vertreter der Partnergemeinde Luisant (Frankreich) teil. Über 200 Schlachtenbummler und Gäste aus der Stadt Maintal. kamen nach Moosburg. Moosburg gewinnt, die Maintaler Mannschaft kehrt als zweiter Sieger in die Heimat zurück. Auch dies war: wieder ein deutlicher Ausdruck für die Völkerverständigung, die in Maintal groß geschrieben wird und die stets die Unterstützung durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung findet.

Gäste aus der Partnerstadt Luisant besuchen im Mai 1981 Maintal, um an den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag des FC Hochstadt teilzunehmen. Fußballer aus der Partnergemeinde Moosburg sind zu Pfingsten (im Juni) Gast in Maintal.

Aus Geldmangel findet im Juni 1982 zum letzen Mal das „Spiel ohne Grenzen“ zwischen Maintal und den beiden Partnerstädten Luisant) und Moosburg statt.

 

Feuerwehr:

Im Maintaler Stadtteil Wachenbuchen zerstört im Februar 1977 ein schweres Explosionsunglück ein Wohnhaus, eine Frau erlitt dabei schwer Brandverletzungen. Einem tragischen Unfall fällt ein betagter Hochstädter Bürger zum Opfer: Die Heizdecke in seinem Bett geriet wegen eines Defekts in Brand. Der 71jährige zieht sich so schwere Verbrennungen zu, daß er im Krankenhaus seinen Verletzungen erliegt.

Die Maintaler Bürger sollen ab 1977 leichter die Polizei und Feuerwehr verständigen können. In verschiedenen öffentlichen Fernsprechern wird ein Notrufsystem installiert, mit dem man münzlos die Notdienste erreichen kann. Als neuer Wehrführer in Dörnigheim wird 1977 Dietmar-Fricke eingeführt, nachdem Rolf Kowalek zurückgetreten ist.

Spaziergänger entdecken im Mai 1977 einen Waldbrand, dessen Ursache ungeklärt bleibt. Die Dörnigheimer Feuerwehr hat den Brand schnell unter Kontrolle. Trotzdem breitet sich das Feuer auf einige tausend Quadratmeter aus.

Die Wachenbucher Feuerwehr feiert in einer Festkampagne im Juli 1977 ihren70. Geburtstag.

In Dörnigheim kommt es im September 1977 zu einer Brandkatastrophe. Nach vorbildlichen Rettungs­arbeiten der Feuerwehr und Ermittlungen der Polizei kann ein junger Mann festgenommen werden, der im Verdacht steht, schon zahlreiche Brände im Stadtteil Dörnigheim gelegt zu haben. Der 17jährige legt ein Geständnis ab und wird inhaftiert.

In Hochstadt brennt im November 1977 eine Scheune, der Täter kann wenig später gefaßt werden.

In allen Stadtteilen werden im Oktober 1977 Brandschutzwochen mit besonderen Vorbeugeaktionen durch die Feuerwehr veranstaltet.

Der Ortsvereinigung Maintal des Deutschen Roten Kreuzes übergibt Bürgermeister Henkel im April 1977 ein neues Rettungsfahrzeug zur Nutzung.

In Dörnigheim werden im Mai 1979 die hessischen Feuerwehrwettkämpfe ausgetragen. ei einem Brand in einem Dörnigheimer Hochhaus können vier Kinder in letzter Minute gerettet werden. Die Bischofsheimer Feuerwehr erhält im September einen neuen Gerätewagen. Ein schrecklicher Brandunfall im Stadtteil Dörnigheim macht im Oktober 1979 die prekäre Situation der Rettungsdienste in Maintal deutlich: Zwei Männer erleiden schwere Brandverletzungen.

Im Parlament wird im März 1980 beschlossen, daß für die Dörnigheimer Feuerwehr eine Drehleiter angeschafft wird. Hessische Feuerwehrleute treffen sich im Mai zu einer Leistungsübung in Maintal.

Im September 1980 stirbt Stadtbrandinspektor Rolf Kowalik im Alter von 54 Jahren nach einem Herzanfall. Viele hundert Bürger gaben ihm bei der Beerdigung das letzte Geleit. Über Jahrzehnte hinweg hatte sich der Schornsteinfegermeister im Brandschutz engagiert und hinterläßt als Stadtbrandinspektor in den Reihen der Feuerwehr eine große Lücke. Der Magistrat ist überzeugt, daß er mit dem Nachfolger, Ludwig Hofmann, gut zusammen arbeiten wird.

Für die Brandbekämpfung war das wichtigste Ereignis 1980 die Anschaffung der neuen Feuerwehrdrehleiter mit einem Kostenaufwand von rund einer halben Million Mark, welche zur Brandbekämpfung in den Hochhäusern unerläßlich ist. Hiermit hat die Feuerwehr eine weitere Ergänzung ihrer Ausrüstung erhalten, welche ihre Schlagkraft unterstreicht und die Maintaler Bürger ruhiger schlafen läßt. Vier Menschen können im Oktober aus einem brennenden Haus an der Dörnigheimer Westendstraße gerettet werden.

Durch einen Brand wird im Januar 1981 ein Hotel in Bischofsheim erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Die Feuerwehr geht 1981 in ihrer Öffentlichkeitsarbeit neue Wege und übt mit Senioren.

Einen spektakulärer Fall von Brandstiftung in Dörnigheim erregt im Mai 1981das öffentliche Inter­esse, zwei Autos werden angezündet. In Maintal finden im Juni 1981 die Bundeswettkämpfe der Jugendfeuerwehren statt. Feuerwehren in Maintal laden im September 1981zum „Tag der offenen Tür“ ein und informieren die Öffentlichkeit über Brandschutz.

Bei einem Kellerbrand im März 1982 in einem von Amerikanern bewohnten Hochhaus in

Ein 45jähriger Mann kommt im November 1982 bei einem Brand eines Waggons in Bischofsheim ums Leben, er hatte sich dort einquartiert.

Die Freiwillige Feuerwehr Bischofsheim feiert im Mai 1982 ihr 60jähriges Jubiläum. Die Feuerwehr in Wachenbuchen feiert mit großem Kommers und vielen Gästen das 75jährige Jubiläum.

Im Jahr der „Jubiläen“ ist auch die Hochstädter Feuerwehr mit von der Partie, sie feiern im August 1982 ihr 60jähriges

 

Feste

Das Pfingstvolksfest im Maintaler Stadtteil Dörnigheim zieht im Juni 1977 weite Kreise. Aus allen Stadtteilen kommen Besucher, um an dem attraktiven Programm teilzunehmen. Aber auch die Kerb wird im August wieder einmal zur Attraktion für die Bürger in der gesamten Stadt. Rege Aktivitäten sind auch auf der Bischofsheimer Kerb im September 1977 zu verzeichnen (diese gab es damals also noch in beiden Stadtteilen).

Die Vorbereitungen auf das Waldfest im Stadtteil Bischofsheim laufen im Juni 1979 auf vollen Touren.

Die Apfelweinkelterei Höhl feiert im Juli 1979 ihren 200. Geburtstag, ein Volksfest wird veranstaltet. Zu den prominenten Gästen gehört auch Hessens Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry.

Erstmals findet die Kerb im August 1979 in Dörnigheim auf dem neuen Festplatz am Bahnhof statt. Die Errichtung der Mehrzwecksporthalle hatte es für nahezu ein Jahr im Stadtteil Dörnigheim unmöglich gemacht, die traditionellen Volksfeste abzuhalten. Der neue Festplatz fand nicht nur bei den Bewohnern des Stadtteiles Dörnigheim, sondern auch bei den Schaustellern ein einhellig positives Echo. Für die Integration in einer Stadt ist die Erhaltung von traditionellen Volksfesten von außerordentlicher Bedeutung. Deshalb wird die Fertigstellung dieses Festplatzes eine langfristige positive Wirkung haben.

 

Wieder einmal wird das Pfingstvolksfest im Mai 1980 in Dörnigheim zu einer Attraktion. Tausende von Besuchern freuen sich über ein Programm der Superlative.

Im alten Ortskern von Dörnigheim wird im Mai 1980 der historische Brunnen mit einem Sommerkonzert und schönem Fest eingeweiht. Das Dörnigheimer Altstadtfest „Unter der Linde“ ist seit 1980 ein Besuchermagnet. Das gemütliche Fest wird vom SPD-Ortsverein Dörnigheim veranstaltet und von den Mitgliedern betreut. Mit dabei war auch der Rad- und Kraftfahrverein „Solidarität“, teilweise mit historischen Rädern.

Großartige Stimmung herrscht auch im Juli 1980 bei einer neuen Einrichtung, dem Hochstädter Altstadtfest. Ein kleiner, aber feiner Umzug schlängelte sich durch den alten Ortskern. Das Fest soll in jedem Jahr wiederholt werden.

Das erste Weiherfest im Mai 1980 in Bischofsheim wird wieder zu einem rauschenden Fest. Die Hochstädter Kerb wird im Juli wieder zu einem vielbeachteten Fest-Ereignis.

Im Stadtteil Wachenbuchen beginnt im August 1980 die Kerb, einige Tage später auch in Dörnigheim (Der Termin der Dörnigheimer Kerb wurde offenbar ohne Rücksicht auf die Tradition festgelegt, denn an sich war sie vor der Wachenbucher Kerb).

Wenige Meter vom Rathaus entfernt (Welches Rathaus? In Bischofsheim war doch die 1100-Jahr-Feier mit dem Straßenfest?) wird im August 1980von den Maintaler Liberalen ein Brunnenfest veranstaltet; wie alle anderen Altstadtfeste in Maintal findet auch dieses Ereignis große Resonanz.

Das hat es in Dörnigheim noch nie gegeben. Tausende zog es im Dezember 1980 zum ersten Maintaler Weihnachtsmarkt, der in der Frankfurter Straße, mitten im alten Ortskern, veranstaltet wurde. Der neugegründete „Historische Kulturkreis“, der mit diesem Weihnachtsmarkt seine erste gelungene Veranstaltung verbuchen konnte, fühlt sich angespornt: Im kommenden Jahr soll die gesamte Dörnigheimer Altstadt in den Weihnachtsmarkt einbezogen werden.

Unter der Linde in Dörnigheim wird im Juni 1981 ein Altstadtfest gefeiert, der Zuspruch ist überwältigend. In Hochstadt wird im Juni das vierte Gemeindefest gefeiert, zahlreiche Bürger beteiligen sich daran (es wird aber nicht deutlich, wer es organisierte).

Zum ersten Mal wird im Juli 1981 auch in Wachenbuchen ein Straßenfest durchgeführt, die Resonanz ist überwältigend. Was in den anderen Stadtteilen schon fast zur Tradition geworden ist, nämlich einmal im Jahr ein zünftiges Straßenfest zu veranstalten, wurde nun auch in Wachenbuchen verwirklicht. Der Landfrauenverein veranstaltete zusammen mit dem Geflügelzuchtverein das „1. Wachenbuchener Straßenfest“ rund um das Historische Rathaus. Und was die Verantwortlichen auf die Beine gestellt hatten, konnte sich wirklich sehen lassen:

In Hochstadt wird im Juli 1981 die Zeltkerb gefeiert, tausende nehmen daran teil. In Bischofsheim wird im August erstmals das sogenannte „Terrassenfest“ gefeiert (es hatte keinen Bestand).

Die Vorbereitungen für das zweite Bischofsheimer Straßenfest sind im August 1981 abgeschlossen worden, die Veranstaltung hat, wie im Vorjahr, einen riesigen Erfolg. Aber nicht nur in Bischofsheim, auch in Wachenbuchen verstehen die Leute zu feiern, trotz Hitze wird im August die Zeltkerb der Kewa ein Erfolg. Der „Tag des ausländischen Mitbürgers“ weckt im September lebhaftes Interesse.

Feste sind im Juni 1982 das Waldfest in Bischofsheim, im Juni in Wachenbuchen das Straßenfest, in Hochstadt das Altstadtfest und im Juli vier Tage lang die Zeltkerb, im August die Kerb in Dörnigheim. Das in Dörnigheim stattfindende Pfingstvolksfest steht im Zeichen des 100jäh­rigen Jubiläums der Turngemeinde Dörnigheim. Ebenfalls im September 1982 treffen sich Tausende beim Weinfest in der Dörnigheimer Altstadt. Auch in diesem Jahr 1982 wird der Weihnachtsmarkt in der Dörnigheimer Altstadt zur Attraktion, wenngleich städtische Geldforderungen die Aussteller vergrämen.

 

Ausländer:

In Maintal ansässige Vietnam-Flüchtlinge klagen im Mai 1980 über Vereinsamung, nach der Euphorie der Freiheit werden sie jetzt „bald krank vor Heimweh“. Zu einen Großereignis aber wird der „Tag des ausländischen Mitbürgers“ im September in den Mainterrassen in Dörnigheim (später August-Roth-Halle).

Kam das deutsche und ausländische Publikum zunächst auch zögernd, so füllte sich der Saal ab 18 Uhr mit Vertretern der unterschiedlichsten Nationalitäten, die fröhlich und ausgelassen gemeinsam feierten. Vor mehr als 400 Besuchern bedankte sich Bürgermeister Erwin Henkel bei den ausländischen Mitbürgern für deren engagierten und ehrenamtlichen Einsatz sowie beim SPD-Ortsverein Dörnigheim und dem Tagesanzeiger für die Starthilfe zu dieser Mam­mutveranstaltung, die später jährlich mit großem Erfolg im evangelischen Gemeindezentrum an der Berliner Straße in Dörnigheim gefeiert wurde. Fördermaßnahmen sollen jungen Ausländern im November den Eintritt ins Berufsleben erleichtern.

Bestehen. Mit großem Zuspruch wird im Dörnigheimer Gemeindezentrum 1982 der „Tag des ausländischen Mitbürgers“ gefeiert.

 

Gesundheitswesen

Das Nikolaus-Schwimmen im Stadtteil Dörnigheim wird 1977 wieder zu einem herausragenden Ereignis, Rettungs- und Hilfsdienste stellen ihre Leistungsfähigkeit zur Schau.

Im Maintaler Rettungswesen und im ärztlichen Notdienst kommt es im Januar zu einem folgenschweren Konflikt. Nach zahlreichen und aufwendigen Verhandlungen kann er beigelegt werden: Seit Januar 1981 gibt es in dieser Stadt einen einheitlichen ärztlichen Notdienst. Der Streit zwischen dem Deutschen Roten Kreuz in Dörnigheim und den niedergelassenen Ärzten, der für große Schlagzeilen gesorgt hatte, ist damit beendet. Die 24 niedergelassenen Ärzte in Maintal werden abwechselnd die wochenendliche Betreuung kranker Patienten oder Unfallopfer übernehmen. Zentrale Vermittlungsstelle für alle Maintaler Stadtteile ist die DRK-Station in der Berliner Straße in Dörnigheim, wo an den Wochenenden künftig jeweils zwei Mediziner im Einsatz sein werden. Nach einem Todesfall auf offener Straße wird im August in Maintal wieder das Rettungswesen diskutiert.

Eine chinesische Delegation besucht im Oktober 1979 einen Blutspendetermin des DRK in Bischofsheim

Der Krankenpflegeverein in Wachenbuchen feiert im Oktober 1981 sein 30-jähriges Jubiläum.

Das Deutsche Rote Kreuz in Dörnigheim erhält im Mai 1982 eine mobile Sanitätswache.

 

Personen

Im Dezember 1978 stirbt Magistratsrat Heinz Festner - bis 1976 Hauptamtsleiter der Stadt Maintal. Im Jahre 1960 trat er in die Dienste der Gemeindeverwaltung Dörnigheim und übernahm nach Bildung der Stadt Maintal das Hauptamt.

Ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk erhielt der CDU-Landtagsabgeordnete Walter Korn

Mitte Dezember 1979 überreichte der Präsident des Hessischen Landtags, Dr. Hans Wagner, ihm das Bundesverdienstkreuz. Korn wurde in „Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“ geehrt. Dr. Wagner hob in seiner Laudatio den Einsatz des Landtagsabgeordneten für den Sachbereich „Justizvollzug“, für die Schulpolitik und die Erwachsenenbildung hervor. Daneben würdigte der Landtagspräsident auch Korns Engagement außerhalb des Landtags.

Die Maintalerin Sybille Nicolay stellt sich 1979 als Ansagerin für ZDF vor.

Im Dezember 1980 wird der Maintaler Rechts- und Sozialwissenschaftler Heinz Dembowski aus Dörnigheim von Bundesarbeitsminister Ehrenberg mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt. Dembowski erhielt die hohe Auszeichnung für seine Tätigkeit als Sachverständiger in der Sozialgesetzbuchkommission der Bundesregierung und seine wissenschaftliche Arbeit im Rahmen der Entwicklung des Sozialrechts.

Erich Härle übernimmt im Mai 1980 als neuer Amtschef die Maintaler Post.

Herrmann Gräser wird im Mai 1980 neuer Polizeichef in Maintal, er löst Hauptkommissar Jürgen Alka ab.

Bischofsheims Chronist Herbert Lippert feiert im August 1981 seinen 77. Geburtstag, er will auch die Hochstädter Chronik erstellen.

Im Alter von 101 Jahren stirbt im Dezember 1981 Alwin Thiemig, Maintals ältester Bürger.

Verdiente Maintaler Bürger werden im März 1981 mit Ehrenurkunden und Medaillen ausgezeichnet, sie haben sich um die Stadt verdient gemacht.

Im Rahmen der Eröffnung der Maintaler Legislaturperiode werden im April 1981 verdiente Stadtverordnete besonders ausgezeichnet.

Einmütig saßen Vertreter aller Maintaler Parteien beieinander, als Stadtrat a.D. Wilhelm Lapp im Oktober 1981 die für ihn sicherlich höchste Auszeichnung entgegennehmen konnte: Der Bundesvorstand der FDP hatte ihm die Theodor-Heuss-Plakette verliehen. Mit dem Abschied Wilhelm Lapps ging aber auch eine parteipolitische Ara der Maintaler Liberalen zu Ende.

 

 

1100-Jahr-Feier Bischofsheim 1980

 Geprägt war dieses Jahr auch von der 1100-Jahrfeier des Stadtteils Bischofsheim. Die Planungen liefen seit Februar auf vollen Touren. Den Auftakt gab ein festliches Konzert des Musik-Corps Bischofs heim. Höhepunkt war am 8. März die akademische Feier mit der Festansprache des Hessischen Ministerpräsidenten Holger Börner, der die Freiherr-vom-Stein-Plakette überreichte. Diese Plakette wird in der großen Form nur an Städte und Gemeinden verliehen, die mindestens 750 Jahre alt sind.

Alt-Bürgermeister Georg Krieger erinnerte in seiner Rede an die Vergangenheit Bischofsheims. Dabei stützte er sich nicht allein auf seine eigenen Erfahrungen als jahrelanger Verwaltungschef, sondern er zog für die Historie des Stadtteils die Chronik zu Hilfe, die Rektor a.D. Herbert Lippen zur 1100-Jahrfeier verfaßt hat. Der Ministerpräsident hatte für Maintal, und besonders für Bischofsheim, viel Lob übrig. Als besonders anerkennenswert bemerkte Börner, daß sich immer mehr Bürger bewußt an der Gestaltung ihrer Gemeinde beteiligten und sich damit ein neues Heimatgefühl verschafften. Den Vereinen wird vom Landesvater eine „rosige Zukunft“ versprochen.

Im August gab es im Rathaus in Bischofsheim eine wohl einmalige Bilderdokumentation über diesen Stadtteil. Von den Schmalfilmfreunden wurde ein Film über unsere Stadt uraufgeführt.

Dann kam - auch im August - das Straßenfest anläßlich der 1100-Jahrfeier. Vereine stellen sich selbst dar, der Umzug mit selten gesehener Vielfalt lockt viel Prominenz an Tausende von Besuchern aus Nah und Fern durchströmten die Straßen in Bischofsheim anläßlich des Straßenfestes im August mit dem historischen Festzug. So einen „Lindwurm“ wie zu ihrer 1100-Jahrfeier hatten die Bischofsheimer wohl noch nie gesehen. Allen Fastnachtsumzügen im gesamten Rhein-Main-Gebiet hätte er zur Ehre gereicht. Monate hatten die Vorbereitungen der Vereine gedauert.

Pünktlich um 14 Uhr startete der Zug - allen voran Stadtoberhaupt Erwin Henkel und Bischofsheims Alt-Bürgermeister Georg Krieger im offenen Mercedes. Für die Prominenz war am Fechenheimer Weg eine Ehrentribüne aufgebaut, wo sich Landrat Hans Rüger, die Bürgermeister der Kommunen mit dem Namen Bischofsheim und Moosburgs Rathausführung zusammenfanden. Es wurde alles geboten, was zu einem großen historischen Umzug gehört.

Durch dieses Fest wurde der menschliche Kontakt, der so oft verlorengeht, wieder einmal vertieft, was zur Folge hatte, daß die große Mehrheit der Bischofsheimer Vereine fordern, dieses Straßenfest auch im kommenden Jahr wieder aufleben zu lassen. Der Magistrat steht dieser Forderung positiv gegenüber. Schließlich wurde im Dezember im Rathaus die Ausstellung „Fachwerk in Hessen“ eröffnet.

Die Feierlichkeiten erweisen sich zudem als Geburtsstunde des Bischemer Straßenfests, das bald zu einer Institution im gesellschaftlichen Leben der Stadt werden sollte. Außerdem findet der erste Maintaler Liederabend der heimischen Chöre statt.

 

Ein Jahr des Fortschritts 1980 (von Stadtkämmerer Günter Hack)

Bereits in seinem Rückblick auf das Jahr 1979 und die Prognosen für 1980 hat Bürgermeister Henkel keinen Zweifel daran gelassen, daß auch die Stadt Maintal mit der allgemeinen Finanznot zu kämpfen haben wird. Die Jahre, in denen die Kommunen aus dem Vollen schöpfen konnten, sind zu Ende. Mit Befriedigung müssen wir in Maintal feststellen, daß es im Wesentlichen gelungen ist, die Jahre voll auszunutzen, in denen es möglich war, das Gemeinwesen mit lebensnotwendigen und lebenswerten Einrichtungen auszustatten. Trotz aller Schwierigkeiten war auch das zu Ende gehende Jahr 1980 für Maintal wiederum ein Jahr des Fortschritts. Damals konnten halt noch viele Infrastrukturmaßnahmen finanziert werden und die Politiker konnten sich mit „Erfolgen“ schmücken. Aber später ging alles Geld drauf für die Erhaltung der Bauwerke und Einrichtungen; dazu wurden den Gemeinden immer neue Aufgaben aufgedrückt.

Wie schon in den Haushaltsreden angedeutet, wird das kommende Jahr in finanzieller Hinsicht schwieriger werden. Wir sind jedoch für die Zukunft optimistisch. Die Finanzlage der Stadt Maintal ist nach wie vor gesund. Wir sind in der Lage, alle Projekte die wir geschaffen haben, auch zu unterhalten. Wenn auch manche noch wünschenswerte Investition erst langsamer durchgeführt werden kann oder weiter verschoben werden muß, so wird es doch trotz aller Schwierigkeiten auch in Zukunft mit dieser Stadt Maintal aufwärts gehen. In diesem Sinne wünschen wir allen Bürgerinnen und Bürgern für den bevorstehenden Jahreswechsel alles Gute.

Zur Kultur schreibt er 1980: „Als eine wichtige Aufgabe sieht es der Magistrat immer wieder an, mit den weit über hundert Maintaler Vereinen einen möglichst engen Kontakt zu pflegen. Wir wissen, daß diese Vereine im wesentlichen Träger des Maintaler Kulturlebens sind. Sie tragen mit dazu bei, daß das Leben in Maintal lebenswert ist. Wir haben deshalb auch im Jahre 1980 alles getan, um die Vereine ihrer Bedeutung gemäß im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen. Wir möchten ihnen auch auf diesem Wege den Dank aussprechen für ihr Mitwirken an dem gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Leben in dieser Stadt!“ - Ärger gibt es in den Vereinen im Februar 1982, denn die finanzielle Förderung ist 1982 erheblich eingeschränkt worden.

 

Jahresrückblick von Rolf-Peter Schmidt 1981 (Maintal Tagesanzeiger):           

Einem allgemeinen Trend folgend ist unsere politische Landschaft nicht farbenprächtiger geworden, vielmehr müssen sich unsere gewählten Volksvertreter daran orientieren, was überhaupt noch machbar ist. Das Machbare hat dann auch seine Spuren hinterlassen Autofahrer haben ein Jahr der Benzinpreislotterie hinter sich, und die Herren in den Nadelstreifenanzügen haben wohl jede Form des Vertrauenskredites verspielt. Die verantwortlichen Männer unserer Geldinstitute haben auch 1981 mit ihrer Taktik nicht dazu beigetragen, daß sich Geld und Wohlstand .im privaten und geschäftlichen Bereich besonders gemehrt haben. Da waren dann auch bald unsere Politiker mit ihrem Latein am Ende. Was sie mit vielen Worten und noch mehr Geld dem Bürger als Service gereicht hatten, müßten sie ihm teilweise wieder wegnehmen. Das mußte all denen weh tun, die gerade auf den Geschmack gekommen waren. Am Horizont zeichnete sich schon in diesem Jahr das Thema ab, das zum zukünftigen „Dauerbrenner“ zu werden scheint.

Sparen lautete die Devise. Doch um uns herum schien das bisher nur für die anderen zu gelten: Eigentlich haben es sich die Bürger dieser Stadt noch mal so richtig gut gehen lassen. In keinem Jahr zuvor ist in Maintal so viel gefeiert worden. Unsere Landschaft wird immer ärmer, doch das Leben in den städtischen Vereinen blüht. Tausende von Menschen haben erfahren, daß sie in dieser Stadt wohnen, Mitmenschen und Freizeitideale haben. Hier hat es Straßenfeste, Altstadtfeste, Flohmärkte und Weihnachtsbasare gegeben. Maintal hat sich noch mehr von einer Wohnsiedlung in einer Großstadtregion zur liebenswerten Stadt gemausert, und dabei haben Sie alle mitgemacht.

 

Sonstiges:

Besondere Resonanz findet im Juli 1977 die von der Stadt veranstaltete Kaffeefahrt.

 Die Stadt Frankfurt erklärt sich bereit, im Stadtgebiet von Maintal Parzellen für Kleingärtner zu errichten.

Zu einem Riesenspektakel wird im Oktober 1977 der Auftritt des „Arbeiterschriftstellers“ Günter Wallraff, der in Maintal von seinen Erfahrungen in der Redaktion der „Bild“-Zeitung berichtet.

Das städtische Kulturamt legt im November 1977 eine Bilanz der Bürgerhaus-Einrichtungen vor: In einem Monat wurden fast 20.000 Besucher registriert.

Auch in Maintal kommt es im Dezember 1977 zu kuriosen Szenen, als die vielgerühmte Weihnachtsbutter angeboten wird. Die Bürger sind verärgert (Diese Butter wurde aus Überbeständen des Bundes billiger abgegeben).

Vom Erdbeben im Süden Deutschlands im Jahre 1978 (?) ist auch Maintal betroffen. Im Hochstädter Bürgerhaus zeigen sich Risse im Mauerwerk.

Unklarheit herrscht im November 1979 über die Ausgabe von Anträgen, unkompliziert in die DDR reisen zu können: Der Main-Kinzig-Kreis war in die Regelung über den vereinfachten Grenzverkehr aufgenommen worden. Endlich werden im Dezember die Anträge für die vergünstigten DDR- Besuche ausgegeben, allerdings zum Weihnachtsfest klappt nichts mehr.

Die Uhren werden im April 1980 auf Sommerzeit umgestellt.

Fast 80 Prozent aller Bundesbürger haben sich am 8. Juni 1980 für einen autofreien Sonntag ausgesprochen, spezielle Aktionen dazu gibt es in Maintal nicht, die Resonanz der Bürger bleibt entsprechend verhalten.

Bienen in Maintal erkranken im Juli 1980 an einer schrecklichen Seuche, der Wald wird zum Sperrbezirk.

Vor den Toren unserer Stadt dreht Regisseur Fritz Umgelter im August 1980 einen neuen Tatort-Krimi.

 Bei einem S-Bahnunglück in Frankfurt wird im November 1980 ein Mann aus Maintal zu Tode gequetscht.

Ein „Schwarzbau“ zwischen Dörnigheim und Bischofsheim sorgt im Januar 1981 für Gesprächsstoff. Werden die Behörden ein Baustop durchsetzen?

Jugendliche finden im April 1981 am Mainufer zentnerweise Kriegsmunition.

Mehr als 200 Amateurradfahrer nehmen im Mai 1981 an der „Tour de Maintal“ teil, einer städtischen Radrundfahrt.

Maintals Senioren werden im August 1981 von der Stadt zu einer Bootsfahrt eingeladen.

Ohne Auswirkungen bleibt im September 1981ein Erdbeben auf Maintal, während in etlichen hessischen Städten Schäden zu verzeichnen sind.

Der sechzehnjährige Andreas Förster wird im Januar 1982 vom Bundespräsidenten ausgezeichnet: Er hat am Beispiel der Freien Turner Dörnigheim das Thema „Alltag im Nationalsozialismus“ bearbeitet.

Bischofsheim können die Menschen im letzten Augenblick evakuiert werden, es kommt niemand zu Schaden.

Auf den Straßen werden im April 1982 umfangreiche Kontrollen an Zweirädern durchgeführt, neue Vorschriften sind in Kraft getreten.

Im Juni 1982 bebt vormittags die Erde, in Maintal werden keine Schäden registriert.

 

 

 

 

Zeitraum Unger 1983 - 1988: Ein Stadtrat

 

Wetter

Der plötzliche Wintereinbruch sorgt im Februar 1983 für ein Chaos auf Maintals Straßen, die Polizei registriert zahlreiche Unfälle. Dauerregen läßt im April den Main wieder über die Ufer treten, die Feuerwehr ist bei Hochwasser im Einsatz. Aber ein „Jahrhundert-Sommer“ sorgt für Rekordbesuch im Maintaler Mittelpunktschwimmbad.

 

Ein plötzlicher Wettereinbruch verursacht im Februar 1984 auf den Straßen chaotische Zustände. Nach Schnee und Eis brechen Sturm und Hochwasser über das Land herein. Extreme Trockenheit sorgt im März für große Waldbrandgefahr.

 

Der Winter bricht im Januar 1985 mit großen Schneemengen über das Land herein. Großeinsatz für die Feuerwehr. Schreckensbilanz zum Monatsende Januar. Tückische Glatteisfallen werden vielen Autofahrern zum Verhängnis. Eine zweite Kältewelle macht den Menschen im Februar zu schaffen. Anhaltende Trockenheit sorgt in Juni für ein frühes sommerliches Vergnügen. Der erste Schnee führt zum Monatsende November zum absoluten Verkehrschaos.

 

Mit jährlicher Regelmäßigkeit tritt der Main über die Ufer, so auch im Januar 1987 schwere Folgen können abgewendet werden. „Sibirische Kälte“ hält im Januar die Rhein-Main-Region fest im Griff. Die Kälte macht im März Mensch und Tier schwer zu schaffen, der Straßenverkehr ist erheblich beeinträchtigt. Kälte und Nässe setzen auch im Juni vor allem den Landwirten zu.

Die Menschen ärgern sich im Juli über die Launen des Wettergottes, von einem gelungenen Sommer kann keine Rede sein, besonders die Landwirtschaft leidet unter der Regenflut.

Auch der Sommerschlußverkauf im Juli leidet einmal mehr, doch nicht unter der Konjunktur, sondern unter dem Wetter. Sintflutartige Regenfälle setzen im September im Maintaler Schwimmbad die Umbaumaßnahmen unter Wasser, die Feuerwehr ist im Großeinsatz.

Die ersten Spuren des bevorstehenden Winters fordern im Dezember ihren Tribut: Autos schliddern in Gräben, und die Streudienste sind ausgelastet. Doch Väterchen Frost gibt nun ein kurzes Gastspiel: Es schließen sich frühlinghafte Temperaturen an.

 

Orkanartige Böen ziehen im Februar 1988 mit einer Schlechtwetterfront über das Land, es werden hohe Schäden registriert. Auch im März legen Schnee und Glatteis weite Teile des Autoverkehrs im Land lahm, Städte und Gemeinden an Main und Rhein sind vom Hochwasser betroffen. Die Bürger haben erneut gegen Schlamm und Hochwasser zu kämpfen, die Feuerwehren melden Dauereinsätze, die Stadt Maintal gleicht einer Seenplatte. Erst im April ist die Hochwasser-Gefahr endgültig gebannt, die Haus- und Gartenbesitzer können an die Beseitigung der Schäden gehen. Experten rechnen mit schlimmen Nachwirkungen des Hochwassers.

 

 

Politik

Bürgermeisterwahl 1983:

Im Vorfeld der Bürgermeisterkandidatur spitzt sich 1983 der Streit in der Maintaler CDU langsam zu, der Landrat versucht zu vermitteln. Das Kandidaten-Karussell dreht sich auf vollen Touren. Schließlich schickt Die CDU Klaus Vetzberger als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen.

Das an kommunalpolitischen Skandalen in den vergangenen Wochen nicht arme Maintal bekam einen neuen sensationellen Höhepunkt geboten. Die Wahl des neuen Bürgermeisters in der Maintaler Stadtverordnetenversammlung am 31. Januar endet mit einer faustdicken Überraschung. Obwohl CDU und FDP über eine hauchdünne 23:22 Mehrheit verfügen, wird nicht ihr Kandidat Klaus Vetzberger (CDU), sondern der Erste Stadtrat Dr. Walter Unger (SPD) zum Nachfolger von Erwin Henkel gewählt. Ein CDU-Stadtverord­ne­ter stimmt offensichtlich für den SPD-Kandidaten. Abenteuerliche Vorfälle in der CDU sollen noch Stunden vor der Bürgermeisterwahl zu diesem Ergebnis geführt haben. Das Ereignis wurde von mehr als 400 Zuschauern beobachtet.

 Die Wellen bei den Christdemokraten schlagen nach diesem Debakel entsprechend hoch. Der von seiner eigenen Fraktion demontierte Parteichef Paul Mathes sowie die Stadtverordneten Klaus Juritko und Walter Herwig treten daraufhin aus der CDU aus. Der Streit in der Partei ist zum offenen Schlagabtausch geworden, auch der Landrat kann die Eskalation nicht verhindern. Eine. „Freie Fraktionsgemeinschaft“ wird ins Leben gerufen, die dann mit den Sozialdemokraten koaliert (aber nachher doch nicht Paul Mathes durchbringen kann). Maintals SPD kündigt im Februar den Liberalen die Zusammenarbeit.

Trotz aller Worte des Lobes und des Dankes war bei der Amtseinführung des neuen Bürgermeisters Dr. Walter Unger im März und der gleichzeitigen Verabschiedung seines Vorgängers Erwin Henkel der monatelange Parteienstreit noch immer zu spüren. Für die Stadt geht eine Ära zu Ende, die vom Wirken ihres ersten Stadtoberhauptes Erwin Henkel geprägt wurde. Der neue Rathauschef, Dr. Walter Unger, versprach, ein würdiger Nachfolger zu sein. Dr. Walter Unger wird im Rahmen der Stadtverordnetenversammlung offiziell in sein Amt eingeführt, Erwin Henkel nach 13 Jahren und 9 Monaten verabschiedet.

 

Stadtratswahl:

Der ehemalige CDU-Vorsitzende und ehrenamtliche Stadtrat Paul Mathes bewirbt sich im April offiziell um das Amt des 1. Stadtrates in Maintal. Es kommt zur offiziellen „Koalition“ zwischen der SPD und der FFG. Die Chancen, daß Mathes Stadt rat werden kann, sind plötzlich erheblich gestiegen. Erste Zweifel zur Wahl des Stadtrates kommen auf, als sich auch die Sozialdemokraten zerstritten zeigen. Besonders die Bischofsheimer wollen Mathes nicht mit wählen. Die Abstimmung im Parlament im Mai ergab ein Unentschieden, seine Wahl war damit abgelehnt.

So fällt Paul Mathes auch bei der Wahl zum Ersten Stadtrat durch. Damit hatte er auch den Sprung auf den hauptamtlichen Magistratssessel endgültig verpaßt. Die Niederlage bedeutete gleichzeitig für den bislang ehrenamtlichen Stadtrat Mathes das politische „Aus“ in dieser Stadt.

Für den zweiten Versuch im August bewerben sich zwölf Kandidaten, mit dem SPD- Fraktionsvorsitzenden Peter Laskowski ist nur ein Maintaler dabei. Die CDU hat noch keinen Bewerber. Bei der parteiinternen Ausscheidung setzt sich der aus Gelnhausen kommende Dr. Karl-Heinz Schreiber mit 41:35 Stimmen gegen den SPD-Frak­tions­chef durch. Die CDU nominiert mit dem Wiesbadener Armin Klein kurzfristig doch noch einen Kandidaten - ebenfalls von außerhalb.

Hochspannend geht es dann bei der Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung zu.

Peter Laskowski hatte zuvor seine Bewerbung zurückgezogen, der spät aufgestellte CDU-Kandidat kam nicht zum Zug: Im zweiten Wahlgang ist die Entscheidung zugunsten des Sozialdemokraten gefallen. Im ersten Wahlgang ergibt sich mit 22:22 ein Patt. Im zweiten Anlauf klappt es dann aber doch. Karl-Heinz Schreiber aus Gelnhausen erhält eine Stimme mehr als Armin Klein. Wäre auch der zweite Wahlgang unentschieden ausgegangen, hätte das Los entscheiden müssen. Im September wird Maintals Erster Stadtrat Karl-Heinz Schreiber offiziell in sein Amt eingeführt.

 

Eine Meldung erregt im September die Gemüter: Paul Mathes, ehrenamtlicher Stadtrat, will wieder in die CDU aufgenommen werden.

 

Bundestagswahl und Landtagswahl:

Bei der Bundestagswahl im März 1983 liegen die Maintaler Wähler im Trend: Es gibt Verluste für SPD und F.D.P., die CDU legt zu, die die Grünen steigern sich auf 6,4 Prozent.

Die Landtagswahlen werfen ihre ersten Schatten voraus. Ungewöhnliche Aktivitäten der Kommunalpolitiker erregen im August das Interesse der Öffentlichkeit. Selbst die Bischofsheimer Kerb 1983 steht im Zeichen des Wahlkampfes: Prominenter Besucher ist im September der hessische Ministerpräsident Holger Börner. Bei der Landtagswahl im September feiern die Sozialdemokraten einen überragenden Sieg. Maintal liegt im Trend, Maintals Landtagsabgeordneter Walter Korn (CDU) erhält seinen Parlamentssitz nur, weil er über die Landesliste abgesichert ist.

 

Sonstiges 1983:

Der SPD-Ortsverein Bischofsheim feiert im März seinen 80jährigen Geburtstag, der Bezirksvorsitzende der Partei, Willi Görlach, hält die Festansprache.

Maintals Parlamentsausschüsse werden im März neu besetzt, SPD und FFG haben jetzt im Parlament eine deutliche Mehrheit. Besonders in den politischen Gruppen wird im März auch in Maintal die Volkszählung heftig. diskutiert.

Bürgermeister Dr. Unger macht im April in Sachen Volkszählung einen Vorstoß: Er will mit der Trennung der Fragebogen die Anonymität der Bürger wahren. Nach der Aufhebung der Volkszählung kommt im April auch im Maintaler Rathaus frohe Stimmung auf. Viel Arbeit und Geld werden gespart.

Am 5. Mai stirbt der Dörnigheimer CDU-Stadtverordnete Dr. Dieter Pruggmayer im Alter von 55 Jahren.

In der letzten Parlamentssitzung vor der Sommerpause im Juni kommt es erneut zum Eklat: Nach der Rede eines CDU-Mannes verläßt die SPD den Sitzungssaal. Der Streit in der Maintaler CDU ist im Juli immer noch nicht beigelegt, ein Rundschreiben des Vorstandes wird zum neuen Zankapfel. Die Maintaler CDU befindet sich im November auf neuem Kurs. Hendrik Lippa ist zum neuen Vorsitzenden gewählt worden.

Der bekannte und beliebte frühere Bürgermeister von Bischofsheim und ehemalige Stadtverordnetenvorsteher Georg Krieger, der „Vater von Bischofsheim“, kann im Oktober in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiern.

Der Haupt- und Finanzausschuß des Stadtparlamentes befaßt sich im Oktober mit dem Haushalt des Jahres 1984. Zu nächst herrscht weitgehende Übereinstimmung: Die Stadt hat sich erholt, doch Sparen bleibt oberstes Gebot.

In der letzten Stadtverordnetenversammlung des Jahres 1983 im Dezember gibt es doch noch Mal Streit: Es geht um die Erhöhung der Gewerbesteuer. CDU und F.D.P. sind dagegen, die Mehrheit der SPD setzt sie durch.

Die SPD-Main-Kinzig hebt im Dezember den Leiter der Bischofsheimer Albert-Einstein-Schule Karl Eyerkaufer auf ihren Schild. Er soll der Spitzenkandidat für die Kommunalwahl im Jahr 1985 sein.

Die „Gründungsväter“ der Stadt Maintal - vor zehn Jahren die Taufpaten - treffen sich im Dezember zum Gedankenaustausch, 1984 wird der Geburtstag gefeiert.

 

Europawahl 1984:

Die Stadtverordnetenversammlung wird im April 1984 zum Plenum des vorwahlkämpferischen Schlagabtausches zwischen den Parteien. In Maintal zeigt die Europawahl im Juni eine erschreckende Beteiligung. Die SPD verzeichnet Verluste, bleibt stärkste Kraft. Gewinner sind eindeutig die Grünen, die F.D.P. scheitert an der Fünf-Prozent-Hürde.

Günter Hack 1984:

In einer Feierstunde im Rathaus wurden die Verdienste von Stadtkämmerer Günter Hack gewürdigt. Hack ist seit zwanzig Jahren Wahlbeamter, war seit 1964 Bürgermeister von Wachenbuchen und unterzeichnete in dieser Eigenschaft den Grenzänderungsvertrag mit. In der neuen Stadt Maintal bekleidete er von Anfang an das Amt des Stadtkämmerers.

 

CDU:

Der CDU-Kreisparteitag wählt in Hanau den Maintaler Landtagsabgeordneten Walter Korn wieder zum Vorsitzenden.

Der 55jährige Christdemokrat Wilhelm Drolshagen wird im Juli Mitglied im Kreisausschuß.

In einer CDU-Mitgliederversammlung im September kommt es zu schwersten Auseinandersetzungen, die deutlich machen, daß noch immer ein schwerer Riß durch die Reihen der Partei geht.

 

Haushalt:

Der Maintaler Stadtkämmerer spricht im Juli von einer gesunden Finanzlage der Stadt.

Bürgermeister und Stadtkämmerer bringen im Oktober den Etat für das kommende Haushaltsjahr ein: Ihre Prognosen klingen optimistisch.

 

Sonstiges 1984:

Der 39jährige Leiter des Maintaler Rechtsamtes, Hans Peter Ebner, wird im März neuer Bürgermeister in Langenselbold.

In Maintal wird im September der zehnjährige Geburtstag mit einem offiziellen Festakt gefeiert.

Die Stadtverwaltung verteilt im November an alle 17.000 Haushalte den sogenannten Bürgerscheck: Mißstände und Anregungen sollen so gesammelt werden.

Eine Bürgerversammlung im November verläuft harmonisch, Verkehrsprobleme stehen für die Mitmenschen im Vordergrund.

 

Kommunalwahl 1985:

Die Christdemokraten im Main-Kinzig-Kreis legen im September 1984 das Kommunalwahlprogramm vor. Die Dörnigheimer Sozialdemokraten stellen im Dezember 1984 ihre Kandidaten vor. Auch Maintals Liberale gehen im Dezember optimistisch in den Wahlkampf: Sie stellen Programm und Kandidaten vor. Ein Türke ist im Dezember 1984 der Spitzenkandidat der Maintaler Grünen: Die Umweltpartei will damit Zeichen setzen.

Die CDU eröffnet im Januar 1985 ihren Wahlkampf mit einer Veranstaltung zum Thema „Freie Schulwahl“, Bürgermeister Dr. Walter Unger geht als Spitzenkandidat für die SPD ins Rennen. Landrat Rüger geht im Januar als Spitzenkandidat der Kreis-CDU in den Wahlkampf.

Die Parlamentsausschüsse verabschieden in ihrer letzten Sitzung im Februar Maintals Gesamtverkehrsplan. Am Schluß der Legislaturperiode verabschiedet sich das Parlament im Februar mit großem Wahlkampfgetöse.

Der Kommunalwahlkampf geht im Februar seinen Höhepunkten entgegen, nach Prognosen sollen mehr Stimmen verteilt werden, als überhaupt vorhanden sind. Die Kommunalpolitiker unternehmen im März die letzten Anstrengungen, die Bürger auf die bevorstehende Kommunalwahl einzustimmen, immer noch gibt es großes Rätselraten, wie Grüne und Liberale abschneiden werden.

Die Kommunalwahl in Maintal im März bringt wenig Überraschungen, vier Parteien sind im Parlament vertreten. Über Maintals kommunalpolitische Geschicke werden wohl künftig die Grünen das letzte Wort haben. Denn sie ziehen nach dem Wählerwillen als vierte Kraft ins Maintaler Parlament ein und sind dort in der kommenden Legislaturperiode mit drei Sitzen vertreten. Die Freien Demokraten sind ebenfalls mit drei Mandaten wieder dabei. so daß keine Partei die absolute Mehrheit für sich verbuchen konnte. Während die SPD mit 21 Sitzen wieder als stärkste Fraktion aus den Wahlen hervorging, erlitt die CDU einen deutlichen Einbruch und kann nur noch auf 18 Mandatsträger im Parlament zurückgreifen. Die Sozialdemokraten sind zugleich stärkste politische Kraft im Main-Kinzig-Kreis geworden.

Sozialdemokraten und Grüne versuchen im März in öffentlichen Verhandlungen, Einigkeit über ein gemeinsames ,,Regierungsprogramm“ in der Stadt Maintal zu erzielen. Die Verhandlungen zwischen Grünen und Sozialdemokraten dauern im April an, doch bisher gibt es wenig Resultate. Im Hochstädter Bürgerhaus wird im April die neue Legislaturperiode des Maintaler Parlaments eröffnet, erstmals sind vier Fraktionen vertreten, die ehrenamtlichen Mitglieder des Magistrat werden in ihr Amt eingeführt.

Der Magistrat muß gegen das Parlament im Juli seine erste große Schlappe hinnehmen. Nach vielen und zähen Verhandlungsrunden haben SPD und Grüne in Maintal im Juli eine Vereinbarung zustande gebracht. Aber die rot-grüne Zusammenarbeit bricht im November auseinander: Unklar bleibt bis dahin, wie parlamentarische Mehrheiten geschaffen werden sollen. Die Grünen betrachten im November auch offiziell ihre Zusammenarbeit mit der SPD als beendet, unter anderem bricht das Bündnis an der Frage, ob der Firma Honeywell („einem Rüstungsbetrieb“) städtische Grundstücke zur Erweiterung überlassen werden sollen.

 

Sonstiges 1985:

Die Stadtverwaltung stellt im Februar 1985 die Mikroverfilmung des Archiv- und Aktenmaterials der Öffentlichkeit vor.

In der Verwaltung wird im März 1985 ein neues Arm für den Umweltschutz eingerichtet, Jörn Walter wird Amtsleiter.

Die Nassauische Heimstätte verklagt im März die Stadt und den Kreis, es geht um das Gelände für das geplante klassenlose Krankenhaus in Hochstadt.

 

Landratswahl 1986:

Auf einer außerordentlichen Stadtverbandsversammlung der Maintaler SPD im September 1985 wird Karl Eyerkaufer zum Landratskandidaten nominiert. Im März 1986 hat Karl Eyerkaufer es geschafft. Nach dem Willen der Sozialdemokraten im Main-Kinzig-Kreis soll der Maintaler Oberstudiendirektor Karl Eyerkaufer aus Hochstadt im Herbst den christdemokratischen Landrat Hans Rüger ablösen und neuer Landrat werden. Nachdem Eyerkaufer nach der Kommunalwahl die SPD zur stärksten politischen Kraft im Kreisgebiet gemacht hatte, kann er jetzt die Früchte seiner politischen Arbeit ernten.

 

Haushalt 1986:

Im Parlament wird im November 1985 der Haushalt für das kommende Jahr eingebracht, die Parteien stehen vor der Beratung. Erstmals in der Geschichte der Stadt wird der Haushalt für das kommende Jahr im Dezember von einer Parlamentsmehrheit abgelehnt. Im dritten Anlauf gelingt es endlich: Der Haushalt für 1986 ist im März doch noch unter Dach und Fach. Mit den Stimmen der SPD und der Grünen passierte der städtische Etat im Bürgerhaus Hochstadt die parlamentarischen Hürden. CDU und FDP blieben bei ihrem „Nein“ zu dem Gesamtwerk, das ein Volumen von über 62 Millionen Mark umfaßt.

Aber im Mai 1986 teilt Stadtrat Günter Hack nicht überraschend mit, daß er sich im kommenden Jahr nicht mehr zur Verfügung stellen wird. Hack. wird am 16. Januar 1987 aus dem Amt scheiden, doch bereits im Juli 1986 wird die Stadtverordnetenversammlung die Weichen für einen Nachfolger stellen. Die Auseinandersetzung vor allem mit den eigenen Genossen ist dem Wachenbucher zu viel geworden. Auch, um mit seinen Parteifreunden abzurechnen, kündigt er sein Ausscheiden aus dem Amt zum 16. Januar 1987 an. Im August soll bereits die Wahl seines Nachfolgers erfolgen. Zunächst erhält Hack jedoch für seine Verdienste im Juli aus den Händen von Hessens Innenminister Horst Winterstein (SPD) das Bundesverdienstkreuz.

 

Stadtratswahl 1986:

Die vier Fraktionen stellen jeweils einen eigenen Kandidaten für die Nachfolge Hacks auf. Im ersten Durchgang erhält keiner von ihnen die absolute Mehrheit. Auf Peter Laskowski und Erhard Rohrbach entfielen die meisten Stimmen. Im zweiten Wahlgang kommt es zu einem Patt. Beide erhalten 21 Voten. Nach einer Sitzungsunterbrechung bringen SPD und Grüne den Antrag ein, den notwendigen dritten Durchgang auf die nächste Sitzung zu verschieben, um so bei einem erneuten Patt den Losentscheid zu verhindern. Gegen CDU und FDP wird die Vertagung angenommen. SPD und Grüne können sich in der Folge nicht mehr auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen. Günter Hack bleibt so notgedrungen bis zum Erreichen der Altersgrenze im September 1989 im Amt.

Aus den Händen von Hessens Innenminister Horst Winterstein kann Maintals Stadtkämmerer Günter Hack im Juli im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus das Bundesverdienstkreuz am Bande entgegennehmen. An der Feierstunde nehmen zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil, die damit zugleich Günter Hacks 40jähriges Jubiläum im öffentlichen Dienst würdigen und ihm ihre Glückwünsche aussprechen.

Im August

Abgebrochen wird in der Stadtverordnetenversammlung mit den Stimmen der SPD und der Grünen die Wahl eines hauptamtlichen Nachfolgers für Stadtrat Günter Hack. Nachdem im ersten Wahlgang die vier Kandidaten der vier Fraktionen jeweils die Stimmen des eigenen Lagers auf sich vereinen konnten, blieben im zweiten Wahlgang nur noch Peter Laskowski für die SPD und Erhard Rohrbach für die CDU übrig. Beide bekamen jeweils 21 der insgesamt 45 Stimmen bei drei Nein-Stimmen. Nach einer Sitzungsunterbrechung brachten SPD und Grüne dann den Antrag ein. den notwendigen dritten Wahlgang auf die nächste Sitzung des Parlamentes zu verschieben, um auf diese Weise bei einem erneuten Patt einen Losentscheid zwischen den Kandidaten zu vermeiden. CDU und FDP stimmten gegen die Vertagung.

 

Sonstiges 1986:

Fassungslos und erschüttert nahmen Maintals CDU-Mitglieder die Nachricht auf: Der langjährige Vorsitzende der CDU-Stadtverordnetenfraktion, Leopold Reinhart, lebt nicht mehr. Plötzlich und vollkommen unerwartet ereilte ihn im Juli am frühen Morgen der Tod in seinem Garten. Das Herz des erst 61jährigen hatte versagt.

 

Stadtrat 1987:

Von der Mitte des Monats Januar 1987 an regiert Maintals Stadtkämmerer Günter Hack „ungewählt“. Für seine Tätigkeit als Stadtrat und die Wahl seines Nachfolgers gab es im Parlament keine Mehr­heit. So bleibt Günter Hack ein Stadtrat, der keine parlamentarische Mehrheit hat bis zum Erreichen der Altersgrenze 1989 im Amt. Seine Amtszeit ist abgelaufen. Da sich aber die Stadtverordneten nicht auf die Wahl eines Nachfolgers einigen konnten, bleibt er bis zum 14. September 1989 im Amt. An diesem Tag wird er 65.Jahre alt und erreicht damit die Altersgrenze. Maintals Stadtkämmerer erwartet 1987 im kommenden Jahr weniger Geld. Zum einen sind es die Zuschüsse von Land und Kreis, zum anderen die niedrigeren Steuern.

Der Haushalt der Stadt Maintal sorgt im Dezember auch in diesem Jahr für lautstarkes Parteien-Gezänk.

 

Bundestagswahl 1987:

Mit aufwendigen Kampagnen hält der Bundestagswahlkampf 1987 Einzug in den Kreis. Bundes- und Landespolitiker geben sich die Türklinken in Bürgerhäusern und Stadthallen in die Hand. Die Resonanz darauf in der Bevölkerung ist sehr verhalten. Bei der Bundestagswahl liegt Maintal im Trend, CDU und SPD sind die Verlierer, die Abgeordneten des Wahlkreises Reuter (SPD) und Bayha (CDU) können ihre Mandate behalten.

 

Landratswahl 1987:

Nachdem SPD und Grüne im Kreis sich auf eine Zusammenarbeit geeinigt haben, stimmen sie gegen die Wiederwahl von Landrat Hans Rüger (CDU). Im September votiert Rot-Grün für Karl Eyerkaufer (SPD), bis dahin Leiter der Einsteinschule in Bischofsheim. Der frühere Leichtathlet tritt sein Amt im Februar 1987 an. Aber er wollte seinen Augen nicht trauen: Nach seinem Amtsantritt fand er nur leere Aktenordner vor. Und auch die Hauptamtsleiter - nach dem Verbleib des Inhalts der etwa 150 Ordner befragt - wußten keine Auskunft zu geben. Auch die Zimmer des persönlichen Referenten und der Pressestelle wurden leer geräumt. Zu einer Amtsübergabe. so Eyerkaufer, seien sein Vorgänger Hans Rüger und der Erste Kreisbeigeordnete Dr. Otto Aden, nicht bereit gewesen. Doch es bleibt beim politischen Schlagabtausch. Zu „Schlammschlachten“ werden im Februar die Diskussionen im Main-Kinzig-Parlament, das politische Niveau ist an der untersten Grenze angelangt.

 

Tod Georg Kriegers 1987:

Tiefe Bestürzung herrschte bei vielen Bürgern Bischofsheims, als bekannt wurde, daß Altbürgermeister Georg Krieger im Februar im Alter von 78 Jahren gestorben ist. 22 Jahre lang leitete Krieger die Geschicke der Gemeinde Bischofsheim als Bürgermeister und stand von 1974 bis 1982 der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Maintal vor. Bürgermeister Dr. Walter Unger und Stadtverordnetenvorsteher Horst Schneidmüller sprachen der Familie Georg Kriegers ihr tiefempfundenes Mitgefühl aus.

 

Landtagwahl 1987:

Die Politiker in Stadt und Kreis stimmen sich im März so langsam in den nächsten Wahlkampf ein, in Hessen wird in wenigen Wochen ein neues Parlament gewählt, der Ausstieg aus der Kernenergie wird zur zentralen Frage. Minister und hohe Regierungsbeamte geben sich im März in unseren Städten und Gemeinden ein Stelldichein, es gibt Orden, Ehrenzeichen und Versprechungen. Im April tobt der Wahlkampf, in vielen Diskussionen bleiben die gewählten Volksvertreter den Bürgern Antworten schuldig. Der Wahltag in Hessen wird zum „roten Erdrutsch“, die Sozialdemokraten müssen herbe Verluste hinnehmen, in der Landeshauptstadt kommt es zur großen Wende.

 

Stadtverordnetenversammlung 1987:

Die CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung hat einen neuen Vorsitzenden. Bei einer Klausurtagung im Mai in Hochstadt konnte Erhard Rohrbach 18 von 19 gültigen Stimmen auf sich vereinen. Der 30jährige Rechtsanwalt wird damit Nachfolger von Norbert Schoor. Im Stadtparlament wird Erhard Rohrbach im Mai zum neuen Fraktionsvorsitzenden der CDU gewählt.

 

Volkszählung 1987:

Thema Nummer eins in der öffentlichen Diskussion ist im März die Volkszählung, die Angst vor dem „gläsernen Menschen“ wird zum einen geschürt, ist zum anderen begründet. Die mit großen Diskussionen begleitete Volkszählung beginnt Mitte im Mai. Was passiert mit den Mitbürgern, die letztendlich doch die Volkszählung boykottiert haben? Die Behörden drohen im August, doch von Strafen wird nichts bekannt.

 

Sonstiges 1987:

Katharina Gröning ist im Januar 1987 als Maintaler Frauenbeauftragte ins Rathaus eingezogen. Die Maintaler Frauenbeauftragte Katharina Gröning legt im März 1988 nach einjähriger Arbeit eine Leistungsbilanz vor. Die neue Kulturbeauftragte der Stadt Maintal heißt im Mai Otilie Herrmann-Wandel, sie soll mehr Bürger an das städtische Programm heranführen.

Zum ersten Behinderten-Beauftragten der Stadt Maintal wird im Juli 1987 Kurt Junior aus Bischofsheim bestellt. Die Einrichtung dieser Stelle geht auf einen Beschluß der Stadtverordneten vom Anfang des Jahres zurück. Die Aufgaben des Behinderten-Beauftragten sollen in eine bereits vorhandene Beratungsstelle in Hochstadt integriert werden. Diese Minderheit soll mit ihm ein Sprachrohr erhalten.

In Wachenbuchen findet im Oktober ein umstrittenes „Informationswochenende“ der Maintaler Afghanistaninitiative statt, die Wochen später noch ein parlamentarisches Nachspiel haben soll.

 

Kommunalwahlkampf 1988:

Die ersten Vorboten des Kommunalwahlkampfes in Stadt und Kreis lassen im April grüßen, der politische Schlagabtausch wird härter. Die Partei „Die Grünen“ ist im Juni im Main-Kinzig-Kreis heillos zerstritten, das wird während einer Kreistagssitzung in Maintal deutlich.

Beim Parteitag der SPD in Maintal im Juli dreht sich „alles um die Frau“ der „Quotenregelung“ der Sozialdemokraten wird zugestimmt.

Der CDU- Stadtverband Maintal beschließt im September, mit einem eigenen Bürgermeister-Kandi­daten ins Rennen der Kommunalwahl zu gehen: Erhard Rohrbach aus Hochstadt soll der Kandidat sein. Maintals Sozialdemokraten stehen auch weiterhin hinter ihrem Spitzenkandidat, Bürgermeister Dr. Walter Unger. Im Oktober stellen die Sozialdemokraten ihre Spitzenmannschaft für die Kommunalwahl vor, es werden „altgediente Genossen“ ins Rennen um die Gunst der Wähler geschickt. Maintaler Christdemokraten stellen ihr Kommunalwahlprogramm vor, „zu viel Personal in der öffentlichen Verwaltung“ wird der Kernpunkt ihrer Kritik.

Mit rot-grüner Mehrheit wird im November der Maintaler Haushalt in Höhe von rund 72 Millionen Mark verabschiedet. Die sozialdemokratische Mehrheitsfraktion hat sich überraschend mit der Ökopartei zusammengerauft, um gegen die Opposition aus CDU und FDP einen „Etat der Normalitäten“ zu verabschieden. Rotgrün will nun auch gemeinsam in den Kommunalwahlkampf 1989 gehen.

 

Sonstiges 1988:

Während des Kreisparteitages der CDU im März 1988 wird der Landtagsabgeordnete Walter Korn aus Maintal wieder zum Vorsitzenden gewählt. Neuer Chef der Maintaler Liberalen ist im März Peter Geißel.

Die Bischofsheimer Sozialdemokraten feiern im Oktober Partei-Jubiläum. Die Sozialdemokraten gehen im November mit ihrem Landrat Karl Eyerkaufer als Spitzenkandidat in den Kommunalwahlkampf.

 

Wahlkampf 1988:

Die Parteienvertreter in Maintal und Umgebung bereiten sich im Januar 1989 langsam auf den Kommunalwahlkampf vor. Alle politischen Parteien stellen für die Kommunalwahl ihr Programm und ihre Kandidaten vor. Sie laden ihre kommunalen Delegierten zu Versammlungen ein. In Maintal ist die Wahl besonders wichtig, denn die drei hauptamtlichen Magistratsmitglieder (Bürgermeister und zwei Stadträte) stehen zur Disposition.

Im Main-Kinzig-Kreis wollen die Grünen nicht nur die Macht, sie wollen auch Posten und Positionen übernehmen. Ihr kommunalpolitischer Wahlkampf ist ganz darauf ausgerichtet.

In der „heißen Phase“ des politischen Wahlkampfes treten im Februar 1989 sieben Parteien um die Gunst des Wahlvolkes an. In Maintal steht im Februar 1989 die kommunale Schulpolitik und im Kreis auf dem Prüfstand. Der Besuch des hessischen Kultusministers in Maintal wird im Februar 1989 zu einem Wahlkampf-Spektakel.

 

Günter Hack:

Ein Vierteljahrhundert schrieb Günter Hack (SPD) kommunalpolitische Geschichte erst in Wachenbuchen und dann im 1974 gegründeten Maintal. Zehn Jahre zuvor wurde er hauptamtlicher Bürgermeister von Wachenbuchen. Im Jahre 1975 wurde er zum Zweiten Stadtrat Maintals gewählt, der auch für die Stadtkämmerei zuständig ist. Besondere Verdienste erwarb sich Hack um die Städtepartnerschaft zwischen Moosburg und Wachenbuchen.

Für sein jahrzehntelanges Engagement wurde Hack 1986 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Günter Hack hielt in der Bundesrepublik einen einsamen Rekord: Er war der dienstälteste Wahlbeamte ohne Wählerauftrag. Im Juli 1989 feiert er sein 25 jähriges Berufsjubiläum als Wahlbeamter. In seinen 25 Jahren als Wahlbeamter hat sich Günter Hack den Ruf eines gleichermaßen kompetenten wie sachlichen Gesprächspartners gesichert.

Nach Erreichen der Altersgrenze geht der Sozialdemokrat 1989 in den Ruhestand, nachdem er gezwungenermaßen über zweieinhalb Jahre weiter Stadtrat bleiben mußte, da sich kein mehrheitsfähiger Kandidat für die Position finden ließ. Ein verdienter Politiker hat es endlich den verdienten Ruhestand geschafft. Am 30. September 1989 wird er in den Ruhestand entlassen. In einer großen Feierstunde wird er im Oktober 1989 in den Ruhestand verabschiedet.

 

 

Infrastruktur

Schwimmbad:

Das Maintaler Mittelpunktschwimmbad feiert im November 1983 sein zehnjähriges Jubiläum.

Mehr als 1,7 Millionen Badegäste hatten bis dahin die Einrichtung genutzt. Im Juli 1984 gibt es dazu ein buntes Festprogramm. Nach einem „Leck“ im Schwimmbad versinken im Mai 1984 Millionen Liter Wasser im Erdreich; Das Loch kann abgedichtet werden.

Das Mittelpunkt-Sportcenter neben dem Schwimmbad wird im Oktober 1983 eröffnet. Im September 1984 feiert man seinen einjährigen Geburtstag. Im November soll attraktiver gestaltet werden, umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen sind geplant, rund drei Millionen Mark sollen aufgewendet werden. Seit Herbst 1986 steht neben dem Maintaler Mittelpunktschwimmbad die größte Tennishalle in ganz Hessen. Schon bisher gab es dort das Mittelpunkt-Sportcenter mit vier Plätzen und zahlreichen anderen Sporteinrichtungen. Im September kommen drei weitere Plätze hinzu, so daß neben sieben Tennisplätzen auch noch sechs Squash-Courts zur Verfügung stehen, außerdem ein Fitneß-Center, ein Sport- Shop und eine Gaststätte.

Für die Ferienzeit wird im Juli 1985 ein tolles Programm im Maintaler Schwimmbad angeboten, besonders die Kinder kommen auf ihre Kosten. Auch im Juli 1987 ist das Bad eine große Freizeit-Attraktion, obwohl der Besuch wegen der Umbauarbeiten mitunter zum Hindernis wird. Der Ausbau macht im August 1987 gute Fortschritte.

Zur attraktiven Einrichtung wurde das Maintaler Schwimm­bad nach dem Umbau. Die Stadtverwaltung muß im Mai 1988 als Dienstleistungsunternehmen tief in die Tasche greifen. Das Maintaler Hallenbad eröffnet im wieder seine Pforten, aus der Sportstätte ist ein familiengerechtes Freizeitbad geworden. Das umgestaltete Mittelpunktschwimmbad kommt im Juli bei der Bevölkerung gut an, meint die Stadtverwaltung; viel Bürger und Besucher können aber kritische Töne nicht verbergen.

Aber das Gelände nördlich des Schwimmbads weckt schon damals Begehrlichkeiten. Im August 1988 kommt der Plan auf, die Grünzone zwischen Maintals großen Stadtteilen nun doch zu bebauen. Von einem neuen Verwaltungszentrum sind die Stadtväter zwar noch weit entfernt, doch jetzt schon ist der Bau eines großen Hotels ins Auge gefaßt worden. Es soll in der Nähe von Schwimmbad und Sportzentrum entstehen.

 

 

Wohnungsbau:

In Bad Vilbel wird im Oktober 1983 eine außergewöhnliche Fertigbauausstellung eröffnet, ein Anziehungspunkt auch für viele Bürger unserer Stadt.

Die Stadtverwaltung bietet im März 1984 öffentliche Zuschüsse für erhaltungswürdige Gebäude an. Unterstützungsmöglichkeiten werden zu wenig genutzt.

Zum politischen Skandal wird im Mai 1984 der „Wildwuchs“ im Industriegebiet, wo abseits von Vorschriften und Richtlinien Wohnungen eingerichtet worden sind. Die Verwaltung will drastische Maßnahmen ergreifen.

Mietern und Vermietern werden seit Oktober 1988 mit einem „Mietspiegel“ Ratschläge in Geldangelegenheiten gegeben. Aber das Bauen steht in Maintal 1988 angeblich nicht mehr im Vordergrund, Wohnungen sollen moderner werden, eine Baugenossenschaft hält Rückschau.

 

Fahrzeugpark:

Im August 1983 wird festgestellt: Weil die Stadtväter in früheren Jahren augenscheinlich am falschen Ende gespart haben, müssen jetzt große Summen für Fahrzeuge des Maintaler Bauhofes ausgegeben werden. Die Stadt verbessert im Februar 1984 ihren Fahrzeugpark, es werden neue Wagen für den Bauhof angeschafft.

 

Maintal allgemein:

Die Gasversorgung der Kreiswerke wird im Juni 1983 an die Main-Gas-Aktiengesellschaft verkauft. Der neue Lieferant verspricht auch Investitionen in Maintal.

Die erste Ausbaustufe des Sportboothafens Mainkur ist im Juli 1983 abgeschlossen, auch die Stadt Maintal ist Anteilseigner.

Die Stadtväter werben im Dezember 1985 bei der mittelständischen Industrie für Neuansiedlungen in der Stadt, ein begrenztes Gewerbegebiet steht zur Verfügung.

Die Stadt Maintal wendet im Oktober 1987 erhebliche finanzielle Mittel für ihre Wanderwege auf.

Nach einem folgenschweren Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes im April 1987 ist die Breitband-Verkabelung für ganz Maintal zugelassen.

Im Januar 1988 wird festgestellt: Der Zahn der Zeit nagt in schlimmer Form am städtischen Kanalnetz, für die kommenden Jahre müssen Millionen an Sanierungskosten eingeplant werden. Für den Stadtteil Wachenbuchen wird im Februar ein „Entwässerungsplan“ vorgelegt, das Kanalnetz ist noch auf Zukunft ausgelegt; im Juli soll das städtische Kanalnetz saniert werden.

 

D ö r n i g h e i m:

Main:

Im März 1983 wird begonnen, Hochwasserrampen für die Fähre zu errichten. Am Mainufer zwischen Dörnigheim und Fechenheims soll ein neues Rad- und Fußgängerwegnetz ausgebaut werden. Die Qualität des Maines wird wieder schlechter. Im April 1984 wird dringend verboten, Fische aus diesem Gewässer zu verzehren wird. Gleichzeitig wird das Mainufer auf dem gesamten Maintaler Abschnitt als Erholungsgebiet fertiggestellt. Auch im Juli 1987 will die Stadt das Mainufer umgestalten, eine lebhafte Diskussion entwickelt sich vor allem in den politischen Parteien. Vorschläge und Aktivitäten gab es auch in den folgenden Jahren immer wieder.

 

Maintalhalle:

Die Abrechnung der Maintal-Halle sorgt im Dezember für Zündstoff in der letzten Parlamentssitzung in diesem Jahr. Den „Regierenden“ werden schwere Vorwürfe gemacht. Zwei Jahre beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Maintal-Halle mit den Vorgängen während der Erstellung des Mehrzweckbaus an der Berliner Straße. Was sie zutage förderte, mußte der Verwaltung wie auch dem Architekten die Schamröte ins Gesicht treiben. Die Arbeitsgruppe berichtet in der Dezember-Parlamentssitzung von fachlicher Inkompetenz und verheerenden Zuständen in der früheren Stadtverwaltung. Die Kosten seien deswegen in Millionenhöhe überschritten worden.

 

Firmen:

Ein Warenlager des Bilka-Kaufhauses in Dörnigheim schließt im Januar 1984 seine Pforten, 90 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

 Als die Bekleidungsfirma Zaeh im April 1985 in die Pleite steuert, werden die 65 Mitarbeiter arbeitslos Die Firma war von Heimatvertriebenen gegründet worden und war im Backesweg. Das Gebäude wurde zu Wohnungen umgebaut.

Die Firma Honeywell feiert im März 1985 ihren 100jährigen Geburtstag. Im November 1988 erhält sie eine große Auszeichnung. Man hofft, daß in Maintal bald ein Zentrum neuer Technologien in Europa entstehen wird. Aber mit dem Rückgang der Rüstungsindustrie wird die Firma immer mehr zurückgefahren.

 

Alter Friedhof:

Die Stadtverwaltung will im Januar 1987 aus dem alten Dörnigheimer Friedhof einen Erholungspark machen, es erhebt sich bei den Bürgern eine Welle des Protestes. In einer Bürgerversammlung wird im März deutlich, daß der Dörnigheimer alte Friedhof nicht zu einem „Park“ werden soll. In der Folgezeit wurden immer wieder Versuche gemacht, diesen Friedhof stillzulegen. Schließlich wurde die Trauerhalle nicht mehr renoviert. Aber der Widerstand der Bevölkerung blieb.

 

Gewerbegebiet-Ost:

Der Kanalbau im Gewerbegebiet Dörnigheim-Ost wird im August 1984 zum größten Projekt des Jahres, die Arbeiten beginnen mit großem Aufwand; im Oktober 1984 wird die Großbaustelle eingerichtet. Die Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet östlich und westlich der Honeywellstraße laufen auch im Mai 1985 auf Hochtouren, mittelständische Unternehmen sollen hier einmal angesiedelt werden.

 

Kennedystraße:

Erstmals werden im November 1983 die neuen Planungen für die Umgestaltung der Kennedystraße vorgestellt, die Verkehrsberuhigung muß sicher noch ein Jahr auf sich warten lassen.

Anwohner der Hauptverkehrsader Kennedystraße in Dörnigheim begrüßen im Februar 1988

zwar den Umbau der Straße, stehen den Plänen allerdings noch sehr skeptisch gegenüber.

Einmal mehr beginnen im Februar 1987 lautstarke Diskussionen in der Bevölkerung über die Umgestaltung der Kennedystraße im Stadtteil Dörnigheim. Ein förmliches Verfahren zum Umbau der Kennedystraße wird 1987 von den Stadtvätern in eingeleitet. An der Straße wurden 20 Jahre gebaut, die Durchfahrt wurde erschwert, aber der Verkehr ist geblieben.

 

Sonstiges:

Am Bahnhof im Stadtteil Dörnigheim wird im April 1984 als Millionen-Projekt ein Bus-Bahnhof offiziell in Betrieb genommen. Für weitere Millionen wird er etwa 2012 erneuert.

Die Parlamentsausschüsse beschließen im Januar 1984 verkehrsberuhigte Zonen in Dörnigheim.

 

 

B i s c h o f s h e i m:

Breitbandkabel:

Im Bischofsheimer Bürgerhaus findet im August 1984 die erste Informationsveranstaltung zum Thema Breitbandkabel für Fernsehen statt. Aber im September lehnt eine Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung die Verkabelung Maintals ab. Die Stadtväter wollten die Bürger vor zu viel Fernsehen bewahren. Wegen ihrer ablehnenden Haltung in Sachen Breitbandkabel erhebt der Bundespostminister im Oktober schwere Kritik an den Stadtvätern.

Die Verlegung von Breitbandkabeln kommt im Januar 1985 in die öffentliche Diskussion. Bischofsheimer Haushalte, die bereits „verkabelt“ wurden, werden im April an ein erweitertes Rundfunk- und Fernsehangebot angeschlossen. In Bischofsheim bietet das Fernmeldeamt Eschborn im März 1987 einen besonderen Service: Jetzt können auch private Sender empfangen werden.

 

Bundesfachschule:

In Bischofsheim soll eine Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik entstehen: Die Konzeption wird im Oktober vorgestellt. Die Bauarbeiten gehen im Dezember zügig voran. Im Mai 1985 wird das Richtfest für die erste Bundesfachschule für Kälte-Klima-Technik gefeiert.

Im September 1986 die neue Schule in einer Feierstunde ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Gäste aus der Kälte-Klima-Branche sowie Vertreter der Handwerksinnungen und der Politik waren erschienen, um gemeinsam mit der Schulleitung die neuen Gebäude einzuweihen. Staatssekretär Manfred Grüner vom Wirtschaftsministerium hielt die Festansprache und Bürgermeister Dr. Walter Unger überreichte ein Präsent des Magistrats. Die Bundesfachschule für Kältetechnik präsentiert sich im März 1987 als Institut, die Schülern aus der Dritten Welt und ihren Ländern ganz besondere Entwicklungshilfe geben kann.

 

Sonstiges:

Der Darmstädter Regierungspräsident lehnt im Dezember 1983 den Bebauungsplan für die Gartenkolonie Bischofsheimer - Berger-Hang ab und sorgt für Aufregung bei den Kleingärtnern. Auch später werden immer wieder Versuche unternommen, die mehr oder weniger illegalen Bauten zu beseitigen, aber ohne Erfolg.

In Bischofsheim stellt die Post 1984 die erste Telefonzelle für Behinderte vor.

Im März 1984 wird auch für Bischofsheim „Verkehrsberuhigung“ beschlossen. Anwohner in Bischofsheim protestieren im Juni gegen Gaststätten in der Straße „Am Kreuzstein“ wegen fehlender Parkplätze und anhaltender Lärmbelästigung. Die Stadtverwaltung beschließt befristete Auflagen.

Bischofsheim wird im März 1985 in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen worden, allerdings nur bei der „einfachen Stadterneuerung“. In einer Bürgerversammlung werden im Juni 1988 die Pläne zur Umgestaltung der Bischofsheimer Altstadt vorgestellt, die Reaktion der Bevölkerung ist zurückhaltend.

In Bischofsheim wird im April 1987 ein Wochenmarkt eingerichtet, die Bürger danken es mit lebhafter Resonanz.

In Bischofsheim ist im Mai im Waldspielpark die Minigolfanlage in Betrieb genommen worden (im Jahre  ?  wurde sie durch einen Brand und Vandalismus zerstört).

Das „schiefe Haus von Bischofsheim“ gerät im April 1988 erneut in die Schlagzeilen, denn das mit Millionenaufwand aufgerichtete Hochhaus an der Schillerstraße macht den Hausbewohnern zu schaffen. Auch im Dezember kommt wieder ins Gerede, diesmal klagen Anwohner über eine Gefahr durch die Aufzüge.

 

 

H o c h s t a d t:

Klosterhofgelände:

Das Maintaler Bauamt kann im Juli 1984 in die neu gestalteten Räume in der früheren Schule an der Klosterhofstraße ziehen, die dort für 580.000 Mark errichtet wurden. Für das Gelände der Klosterhofstraße in Hochstadt - das spätere Rathausgelände - wird im November 1984 ein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben. Beim städtebaulichen Ideenwettbewerb zum registriert die Verwaltung im Februar 1985 eine gute Beteiligung.

Im November 1988 wird er Grundstein für den Verwaltungsneubau gelegt (Erweiterungsbau im rechten Winkel zur früheren Schule), das Millionen-Projekt soll in einen Jahr im Rohbau fertig sein.

 

Lärmschutzwall:

Im Februar 1984 wird gemeldet: Ein Lärmschutzwall soll Ruhe für Hochstadts Bürger bringen. Kaum war der Lärmschutzwall entlang der neuen Autobahn A 66 aufgeschüttet, um die Bürger Hochstadts vor dem Autolärm zu schützen, gerieten im Mai 1985 die Erdmassen auch schon wieder in Bewegung. Große Teile des Walls gaben im Juni nach. Erdmassen rutschten auf die Autobahn. Nun hieß es, im Bereich Hochstadt kräftig buddeln und den Schutzwall ausbessern. Später gab es dann keine Probleme mehr. Der Lärmschutzwall ist vollständig begrünt. Anfang der neunziger Jahre rutschte er noch einmal an zwei Stellen ab.

Nach der Umgestaltung der Fahrgasse in Hochstadt im Dezember 1984 zählt sie zu den schönsten Wohnstraßen der Stadt. Es bleibt allerdings die Frage, weshalb man den Lärmschutzwall nicht so gelegt hat, daß auch die Südumgehung abgeschirmt wird. Bürgermeister Unger sagte dazu: Man wollte nicht, daß die Einwohner der Fahrgasse zu sehr durch den Wall beeinträchtigt werden

Der Lärmschutzwall an der Autobahn östlich der Bahnhofstraße ist im September 1987 fast fertiggestellt.

 

Hauptstraße:

Anwohner in Hochstadt erwarten im Februar 1984 von der Verwaltung die Öffnung des Obertores. Maintals Stadtväter beschließen im Mai 1985 die Umgestaltung der Hochstädter Hauptstraße. Dies führt im September in der Öffentlichkeit zu lebhaften Diskussionen, viele Sympathien werden den städtebaulichen Bestrebungen nicht entgegengebracht. Die Straße wurde so umgestaltet, wie die Planer sich vorstellten, daß eine historische Straße aussehen müßte. In der Folgezeit wurden aber an den Gebäuden viele Bausünden zugelassen. Die Umgestaltung der Hochstädter Hauptstraße bleibt auch im Dezember umstritten.

Ziel von Bürgermeister Dr. Walter Unger und Erstem Stadtrat Karl-Heinz Schreiber ist es, die Straße für den Durchgangsverkehr noch unattraktiver zu machen. Die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen sorgen jedoch bei den Anwohnern für viel Verdruß.

Im Oktober 1985 ist es nach Beschluß der Volksvertreter amtlich: Die Stadt muß für die Gestaltung der Hochstädter Hauptstraße mehr als 1,3 Millionen Mark ausgeben. Doch bald darauf sind es schon 2,1 Millionen Mark. Das Land will sich an den Kosten beteiligen. Ende November erfolgt mit Presslufthämmern der symbolische „Spatenstich“

Der Hessische Minister für Wirtschaft und Technik, Ulrich Steger, kommt eigens 1986 nach Hochstadt, um dort im Dezember 1986 nicht nur den Weihnachtsmarkt zu eröffnen, sondern vor allem Maintals „schönste Straße“ - die umgestaltete Hauptstraße in Hochstadt - einzuweihen. In rund einjähriger Bauzeit wurde das drei Millionen Mark teure Objekt verwirklicht, das der Hauptstraße unter anderem ein Original-Kopfsteinpflaster beschert hat. Viele Bürger bleiben jedoch skeptisch und können sich mit der Neugestaltung nicht anfreunden.

 

Weidekaute:

Das Gelände „Weidekaute“, auf dem früher einmal das klassenlose Krankenhaus in Hochstadt entstehen sollte, wird im Juli 1984 lebhaft diskutiert. Eigentümer Nassauische Heimstätte will die Stadt auf Entschädigung verklagen. Im Rechtsstreit zwischen der Nassauischen Heimstätte, dem Kreis und der Stadt muß der Kreis im Dezember 1985 nach einem Gerichtsurteil eine empfindliche Niederlage hinnehmen, er soll mehr als 13 Millionen Mark bezahlen. Auch im Juli 1987 wird noch vereinzelt um das ehemalige Krankenhaus-Gelände „Weidenkaute“ weiter gestritten

 

Sonstiges:

Die Parlamentsausschüsse entschließen sich im August 1983, die Ladengruppe (!) am Hochstädter Kochberg endgültig zurückzustellen.

Die Raiffeisenbank Hochstadt eröffnet im Dezember 1984 ihr neues Gebäude in der Bischofsheimer Straße 4; wegen der Parkplätze dort hat es Streit gegeben.

Der zweite Bauabschnitt für die Park and-Ride-Anlage am Bahnhof Hochstadt/ Dörnigheim wird im Mai 1985 in Angriff genommen. Die Anlage wird im Dezember offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Der Bau der Unterführung am Bahnhof Hochstadt/Dörnigheim macht im Mai Fortschritte, sogar die Kosten können im Rahmen gehalten werden.

In Hochstadt ist im Oktober 1987 der Spatenstich für ein neues Wohnhaus bejubelt worden. Hier sollen von behinderten Mitbürgern in einem Jahr 20 neue Wohnungen bezogen werden. Im März 1988 wird Richtfest für ein Projekt öffentlich geförderter Mietwohnungen gefeiert, hier sollen einmal 20 Familien untergebracht werden.

 

 

W a c h e n b u c h e n:

Dorferneuerungsprogramm:

Maintals Stadtteil Wachenbuchen wird im September 1983 offiziell in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen. Der hessische Staatssekretär Jörg Jordan verspricht im September 1984 noch einmal, daß Wachenbuchen in das Dorferneuerungsprogramm aufgenommen wird. August 1985 gibt das Land Hessen finanzielle Hilfe für das Dorferneuerungsprogramm. Der Rathaus-Vorplatz wird im September 1987 umgestaltet. Der Dorfbrunnen in Wachenbuchen wird im Juli 1988 zum „Zankapfel“ zwischen Bürgern und Politikern, eine moderne „Zapfsäule“ in einem alten Stadtteil wird gesagt.

Im August 1984 beginnt der Bau des neuen Friedhofes, es sollen rund 900 Gräber errichtet werden.

 

Sonstiges:

Die Klage der Wachenbucher Bauern gegen eine Südumgehung wird im September 1984 mit Erfolg abgeschlossen.

Das alte Rathaus in Wachenbuchen ist im Dezember1984 wieder renoviert und wurde zu einem neuen architektonischen Kleinod.

Im Jahr 1985 wird der HL-Markt in Wachenbuchen, Hanauerlandstraße, eröffnet (heute „Nahkauf“). Dazu kam Eintracht-Star und Fußball-Weltmeister von 1974 Jürgen Grabowski zu einer Autogrammstunde nach Wachenbuchen. Vor allem die Nachwuchskicker drängelten sich im Mai 1979 um ihr Idol.

Mit der neuen Trauerhalle in Wachenbuchen ist 1987 viel Ärger verbunden. Gegen den zuständigen Stadtrat Schreiber erheben die Architekten im November 1987 schwere Vorwürfe.

 

Flußkraftwerk in Kesselstadt:

In Kesselstadt wird im September 1985 die Großbaustelle eines Laufwasserkraftwerkes der Öffentlichkeit vorgestellt, inzwischen sind die Betonarbeiten fertiggestellt worden.

Im Juli 1987 wird gemeldet: Zwischen Dörnigheim und Mühlheim wird es eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer geben, sie wird im Zuge des Baues der neuen Wehranlage errichtet.

Noch ist im August ist die Frage nicht geklärt, was mit dem Gebäude des Kesselstädter Kraftwerkes geschehen soll. Die Lokalpolitiker sind für den Erhalt als Industriedenkmal, die Wasserbauer befürworten den Abriß. Noch immer wird im Oktober 1987 über den Erhalt des Kesselstädter Flußkraftwerkes diskutiert, eine Entscheidung ist noch nicht in Sicht.

In Maintal ist im April 1988 eine ernsthafte Diskussion um das Flußkraftwerk in Kesselstadt entbrannt. Die sogenannte „Kirche im Fluß“ soll gesprengt werden. Namhafte Politiker aus Maintal und Hanau setzen sich für den Erhalt des markanten Bauwerks im Main ein. Ein privater Förderverein gründet sich, um doch noch einen Ausweg zu finden. Die Diskussion um das Industriedenkmal „Kirche im Fluß“ geht im November weiter, ein privater Förderverein schafft die Aussicht, daß das Kraftwerk Kesselstadt doch noch erhalten werden kann. Im November gehen die ersten Gestaltungsvorschläge ein, hier könnten ein Cafe und ein Museum entstehen. Eine Hamburger Firma beginnt im Oktober 1988, die letzte Landverbindung zu dem Flußkraftwerk abzubrechen. Mit einem Kostenaufwand von einer Million Mark werden die Sohle der ehemaligen Wehranlage und die Mole zur Schleuseneinfahrt abgerissen. Doch im Sommer des folgenden Jahres 1989 wird das Schicksal des Bauwerks besiegelt und das Gebäude trotz vieler Proteste gesprengt.

 

 

Verkehr

Nordumgehung Bischofsheims:

Die Arbeiten an der Bischofsheimer Nordumgehung gehen im März 1983 zügig voran. Schlampige Vorbereitungsarbeiten sorgen aber dafür, daß sich die Eröffnung der Bischofsheimer Nordumgehung im Oktober 1983 verzögert und Mehrkosten von 150.00 Mark entstehen: Die Fahrbahndecke ist abgerutscht.

Nach langen Jahren des Streites und langer Bauzeit wird im Dezember 1983 die Bischofsheimer Nordumgehung für den Verkehr freigegeben. Damit wird die Kreuzung der Landesstraße nach Bischofsheim zum neuralgischen Verkehrspunkt: Zahlreiche schwere Unfälle registriert die Polizei. Lichtzeichen weisen auf die geänderte Vorfahrt hin.

Im Januar 1984 muß wieder die Querspange im Norden von Bischofsheim repariert werden. Von Verschwendung muß und unsachgemäßer Arbeitsausführung will das Hessische Straßenbauamt nichts wissen. Aber das Problem des Abrutschens der Straße besteht auch 2015 noch.

 

Eisenbahn:

Kommunalpolitiker diskutieren im Mai 1983 das Projekt einer S-Bahn für Maintal. Der größte Widerstand für den nordmainischen Verlauf kommt aus Offenbach.

Eine Erfolgsmeldung im September 1983: Der vielzitierte Frühzug der Bahnlinie Maintal-Frankfurt soll wieder eingesetzt werden. Die Fahrplangestaltung der Bundesbahn gerät im August 1985 ins Kreuzfeuer der öffentlichen Kritik, auch Maintals Pendler beschweren sich.

Der Frankfurter Verkehrs- und Tarifverbund präsentiert im Mai 1987 einen neuen Sommerfahrplan, der Service für die Pendler soll verbessert werden.

Im Rathaus wird im Juni 1987 die „Maintaler Erklärung“ unterschrieben: Sozialdemokraten aus der Stadt und den Nachbar-Kommunen und dem Kreis wollen gemeinsam eine nordmainische S-Bahn-Verbindung. Maintals Stadtväter erringen im Dezember 1987 gegen Frankfurt einen Sieg: Die Mainmetropole darf nicht einfach eine U-Bahn bauen. Das Gerangel um die nordmainische S-Bahn geht also weiter

Zwei Darmstädter Studenten stellen im Mai 1988 die Studie „Stadtbahn von Maintal“ vor, eine Planungs- und Entscheidungshilfe für die Politiker. Die Verwirklichung einer „S- Bahn durch Maintal“ steigen im November, der Kreis schlägt einen Schlüssel zur Verteilung der Lasten vor.

Eine Parlamentsmehrheit spricht sich im September 1984 für den Bau der Unterführung am Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim aus. Aber im Oktober 1984 werden die Mängel bei der Baumaßnahme zur Fußgängerunterführung werden lauthals diskutiert, die Bahn muß sich schwere Vorwürfe gefallen lassen.

 

Stadtbus:

Das Land Hessen gibt im März 1983 grünes Licht für den Bau eines Busbahnhofes im Maintaler Stadttell Dörnigheim.

Die Linienführung des Maintaler Stadtbusverkehres soll im Februar 1984 geändert werden, das schlechte Angebot hat das Defizit noch vergrößert. Einmal mehr werden im Stadtbusverkehr im Juni 1984 Änderungen vorgenommen, um die Linien attraktiver zu machen. Noch immer gibt es im Juni Beschwerden über den Stadtbusverkehr. Zum Monatsende September 1984 treten einmal mehr Änderungen des städtischen Busfahrplanes in Kraft.

 

Autobahn:

Am 12. August 1983 wird das Autohahnteilstück zwischen der Hohen Tanne und dem Hanauer Kreuz für den Verkehr freigegeben. Die Bundesstraße 8/40 soll besonders im Maintaler Bereich erheblich entlastet werden. Ein weiteres Teilstück der Autobahn 66 im Ostkreis wird im September 1985 in Betrieb genommen, das Betonband reicht jetzt vom Hessen Center bis Bad Soden-Salmünster.

Unversöhnlich zeigen sich im März 1987 die Politiker von Hanau und Maintal. Es geht um die Planung des seit Jahren diskutierten „Westzubringers“ von der Autobahn nach Hanau, einer Straße, die der Entlastung der Innenstadtbereiche dienen soll.

Die Kommunalpolitiker in Stadt und Kreis sprechen sich im September 1988 einhellig für den Weiterbau der Autobahn A 66 aus. Die Kreis-Liberalen wollen im Oktober mit dem Projekt „neue Mainbrücke“ in den Kommunalwahlkampf ziehen.

 

Sonstiges:

Im Stadtteil Bischofsheim wird im Juni 1983 die Gänsseestraße zur verkehrsberuhigten Zone umgestaltet. Neue verkehrstechnische Maßnahmen sollen im August 1988 den Maintaler Stadtteil Bischofsheim entlasten, Lastwagen werden aus dem Ortskern verbannt.

Mit einen Tempolimit sollen die „Raser“ im Dezember 1984 aus der Dörnigheimer Waldsiedlung vertrieben werden.

Das „Ruf-Taxi“ (eine Einrichtung, die den Omnibus ersetzt, doch keine Mehrkosten erfordert)

in Maintal erfreut sich im März 1987 wachsender Beliebtheit, es ist ein Service der Stadtverwaltung. Aber im Mai 1988 wird schon geklagt, daß es nicht angenommen wird

 

Verkehrsunfälle:

Die Polizei legt im Februar 1983 eine Unfallstatistik vor: Die Zahl der Unfälle ging zwar zurück; doch die der Toten stieg an. Eine Serie von schweren Unfällen erschüttert die Öffentlichkeit im Oktober 1983: In zwei Wochen ist ein halbes Dutzend Tote zu beklagen.

Die Polizeidirektion legt im März 1984 ihre Statistik vor, in Maintal ist die Zahl der Verkehrsunfälle rückläufig. Eine Serie von schweren und schwersten Verkehrsunfällen fordert im April 1984 eine Reihe von Menschenleben. Das Osterfest im April 1984 wird von zahlreichen schweren Verkehrsunfällen überschattet. Wieder erschüttert im September 1984 eine Serie von schweren Unfällen die Bevölkerung.

Bei einem schweren Verkehrsunfall sterben in Juni 1985 aus nicht geklärter Ursache zwei junge Menschen auf der Autobahn in Maintal. Mehrere schwere Verkehrsunfälle fordern im August 1985 etliche Menschenleben, die Polizei kann sich über den Mangel an Arbeit nicht beklagen. Im Main-Kinzig-Kreis werden im November 1985 nach Einführung der Gurtpflicht weniger Tote und Verletzte bei Verkehrsunfällen registriert. Eine Serie von schwersten Verkehrsunfällen schockiert im Juni 1987die Bürger der Stadt, der „Moloch Straßenverkehr“ sucht und findet seine Opfer.

 

Zahlreiche schwere Verkehrsunfälle auf der Querspange in Maintal schrecken im Januar 1988 die lokalen Verkehrsplaner, sie setzen sich für dringende Abhilfe ein. Die Diskussion um die Querspange setzt sich im Februar fort, jetzt soll eine zusätzliche Ampelanlage Abhilfe schaffen. Auch das Osterfest wird zu einem „blutigen Wochenende“ zahlreiche schwere Verkehrsunfälle überschatten die Tagesereignisse. Auch im Juli und August ist die Verkehrsunfall-Bilanz schrecklich: Auf den Straßen sterben vorwiegend junge Menschen, unverantwortliche Raserei ist der häufigste Grund.

Die „Mißachtung der Vorfahrt“ ist im Mai 1988 die Unfallursache Nummer eins im Straßenverkehr, eine Bilanz der Polizei. Im Oktober treten zahlreiche neue Verkehrsregeln in Kraft, Bürger und Ordnungshüter müssen sich daran gewöhnen.

 

 

Gewerbe

Bischofsheimer Schaufenster:

Der Gewerbeverein Bischofsheim besteht seit 1978. Er richtet jährlich im Bürgerhaus sein traditionelles „Schaufenster“ aus, eine Leistungsschau des Einzelhandels. Der örtliche Einzelhandel soll dadurch stärker ins Bewußtsein der Bürger rücken, das falsche Konkurrenzdenken untereinander abbauen und den geschäftlichen Erfahrungsaustausch fördern. Im März 1983 werden rund 5.000 Besucher gezählt. Auch in den Folgejahren sind die Ausstellungen im März.

 

Dörnigheimer Gewerbepalette:

Seit 1981 zeigt der Einzelhandel im Evangelischen Gemeindezentrum seine Leistungsfähigkeit in der „Gewerbepalette“. In Dörnigheim wird im Oktober 1987 mit großem Aufwand die Gewerbepalette des heimischen Einzelhandels durchgeführt.

 

Flohmarkt in Dörnigheim:

Der große Flohmarkt auf dem Massa-Parkplatz in Dörnigheim in der Industriestraße wird im September 1988 ein Opfer der Bürokraten in Stadt und Kreis. Der Markt wurde dann auf dem Festplatz am Bahnhof abgehalten. Durch den Baud es Braubachzentrums wurde er auch dort wieder vertrieben und ist seitdem auf dem Parkplatz am Real-Markt an der Wingertstraße.

Im Handwerk werden im November 1988 die Lehrlinge knapp, in fast allen Bereichen werden Nachwuchskräfte gesucht, von überlaufenen Modeberufen kann keine Rede mehr sein.

 

 

Sonstiges:

Der Einzelhandel ist im Februar 1985 mit den Ergebnissen des Winterschlußverkaufes zufrieden. Im November wird langsam im Einzelhandel das Vorweihnachtsgeschäft angekurbelt, ungewöhnlich früh in diesem Jahr (Damals hatte der Einzelhandel in kleinen Geschäften noch eine starke Stellung).

Maintal wirbt im Februar 1987 bundesweit für Gewerbeansiedlung.

Der Maintaler Wochenmarkt hat im Februar seine Bewährungsprobe bestanden, die Markt­beschicker in Bischofsheim sind durchweg zufrieden.

In Bischofsheim geht im Juni 1988 das „Gespenst“ der Massenentlassungen um, die Firma Klöckner setzt 500 Arbeitnehmer auf die Straße, Aufträge sollen bewußt an andere Werke des Konzerns vergeben worden sein.

Kelterer beklagen im Oktober 1987 eine schlechte Apfelweinernte, das „Stöffche“ wird teurer werden.

 

 

 

Kinderbetreuung

 

Kindergärten:

In einem Maintaler Kindergarten tritt im März 1983 ein erster Fall von „schwerer Meningitis“ auf, zu Ansteckungen oder Seuchengefahr kommt es nicht. Im August 1984 wird mitgeteilt: Mädchen und Jungen in städtischen Kindergärten sind durch Formaldehyd nicht gefährdet.

Im November 1984 werden wieder Polio-Schluckimpfungen durchgeführt.

Eltern protestieren im Februar 1984 gegen den „Mauerbau“ in der Tagesstätte-West, mit dem ein zusätzlicher Gruppenraum geschaffen werden sollte. Maintals Stadtelternbeirat glaubt im August 1984, in Kindergärten werde Personal abgebaut. Es schließen sich heftige Proteste an.

Eltern demonstrieren im November 1984 im Parlament für eine Verbesserung der Kindergartensituation. Die Stadt will mehr Kindergärtnerinnen einstellen.

Im Juli 1985 wird ein Kindergarten-Entwicklungsplan für Maintal vorgelegt. Er wird zur Diskussionsgrundlage für die Erziehungsarbeit in dieser Stadt, Konsequenzen daraus sind jedoch in weiter Ferne.

In Dörnigheim wird im Oktober 1985 ein neuer Kindergärten-Pavillon seiner Bestimmung übergeben. Maintal hat im August 1987 die Zusage des Landes Hessen, daß der Bau des Kinderhortes an der Schillerstraße finanziell unterstützt wird. Schon im September wird mit dem Bau des Kinderhortes begonnen, im Dezember ist Richtfest. Der Kinderhort an der Schillerstraße wird im September 1988 offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Doch im Kindergarten- und Hortbereich gibt es im Oktober 1988 immer noch Engpasse, von einem Abbau der Wartelisten kann noch keine Rede sein, in Dörnigheim sollen jetzt Schulräume angemietet werden.

Maintaler Müttergruppen sollen im Juli 1988 in der Bonhoefferschule untergebracht werden, ein „Mütterzentrum“ ist geplant.

 

Ferienspiele:

Die Maintaler Ferienspiele sind alle Jahr im Juli ein großartiger Erfolg. Sie finden unter städtischer Leitung zentral für die ganze Stadt in Bischofsheim statt. Die Stadtverwaltung hat dazu ein buntes Programm zusammengestellt.

 

Stadtbücherei:

Die Maintaler Stadtbücherei verzeichnet im Februar 1985 erhebliche Umsatzsteigerungen.

Auf einer großen Erfolgswelle „schwimmt“ im Februar 1988 die Maintaler Stadtbücherei, mehr als 100.000mal wurde nach einem Buch gefragt.

 

Kinderspielplätze:

Auf Maintals Spielplätzen werden im Mai 1985 viele Mängel entdeckt, die Stadtverwaltung verspricht Abhilfe. Auch im April 1987 weisen die Spielplätze erhebliche Sicherheitsmängel auf. Die Stadtverwaltung verspricht Abhilfe.

An den Mainwiesen wird im Mai die große Spielsaison für die Kinder eröffnet.

Im Juni 1988 wird ein sozialpädagogisches Handbuch vorgestellt unter dem Motto: „Kinder bauen sich ihren eigenen Spielplatz Maintals Spielplätze unter der Lupe: Ihr Zustand gleicht einer Bilanz des Schreckens, es mangelt besonders an Sicherheit“.

 

 

Schule

Verabschiedung von Rektor Kühhirt 1983:

Die ganze Schule war im Januar 1983 auf den Beinen, um den bei Schülern und Lehrern gleichermaßen beliebten Rektor in den Ruhestand zu verabschieden. Die Rede ist von Heinz Kühhirt, Leiter der Adolph- Dieterle-Schule in Hochstadt. In zahlreichen Reden wurde das Wirken und Arbeiten des emsigen Sonderschulpädagogen herausgestellt. Kühhirt, der seit 17 Jahren an der Diesterweg-Schule Dienst tat und sie seit 15 Jahren leitete, mußte aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand treten.

 

Villa Kunterbunt:

Das zehnjährige Bestehen der „Villa Kunterbunt“, Grundschule in Bischofsheim, wird im Februar 1983 mit großem Aufwand und viel Prominenz gefeiert. Landrat Hans Rüger bringt ein großes Schild mit dem Namen der Schule mit - damit man schon von weitem erkennt, um welche Einrichtung es sich handelt.

 

Kästner-Schule:

Die Schulsozialarbeit an der Erich-Kästner-Schule im Stadtteil Bischofsheim kann im August 1983 wieder aufgenommen werden. Für fast eine viertel Million Mark soll im Juli 1983 das Flachdach der Bischofsheimer Gesamtschüle repariert werden. Die Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim feiert im November 1987 ein „internationales Fest“.

 

Einstein-Schule:

Die Gymnasiale Oberstufe an der Kästner-Schule ist im März 1983 in der Diskussion. Wird sie an die Integrierte Gesamtschule angegliedert? Hessens Kultusminister Hans Krollmann gibt aber im April 1983 eine Bestandsgarantie für die Oberstufenschule in Bischofsheim ab.

Die Gesamtkonferenz der Gymnasialen Oberstufe in Bischofsheim befürchtet im Juli 1985 jedoch eine Auszehrung von Kästner- und Bonhoeffer-Schule, sie verlangen die „Gymnasiale Mittelstufe“. Erneut zanken im September 1987 die Politiker um die Schulformen, doch dann kommt das „Gymnasium“ in Bischofsheim doch.

In Wiesbaden beschließt die Landesregierung im März 1988: Die Bischofsheimer Einstein-Schule wird in ein Gymnasium umgewandelt. Erstmals ziehen Erstklässler im September 1988 in die Albert-Einstein-Schule in Bischofsheim ein.

 

Busch-Schule:

Die Wilhelm-Busch-Schule engagiert sich im März1983 im Umweltschutz, auf dem Schulgelände wird ein Freiland-Labor eingerichtet. Im Juli 1988 wird ein großes Schwimmfest gefeiert. Die Busch-Schule in der Waldsiedlung wird später aufgelöst und dort das Altenzentrum gebaut

 

Siemens-Schule:

Marion Appel wird im Juli 1983 die neue Sozialarbeiterin für das Jugendzentrum an der Siemens-Schule.

Im Oktober 1983 wird in der Siemens-Schule eine Niederlassung der Hanauer Fröbel-Schule eingerichtet, einer Schule für Behinderte. Das Land Hessen will im Oktober 1987 den Bau der Fröbel-Schule in Dörnigheim mit fast einer Million Mark unterstützen. Ab1988 soll die Schule behindertengerecht ausgebaut werden.

 

Bonhoeffer-Schule:

Ende Mai 1983 feiert die Dietrich-Bonhoeffer-Schule in Dörnigheim ihren 20. Geburtstag.

Die Bonhoefferschule in Dörnigheim feiert im April 1988 ihren 25. Geburtstag.

 

Schülerzahlen:

Nach den aktuellen Zahlen des Hanauer Schulamtes besuchen im Januar 1983 immer weniger Schüler Maintaler Bildungsstätten. Nach Angaben der Schulverwaltung im Dezember 1983 hält die Schülerflucht in Maintal weiter an.

In den Schulen wird im April 1987 um Lehrerstellen gestritten, das Personal wendet sich gegen Unterrichtskürzungen. Im Mai spitzt sich die Personalsituation an Maintals Schulen zu.

Schüler und Lehrer demonstrieren im Mai 1987 vor dem Kultusministerium gemeinsam gegen den Abzug von Lehrern an den Schulen.

Die Situation an den Schulen im Kreis ist im Juni 1987 aus der politischen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Die Stadtväter sorgen sich über die Schulflucht an Maintals Bildungsanstalten. Das Staatliche Schulamt legt im Februar 1988 einen aktuellen Zahlenspiegel vor: Die Schülerzahlen sinken in bedrohlicher Form.

 

Sonstiges:

Immer mehr werden Maintals Schulen besonders für die Politiker im April 1983 zu Sorgenkindern. Nicht nur Geburtenrückgang sorgt für sinkende Schülerzahlen.

Der Kreistag genehmigt im April 1983 Mittel für Maintaler Sonderschullehrer.

Für Maintals ABC-Schützen werden im Juli 1983 von der Stadtverwaltung Schulwegpläne herausgegeben. Im Juli 1985 werden für die Kinder neue Schulwegpläne heraus, der Schulweg soll insgesamt sicherer werden.

Eltern melden sich im September 1983 zu Wort und verlangen in Maintal das traditionelle Schulsystem.

Schüler von Maintaler Schulen nehmen im Oktober 1983 aktiv an der Demonstration gegen Nachrüstung teil. Die Resonanz der Öffentlichkeit ist zurückhaltend

Im Mai 1987 soll doch die alte Schule in Hochstadt abgerissen werden. Unter dem Namen „Klosterhof-Projekt“ soll ein Verwaltungszentrum weiter ausgebaut werden.

Erstmals wird in Maintal im Mai 1988 ein Jugend-Kiosk auf einem Schulgelände eingerichtet, die Jugendarbeit soll flexibler gestaltet werden.

 

 

Jugend

 

Bischofsheimer Jugendzentrum:

Jugendliche. renovieren im Juni 1983 das Jugendzentrum im Stadtteil Bischofsheim. Dem Maintaler Jugendzentrum werden im November 1983 Zuschüsse versprochen. Ärger gibt es im Oktober 1988 im Bischofsheimer Jugendzentrum. Die Jugendlichen stören sich an den Öffnungszeiten.

 

Dörnigheimer Jugendzentrum:

Rowdies richten im Oktober 1983 schwere Zerstörungen im selbstverwalteten Jugendzentrum im Stadtteil Dörnigheim an. Die Einrichtung muß geschlossen werden. Die Selbstverwaltung des Jugendzentrums in Dörnigheim wird im Mai 1985 aufgegeben, die Arbeit wird wieder in städtische Regie gelegt.

Noch immer ist im Oktober 1985 die Zukunft des Dörnigheimer Jugendzentrums ungewiß, die Einrichtung an der Siemensallee wird zwar wieder geöffnet, doch viele Probleme bleiben. Ein neu gebautes Jugendzentrum im Stadtteil Dörnigheim steht im November 1985für das kommende Jahr in Aussicht, die politischen Parteien sind sich noch nicht einig, wie es finanziert werden soll.

Hätten Maintals Stadtväter gewußt, wieviel Ärger sie sich mit ihrem Vorschlag einhandeln, in der ehemaligen Gaststätte „Frankfurter Hof“ in Dörnigheim ein Jugendzentrum einzurichten, so hätten sie diesen Vorschlag möglicherweise noch einmal überdacht. Es hat sich 1986 eine „Bürgerinitiative Frankfurter Hof“ gegründet, in der sich Bürger um Peter und Gerlinde Geißel gegen ein „JUZ“ engagieren. Für die Bürgerinitiative ist der Krach zwischen Anwohnern und Jugendlichen bereits vorprogrammiert.

Im geplanten Jugendzentrum im Stadtteil Dörnigheim („Frankfurter Hof“) haben im April 1987 die ersten Umbauarbeiten begonnen. Die geplante Einrichtung eines Jugendzentrums in der früheren Gaststätte „Zum Frankfurter Hof“ in Dörnigheim ist heftig umstritten. Es bildet sich sogar eine Bürgerinitiative, die notfalls rechtliche Schritte gegen dieses Projekt einleiten will. Die Lage ist verfahren. Das Jugendzentrum sollte im Keller untergebracht werden. Dessen Wände waren aber total naß. Nach nur wenigen Veranstaltungen schlief die Sache wieder ein.

Das geplante Jugendzentrum „Frankfurter Hof“ wird im Juli 1987 schon wieder zum Zankapfel. Maintals Kommunalpolitiker fühlen sich im Juli verschaukelt, war die Bausubstanz des alten Gebäudes doch zu schlecht?

Eine Bürgerinitiative will im November 1987 gegen die Errichtung des Dörnigheimer Jugendzentrum „Frankfurter Hof“ kämpfen, sie will sogar rechtlich gegen das Projekt vorgehen.

In Dörnigheim zeichnet sich im Januar 1988 ein breit angelegter Streit um das geplante Jugendzentrum ab, die Anwohner der Altstadt machen mobil. Ein juristischer Baustop für das neue Jugendzentrum in Dörnigheim wird im Februar abgelehnt. Im November öffnet das neue Jugendzentrum Dörnigheim seine Pforten.

 

Wachenbucher Jugendzentrum:

Die Jugendarbeit im Maintaler Stadtteil Wachenbuchen gerät im Mai 1987 in die Diskussion. Wird die Kirchengemeinde zukünftig die Regie führen? Die evangelische Kirchengemeinde in Wachenbuchen stellt im März 1988 ihre Jugendarbeit vor, hier sollen neue Akzente für die Freizeitgestaltung junger Leute gesetzt werden. Ion Hochstadt wird die Jugendarbeit ganz der Kirche überlassen.

 

Sonstiges:

In Maintal wird im November 1983 ein neuer Jugendbeirat gewählt.

Die Stadtjugendpflege stellt im Januar 1983 ein interessantes Programm in den Partnerstädten Moosburg und Luisant vor. Auch 1985 und 1988 stellt sie ihr abwechslungsreiches Jahresprogramm vor.

Maintals Lehrlinge sind vorbildlich, sie erringen im März 1983 drei von fünf Innungssiegen.

 

 

Naturschutz und Umwelt

 

Wald:

Der „saure Regen“ machte auch l983 vor den Maintaler Wäldern nicht halt. Im Mai wird gemeldet, daß 25 bis 30 Prozent der Bäume bereits geschädigt sind. Besonders deutlich wird dies bei Kiefern und Fichten, deren Nadeln kürzer und deren Kronen lichter werden. Mit Beunruhigung nimmt die Bevölkerung im Oktober 1985 zur Kenntnis, daß inzwischen jeder zweite Baum durch die Umwelt geschädigt ist. Selbst Experten können im Juni 1987 nur registrieren, doch keine Abhilfe schaffen. Auch im Dezember 1987 geben Förster erneut eine Bilanz des Schreckens: Die Situation der Bäume wird immer schlimmer!

Für Aufforstungsmaßnahmen in der Stadt wird im April 1987 eine neue „Feldholzinsel“ in Wachenbuchen eingerichtet. Im September 1988 soll der Wald in Wachenbuchen zu einer historischen Attraktion werden, ein römisches Hügelgrab ist hergerichtet worden.

 

Luftreinheit:

Zum ersten Mal in diesem Jahr geben die Behörden im Januar 1985 Smog-Alarm. Aber eine Luftmeßstation wird im November 1985 in Dörnigheim übergeben, die 22. in Hessen.

Im Dezember 1987 gibt es eine Smog-Broschüre, wie nützlich sie sein kann, muß die Praxis beweisen. Im Januar 1987 wird ein „Smog-Telefon“ eingerichtet, die bedrohliche Situation bereinigt sich nach Tagen selbst.

 

Bodenverseuchung:

Anfang 1985 werden verschiedene Bodenverseuchung entdeckt: Im Februar bei einer ehemalige Firma aus Hochstadt, die giftige Chemikalien in die Erde geleitet haben soll. Im März wird im Wachenbucher Trinkwasser Phenol entdeckt. Die Hintergründe dieses Skandals werden nur schwach erhellt. Verursacher war die chemische Firma Tepha, Hintertor 19. In der Folge muß jahrzehntelang in den Gärten am Südrand von Wachenbuchen das Grundwasser abgepumpt und gereinigt werden.

Maintals bisher größter Umweltskandal geht im April von einer Reinigung in Dörnigheim aus, die Staatsanwaltschaft ermittelt, Behörden haben den Vorfall monatelang verschwiegen. Durch Hinweise der Ermittlungsbehörden wurde die Stadtverwaltung auf eine Grundwasserverunreinigung hingewiesen. Es ist davon auszugehen, daß von einer chemischen Reinigung im Dörnigheimer Innenstadtbereich Säuren, Laugen und halogenierte Kohlenwasserstoffe in erheblichen Mengen über eine illegale Abwassersammelgrube ins Grundwasser gelangten. Der sogenannte „Per-Schlamm“ wurde nicht ordnungsgemäß in Fässer gefüllt, sondern ins Erdreich geleitet.

Fachleute haben 1987 Angst vor den sogenannten Altlasten in den Böden der Stadt, die Entsorgung schafft unvorstellbare Probleme. Eine Studie von Fachleuten bringt es im Januar 1988 an den Tag: Etliche Maintaler Gebiete sind von Altlasten verseucht, die „Sünden“ der Vergangenheit. rächen sich. Auch im Februar müssen sich Maintals Politiker weiter mit den giftigen Altlasten im Erdreich der Stadt befassen. Die Altlasten in der Erde in Bischofsheim machen im August den kommunalen Planern Sorgen, umfangreiche Untersuchungen werden auch hier eingeleitet.

 

Abfallwirtschaft:

Der Umlandverband stellt im Juli 1983 sein neues Müll-Entsorgungskonzept der Öffentlichkeit vor: Eine Müllverbrennungsanlage soll am Frankfurter Osthafen entstehen. Sie wäre dann auch für Maintal zuständig. Die Mehrheit des Kreistages lehnt aber im Juni 1985 den Bau einer Müllverbrennungsanlage ab, einer Müllverbrennungsanlage im Main-Kinzig-Kreis wird im Februar 1987 endgültig eine Absage erteilt.

Maintal schließt im Mai 1985 mit Erfolg eine Sondermüll-Aktion ab; später kommt dann viermal im Jahr ein Sondermüll-Auto. Im Rahmen der „Aktion saubere Stadt“ werden im September 4,6 Tonnen, Müll eingesammelt. Auch im Oktober 1987 beteiligen sich wieder Hunderte von Bürgern. Seitdem wird die Aktion jährlich durchgeführt.

Die grüne Mülltonne für Pappe und Papier wird im September 1985 im Stadtteil Bischofsheim eingeführt. Im Dezember ist es beschlossene Sache, daß die grüne Mülltonne in allen Stadtteilen eingeführt wird. Die „grüne Tonne“ hat in Maintal den Anfang gemacht, doch schon scheinen die kommunalen Planer über das Ziel hinausgeschossen zu sein: Die Preise verfallen 1987, das Sammeln von Papier wird zu einem Zuschußgeschäft. Doch im April 1988 gibt es in allen Maintaler Stadtteilen die grüne Mülltonne. Die Stadt Maintal stellt im Februar 1988 einen „Abfall-Ratgeber“ vor, ein Wegweiser zum Umweltschutz.

Im Juni 1987 ist sie endlich da, die in Hanau und Umgebung noch einmalige Einrichtung: Im Osten Dörnigheims, unweit des neuen Friedhofs, wird im Juni 1987 die erste Kompostierungsanlage in Betrieb genommen. Die Grünabfälle der Maintaler Bürger und der umliegenden Kommunen sollen damit umweltfreundlich entsorgt werden.

Im Kreis startet im Juni 1988 ein großes Recycling-System, um der Lösung des Problems Müll ein Stück näher zu kommen. Im September gibt es im Kreis eine zentrale Kühlschrankentsorgung

Der Darmstädter Regierungspräsident setzt sich im Juli 1988 nachdrücklich dafür ein, daß im Frankfurter Osthafen eine Müllverwertungsanlage errichtet wird. Im Oktober hält immer noch der politische Streit um eine Müllverbrennungsanlage für das Rhein-Main-Gebiet an. Für den Müll im Main-Kinzig-Kreis bietet sich im November noch immer keine Entsorgungslösung an, nachdem politische Gremien der Deponie-Möglichkeit eine klare Absage erteilt haben.

Obstbau:

Die Stadtverwaltung hat 1987 eine „Obstbaumbörse“ eingerichtet. Überreifes Obst soll nicht länger an den Bäumen vergammeln. Im August 1988 wird festgestellt: Den Maintaler Obstwiesen droht der Verfall, jetzt sollen sich freiwillige Helfer um den Erhalt der Streuobstwiesen kümmern.

 

Grüne Mitte:

Eine lebhafte Diskussion gibt es im Oktober 1988 um den von Frankfurt geplanten Ausbau des Mains zur Olympia-Regattastrecke. Nach dem Jahr 2000 plante Frankfurt wieder eine Olympiabewerbung. Jetzt durfte aber nicht mehr ein Fluß für eine Rennstrecke vorgesehen werden, sondern es mußte ein eigenes Gewässer sein. Dafür hatte sich Frankfurt die „Grüne Mitte“ von Maintal ausgeguckt. Aber letztlich erhielt Leipzig den Zuschlag für die deutsche Bewerbung, kam aber auch nicht zum Zug, sondern London wurde für 2012 gewählt.

 

Sonstiges:

Die städtischen Gärtner haben im Apri1 l983 Hochsaison, etliche Plätze werden bepflanzt.

Stadt und Naturschützer planen im Juli 1983 Aktionen zur Rettung der Streuobstwiesen im Stadtteil Bischofsheim.

Ein Fisch-Sterben im Main erregt im Oktober 1983 die Gemüter der Bevölkerung.

Der Umwelt-Meßbericht im November 1987 macht es deutlich: Die radioaktive Belastung der

der Städte und Gemeinden geht merklich zurück. Grund der Verseuchung war die Explosion im Kernkraftwerk Tschernobyl.

In Maintal wird im Juli l983 eine Umweltschutzgruppe gegründet, die konkrete Hilfe soll den Schwerpunkt der Arbeit bilden.

Die Maintaler

 

Eine Vogelschutzgruppe gibt es jedoch schon seit 1978, die im Juli 1988 ihr zehnjähriges Jubiläum feiert. Sie zieht eine erschreckende Bilanz: Viele Vogelarten gehen in ihrem Bestand stark zurück.

Der Umlandverband Frankfurt wird im April 1985 zehn Jahre alt, doch im Bewußtsein der Bevölkerung spielt er kaum eine Rolle. Die erste „Maintaler Energie-Ausstellung“ wird im April 1988 zu einem Flop, das Interesse der Bürger ist kaum spürbar.

Den Umweltpreis der Stadt erhält im Juni 1987 Maintals „Vogeldoktor“ Günter Röll in der August-Bebel-Straße, der dort auch eine Willdtierstation unterhält. Im Jahr 1988 gibt es keinen Umweltpreis der Stadt Maintal, das Geld wird im Mai unter den Naturschutzverbänden aufgeteilt.

Der Kreis gibt im Mai 1988 eine Studie zum umweltpolitischen Wert der heimischen Seen in Auftrag. Im September 1988 ist die Bilanz einer polizeilichen Tauchaktion: Der Main ist weiterhin ein Dreckpfuhl, er läßt sich mit Recht als Mülldeponie unter Wasser bezeichnen.

 

 

Gesundheitswesen

Die ärztliche Versorgung des Stadtteiles Bischofsheim gerät im Januar 1984 in die öffentliche Diskussion: Während die Ärztekammer, aus Angst um die Pfründe, die Unterversorgung bestreitet, liefern Bürger zahlreiche Beispiele für den Mangel.

Seit März 1984 gibt es für ältere und behinderte Menschen ein Haus-Notrufsystem.

Krach gibt es im Dezember 1984 im Roten Kreuz, weil ein Vorstandsmitglied harte Kritik am eigenen „Haufen“ vorbringt und aufsehenerregende Verbesserungsvorschläge macht.

Das Maintaler DRK nimmt im Oktober 1985 einen neuen Rettungswagen in Betrieb, insgesamt mußten dafür 185.000 Mark aufgewendet werden.

 

Kirche

Zwei große Ereignisse gibt es im Februar 1984 in Wachenbuchen: Die offizielle Einführung von Pfarrer Helmut Müller, der schon seit April 1982 als Pfarrer in Wachenbuchen tätig ist. Am gleichen Tag wird nach zehnjähriger Planung der Grundstein für das neue Gemeindehaus gelegt. An der Zeremonie nahmen neben vielen Bürgern auch der damalige Dekan Dr. Friedrich-Wilhelm Schluckebier und Wachenbuchens Pfarrer Helmut Müller teil. Im Januar 1985 wird das neue Gemeindehaus eingeweiht. Südafrikanische Musikanten aus dem südafrikanischen Partnerkreis Madikwe sind im Juli 1988 Gäste der Wachenbuchener Kirchengemeinde

Die katholische Kirchengemeinde St. Theresa in Bischofsheim feiert im April 1985 ihren 25jährigen Geburtstag.

Nach 16 Jahren verläßt Pfarrer Hermann Drüner im September 1985 die evangelische Kirchengemeinde in Dörnigheim und zieht sich ins Privatleben nach Korbach zurück. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst gab es für den scheidenden Seelsorger eine kleine Abschiedsfeier, an der auch Dekan Dr. Schluckebier teilnahm.

Wie Pfarrer Alfons Kluge 17 Jahre lang in der katholischen Kirchengemeinde Allerheiligen in Dörnigheim gewirkt hat, so hat er sich im Februar 1986 verabschiedet: Nicht mit einem traurigen Abschiedsgottesdienst, sondern mit einem frohen Dankgottesdienst. Für Pfarrer Kluge ist lediglich das Ende seiner „Pfarrzeit“ gekommen, denn „Seelsorger“ will er auch weiterhin bleiben. Von Dechant Rudolf Koch wurde im Juni der neue Seelsorger der Katholiken in der Gemeinde Allerheiligen in Dörnigheim in sein Amt eingeführt: Pfarrer Rainer Durstewitz will für seine Gemeinde mit etwa 2600 Mitgliedern Seelsorger und Mitchrist zugleich sein.

In der Hochstädter Kirche werden Fresken seit März 1987 aus dem 15. Jahrhundert freigelegt und restauriert.

 

 

Vereine

Fußball:

Das Umkleidegebäude des 1.FC Hochstadt kommt im März 1983 ins Gerede: Der Neubau ist das Ergebnis von Fehlplanungen .und Handwerker- Pfusch. Aber auf der Jahreshauptversammlung im Juni wird festgestellt, daß die Fußballer sich in einer sportlichen Krise befinden. Der Verein steigt am Ende der Saison aus der Landesliga ab. Aber schon im Januar 1984 scheint auch der Abstieg aus der Bezirksklasse unvermeidlich.

Mit einer „Wachablösung“ endete die achte Fußball-Stadtmeisterschaft im Juli 1983 auf dem Hochstädter Waldsportplatz. Nicht Abonnement-Sieger Germania Dörnigheim und auch nicht der FC Hochstadt, sondern Kewa Wachenbuchen wurde neuer Titelträger. Für den A-Ligisten ist es der erste Titelgewinn, jedoch wurde Kewa schon vor Beginn des Turniers als Geheimfavorit eingestuft. Auch bei der 8. Fußball-Stadtmeisterschaft im August 1983 ist die Kewa aus Wachenbuchen die erfolgreichste Mannschaft.

Mit einer Serie von Siegen bereitet Fußball-B-Ligist Dörnigheimer Sportverein im April 1983 seinen Aufstieg in die A-Klasse Hanau vor. und wird auch Meister in seiner bisherigen Klasse. Im Juni feiert er seinen zehnjährigen Geburtstag mit einer Sportwerbe-Woche, zahlreiche Veranstaltungen haben eine großartige Resonanz. Der frühere CDU-Politiker Paul Mathes übernimmt im Januar 1984 die Leitung des Dörnigheimer Sportvereins.

Im Jahr des 75. Geburtstages muß der Fußballverein Germania Dörnigheim im Juli 1983 den Weg von der Landesliga in die Bezirksklasse antreten. Dem Landesligisten FC Hochstadt erging es nicht anders, es wird weiterhin Maintaler Derbys geben.

Stürmisch gefeiert wird im Juni 1987 in Wachenbuchen der bekannte Fußballer Thomas Berthold. Mit der deutschen Nationalmannschaft erreichte er bei der Weltmeisterschaft in Mexiko Platz zwei.

 

Andere Sportvereine:

Im Juli 1983 hat Maintal wieder einen deutschen Meister: Der Bischofsheimer Horst Landgraf erringt bei den Keglern den Titel in der A- Klasse der Senioren. Bei den Wettkämpfen in Oggersheim bei Ludwigshafen mußte sich Landgraf vom KSV Bischofsheim gegen 22 weitere Teilnehmer durchsetzen, darunter auch die drei besten hessischen Kegler. Am zweiten Tag der Meisterschaften konnte er den Vorjahressieger Hüber aus Regensburg endgültig hinter sich lassen.

Zu einem Riesenerfolg wurde 1984 das von den FTD-Keglern veranstaltete Country-Spektakel mit Dave Dudly und „Drifters Caravan“. Mit diesem Auftritt in Dörnigheim eröffnete Dudley seine große Europa-Tournee.

Zu den großen sportlichen Veranstaltungen im Juli 1984 in der Stadt gehört auch ein Straßenrennen für Radamateure mit internationaler Beteiligung. Der Rad- und Kraftfahrverein Solidarität in Hochstadt feiert im März 1987 seinen 75: Geburtstag, ein großes Programm wird angekündigt.

Die Interessengemeinschaft der Maintaler Schützenvereine im September 1984 kann nach zehn Jahren feststellen, daß sie ihr großes Ziel erreicht hat. Gründungszweck war, den Sportschützen zu einer Schießanlage für Kleinkalibergewehre und Sportpistolen zu verhelfen. Im Jahre 1980 wurde die Schießanlage in der Maintal-Halle in Dörnigheim in Betrieb genommen.

Die Handballabteilung der Turnerschaft Bischofsheim wird im Mai 1985 65 Jahre alt.

Von der Turnerschaft Bischofsheim wurden im Juni 1986 die 3. Maintaler Stadtmeisterschaften im Turnen ausgerichtet. Neben den Gastgebern hatten noch die Turngemeinde Dörnigheim, Freie Turnerschaft Dörnigheim und der TV Hochstadt diese Großveranstaltung bestückt.

Paul Behr, dem Vorsitzenden der Turngemeinde Dörnigheim, mangelt es ihm nicht an Urkunden und Medaille. Im Januar 1988 kam eine der höchsten Auszeichnungen hinzu. Aus den Händen von Landrat Karl Eyerkaufer erhielt Behr das Bundesverdienstkreuz. Der Landrat in seiner Laudatio: „Die Geschichte der Stadt Maintal, des Stadtteils Dörnigheim, des gesamten öffentlichen Lebens und der Turngemeinde Dörnigheim, ist mit dem Namen von Paul Behr verbunden“. In der Jahreshauptversammlung der Turngemeinde Dörnigheim im Februar 1984 wird das Vorstandsteam bestätigt.

Der TV Hochstadt feiert im Jahr 1987 seinen hundertsten Geburtstag, im Januar 1987, stellt er ein umfangreiches Festprogram vor.

Die Sport- und Kulturgemeinschaft Wachenbuchen feiert im Oktober 1988 ihr 25jähriges Jubiläum.

Die „Solidarität“ in feiert im Mai 1987 ihren 75. Geburtstag.

Auf dem Hessentag im Juni 1987 zeichnete der Hessische Sozialminister Armin Clauss 32 Sportvereine mit der „Sportplakette des Bundespräsidenten“ aus. Unter den geehrten Vereinen befindet sich auch die Turnerschaft Bischofsheim, die in diesem Jahr ihr 100jähriges Vereinsjubiläum begeht und damit - neben besonderen Verdiensten um Pflege und Entwicklung des Sports - eine der Voraussetzungen für die Vergabe der Sportplakette erfüllt hat.

Im Landesleistungszentrum für Rollsport in Darmstadt wurde im September 1987 die Hessische Landesmeisterschaft für Anfänger und Neulinge ausgetragen. Die Leistungen der Aktiven des Rollsportclubs Dörnigheim konnten sich sehen lassen und die gute Nachwuchsarbeit trug Früchte: Drei Hessentitel gingen nach Dörnigheim.

 

Weitere Vereine

Der Maintaler Fastnachtsumzug im Februar 1983 in Bischofsheim wird zu einem großartigen Erfolg. Im März 1984 schlängelt er sich erstmals durch die Straßen Wachenbuchens; die Zuschauer jubeln den Teilnehmern am „Närrischen Lindwurm“ mit großer Begeisterung zu. Im November 1983 gibt es bereits drei „gekrönte Paare“ in dieser Stadt. Käwern und HMV er­öffnen im November 1984 mit prunkvollen Sitzungen die Kampagne. Der Humor- und Musikverein in Hochstadt ist im Januar 1985 auf dem Weg zu neuen karnevalistischen Ufern, ein verändertes Programm wird angekündigt.

Der Schachverein Maintal feiert im Januar 1984 sein 50jähriges Bestehen, freilich früher der Schachverein Dörnigheim. Die hessischen Schachmeisterschaften finden im März 1984 in Maintal statt.

Sein 20jähriges Bestehen feiert im Juni 1983 der Bischofsheimer Rentnerbund und im Juni 1988 seinen 25jährigen Geburtstag.

Beim 1. Maintaler Hähne-Wettkrähen im September 1983, das der Geflügelzuchtverein Bischofsheim aus Anlaß seiner Anlageneröffnung an der Stumpfgabenstraße und zugleich seines 80jährigen Jubiläums veranstaltete, krähen vor zahlreichen Besuchern 67 Häh­ne aller Rassen und Altersklassen um die Wette. Gesamtsieger wurde übrigens Andreas Will vom gastgebenden Verein, dessen Zwerghahn 144 Rufe erschallen ließ.

Der Flug- und Modellbauclub Maintal feiert im April 1984 sein zehnjähriges Bestehen. In dieser Stadt richtet die Maintaler Ortsgruppe im Mai 1984 einen Fünf-Länder-Wettkampf Schäferhundezüchter aus. Die Veranstaltung wird zu einem großartigen Erfolg.

Der Maintaler Leo Schindler wird im August 1984 neuer Skatweltmeister.

Der Verein „Selbsthilfe Körperbehinderter“ feiert im Oktober 1984 seinen zehnjährigen Geburtstag.

Hochstädter Kleingärtner beteiligen sich im Juli 1984 am Landeswettbewerb „Gärten im Städtebau“. Aber mit ihrem vieldiskutierten „Schwarzbau“ sind sie im Juli 1985 unter die Mühlsteine der politischen Diskussion geraten. Das Gebäude bleibt aber bestehen]

Taubenzüchter aus Maintal gehören im August 1985 zur bundesdeutschen Elite, das stellt nicht zuletzt Heinrich Gerlach aus Hochstadt unter Beweis.

Die Bischofsheimer Rauchgesellschaft feiert in Juni 1985 ihren 90. Geburtstag.

Der Bischofsheimer Elternverein feiert im Oktober 1985 sein 15jähriges Bestehen.

Der Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer feiert im November 1987 im Bischofsheimer Bürgerhaus sein 40jähriges Bestehen.

In Hochstadt wird am Nikolaustag 1987 Maintals erster Winzerverein gegründet und seine Gründungsurkunde von 17 Mitgliedern unterzeichnet. Wichtigste Bedingung für eine Mitgliedschaft ist der Besitz eines eigenen Weinstocks, der von zwei Zeugen bestätigt werden muß. . Ziele des Vereins ist die Gewinnung reinen Hochstädter Weins, wobei der Name „Hochstädter Garagenblick“ vermutlich beibehalten werden soll.

Die Hobbythek stellt im September ihr neues Kursprogramm vor, im September 1988

feiert sie ihren zehnten Geburtstag.

 

Kultur

Der Gesangverein „Vorwärts“ Wachenbuchen feiert im Oktober 1983 seinen 80. Geburtstag.

Der Gesangverein Eintracht Bischofsheim feiert im Mai 1984 seinen 110jährigen Geburtstag.

Partnerschaft. Die Sängervereinigung Hochstadt richtet im Juli 1984 zum 125jährigen Jubiläum die Zeltkerb aus. Im Oktober 1984 feiert sie den 125jährigen Geburtstag mit einem Festkommers. Tage später findet das gleiche für den Volkschor Liederlust in Bischofsheim statt. Der Volkschor Dörnigheim feiert im März 1985 sein 125jähriges Bestehen.

Der Posaunenchor Hochstadt hat im Juli 1984 souverän beim „Spiel ohne Grenzen“ im Rahmen der Zelt­kerb gewonnen. Das Fest zum zwanzigjährigen Bestehen des Hochstädter Posaunenchors wird im September 1987 zu einem grandiosen Ereignis.

Das Blasorchester Wachenbuchen feiert im April 1985 seinen 25jährigen Geburtstag.

Jodler-König Franzl Lang ist im Juli 1985 die Attraktion im Festzelt in Wachenbuchen, in dem das Blasorchester seinen 25. Geburtstag feiert.

In Maintal wird im Januar 1988 eine neue Reihe .künstlerisch besonderer Ausstellungen eröffnet. Im Oktober 1988 ist das Rathaus in Hochstadt zur attraktiven Kultstätte.

Die Maintaler Volksbühne stellt im September 1984 ihr Programm vor und feiert im September 1985 ihren zehnjährigen Geburtstag.

Zehn Jahre sind im Juli 1983 die Bischofsheimer Schmalfilmfreunde mit Hobbyfilmern in Holland freundschaftlich verbunden. Sie selbst feiern im Mai ihren 20. Geburtstag. Die Fotoamateure aus Maintal richten im November 1983 eine internationale Dia-Schau aus. Maintals Schmalfilmfreunde feiern im Januar 1988 ein eindrucksvolles Jubiläum. Maintals Fotoamateure begeistern im September 1984 im Bischofsheimer Bürgerhaus mit einer Ausstellung und Tonbildschauen.

In Bischofsheim geht im Juli 1988 mit der „Aktion guter Film“ eine Kino-Ära zu Ende, Leihgebühren und laufende Kosten sind für die Vorführungen in Bischofsheim nicht mehr zu decken, der Video-Boom versetzt den Vorführern den „Todesstoß“.

Maintaler Christdemokraten stellen im Oktober 1985 das Modell eines Maintaler Heimatmuseums vor. Der Verein „Heimatmuseum Maintal“ wird im November gegründet. Er will das Kulturgut der Heimat bewahren. Im März 1988 wird gemeldet, das Heimatmuseum soll in Hochstadt sein endgültiges Domizil erhalten.

Ab Juni 1985 gibt es eine Kulturbeauftragte: Veranstaltungen koordinieren, Kontakte zu Künstlern herstellen und pflegen sowie solche kulturellen Veranstaltungen zu konzipieren und durchzuführen, die von den vorhandenen Einrichtungen und Vereinen nicht abgedeckt werden - so umreißt Ingeborg Scholz ihr künftiges Aufgabengebiet als Kulturbeauftragte der Stadt. Durch diese neugeschaffene Institution soll das kulturelle Leben Maintals vielfältiger und farbiger gestaltet werden als bisher. Ab Juli 1988 ist Elisabeth Pfister die neue Kulturbeauf­tragte.

Der Dörnigheimer Grafiker Helmut Hellmessen erhält im Dezember 1988 für sein facettenreiches Werk den Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises. Der Dörnigheimer macht sich auch um die Partnerschaft zwischen Maintal und Moosburg in Kärnten verdient, ist er doch ein wichtiger Aktivposten der Internationalen Sommerakademie Moosburg.

Die Richtlinien, nach denen der neue Maintaler Kulturpreis vergeben werden soll, sorgen im Dezember 1988 über Verdruß. „Der Preis ist mit 2000 Mark dotiert und soll Bemühungen um die kulturelle Betätigung der nachwachsenden Generation anerkennen und junge Menschen in diesem Sinne unterstützen und ermuntern. Die Stadt entscheidet sich dann im Jahr 1989, den als „Maintaler Kulturscheck“ bezeichneten Preis für 1988 rückwirkend an die junge Malerin Beatrice Emsbach zu verleihen und für 1989 Pfarrer Hermann Langheinrich damit auszuzeichnen, der sich mit seiner geschätzten Konzertreihe in der evangelischen Kirche Hochstadt um das Maintaler Kulturleben verdient gemacht hat.

 

Feuerwehr:

In einem Dörnigheimer Industriegebiet wird im April 1983 eine Fabrikhalle Opfer der Flammen, es entsteht Sachschaden von 500.000 Mark. Beim Brand des Charlottenhofes zwischen Bischofsheim und Bergen-Enkheim kommt im Mai 1983 ein Rentner ums Leben. Dem schnellen Einsatz der Bischofsheimer Feuerwehr ist es im Juni 1983 zu verdanken, daß es in der Altstadt nicht in einer Brandkatastrophe kommt. Eine Vielzahl von Bränden hält im August 1984 die Feuerwehr in Atem, es entstehen hohe Sachschäden, doch keine Personenschäden.

Die Dörnigheimer Feuerwehr erhält im Dezember 1983 ein Boot, das in einer beispielhaften Selbsthilfeaktion der Wehr angeschafft worden ist. Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung aller Feuerwehren im Mai 1984 wird deutlich, daß der Umweltschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Im Rahmen der traditionellen Brandschutzwoche demonstrieren die „Blauröcke“ im September 1985, daß sie nicht nur zum Bekämpfen von Feuer da sind. Maintals Feuerwehrleute treffen sich im Mai 1985 zur gemeinsamen Jahreshauptversammlung, sie haben große Nachwuchssorgen.

Nur knapp entgehen die Bewohner des Hauses in der Westendstraße 59 in Dörnigheim im Januar 1985 einer Katastrophe. Im Keller war eine Gasleitung gebrochen und das ausströmende Gas hatte sich entzündet. Die Explosion hatte sofort den gesamten Kellerbereich in Brand gesetzt. Gemeinsam retteten die Wehren aus Dörnigheim, Bischofsheim und Hochstadt die Bewohner durch das völlig verqualmte Treppenhaus. Der Sachschaden wird auf etwa 200. 000 Mark geschätzt.

Rund 130 Maintaler Feuerwehrleute aus allen vier Stadtteilen haben im Februar 1986 im Bürgerhaus Hochstadt einen neuen Stadtbrandinspektor gewählt, weil der bisherige Amtsinhaber, Ludwig Hofmann, aus Altersgründen nicht mehr kandidierte. In geheimer Wahl entschieden sich die Wehrleute für den bisherigen Stellvertreter, den Hochstädter Wehrführer Hilmar Sperschneider.

Das Jahr 1987 beginnt turbulent. Auf Maintals Rathaus wird ein Brandanschlag verübt, die Rettungsdienste sind pausenlos im Einsatz, Personen kommen zum Glück nicht zu Schaden.

Sechs Pferde sterben im April beim Großbrand im Charlottenhof zwischen Bischofsheim und Bergen-Enkheim. In Bischofsheim geht seit vielen Monaten der „Feuerteufel“ um, Polizei und Kripo fahnden im Mai 1987 vergeblich. Maintaler Wehrleute laden zu einer großen Schau mit vielen befreundeten Wehren ein. Die Bischofsheimer Feuerwehr muß zum Großeinsatz ausrücken, eine Wohnbaracke für Ausländer brennt im September 1987 nieder, die Menschen verlieren ihre gesamte Habe.

Die Jugendfeuerwehr in Wachenbuchen feiert im Mai 1987 ihr 20jähriges Jubiläum. Die Stadt Maintal ehrt im Mai 1988 die freiwilligen Helfer der Feuerwehren. Für den Anbau der Dörnigheimer Feuerwehr kann im November das Richtfest gefeiert werden.

 

Partnerschaft

Im Hochstädter Bürgerhaus wird im Mai 1983 das zehnjährige Jubiläum der Verschwisterung mit der französischen Gemeinde Luisant gefeiert. Im Juni 1984 gibt es in Frankreich einen entsprechenden aufwendigen Festakt

Zu den „Spielen der Freundschaft“ treffen im Mai 1985 Delegationen aus den Partnergemeinden Luisant und Moosburg in Maintal ein.

Im Oktober 1986 war Wachenbuchen zwei Tage lang fest in Moosburger Hand. Nicht ohne Grund, denn mit 150 Personen war eine Delegation aus der österreichischen Partnergemeinde angereist, um gemeinsam mit den Wachenbuchenern den zehnten Jahrestag der Verschwisterung zu feiern.

Erfreulich nennt Maintals Kulturdezernent Günter Hack im April 1985 die Resonanz auf die von der Galerie Mozartstraße initiierte Sommerakademie Moosburg, eine Form der kreativen Freizeitgestaltung in der österreichischen Partnergemeinde. Bereits jetzt steht aufgrund der in- und ausländischen Anmeldungen fest, daß die künstlerischen Kurse wie geplant abgehalten werden können. Die Sommerakademie gibt es übrigens bis zum heutigen Tag. Von Maintaler Seite sind nach wie vor Günther Hantel und Helmut Hellmessen mit dabei. In der Partnergemeinde Moosburg wird im Mai die Sommerakademie angeboten, künstlerische Betätigung unter fachmännischer Anleitung.

Eine Maintaler Delegation reist im Juni 1987 in die Partnergemeinde Moosburg in Kärnten. Es gibt viele Ehrungen und ein buntes Programm, gilt es doch, die zehnjährige Partnerschaft gebührend zu feiern

Hochstädter Sänger besuchen im Juli 1987 die Partnergemeinde Luisant, sie ernten bei ihren Darbietungen lebhaften Beifall.

 

Sonstiges:

Das lustige Ratespiel des Hessischen Rundfunks „1:0 für meine Stadt“ findet im Juni 1984 im Bischofsheimer Bürgerhaus statt. An ihm beteiligen sich Maintal und Bad Schwalbach beteiligen. Unter Mithilfe der gesamten Bevölkerung gelingt eine großartige Veranstaltung.

Im September 1984 trifft sich eine Maintaler Delegation zu sportlichem Wettkampf in Schwal­bach am Taunus: Fußball und Kegeln stehen auf dem Programm, es gibt Ehrungen und Auszeichnungen (zwei unterschiedliche „Schwalbachs“!).

Die Stadt Maintal ehrt im Oktober 1984 wie jedes Jahr ihre erfolgreichen Sportler.

In Bischofsheim findet im September 1985 die hessische Rock'n Roll-Hessenmeisterschaft statt, die Maintaler „Rubber Ducks“ belegen einen dritten Platz

Der Maintaler Surfsee hat sich zu einem Freizeitparadies entwickelt, aber in den neunziger Jahren läßt das Interesse immer mehr nach.

 

 

Feste

Am Gänseweiher findet im Mai 1984 das erste Maintaler Musikfest statt unter dem Titel „Maintaler Musikanten musizieren“-. Alle vier Maintaler Kapellen machten mit, insgesamt waren es rund zweihundert Musikern, die damit der Stadt Maintal und zahllosen Zuhörern eine besonders große Freude machten. In jedem Jahr wollen sie von nun ab alle gemeinsam in jeweils einem anderen Stadtteil auftreten.

 

Traditionell ist in Dörnigheim die Kerb, die im August 1985 von der Feuerwehr ausgerichtet wird. Aber sie scheint in diesem Stadtteil die letzte zu sein, denn der Aufwand ist den freiwilligen Helfern zu viel.

Im August 1986 wird zum ersten Male am Mainufer in Dörnigheim das „Maafest“ als Nachfolgeveranstaltung der traditionellen Kerb gefeiert. Allerdings wurde mehr ein feucht-fröh­liches „Regenfest“ daraus. Doch trotz der Nässe von oben ist die „Fest-Geburt“ gelungen und das Treiben am Mainufer soll auf jeden Fall im kommenden Jahr seine Fortsetzung erfahren.

Auch im August 1987 wird das „Maafest“ gefeiert. Aber beim Vereinsgespräch im November sind die Vereine mit dem „Maafest“ nicht zufrieden. Im August 1988 wird das Mainfest erst­mals in seiner Geschichte bei schönem Wetter. Gefeiert. Es wird noch in den neunziger Jahren gefeiert, aber im Laufe der Jahre erleidet es das gleiche Schicksal wie die Kerb.

Neu ist das Septemberfest für ausländische Mitbürger im Gemeindezentrum in Dörnigheim. Es wird wieder auch 1984 wieder zu einem großartigen Erfolg. Auch ein „Volksfest“ gibt es im Juni 1984, es wieder zu einem großartigen Spektakel, wenn­gleich es von Schlägereien unterbrochen wurde. Auf dem Festplatz in Dörnigheim findet im Mai 1985 das Kreissänger- und Pfingstvolksfest statt, zahlreiche Attraktionen locken viele Besucher an.

 

Traditionell ist in Bischofsheim die Kerb. Der Jubiläumsverein Eintracht Bischofsheim richtet im September 1984 die Zeltkerb aus. Aber beim Vereinsgespräch im November 1984 in Bischofsheim wird deutlich, daß sich für das Ausrichten der Kerb niemand findet. Mehrere kleine Vereine sollen sich zusammentun. Aber im September 1987 findet zum letzten Mal die „Kerb“ statt, die Traditionsveranstaltung wird nicht mehr aufgelegt.

 

Auch beim Waldfest des Musik-Corps gehen die Besucherzahlen insgesamt zurück. Im Juni 1984 gibt es einen Nulltarif für alle Veranstaltungen. Im Juni 1985 wird das Waldfest zum 27. Mal mit einem attraktiven Programm gefeiert, auch im Juni 1988 ist wieder das traditionelle Waldfest.

Mehr Bedeutung erhält das Straßenfest. Es lockt im August 1984 Tausende von Besuchern an.

Auch im August 1985 treffen sich viele tausend Menschen bei herrlichem Wetter auf dem Bischofsheimer Straßenfest, das von den örtlichen Vereinen ausgerichtet wird. Das Bischofsheimer Straßenfest wird immer mehr zu einem „Vereins- und Bürgertreff der Superlative“, zum „schönsten Straßenfest östlich von Frankfurt“.

In Bischofsheim gibt es 1983 ein Borngassenfest.

 

Traditionell in Hochstadt ist die Kerb, die immer im Juli als Zeltkerb gefeiert wird. Daneben gibt es aber auch seit 1984 das zweitägige „Rathausfest“, in dessen Mittelpunkt das restaurierte und neugestaltete historische Rathaus steht, das damit der Öffentlichkeit übergeben wurde. Gefeiert wird auf dem Rathausplatz, viele Besucher kommen zu dieser vorwiegend lukullischen Attraktion. Später wurde daraus das „Altstadtfest“, das nur noch vom Posaunenchor und dem Humor- und Musikverein bestritten wurde. In Hochstadt gibt es 1983 ein Schützenfest.

 

Traditionell ist auch in Wachenbuchen die Kerb, die immer am zweiten Sonntag im August gefeiert wird. Im August 1988 zum Beispiel lädt das Blasorchester zur Kerb. Daneben wird auch von sechs Vereinen ein Straßenfest am Rathaus gefeiert (zumindest seit 1984). Zum großen und erfolgreichen Sommerspektakel wird im Juli 1987 einmal mehr das Wachenbuchener Straßenfest.

 

Aber die Traditionsveranstaltungen wie die Kerb müssen immer neue Attraktionen bieten, um Gäste in große Zelte zu locken. In Hochstadt war es unter dem Motto „Country-Time“ im Juli 1988 die deutschlandweit bekannte Country-Gruppe „Truck Stop“.

Aber Straßenfeste erfreuen sich zunächst immer stärkerer Beliebtheit. Sie werden selbst von privaten Veranstaltern mit Erfolg durchgeführt. die Kerb-Veranstaltungen werden immer mehr in den Hintergrund gedrängt.

Im 1987 wird gesagt, daß Straßenfeste in allen Stadtteilen sich im August wachsender Beliebtheit erfreuen. Man will die „Feste feiern wie die Feste fallen“. Freude und Entspannung suchen die Bürger bei jeder sich ihnen bietenden Gelegenheit.

 

Dazu kommen dann noch die Weihnachtsmärkte, die meist in allen Stadtteilen stattfinden, aber nicht immer den gewünschten Erfolg haben. Der zweitägige Weihnachtsmarkt in der Dörnigheimer Altstadt findet im Dezember 1984 großen Widerhall. Aber der Weihnachtsmarkt in Hochstadt findet im Dezember 1985 mäßige Beteiligung, der in Dörnigheim aber wird zum Höhepunkt der jährlichen Veranstaltungen. Im Jahre 1987 werden sie von den Bürgern gern angenommen, die Vereine werfen sich mächtig ins Zeug. Aber im Dezember 1988 sind sie nur teilweise von Erfolg gekrönt, zum einen werden sie durch die Witterung, zum anderen durch nachlassendes Interesse von Ausstellern und Besuchern beein­trächtig.

 

Die Feste litten aber alle auch daran, daß sich die Stadt immer mehr aus der Organisation herauszog, keine Angestellten mehr abstellte und schließlich noch sogar die Weihnachtsbeleuchtung nicht mehr übernehmen wollte. Dazu kam natürlich die wachsende Belastung der freiwilligen Helfer, deren Zahl immer kleiner wurde.

 

 

Kriminalität

1983:

In einer spektakulären Polizeiaktion werden im Januar auf der Kennedystraße zwei lang gesuchte Schwerverbrecher gestellt und verhaftet. Die Polizei will im Juni mit einer Großaktion gegen Fahrraddiebe vorgehen. Fahrradpässe werden ausgegeben.

In Bischofsheim richtet im Juni 1983 ein 25 Jahre alter US-Soldat in der Goethestraße ein Blutbad an. Er ersticht seine 21jährige seine Frau, schneidet sich die Kehle durch und springt anschließend vorn Balkon des fünften Stockwerkes. Hunderte von Schaulustigen wurden durch die schreckliche Bluttat angelockt und strömten zum Tatort.

Im November wird in Bischofsheim eine Bank überfallen, der Täter erbeutet 30.000 Mark.

 

1984:

Ein sensationeller Einbruch wird im Januar bei einem Bauunternehmer in Bischofsheim verübt. Der Polizei gelingt es, dieses Delikt aufzuklären und die Beute im Wert von rund 500.000 Mark zurückzugeben. Die Polizei geht im Februar in einer großangelegten Kampag47ne gegen unseriöse Zeitschriftenwerber vor.

Der Dörnigheimer Peter Brost ersticht im März in Bruchköbel einen arbeitslosen Lehrer, er stellt sich selbst der Polizei. Im September muß er wegen Totschlags für vier Jahre hinter Gitter.

Die Maintaler Kriminalität liegt in der Statistik im Kreis auf dem dritten Platz. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen im März gemeinsam gegen die „Ritzel-Kriminalität“ vor, Zweiräder werden einer gründlichen Kontrolle unterzogen. In Maintal und Hanau treten im April schwerbewaffnete Rockerbanden auf, die sich wilde Schlachten liefern.

Werberkolonnen machen im April Maintal unsicher. Sie sammeln Geld für sogenannte „Luftrettungs- Versicherungen“, entpuppen sich dann aber als „Haie der Luft“. Nur mit Mühe kann die Polizei im April Aufklärung über Einbruchssicherungen geben, in dieser Stadt wird wieder eine Vielzahl von Eigentumsdelikten gezählt.

Bei einer Bluttat vor einer Gaststatte in Bischofsheim erschießt im Mai ein 50jähriger Mann einen 35 jährigen Gerüstbauer aus Wolfenbüttel. Der Täter kann von der Polizei überwältigt werden.

In Maintal werden im Juni wertvolle Gemälde gefunden, die zu einem Osloer Gemälderaub gehörten. Der mutmaßliche Hehler kommt aus Bischofsheim, er wurde dem Haftrichter vorgeführt. Die Spur der Täter führt die Bundesfahnder im März 1985 nach Maintal. Ein Bischofsheimer wird vorübergehend verhaftet, ein Hanauer Rechtsanwalt, der zwischen Gangster und der norwegischen Galerie ein Lösegeldtransfer aushandeln wollte, gerät selbst in die Mühlen der Justiz. Im spektakulären Bilderraub von Oslo sollen im Oktober 1987 überraschend die Verfahren gegen einen Hanauer Anwalt und einen Maintaler Unternehmer eingestellt werden.

Jugendliche Zigeuner machen im Juli Maintal als Diebe unsicher, die Polizei kann nicht viel ausrichten. Die Polizei muß sich im August mit Jugendbanden herumärgern, die im Stadtteil Dörnigheim Schuleinrichtungen verwüsten. Die Bundespost beklagt im August die vielen zerstörten Telefonanlagen in öffentlichen Zellen.

Polizei und Staatsanwaltschaft starten im Oktober eine Kampagne gegen Zombie- und Pornostreifen in Video-Läden. Betrüger geben sich im November als Beamte der Landesversicherungsanstalt aus und prellen etliche Bürger.

 

1985:

Die Polizei hat im Februar alle Hände voll zu tun, sich der randalierenden „Grünjacken“ im Kreisgebiet zu erwehren. Vorwiegend Kirmesveranstaltungen sind das Ziel einer neuen Art von Rockergruppen, die sich „Grünjacken“ nennen. Zum Schauplatz einer Schlägerei wurde jetzt aber auch das Bürgerhaus Bischofsheim, wo eine Gruppe der „Grünjacken“ den Hausmeister verprügelte und ihn verletzte. Ebenfalls Ziel der Grünjacken waren Telefonzellen bei Massa, die in sinnloser Zerstörungswut zertrümmert wurden. Die Hanauer Polizei hat nach mehreren Vorfällen dieser Art eine Sonderkommission gebildet, die sich mit den Jugendbanden auseinandersetzen soll. Die als Jugendbanden gefürchteten „Grünjacken“ lösen sich im März weitestgehend auf, ein Erfolg der polizeilichen Sondereinsätze.

 

Der 51jährige Bischofsheimer Kraftfahrer Werner Wille wird im Februar wegen Totschlags an Rolf Kraus zu sechs Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.

In Wachenbuchen wird im März die Filiale der Kreissparkasse überfallen, die Täter erbeuten 20.000 Mark. Die Raubüberfälle auf die Sparkassen in Wachenbuchen und Mittelbuchen sind im Oktober geklärt, als Täter werden Vater und Sohn festgenommen.

Eine Vielzahl von Wohnungseinbrüchen beunruhigt im April die Bevölkerung; die Polizei ermittelt fieberhaft, doch kann nichts ermittelt werden. Eine Serie von brutalen Sittlichkeitsdelikten kann im April aufgeklärt werden, als nach einem Notzuchtverbrechen in Wachenbuchen ein 20jähriger Amerikaner festgenommen wird. Der „Frauenschänder“ aus dem Wachenbuchener Wald, ein 20jähriger US-Soldat, wird im August zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ein Maintaler Puppenspieler ist nach spektakulären Aktionen jetzt als Räuber angeklagt worden. Eine Reihe voll schweren Verbrechen sind im Mai Stadtgespräch, doch die Polizei ist erfolgreich, schnell können die Täter gefaßt werden. Die Stadt Maintal hält in Juni den traurigen Rekord bei Autodiebstählen im gesamten Kreis.

Unbekannte Jugendliche verbreiten im Juli, besonders im Stadtteil Dörnigheim, Angst und Schrecken. Erst später stellt sich heraus, daß es sich nur um eine ganz kleine Gruppe junger Leute handelt, die für Schmierereien an Schulen und Zerstörungen verantwortlich sind. Grabschänder fallen im August über den Bischofsheimer Friedhof her und richten erheblichen Schaden an. Die Verbraucherberatung warnt im August vor sogenannten Kaffeefahrten, dennoch steigen die Teilnehmerzahlen ständig.

Eine Serie von Raubüberfällen in Dörnigheims und der Hanauer Weststadt lassen im September auf ein und denselben Täterkreis schließen, die Ermittlungen der Polizei kommen nur schleppend voran. Die Polizei wirbt im Oktober in einer Kampagne für Sicherheitsmaßnahmen gegen Einbrecher.

Der ehemalige Maintaler Sparkassen-Filialleiters Adolf Langer wird im November als Betrüger entlarvt: Er soll Kunden um viele hunderttausend Mark gebracht haben und ist seither verschwunden. Der Fall des seit mehr als drei Jahren vermißten scheint im November 1988 aufgeklärt, der als „Millionenbetrüger“ bekannte Langer hat nach Ermittlungen der Polizei seinem Leben selbst ein Ende gesetzt.

 

1987:

Die Polizei warnt im Juni vor Einbrechern, die innerhalb weniger Tage 25 Wohnungen aufgebrochen haben. Die Polizei legt im Oktober eine positive Unfallbilanz bei Zweiradfahrern und Fußgängern vor.

 

1988:

Die Ortsgerichte in den einzelnen Stadtteilen können sich im März über Mangel an Arbeit nicht beklagen, ihre Arbeit ist vielfältig und für die Ergänzung der Justiz unbedingt notwendig.

Zuverlässige Senioren sollen im Juni die Einbruchsgefahr verringern, eine Aktion gegen Ganoven in der bevorstehenden Ferienzeit: Organisation und Durchführung sind allerdings fraglich. Das Thema Drogen wird im September ins polizeiliche Vorbeugeprogramm aufgenommen.

Eine Vielzahl von Fällen sinnloser Zerstörung beunruhigen im Oktober die Menschen, vorwiegend treiben junge Leute Vandalismus, die Schäden werden von der Allgemeinheit getragen.

 

Personen

1983:

Die Dörnigheimer Sozialarbeiterin vom Roten Kreuz, Else Seng, wird im August mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Helmut Ehemann aus dem Stadtteil Wachenbuchen wird im Oktober Vorsitzender der ÖTV im Main-Kinzig-Kreis.

 

1984:

Als Sozialarbeiterin ist Annemarie Doberstein eine „Institution“, im Februar 1984 tritt sie in den Ruhestand. In der Stadt Dörnigheim baute sie eine ambulante Krankenpflege auf, nachdem die evangelische Kirche diese Arbeit nicht mehr übernehmen konnte. Annemarie Doberstein war auch gefragt, als die Turngemeinde Dörnigheim die Ferienspiele nicht mehr fortführen konnte - die Sozialarbeiterin engagierte sich in diesem Bereich für die Kinder. Hilfsbedürftige und Senioren - das war der Personenkreis, für den sich Annemarie Doberstein besonders einsetzte.

Maintal feiert im April 1984 den Dichter Emanuel Geibel zum100. Todestag, der allerdings sehr viel geringere Beziehungen zu Wachenbuchen gehabt haben soll, als bisher angenommen.

 

1985:

Der Dörnigheimer Geisteswissenschaftler Josef Weis feiert im Mai 1984 seinen 80. Geburtstag und erhält große Ehrungen.

Apfelweinfabrikant Wilhelm Höhl (junior) aus Hochstadt stirbt im Mai überraschend im Alter von 48 Jahren.

Der Maintaler Komponist Willi Kegelmann erzielt im Juli bei einem Bundeswettbewerb den dritten Preis.

 

1985:

Mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande wurde im Januar der Ehren-Obermeister der Bäckerinnung Hanau, Heinrich Reichling aus Wachenbuchen, ausgezeichnet. Bei der Verleihung betonte Stadtrat Günter Hack, diese besondere Auszeichnung stehe für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit Reichlings in den Selbstverwaltungsorganen der Bäckerinnung Hanau und der Innungskrankenkasse Main-Kinzig.

Der Bischofsheimer Josef Sigulla feiert im Juli sein 25jahriges Dienstjubiläum beim Deutschen Gewerkschaftsbund.

Der Hochstädter Alt-Bürgermeister Philipp Ziegler feiert im September 1985 einen 75. Geburtstag.

 

1986:

Nach 23 Arbeitsjahren in den Diensten der ehemals selbständigen Stadt Dörnigheim und danach der Stadt Maintal ist nun der Leiter des Amtes für öffentliche Einrichtungen, August Roth, im April auf eigenen Wunsch in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Seinen Abschied aus dem Erwerbsleben feiert der „Chef der Bauhöfe“ in privatem Rahmen mit seinen Mitarbeitern und Freunden. Auf eine offizielle Verabschiedung hatte er verzichtet.

 

1987:

Der Hochstädter Jean Hofacker wird im Januar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Damit werden seine zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten gewürdigt.

In Dörnigheim stirbt im April der frühere Zirkusdirektor Franz Althoff.

Stürmisch gefeiert wird in Wachenbuchen der bekannte Fußballer Thomas Berthold. Mit der deutschen Nationalmannschaft erreicht er bei der Weltmeisterschaft in Mexiko Platz zwei.

Der langjährige Kommunalpolitiker Wilhelm Schmidt aus Hochstadt erhält im April 1987 das Bundesverdienstkreuz.

 

1988

Das schwere Schicksal der Hochstädterin Regina Brandt erschüttert im November 1987 die Menschen: Ihr werden in Südafrika Herz und Lunge transplantiert, eine Welle von Spenden setzt ein. Nach einer erfolgreichen Herz-Lungen-Transplantation in Südafrika kehrt Regina Brandt aus Hochstadt im Februar nach Hause zurück, in Maintal hatte sie große Unterstützung aus der Bevölkerung erfahren.

Eine nicht alltägliche Ehrung wurde dem Wachenbuchener Landwirt Helmut Wenzel im Juli zuteil. Für seine Kühe der Rasse „Deutsche Schwarzbunte“ bekam er durch einen Vertreter des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft, Forsten und Naturschutz den „Staatsehrenpreis“, die höchste züchterische Auszeichnung, überreicht. Besonders hervorgehoben wurde das „hervorragende Leistungsniveau“ in Wenzels 54-köpfiger Milchkuhherde. Jede „Schwarzbunte“ lieferte im vergangenen Jahr durchschnittlich 7800 Kilogramm Milch.

Der DGB-Kreisvorsitzende Sepp Sigulla ist im Juli 20 Jahre lang in Amt und Würden, sein Berufsjubiläum wird gefeiert.

An seinem 70. Geburtstag wurde der ehrenamtliche Stadtrat Wilhelm Schmidt (CDU) im August vom stellvertretenden CDU-Kreisvorsitzenden Hans Rüger mit der „Baumeister-Medaille“ in Silber ausgezeichnet. Die Medaille erinnert an die Einführung der Deutschen Mark und die CDU-Kanzler von Adenauer bis Kohl. Wilhelm Schmidt ist der erste im MainKinzig-Kreis, der diese Medaille erhalten hat.

Heinz Karl Scheil kommt im September nach 125 Stunden Dauer-CB-Funken ins Guinness-Buch der Rekorde.

 

Sonstiges

1983:

 Eine Schlange wird in Dörnigheim entdeckt, die unbekannte Tierschänder einfach in den Müll geworfen hatten.

Im Mai wird die hessische Apfelweinstraße eröffnet, der Festumzug geht von Steinheim über Maintal nach Frankfurt.

Internationale Begegnungen im Rathaus von Maintal: Der keniatische Botschafter trägt sich in das goldene Buch der Stadt ein.

 

1984:

An der ehemaligen Synagoge in der Straße Alt Wachenbuchen stellte die Stadt Maintal im November eine Gedenktafel auf. Die Tafel ist dem Andenken der während der Nazi-Zeit umgebrachten oder vertriebenen Juden aus Wachenbuchen, Hochstadt, Bischofsheim und Dörnigheim gewidmet.

Der Bad Vilbeler Künstler Hansgeorg Müller beendet im November eine einmonatige Ausstellung im Rathaus in Bischofsheim. Es war die bisher größte Bilderschau in diesem Gebäude.

Maintals älteste Bürgerin, Helena Kegelmann, wird im November 97 Jahre.

Ein seltener Gast in Maintal: Dieser Storch landete mitten auf dem Parkplatz eines Einkaufscenters. Das war im Jahre 1984.

 

1985:

Es gibt zahlreiche Veranstaltungen zum 8. Mai, denn Gedenktag zum Kriegsende in Deutschland.

Die Stadtverwaltung lädt im Juli wieder die Senioren zu einer ausgiebigen Bootspartie ein.

Hanauer und Maintaler haben im September in Südafrika ein Gemeindehaus gebaut, sie kehren von dort stolz mit einer Erfolgsbilanz zurück.

Programme und Zuspruch machen es im Oktober deutlich, den Volkshochschulen kommt immer größere Bedeutung zu.

Eine Reihe von Veranstaltungen zur Friedenswoche in Hochstadt und Dörnigheim finden im November lebhafte Resonanz.

 

1987:

Butter und Milch aus EG-Beständen werden im Februar an Bedürftige kostenlos abgegeben, es handelt sich um die „Aktion Winterhilfe“.

Die Verbraucherberatung hat sich im November in Maintal etabliert, einmal wöchentlich findet sie in Bischofsheim statt.

 

1988:

Die Stadt Maintal gibt im April einen Behindertenführer heraus, eine Neuheit im Main-Kinzig-Kreis.

Kleine Kinder gehen nach einem Pillenfund im April knapp an einer Giftkatastrophe vorbei.

Durch eine neue Struktur der Behörden ist im Mai die Altenhilfe vorn Main-Kinzig-Kreis auf die Stadt Maintal übergegangen, eine schnellere und effektivere Hilfe der Betroffenen scheint möglich.

In Wachenbuchen wird im Juni der Weltrekord im „Kartoffelschälen“ in Angriff genommen, doch der Eintrag ins „Guinness-Buch der Rekorde“ gelingt nicht.

Vier Maintaler fahren im Juli als Aufbauhelfer nach Nicaragua, insgesamt umfaßt die Gruppe 17 Teilnehmer.

Der 8.8.88 hatte es auch in Maintal in sich. Gleich 14 Paare ließen sich im August im Standesamt in Hochstadt trauen. Unter ihnen auch Hajo Schmidt aus Bischofsheim, der seine Ingrid Meyn aus Schöneck sogar um 8.88 Uhr (9.28 Uhr) heiratete. Vor mehr als elf Jahren, am 7.7.77, waren es sechs Paare gewesen, die in Hochstadt vor den Standesbeamten traten. Auch für den 9.9.99 gibt es schon etliche Reservierungen.

 

 

 

Zeitraum Unger 1989 - 1994 Zwei Stadträte

 

 

Wetter

Die Landwirte im Main-Kinzig-Kreis klagen 1989: Der milde Winter macht ihnen zu schaffen. Der April 1989 aber macht auch im Bereich des Wetters seinem Namen alle Ehre. Ein orkanartiger Sturm über Hessen macht im Februar 1990 auch vor Maintal nicht Halt. Es gibt zwar keine Verletzten, doch entsteht erheblicher Sachschaden. Polizei und Feuerwehr sind in der Nacht auf den 4. Februar ständig im Einsatz. Die Dächer werden abgedeckt, ein Reiterhof am Dörnigheimer Mainufer wird fast vollständig zerstört. Entlang der A 66 werden mehrere Bäume entwurzelt und loses Gerät auf die Fahrbahn geschleudert. Die Aufräumungsarbeiten dauern viele Stunden an. In der Westendstraße stürzen zahlreiche Dachtrümmer auf die Straße und beschädigen Autos. Die Einsatzkräfte haben alle Hände voll zu tun, um die Schäden des Orkans zu beseitigen. Insgesamt müssen über 100 Einsätze gefahren werden.

Landwirte und Förster in Stadt und Kreis klagen im September 1991 über die Trockenperiode, viele Pflanzen sind zum Teil erheblich geschädigt. Der erste Kälteeinbruch im Dezember sorgt für Chaos auf den Straßen, zum ersten Mal haben Schulkinder „eisfrei“.

Wassersparen ist im heißen und trockenen Sommer 1992 angesagt, weil dringend notwendig. Doch der amtlich verordnete Wassernotstand, der den Maintalern im Juli 1992 verbietet, ihr Auto zu waschen und den Rasen zu sprengen, bringt fast nichts: Wie sich Ende Oktober herausstellt, wird in Maintal nur ein Prozent des kostbaren Nasses gespart!

Im Frühjahr 1993 heißt es wieder „Land unter“ am Main: Der Fährbetrieb von Dörnigheim nach Mühlheim und Rumpenheim muß mehrmals eingestellt werden. Radfahrer und Fußgänger überqueren den Main per Motornachen. Die schweren Regenfälle lassen erst Mitte April nach.

Ganz zum Schluß des Jahres droht erneut Hochwasser: Kurz vor Weihnachten 1993 treten nach tagelangen heftigen Regenfällen Süddeutschlands Flüsse über die Ufer. Betroffen ist auch Maintal. Die Rumpenheimer Fähre stellt ihren Betrieb wegen der starken Mainströmung ganz ein. Zwischen Mühlheim und Dörnigheim pendelt nur noch der Motor-Nachen, der Fußgänger und Radfahrer auf die andere Mainseite bringt. Die Autofahrer müssen lange Umwege in Kauf nehmen. Maintal bleibt aber vor größeren Schäden bewahrt.

 

 

Politik: Stadtverordnetenversammlung, Parteien, Verwaltung

 

Kommunalwahl 1989:

Der Monat März 1989 steht ganz im Zeichen der Kommunalwahl: In Maintal und im Kreis erringen SPD und Grüne deutliche Wahlsiege, CDU und Liberale müssen deutliche Verluste hinnehmen. Der Main-Kinzig-Kreis bietet das gleiche Bild, allerdings mit einer Einschränkung (oder Bereicherung): Die Rechtsextremisten der NPD haben den Einzug ins Kinzig-Parlament geschafft. SPD ist in Stadt und Kreis die stärkste politische Kraft, doch es fehlt an der absoluten Mehrheit. Koalitionen mit den Grünen sind vorprogrammiert. Das politische Gegeneinander von Kreis und Land Hessen birgt zahlreiche Probleme.

Im April 1989 konstituiert sich eine neue Stadtverordnetenversammlung. Der Bischofsheimer SPD-Politiker Sepp Sigulla wird im April 1989 bei der konstituierenden Sitzung des neuen Stadtparlaments zum neuen Parlamentschef gewählt. 28 Abgeordnete stimmen für Sigulla, zwei votieren gegen ihn und 15 enthalten sich. Der ehrenamtliche Magistrat wird von sieben auf neun Personen aufgestockt

Zunächst sind SPD und Grüne die Sieger bei der Kommunalwahl. CDU und FDP verlieren an Boden. Bürgermeister Dr. Walter Unger wird im Juni 1989 von der Maintaler Stadtverordnetenversammlung mit einer überwältigenden Mehrheit als Stadtoberhaupt bestätigt. Er erhielt nicht nur die Stimmen seiner Koalition aus SPD und Grüne, sondern auch die der Liberalen. Auch einige Christdemokraten gaben ihm ihre Stimme. Auch Erster Stadtrat Karl-Heinz Schreiber (SPD) wird mit klarer Mehrheit in seinem Amt bestätigt.

Maintals Sozialdemokraten stimmen im Mai 1989 zunächst ihrem grünen Koalitionspartner zu und wollen die grüne Kandidatin in den hauptamtlichen Magistrat heben. Die rot-grüne Zusammenarbeit in Maintal besteht im Mai und Juni 1989 ihre erste Bewährungsprobe bei der Wahl des Ersten Stadtrats: Dr. Karl-Heinz Schreiber erhält 25 Stimmen, 20 Parlamentarier votieren gegen ihn. Der Wahl von Schreiber sind umfangreiche Parteiinterne Diskussionen vorausgegangen. Es sollten nicht die letzten in diesem Jahr sein.

Bürgermeister Dr. Walter Unger erhält dann am 5. Juni eine überraschend breite Zustimmung. 27 Abgeordnete stimmen für und 16 gegen ihn, zwei enthalten sich. Nicht nur Sozialdemokraten und Grüne, sondern auch Abgeordnete der FDP votieren für Dr. Unger. Rot-Grün will in Dörnigheim einen Kinderhort errichten, sich für offene Kinder- und Jugendarbeit einsetzen, die Berger Straße in Bischofsheim für den Durchgangsverkehr schließen und weitere verkehrsberuhigte Zonen einführen. Die Grüne Priska Hinz soll am 10. Juli zur Zweiten Stadträtin gewählt werden.

 

Stadträtin Priska Hinz:

Maintals Grüne stellen im Mai 1989 mit der Landtagsabgeordnete Priska Hinz eine neue Stadtratskandidatin vor. Die politisch engagierte 30jährige Frau aus Friedrichsdorf soll die Kämmerei und ein Frauendezernat übernehmen. Doch bei der Wahl zur Zweiten Stadträtin gibt es im Juli eine Sensation: Obwohl SPD und Grüne über eine klare Mehrheit im Stadtparlament verfügen, fällt die grüne Kandidatin für diese Position bei der Wahl durch: 21 Abgeordnete votieren für Priska Hinz. 23 gegen sie, bei einer Enthaltung. Ein Parlamentarier enthält sich. Fünf Sozialdemokraten haben der 30jährigen Grünen die Gefolgschaft verweigert.

Die rot-grüne Koalition steht auf der Kippe. Bei Bürgermeister Dr. Unger und Erstem Stadtrat Dr. Schreiber herrschen Fassungslosigkeit vor. SPD- Fraktionschef Peter Laskowski muß sich gegen Vorwürfe zur Wehr setzen, daß er seine Fraktion nicht im Griff habe. Wie aber soll es nun weitergehen? Werden die rot-grünen Koalitionsgespräche wiederaufgenommen oder muß sich die SPD einen anderen Partner suchen.

Der Grüne Horst Andes bezieht klar Stellung: „Die Vereinbarung ist hinfällig. Die Grünen werden als Opposition in der Stadtverordnetenversammlung weiterarbeiten. Wir sehen auf längere Zeit keine Möglichkeit mehr, mit der SPD-Fraktion in dieser Zusammensetzung weiterzumachen“. Die Liberalen bieten der SPD an, Peter Laskowski als Zweiten Stadtrat zu wählen. Eine Koalition will die FDP aber nicht eingehen. Peter Laskowski lehnt das Angebot jedoch ab und stellt sich hinter die Zusammenarbeit von SPD und Grünen. Nun soll Priska Hinz im zweiten Wahlgang gewählt werden.

Die FDP bietet an, SPD-Fraktionschef Peter Laskowski zum Stadtrat zu wählen. Eine Koalition soll es aber nicht geben. Laskowski lehnt ab und kündigt einen zweiten Versuch an, Priska Hinz zu wählen.

Nach dem Schock im Parlament gehen die Diskussionen unter den Parteivertretern weiter. Wird es zu einer Neuauflage der rot-grünen Koalitionsgespräche kommen, nachdem sich die regierenden Sozialdemokraten von ihren Quertreibern befreit haben?

Im zweiten Versuch erhält Priska Hinz im September die erforderliche Mehrheit und wird zur ersten grünen Stadträtin Maintals gewählt. Alle Abgeordneten von SPD und Grünen (26) stimmen für Hinz. CDU und FDP (19) votierten gegen sie. Die rot-grüne Koalition ist somit nach allen großen und kleineren Schwierigkeiten auf den Weg gebracht. SPD- Fraktionschef Peter Laskowski stellt jedoch klar, daß die sozialdemokratischen Abgeordneten keiner „Gehirnwäsche unterzogen“ worden seien. Die FDP versucht, den zweiten Wahlgang am 18. September mit einer einstweiligen Verfügung beim Frankfurter Verwaltungsgericht zu kippen, doch das Gericht lehnt ab.

 

Europawahlen im Juni 1989:

Der „Wahlsonntag“ zur Europawahl in Maintal scheint im Juni 1989 weniger interessant als herausragende Freizeitveranstaltungen zu sein: Die CDU erlebt bei den Europawahlen in Maintal ein Debakel und stürzt von 40,2 auf 31,8 Prozent ab. Die SPD verliert ein wenig und kommt auf 40,2 Prozent (1984: 41,4). Die Grünen überspringen die 10-Prozentmarke und erreichen 10,8 (8,9). Die FDP verbessert sich um einen Prozentpunkt auf 5,4. Erschreckend das Abschneiden der rechtsextremen „Republikaner“, die aus dem Stand auf 6,1 Prozent kommen.

 

Verschiedenes 1989:

Die städtische Jahresrechnung für 1988 liegt im April 1989 vor: Die finanzielle Situation der Stadt ist wohl zufriedenstellend, doch große Sprünge können nicht gemacht werden.

Die Ortsvereine der politischen Parteien laden im Mai 1989 zu Versammlungen ein und wählen ihre Vorstände.

Der Maintaler CDU-Landtagsabgeordnete Walter Korn gerät im Mai 1989 wegen politischer Ambitionen in Richtung Bonn in schwere parteiinterne Turbulenzen.

Der aus dem Amt scheidende Stadtverordnetenvorsteher Horst Schneidmüller (SPD) wird im Februar die Ehrenbezeichnung „Stadtältester“ verliehen. Außerdem erhält er - ebenso wie die Stadträte Ilse Dembowski und Hans Rauch - die Medaille der Stadt in Silber.

Der Vorsitzende des Kreistages Main-Kinzig, Lothar Klemm (SPD), wird im September 1989 zum Landesgeschäftsführer seiner Partei wiedergewählt.

Gerd Robanus wird im November 1989 mit 56 : 4 Stimmen zum Nachfolger von Hendrik Gregor Lippa als Vorsitzender der Maintaler CDU gewählt. Lippa hatte die Christdemokraten am Tiefpunkt 1983 übernommen und sechs Jahre lang geführt.

Der SPD-Bezirksparteitag Hessen-Süd tagt im Oktober 1989 in Maintal-Bischofsheim, deutschlandpolitische Themen bestimmen die Tagesordnung der Delegierten.

Der Maintaler Sepp Sigulla wird im Oktober 1989 erneut zum DGB-Kreisvorsitzenden gewählt.

Maintaler Volksvertreter stellen im Dezember 1989 Sparprogramme für den Haushalt 1990 vor und beschließen ihn. Mit viel Polemik, skeptischen Vorausschauen der zukünftigen Entwicklungen und mäßiger Bürgerresonanz.

 

Walter Korn:

Am 3. März 1990 muß Walter Korn eine knappe, aber bittere Niederlage hinnehmen. Der Hanauer CDU-Politiker Aloys Lenz ist gegen den amtierenden CDU-Kreisvorsitzenden Walter Korn angetreten. Der Maintaler hatte dieses Amt seit zehn Jahren inne. Aloys Lenz will für neuen Wind sorgen und die Kreis-CDU wieder zu Erfolgen führen. Der Wahl in Wächtersbach ging eine veritable „Schlammschiacht“ voraus, an der beide Politiker ihren Anteil hatten.

Bei der Abstimmung stimmen 134 Delegierte für Lenz, für Korn votieren 128 CDU-Mitglieder. Fünf Delegierte enthalten sich. Aloys Lenz wußte vor allem die Junge Union hinter sich. Der Chronist des Tagesanzeiger schreibt über Korns Reaktion auf die harte Niederlage: „Mit versteinertem Gesicht und blaß wie eine Kalk wand saß Walter Korn inmitten der Maintaler Delegierten“.

 

Peter Laskowski:

Im Juni 1990 schafft es Peter Laskowski - der in Maintal weder Erster noch Zweiter Stadtrat werden konnte und bereits als tragische Figur der SPD gilt -im thüringischen Gotha auf Anhieb: Er wird mit 44 von 58 Stimmen Erster Stadtrat. Zuvor mußte er die DDR- Staatsbürgerschaft annehmen, da die Wahl im Juni 1990 noch vor der Deutschen Einheit am 3. Oktober stattfand. Deshalb wurde auch der ursprüngliche Wahltermin verschoben. In Gotha gibt es eine Kooperation zwischen CDU und SPD, Laskowski arbeitet in Gotha nun mit einem CDU-Bürgermeister zusammen.

 

Frauenbeauftragte:

Die Maintaler Frauenbeauftragte. Katharina Gröning scheidet im Dezember 1990 aus ihrem Amt aus, da sie ein Promotions-Stipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung zuerkannt bekommen hat. Gröning hatte das neugeschaffene Amt seit dem 1. Januar 1987 inne. Bürgermeister Dr. Unger würdigt ihre Leistungen („Es ist ihr in hervorragender Weise gelungen, die neue Position mit Leben zu erfüllen und sie im Bewußtsein der Öffentlichkeit zu verankern“) und bittet sie, die Amtsgeschäfte bis zur Bestimmung einer Nachfolgerin fortzuführen.

Die 29jährige Mechthild Wolff wird im April 1991 neue Maintaler Frauenbeauftragte und folgt in dieser Position Katharina Gröning nach. Wolff hatte zuvor Erziehungswissenschaften, Theologie sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie studiert. Sie sieht das Büro für Frauenfragen als Anlauf-, Koordinations- und Informationsstelle für alle „frauenrelevanten“ Belange und Probleme.

Doch im September 1991 setzt der Magistrat sie vor die Tür. Nach Ablauf ihrer Probezeit am 30. September endet ihr „Gastspiel“ in Maintal. Bürgermeister Dr. Unger begründet dies folgendermaßen: „Der Magistrat hat das Gefühl gehabt, daß Frau Wolff durch ihr Auftreten sowohl in Sitzungen verschiedener Gremien als auch in öffentlichen Veranstaltungen Aggressionen geweckt hat.“ Der Magistrat müsse befürchten, daß sie als Gesprächspartnerin auf die Dauer nicht akzeptiert werde. Auf einen Nenner gebracht: „Mechthild Wolff war für die Stelle nicht geeignet“. Der Internationale Frauentreff reagierte auf diese Maßnahme mit Empörung. Mechthild Wolff, deren erste feste Anstellung die Position der Frauenbeauftragten war, zeigt sich bitter enttäuscht und sieht sich als Opfer der Politik und der Männer.

 

Bundestagswahl 1990:

Bei den ersten gesamtdeutschen Bundestagswahlen im Dezember 1990 sind die Grünen auch in Maintal die großen Verlierer. Ihr Stimmenanteil wird gegenüber 1987 halbiert. Sie erreichen nur noch 4,9 Prozent der Zweitstimmen (1987: 10,2 Prozent). Der Zweitstimmenanteil der CDU bleibt mit 41,4 Prozent unverändert. Die Sozialdemokraten verlieren leicht (36,8 statt 37,6). Großer Gewinner sind analog zum Gesamtergebnis die Liberalen. Die FDP erreicht traumhafte 12,2 Prozent der Zweitstimmen (1987: 9,4).

Bei den Direktkandidaten bleibt Richard Bayha (CDU) auch in Maintal mit 43,7 gegen 39,9 Prozent von Bernd Reuter (SPD) vorne (1987: 44.5 gegen 40,7), der Abstand ist exakt derselbe wie 1987. Reuter zieht aber über die Landesliste ebenfalls in den Bundestag ein. Zeitgleich mit der Bundestagswahl wurde in Maintal auch erstmals ein Ausländerbeirat gewählt.

 

 

Landtagswahl Januar 1991:

Im Januar 1991 wird die heiße Phase des Landtagswahlkampfes eingeläutet, noch in diesem Monat soll das neue Landesparlament gewählt werden. Die Politiker sind auf großer Tour, um beim Wahlvolk Überzeugungsarbeit zu leisten.

Die Kreisregierung blickt im Januar 1991 optimistisch in die Zukunft, sind es doch jetzt die gleichen Parteien, die in Main-Kinzig und in Wiesbaden das Sagen haben.

Die Landtagswahl bringt im Januar 1991 den Machtwechsel. Rot- Grün siegt hauchdünn gegen die regierende Koalition aus CDU und FDP. Auch der aus Hochstadt stammende Lothar Klemm (SPD) kann triumphieren. Er nimmt dem Maintaler Walter Korn (CDU) das Direktmandat im Wahlkreis 40 deutlich mit 44,5 zu 41.8 Prozent ab.

Erstmals gibt es bei einer Hessenwahl zwei Stimmen. In Maintal bleibt die CDU jeweils vor der SPD. Bei den Erststimmen lautet das Ergebnis: CDU 43,0 und SPD 42.1. Bei den Zweitstimmen liegen die Christdemokraten mit 41,7 gegen 39,1 Prozent vorne. Im Jahre 1987 hatten die CDU 42,2 und. die SPD 39,0 Prozent erreicht. Die Grünen bleiben mit 8,9 Prozent Zweitstimmen deutlich unter dem Ergebnis von vor vier Jahren (10,3). Die FDP verliert leicht (7,3 gegen 7,7).

Erschreckend der Rückgang der Wahlbeteiligung von 78,4 auf 67,9 Prozent. Und „ganz nebenbei“ haben sich die Bürger in der Volksabstimmung für das „Staatsziel Umweltschutz“ und die Direktwahl der Landräte Bürger- und Oberbürgermeister ausgesprochen.

 

Peter Geißel:

Der FDP-Abgeordnete Peter Geißel sorgt monatelang für Schlagzeilen und wird im Juni/

 Und September 1991 schließlich vom Stadtverordnetenvorsteher Sepp Sigulla von den Sitzungen des Parlaments ausgeschlossen. Geißels Widerspruch wird von den Mehrheitsparteien SPD und Grünen in der Stadtverordnetenversammlung abgelehnt. Geißel hatte eine Anfrage bezüglich des Verhaltens des Grünen Parlamentariers Wolfgang Holland gestellt. Sigulla erklärte das Parlament für nicht zuständig, das Verhalten von Stadtverordneten außerhalb der Sitzungen zu bewerten und lehnte die Anfrage ab. Daraufhin fiel Geißel aus der Rolle und beschimpfte das Parlament in mehreren Presseveröffentlichungen und verglich es mit der Volkskammer.

 

Streit in der SPD:

In der regierenden Sozialdemokratie in Maintal kommt es im Oktober 1991 zu schweren Spannungen, die letztlich am „streitbaren Geist“ des Stadtverordnetenvorstehers Sigulla festgemacht werden: Stein des Anstoßes ist der Plan des Magistrats, den Bischofsheimer Bauhof nach Dörnigheim zu verlagern, um im zweitgrößten Stadtteil Platz für neue Sozialwohnungen zu schaffen. Sepp Sigulla weigert sich wiederholt, diesen Punkt auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung zu setzen. Er begründet sein Vorgehen damit, daß es sich ja um ein schwebendes Verfahren handele. Der grüne Koalitionspartner spricht offen davon, Sigulla abzuwählen. Die Sozialdemokraten beraten in Gotha über das Thema. Der Magistrat hat sich sogar entschlossen, eine Klage gegen Sepp Sigulla anzustrengen. Der Streit in der Maintaler SPD wird im Rahmen einer Klausurtagung im November 1991 im letzten Augenblick beigelegt, die Stadtverwaltung zieht eine Klage gegen den Parlamentsvorsteher zurück, denn die Verlagerung des Bauhofes nach Dörnigheim sei ja beschlossene Sache.

 

Verschiedenes 1991:

Der seit vielen Monaten zwischen Stadt und Kreis schwelende Streit um die Kreisumlage ist im September 1991 beigelegt worden, Maintal zieht eine entsprechende Klage zurück, Politiker sonnen sich in einem besonderen Kompromiß.

Im Maintaler Parlament wird im November 1991 der Etat für das kommende Jahr eingebracht. er wird mehr als 110 Millionen Mark umfassen.

Der CDU-Kandidat gegen Landrat Karl Eyerkaufer (SPD) aus Maintal im Kommunalwahlkampf heißt im November 1991 Hubert Müller und kommt aus Gelnhausen.

 

Skandal bei der Einweihung der katholischen Kirche:

Wenn ein Erzbischof kommt, dann haben sich gefälligst alle ordentlich zu benehmen, erst recht die „Offiziellen“ der Stadt Maintal. In Hochstadt wird Ende März 1992 die neue katholische Kirche „St. Bonifatius“ geweiht, und kein geringerer als Erzbischof Johannes Dyba erschien zur Feierstunde. Der streitbare Gottesmann wird in Maintal allerdings von einer demonstrierenden Menge empfangen, die sich gegen seinen Standpunkt in der Abtreibungsfrage wendet. Stadträtin Priska Hinz mittendrin hält ebenfalls ein Plakat hoch: „Wann weiht Dyba Kindergärten ein?“ Ein Schrei der Empörung geht durch die Stadt, die örtliche CDU will dieses ungebührliche Benehme einer Vertreterin des Magistrates rügen lassen, blitzt jedoch mit diesem Ansinnen bei Parlamentsvorsteher Sepp Sigulla ein weiteres Mal ab.

 

Erneute Wahl von Priska Hinz:

Stadträtin Priska Hinz hat 1992 wahrlich kein leichtes Jahr gehabt: Stand sie wegen der Kita-Ge­bührenerhöhung, der Demo gegen Dyba und der Hochhausaffäre im Kreuzfeuer der Kritik, mußte sie sich auch noch einmal im Amt bestätigen lassen: Das Verwaltungsgericht Frankfurt gibt Mitte Mai einer Klage der FDP-Fraktion statt, die Wahl von 1989 sei ungültig. Mitte September bibbert Hinz ihrem mittlerweile dritten Wahlgang entgegen. Das Ergebnis: SPD und Grüne stimmen geschlossen für Hinz, die nun für weitere sechs Jahre als Stadträtin gewählt ist, somit drei Jahre länger im Amt bleiben kann. Ob das die FDP. gewollt hat?

 

„Freie Maintaler“:

Die Unzufriedenheit in der Bevölkerung über die rot-grüne Stadtregierung führt zur Gründung einer neuen Wählergemeinschaft der „Freien Maintaler“. Obwohl sie sich offiziell erst am 11. November 1992 gründen, wollen sie zur Kommunalwahl im kommenden März antreten. Neben ehemaligen Christdemokraten und Sozialdemokraten finden sich auch zahlreiche Bürger bei den FM ein, die zuvor nicht politisch aktiv waren. Aber in der Folgezeit zeigte sich, daß die Freien Maintaler gar nicht so frei waren, sondern meist mit der CDU stimmten. Dafür sorgte schon der Fraktionsvorsitzende Ludwig Stein, der früher für die SPD in der Stadtver­ordnetenversammlung saß.

 

Neofaschistischer „Republikaner“ 1993:

Eine Enthüllungsgeschichte, die wir dem Antifaschistischen Bündnis zu verdanken haben, schlug Ende Januar 1993 wie eine Bombe in der Stadt ein. Claus Zur-Lienen, bis dato Spitzenkandidat der Maintaler „Republikaner“ für die Kommunalwahlen im März, wird als ehemaliges Mitglied neofaschistischer Kaderorganisationen und Bekannter des ehemaligen Neonazi-Führers Michael Kühnen entlarvt. Zur-Lienen wird aus der Partei ausgeschlossen, verlagert seinen Wohnsitz und erscheint nicht mehr auf der Kandidatenliste. Die Rechtsradikalen überstanden die Enthüllung allerdings weitgehend unbeschadet: Fast jeder zehnte Maintaler Wähler entschied sich für die Schönhuber-Partei.

 

90 Jahre SPD Bischofsheim:

Zum Ende der „heißen Phase“ des Kommunalwahlkampfes feiert der SPD-Ortsverein Bischofsheim im Februar seinen 90. Geburtstag. Die Genossinnen und Genossen treffen sich mit Politprominenz auf Landes- und Bundesebene im Bürgerhaus: Bischofsheim. Ohne Reden geht es nicht bei solch. einem Fest und diese sind vom Wahlkampf geprägt.

 

Kommunalwahl 1993:

In der Parteienlandschaft Maintals hat sich einiges getan so kurz vor der Kommunalwahl. Schon im Februar 1992 übernimmt Hans-Jochen Kruse den Vorsitz der FDP Maintal. In der SPD Bischofsheim setzt sich erstmals eine Frau gegen den „alten Hasen“ Sepp Sigulla durch: Die Kandidatenliste wird nun von Christine Mayer angeführt, der erste Mann der Stadt muß sich mit Platz drei zufrieden geben (Mario Arendt hat ebensoviele Stimmen, es entscheidet das Alphabet).

Während die CDU die Macht am Main will und guter Hoffnung ist, die Kommunalwahlen zu gewinnen. ist der SPD-Stadtverband frohen Mutes. die absolute Mehrheit zu erringen. An Optimismus mangelt es den etablierten Parteien offenbar nicht. Doch der Überdruß scheint groß, denn sie erhalten bürgerliche Konkurrenz: Während das Wahlbündnis. das sich aus dem Arbeitskreis alternative Kommunalpolitik rekrutiert, nicht gegründet wird, formiert sich am 11. November die „Wählergemeinschaft freies Maintal“.

De Kommunalwahl im März 1993 bringt eine Sensation: Die „Freien Maintaler“, die sich erst im vergangenen November gegründet haben, erreichen aus dem Stand 23,2 Prozent, liegen damit nur knapp hinter SPD und CDU, die riesige Einbrüche hinnehmen müssen. Erschreckend ist das Abschneiden der rechtsextremen „Republikaner“, die in die Stadtverord­netenversammlung einziehen. Obwohl die SPD knapp stärkste Fraktion bleibt, wird mit Erhard Rohrbach erstmals ein Christdemokrat Stadtverordnetenvorsteher.

CDU und Freie Maintaler arbeiten in der Folge zusammen und bringen zahlreiche Beschlüsse der vormaligen rot-grünen Mehrheit zu Fall. Unter anderem werden die umstrittene (vollständige) Bebauung auf dem Herrenhof in Dörnigheim und der Bischofsheimer Rhönstraße gestoppt. Vor allem die umstrittene Politik von Baustadtrat Karl-Heinz Schreiber (SPD) hatte ja zur Gründung der FM geführt, die im Wahlkampf dann auch in erster Linie diesen ins Visier nehmen. Der Bau von Asyl-Unterkünften und Installierung der Maintal-Werke werden von CDU und Freien Maintalern zur Neuberatung in die Ausschüsse verwiesen und später abgelehnt. Das Planfeststellungsverfahren zur Umgestaltung Kennedystraße wird ausgesetzt.

Die politische Landschaft gerät in Maintal derart durcheinander, daß sich nun Mehrheiten mal leicht rechts, mal leicht links der Mitte bilden. Zünglein an der Waage sind dabei meistens die Polit-Neulinge der Freien Maintaler.

 

Koalition im Kreis:

Nach dem Bruch der rot-grünen Zusammenarbeit auf Kreisebene verlieren SPD und CDU bei den Kommunalwahlen. Im Kreistag bilden sie jetzt eine Große Koalition. Im Mai 1993 kann Karl Eyerkaufer gegen seinen christdemokratischen Kontrahenten Hubert Müller und Maintals Stadträtin Priska Hinz (Grüne) im ersten Durchgang der Landratswahl knapp die absolute Mehrheit erreichen. Es war dies die erste Direktwahl eines Landrats durch die Bürger im Main-Kinzig-Kreis.

Sie war schon vor Wochen beschlossene Sache, nun im Oktober 1993 ist sie amtlich - die große Koalition zwischen CDU und SPD im Main-Kinzig-Kreis. Erster Kreisbeigeordneter wird Hubert Müller (CDU), Erich Pipa (SPD) muß sich von nun an mit dem Posten des Zweiten Kreisbeigeordneten begnügen. Er selbst hatte dies stets für sich abgelehnt, offenbar haben ihn die Parteifreunde „überredet“.

 

Stadtverordnetenvorsteher Rohrbach:

Die Stadt hat seit 1. April 1993 einen neuen „Ersten Bürger“: Mit Erhard Rohrbach (CDU) bekleidet erstmals ein Konservativer das Amt des Stadtverordnetenvorstehers. In seiner Antrittsrede im Stadtparlament gelingt Rohrbach, der auch Bürgermeister werden will, ein beeindruckender Versprecher: „Es steht nicht an, die Wähler zu loben oder zu schänden“.

 

Eyerkaufer bleibt Landrat:

„Charly“ bleibt Landrat. Genau 50,75 Prozent der Wähler votieren im Mai 1993 schon im ersten Wahlgang für den alten und neuen Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Karl Eyerkaufer (SPD) aus Hochstadt. Herausforderer Hubert Müller (CDU), Erster Stadtrat in Gelnhausen, erreicht rund 40 Prozent. Enttäuschend ist das Ergebnis der Maintaler Stadträtin Grünen-Kandidatin Priska Hinz, die mit rund neun Prozent weit abgeschlagen landet. Den Ausschlag für seinen Erfolg sieht Eyerkaufer im Votum der Maintaler, die mit 52 Prozent gegen 36 Prozent für Müller das Hanauer Ergebnis (42 zu 45) relativierten und „Charlys“ absolute Mehrheit sicherten.

 

Rücktritt Manfred Eibelshäuser:

Maintals CDU-Fraktionschef Manfred Eibelshäuser zieht im September 1993 seine Konsequenzen aus den Anschuldigungen Bernd Jochems. Dieser warf ihm vor, sich mit Hilfe seiner Partei bereichern zu wollen. Kernpunkt der Vorwürfe ist ein Grundstück westlich der Gemarkung Wachenbuchen, das der Mutter Eibelshäusers gehört. Der Boden sollte von der Stadtver­ordnetenversammlung als Bauland ausgewiesen werden. Eibelshäuser legte mit seinem Rücktritt auch sein Mandat nieder.

 

Haushalt 1994:

Den Rotstift haben die Maintaler Parlamentarier schon im Februar 1994 bei der Verabschiedung des 94er Haushalts kräftig schwingen müssen. Kürzungen „regieren den Haushalt“, titelten wir am 9. Februar. Ein Vorgeschmack auf das, was uns bei der ersten Stadtverordnetenversammlung des Jahres 1995 erwartet.

 

Frauenbeirat 1994:

Ein Frauenbeirat konstituiert sich im Februar 1994 in unserer Stadt. Trotz finanziell knapper Mittel klappt die Zusammenarbeit mit dem Maintaler Frauenamt gut. Die erste Hessische Frauenwoche, initiiert vom Hessischen Frauenministerium, findet im September 1994 in Maintal statt. „Zeigen, was uns Frauen verbindet“ ist das Motto. Daß ausgerechnet Maintal der Schauplätz der ersten Veranstaltung dieser Art ist, zeigt einmal mehr die Vorreiterrolle Maintals in der Frauenpolitik, was sich auch am ersten Fachforum zum Maintaler Tagespflegeprojekt im November im Bischofsheimer Bürgerhaus zeigt.

 

Europawahlen 1994:

Entgegen vorheriger Prognosen kann sich die CDU bei den Europawahlen am 12. Juni 1994 gut behaupten, auch in Maintal: 36,8 Prozent der Maintaler Wählerinnen und Wähler votierten bei der Euro-Wahl für die CDU, 32,9 Prozent für die SPD. Die Grünen erreichen 13,4 Prozent, die FDP blieb bei 4,5 Prozent stecken.

 

Bundestagswahl 1994:

„Minister Manfred Kanther ist in Maintal klarer Wahlsieger“, titelten wir am Montag nach der Bundestagswahl im Oktober 1994. Der Bundesinnenminister hatte mit satter Mehrheit das Direktmandat im Wahlkreis 137 gegen Konkurrent Bernd Reuter (SPD) errungen, was auch die Ergebnisse. in Maintal untermauerten. Auch bei den Zweitstimmen lag die CDU in Maintal vorn: 40,8 Prozent für die CDU, 34,9 Prozent für die SPD. Als Sieger in Maintal durften sich auch Bündnis 90/Grüne (10,2 Prozent) und FDP (8,7 Prozent) fühlen.

 

Ausscheiden von Priska Hinz:

Priska Hinz räumt ihren Stuhl als Maintaler Stadträtin noch früher als bisher angekündigt - das wurde am 21. September 1994 bekannt. Genau fünf Monate nach ihrer Entscheidung, Maintal nach der Landtagswahl politisch „Lebewohl“ zu sagen, verkündet Hinz ihren sofortigen Ausstieg. Der Grund: Noch-Umweltminister Joschka Fischer hatte ihr den Posten der Staatssekretärin in seinem Umweltministerium angeboten. Hinz nahm das Angebot an - wohl froh, dem Maintaler Stadtparlament mit ihrer neuen bürgerlichen Mehrheit „Adieu“ sagen zu können. In Wiesbaden gilt die 35jährige gelernte Erzieherin als eine der Hoffnungsträger der Grünen. Die maß­geblichen Maintaler Fraktionen entscheiden im September, erst nach der Bürgermeisterwahl über eine Hinz-Nachfolge zu befinden.

Bürgermeisterwahlkampf:

Amtsinhaber Dr. Walter Unger verzichtet auf eine Kandidatur. Die SPD wählt nach vier Vorstellungsrunden in allen Maintaler Stadtteilen ihren Fraktionschef Peter Laskowski, der zwischenzeitlich Erster Stadtrat in Gotha ist, zu ihrem Kandidaten.

In dem bemerkenswerten Auswahlverfahren im Juli 1994, das schnell als „Maintaler Modell“ Geschichte machen sollte, setzt sich der „Dörnigheimer Bub“ der seine politischen Reifejahre als Stadtrat von Gotha machte, gegen seine Konkurrenten Peter Ott, Lothar Schäfer und Karl-Heinz Blasweiler klar durch. Nach vier Vorstellungsrunden hatten 247 Bürger für Laskowski gestimmt, 88 für Schäfer, 25 für Blasweiler und elf für Ott. Bürgermeister wird aber später jedoch der CDU-Mann Erhard Rohrbach, der sich klar im ersten Wahlgang gegen Peter Laskowski durchsetzte.

Der Bürgermeisterkandidat der Wählervereinigung „Freie Maintaler“ heißt Peter Czerwonka. Mit großer Mehrheit votieren am 8. September 1994 rund 50 Mitglieder für den Hochstädter. Der gelernte PR- Mann gibt sich selbstbewußt: „Ich will gewinnen!“

Nur einen Tag nach den Freien Maintalern nominieren 1994 auch die Mitglieder der Maintaler CDU ihren Bürgermeisterkandidaten: Erhard Rohrbach tritt erneut - und erstmals in Direktwahl zum Kampf um das Bürgermeisteramt an. Nach eigener Aussage will Rohrbach die „Jahre der Agonie und der Peinlichkeiten überwinden.“ Beobachter erwarten eine Stichwahl.

 

 

Infrastruktur

 

Schleuse Kesselstadt:

An der Kesselstädter Schleuse entsteht im Januar und Februar 1989 ein Fußgängerüberweg, der Maintal mit Mühlheim, dem Nachbarort auf der anderen Mainseite, verbindet. Ein 250-Tonnen-Kran hebt das letzte Teilstück des Fußgängerüberweges aus einem Schiff an Land. Das 24 Meter lange und 23 Tonnen schwere Teil wird auf das Brückenlager aufgelegt. Dabei leisten die sieben Monteure Millimeterarbeit. Am 27. Februar wird die Fußgängerbrücke für den Publikumsverkehr freigegeben. Zum ersten Mal ist es nun möglich, zu Fuß von Maintal nach Mühlheim zu kommen. Das ganze Unterfangen kostet 575.000 Mark.

Die Diskussion über den Abriß des Flußkraftwerks in Kesselstadt spitzt sich im April 1989 langsam zu, im Wirrwarr der Kompetenzen scheinen aus diesmal wieder Bürgerinteressen auf der Strecke zu bleiben. Nachdem die Städte Maintal, Hanau und der Main-Kinzig-Kreis Juli sich nicht an der Sanierung des Kraftwerkes Kesselstadt beteiligen wollen und auch Landes- und Bundespolitiker auf stur schalten, ist das Schicksal der „Kirche im Fluß“ besiegelt. Die Abbrucharbeiten werden Fachfirmen in Auftrag gegeben. Ein Hamburger Unternehmen beginnt im August mit dem Abriß des Kesselstädter Kraftwerkes. Mit einem großartigen „Feuerwerk“ legen im Oktober 1989 Sprengmeister die letzten Reste des Kesselstädter Kraftwerkes in Schutt und Asche. Einige Steine vom Flußkraftwerk liegen heute an der Kochbergkreuzung südlich der Straße nach Hochstadt.

 

Weidekaute:

Der „Fall Weidenkaute" beschäftigt im Februar 1989 Maintals Politiker auch weiterhin. Sie gilt als die teuerste Wiese der Republik. Auf der Hochstädter Weiden kaute sollte eigentlich ein klassenloses Krankenhaus samt kommunaler Siedlung entstehen. Als sich das Land aus dem Bauvorhaben zurückzog, wurde das Projekt hinfällig. Die Nassauische Heimstätte hatte das Gelände aber bereits erworben. Die Stadt Maintal sperrte sich jedoch gegen eine anderweitige Bebauung, verhängte einen Baustop und hob den Bebauungsplan dann gar ganz auf. Durch die rechtzeitige Aufhebung der auferlegten Veränderungssperre mußte dann der Kreis und nicht die Stadt Maintal 15,5 Millionen Mark Entschädigung an die Nassauische Heimstätte zahlen. Verständlicherweise will nun der Kreis das Gelände in irgendeiner Form nutzen, um wenigstens einen Teil des Geldes wieder hereinzuholen. Ein dem Kreisausschuß vorgelegtes Rechtsgutachten soll nun die Stadt zum Einlenken bewegen, damit auf der Weidenkaute zumindest eine teilweise Bebauung erfolgen kann.

„Hände weg von der Weidenkaute“ sind sich die Maintaler Kommunalpolitiker einig. Eine Bebauung des kreiseigenen Geländes - wie von der großen Koalition im Main-Kinzig-Kreis zur Aufpäppelung der Kreisfinanzen gefordert - wird vor Ort rundweg abgelehnt. In der Stadtverordnetenversammlung vorn 11. Juni 1994 stimmen alle Parlamentarier; -ä von einer Gegenstimme und einer Enthaltung abgesehen - gegen die Bebauung eines 7,7 Hektargroßen Stückes mit Wohnungen. Konsequenz: Eines der größten zusammenhängenden Streuobstgebiete Deutschlands bleibt unberührt, der Naturschutz siegt.

Erst in der Zeit nach 2000 wurde ein Teil bebaut: Zunächst der Gelände der ehemaligen Firma Höhl, dann das darüber liegende Gelände, das der Kreis vermarkten durfte und der dafür den Rest der Streuobstwiesen an die Stadt gab.

 

Verkabelung:

Im Kreis ist im Februar 1989 von den Fernmeldern mit „ISDN“ ein neues Kommunikationszeitalter eingeläutet worden. Eine moderne Form der Datenübertragung (Telefon, Fax, BTX, Teletext) wird der Allgemeinheit zugänglich gemacht. Die Arbeiten zur Breitbandverkabelung des Stadtteils Dörnigheim laufen Juli 1989 auf Hochtouren, die Fernmeldehandwerker haben alle Hände voll zu tun. Ein großer Teil der Haushalte in Maintal-Dörnigheim ist im November 1989 „verkabelt“, die Post muß beim Service in Hochstadt und Wachenbuchen allerdings vorläufig passen. Es geht allerdings nur um einen Fernsehempfang über Kabel, verlegt wurde auch nur ein Kupferkabel. Die Verkabelung soll 1991 mit Riesenschritten vorangetrieben werden. Im Juni 1991 wird auch Hochstadt als dritter Maintaler Stadtteil verkabelt, ein Beratungsbüro will besonderen Service bieten.

 

Technisches Rathaus Hochstadt (heutiges Rathaus):

Der erste Spatenstich für das zunächst so genannte „Technische Rathaus“ erfolgt am 22. November 1988. Aber 1989 gerät immer mehr Erster Stadtrat Karl-Heinz Schreiber ins Kreuzfeuer der Kritik Der Neubau des Technischen Rathauses in Hochstadt wird wesentlich teurer als erwartet. Zum Beispiel hatte man vergessen, eine ganze Fensterfront in die Berechnung aufzunehmen. Schrei­ber wird auch aus den eigenen Reihen heftig angegangen, nicht zuletzt wegen anderer Bauprojekte, die in der Bevölkerung heftig umstritten sind.

Das Maintaler Stadtparlament wehrt sich im Juni 1989 in seiner Mehrheit überraschend gegen weitere Ausbaupläne des Magistrates für das Technische Rathaus in Hochstadt. So wird es zum Beispiel kein Café in Rathaus geben. Der Neubau fällt aus dem vorgegebenen finanziellen Rahmen. Regierung und Opposition in Maintal nutzen diese Gelegenheit, nicht nur übereinander herzufallen, sondern die „Genossen“ blasen zum parteiinternen „Halali“ gegen ihren eigenen Stadtrat. Viele Fragen sollen noch einige Monate unbeantwortet bleiben, bis die „Kostenbombe“ richtig platzt.

Zur Kostenexplosion des Technischen Rathauses in Hochstadt kommen im September 1989 noch Pfusch und Fehlplanungen der verantwortlichen Architekten hinzu. Die Volksvertreter aller Parteien verurteilen das Verhalten des Bauamtes und des zuständigen Dezernenten Dr. Schreiber. Der gerät einmal mehr in scharfes Kreuzfeuer der Kritik seiner „Genossen“. Das Maintaler Großprojekt bleibt im November 1989 politischer Dauerbrenner. Die Stadtväter verordnen eine „Spar-Kosmetik“ von mehr als 200.000 Mark.

Nach vielem Hin und Her und Diskussion über die explodierenden Kosten wird im Dezember 1990 das Technische Rathaus in Hochstadt eingeweiht, das heutige Rathaus. Der Bau kostete zehn Millionen Mark und damit deutlich mehr als veranschlagt. Erster Stadtrat Schreiber muß sich deshalb erhebliche Angriffe von allen Seiten gefallen lassen. Nun gilt es, die Verwaltungsstelle mit Leben zu erfüllen. Viele Ämter aus den anderen Stadtteilen sind in das neue Rathaus umgezogen.

Nach der lebhaften politischen Diskussion um das Technische Rathaus in Hochstadt wird im September 1989 der Plan des dortigen Neubaus der katholischen Kirche vorgestellt. Das Gotteshaus soll 1,5 Millionen Mark kosten. Im Dezember wird Richtfest für das „Technische Rat­haus“ in Hochstadt gefeiert.

 

Rathaus- Brunnen in Wachenbuchen:

Der der moderne Brunnen, der Ende der 80er Jahre am Wachenbucher Alten Rathaus aufgestellt wird, stößt auf großen Widerstand in der Bevölkerung. Er soll im Mai 1989 nach dem Willen der Bürger dieses Stadtteiles entfernt werden. Der Streit um den Brunnen am Wachenbuchener Rathausplatz hat im Juni 1989 ein Ende. Das moderne Gebilde hatte die Einwohner des kleinsten Stadtteils auf die berühmte Palme gebracht. Nach monatelanger heftiger Diskussion entschlossen sich die Ausschüsse des Maintaler Stadtparlaments, den ungeliebten Brunnen zu demontieren. Rund 140.000 Mark wurden damit in den Sand gesetzt. Der Plan, den demontierten Wasserspender an anderer Stelle wieder aufzubauen, wird schnell wieder verworfen. Der Jahre später angelegte Partnerschaftsbrunnen findet allgemeine Zustimmung.

 

Bauboom:

In Maintal ist im Februar 1989 der Bauboom ungebrochen, besondere Zuwächse sind in den Gewerbegebieten zu verzeichnen. Auch in Maintal herrscht im Oktober 1989 ein akuter Mangel an Sozialwohnungen. Die verantwortlichen Politiker sind durchweg ratlos.

Die Bodenuntersuchungen im Gewerbegebiet zwischen Dörnigheim und Hanau sind im März 1989 abgeschlossen, die Stadt gibt grünes Licht zum Weiterbau von Industrieansiedlungen. Gleichzeitig legt der Main-Kinzig-Kreis ein Altlasten-Kataster vor. Die Sanierungen der Gelände werden Millionen verschlingen.

Am Ortsausgang des Stadtteils Dörnigheim wird im August 1989 mit dem Bau kleiner Wohneinheiten begonnen. Statt des legendären Projektes „Mainhattan“ entstehen hier Mehrfamilienhäuser.

 

Schwimmbad:

In der Stadtverwaltung wird im August 1989 für das Mittelpunktschwimmbad von einem „Rekordjahr“ gesprochen. Das Schwimmbad als größte städtische Freizeiteinrichtung schreibt aber im Juli 1991 „rote Zahlen“, schlechtes Wetter und hohe Heizkosten werden dafür verantwortlich gemacht. Vor allem im Sommer 1992 ist das Maintalbad ein beliebtes Ausflugsziel. Nicht jede Stadt hat ein eigenes Schwimmbad. Entsprechend kann Maintal mit seinem Hallen- und Freibad punkten, wenn es um attraktive Freizeitmöglichkeiten geht, auf die vor allem junge Familien achten, wenn sie sich für einen passenden Wohnort entscheiden. Gerade im Sommer, wenn das Queck­silber sich der 30 Grad-Marke nähert, ist das Maintalbad an der Edmund-Seng-Straße ein Ausflugsziel für Alt und Jung. Als es Bürgermeister Erhard Rohrbach in den 90er Jahren schließen lassen wollte, um den städtischen Haushalt zu entlasten, brach ein Sturm der Entrüstung los. Daraus hat der Christdemokrat aber nicht gelernt, denn 1997 schlug er erneut die Schließung vor.

 

Verschiedenes 1989:

Lebhaft diskutiert wird im Januar 1989 ein Sporthotel am Mittelpunkt-Sportcenter in Dörnigheim. Schon damals wollte man also die „Grüne Mitte“ in diesem Bereich bebauen.

Am Mainufer beginnen im März 1989 die Umgestaltungsmaßnahmen der Landschaft.

In Wachenbuchen soll Juli 1989 für 1,5 Millionen Mark ein Regenrücklauf- und Staukanal gebaut werden.

Maintal wehrt sich im Oktober 1989 gegen die Erweiterung des Kraftwerkes Staudinger in Hanau.

Mit großem Aufwand werden im September 1989 auch Quartiere vorbereitet, um erwartete Übersiedler aus der DDR in Schulturnhallen und anderen Notunterkünften aufnehmen zu können. Die Zahl der Übersiedler im Kreis hält sich allerdings in Grenzen, die Notunterkünfte werden nicht benötigt. Die Flüchtlingswelle aus der DDR erreicht im Oktober 1989 mit ihren ersten Ausläufern den Main-Kinzig-Kreis. Aber trotz des Stromes von Übersiedlern aus dem Osten ist im Oktober 1989 die Arbeitslosigkeit im Kreis spürbar zurückgegangen.

 

Stadtwerke:

Maintals Parlamentarier stellen im Oktober 1990 die Weichen für eine eigenständige städtische Energieversorgung und geben grünes Licht für zwei Blockheizkraftwerke in Dörnigheim. Nach lebhafter Debatte votieren SPD und Grüne dafür. CDU und FDP geht dies alles zu schnell, sie sind aber nicht grundsätzlich dagegen.

Die Gründung von Maintaler Stadtwerken wird 1990 von Rot-Grün angestrebt. Für die eigenständige Energieversorgung wird eine eigene Gesellschaft gegründet. Die Verwaltung der Stadt erzielt Einigung mit der Main-Gas-AG und der Gasversorgung Main-Kinzig über ein Vertragswerk zur Errichtung und Betreibung der Werke in Rahmen einer GmbH.

Seit 1. Oktober 1992 gibt es eigene Stadtwerke, und die Bewohner dürfen stolz sein. Sie können es aber auch lassen. Heftig umstritten ist in 1992 die Fusion mit der EVO Offenbach, die FDP unterstellt gar, das Unternehmen sei pleite. Doch Stadtrat Schreiber peitscht allen Widerständen zum Trotz sein Steckenpferd durch, im Glauben, mit den Stadtwerken umweltschonender arbeiten zu können als beispielsweise die EAM, die naturgemäß daran interessiert ist. Gewinne zu erwirtschaften. Den Anfang hat die Stadt Maintal übrigens mit drei Blockheizkraftwerken gemacht. Und was die Menschen an dieser Nachricht wohl am meisten interessiert: Der Strompreis soll gleich bleiben. Noch eine gute Nachricht aus diesem Jahr: Maintal gehört zum FVV und ist direkt mit der neuen U 7 in BergenEnkheim verbunden.

 

Soldaten:

Jahrelang mußten sie als „Sündenböcke“ den unterschiedlichsten Interessengruppen herhalten. Die in Deutschland und in unserer Region stationierten US- Soldaten zogen zum Jahresbeginn im Januar 1991 in den Golfkrieg und dann aus unserem Land mehr und mehr ab. Jahrelang war von vielen ihre Abreise gewünscht, ihr Abschied kam in diesem Jahr oft recht schmerzlich. Denn danach kam wieder Unbehagen: Was soll mit den leerstehenden Kasernenanlagen passieren? Treten bald an die Stelle und die Zahl der Soldaten die Asylanten? Und nicht nur nebenbei wurden mit dem Abschied von den Truppen auch viele persönliche Beziehungen unterbrochen. Schon im Januar 1991 hat die US-Militärgemeinde Hanau bekanntgegeben, daß die Hochhäuser in der Bischofsheimer Goethestraße („Nato-Silos“) geräumt werden. Die ersten Spekulationen folgen auf dem Fuß: Sozialwohnungen oder Asylantenheime?

In Stadt und Kreis geht im Januar 1991 die Angst vor dem drohenden Golfkrieg zwischen dem Irak und den USA um. Die amerikanischen Soldaten werben bei ihren deutschen Gastgebern um Verständnis für eine ganz besondere Situation. Als der Golfkrieges dann beginnt, werden bundesweit und auch in Maintal alle Fastnachtsveranstaltungen abgesagt. Die Kampagne 1990/91 fällt aus, es gibt weder Karnevalssitzungen noch findet der närrische Lindwurm statt. Auch der Maintaler Neujahrsempfang wird aufgrund der Ereignisse am Golf abgesagt. Es gibt Mahnwachen und Demonstrationen.

Bundeswehr-Soldaten aus Maintal und dem Main-Kinzig-Kreis rüsten gleichsam im Februar 1991 für den Trip an den Golf, sie werden als Unterstützungskräfte im Nato-Land Türkei eingesetzt. Immer mehr Bundeswehr-Reservisten verweigern im Februar 1991 nachträglich den Kriegsdienst, die Mitarbeiter der Beratungsstelle in Maintal haben alle Hände voll zu tun.

Im Kreisparlament kommt es im Februar 1991 im Zuge von Golfkriegsdiskussionen zu tumul­tartigen Szenen, die Bürger reagieren mit Abscheu auf das Verhalten der Politiker.

Am 9. Januar 1992 gibt die Militärgemeinde Hanau bekannt, die „Nato-Silos“ in der Bischofsheimer Goethestraße werden geräumt. Die ersten, Spekulationen folgen auf dem Fuß: Sozialwohnungen oder Asylantenheime? Erster vermeintlicher „Skandal“ Ende Februar: Stadträtin Priska Hinz denke gar nicht daran, die Wohnungsprobleme in dieser Stadt zu lösen, sonst hätte sie schon längst Verhandlungen mit den Eigentümern der Hochhäuser aufgenommen, urteilt die FDP. Hinz kontert, man habe verhandelt. Als „,Gegenbeweis“ führt die FDP ein Schreiben der Stadt Maintal an einen der Besitzer an - erstes Vorfühlen erst am 20. Januar. Aber: Der „vorgeführte2 Besitzer ist nur einer unter vielen. Priska Hinz, von den Liberalen der Lüge bezichtigt, schlägt zurück: Die FDP habe wohl mehrere Sachverhalte verwechselt. Die Stadt hatte Gespräche geführt - für die Liberalen scheinbar mit den „Falschen“.

 

Alter Friedhof Dörnigheim 1991:

Der Magistrat der Stadt Maintal will im März 1991 den Alten Friedhof an der Dörnigheimer Kennedystraße zu einer Parkanlage umwandeln. Diese Pläne stoßen bei der Bevölkerung und den Kirchen auf heftige Kritik. Die vorgesehene Verdrängung des Friedhofscharakters empört die Dörnigheimer. Laut Dr. Schreiber sollen nur zehn statt der geforderten 23 Grabdenkmäler erhalten bleiben. Der Streit geht weiter. Aber dank der neuen Mehrheiten im Stadtparlament aus CDU und Freien Maintalern sind ab März 1994 auf dem alten Friedhof in Dörnigheim wieder Bestattungen möglich.

 

Bauhof:

Erstmals wird im Juni 1991  in den parlamentarischen Gremien der Stadt die Verlegung des Maintaler Bauhofes von Bischofsheim nach Dörnigheim diskutiert. Im Oktober 1991 wird die Verlegung zum Stein des Anstoßes und hält die Parteien für Wochen in Atem.

 

Bundesfachschule Kälte- und Klimatechnik:

Die Internationale Bundesfachschule Kälte- und Klimatechnik im Gewerbegebiet in Bischofsheim sucht im März 1989 für das neue Schuljahr dringend Quartiere für die Studierenden. Der Bundesinnungsverband der deutschen Kälte-Klima-Branche verlegt im Dezember 1991 seinen Hauptgeschäftssitz nach Maintal. Die Kälte-Klima-Branche ist außerdem stolz darauf, in der Bundesfachschule für Klima- und Klimatechnik in Bischofsheim schon zahlreiche ausländische Stipendiaten unterrichtet zu haben. Seit 1981 waren es insgesamt 145.

Das neue Internat und eine Umweltwerkstatt der Bischofsheimer Bundesfachschule für Kälte- und Klimatechnik werden im Mai 1994 eingeweiht. 70 Schüler haben in den modernen Einzelzimmern Platz, die mühselige Suche nach Privatzimmern hat für die Schüler aus dem ganzen Bundesgebiet ein Ende.

 

Bebauung an der Rhönstraße:

Der Streit um die Bebauung der Grünflächen in der Bischofsheimer Rhönstraße mit Sozialwohnungen eskaliert im Dezember 1991. Rund 200 Bürger protestieren im Bürgerhaus Wachenbuchen und verhindern die Sitzung des Parlaments bzw. lassen die Sitzung der Volksvertreter durch Störaktionen platzen. Dennoch findet der Dialog zwischen eigenwilligen Politikern und eigensinnigen Bürgern statt, wenn auch außerhalb des Parlamentes. Zum Jahresende noch die versöhnliche Nachricht: Der Doppelhaushalt des Kreises und der Maintaler Etat werden beide verabschiedet. Viele Fragen lassen die Politiker offen, doch das geschieht, wie in jedem Jahr, auch diesmal wieder mehr zu ihrem eigenen Schutz.

Quer durch das gesamte Jahr 1992 zieht sich der Streit der Bürgerinitiative Rhönstraße mit der Stadt Maintal: Schon in der Bürgerversammlung Anfang Januar holen die Initiativler ein Gutachten über die Unbebaubarkeit der Grünanlage aus der Tasche. Ende März bringen es Probebohrungen an den Tag: Wasser, wohin man nur sieht: Sumpf eben. Ende August die Nachricht, die Stadt habe einen Bauträger gefunden. Anfang September tönt es aus dem Rathaus: „Wir bauen, weil wir müssen“ - begründet mit dem großen Bedarf an Sozialwohnungen in Maintal, beinahe 500 Menschen suchen dringend bezahlbaren Wohnraum. Das rot-grün-geführte Parlament segnet die Sumpfbebauung ab.

 

Verschiedenes 1991:

Noch im Juli 1991 startet das Bauprojekt eines großen Seminarhotels an der Querspange in Dörnigheim, nach einem Jahr Bauzeit soll es fertiggestellt sein (später „Doorm-Hotel“ und „Best Western Hotel“).

Im März 1991 wird gemeldet, daß in Maintal ein (mit Frankfurt) gemeinsames Projekt Sozialwohnungen in der Käthe-Kollwitz-Straße entstehen soll. Frankfurt soll dort Belegungsrechte erhalten.

In der Bischofsheimer Hochhaus-Siedlung an der Schillerstraße regt sich im Juli 1991 Unmut, denn die Besitzer kündigen drastische Mieterhöhungen an. Gleichzeitig werden Kaufinteressenten gesucht.

Die Maintaler Stadtverwaltung ist nach jahrelangem Prozeßstreit im August 1991 alleiniger Betreiber des Sportboothafens Mainkur. Hier soll eine Freizeitanlage ganz besonderer Art entstehen.

Mit dem Projekt „Grohschlag Hohl“ will im November 1991 die Stadt „Eigentum in Selbsthilfe“ für einen besonders bedürftigen Personenkreis schaffen.

 

Johannespark Dörnigheim:

Viele Mieter sind mobilisiert, als sie im Spätsommer 1992 erfahren, daß ihre Wohnungen „unter den Hammer“ kommen sollen. Über zweihundert Mietwohnungen in der flugs von der Eigentümerin, der „Patrizia-GmbH“ in „Johannespark“ umbenannten Anlage in Dörnigheim sollen in Eigentum umgewandelt werden. Die Mieter greifen zur Selbsthilfe, denn von den in diesem Fall „ohnmächtigen“ Kommunalpolitikern haben sie nicht viel zu erwarten. Mieterversammlung, Demonstration und Flugblattaktionen helfen jedoch nicht, die Umwandlung abzuwenden. Bleibt nur der Rat des Mietervereins, sich nicht über's Ohr hauen zu lassen. Wertvolle Tips für „umgewandelte“ Mieter werden auch andere in dieser Stadt noch brauchen, denn durch Gesetzesänderung ist es den Eigentümern von Wohnblocks erleichtert worden, Mietwohnungen zu verkaufen - so geschehen. auch in der Schillerstraße in Bischofsheim. Das einzige Rechtsmittel der Stadt, Zweckentfremdung von Wohnraum zu ahnden, verläuft mehr oder weniger im Sand. Aber: Bürgermeister Walter Unger verteilt höchstselbst am Infostand Flugblätter. in denen vom Kauf der Wohnungen abgeraten wird. Wenigstens soviel ist erreicht: Die Mieter ringen der Stadt das Versprechen ab, daß sie keine Geschäfte mit der Wohnungsbaugesellschaft machen wird. In München nämlich verdient sich die „Patrizia“ eine goldene Nase mit der Einquartierung von Asylbewerbern. Auf diese Weise leert sich das Mietshaus nach und nach fast wie von Geisterhand.

 

Arbeitsamt 1992:

Nachdem das Arbeitsamt im November 1991 in Hanau ein City-Büro eröffnet hat, das Jobs für Stunden oder wenige Woche vermittelt, erhält 1992 Maintal seit Juni 1991 ein eigenes Arbeitsamt im Fechenheimer Weg in Bischofsheim. Bis dahin war die zweitgrößte Stadt des Kreises dem Hanauer Arbeitsamt zugeteilt. Mit dem Versprechen, dort werde „nicht nur Kaffee gekocht“, wird das Gebäude im Fechenheimer Weg in Bischofsheim von Dietrich Oldenburg, Präsident des Landesarbeitsamtes Hessen. feierlich eingeweiht. Die neue Einrichtung ist auch für die Gemeinden Schöneck und Niederdorfelden zuständig. Später ist das Arbeitsamt am Bahnhof Maintal-Ost, wird bald aber wieder ausgedünnt und geht in das Job-Center des Kreises über.

 

Verschiedenes 1992:
Der vermeintlich „größte Millionendeal“ Maintals platzt Anfang des Jahres 1992 wie eine Seifenblase: Gerüchten zufolge wollte die Frankfurter Union-Druckerei nicht wie geplant nach Dietzenbach umziehen, sondern favorisierte den Standort Maintal. Gespräche mit der Stadt bringen positive Ergebnisse. aber die Abstimmung im eigenen Haus fällt für die „unbekannteste Stadt Deutschlands“ negativ aus.

 

Freigelände an der Bonhoeffer-Schule 1993:

Im Rahmen einer Bürgerversammlung werden im Mai 1991 Ideen für die Neugestaltung des

Freigelände rund um die Bonhoeffer-Schule gesammelt. Maintals größtes „Freizeit- und Erholungsgelände“, ein überdimensionaler Spielplatz an der Dietrich-Bonhoeffer-Schule, wird rechtzeitig zur Sommersaison im Juni 1993 fertiggestellt. Vom Krabbelkind bis zum jugendlichen BMX-Fahrer spricht das riesige Gelände alle Altersklassen an; nicht nur der Dörnigheimer Westen ist um eine Attraktion reicher.

 

Postleitzahlen:

Heftig umstritten und gefürchtet - am 1. Juli 1993 ist es dann soweit: Die neuen Postleitzahlen sind da. Und wer Grüße nach Maintal senden will, muß sich künftig die 63477 merken. Die befürchteten Anlaufschwierigkeiten hielten sich in Grenzen, eine generelle Verbesserung bei den Laufzeiten der Briefe, Päckchen und Pakete ist allerdings nicht feststellbar.

 

Obdachlosenheim 1993:

Zwar wird Maintals Obdachlosenheim Henschelstraße Nummer 9 im September 1989 saniert, doch damit sind die Probleme der Kommune mit den sozial Schwachen keineswegs gemildert. Im renovierten Gebäude soll auch eine Beratungsstelle entstehen.

Im August 1993 prangert der Tagesanzeiger die unzumutbaren Zustände in den Schlicht­wohnungen an der Henschelstraße in Dörnigheim an. Nach langem Hin und Her im Stadtparlament und in drei Ausschüssen lassen sich die Freien Maintaler umstimmen und genehmigen die Mehrkosten für die Totalsanierung des Gebäudes. Die Bewohner werden vorübergehend in Containern untergebracht.

Von Januar bis November 1994, geht die Totalsanierung des maroden Gebäudes eher als geplant vonstatten. Die Stadt Maintal ermöglicht einer Gruppe sozial Schwacher, der es in den alten Behausungen „dreckig“ erging, ein menschenwürdiges Wohnen. Dank der Unterstützung des Landes Hessen, das von den 2,4 Millionen Mark Umbaukosten 70 Prozent übernimmt., ist aus den verschimmelten Obdachlosen-Unterkünften in der Henschelstraße sind schmucke Behausungen geworden.

 

Ehemalige Busch-Schule 1994:

Polizeistation? Islamisches Kulturzentrum ? Türkisches Gymnasium? Im Oktober 1994 beginnt die Diskussion, was aus dem verwaisten Gebäude der ehemaligen Wilhelm-Busch-Schule wird - und dem ebenfalls kreiseigenen Gelände drnmherum. Noch hat der Schulträger keine Entscheidung getroffen. In Maintal intervenieren Kommunalpolitiker bei Wirtschaftsminister Lothar Klemm, der sich für den Umzug der Polizei stark machen soll. Obwohl die ablehnende Haltung aus dem Innenministerium - aus Kostengründen - bekannt ist, will sich Klemm für den Umzug der Maintaler Polizei stark machen. Letztlich wird das Gelände dann mit dem Seniorenwohnheim für Dörnigheim bebaut.

 

Raiffeisenbank Bischofsheim 1994:

Teure Zeitungsanzeige: „Honecker wurde wohl versorgt. Abgeordnete sahnen schamlos ab. Die Dummen zahlen die Zeche. Retten Sie Ihre Zinsen - denken Sie an Ihren Freistellungsauftrag“. Was sich da am 30. Januar 1993 in dieser Zeitung als Anzeige der Raiffeisenbank Bischofsheim las, sollte weitreichende Konsequenzen haben. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken entschuldigt sich bei Bundestagspräsidentin Rita Süßmuth, Bundespolitiker äußern ihren Unmut. Dem verantwortlichen Vorstandsvorsitzenden der Bischofsheimer Raiffeisenbank, Wilfried Bös, bläst der Wind scharf ins Gesicht: Der Bundesverband kündigt an, „solche geschmacklosen Auswüchse falschverstandener Meinungsfreiheit zu unterbinden“. Trotz spaltenlanger Bravo-Rufe in Leserbriefen bezahlt Bös den Anzeigentext mit seinem Job: er wird schließlich abgesetzt.

Ungenehmigte Millionenkredite brechen im April 1994 Dieter Schönherr, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Bischofsheim, beruflich das Genick. Verängstigte Bankkunden können aber schnell beruhigt werden: Für ihre Einlagen besteht keine Gefahr.

Lange Zeit durch die Eskapaden der Herren Bös und Schönherr gebeutelt, herrscht bei der Raiffeisenbank Bischofsheim zum Jahresende 1994 hin wieder eitel Sonnenschein: Die Fusion mit der Raiffeisenbank Maintal ist nach dem nahezu geschlossenen Votum der Genossenschaftler perfekt. „Als emanzipierte Partner wollen die Barken die Ehe eingehen“, titeln wir am 24. November.

 

Baulandbewirtschaftung:

Im Jahr 1993 will die CDU Maintal dem Problem der Wohnungsnot durch die Bereitstellung von Bauland begegnen. Bauland dürfe nicht durch Spekulationen unerschwinglich werden. Die CDU schlägt vor, daß die Gemeinde Grundstücke aufkauft, wenn diese als Bauland ausgewiesen werden sollen. Man könne die Besitzer dann zwar nicht mit Preisen, wie sie für Ackerland üblich sind, abspeisen. Der gezahlte Betrag müsse aber weit unter dem liegen, was für Bauland gezahlt werde. Danach soll die Gemeinde das Land erschließen. Das bedeutet, die Grundstücke erhalten Straßen- und Kanalanschluß, Wasser- und Energieversorgung und alles andere erforderliche. Danach könne die Gemeinde die Grundstücke verkaufen, wobei die ursprünglichen Eigentümer zumindest mit einer bestimmten Quadratmeterzahl bevorzugt zu bedenken seien.

In erster Linie stehen die Grundstücke Maintalern zur Verfügung, die aber weder Grund- noch Hausbesitz haben dürfen. Auch dies ist genau festgelegt, sowie die Rangfolge nach einem Punktesystem. Festgelegt ist auch der Zeitraum, bis wann das Grundstück bebaut sein und wie es genutzt werden muß. Eine nachträgliche Spekulation mit dem fertigen Objekt soll auf jeden Fall verhindert werden. Und bei einem Verstoß gegen die Pflichten, die ein Grundstückskäufer übernimmt, kann die Stadt das Grundstück zurückverlangen - zum gleichen Preis, wie sie es verkauft hat.

Aktuellen Bezug lieferte das Gebiet „Am Frauenstück“ in Bischofsheim. Man hielt einen Quadratmeterpreis von 120 Mark, den die Stadt den Eigentümern gezahlt hätte, für angemessen. Mit allen Erschließungskosten, Zinsen und anderem hätte die Stadt für 22.000 Quadratmeter rund 6,3 Millionen Mark „hinblättern“ müssen. Wenn sie dann das parzellierte Land (12.000 Quadratmeter) für einen Quadratmeterpreis von 525 Mark verkauft hätte, wären die 6,3 Millionen abgedeckt gewesen.

Zum Vergleich hat Stadtrat Robanus auch die Kosten für die Umlegung „Am Frauenstück“ errechnet. Danach bleibe die Stadt auf 1,4 Millionen Mark sitzen, die sie nicht von den neuen Eigentümern einfordern kann Da sind zum Beispiel die Kosten für den Bau eines Abwasserkanals, den man unnötig lang machen mußte, weil man keine Pläne über die früher verlegten Kanäle fand.

Die Punktetabelle teilt sich folgendermaßen auf: In der Stadt geborene Bewerber und solche, die seit mindestens fünf Jahren hier wohnen, erhalten zwei Punkte. Für das erste Kind erhalten Familien drei, für jedes weitere zwei Punkte. Ehepaare, bei denen ein Partner noch keine 40 Jahre alt ist, bekommen einen weiteren Punkt. Jeweils einen Punkt gibt es für jedes volle Kalenderjahr Wartezeit nach der Antragstellung.

Nach Ansicht der FM-Parlamentarier ein System, das dem Gemauschel Tür und Tor öffnet. Jeder Abgeordnete kenne bauinteressierte Bürger, Manipulationen seien vorgezeichnet. Der Bürgermeisterkandidat Peter Czerwonka sagte dazu: „Das ist Bauland-Lotto!“ Gerade bei Punktgleichheit fürchtet Czerwonka, daß diejenigen den Zuschlag bekommen, die die „richtigen“ Abgeordneten kennen. Czerwonka weiter „Im knallharten Wettbewerb um Industrieansiedlungen wird überall das Angebot gemacht, die Kommune werde den Managern bei der Suche nach guten Wohnungen behilflich sein. Wie kommt dann ein Geschäftsmann an einen Bauplatz, wenn er sich nach diesem System bewirbt - aber noch nicht einmal in Maintal wohnt, weil er ja erst hierher kommen will?“ Mit den Stimmen von SPD und CDU, gegen die Interessenverbindung FM, Grüne und Dr. Karl-Heinz Schreiber, trat das „Maintaler Bauland-Lotto“ in Kraft (weiter im Jahr 2004)..

 

Raumordnungsplan von 1994:

Alle fünf Jahre werden Änderungen am Raumordnungsplan vollzogen. Schon Ende 1993 stand er kurz vor der Fortschreibung: Ein Autohof südlich des Bahnhofes Bischofsheim/ Rum­penheim wurde vom Umlandverband aus landschaftsökologischen und ästhetischen Gründen abgelehnt; auch sollen laut Vertrag diese städtischen Flächen als Aufforstungsfläche für den „Monte Scherbelino“ zur Verfügung stehen.

Abgelehnt wurde außerdem, das Gelände zwischen Bischofsheimer Straße und Albert-Einstein-Schule in der Gemarkung Hochstadt als Wohnbaufläche im Raumordnungsplan darzustellen, weil das Gebiet zu einer „ausgeprägten Grünverbindung“ zwischen Bischofsheimer Hang, Distelberg und Main­aue gehört. Das Gebiet ist wichtig für die Lufthygiene - als Frischluftabflußbahn Richtung Dörnigheim und der östlichen Frankfurter Stadtteile - und nimmt auch landschaftsökologische Funktionen wahr.

Die Aufnahme einer zusätzlichen Wohnbaufläche nördlich der Bischofsheimer Straße in Hochstadt, also von der Querspange kommend linker Hand, wurde vom Umlandverband nicht akzeptiert. Der Umlandverband begründet dies damit, daß die Fläche bereits einmal als gemischte Baufläche ausgewiesen war, dann auf Antrag des Maintaler Parlaments aus ökologischen Gründen wieder aus dem Flächennutzungsplan gestrichen wurde.

Genehmigt wurde eine geplante Ausweisung einer Wohnbau- und in Teilbereichen gemischten Baufläche zwischen Kennedystraße und Kesselstädter Straße in Dörnigheim. Nach Änderung des Raumordnungsplanes soll dann Wohnbaufläche und gemischte Baufläche dargestellt sein. Geringen ökologischen Wert bescheinigt der Umlandverband diesem Gebiet, das voll landwirtschaftlich genutzt wird.

Auch die geplante Umwandlung der gewerblichen Bauflächen zwischen Eichenheege und Bahnlinie in gemischte Bauflächen stieß auf Zustimmung, weil „hier in erheblichem Umfang Wohnnutzung vorgesehen ist“. Weiter wurde die Ergänzung der Wohnbebauung zwischen Vogelsbergstraße und neuer Südumgehung in Hochstadt akzeptiert, nicht ohne auf potentielle Immissionskonflikte hinzuweisen.

Im Flächennutzungsplan ist die Wohnbaufläche zwischen Ledergasse und Bischofsheimer Straße in Bischofsheim längst ausgewiesen, im Raumordnungsplan wird das jetzt nachgeholt. In voller Größe soll das Gebiet dargestellt werden und dafür die Bereiche „Biotop- und Artenschutz“ sowie „regionaler Grünzug“ zurückgenommen werden. Die ausgewiesenen Bauflächen östlich des Dörnigheimer Weges in Bischofsheim sollen zur Grünfläche umgewidmet werden.

Mit der Ausweisung der Wohnbaufläche am „Felsenkeller“ in Hochstadt zieht der regionale Raumordnungsplan der bereits im Flächennutzungsplan dargestellten Realität nach.

Und aus der gewerblichen Baufläche östlich der Konrad-Höhl-Straße soll im Raumordnungsplan eine Industrie- und Gewerbefläche werden - unter Einbeziehung der bereits genehmigten Gewerbeflächenerweiterung.

Die Ausweisung von Bauflächen westlich der Bebauung Kreuzbergstraße, Hahnenkammstraße bis zur Hanauer Landstraße wird nur unter der Bedingung erfolgen, daß die im Flächen­nutzungsplan ausgewiesene Fläche am östlichen Ortsrand Wachenbuchens südlich der Bleichstraße gestrichen wird. Der Umlandverband argumentiert hier, daß es sich bei Wachenbuchen um einen ländlich geprägten Stadtteil handelt, in dem nur der aus dem Ort selbst erwachsende Eigenbedarf an Bauflächen gefriedigt sein soll; weiter aber solle der Stadtteil nicht wachsen

(weiter im Jahr 2000)

 

 

Verkehr

Kennedystraße:

Zur Umwandlung der Kennedystraße in Dörnigheim zu einer Einkaufsstraße werden im Juni 1989 von den Bürgern und Geschäftsleuten erste Anregungen gesammelt. Das Planfeststellungsverfahren zur Umgestaltung Kennedystraße wird 1993 ausgesetzt. Der jahrelang geplante und vieldiskutierte Rückbau der Kennedystraße beginnt: Im November 1994 starten zunächst Rückbaumaßnahmen zwischen Backesweg und Hasengasse. Dank Baumpflanzungen soll der Abschnitt direkt Alleencharakter erhalten. „Unter schattigen Bäumen flanieren und einkaufen“, so unsere Vision Ende November. Außerdem sollen Geh- und Radwege und Parkbuchten entstehen. Der erste Bauabschnitt soll im Mai abgeschlossen werden.

Breiten Raum auch in den Zeitungsspalten nimmt in der zweiten Jahreshälfte 1992 die Vollsperrung der Kennedystraße in Dörnigheim ein: Dringende Kanalbauarbeiten stehen an, die Stadt macht die Hauptstraße „dicht“. Die Geschäftsleute, die um die Laufkundschaft fürchten, gehen auf die Barrikaden - und haben Erfolg. Nach wenigen Wochen ist die Kennedystraße zumindest halbseitig befahrbar, obwohl zunächst aus dem Rathaus verlautbart worden war, die Straße müsse voll gesperrt bleiben. Immerhin bis kurz vor Weihnachten ziehen sich die Bauarbeiten, die noch nicht ganz beendet sind. Allerdings wird rechtzeitig zu den Feiertagen die Baustelle geräumt, der Verkehr fließt wieder.

Der jahrelang geplante und vieldiskutierte Rückbau der Kennedystraße geht im November 1994 weiter. Zunächst starten die Rückbaumaßnahmen zwischen Backesweg und Hasengasse. Dank Baumpflanzungen soll der Abschnitt direkt Alleencharakter erhalten. „Unter schattigen Bäumen flanieren und einkaufen“, so die Vision des Tagesanzeigers. Dies alles ist inzwischen (fast) realisiert. In diesen Wochen folgt die zweite Rückbaustufe zwischen Hasengasse und Bahnhofstraße.

 

Nordumgehung Bischofsheim:

In Bischofsheim ist im November 1990 das totale Verkehrschaos angesagt. Seit der Sperrung der Berger Straße geht im zweitgrößten Stadtteil kaum noch etwas. Staus und Verspätungen sind an der Tagesordnung. Die Anwohner der Berger Straße und der Breulgasse harten erfolgreich gegen die Autoverkehrsbelastung mobil gemacht. Nun soll die Sperrung der Berger Straße von Norden her auf drei Monate begrenzt werden. Dann wird im Verkehrsausschuß darüber beraten, ob die Maßnahme zur Dauereinrichtung oder wieder aufgehoben wird. Im Mai 1991 wird noch immer an der Bischofsheimer Verkehrsführung „gebastelt“, der Durchgangsverkehr soll jetzt zum weiträumigen Umfahren gezwungen werden.

Die Querspange zwischen Maintal und Bergen-Enkheim muß im Juli 1991 wieder einmal in einem aufwendigen Verfahren saniert werden, Verkehrsteilnehmer müssen für etliche Wochen Behinderungen in Kauf nehmen.

Die Sperrung der Berger Straße in Bischofsheim wird nach fünf Monaten im Juni 1991 aufgehoben. Nun soll eine Ampelanlage an der Berger Straße (nicht: Berliner Straße) den Durchgangsverkehr aus Bischofsheim heraushalten. Das Ergebnis: Lange Rotphasen entnerven die Autofahrer, die umdrehen und über den Kochberg fahren (das sollte durch die Ampelanlage ja erreicht werden).. Die Ampel, so der Tagesanzeiger, „sorgt für nacktes Chaos“. Unbekannte hacken am 14. Juni dann das Hauptkabel für die Ampel durch, so daß der Durchgangsverkehr kurzfristig ungehindert fahren kann. Für den Durchgangsverkehr in Bischofsheim suchen die Politiker im September 1991 immer noch nach Lösungen.

Die vermaledeite Ampel hat ausgedient. Auf Antrag von CDU und Freie Maintaler verschwindet 1994die Ampel an der Berger Straße am Ortsausgang von Bischofsheim ersatzlos. Mit ihren schier endlosen Rotphasen für die Ortsdurchfahrer hatte die Ampel für lautstarken Protest bei mehreren Bürgerversammlungen gesorgt. Findige Polizeibeamte tauften die Ampel posthum als „Dr. Unger-Gedächtnisampel“

Für die Verkehrsteilnehmer treten im September 1991 in Bischofsheim erhebliche Behinderungen auf, weil die Brücke über die Eisenbahn, die Zufahrt zur Autobahn 66, in einer Fahrtrichtung gesperrt werden muß.

 

Südumgehung Hochstadt:

Die Bauarbeiten an der Hochstädter Südumgehung sind im August 1991 seit Monaten ins Stocken geraten, der Bauuntergrund mußte in einem aufwendigen Verfahren erst auf Giftstoffe untersucht und dann zum Teil ausgetauscht werden. Kurz vor dem Weihnachtsfest im Dezember 1991 wird die Hochstädter Südumgehung (nach 20jähriger Planungs- und Bauzeit) fertiggestellt und dem Autoverkehr übergeben. Die Strecke von der Querspange bis zum südlichen Hochstädter Ortseingang war bereits 1979 fertig geworden. „Was lange währt, wird endlich Asphalt“. Nach vielen Verzögerungen und Ärger will Bürgermeister Dr. Unger bei der öffentlichen Eröffnung die Vergangenheit nur noch kurz streifen. Denn nun sei es endlich geschafft, den Durchgangsverkehr aus Hochstadt herauszuhalten. Schon nach Tagen kommt aber die schmerzhafte Erkenntnis: Hier ist ein neuer Unfallschwerpunkt „in Dienst gestellt“ worden.

 

S-Bahn:

Im Kreis wartet man im April 1989 gespannt auf die Entwicklung in der Main-Metropole Frankfurt, weil Stadt Maintal und Kreis durch Verkehrsverbund und Umlandverband mit Frankfurt verbunden sind. Die Politiker aus Frankfurt, Hanau und Maintal denken im Januar öffentlich darüber nach, das Nahverkehrssystem neu zu organisieren. Die Pläne des Frankfurter Verkehrsverbundes zur Anbindung des Ostens und ein schwindender Bürgerservice für Pendler und Metropolen-Besucher stößt im August 1989 immer mehr auf Kritik. Der Frankfurter Verkehrs- und Tarifverbund (FVV) stellt im November 1989 „sensationelle Neuerungen“ in seinem System vor. Alles soll besser und einfacher und manchmal auch billiger werden.

Der Bau der nordmainischen S-Bahn von Frankfurt nach Hanau bewegte schon vor zehn Jahren die Gemüter. Maintals Erster Stadtrat Dr. Karl-Heinz Schreiber wollte damals den Bau durch eine Kooperation mit dem Frankfurter CDU-Oberbürgermeister Wolfram Brück voranbringen. Drei Vorschläge werden im Januar 1989 diskutiert:

1. Ein Extragleis entlang der Bundesbahnstraße, auf dem eine S-Bahn ab Mainkur nach Hanau fahren kann.

2. Bau eines Tunnels für die U-Bahn. der unter der Hanauer Landstraße in Frankfurt die gleiche Strecke wie die S-Bahn nehmen soll.

3. Die S-Bahn soll hinter dem Frankfurter Ostbahnhof über die Gleise der Bundesbahn geführt werden.

Bei den Verkehrsplanern erscheint im August 1991 inzwischen sicher, daß ein nordmai­nisches S-Bahn-Gleis durch Maintal geführt wird. Wann die Trasse in den Ostkreis verwirklicht wird, steht noch in den Sternen.

 

Brücke an der Eichenheege:

Der Leserbrief-Schlager in den letzten Monaten des Jahres 1994: Die Diskussion „Brücke oder Tunnel?“, die die Gemüter erregt und altes Stadtteildenken wieder aufleben läßt. Anlaß: Der Bahnübergang an der Eichenheege, abgesehen von der Querspange einziges Nadelöhr zwischen Hochstadt und Dörnigheim, wird im Zuge des Trassen-Neubaus der nordmainischen S-Bahn geschlossen. Wann, ist freilich völlig unklar - in diesen Jahrzehnt jedenfalls nicht mehr. Doch was passiert dann? Während die Dörnigheimer fast geschlossen gegen einen Ersatz durch Brücke oder Tunnel - etwa durch die Wiederöffnung der Bahnhofstraße - votieren, liegen die Dinge in Hochstadt und Wachenbuchen anders: Hier will man auf kurze Wege ins „Einkaufsparadies“ Dörnigheim nicht verzichten. „Zieht doch gleich eine Mauer hoch“, spotten die Hochstädter an die Adresse der Brücken- und Tunnelgegner. Von den drei Bürgermeisterkandidaten spricht nur der alteingesessene Dörnigheimer Peter Laskowski (SPD) Tacheles: Mit ihm seien Brücke oder Tunnel nicht zu machen, eine flugs gegründete Bürgerinitiative stimmt ihm zu. Die Hochstädter Erhard Rohrbach und Peter Czerwonka halten sich bedeckt.

 

Verkehrsunfälle:

Der „Moloch Straßenverkehr“ bleibt im März 1989 für die Bürger weiterhin eine schlimme Bedrohung. Die Zahl der Unfälle ist angestiegen. Verkehrsdichte und Alkoholprobleme wachsen weiter. Neue Beschilderung soll im Dezember 1989 den Schwerverkehr aus den Maintaler Wohngebieten vertreiben. In der Stadt ist außerdem ein Nachtfahrverbot eingeführt worden.

Die Statistik der Verkehrspolizei läßt im August 1989 wenig Optimismus aufkommen: Unfallflucht und Alkoholdelikte führen die Sündenskala an. Das Jahr 1991 beginnt im Januar mit einer Vielzahl von kleinen „Katastrophen“, die Rettungsdienste in Stadt und Kreis haben wieder alle Hände voll zu tun. Maintal ist im März 1991 nicht nur von der Einwohnerzahl, sondern auch von der Verkehrsdichte her nach Hanau die zweitgrößte Stadt im Main-Kinzig-Kreis. Eine Vielzahl von schweren Verkehrsunfällen mit etlichen Toten und Schwerverletzten sorgt im Mai 1991 für Schlagzeilen.

Die Kreuzung an der B 8 zur Rumpenheimer Fähre ist immer wieder Schauplatz grausiger Unfälle. Besonders schlimm kommt es am 20. März 1994: Für einen 29jäh­rigen Dörnigheimer und seine 24jährige Beifahrerin kommt jede Hilfe zu spät. Unfallursache: Wieder einmal „nicht angepaßte Geschwindigkeit“, so die Maintaler Polizei. Der Ruf nach baulichen Veränderungen, wie in Maintal von verschiedener Seite immer wieder gefor­dert, stößt im Hessischen Straßenbauamt auf ein Echo: Anfang 1995 soll die Kreuzung umgebaut werden.

 

Verschiedenes:

Nach einer Umfrage im Februar 1991 ist der öffentliche Nahverkehr immer noch schlimm, daß die meisten Pendler dem eigenen Auto noch den Vorzug geben.

Maintals Durchgangsstraßen sollen im April 1991 entschärft werden, das wollen die Verwaltungsverantwortlichen durch Änderungen der Ampelanlagen erreichen.

 

 

Gewerbe, Arbeitgeber, Arbeitnehmer

Die Meldung schlägt Mitte Januar 1992 ein wie eine Bombe: Baufirma Urbisch in Konkurs! 82 Mitarbeiter des Tiefbau-Unternehmens haften ihre Kündigung in Händen. Nach und nach wird aufgedeckt, daß die Firma Urbisch in den Frankfurter Bauskandal verwickelt war; die Landeskartellbehörde hatte saftige Bußgeldbescheide in die Bischofsheimer Spessartstraße geschickt. Firmenchef Erich Urbisch zieht aus der persönlichen Pleite seine Konsequenzen: Ende Februar verabschiedet der Sozialdemokrat sich nicht nur aus Bischofsheim, um sich in Dresden neuen Geschäften zu widmen, sondern kehrt auch seinem Posten im ehrenamtlichen Magistrat der Stadt Maintal den Rücken. „Unter den Hammer“ kommen Lastwagen, Pkw und Transporter Ende März. Und der nächste „Streich“ folgt sogleich: Der Magistrat ergattert das Urbisch-Gelände. Spessartstraße 19, für satte 3,2 Millionen Mark, handelt sich damit Spekulationen um „Genossen-Filz“ ein, außerdem jede Menge Ärger, weil auf dem Areal Asylbewerber untergebracht werden sollen.

Noch ein Skandal: Die ehemaligen Arbeiter, die auf dem Gelände wohnten, werden aus ihren Wohnungen geworfen - innerhalb weniger Tage sollen sie ihre Zimmer in der Spessartstraße räumen. Ein Mieter macht jedoch zunächst einen Strich durch die Rechnung, will per Gerichtsbeschluß eine einstweilige Verfügung erwirken, daß die Stadt keine Flüchtlinge auf dem Urbisch-Anwesen unterbringen darf. Ausgerechnet Richterin Petra Unger allerdings, die Ehe­frau des Bürgermeisters, soll dies Mitte April entscheiden. Sie erklärt sich für befangen. der Gerichtstermin wird vertagt.

 

Die Gewerbeschau „Bischofsheimer Schaufenster“ wird im März 1989 einmal mehr zur heimischen Attraktion, doch kritische Untertöne zu Handel und Gewerbe sind nicht zu überhören. Der Dörnigheimer Einzelhandel präsentiert sich im Oktober 1989 in der „Gewerbepalette“ im evangelischen Gemeindezentrum. Marktforscher legen im November 1989 für die Maintaler Stadtteile ein aufschlußreiches Einkaufsgutachten vor, der Einzelhandel muß attraktiver werden. Noch immer ist das Umland beim Einkauf der Bürger sehr viel attraktiver als die heimischen Gefilde. Die Attraktivität Maintals als Einkaufsmetropole soll im Februar in einem Gutachten der Stadt ermittelt werden, die Expertise zur Wirtschaftsförderung wird zum Herbst dieses Jahres erwartet.

 

Das Tauziehen um Ladenschluß und Dienstleistungsabend - also einer längeren Öffnungszeit der Geschäfte an einem Abend der Woche - geht im Mai 1989 weiter. Politiker und Verbandsvertreter neben Gewerkschafter raufen in unterschiedlichen Erklärungen, am wenigsten werden die Verbraucher gefragt. Schon im Vorfeld des Dienstleistungsabends zeigt der Einzelhandel im September 1989 keine besondere Bereitschaft, eine verbraucherfreundliche Haltung einzunehmen. Mit großer Zurückhaltung wird im Oktober 1989 die Einführung des Dienstleistungsabends im Main-Kinzig-Kreis aufgenommen.

 

Das Arbeitsamt wendet sich Juli 1989 mit einem dringenden Appell an die Öffentlichkeit: Im Handwerk und in der Gastronomie gibt es Engpässe, es werden dringend Lehrlinge gesucht.

Die Kreishandwerkerschaft beklagt im November 1989 einen akuten Lehrlingsmangel. Fast 200 offene Lehrstellen können nicht besetzt werden.

 

Der „Weihnachtsmonat“ 1991 beginnt mit einer Hiobsbotschaft: Die Tore des Zweigwerke Heraeus in Maintal werden zur Mitte des kommenden Jahres geschlossen.

 

Kurz vor dem Tag der Arbeit (1. Mai) 1992 zeichnet es sich schon ab, daß die öffentlichen Bediensteten, das kärgliche Arbeitgeberangebot nicht hinnehmen werden. Erste Ergebnisse der Ur­abstimmung Maintal deuten auf Streik hin - den ersten Arbeitskampf seit achtzehn Jahren. Am 27. April ist es soweit: Erzieherinnen, Müllmänner, städtische Bedienstete legen die Arbeit nieder, die Metaller ziehen nach. Elf Tage Streik legen das öffentliche Leben in Maintal lahm: Die Kinder stehen vor verschlossenen Kita-Türen, der Müll wird nicht abgeholt, der Öffentliche Personennahverkehr funktioniert nicht mehr. Der Tarifkompromiß findet in Maintal keine Mehrheit; dennoch ist der Arbeitskampf beendet.

 

Ein neuerlicher Versuch, in Dörnigheim einen Wochenmarkt zu etablieren, startet am letzten Dienstag im Juni 1994 Beschicker- und Besucherzahlen vor der Maintal-Halle sind seither verhältnismäßig stabil.

 

Honeywell 1994:

„Der gesamte Honeywell-Standort Maintal ist gefährdet“, schreckt unsere Schlagzeile am 11. November 1994 nicht nur die Belegschaft des größten Maintaler Arbeitgebers auf. Daß es zu Entlassungen kommen wird, ist zwar schon länger bekannt - aber daß der internationale Konzern gar überlegt, den gesamten Standort Maintal aufzugeben, wie uns aus Kreisen der Belegschaft zugespielt worden war, schlägt wie eine Bombe ein. Honeywell dementiert zwar später, den gesamten Standort aufgeben zu wollen, kündigt aber ein „aufwendiges Restrukturierungsprogramm“ mit erheblichen „Entschlackungsmaßnahmen“ unter den Mitarbeitern an. Nach dem jetzigen Stand der Dinge sind über einhundert Mitarbeiter von echten Entlassungen betroffen, die Rest-Belegschaft sieht sich mit einer Reihe realer Lohneinbußen konfrontiert.

 

 

Kinderbetreuung

Familienzentrum:

In Bischofsheim wird im Februar 1989 der Verein „Familienzentrum Maintal“ gegründet. Die Gründungsmitglieder sind ausschließlich Frauen, familienfeindliche Strukturen der Wohnsitzgemeinden sollen aufgebrochen werden. Im Oktober 1991 platzt Maintals Familienzentrum aus allen Nähten, es werden Büro- oder Ladenräume gesucht.

 

Verschiedenes 1989:

Die Stadtbücherei von Maintal legt 1989 eine Erfolgsbilanz vor. Immer mehr Menschen nutzen den Service der Stadtverwaltung.

Eine mehr oder weniger große „Kleinigkeit“ sorgt im April 1989  für Stadtgespräch: Es sind die „Jumbo-Eisbällchen“ der einschlägigen Erfrischungssalons, die für Kinder zu teuer und zu unhandlich sind.

In Maintal beginnen im August 1989 die Ferienspiele.

 

Kindertagesstätten:

In der Kindertagesstätte in Wachenbuchen spitzt sich im Juni 1989 die personelle Situation dramatisch zu, Eltern gehen auf die Barrikaden. Nach einer Umfrage im Dezember 1989 sind Maintaler Frauen mit der Situation der Kindertagesstätten überwiegend zufrieden. Die Stadt Maintal geht im Mai 1991 neue Wege in der Kindergartenbetreuung: Ziel ist es, die Warte­liste, vor allem die der berufstätigen Mütter, abzubauen. Das Projekt der „Tagespflegestellen“ wird im Juli 1991 in Maintal gut angenommen, Familien kümmern sich tagsüber um fremde Mädchen und Jungen.

 

Kinderhort Dörnigheim 1990:

In Dörnigheim soll im Oktober 1989 ein neuer Kinderhort gebaut werden. Um an Landeszuschüsse zu kommen, muß ein Trägerverein das Projekt übernehmen. Die Stadtväter suchen intensiv nach Interessenten. Die rot-grüne Mehrheit im Stadtparlament beschließt im Januar 1990 die Gründung eines Trägervereins für den geplanten Kinderhort in Dörnigheim. Probleme bereitet dabei das neue Kindergartengesetz, das freie gegenüber öffentlichen Trägern finanziell benachteiligt. Vorgespräche wurden bereits mit der Montessori-Gesellschaft und der Dörnigheimer Kirchengemeinde über die Trägerschaft geführt. Doch die Suche nach einem Träger gestaltet sich auch jetzt äußerst schwierig.

 

Kinderbeauftragte: 1990:

Editha Kaudelka wird im Mai 1990 nicht nur Maintals erste Kinderbeauftragte, sondern ist überhaupt die erste Person im Rhein-Main-Gebiet, die ein solches Amt übernimmt. Editha Kaudelka leitete zuvor die Kita Eichendorffstraße und sieht sich nun als ein „Scharnier zwischen Kindern, Eltern und Stadtverwaltung“. . Ihre Worte zum Einstand sind deutlich und stehen für sie noch heute im Mittelpunkt: „Endlich muß eine Politik für Kinder auch in die Tat umgesetzt werden. Die Probleme der Kleinen dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden“. Einmal pro Woche bietet die Kinderbeauftragte eine Sprechstunde für Eltern und Kinder an. Die neue Kinderbeauftragte möchte Kindern Mut machen, sich Gehör und Geltung zu verschaffen.

 

Brand von Kindertagesstätten in Dörnigheim 1990:

Innerhalb von elf Tagen werden im Mai 1990 zwei Kindereinrichtungen in Dörnigheim zu Opfern von Brandstiftungen. Am Maifeiertag geht die Kindertagesstätte in der Wingertstraße in Flammen auf und am 12. Mai brennt der Hort in der Siemensallee ab. Insgesamt entsteht ein Schaden in Millionenhöhe. Beide Einrichtungen in Dörnigheim werden erheblich zerstört. In der Wingertstraße war der gesamte Komplex nicht mehr zu retten. Teile des Wohntraktes können beim Wiederaufbau wieder verwendet werden. Bereits in der Nacht konstatieren die Helfer, daß dieser Kindergarten neu gebaut werden müsse. Der Hort in der Siemensallee wird ebenfalls in großen Teilen zerstört. Gruppenräume und andere Räume werden erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Insgesamt sind nach beiden Bränden 160 Kinder ohne Kita- und Hort-Räume. Provisorien werden in der Buschschule und im evangelischen Gemeindezentrum eingerichtet.

Einer der Täter des ersten Brandes kann bereits kurz nach Ausbruch der Flammen festgenommen werden. Es handelt sich um einen 29jährigen Wohnsitzlosen. Der Brandstifter in der Siemensallee wird im Juni festgenommen. Es handelt sich um einen 18jährigen behinderten jungen Mann., der auf Anordnung des Haftrichters in Hanau in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert wird. Der abgebrannte Kindergarten in der Siemensallee soll im Januar 1991 vollständig saniert werden, wegen Dioxine verzögert sich der Wiederaufbau.

 

Kita-Geboren 1992:

An ein wahrlich heißes Eisen hat sich die Stadt herangewagt: Die Anhebung der Kinder­tagestätten-Gebühren zum 1. August 1992. Die heftigen Diskussionen zwischen Stadtelternbeirat und Magistrat ziehen sich über mehrere Monate. Anfang März tönt es zum ersten Mal aus dem Rathaus, daß man zum einen die Gebühren generell anheben, zum anderen, daß man sie staffeln will. Ende März ruft der Stadtelternbeirat zu Demonstrationen auf, doch vergebliche Liebesmüh: Am 24. März beschließt das rot-grün-lastige Parlament mit 23 zu 21 Stimmen eine Anhebung der Gebühren. Gegen massiven Protest der Eltern peitscht 1992 eine denkbar knappe Mehrheit aus SPD und Grünen die umstrittene Gebührenerhöhung in den Kindertagesstätten durch - daran ändert auch der massive Geräuschpegel durch die Demonstration während der Stadtverordnetenversammlung. Das beschert den SPD-Genossen in Maintal beinahe eine Zerreißprobe: erst recht, als sich Maintals „erster Mann“, Stadtverordnetenvorsteher Sepp Sigulla, gegen ein Durchpeitschen der Parlamentsvorlage wendet und soziale Bedenken anmeldet.

Mit dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung ist für den Stadtelternbeirat jedoch noch lange nicht alles vorbei: Mit Modellrechnungen und seitenlangen Leserbriefen geht der Kampf weiter. Er mündet zunächst darin, daß der Elternbeirat Mitte April Widerspruch einlegt und die Kommunalaufsicht einschaltet. Anfang August hat es die Stadt dann schriftlich: Die Erhöhung sei kein Verstoß gegen geltendes Recht, befindet die Aufsichtsbehörde beim Main-Kinzig-Kreis. Mitte August versucht es die CDU noch einmal: Ein entsprechender Antrag auf Rücknahme der neuen Gebührensatzung wird von Rot-Grün abgeschmettert. Ende Oktober zieht Priska Hinz Bilanz: Der soziale Ausgleich funktioniere, kein Platz sei leer geblieben.

 

Ferienspiele 1993:

 „Mini-Maintal - Kinder lernen ihre Stadt kennen“ lautete das Motto der zweiwöchigen Ferienspiele im August 1993. Auf dem Spielgelände an der Goethestraße in Bischofsheim trafen sich täglich rund 210 Kinder, um sich ihre eigene kleine Stadt aus Holzhütten zu bauen. Hier gab es alles, was die „Großen“ auch so haben: Ein Cafe, eine Feuerwehr, Radiostation, Zeitungsredaktion, Theatergruppe und Detektive. Jeden Tag stand etwas anderes auf dem Programm - jeweils passend zum Themengebiet der Gruppe. Allerdings waren auch diese beiden Wochen viel zu kurz, und als es dann Zeit für das große Abschlußfest war, hätte der eine oder andere bestimmt gerne verlängert.

 

Spielmobil 1994:

Hick-Hack um Tucky Tuck. Zunächst streichen CDU und Freie Maintaler die notwendigen Beschaffungskosten für einen Ersatz des maroden Spielmobils aus ihren Haushaltsvorschlägen, dann richten die FM 1994 ein Spendenkonto für eine neues Tucky Tuck ein. Einige tausend Mark kommen zusammen, der Rest - so wollen es die FM - soll denn doch im städtischen Haushalt bereitgestellt werden, der im Februar 1995 verabschiedet wird.

 

 

 

Schule

Lehrerstreik:

Die Lehrer bereiten im Januar 1989 einen Streik für kürzere Arbeitszeiten vor. Der Monat März beginnt mit einem folgenschweren Lehrerstreik für eine kürzere Arbeitszeit. Die Gewerkschaft macht im Februar 1991 Schlagzeilen mit der Behauptung, im gesamten Kreis würden an den Schulen rund 900 Lehrer fehlen.

 

Einstein-Schule:

Eine bedrohliche Situation bahnt sich im Februar 1989 bei den Maintaler Schulen an. Es geht um Raumprobleme nach der Umwandlung der Oberstufen-Schule in Bischofsheim in ein Gym­nasium. Der Streit hält im März an, Lösungen sind noch nicht in Sicht. Die Probleme an der Albert-Einstein-Schule beschäftigen auch im November 1989 die Gemüter. Nach der Entscheidung, die Schule zu einem Vollgymnasium auszubauen, taucht sofort das Platzproblem auf.

Die Schule, aber auch die Maintaler Parteien plädieren für den Anbau. Der Kreis als Schulträger bleibt eine klare Äußerung vorerst schuldig. Auch über ein Ausweichen in die benachbarte Villa Kunterbunt wird gesprochen, was die Eltern der dortigen Schüler in Aufregung versetzt. In einer Bürgerversammlung kommt sogar die Meinung hoch, daß die Stadt Maintal die Schulträgerschaft vom Kreis übernehmen soll. Landrat Eyerkaufer verbindet diesen Vorschlag allerdings mit dem „Erlösen“ aus Grundstücksverkäufen rund um die Bonhoeffer- und Buschschule und auch mit der Weidekaute.

Es kommt verstärkter Unmut über die gesamte Schulsituation hoch. Eltern und Schüler machen ihrem Ärger bei Demonstrationen Luft. Die Schulsituation spitzt sich im November 1989 langsam zu: Die Raumprobleme der Einstein-Schule sollen nach dem Willen aller Beteiligten nicht auf Kosten der anderen Maintaler Lerneinrichtungen gelöst werden. Die Landesregierung sieht das anders. Die Politiker in Stadt und Kreis kommen immer mehr in Bedrängnis. Von ihnen werden Sofortmaßnahmen und keine Lippenbekenntnisse verlangt.

Nach langem Gerangel der Politiker ist im November 1989 eine Lösung der Maintaler Schulraum-Misere in Sicht: Die Stadt soll Grundstücke zu Geld machen, um so einen Anbau für die Einstein-Schule in Bischofsheim zu finanzieren. Schließlich trägt der Kreis der Stadt die „Schulträgerschaft“ an, um so vollständig über Wohl und Weh der Maintaler Einrichtungen entscheiden zu können. Das „Millionengeschäft“ zwischen Stadt und Kreis ist eingefädelt, doch wird es in diesem Jahr keine Entscheidung mehr gehen. Schüler, Eltern und Lehrer bleiben im Dezember 1989 skeptisch, wenn sie die Vorschläge der Politiker beurteilen, die zur Lösung der Maintaler Schulmisere führen sollen. Ihre Demonstrationen gehen unvermindert weiter. Das Einstein-Gymnasium in Bischofsheim wird im Dezember 1991 in der Regie der Stadtverwaltung erweitert, nach jahrelangem Streit erhalten die jungen Menschen ein neues Domizil für ihr Gymnasium.

Zu einem Eklat kommt es bei der Abiturfeier des Albert-Einstein-Gymnasiums Juni 1991. Die 36 Abiturienten fühlen sich von einem Teil der Lehrer und vor allem von der Schulleitung ungerecht behandelt . Thorsten Giese. der Sprecher der Abiturienten, begründet dieses Verhalten: „Die Pädagogik seitens der Schulleitung bestand darin, die Schüler unter Druck zu setzen“. „Paragraphenreiter“, „unmenschliche Schule“, Lehrer, die ihre Pflichten vernachlässigten, seien an der Tagesordnung gewesen. Außerdem sei der Jahrgang um die horrende Zahl von 16 Schülern geschrumpft. Sie weigern sich, an der Feier im großen Saal des Bürgerhauses teilzunehmen und ziehen es vor, mit den Eltern, Geschwistern und Freunden sowie „den Lehrern, die meinen, mit unserem Jahrgang zurecht gekommen zu sein“, im benachbarten Colleg des Bürgerhauses Bischofsheim zu feiern.

 

Kästner-Schule:

Die Schulsozialarbeit an der Erich-Kästner-Schule hat im März in der Integration ausländischer Kinder eine besondere Aufgabe gefunden. Die Flut der Aussiedler schwillt im Mai 1989 langsam an, das staatliche Schulamt richtet Förderkurse für die Kinder der Aussiedler ein.

Der Unmut gegen die Schulpolitik von Stadt und Kreis entlädt sich auf einer Bürgerversammlung im Februar 1990 in der Erich-Kästner-Schule (EKS). Dabei geht es konkret um den geplanten Verkauf des Förderstufengebäudes der Bischofsheimer Gesamtschule. Die Gerüchte verdichten sich, daß der Kreis das Gebäude einer christlichen Privatschule verkaufen möchte. Die EKS kann auf keine Räumlichkeiten verzichten, die Eltern, die Lehrer und die Schüler fühlen sich von den Politikern im Stich gelassen. Bürgermeister Dr. Unger und Landrat Eyerkaufer sehen keinen „Diskussionsbedarf“ und schicken Vertreter, die sich recht ungeschickt aus der Affäre ziehen.

 

Busch-Schule:

Die Wilhelm-Busch-Schule in Dörnigheim feiert im Mai 1990 ihr 20jähriges Bestehen. Schüler, Eltern, Lehrer und Ehemalige kommen und erinnern sich an die bewegte Vergangenheit und beschäftigen sich auch mit der Zukunft.

 

Bonhoeffer-Schule:

Das ständige Gerede um die Bonhoefferschule in Dörnigheim zeigt im Mai 1990 seine Wirkung. Für das Schuljahr 1990/91 werden gerade einmal noch 31 Schüler neu angemeldet. Die Gesamtschule steht vor dem Ende. Es wird darüber diskutiert, die Schüler in der Kästner-Schule weiter zu unterrichten.

Zwischen der Stadt Maintal und dem Main-Kinzig-Kreis wird im März 1991 ein „Millionen-Abkommen“ verabredet: Es ermöglicht im März 1991 nicht nur den Bau von 160 Sozialwohnungen auf dem kreiseigenen Freigelände an der Bonhoefferschule in Dörnigheim, sondern auch den kompletten Ausbau des Albert-Einstein-Gymnasiums in Bischofsheim. Landrat und Bürgermeister haben die öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen beiden Körperschaften als großen Erfolg bezeichnet und sie als beispielhaft für Hessen vorgestellt. Der notwendige Anbau für die Albert-Einstein-Schule wird nun doch gebaut, die Stadt erklärt sich dazu bereit.

Derweil gehen Schüler, Lehrer und Eltern gegen die geplante Schließung der Dietrich-Bon­hoeffer-Schule in Dörnigheim auf die Barrikaden. Die Maintaler Schullandschaft kommt auch weiterhin nicht zur Ruhe. Zum Monatsende im November 1991 macht sich Ratlosigkeit um das Schicksal der Bonhoeffer-Schule breit: Soll die Eugen-Kaiser-Schule in Hanau tatsächlich nach Maintal umziehen?

Große Aufregung Mitte Januar 1992: Die Eugen-Kaiser-Schule soll nach dem Willen von Landrat Karl Eyerkaufer in freiwerdende Räume der Dietrich-Bonhoeffer-Schule umziehen. Massiver Protest von seiten der Schüler, Lehrer und Eltern, aber auch nochmaliges Rechnen im Landratsamt sorgt dafür, daß „dieser Kelch an uns vorübergeht“. Auch die Stadt hätte sich mit einem Berufsschulstandort Maintal anfreunden können: Schon in der Februar- Sitzung des Parlaments nämlich hat Bürgermeister Dr. Unger „die Katze aus dem Sack gelassen“: Ja, die Führungsspitze mache sich sehr wohl für den Berufschulstandort Maintal stark; schon ist keine Rede mehr von der Eugen-Kaiser-Schule alleine, plötzlich sollen alle beruflichen Schulen in die Planung einbezogen werden.

Mitte Februar wird die „heiße Planungsphase“ eingeläutet. Raumkonzepte für „Boni“ und Eugen-Kaiser-Schule sollen erstellt werden. Elternbeirat Rolf Lanio schon damals: Es wird keinen Umzug geben, weil die Kosten dafür höher liegen würden als für einen Anbau der EugenKaiser-Schule in Hanau. Er behält recht: Ende Juni kann die Bonhoefferschule stolz verkünden, der Bestand sei gesichert, mit zwei fünften Klassen gehe man ins neue Schuljahr, und - ganz nebenbei - die Umzugspläne der Eugen-Kaiser-Schule nach Maintal seien vom Tisch.

 Die Zukunft der Bonhoefferschule im Westen Dörnigheims scheint 1992 zunächst gesichert. Die Anzahl der neu angemeldeten Schülerinnen und Schüler reicht für zwei fünfte Klassen. Die Umzugspläne der Hanauer Eugen-Kaiser-Schule nach Maintal sind ebenfalls vom Tisch.

 

Diesterweg-Schule:

Die Adolph-Diesterweg-Schule in Hochstadt feiert im Juni 1991 ihr 25jähriges Jubiläum mit einem bunten Programm. Die Sonderschule befindet sich in ruhigem Fahrwasser. Die Skandale und Zukunftsprobleme anderer Maintaler Lehranstalten finden sich in Hochstadt nicht.

 

Fröbelschule:

Ihren 30. Geburtstag feiert im Oktober 1994 die Friedrich-Fröbel-Schule für Praktisch Bildbare in Dörnigheim. Selbstbewußtsein und Eigenverantwortung stehen im Unterricht geistig behinderter Schülerinnen und Schüler im Vordergrund: Schulleiterin Angelika Thannhäuser wies während der Feierlichkeiten darauf hin, wie sehr sich das pädagogische Konzept der Arbeit mit behinderten Kindern und Jugendlichen geändert habe.

 

Schuldiskussion 1993:

 Die Schuldiskussion schlägt 1993 in Maintal neue hohe Wellen, entwickelt sich nun zu einem für die Eltern unverständlichen Karussell. Zunächst kommen die Informationen nur gerüchteweise, dann immer deutlicher: Die Wilhelm-Busch-Schule soll nämlich aufgelöst und die Schüler in die Werner-von-Siemens-Schule geschickt werden. Diese wiederum möchte der Kreis in die Dietrich-Bonhoeffer-Schule verlagern. Und die Boni-Schüler sollen schließlich demnächst die Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim besuchen. Die „Boni“ soll Haupt- und Realschule werden, die „Boni“-Schüler künftig die Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim besuchen. Dieses Hickhack führt zu Protesten und Demonstrationen der Eltern und Schüler, aber auch viele Lehrer können diesen „Verschiebebahnhof“ nicht nachvollziehen und nur den Kopf schütteln. Der Protest bei den betroffenen Schülern und Eltern ist groß, eine Diskussion beginnt.

Einstweiliger Höhepunkt Anfang November 1993: Eine Demonstration, wie sie Maintal noch nicht erlebt hat. Rund 1.000 Schüler, Lehrer und Eltern gingen auf die Straße, um sich für den Erhalt der derzeitigen Maintaler Schullandschaft einzusetzen. Sie bezeichneten das Vorgehen des Schulträgers Main-Kinzig-Kreis als „herzlos und brutal, kaltschnäuzig und! Machtbesessen“ Die Diskussion geht weiter, im Februar will der Kreistag über die Zukunft der Maintaler Schulen entscheiden.

Maintaler Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Gruppen und Firmen fordern 1994 den Kreistag auf, die Maintaler Schulen in ihrem Status und an ihren Standorten zu erhalten“ - Ein Flug­blatt mit vielen Unterschriften wird herausgegeben

 „Der Widerstand wird immer breiter“, meldeten wir noch am 10. Januar 1994: 48 Organisationen hatten ihre Bereitschaft zur Unterstützung des Maintaler Schulbündnisses erklärt. Sogar Bürgermeister Dr. Unger (Meldung vom 3. Februar „Man hat das Gefühl, da werden Dinge verknüpft, wie es gerade paßt“) läßt sich symbolisch an die Eingangstür der „Boni“ anketten. In Ketten legen lassen sich auch DGB-Kreisvorsitzender Ferdi Hareter sowie etliche Maintaler SPD-Politiker. Das Maintaler Schulbündnis schaltet ganzseitige Anzeigen gegen die Pläne des Schulträgers.

Vergebens - der Kreistag und schließlich auch das Kultusministerium stimmen den Plänen des Schulträgers zu: Die „Boni“ wird zum Auslaufmodell, die Wilhelm-Busch-Schule mußte ins Gebäude der Werner-von-Siemens-Schule umziehen, die Siemensschule ihren Sitz in die vormaligen „Boni“-Räume verlagern.

 

Jugend

Bei der städtischen Jugendfreizeit im August 1989 an der Adria im sonnigen Italien verdirbt die Algenpest den Wasserratten den Spaß am Mittelmeer. Dennoch hatten die jungen Leute viel Spaß an der Ferienfahrt.

 

Das Jugendzentrum „Frankfurter Hof“ kann im Januar 1989 nach dem Eröffnungsbetrieb einen recht positiven Situationsbericht geben. Im Juni 1989 wird das Obergeschoß des Gebäudes für die Nutzung durch die Vereine fertiggestellt. Das Aber das Konzept eines Jugendzentrums ist 1994 - mangels Akzeptanz der Jugendlichen - gescheitert, darin sind sich alle einig. Der Vorschlag vom „Vereinshaus“ macht die Runde, von den einen begrüßt, von anderen schroff abgelehnt. Schließlich einigen sich die Mitglieder des Jugend- und Sozialausschusses, dem Jugend- und Familienhilfeverein „Die Welle“ eine Chance zu geben. Die beiden hauptamtlichen „Welle“-Mitarbeiter sollen ein neues Konzept für Jugendarbeit im Frankfurter Hof entwerfen.

Schon zu Beginn des Jahres 1992 rebellieren die Wachenbucher Jugendlichen, denen die Schließung ihres Clubs im Bürgerhaus droht. Die Stadt bietet stattdessen eine Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde an. Quer durch die ersten drei Monate zieht sich der Streit. Anfang März sammeln die Kinder 250 Unterschriften für eine Wiedereröffnung, Mitte April schließlich gründen sie eine Initiative und wählen sich drei Sprecher, um in andere Räume ziehen zu können - in Eigenregie. Stadträtin Priska Hinz bleibt hart.

 

Der neue Drogenberater der Stadt Maintal, Helmut Matuly, hat im Februar 1991 seine Arbeit aufgenommen und stellt sich und sein Wirken der Öffentlichkeit vor. Kritisch begleitet hat der „Tagesanzeiger“ im Jahr 1992 die Drogendiskussion, insbesondere im Zusammenhang mit der Vertreibungspolitik von Frankfurts Oberbürgermeister Andreas von Schoeler. Die Problematik - von der Sucht über die Beschaffungskriminalität bis hin zum Methadon-Programm - wurde von allen Seiten beleuchtet. Die ausführlichen Recherchen des „Tagesanzeiger“ mündeten schließlich darin, daß der Verlag als Mitveranstalter einer Diskussion zum Thema Ende November auftrat. Geladen waren Maintals Drogenberater Helmut Matuly und Sozialwissenschaftler Günter Amendt.

 

Naturschutz und Umwelt

Luftverpestung:

Eine „Elterninitiative für gesunde Luft“ macht im Januar 1989 von sich reden. Sie fordert dringend Maßnahmen der Politiker, insbesondere wird die Müllverbrennungsanlage im Frankfurter Osten abgelehnt. Im Zuge des Wahlkampfes im Kreis erteilen alle Parteien einer Müllverbrennungsanlage in Main-Kinzig eine deutliche Absage.

Das Kraftwerk Staudinger im Süden von Hanau sorgt im März 1989 für schlechte und verseuchte Luft. Maintal will mit allen rechtlichen Mitteln gegen die Luftverpestung vorgehen, weil Maintal von der Windrichtung am meisten betroffen ist.

Umweltschützer warnen im Juli 1991 vor hohen Dioxin-Werten in der Luft in Hanau und Umgebung.

 

Altlasten im Boden:

Neue „Altlasten“ machen in Bischofsheim im März 1989 von sich reden. Südlich der Autobahn wird ein Gelände auf Verseuchungen untersucht. Eine weitere Bebauung ist zu diesem Zeitpunkt fraglich. Die Bodenuntersuchungen im Gewerbegebiet zwischen Dörnigheim und Hanau sind im März abgeschlossen, die Stadt gibt grünes Licht zum Weiterbau von Industrieansiedlungen. Gleichzeitig legt der Main-Kinzig-Kreis ein Altlasten-Kataster vor. Die Sanierungen der Gelände werden Millionen verschlingen.

 

Müll:

Die „Wiederverwertungsquote“ beim Maintaler Müll ist im März 1989 deutlich gestiegen. Das Umweltamt legt diese Bilanz mit Stolz vor. Maintal schließt sich im April 1989 an ein Recycling-Center in der Stadt Nidderau an. Alle gesammelten Wertstoffe werden wiederverwendet.

Die Stadtverwaltung beklagt im April 1989  „wilde Müllablagerungen“, Mitbürger werfen Unrat und Sondermüll in die Landschaft. Im Oktober 1989 wird gemeldet: In Maintal ist die Getrennteinsammlung von Abfall in den vergangenen Jahren zu einem großen Erfolg geworden.

Der Altglas-Container feiert ein kleines Jubiläum, er wird im August 1989 in Maintal 15 Jahre alt.

In der Aktion „Saubere Stadt“ tun sich im Oktober 1989 Schulkinder als fleißige Sammler besonders hervor.

Der Umlandverband sorgt im April 1989 für helle Aufregung: Maintal wird als Standort für eine Mülldeponie untersucht, doch es sind noch ein halbes Dutzend andere „Standorte“ im Gespräch. Noch immer ist im Juni 1989 das Maintaler „Lohfeld“ als Standort für eine Müllkippe im Gespräch, Politiker ergehen sich in verbalen Scheingefechten, die von den Bürgern kaum nachzuvollziehen sind. Die Diskussion über eine mögliche Mülldeponie, die der Umlandverband Frankfurt auf dem Lohfeld in Bischofsheim [richtig: Hochstadt] bauen will, erhitzt auch im Mai 1990 die Gemüter. Hunderte von Maintalern sprechen gegen den Bau der Deponie aus und mobilisieren den Widerstand. Eine Demonstration gegen die Deponie bringt über 1.000 Gegner auf die Straße. Rund 18.000 Bürger beteiligen sich an einer Unterschriftenaktion gegen die Deponie. Schließlich läßt der Umlandverband den Plan fallen.

Die Stadt macht mit ihren Sparplänen ernst: Die grauen Restmülltonnen werden ab 1994 nur noch alle 14 Tage geleert. „Müll und Chaos“ betitelt der Tagesanzeiger die Änderung im Abfuhr-Turnus.

An der Müllpolitik scheiden sich im Main-Kinzig-Kreis Ende März 1992 die roten und grünen Geister. Als dann auch noch die „braune“ NPD den Sozialdemokraten zur Mehrheit für einen Deponiestandort Hohestein-Eckenberg verhilft, ist für die Grünen der Ofen aus, die Koalition „gestorben“. Rücktrittsforderungen an den Landrat werden laut, doch der denkt gar nicht daran, sich einschüchtern zu lassen, springen doch seine Genossen in die Bresche. Einig sind sich die Sozialdemokraten im Juni auch wieder, als der Grüne Kreisbeigeordnete Harald Friedrich weiter entmachtet wird und der Landrat die Ressorts Gesundheit und öffentlicher Personennahverkehr selbst übernimmt.

 

Wald:

Der Frankfurter Umlandverband legt im April 1989 eine Flächenbilanz vor: Mehr als die Hälfte des Maintaler Bodens besteht aus Ackerland oder Wald.

Laut Forstrat Werner Schaaf ist die Situation im Maintaler Stadtwald schlimmer als befürchtet. Ein Gutachten im Januar 1990 bringt es an den Tag: Der Waldboden ist übersäuert. Die Firma Geocomp und die Forstleute schlagen eine Probekalkung aus der Luft vor.

 

Kompostierungsanlage:

In Maintal wird im Januar 1991 ein neues Konzept für die Bioabfall-Kompostierung vorgestellt. Während der Streit um die mögliche Mülldeponie immer größer wird, findet im Mai 1990 an der Otto-Hahn-Straße in Dörnigheim der Spatenstich für die Biomüll-Kompostie­rungs­anlage statt. In Dörnigheim wird im Juli 1991 die Bio-Mülltonne eingeführt, bis 1992 soll ganz Maintal an die Biomüll-Kompostierung angeschlossen sein. Bei dem Spatenstich war auch Hessens Umweltminister Weimar anwesend.

 

Sonstiges:

Die „Naturkundestelle“ des Main-Kinzig-Kreises, eine relativ neue Einrichtung, stellt im Mai 1989 eine aufsehenerregende Schriftenreihe zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt und zu den landschaftlichen Erscheinungsformen vor. Den Umweltpreis der Stadt Maintal erhält in diesem Jahr im Mai 1989 der Vogelschützer Kurt Göritz.

Viel beachtete Neuheit im Juni 1989 sind die „Umweltwochen in Maintals Kindergärten“, Kinder sind über neuartige Erfahrungen geschockt. Im Rahmen der weithin beachteten „Umweltwoche der Kindertagesstätten“ werden Juli 1989 die Kleinen zu Vorbildern in Sachen Umweltschutz.

Der Main-Kinzig-Kreis will im Mai 1991 seine Energiepolitik auf eigene Füße stellen, die Dienstleistungsunternehmen für Gas, Strom und Wärme in eigene Regie nehmen. Im Parlament des Main-Kinzig-Kreis kommt es im Juni 1991 erstmals zum offenen Streit zwischen beiden Koalitionspartnern SPD und Grüne, das alles beherrschende Thema ist die Müllentsorgung.

Der Umweltpreis der Stadt Maintal wird im Mai 1991 wegen fehlender Preis-Aspiranten wieder abgeschafft.

Maintals neu gegründete Wärme GmbH will im Juli 1991 für eine sparsame und umweltfreundliche Energieversorgung zuständig sein.

Hohe Auszeichnung für den Maintaler „Vogeldoktor“ Günter Röll: Klaus Töpfer, der damalige Bonner Umweltminister würdigt 1994 die unermüdliche Arbeit von Irene und Günter Röll zum Wohle verletzter und kranker Tiere mit dem Bruno H. Schubert-Preis

 

 

Gesundheitswesen

Ärztlicher Vertretungsdienst:

Der Raummangel für das Deutsche Rote Kreuz wird im April 1989 immer prekärer, Stadt und Kreis sollen helfen. In der Stadt geben die Politiker im April 1991 grünes Licht für den Ausbau der Maintaler DRK-Station. Stadt und Ärzteschaft unterzeichnen im Dezember 1991 den Finanzierungsvertrag für eine neue Notarztstation.

 

Elsterplage:

Die sogenannte „Elsternplage“ sorgt im Februar 1993 ab Februar für Monate immer wieder für Wirbel „Elstern zum Abschluß freigeben heißt Singvögel retten“ sagen die einen (vor allem Jäger, Vogelschützer, gerührte Damen), „Laßt die Elstern in Ruhe, die Natur reguliert sich selbst“, sagen die anderen. Es folgt Leserbrief auf Leserbrief, wobei sich Elsterngegner teilweise haarscharf an der Grenze des guten Geschmacks bewegen.

 

 

Behinderten-Behandlungszentrum:

Schon 1992 ist es nur der Spendenbereitschaft der Maintaler, aber auch dem Einsatz von Kommunalpolitikern, zu verdanken, daß der Spastikerverein Maintal sein Therapiezentrum in der Hermann-Löns-Straße in Dörnigheim nicht schließen muß: Von Januar 1992 bis zum Jahresende wird fleißig gesammelt, kurz vor Weihnachten kommt die frohe Nachricht: Die für Behinderte so wichtige Institution bleibt bestehen.

Wie ein Lauffeuer verbreitet sich aber im März 1993 das Gerücht, daß das Behinderten-Behandlungs­zentrum Main-Kinzig an der Hermann-Löns-Straße in Dörnigheim zum Jahresende geschlossen werden soll - wegen Geldmangel, wie es schon bald von offizieller Stelle heißt. Kaum wird das Gerücht zur Tatsache und steht schwarz auf weiß in der Zeitung, formiert sich eine Front des Widerstands um die „Interessengemeinschaft Therapiezentrum“, die bis zum heutigen Tag um den Erhalt der Einrichtung kämpft.

Aufatmen bei den Mitarbeitern des therapeutischen Behandlungszentrums für behinderte Menschen in der Dörnigheimer Hermann-Löns-Straße: „Das Behandlungszentrum bleibt offen“, so unsere Schlagzeile am 7. März 1994. Der Vorstand des Behindertenwerks Main-Kinzig hatte seinen Beschluß, die Behandlungszentren in Dörnigheim und Linsengericht zu schließen, nach massiven Protesten vor Ort rückgängig gemacht.

 

Sonstiges:

Der „Bund alkoholabstinenter Kraftfahrer“ lädt im Mai 1989 in Maintal zu einer weithin beachteten Orientierungsfahrt.

In Maintal eröffnet im Juni 1989 eine neue AOK-Geschäftsstelle; die politische Prominenz nutzt die Möglichkeit der Selbstdarstellung.

In Dörnigheim wird im August 1989 eine chirurgische Praxis eröffnet.

Die Bezirksgeschäftsstelle der DLRG zieht im März 1991 nach Maintal-Wachenbuchen um.

Im Oktober 1991 kann sie stolz auf ihre sommerliche Leistungsbilanz sein.

 

 

Kirche

Der Fall der Mauer geht natürlich auch an Maintal nicht spurlos vorbei. Im Dezember 1989 kommen 80 Bürger aus der thüringischen Gemeinde Tiefenort nach Maintal. Pfarrer Helmut Sobko predigt in der Kirche am Main. Mit den Kontakten zu Pfarrer Manfred Dehnen sei, so Sobko, breite Unterstützung und moralischer und geistlicher Beistand aus dem Westen gekommen. Die Gäste aus der DDR fühlen sich in Maintal sichtlich wohl. Ein ausgearbeitetes Wochenendprogramm führt die jungen und älteren Thüringer durch die Stadt. Untergebracht sind sie bei Gastfamilien. Alle Beteiligten sind sich einig: dieser Besuch soll nicht die letzte Begegnung zwischen den beiden Orten bleiben.

Die evangelischen Kirchen rufen im Mai 1989 zu Gemeindewahlen auf und verbinden den Wahlakt an vielen Orten mit Festlichkeiten im Freien.

Im Stadtteil Bischofsheim wird im Juni 1989 nach 27jähriger Tätigkeit der beliebte Pfarrer Josef van Besien in den verdienten Ruhestand verabschiedet. Seine Kirchengemeinde ist die katholische Kirchengemeinde St. Theresia Bischofsheim, die das das 25 jährige Bestehen feiert. Er erhält von Bürgermeister Dr. Unger die Goldmedaille der Stadt Maintal. Van Besien hat sich vor allem um die Jugendarbeit verdient gemacht. Auch später war er ein sehr geschätzter Pfarrer. Sein Nachfolger wird Hans Hermann Klüh.

Die Restaurationsarbeiten an der Hochstädter Kirche stehen vor dem Abschluß, Experten loben das historische Kleinod.

Der Rohbau des Kirchenzentrums in Hochstadt ist im Mai 1991 abgeschlossen, die katholische Kirche stellt ihr Konzept vor.

Nach fünf Jahren verläßt im September 1991 die evangelische Pfarrerin Barbara von Teichmann-Keim Dörnigheim. Sie war von der südhessischen Landeskirche in Hessen-Nassau an die Kollegen der Kirche in Kurhessen und Waldeck nur „ausgeliehen“ worden. Nun geht sie in das kleine Dörfchen Wersau bei Reinheim im Odenwald.

Nach jahrelangem Kampf zwischen Stadt und evangelischer Kirche Dörnigheim kann im April 1992 der Anbau an die Kirche am Main endlich eingeweiht werden. Vom hauptamtlichen Magistrat allerdings läßt sich keiner blicken.

Im Mai, am Himmelfahrtstag 1993, stehen die Kinder an einem Tag im Mittelpunkt: Zum Kinderkirchentag trafen sich rund 250 Kinder aus den Gemeinden Hanau-Land im evangelischen Gemeindezentrum Dörnigheim. Rund 50 Helfer aus den beteiligten Gemeinden kümmerten sich um den reibungslosen Ablauf, in dessen Rahmen sich die Kinder mit Symbolen aus der Geschichte von Rut und Noomi vorstellten. Aber auch Spiele, Hanfarbeit, afrikanische Tänze und Lieder mit der Kirchenband gehörten zum Kinderkirchentag, der mit der „Hochzeit“ von Rut und Boas endete.

Pfarrer Ulrich Frick sagt im September 1994 bei seinem Abschied: „Ich habe immer versucht; eine deutliche Sprache zu sprechen“. Fast 20 Jahre hielt Frick seiner evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim die Treue. Nachfolgerin Helga Czysewski hält am letzten Maisonntag ihren Antrittsgottesdienst.

 

 

Vereine

Allgemeines:

Die Stadtverwaltung ehrt im März 1991 verdiente Vereinsmitglieder. Bei der Sportlerehrung der Stadt Maintal werden im Oktober 1991 von Bürgermeister Dr. Walter Unger über 400 Maintaler Sportler ausgezeichnet. Die Maintaler Alt-Fußballer Heinrich Fischer (Germania Dörnigheim) und Heinz Wolf (Kewa Wachenbuchen) werden m Mai 1991 für ihre besonderen Verdienste ausgezeichnet.

Die Maintaler Vereine können sich im März 1991 mit dem Geschirrmobil noch nicht so recht anfreunden, erst im Sommer soll es in den „Probebetrieb“ gehen. Plastikgeschirr soll endgültig aus Maintals Festzelten und von Festplätzen verschwinden, in einer großen Kampagne wird im Mai 1991 das Geschirrmobil vorgestellt. Es wurde bei Straßenfesten eingesetzt, aber bald wieder aufgegeben, weil der Transport des Geschirrs zu umständlich war.

Für Maintals Sportanlagen gibt es im Mai 1991 Entwarnung, alle Plätze wurden untersucht, und es wurde kein giftiges „Kieselrot“ gefunden.

 

Fußball:

Der FSV Bischofsheim wird im Januar 1989 seiner Favoritenrolle gerecht und gewinnt die 5. Maintal-Meisterschaft im Hallenfußball. Im April 1989 trauert er um Herbert Jacobi, der sich insbesondere um den Jugendbereich verdient gemacht hat. Kreispokalsieger wird im Mai 1989 die D-Jugend des FSV-Bischofsheim. Der FSV Bischofsheim wird im August 1989 bei 14. Fußball-Stadtmeisterschaft erstmals Meister. I Mai 1991 schafft er den Aufstieg in die Landesliga Süd. Der FSV Bischofsheim gewinnt im Juli 1992 die 17. Fußball-Stadtmeister­schaft. Dieter Schildge nimmt im Februar 1994 beim FSV Bischofsheim seine achte Amtsperiode in Angriff.

 

Der 1. FC Hochstadt steigt im Mai 1989 aus der Fußball-Bezirksliga ab. Im September 1989 trauert er um seinen Ehrenvorsitzenden Heinrich Seibel und um Manfred Errolat.

. Der FC Hochstadt gewinnt im Januar 1990 die 6. Maintal-Meisterschaft im Hallenfußball. Der 1. FC 1911 Hochstadt feiert im April 1991 seinen 80. Geburtstag im Bürgerhaus Hochstadt. Der frühere Vorsitzende Heinrich Stoppel wird zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Landrat Karl Eyerkaufer, ebenfalls Ehrenvorsitzender des FCH, erinnerte an die großen Zeiten in der Hessenliga, aber auch an die weniger erfolgreichen Abschnitte in der Vereinsgeschichte des heutigen Bezirksligisten. Die Fußballer des FC Hochstadt gewinnen im Januar 1991 die 1. offizielle Hallen-Stadt­meisterschaft und gehen auch bei der 16. Fußball-Stadtmeisterschaft im Juli 1991 als verdienter Sieger hervor. Der FC Hochstadt feiert im Januar 1992 erneut den Gewinn der Fußball-Stadtmeisterschaft in der Halle. Im Juni 1992 besteht er die Relegationsrunde und steigt in die. Fußball Bezirksoberliga auf. Im März 1993 weilt er auf Sri Lanka und bestreitet dort vier Freundschaftsspiele.

 

 

Die FC Germania Dörnigheim wird im Juni 1990 zum dritten Mal Fußball-Kreispokalsieger.

Unterliegt aber im September 1990 im Pokal-Wettbewerb auf Bezirksebene dem Oberligisten FSV Frankfurt 1:2. Dieses Spiel wird wenige Wochen später annulliert, da eine Verwechslung vorlag. Als Frankfurter Kreispokalsieger hätte Rotweiß und nicht der FSV gegen die Maintaler Mannschaft spielen müssen. Der FC Germania Dörnigheim entscheidet im Januar 1993 die 3. Fußball-Stadtmeisterschaft in der Halle zu seinen Gunsten. Die F-Schüler des FC Germania gewinnen im Mai 1993 den Kreispokal. Zum zehnten Male gewinnt Germania Dörnigheim im Juli 1993 die Fußball-Stadtmeisterschaft. Endlich steht sie im August 1993, die Jugend-Spielergemeinschaft der beiden Dörnigheimer Fußballvereine Germania und DSV. Antonio Gracia,. Trainer des FC Germania Dörnigheim wirft im September 1993 entnervt das Handtuch. Wenige Tage später wird mit Joachim „Bo“ Grein sein Nachfolger vorgestellt. Die Soma-Fußballer des FC Germania Dörnigheim feiern im Mai 1994 ihr 30jähriges Bestehen.

FC Germania gewinnt an der „Dicken Buche“ im August 1994 seine 11. Fußball-Stadtmeisterschaft. Ex-Leichtathletin Birgit Prinz (für den FSV Frankfurt in der Bundesliga aktiv) sprintet im September 1994 in die Fußball-Nationalmannschaft. Nachwuchs-Fußballer Marc Außenhof gewinnt im Juli 1994 mit der C-Jugend von Kickers Offenbach die Südwestdeutsche Meisterschaft.

 

Dörnigheimer SV heißt im August 1990 der erste offizielle Stadtmeister Alt-Herren-Stadt­meister im Fußball. Im Mai 1991 ebnet er sich den Aufstieg in die Bezirksliga. Den Fußball-Damen des Dörnigheimer SV gelingt im Mai 1993 in eindrucksvoller Manier der Aufstieg in die Bezirksoberliga. Die B-Jugend-Fußballer des Dörnigheimer SV gewinnen im Juni 1993 den Main-Kinzig-Pokal.

 

Die C-Jugend der Kewa Wachenbuchen wird im Mai 1989 ungefährdet Kreismeister. Uwe Jung wird im März 1991 zum Vorsitzenden der Kewa Wachenbuchen gewählt. Im August 1991 feiert die Kewa ihren 80. Geburtstag. Im September 1991 erringt sie die Fußball-Stadtmeisterschaft für Alt-Herren-Mannschaften. Im Fußball-Kreispokal siegt im November 1992 die A-Jugend der Kewa Wachenbuchen und die B-Jugend des Dörnigheimer SV.

 

 

Weitere Sportvereine:

Handball:

Die Handball-Minis der FTD Dörnigheim werden im April 1989 Kreismeister. Gleichzeitig wird Paul Watzke Abteilungsleiter bei den FTD-Handballern. Die Handballdamen stehen im Februar 1992 in der zweiten Pokalrunde auf Hessenebene.

Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte erreicht im Dezember 1989 die Herren Handball- Mannschaft der TG Dörnigheim im Pokal die Hessenebene. Die Handballer der TG Dörnigheim werden im März 1990 Meister und steigen in die Bezirksliga auf. Im April 1991 stehen sie vorzeitig als Meister der Bezirksliga II fest und feiern ihren Aufstieg. Im März 1993 stirbt der Handballtrainer der TGD-Damen Heinz Schäfer im Alter von 45 Jahren. Manfred Just, Handball-Legende der Turnerschaft Steinheim und unter anderem Meistertrainer bei der TG Dörnigheim, feiert im Januar 1994 seinen 70. Geburtstag.

Im August 1993 gibt es eine Spielgemeinschaft zwischen den beiden Dörnigheimer Vereinen FT und TG, ab Februar 1994 wollen sie gemeinsam planen und eine feste Spielgemeinschaft ins Leben rufen.

Den Handball-Damen TS Bischofsheim gelingt 1989 der Aufstieg in die Kreisklasse A. Der amtierende Deutsche Meister und mehrfache Europapokalsieger TV Großwallstadt gastiert im August 1990 bei der TS Bischofsheim und gewinnt das Handball-Freundschafts­spiel mit 34:15 Toren.

 

Volleyball:

Die Volleyballer der TS Bischofsheim werden im März 1990 Meister in der Kreisklasse.

Im August 1992 nehmen 31 Volleyball-Teams aus nah und fern am Malibu-Cup der TS Bischofsheim teil. Die Volleyballer I der TS Bischofsheim steigen im März 1993 als Meister in die Bezirksoberliga auf; ebenso die Volleyballer der TG Dörnigheim. Die Volleyball-Damen H der Turnerschaft Bischofsheim feiern im Februar 1994 vorzeitig die Meisterschaft in der Bezirksliga Mitte.

 

Turnen:

Bei den Hessenmeisterschaften im Dezember 1990 landen Dunja Eisenhauer/Sarah Wernig, Kristina Kröll/Marlene König von der Sportakrobatik-Abteilung der Turnerschaft Bischofsheim im Vorderfeld. Kristina Kröll und Marlene König von der Sportakrobatik der TS Bischofsheim werden im April 1992 Hessenmeister.

 

Der FTD-Turner Sacha Bräuning qualifiziert sich im August 1989 für die Deutschen Meisterschaften im Jahn-Neunkampf. Sacha Bräuning (FTD/LGD) feiert im August 1992 den Gewinn der Hessenmeisterschaft im Jahn-Neunkampf. August Roth Ehrenvorsitzender der FTD tritt im November 1989 als Vorsitzender des Turngau Offenbach-Hanau aus gesundheitlichen Gründen zurück.

Er stirbt im April 1994 im Alter von 71 Jahren. Turn-Stadtmeister wird im November 1991die Mannschaft der Freien Turnerschaft Dörnigheim. Die Riege der Freien Turnerschaft Dörnigheim gewinnt im Oktober 1993 die Stadtmeisterschaft im Turnen. Jörg Herpich löst im April 1994 Peter Foehr als Vorsitzenden der Freien Turnerschaft Dörnigheim ab. Die FT Dörnigheim gewinnt im Oktober 1994 zum achten Male die Stadtmeisterschaften im Turnen.

 

Hessischer Vizemeister wird im November 1990 die Gymnastik-Wettkampfgruppe der TGD.

Die Wettkampf-Gymnastikgruppe der TG Dörnigheim belegen im Dezember 1991 bei der Hessenmeisterschaft Rang zwei. Paul Behr - über 30 Jahre lang dem Führungsgremium der Turngemeinde Dörnigheim angehörend und lange Zeit Vorsitzender - wird offiziell im Januar 1993 verabschiedet, mit zahlreichen Ehrungen bedacht. Horst Maigatter bleibt im März 1993 an der Spitze der Turngemeinde Dörnigheim.

 

Im März 1990 wird Günter Maker neuer Vorsitzender des TV Hochstadt. Er löst Gerhard Collmann ab. Hans Kemler wird im März 1992 Vorsitzender des TV Hochstadt

Beim Gaukinderturnfest im Juni 1991 ist der TV Hochstadt der erfolgreichste Maintaler Verein.

Manfred Wolf wird im April 1992 an die Spitze der Freien Turnerschaft Wachenbuchen gewählt.

 

 

 

Leichtathletik:

Amona Schneeweis aus Hochstadt wird 1989 Deutsche Jugendmeisterin im 60 Meter Hürdenlauf. Bei den Süddeutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Gelnhausen setzt sie sich im Juli über 100 Meter Hürden durch. Bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften im August 1991 erläuft sie im Hundert Meter Hürdensprint den dritten Platz. Sie gewinnt im Januar 1993 bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften den Hürden-Sprint. Amona Schneeweis verteidigt im Januar 1992 ihren Hessenmeistertitel über 60 Meter Hürden.

John Laws aus Bischofsheim siegt 1989 beim Frankfurt Marathon in seiner Altersklasse.

Am Wien-Marathon nehmen im Mai 1990 teil von der LG Dörnigheim: Heinz Kühhirt, Margit Benischke, Alfred Benischke und Rainer Kühhirt. Im Oktober 1990 nehmen 22 Läufer/innen von der LG Dörnigheim am Frankfurter Stadtmarathon teil.

Alexander Stöckel von der LG Dörnigheim wird im Juli 1990 hessischer Vizemeister.

Bei den Kreismeisterschaften der Leichtathleten im Mai 1992 erringen Susanne Reichert, Elke Grommes und Eva Jungblut von der LG Dörnigheim erste Plätze. Bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Senioren im September 1992 sprintet die Wachenbuchenerin Elfriede Kalle über 200 Meter auf Platz eins.

Die Nachwuchs-Leichtathleten Eva Jungblut und Steffen Seitz gewinnen im März 1994 für die LG Dörnigheim Kreismeisterschaften. Bei den Kreismeisterschaften der Leichtathleten in der Hanauer August-Schärttner-Halle im Februar 1992 können mehrere Sportler Siege nach Maintal holen: Vielseitigkeitstalent Mark Schneider aus Hochstadt, Juliane Habermann und Nicole Wullers (beide TV Hochstadt) und Eva Jungblut (LG Dörnigheim).

Die LG Dörnigheim überreicht im November 1990 in einer Feierstunde 101 Sportabzeichen in Gold, Silber und Bronze. Im Februar 1993 überreicht die Leichtathletikgemeinschaft Dörnigheim 80 Sport- und Laufabzeichen

 

Fechten:

Rund 200 Mädchen und Jungen aus der gesamten Bundesrepublik folgen im Februar 1989 einer Einladung der Fechtabteilung der TG Dörnigheim zum Turnier um die „Goldene Maske von Maintal“.

Der TGD-Fechter Matthias Kamberg gewinnt im Februar 1990 ein internationales Turnier in Belgien. Er erficht im Mai 1991 die Deutsche B-Jugend Meisterschaft und wird im Oktober 1994 hessischer Juniorenmeister im Florett.

Der Fechtnachwuchs der TG Dörnigheim etabliert sich 1989 bei den Meisterschaften in Offenbach in der Hessischen Spitze. Hessische Jugendmeisterin wird im April 1992 die TGD-Fechterin Simone Walther. Fechterin Kerstin Hartenfeller (TGD) gewinnt im März 1993 bei der Hessenmeisterschaft Gold (Florett) und Silber (Degen). Aufgrund ihrer überragenden Nachwuchsarbeit wird die Fechtabteilung der TGD im Juli 1993 zum Landesstützpunkt ernannt. TDG-Nachwuchsfechter Dennis Kürschner wird im Mai 1994 für die Hessenauswahl nominiert.

 

Tennis:

Der 1. Tennisclub Blau-Rot Maintal feiert im März 1989 sein 20jähriges Bestehen.

Die Tennis-Damen des Bischofsheimer TV steigen 1989 in die Bezirksklasse B auf.

Die Senioren und Jungsenioren der Tennisgemeinschaft Dörnigheim schaffen 1989 den Aufstieg in die Bezirksklasse B. Hans-Werner Spieß wird im Dezember 1991 zum Vorsitzenden des Tennisclub „Blau- Rot“ gewählt. Willi Lieven, Tennis-Senior des Bischofsheimer TV, ist im Mai 1994 erstmals in der Weltrangliste plaziert.

 

Tischtennis:

Die Tischtennis-Damen der TG Dörnigheim qualifizieren sich im März 1992 für den Hessenpokal.

 

Squash:

Kurt Kaplan wird im Januar 1989 zum neuen Vorsitzender der Dörnigheimer Squasher gewählt. Die Maintaler Squash-Damen Heike Resler, Iris Höfling und Beate Maikranz nehmen 1989 auf Hessenebene die ersten drei Plätze ein. Nur knapp verfehlen die Maintaler Squash-Damen im Mai 1990 bei einem Turnier in Berlin den Aufstieg in die Bundesliga, der sie dann aber doch angehören. Im Oktober 1990 wird Tanya Nash hessische Squash Nachwuchsmeisterin für den SC Maintal

 

Schützen:

Die Sportschützengemeinschaft Maintal wählt 1989 Jürgen Suter zum Vorsitzenden.

Im März 1992 wird Andreas Schulz zum Vorsitzenden der Sportschützen-Gemeinschaft Maintal-Bischofsheim gewählt. Die Kleinkaliber-Standard-Gewehrmannschaft der Sportschützengemeinschaft Maintal feiert im September 1993 ihren Aufstieg in die Gauklasse.

Der Maintaler Sportschützenclub trauert im Oktober 1991 um Ehrenmitglied Otto Pläger.

Die Schützengilde Wachenbuchen trauert 1989 um Karl Heinz Koch.

 

Kampfsportarten:

Julian Dirksen vom Bischofsheimer Judo-Nachwuchs wird im Mai 1989 Bezirksmeister.

Bei den Judo-Kreismeisterschaften im Juni 1990 werden Kreismeister: Regina Song Köllner, Alexandra Reisser, Kim Harald Köllner, Sebastian Eben und Tanja Baranek.

Alexandra Reisser holte sich im Dezember 1990 im Judo die Südwestdeutsche Meisterschaft.

Judo-Hessenmeister der männlichen C-Jugend im September 1991 wird der FTD-Judoka Simon Eberl. Judo-Bezirksmeisterin der B-Jugend wird Steffi. Duda vom JC Bischofsheim.

Alexandra Reiser, FTD-Nachwuchs-Judoka erkämpft sich im November 1991 die Südwestdeutsche Vizemeisterschaft.

FTD-Judoka Melanie Skowron gewinnt im März 1992 die Vizemeisterschaft auf Südwestebene. Stefanie Duda (Judo-Club Bischofsheim), Nicole Dunstheimer und Micha Janz (FT Dörnigheim) erkämpfen sich im September 1992 die Bezirksmeisterschaft.

Die FTD-Judo-Abteilung richtet im Dezember 1992 in der Maintalhalle die Deutsche Jugendmeisterschaft der Landesverbände aus.

Die Judo-Abteilung der Freien Turnerschaft Dörnigheim richtet im Dezember 1993 zum zweiten Mal die Deutschen Jugendmannschafts-Meisterschaften der Landesverbände aus.

Nicole Dunstheimer feiert im Mai 1993 den Gewinn der Judo-Hessenmeisterschaft. Im September 1994 entscheidet sie die Judo-Hessenmeisterschaft der weiblichen A-Jugend zu ihren Gunsten.

 

Das TGD-Karate-Team mit Oliver Dabo, Markus Wagner und Sven Stubenrauch wird 1989 Hessenmeister. Im Juni 1991 werden in Maintal deutsche Meisterschaften in Karate ausgetragen. Der 11jährige Panagiotis Konstantinou ist im September 1991 jüngster Hessenmeister der TGD-Karate-Abteilung. Die Freie Turnerschaft Wachenbuchen gibt im Oktober 1991 die Gründung einer Sportkarate-Abteilung bekannt. Shokotan Maintal, Karateabteilung der TGD, weiht im Juni 1992 das neue Trainingsdomizil an der Wilhelmstraße ein.

 

Kegeln:

Emil Stork und Horst Landgraf qualifizieren sich 1989 für die Deutschen Meisterschaften im Kegeln. Emil Stork vom KSV Bischofsheim wird 1990 Kegel-Bezirksmeister der Senioren B.

Horst Landgraf (KSV Bischofsheim) wird 1990 Bezirksmeister im Kegeln. Emil Stork vom Kegelclub 53 Bischofsheim erreicht im Februar 1992 bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren B die Bronzemedaille. Bei den Kegel-Bezirksmeisterschaften der Senioren im Dezember 1992 wird Emil Stork vom KC 53 Bischofsheim Bezirksmeister. Kegler Horst Landgraf von der KSV Bischofsheim gewinnt im Januar 1993 die Hessenmeisterschaft der Senioren B.

Die Keglerinnen der FTD steigen im Mai 1990 in die Bezirksklasse auf. Die FTD-Keglerin Annemarie Zugenbühler wird im Dezember 1990 Bezirksbeste der Seniorinnen B. Der Maintaler Sportkegler Anton Schleich wird im April 1994 Dritter der Deutschen Meisterschaften.

 

Rollkunstlauf:

Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Rollkunstlaufen im Juli 1989 erringt die Vierer-Gruppe des RSC Dörnigheim die Vize-Meisterschaft. Stefanie Hinzen und Stephanie Waitz­bauer qualifizieren sich im Juni für die Deutschen Jugendmeisterschaften im Rollkunstlauf.

Stephanie Waitzbauer vom RSC Dörnigheim erläuft sich im Juli 1992 die Vize-Meisterschaft bei den Hessischen Junioren.

 

Wassersport:

Den Wassersportlern soll im August 1989 nach dem Willen der hessischen Landesregierung das Leben auf dem Main erheblich schwerer gemacht werden.

Marie-Anne Buthmann, Motor-Yacht-Club Dörnigheim, verteidigt im September 1989 ihren Titel im Figurenlauf bei den Deutschen Meisterschaften im Wasser-Skilaufen. Bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften im Wasserskilaufen verteidigt Marie-Anne Buthmann im August 1991 ihren Titel im Figurenlauf erfolgreich. Marie-Anne Buthmann gewinnt im November 1993 bei den Wasserski-Europameister­schaften Gold und Silber.

Die Wasserfreunde Maintal blicken im November 1994 auf ihr 20jähriges Bestehen zurück, richten im Maintal-Bad eine Großveranstaltung aus.

 

Radball:

Der Rad- und Kraftfahrverein Solidarität in Hochstadt feiert im März 1987seinen 75: Geburtstag, ein großes Programm wird angekündigt.

Die Radballer des RV Hochstadt werden in der Besetzung Rainer Wölfel, Frank Sonntag, Heinz Rahmel, Markus Rauch und Stefan Kolb 1989 Bezirksmeister im Fünfer-Radball.

Die Junioren- und Jugend-Radballer des RV Hochstadt nehmen im Januar 1990 an einem internationalen Turnier in Lustenau teil.

Gerhard Heussener wird im April 1990 Vorsitzender des Radfahrverein Hochstadt und löst Wilfried Seng ab. Im Juni 1991 wird ein internationale Radballturnier ausgetragen.

Frank Sonntag und Gerhard Heussener vom RV Hochstadt sind im November 1991 Bezirksmeister im Zweier Radball.

Den Hochstädter Radballern gelingt es im November 1992 als neuen Trainer Jan Pospisil, den Sohn des 25fachen Weltmeisters aus Brünn, zu verpflichten. Die Hochstädter Radballer Pospisil/Paul steigen im Mai 1993 in die Landesliga auf. Jan Pospisil und Frank Rippert feiern im März 1994 in der Radball-Landesliga ungeschlagen die Meisterschaft. Der Radfahrverein Hochstadt feiert im Juni 1994 den größten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte, gewinnen doch Jan Pospisil und Frank Rippert die Hessenmeisterschaft im Radball.

 

Beim Altstadtfest unter der Linde in Dörnigheim im Jahr 1980 ist auch der Rad- und Kraftfahrverein „Solidarität“ mit dabei, teilweise mit historischen Rädern. Im Juni 1987 feiert die „Solidarität“ in Dörnigheim feiert ihren 75. Geburtstag. Im Kunst- und Einradfahren erzielt Okan Celiker vom RKV „Solidarität“ im März 1991 den Bezirksmeistertitel. Der Rad- und Kraftfahrverein „Soli­dari­tät“ trauert im April 1994 um den langjährigen Vorsitzenden Karl Konrad.

 

Badminton:

Mit zwei überraschenden dritten Plätzen kehrt Henning Voepel vom Badmintonverein Maintal im Februar 1990 von den Deutschen Jugendmeisterschaften aus Stade zurück. Im April 1990 wird Karlheinz Fix Deutscher Meister der Badminton- Senioren. Bei den Hessischen Seniorenmeisterschaften im Badminton erringt Karl-Heinz Fix im Februar 1991 den Meistertitel. Bezirksmeisterschaft für Voepel/Dietz vom Badminton-Verein Maintal im November 1992.

Die 1. Mannschaft des Badminton Verein Maintal schafft im Januar 1993 die Qualifikation für die 2. Bundesliga. Mit seinem Wiesbadener Doppelpartner Eby holt Henning Voepel (Badminton Verein Maintal) im Februar 1993 den hessischen Juniorentitel und die Vizemeisterschaft im Einzel. Ungeschlagen schafft die zweite Badminton-Mannschaft des BV Maintal im Januar 1994 den Aufstieg in die Oberliga.

 

Eisstockschützen:

Maintal ist sicherlich keine Wintersporthochburg. Aber Maintal hat einen Eisstockschützenverein, der sehr rege ist und Turniere auf der Anlage am Bischofsheimer Waldsportplatz austrägt. Erster Vorsitzender ist der frühere Bürgermeister Erwin Henkel. Er übernimmt im Januar 1993 bei den Eisstockschützen das Amt des Vorsitzenden

 

Sonstige:

Bei den Gehörlosen Bowling-Europameisterschaften im Juni 1990 in Malmö holt Gaby Meyer aus Hochstadt zweimal Gold.

Das internationale Schlittenhunderennen in Hochstadt stößt zum Jahreswechsel 1989/1990 auf große Zuschauerresonanz, organisiert von Klaus Karau.

Bei den Kreismeisterschaften der Vielseitigkeitsreiter im April 1991 erringt Sieglinde Künkler Rang zwei. Die Maintalerin Sieglinde Künkler ist im Mai 1992 die überragende Reiterin bei den Vielseitigkeits-Kreismeisterschaften in Wilhelmsbad.

Bei den Südwestdeutschen Meisterschaften im Rock'n'Roll holen im Mai 1993 Marina Bangert und Dieter Schlüter (Rocking Club Maintal) als erstes hessisches Paar den Titel.

Marc Becker (Tanzsportclub Maintal) gewinnt im Mai 1993 zusammen mit seiner Partnerin Nicole Giers­beck die Hessenmeisterschaft der Hauptklasse D. Die Lateinformation des 1. Maintaler Tanzsportclubs schafft im Mai 1994 den Aufstieg in die Regionalliga.

Im Bundesfinale „New Dance Cup“ erreichen im Dezember 1994 die Gymnastinnen der TG Dörnigheim den zweiten Platz.

Die erstmals ins Leben gerufene Maintaler Electronic-Dart-Liga feiert im Dezember 1993 einen erfolgreichen Abschluß.

Deutscher Meister wird im September 1991 der Bischofsheimer Auto-Crosser Werner Wadel.

 

Weitere Vereine:

Der VdK in Bischofsheim feiert im November 1989 sein 40jähriges Bestehen.

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz feiert im Dezember 1989 sein zehnjähriges Bestehen.

Der Geflügelzuchtverein Wachenbuchen feiert im August 1989 sein 75jähriges Bestehen im Bürgerhaus Wachenbuchen. An der Feierstunde sind auch das Blasorchester, der Gesangverein „Vorwärts“ und das Ruth'sche Doppelquartett beteiligt.

Die E-Jugend des Schachklub 59 Bischofsheim feiert 1989 den Gewinn der Hessenmeisterschaft. Der Schachverein Maintal trauert im Januar 1990 um sein Gründungsmitglied Richard Jung. Zum 17. Mal trägt der Schachverein Maintal im Januar 1991 sein traditionelles Neujahrs-Blitzturnier aus, 55 Teilnehmer sind am Start. Roland del Rio gewinnt im August 1991 zum fünften Mal die Stadtmeisterschaft im Blitzschach. Im Januar 1993 sorgen 103 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet für eine Rekordbeteiligung beim Neujahrs-Blitzturnier im Januar 1993 des Schachvereins Maintal. Der Schachverein Maintal richtet im März 1994 bereits zum dritten Mal die Hessenmeisterschaften aus.

 

 

Die Maintaler Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs feiert im März 1990 ihr zehnjähriges Bestehen. Die Feierstunde findet im katholischen Gemeindehaus in der Dörnigheimer Hasengasse statt. Die Treffen werden regelmäßig von 35 bis 40 Frauen besucht.

 

Kulturvereine und Kultur:

Die Ausstellung „100 Jahre Frauenleben im Kinzigtal“ erregt im Januar 1989 Aufsehen. Das kreisweite Ereignis wird im Bischofsheimer Rathaus eröffnet. In der Ausstellung geht es um das Leben der Frauen von 1888 bis 1988. Die Maintaler Lokalgruppe beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt „Sexualität, Schwangerschaft, Geburt“. Landrat Karl Eyerkaufer eröffnet die zweiwöchige Ausstellung und stellt heraus, daß sie den Anteil der Frauen an der Kultur sichtbar machen soll. Zahlreiche Exponate aus dem Bereich der Hebammenarbeit prägen die Ausstellung.

 Die Chöre in Maintal haben im April 1989 erhebliche Nachwuchssorgen. Gesang- und musiktreibende Vereine im gesamten Kreis sollen im März mehr Geld bekommen, teilte Landrat Karl Eyerkaufer mit. Der Dörnigheimer Volkschor feiert im April 1990 sein 130jähriges Bestehen. Ein großes Chortreffen findet am 28. April statt. Das Konzert des Volkschores reißt dann im November die Besucher von den Sitzen.

Seit April 1990 war die Stelle des Maintaler Kulturbeauftragten unbesetzt. Im März 1991 nimmt diese Position erstmals ein Mann ein. Die Zweite Stadträtin Priska Hinz stellt Dr. Ralf Streum bei der Magistrats-Pressekonferenz aus Wiesbaden vor. Seine Ziele für Maintal definiert der aus Wiesbaden kommende Streum aus der Erkenntnis: „Kulturarbeit ist die Reflexion des Daseins“. An erster Stelle steht für ihn die Weiterentwicklung bestehender Veranstaltungsreihen und -schwerpunkte. Zweitens möchte er als Projektbegleiter für örtliche Kulturinitiativen fungieren und drittens Ideen für zusätzliche oder zukunftsweisende Kulturprojekte entwickeln. Streum will als „stimulierender Vermittler“ tätig sein. Streum will das kulturelle Angebot in Maintal weiter ausbauen. In Maintal findet im September 1991 das viel beachtete Percussion-Festival mit zahlreichen namhaften Künstlern statt, es ist die erste kulturelle Großveranstaltung dieser Art in der Stadt. Es war die einzig größere Aktion von Dr. Streum und fand auf dem Rathausplatz in Hochstadt statt.

Auch Kabarettist Matthias Beltz wird 1994 den Kopf des Maintaler Noch-Kulturbeauftragten Dr. Ralf Streum wohl nicht retten können. Der Liste, die an Beltz' Kabarettabend in Bischofsheim von rund 250 Bürgern unterzeichnet wurde, steht eine bürgerliche Mehrheit im Maintaler Stadtparlament gegenüber, die zu rigorosen Kürzungen im Kulturetat und Streums Streichung entschlossen sind.

Muß „Dr. Hut“, Maintals Kulturbeauftragter Dr. Ralf Streum, seinen Hut nehmen? Im Zuge der kulturpolitischen Diskussion verhärten sich die Fronten zum Jahresende 1994 hin zusehends. Als „von oben aufgepfropft und abgehoben“ bezeichnen die Freien Maintaler Streums Schaffen und stellen ein Kulturkonzept vor, das die kulturelle „Last“ vor allem auf die Schultern der Vereine legt. „Hähnewettkrähen und Chorgesang reichen als kulturelles Angebot nicht aus“, stärkt Bürgermeister Dr. Unger Streum den Rücken. Als die Anti-Streum-Stimmung bei CDU und FM unumkehrbar scheint, schießt der Kulturbeauftragte selbst dagegen: Ein „seichtes Rinnsal geklauter Ideen“ sind die kulturpolitischen Vorschläge der FM in Streums Augen. „Billigste Wahlkampfdemagogie“ wirft er FM- Bürgermeisterkandidat Czerwonka vor.

 

In Maintal erscheint unter dem Titel „Keiner will es gewesen sein“ im Juni 1991 ein aufsehenerregendes Buch über Nationalsozialismus in Dörnigheim, es bahnt sich mit diesem Werk eine kleine Sommersensation an. Das von den Journalisten Wilfried Vogt und Bernd Salzmann geschriebene Buch sorgt im Juni 1991 für Aufsehen. Die beiden Autoren haben zahlreiche Fakten und Details über die Nazi-Zeit in Dörnigheim zusammengetragen. In erster Linie geht es auf den 212 Seiten um die Verfolgung der Juden und andersdenkender Dörnigheimer. Begonnen haben die Recherchen bereits 1986. Das Buch endet mit einem Zitat von Pfarrer Edwin Kurz, das dieser nach der Befreiung 1945 getan hatte: „Wie Ratten verließen sie das sinkende Schiff, die Hoheitsträger, Hauptschreier und Maulhelden. Sie werfen die Flinten in das Korn und machen sich beizeiten aus dem Staube“.

Maintals Heimatmuseum erhält im November 1991 grünes Licht, doch in einigen Wochen werden die Pläne wieder zunichte gemacht: Das Domizil für ein Museum muß überraschend mit Asylanten belegt werden.

Zwei kulturelle Höhepunkte des Jahres 1993 treiben die Maintaler Ende November scharenweise ins Bischofsheimer Bürgerhaus: In dem Tennessee Williams-Klassiker „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ geben sich Alexa Wiegand und Sascha Hehn die Ehre bei der Volksbühne Maintal, während Star-Kabarettist Matthias Beltz mit seinem neuen Programm „Die paar Tage noch“ in Maintal gastiert. Beide Veranstaltungen reißen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin, auch Tagesanzeiger-Kulturkritiker Joachim Ruth ist voll des Lobes.

 

Feuerwehr:

Stadtrat Günter Hack verabschiedet im Januar 1989 Bezirks-Schornsteinfegermeister Karl Miedl nach 28 Dienstjahren in den verdienten Ruhestand. Miedl war für den Kehrbezirk Dörnigheim zuständig und hatte dort in Essen, Schloten und Heizungen nach dem Rechten gesehen. Bei der Verabschiedung betonte Hack die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Stadt und dem Bezirks-Schornsteinfegermeister.

Die Bauarbeiten ans Feuerwehrgerätehaus im Stadtteil Dörnigheim laufen Juli 1989 auf Hochtouren und sollen im kommenden Monat abgeschlossen sein. Die Maintaler Feuerwehr bekommt im April 1990 in ihrem Domizil an der Berliner Straße in Dörnigheim neue und zusätzliche Räume. Bürgermeister Dr. Walter Unger weiht die Räume offizielle ein und betont die Bedeutung der Feuerwehr für die Allgemeinheit.

Der Wachenbuchener Rolf Schmidt ist im April 1991 der neue Maintaler Stadtbrandinspektor. Von Beruf ist der 54jährige Hausmeister in städtischen Diensten. Schmidt ist Nachfolger des umstrittenen Hochstädters Hilmar Sperschneider. Schmidt will vor allem die Rivalität der Stadtteilwehren untereinander beenden. Erstmals befindet sich übrigens kein Dörnigheimer in der Führung der Maintaler Feuerwehr. Stellvertreter von Schmidt wird der Bischofsheimer Karl-Heinz Schönborn.

Großalarm im August 1991 für die Feuerwehr in Maintal: An einem Wochenende entstehen bei Bränden in Bischofsheim und Dörnigheim Schäden von rund 500.000 Mark.

Keine Kommune kann auf den Einsatz ihrer freiwilligen und ehrenamtlichen Helfer verzichten. Bergungs- und Rettungseinsätze wären nicht mehr bezahlbar. Feuerwehrtaucher bargen ein Auto aus dem Main. Die Fahrerin der „Ente“ überlebte den Vorfall nicht. Sie wurde das erste Verkehrsopfer im Jahr 1991.

Bis auf die Grundmauern brennt eine Lagerhalle des Hochstädter Plastikunternehmens Seibel-Plastiko in der Nacht zum Dienstag, 7. September 1994, ab. Die Brandursache ist bis zum heutigen Tage nicht einwandfrei geklärt. Der Schaden liegt bei rund vier Millionen Mark. Über etwaige Gesundheitsgefahren durch austretende giftige Dämpfe gehen die Meinungen in der Maintaler Bevölkerung auseinander. Letzte Bedenken kann die Geschäftsleitung („Es war niemand in Gefahr“) nicht ausräumen. Die Ergebnisse nachträglicher Bodenmessungen im Umkreis der Firma sind von der Stadt Maintal bisher noch nicht veröffentlicht worden.

 

Zu den bekannten Künstlern aus Maintal zählt auch die Bischofsheimer Sängerin Annika Klar, die in ihrer Heimatstadt natürlich häufiger zu erleben ist. Unser Bild zeigt sie bei einem Konzert im Bürgerhaus Bischofsheim mit dem New Spirit Gospel Choir aus Wiesbaden. Annika Klar singt aber nicht nur Gospels, sondern ebenso Werke aus dem Pop- und Jazz-Genre. Ihr nächster Auftritt in Maintal ist am 25. Mai 1994 in der evangelischen Kirche Bischofsheim gemeinsam mit Stefan Seitz.

 

Partnerschaft:

Die Partnerschaft mit dem österreichischen Moosburg und dem französischen Luisant soll im Februar 1989 erneut vertieft werden, der Partnerschaft mit Nicaragua ist eine deutliche Absage erteilt worden. In Maintal finden im Mai 1989 erstmals die „Spiele der Freundschaft“ unter Mitwirkting von Delegationen aus Moosburg in Osterreich und Luisant in Frankreich statt. Das Wetter spielt mit und die Freunde aus Kärnten holen den Wanderpokal. In der österreichischen Partnergemeinde Moosburg ist Juli 1989 die kulturelle Gemeinschaftsveranstaltung „Sommerakademie“ eröffnet worden.

Maintal steht im April 1989 vor seiner dritten Städtepartnerschaft nach Luisant in Frankreich und Moosburg in Österreich.. Erste Gespräche mit der ungarischen Stadt Esztergom laufen an. Der Erste Stadtrat Dr. Karl-Heinz Schreiber und der Stadtverordnete Friedrich Raab reisen nach Ungarn und besuchen den Vize-Bürgermeister Tibor Simon. Friedrich Raab kennt Esztergom schon seit vielen Jahren. Die Stadt ist der ehemalige Königssitz und liegt rund 90 Kilometer nördlich von Budapest im sogenannten Donauknie. Der Tourismus hat dort einen großen Stellenwert. Schließlich liegt Esztergom in einem landschaftlich herrlichen Gebiet, das zu den schönsten an der gesamten Donau zählt. Die Verschwisterung wird 1990 besiegelt. Im Juni erhält Maintal einen Gegenbesuch aus Esztergom. Die Verbindungen werden enger. Schließlich wird die Verschwisterung im Jahre 1990 besiegelt. Eine zukünftige Partnerschaft mit der ungarischen Stadt Esztergom nimmt im Juni 1989 Formen an, die Sozialdemokraten knüpfen erste Kontakte. Eine Delegation bereitet im Oktober 1991 in Maintal intensive Kontakte vor.

Der Main-Kinzig-Kreis strebt im Dezember 1989 eine Partnerschaft mit dem DDR-Kreis Gotha an. Die Städte und Gemeinden sollen sich Partnergemeinden in der DDR suchen, empfiehlt der Landrat.

 

Notfalls verständigen sich im November 1990 die Schüler aus Katerini, die in Maintal zu Gast sind, mit Händen und Füßen. Der Schüleraustausch zwischen der Dörnigheimer Bonhoefferschule und dem Gymnasion Katerini ist eine Premiere. Zwanzig Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrer und ein Vertreter der griechischen Küstenstadt besuchen den Unterricht in der „Boni“ und bewältigen zudem noch ein umfangreiches Programm. Die. sprachlichen Barrieren sind dabei das einzige Problem. Der Spaß und das Kennenlernen stehen natürlich im Vordergrund. Auf diese Weise wird auch das Verhältnis zwischen Maintal und Katerini intensiviert. Immerhin leben ja rund 1000 Griechinnen und Griechen in Maintal. Und vielleicht wird es in absehbarer Zeit ja auch eine Verschwisterung zwischen den beiden Städten geben.

In die Partnerschaften zwischen Maintal, dem französischen Luisant und dem österreichischen Moosburg soll im Mai 1991 frischer Wind kommen, die Verantwortlichen stellen neue Ideen vor.

Die Partnerschaft Maintal - Moosburg kann im November 1991 auf ein 15jähriges Bestehen zurückblicken, in Wachenbuchen findet dazu ein Festakt statt. Im Rahmen der Feier wird der langjährige Tagesanzeiger-Fotograf Gerhard Stutt im November 1991 zum „Ehrenmoosbürger“ ernannt. Laut Bürgermeister Unger habe Stutt mit seinen Bildern eigene Akzente zwischen den beiden Partnern gesetzt.

Im April 1993 feierte die Stadt die 20jährige Verschwisterung mit dem französischen Luisant. Im Bürgerhaus Hochstadt wurde im April 1993 das Festprogramm „abgewickelt“ und dabei passierte etwas bisher Einmaliges in der Stadt: Raymond Poirier, Bürgermeister von Luisant, wird der erste Ehrenbürger Maintals. Bürgermeister Dr. Walter Unger nimmt die Auszeichnung im Rahmen der Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der Partnerschaft vor.

Höhepunkt des Programms der 20jährigen Verschwisterungsfeierlichkeiten 1994 zwischen Luisant und Hochstadt ist die Umbenennung einer Parkanlage in Luisant in „Place de Philipp Ziegler“. Der 84jährige Altbürgermeister nahm's mit sichtlicher Rührung zur Kenntnis. Die Partnerschaft zwischen Luisant und Hochstadt, respektive Maintal, gilt als die lebendigste aller Maintaler Partnerschaften - nicht zuletzt dank der erfrischenden Herzlichkeit, mit der die französischen Freunde ihre Maintaler Gäste immer wieder empfangen und bewirten.

 

 „Maintals Kontakte reichen nun bis zum Fuße des Olymp“, so die vollmundige Schlagzeile am 24. November 1994. Tatsächlich stimmten die Maintaler Parlamentarier der Partnerschaft mit der griechischen Stadt Katerini zu, wenn auch mit äußerst knapper Mehrheit quer durch die Fraktionen. Zur Freude der rund 1.000 Griechen in Maintal, die teilweise selbst aus Katerini und Umgebung stammen.

 

Ausländer:

Maintals Griechen feiern im März 1989 das zehnjährige Bestehen ihrer Gemeinde im Bürgerhaus Bischofsheim mit einem Gala-Abend am Ostersonntag. Getanzt und gefeiert wird bis in die frühen Morgenstunden. Ein schwaches Bild gibt die Stadt Maintal ab, die durch kein Magistratsmitglied vertreten ist.

In Maintal wird im April 1989 die Bildung eines Ausländerbeirates angeregt, ein Sprachrohr für die ausländischen Bürger. Zeitgleich mit der Bundestagswahl am 2. Dezember 1990 wurde in Maintal auch erstmals ein Ausländerbeirat gewählt: 1407 Einwohner Maintals, die keinen deutschen Paß besitzen, waren zur Wahl aufgerufen. Doch nur 303 machen von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Dem ersten Ausländerbeirat gehören Rachil Dellgiannis, Charilaos Psouroukis, Dimitrios Kallimanis, Salih Tasdirek, Nivazi Yücel, Ishak Arslan und Alvaro Carreira Marques an.

Der erste Maintaler Ausländerbeirat wurde, nimmt im Februar 1991 seine Arbeit auf. Dabei soll es nicht nur Gespräche über die Heimat geben. Die Zusammenlegung mit der Bundes­tagswahl hatte jedoch für Verwirrung gesorgt. Wohl auch deshalb gingen nur 21,7 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne. Zum Vorsitzenden des Ausländerbeirats wurde der 28jährige Türke Salih Tasdirek bestimmt.

Im November 1993 gehen die ausländischen Mitbürger wieder an die Wahlurnen, um ihren Beirat zu wählen. Doch sie motiviert nicht so viele Ausländer wie erhofft; lediglich 21,24 Prozent geben ihre Stimme ab. Die meisten Stimmen erhält die internationale Liste „Latina“

 vor „Ausländer gemeinsam in Maintal“ und dem türkischen Kulturverein. Insgesamt zwölf Sitze werden im neuen Beirat, der beratende Funktion und Rederecht in der Stadtverordnetenversammlung sowie allen anderen gewählten Gremien erhält, vergeben. Das Rederecht gilt allerdings nur für Themen, von denen Interessen der ausländischen Mitbürger berührt werden.

 

Stadt und Kreis stehen im Juli 1991 vor immer größeren Problemen, die steigende Zahl der Asylbewerber unterzubringen. Und immer wieder im Oktober 1991 die Probleme mit den Asylanten: Kreis und Städte sollen immer größere Kontingente von Flüchtlingen unterbringen. Ein Skandal am Rande: Anfang Juni 1992 findet der „Tagesanzeiger“ heraus, die Stadt Maintal wolle mit einem Betrüger Geschäfte machen. In der Spessartstraße 76 sollten mit dem von Staatsanwälten gesuchten Bauherrn Uwe Steffens Mietverträge über Flüchtlingsunter­künfte ausgehandelt werden. Anfang Juli stellt sich heraus, daß nicht etwa der gesuchte Uwe, sondern sein Zwillingsbruder Klaus-Dieter Steffens den Mietvertrag unterschrieben hat.

 

Der „dickste Hund des Jahres“ trifft mitten in die Ferienzeit, und ausgerechnet Ende Juni 1992 weilen alle drei hauptamtlichen Magistratsmitglieder, der Bürgermeister, der Stadtrat und die Stadtkämmerin, zwar nicht gemeinsam, aber gleichzeitig im Urlaub, während vierzig Asylbewerber vor den Toren Maintals stehen und die Unterbringungsmöglichkeiten erschöpft sind. Die Stadtverwaltung, wohl mit eindeutigen Anweisungen versehen, aber dennoch ohne „Führungskraft“, die diese brisante politische Entscheidung gegenüber der Öffentlichkeit vertreten kann, vereinnahmt die Maintal-Halle. Eine Welle der Entrüstung läuft quer durch alle Sportvereine, die die Maintal-Halle dringend brauchen, um Spielbetrieb und Training auf­rechtzuerhalten, und dehnt sich schließlich auf weite Teile der Bevölkerung aus.

Landrat Karl Eyerkaufer kann sich schließlich vor den Vereinen als „Retter in der Not“ profilieren: Kurzerhand läßt er die in der Sporthalle denkbar ungeeignet untergebrachten Flüchtlinge mit dem Bus abholen und in eine andere Unterkunft verfrachten - nicht ohne deutliche Worte gegen den hauptamtlichen Magistrat in Maintal. Natürlich ist damit das Unterbringungsproblem der Stadt Maintal nicht gelöst, die Asylbewerber stehen auf Abruf parat;. schließlich hat die Stadt noch ein größeres Kontingent aufzunehmen..Die Bevölkerung, derart sensibilisiert und aufgeheizt, hat fortan ein wachsames Auge auf die Aktionen des Führungstrios. Der gleichzeitige Urlaub aller drei Hauptamtlicher hat übrigens keinerlei Konsequenzen für Hinz, Unger und Schreiber. Ein Disziplinarverfahren gegen den Bürgermeister wird mangels gesetzlicher Grundlage eingestellt. Das Parlament ringt den Verantwortlichen immerhin das Versprechen ab, daß künftig mindestens einer im Amt bleiben soll.

 

Um die Flüchtlinge unterzubringen, beschließen die Parlamentarier, auf dem ehemaligen Urbisch-Gelände in Bischofsheim Container aufzustellen; im Dörnigheimer Weg in Bischofsheim sowie in der Braubachstraße in Dörnigheim sollen holterdiepolter Pavillons aufgestellt werden. Doch man hat nicht mit einem solchen Bürgerprotest gerechnet: im Bürgerhaus Bischofsheim findet Anfang August eine für Maintal äußerst peinliche, weit emotional überreizte „Bürgerversammlung“ statt, auf der sogar rechtsradikale Skinheads zu Wort kommen. Gegen den massiven Widerstand der Anwohner werden am Dörnigheimer Weg Pavillons aufgestellt, die Flüchtlinge haben ein Dach über dem Kopf, die Regierungskoalition wohl im März 1993 ein paar Wähler weniger...

Im September 1992 regt sich der Widerstand gegen die Massenunterkunft für Asylbewerber in der Neckarstraße in Dörnigheim; die Stadt will hier drei Häuser für insgesamt 240 Asylbewerber bauen. Gegner wie die CDU argumentieren nachvollziehbar, das sei zuviel, die Leute würden zusammengepfercht. Der allgemeine Stimmungsumschwung gegen Asylbewerber ruft jene auf den Plan, die den Flüchtlingen helfen wollen: Junge Menschen engagieren sich, bleiben Tag und Nacht in den Unterkünften, um die Männer, Frauen und Kinder zu schützen. Zu recht, denn Ende September fliegen die ersten Steine gegen das Asylbewerberheim Dörnigheimer Weg - allerdings keine konzertierte Aktion, sondern Alleingang zweier Jugendlicher.

Der Einsatz der Arbeiterwohlfahrt. die sich um die Asylbewerber in Maintal kümmert, wächst und wächst indes - mit Erfolg. Immerhin haben fast alle Maintaler Asylbewerber eine Arbeit gefunden.

Im September 1992 spitzt sich die Situation zwischen Stadt und Main-Kinzig-Kreis zu: Maintal verweigert die Aufnahme von Flüchtlingen aus der überfüllten Coleman-Kaserne in Gelnhausen, will statt dessen Asylbewerber aus der ebenfalls überlasteten Gemeinschaftsunterkunft Schwalbach aufnehmen. Der Landrat reagiert prompt: Wo käme man denn da hin, wenn sich die Gemeinden ihre Asylbewerber selbst aussuchen dürften.

Nach den Morden von Mölln wächst bundesweit der Widerstand gegen rechtsextreme Gewalttäter. Auch die Maintaler schließen sich an: Mit Lichterkette, Demonstration, Mahnwache Mitte Dezember. Bundesweit bildeten sich zu Jahresbeginn 1993 Lichterketten gegen Ausländerhaß und Intoleranz vor dem Hintergrund neonazistischer Anschläge und Übergriffe auf Gastarbeiter und Asylbewerber. Auch die Maintaler Bevölkerung demonstrierte in allen vier Stadtteilen gegen rechtsradikale Gewalt.

 

Feste

In Hochstadt wird 1989 das Rathaus-Fest gefeiert, Hochstadts Hauptstraße steht ins Mittelpunkt des öffentlichen Interesses.

In Dörnigheim wird im August 1989 das Mainfest gefeiert, eine Veranstaltung mit vielen Unterhaltungsvariationen. Auch im August 1991 „präsentiert sich Derngemer Maafest“ wieder am Mainufer mit vielen Attraktionen.

Das Septemberfest der evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Maintaler Festen überhaupt. Die Integration der Mitbürger mit Migrationshintergrund steht bei dem völkerverbindenden Fest im Zentrum der Veranstaltungsreihe, die immer mit einem Folklorefest auf dem Gelände des Gemeindezentrums an der Berliner Straße beginnt, bei dem sich zahlreiche Gruppen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern präsentieren. Folklore, Musik und lukullische Genüsse stehen auf dem Programm. Der Besucherzuspruch ist dabei immer groß und schon am späten Samstagnachmittag gibt es nahezu keinen freien Sitzplatz mehr.

 

Der Maintaler Festplatz in Dörnigheim steht im September 1989 im Zeichen eines gigantisches Country-Festivals mit einem dreitägigen Mammut-Programm. Dort war ein riesiges 4000 Personen fassendes Zelt aufgebaut. Tausende von Besuchern kommen nach Dörnigheim, Western- und Countryfans sowie Trucker aus ganz Hessen und aus dem übrigen Bundesgebiet, viele im standesgemäßen Westernoutfit. An drei Tagen spielen mehrere bekannte Bands „live“. Zahlreiche Stars aus der Szene geben sich auf der Bühne ein Stelldichein.

Maintaler Weihnachtsmärkte sind im Dezember 1989 zwar lukullische Attraktionen, doch wegen des milden Wetters mag keine vorweihnachtliche Stimmung aufkommen. Das Weihnachtsfest steht im Dezember 1989 in vielen Familien unter dem Zeichen von Besuchen aus der DDR.

 

Gesellschaftlich stehen im Juli 1993 bei der 1200-Jahrfeier Dörnigheims die viertägigen Festivitäten mit Umzug, große Zeltdisco, Abend der Vereine, Tony-Marshall-Show und Handwerkermarkt im Mittelpunkt des Interesses. Es fehlte auch nicht der Vergnügungspark am Mainufer. Die Vereine hatten sich vorgenommen, das große Fest zu organisieren und auszurichten. Die Partnergemeinden waren in einem gesonderten Zelt anzutreffen und es fehlte auch nicht der Vergnügungspark am Mainufer.

Dennoch laufen die Feierlichkeiten nicht ohne Ärger ab. Bei der Akademischen Feier im März hatte die Stadt geladen und dabei einige Personen übergangen, die sich jetzt ausgegrenzt fühlen. Im Evangelischen Gemeindezentrum bleiben dann aber etliche Stühle frei. Doch eine so große Feier konnte nicht ohne Mißtöne zu Ende gehen. Organisationsfehler trübten die Freude. So wollte es vielen nicht einleuchten, warum sie Eintritt für das große Zelt bezahlen sollten, wenn sie doch nur ein Würstchen essen wollten. Daß außerdem kein Magistratsmitglied zu sehen war, als Tony Marshall den Bürgermeister auf die Bühne bat, empfanden viele Besucher als peinlich. Dennoch war das Fest ein Riesenspaß und die Organisatoren hatten einiges geleistet, als dann das Feuerwerk das Ende der 1200-Jahrfeier verkündete.

 

Die Kerb in Wachenbuchen im August 1989 wird zum unterhaltsamen Spektakel im kleinsten Maintaler Stadtteil. Nicht mehr mit dabei ist der verstorbene „Kurt-Kurt“, ein Wachenbuchener Original, das vor allem zum traditionellen Frühschoppen am Kerbmontag die Besucher im vollbesetzten Festzeit mit seinen Späßen zum Lachen brachte.

 

In Bischofsheim rüsten sich im August 1989 die Vereine zum zehnten Bischofsheimer Straßenfest: Die Freiluft-Präsentation in der Straße Alt Bischofsheim wird zum eindrucksvollen Ereignis für die gesamte Rhein-Main-Region. Im Stadtteil Bischofsheim wird im August 1991 das Straßenfest gefeiert, eine bunte Freiluftveranstaltung mit großer Resonanz. In Maintal richten im Dezember 1991 Vereine und Geschäftsleute Weihnachtsmärkte aus.

 

Bei Straßenfesten sind die Maintaler Vereine nun auf sich allein gestellt. Wie am 7. April 1994 bekannt wurde, zieht sich die Stadt Maintal aus der Organisation zurück - mittlerweile hat sich aber gezeigt, daß es, wenn es nicht anders geht, auch „ohne“ geht. Doch auf die Dauer war der Rückzug der Stadt der Tod dieser Feste. Die Stadt verlangte immer höhere Standgebühren, leistete aber immer weniger. Dazu kam die Schwierigkeit der Vereine, genügend freiwillige Helfer auf die Beine zu stellen.

 

 

Kriminalität

Eine Zwischenbilanz der Kriminalpolizei erregt im Januar 1989 Aufsehen: Immer mehr Wohnungseinbrüche werden tagsüber begangen. Die Bürger sind zu unbedarft und machen es den Gaunern zu einfach.

Die Hanauer Justiz sorgt sich im Januar 1989 um ihr „lädiertes Ansehen“. Die Jahresbilanz der Gerichte fällt wenig positiv aus. Bei der Hanauer Staatsanwaltschaft ist im Februar ein Sonderdezernat „Sexualdelikte“ eingerichtet worden. Hier sollen strafverfolgende Maßnahmen besser koordiniert werden. Die Hanauer Justizbehörden treten im September 1989 erstmals mit einem „Tag der offenen Tür“ an die Öffentlichkeit. Etliche Veranstaltungen der Juristen stoßen auf ein breites Publikumsinteresse.

Die Maintaler Polizeistation wird im April 1989 umorganisiert, die personelle Ausstattung aufgestockt und die Palette der Aufgaben erweitert.

Ein Exempel statuiert im Februar 1989 die Hanauer Justiz, als sie einen Maintaler Rauschgifthändler für mehrere Jahre hinter Gitter schickt und damit eine weitaus höhere Strafe verhängt, als sie die Anklagebehörde gefordert hatte.

In Bischofsheim hebt die Polizei im Mai 1989 eine kriminelle Jugendbande aus. Die jungen Leute haben Mitbewohner in den Wohnsilos monatelang terrorisiert. Maintaler Freizeiteinrichtungen sind zunehmend im Mai 1989 das Ziel unbekannter Rowdies und Randalierer. Die Polizei ermittelt mit nur mäßigem Erfolg.

Handwerkskammer, Polizei und Arbeitsamt starten im November 1989 eine gemeinsame Kampagne gegen die Schwarzarbeit. Die Kriminalstatistik für den Main-Kinzig-Kreis gibt im März 1991 wenig Grund zu Optimismus: Im Kampf gegen die Ganoven bildet er das hessische Schlußlicht. Auch nicht viel Freude macht die Verkehrsunfall-Statistik.

Vor der Hanauer Schwurgerichtskammer beginnt im Mai 1991 der Prozeß gegen einen 27jäh­rigen Koch, der ein Jahr zuvor in Hochstadt die 21jährige Nicole Fraize brutal erstochen hat. Wegen Totschlags wird er nach vier Verhandlungstagen zu 7 Jahren Haft verurteilt.

Ein 21jähriger Bischofsheimer ist im Juni 1991 der Frankfurter Polizei als Serien-Räuber ins Netz gegangen, er hatte zahlreiche Einkaufsmärkte überfallen.

Nach einer umfangreichen Polizeiaktion kann im September 1991 in Maintal ein langgesuchter Triebtäter von der Polizei festgenommen werden.

Fünf Jugendliche haben als „kleine-Fahrrad-Mafia“ Millionenschaden angerichtet. Nach einer aufwendigen Polizeiaktion konnten die kriminellen Kinder und Jugendlichen im Oktober 1991 gestellt werden.

In Stadt und Kreis geht im Oktober 1991 die Angst vor Rechtsradikalen um, die mit Überfällen und Vandalismus die Polizei auf Trab halten.

Ein langgesuchter Kreditkarten-Betrüger aus Maintal ist im Oktober 1991 der Polizei mehr oder weniger durch Zufall ins Netz gegangen, der soll Schaden von mehr als einer viertel Million angerichtet haben.

Grausamer Jahresbeginn 1992 für einen Maintaler: Der fünfzigjährige Dieter Sommer wird in der Silvesternacht im Dörnigheimer Weg in Bischofsheim brutal zusammengeschlagen, mit Glasscheiben und Messern traktiert. Zwei Monate später schwebt der Mann noch immer in Lebensgefahr, die Polizei ist kein Stück weitergekommen. Immerhin, Anfang Juli wird ein 21jähriger Dörnigheimer festgenommen, der die Tat zusammen mit zwei Gleichaltrigen begangen haben soll.

Die Gegenwehr contra rechtsextremistische Tendenzen in Maintal formiert sich prompt: Anfang September 1992 starten junge Leute aus dem Rhein-Main-Gebiet eine unangemeldete Demonstration, die bis auf einige Schmierereien an Hauswänden friedlich verläuft. Gefürchtete Konfrontationen mit Skinheads bleiben aus.

Ein Mord ereignete sich in der ersten Julihälfte 1993 am Bischofsheimer Bahnhof, wo ein 50jähriger Jugoslawe seine 44jährige Ehefrau nach einem Streit erschoß. Das Ehepaar lebte getrennt und hatte sich zu einer Aussprache getroffen, die für die Frau tödlich endete.

 

Ein Mord ereignete sich in der ersten Julihälfte1993 am Bischofsheimer Bahnhof, wo ein 50jähri­ger Jugoslawe seine 44jährige Ehefrau nach einem Streit erschoß. Das Ehepaar lebte getrennt und hatte sich zu einer Aussprache getroffen. die für die Frau tödlich endete.

Ein besonders grausames Verbrechen erregte im Januar 1994 die Gemüter: Auf einem Feldweg zwischen Bischofsheim und Niederdorfelden liegt eine verkohlte Leiche in einem ausgebrannten Pkw. Die Ermittlungen der Polizei ergeben, daß der Mann zunächst erstochen und dann verbrannt wurde. Sowohl das geständige Ehepaar als auch das Opfer sind dem Drogenmilieu zuzurechnen.

Der Fall des mutmaßlichen „Pferdemörders“ schlägt im August 1994, mitten im Sommerloch, hohe Wellen. Der Dörnigheimer Peter Carl legt im September sein Mandat als Stadtverordneter der rechtsextremen „Republikaner2 nieder und zieht sich somit aus der Maintaler Öffentlichkeit zurück. Gegen den Vorwurf, drei Pferde auf einer Koppel in Biebergemünd-Kassel mit einem Kleinkalibergewehr erschossen zu haben, setzt sich Carl in einem Schreiben an den Maintal Tagesanzeiger zur Wehr und beschuldigt im Gegenzug den Pferdebesitzer, „Rep"-Direktkandidat bei der Europawahl, eine scharfgemachte Waffe in Carls Auto geschmuggelt zu haben. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hanau dauern an, mit einer Anklage rechnet Oberstaatsanwalt Orth Ende Januar 1995.

„Jürgen Alka übernimmt die Leitung der Polizeistation In Maintal“, so unsere Schlagzeile am 22. Juni 1994. Der neue Manintaler Polizeichef wird Nachfolger des langjährigen Leiters Hermann Gräser und tritt seinen Dienst am 1. Juli an.

 

Personen

Die 81jährige Maintalerin Ruth Bannasch erhält im Februar 1989 für ihre Arbeit zum Wohle der Behinderten die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstorden). Die Therapeutin ist Mitbegründerin des Vereins zur Förderung und Betreuung spastisch Gelähmter und anderer Körperbehinderter e.V. Hanau. Die Überreichung der Auszeichnung findet im Behindertenzentrum des Behinderten-Werkes Main-Kinzig in der Dörnigheimer Hermann-Löns Straße statt.

Der Maintaler Behindertenbeauftragte Kurt Junior wird im März 1989 für sein großes Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstorden) ausgezeichnet. In einer kleinen Feierstunde im Bischofsheimer Rathaus erhielt der seit seiner Jugend an den Rollstuhl gefesselte Junior den Orden aus den Händen von Bürgermeister Dr. Walter Unger. Unger würdigte Kurt Junior als ein Vorbild der Selbsthilfe. mit Kompetenz und Sachverstand. Unermüdlich setze er sich für die Verbesserung der Lebenssituation der Behinderten ein. Und dies nicht nur in der Stadt Maintal. sondern auch im ganzen Main-Kinzig-Kreis. Seit 1960 wohnt der in Frankfurt-Bornheim geborene Junior in Maintal.

Für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit wird Gigi (Christel) Romeiser im Mai 1989 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sie begleitete zahlreiche Ehrenämter und setzte sich nachdrücklich für die Allgemeinheit ein. Später hat sie es zusammen mit dem Verdienstkreuz ihres verstorbenen Mannes zurückgegeben.

Die Dörnigheimer Wilhelmine Heiliger feiert im Mai 1989 in Dörnigheim ihren 100. Geburtstag. Geboren wurde die Jubilarin in Hanau-Wolfgang. 1988 zog sie nach Dörnigheim zu ihrem Neffen in die Hintergasse.

Der Heimatforscher und Chronist Herbert Lippert aus Bischofsheim feiert im August 1989 seinen 85. Geburtstag. Der in Ostpommern aufgewachsene Lippert schrieb die Bischofsheimer Chronik, beschäftigte sich aber auch mit der Geschichte Hochstadts.

Der aus Wachenbuchen stammende Thomas Berthold gehört im Juli 1990 zur deutschen Fußball-Elf, die in Rom Weltmeister wird. Auch die Maintaler feiern dieses Ereignis ausgiebig mit Autokorso und Hupkonzerten. Am Mittwoch, 11. Juli. bereiten die Wachenbuchener „ihrem“ Thomas einen rauschenden Empfang. Er kommt aus dem Autogramm- Schreiben gar nicht mehr heraus.

Der jüdische Auswanderer Richard Hirsch kehrt im August 1990 für einen Besuch in seine alte Heimat Bischofsheim zurück. Der 8ljährige lebt mittlerweile zusammen mit seiner Frau Frances in Florida. Im Jahre 1939 konnte das Ehepaar gerade noch von den Nazis fliehen. Die Worte von Frances Hirsch sind deutlich: „Man kann vergeben, aber nicht vergessen“. Zu viel Leid haben die Deutschen den Juden angetan.

Der frühere Moderator der ZDF-Reihe „Disco“ Jlja Richter liest zusammen mit seiner Mutter Eva aus deren Buch „Der Deutsche Jude“. Zahlreiche Besucher kommen 1990 in das Historische Rathaus nach Hochstadt und hören gebannt zu. Anschließend diskutiert Ilja Richter mit seinen Zuhörern.

Er gilt als Wachenbuchener Original und ist aus dem Leben im kleinsten Stadtteil eigentlich kaum wegzudenken. Doch im August 1990 packt Joachim .,Jogi“ Hofmann seine Sachen und zieht nach Lenggries. Aus gesundheitlichen Gründen muß der Chefdirigent des Blasorchesters Wachenbuchen seine Zelte in Maintal abbrechen. Zehn Jahre hatte er den erfolgreichen Klangkörper geleitet. Berühmt ist „Jogi“ Hofmann auch für seine Auftritte bei den Faschingssitzungen der ,.Rot-Weißen“. Nun zieht er ins bayerische Lenggries. Nach einer schweren Herzoperation 1988 blieb Hofmann nun keine andere Wahl mehr. Doch zumindest zu den Faschingssitzungen will sich Hofmann „einfliegen“ lassen.

Für ihre Verdienste in ehrenamtlichen Positionen werden im Dezember 1990 die Dörnigheimerin Else Seng und der Wachenbuchener Willi Tag mit dem Hessischen Landesehrenbrief ausgezeichnet. Landrat Karl Eyerkaufer und Bürgermeister Dr. Walter Unger nehmen die Auszeichnungen vor.

Für ein Jahr tauschte der Hochstädter Lehrer Helmut Stein Arbeit und Wohnung mit einem. amerikanischen Kollegen. Stein verbrachte zwölf Monate in Seattle im Bundesstaat Washington. Er lehrte in dieser Zeit an der privaten High School „Lakeside School“ in den Klassen fünf bis zwölf. Sein Fazit nach seiner Rückkehr im Februar 1991: „Es ist nichts mehr wie vorher. Ich bin ein anderer geworden“.

Mina und Heinrich Eibelshäuser feiern im März 1991 in Bischofsheim das seltene Fest der Eisernen Hochzeit. Kennengelernt haben sich die beiden 1922 bei der Kerb in Hochstadt. Geheiratet wurde dann 1926 in Bischofsheim. Heinrich Eibelshäuser ist Ehrenmitglied des FSV Bischofsheim und ist dem Verein bis heute treu geblieben.

Der Dörnigheimer Günter Knauer erhält im März 1991 von Bürgermeister Dr. Walter Unger die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Mit dieser Ehrung wird die langjährige Tätigkeit Knauers als Schöffe beim Amts- und Landgericht Hanau sowie als ehrenamtlicher Richter in Frankfurt gewürdigt.

Mit dem Ehrenbrief des Landes Hessens werden im Mai/Juli 1991 die Maintaler Karl Konrad, Philipp Schmidt, Herbert Hausotter und Margarethe Strohl ausgezeichnet. Alle vier haben sich in ehrenamtlichen Tätigkeiten um die Allgemeinheit verdient gemacht.

Der Wachenbuchener Willi Tag bekommt aufgrund seiner großen ehrenamtlichen Leistungen im August 1991 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht. Tag hat sich vor allem als Vorsitzender der Sport- und Kulturgemeinschaft Wachenbuchen verdient gemacht.

Der frühere Fraktionsvorsitzende der Maintaler FDP, Walter Langela, erhält im Oktober 1991 das Bundesverdienstkreuz für sein 20 Jahre währendes Engagement für behinderte Kinder. Außerdem war Langela Eishockey-Abteilungsleiter der Frankfurter Eintracht. Nun ist er Vorsitzender des neuen Klubs „Löwen“ Frankfurt. Langela gründete auch den Maintaler Tennisverein „Rot-Weiß“.

Der Maintaler Kommunalpolitiker und Journalist Kurt Romeiser (CDU) erhält im November 1991 aus den Händen von Bürgermeister Dr. Unger das Bundesverdienstkreuz für seine vielfältigen Leistungen. Vor allem sein Einsatz für die Belange der Behinderten wird mit der großen Auszeichnung gewürdigt. Romeiser ist in zahlreichen Organisationen ehrenamtlich tätig und hat sich nachdrücklich um das Wohl der Allgemeinheit verdient gemacht. An seinem 72. Geburtstag im Mai 1993 stirbt Kurt Romeiser, langjähriger Kommunalpolitiker der Christdemokraten. Obwohl durch eine schwere Krankheit in der letzten Jahren an den Rollstuhl gefesselt, verlor er nichts von seinem politischen Engagement.

Der in Dörnigheim lebende Rechts- und Sozialwissenschaftler Heinz Dembowski wird im Dezember 1993 für seine Verdienste um den Sozialstaat mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt.

Nur wenige Tage nach einem öffentlich erklärten Rückzug aus der Politik stirbt im November 1993 der CDU-Bundestagsabgeordnete Richard Bayha aus Linsengericht, zu dessen Wahlkreis auch Maintal gehört, an einem Herzinfarkt bei Siegburg. Die CDU-Mitglieder im Main-Kinzig-Kreis waren geschockt.

Sein Leben gehört der Feuerwehr, aber auch zahlreiche Vereine Wachenbuchens führen ihn in der Mitgliederliste: Ludwig Hofmann wird im April 1993 für seine kaum zu zählenden ehrenamtlichen Aktivitäten im April mit dem Bundesverdienstkreuz im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Maintaler Feuerwehren ausgezeichnet.

Nur wenige Tage später stirbt Herbert Lippert im Mai 1993, ehemaliger Rektor der Waldschule und Bischofsheimer Chronist.

 

Überblicke

Überblick 1992

Von Pleiten, heißen Eisen und der dritten Wahl der Priska Hinz

- Von unserer Redakteurin Beatrix Müller -

Fürwahr, die Maintaler haben ein bewegtes Jahr hinter sich. Die Palette der Ereignisse reicht von A wie Asylproblem bis Z wie Zwillingsbruder. Den breitesten Raum in der öffentlichen Diskussion nahm zweifelsohne das Thema Flüchtlinge ein: von Trauerbeispielen neofaschistischer Umtriebe bis zur aufopfernden Unterstützung einzelner für jene Menschen, die die Stadt Maintal unterbringen muß - unabhängig von Diskussionen um Artikel 16 und Einwanderungs­gesetz. Wohnraumknappheit, Arbeitslosigkeit und Sozialabbau bestimmten das politische Geschehen in Maintal; aber es gab 1992 auch gute Nachrichten.

 

Überblick 1993:

Maintal blickt auf ein relativ ruhiges Jahr zurück. Zwei Ereignisse prägen das Jahr. Gesellschaftlich stehen die viertägigen Festivitäten mit Umzug, Abend der Vereine, Tony-Marshall-Show und Handwerkermarkt zur 1200-Jahrfeier Dörnigheims im Juli im Mittelpunkt des Interesses. Die Vereine hatten sich vorgenommen, das große Fest zu organisieren und auszurichten. Dennoch laufen die Feierlichkeiten bereits im März nicht ohne Ärger ab. Zur akademischen Feier im März hatte die Stadt geladen und dabei einige Personen übergangen, die sich jetzt ausgegrenzt fühlen. Im Evangelischen Gemeindezentrum bleiben so aus Protest etliche Stühle frei.

Politisch prägte der „heiße“ Wahlkampf die ersten beiden Monate, die Kommunalwahl „verbannte“ die jahrzehntelange rote und zuletzt rot/grüne Stadtregierung in die Opposition. Mit den Republikanern zog eine Rechtspartei ins Parlament ein, die alle Demokraten im Wahlkampf noch verhindern wollten. Große Gewinner waren die „Freie Maintaler“, die sich erst rund ein halbes Jahr vor der Wahl als Wählergemeinschaft zusammenfanden. Sie erreichen aus dem Stand 23,2 Prozent, liegen damit nur knapp hinter SPD und CDU.

Obwohl die SPD knapp stärkste Fraktion bleibt, wird mit Erhard Rohrbach erstmals ein Christdemokrat Stadtverordnetenvorsteher. CDU und Freie Maintaler arbeiten in der Folge zusammen und bringen zahlreiche Beschlüsse der vormaligen rot-grünen Mehrheit zu Fall. Unter anderen werden die umstrittenen Bebauungen auf dem Herrenhof in Dörnigheim und der Bischofsheimer Rhönstraße gestoppt. Vor allem die Kontroversen auslösende Politik von Baustadtrat Karl-Heinz Schreiber (SPD) hatte ja zur Gründung der FM geführt, die im Wahlkampf dann auch in erster Linie diesen ins Visier nehmen.

Erstmals finden in Maintal Wahlen zum Ausländerbeirat statt. Die Beteiligung von nur 21,24 Prozent aller wahlberechtigten ausländischen Mitbürger ist ernüchternd. Siegerin ist die internationale Liste „Latina“ vor „Ausländer gemeinsam in Maintal“. Das Gremium hat beratende Funktionen und Rederecht im Stadtparlament bei Themen, welche die Interessen der ausländischen Mitbürger tangieren.

Die heiße Jahreszeit, das „berühmte Sommerloch“ blieb eines: Keine Skandale, keine Skan­dälchen trübten die Urlaubsstimmung. Richtig rund ging es erst im Oktober, als Pläne bekannt wurden, in der Maintaler Schullandschaft richtig „rumzurühren“. Die Schuldiskussion schlägt in Maintal neue hohe Wellen, entwickelt sich nun zu einem für die Eltern unverständlichen Karussell. Die Wilhelm-Busch-Schule soll nämlich aufgelöst und die Schüler in die Werner-von-Siemens-Schule geschickt werden. Diese wiederum möchte der Kreis in die Dietrich-Bonhoeffer-Schule verlagern. Und die Boni-Schüler sollen schließ­lich demnächst die Erich-Kästner-Schule in Bischofsheim besuchen. Lange versuchten die Verantwortlichen abzuwiegeln und zu beschwichtigen, aber des „Volkes Zorn“ war geweckt. Dieser Hickhack führt zu Protesten und Demonstrationen der Eltern und Schüler, aber auch viele Lehrer können diesen „Verschiebebahnhof“      nicht nachvollziehen und nur den Kopf schütteln.

Das Maintaler „Schulkarussell“ führt sogar dazu, daß sich Bürgermeister Unger symbolisch an die Eingangstür der Bonhoefferschule ketten läßt. Dies hilft jedoch genausowenig wie eine ganzseitige Anzeige von Gegnern der Schulpolitik des Kreises im Tagesanzeiger. Die Entscheidung ist unumstößlich. Die Buschschule siedelt in das Gebäude der Siemensschule, dieses wechselt in die Räumlichkeiten der Bonhoefferschule, die nun ausläuft. Die Siemensschule soll zu einer Grundschule mit angegliedertem Haupt- und Realschulzweig werden. Kreistag und Kultusministerium stimmen der Entscheidung der Kreisführung zu. Unmut und Ärger der Eltern verebben dennoch nicht so schnell. Unklar ist, was mit dem Gebäude der nun ehemaligen Buschschule werden soll.

 

Sonstiges

Die Beratungsstelle für Kriegsdienstverweigerer in Hochstadt wird im März 1989 von der Stadtverwaltung ausgezeichnet, von dem schwelenden Konflikt ist noch nichts zu spüren. Im Juli wird gesagt, sie habe sich aufgelöst. Im Streit und mit Frust habe ein erfolgreiches Team seine langjährige erfolgreiche Arbeit beendet. In einer anderer: Konzeption werden Verweigerer zukünftig vom Pfarrer in Hochstadt betreut. Helmut Stein, der langjährige Leiter, widerspricht allerdings dieser Darstellung: Die Beratungsstelle sei nie unterbrochen worden, er sei nur einige Zeit nicht dagewesen. Die Beratungsstelle beim Pfarramt war eher eine Konkurrenzveranstaltung und wurde kaum angenommen

 

Nachdem schon im Februar 1991 die Heraeus-Chemie in Hanau wird durch einen Großbrand ein Opfer der Flammen wurde, ereignete sich am 5. Oktober 1991, exakt um 5.12 Uhr,

bei der Firma Heraeus Quarzglas eine riesige Explosion. Denn genau zu dieser Minute geschah das bis dahin Unvorstellbare: Ein mit 100 Kubikmeter Wasserstoff gefüllter Tank explodierte mit kaum faßbarer Gewalt. Der Knall der Detonation war an diesem frühen Samstagmorgen noch bis in den Taunus hinein zu hören. Die Detonation reißt nicht nur die Hanauer, sondern auch die Maintaler Bürger aus dem Schlaf.

Fenster gehen in der Hanauer Innenstadt zu Bruch, Autos werden von herumliegenden Teilen demoliert. In einem Umkreis von bis zu drei Kilometern zerbarsten Tausende von Fensterscheiben, Dächer benachbarter Häuser wurden zerstört, Autos von umherfliegenden Trümmerteilen demoliert. In der Innenstadt gingen Dutzende von Schaufensterfronten zu Bruch. Der rund eine halbe Tonne schwere Deckel des Stahltanks durchschlug etwa 250 Meter weiter das Vordach des Hanauer Hauptbahnhofs. Das halbe Firmengelände von Heraeus wurde zerstört, sah aus wie nach einem Bombenangriff. Ein unmittelbar neben dem Firmengelände gelegenes Altenheim mußte evakuiert werden, in eilig eingerichteten Notunterkünften fanden sich zeitweise bis zu 300 Menschen ein.

Es grenzt schon fast an ein Wunder, daß damals „nur" 23 Menschen verletzt wurden. Der Sachschaden belief sich auf mehr als 200 Millionen Mark. Wie durch ein Wunder kommen Personen nicht zu Schaden, doch das Unglück zerstört Sachwerte von vielen hundert Millionen Mark. Das Riesenglück für die Bevölkerung stimmt nachdenklich, und Politiker diskutieren lautstark, wie gefährlich Industrieansiedlungen in den Innenstädten tatsächlich sind.

Kaum vorstellbar, was geschehen wäre. hätte das Unglück nur wenige Stunden später an einem normalen Werktag stattgefunden, wenn in dem Betrieb bis zu 900 Menschen gearbeitet hätten und die umliegenden Straßen bevölkert gewesen wären. Hunderte von Verletzte und sicherlich auch Dutzende Tote wären zu beklagen gewesen, sind sich die Experten später einig.

Dennoch: Das Explosionsunglück vom 5.Oktober 1991 weckte bei vielen älteren Bewohnern Hanaus auch Erinnerungen an den 19. März 1945, als alliierte Bomber die Goldschmiedestadt zu 90 Prozent zerstörten. Und: Die Katastrophe ließ erneut die Frage nach der Verträglichkeit von risikobehafteten Industrieanlagen in Innenstadtnähe aufkommen.

Doch was hatte die Explosion des Wasserstofftanks überhaupt verursacht? Ein Jahr lang ermittelte die Hanauer Staatsanwaltschaft, schaltete die Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) ein und kam schließlich zu dem Ergebnis, daß winzige Fehler bei der Herstellung des im Jahre 1977 gebauten Wasserstofftanks die Explosion ermöglichten. Millimeter feine Haarrisse im Mantel des Behälters hatte die BAM rekonstruieren können.

Nicht ganz einwandfrei. gearbeitete Schweißnähte führten dazu, daß der 20 Meter hohe Wasserstofftank bei einem normalen Betriebsdruck von 44 bar im oberen Bereich aufriß. Der austretende Wasserstoff vermischte sich mit der Luft. explodierte und erzeugte eine Druckwelle, die schließlich den ganzen Tank umstürzen ließ. Dabei wurde der restliche Wasserstoff freigesetzt. Mehrere Folgeexplosionen führten zu den erheblichen Zerstörungen. Fehler beim Betanken nur etwa eine Stunde vor der verheerenden Explosion war der Wasserstofftank noch betankt worden - konnten die Experten demnach ausschließen.

 

 

Zeitraum Rohrbach - Robanus 1995 - 2001

 

Wetter

Der Mainpegel steigt Ende Januar 1995 bei Dörnigheim auf die historische Jahrhundert-Höchst­marke 6,27 Meter. Die Maintaler Feuerwehr ist rund um die Uhr im Einsatz und kämpft gegen die Flutwellen in vorbildlicher Weise an. Die Bevölkerung ist aufgerufen, den Wasserverbrauch auf das allernötigste zu beschränken, da die Kanalisation randvoll gefüllt ist. Die B 8 ist zwischen Dörnigheim und Kreuzung Rumpenheimer Fähre gesperrt, da das Wasser in der Braubachkurve einen halben Meter hoch auf der Fahrbahn steht. Anfang Februar ist der Spuk dann vorbei, der Pegel fällt.

Maintal stöhnt im Frühsommer 1995 unter der hessenweit höchsten Ozonkonzentration. Mediziner raten, größere Anstrengungen zu vermeiden. Der Wagen sollte möglichst stehen gelassen wer- den. Im Juni, Juli und August herrscht im Maintalbad wieder Hochbetrieb. Die Bullenhitze sorgt für Gedränge im kühlen Naß.

Immer wieder müssen die Bewohner. die in Dörnigheim in der Nähe des Mains wohnen, vor dem Hochwasser zittern, das in stets geringeren Abständen für Aufregung sorgt. Auch 1998 war Maintal von dem Hochwasser betroffen. Der Pegel des Mains steigt im November 1998 bei Dörnigheim auf 5,49 Meter, die Stadt Maintal richtet in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr einen Krisenstab ein. Von größerem Katastrophen bleibt die Stadt, abgesehen von einigen überfluteten Kellern, jedoch verschont: Rechtzeitig schließen sich die Himmelsschleusen. Für einige Tage herrscht jedoch weiterhin Alarmbereitschaft.

Die plötzliche „weiße Pracht“ sorgt im Dezember 1998 für den größten Einsatz Maintaler Schneeräumfahrzeuge seit fast zwei Jahren. Auf den Straßen ereignen sich innerhalb einer Stunde rund 20 Unfälle, bevor sich die Situation durch ebenso plötzliches Tauwetter wieder beruhigt.

Maintal im Taumel der Sonnenfinsternis: Unsere Stadt liegt zwar nicht im Kernschatten, doch die „schwarze Sonne“ verdunkelt den Maintaler Himmel ganz erheblich, für wenige Minuten wird es richtig düster. Der Grund: Anders als in weiten Teilen des weiter südlich gelegenen Kernschattens reißt der graue Himmel über Maintal auf und ermöglicht freie Sicht auf das Jahrhundertereignis im August 1999. Auf den Parkplätzen der Supermärkte, auf vielen Balkonen und auf der Hochstädter Hartig das gleiche Bild: Menschen mit Pappbrillen auf der Nase recken ihre Hälse gen Himmel - und bekommen, dem Wettergott sei Dank, das Naturschauspiel ohne Wolkenwand zu sehen.

 

 

Politik: Stadtverordnetenversammlung, Parteien, Verwaltung

Bürgermeisterwahl 1995:

Der Wahlkampf erreicht mit der Tagesanzeiger-Podiumsdiskussion am 12. Januar 1995 seinen Höhepunkt. Über 600 Besucher drängen sich ins evangelische Gemeindezentrum Dörnigheim, um den drei Bürgermeister-Kandidaten Erhard Rohrbach (CDU), Peter Laskowski (SPD) und Peter Czerwonka (Freie Maintaler) auf den Zahn zu fühlen. Die Moderation übernimm Fernsehprofi Frank Lelmann, der gekonnt locker und originell durch den Abend führt.

Der Abend wird für den geistig abwesend scheinenden Peter Laskowski zu einem „Waterloo“.

Als klarer Punktsieger geht der Christdemokrat Erhard Rohrbach hervor.

Am 29. Januar 1995 stimmen exakt 6.510 Wähler oder 52,12 Prozent für Rohrbach. Auf den SPD-Bewerber Peter Laskowski entfallen 4.920 Stimmen, gleich 39,39 Prozent. Peter Czerwonka, der Bewerber der Freien Maintaler, erhält 1.060 Stimmen oder 8,49 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt knapp unter 5 Prozent und fallt damit im Vergleich zu anderen hessischen Kommunen recht niedrig aus. Bei der ersten Bürgermeister-Direktwahl in Maintal erreicht somit Erhard Rohrbach gleich im ersten Wahlgang überraschend die absolute Mehrheit. Am 4. Juni löst Erhard Rohrbach im Bischofsheimer Rathaus Bürgermeister Dr. Walter Unger ab, der 13 Jahre lang in Maintal das Zepter schwang.

 

Spaltung der Freien Maintaler:

Nach dem schwachen Abschneiden ihres Kandidaten Peter Czerwonka bei der Bürgermeisterwahl kommt es bei den Freien Maintalern Mitte Februar 1995 zum Krach: Gemeinsam mit den FM-Stadtverordneten Helmut Baumecker und Peter Thrun verläßt Czerwvonka die FM-Fraktion und gründet die Gruppe „Bürger für Maintal“. Hintergrund: ein massiver Zwist in der FM-Fraktion. ausgelöst durch den Beschluß, auf einen eigenen Stadtratsposten verzichten zu wollen. So ging der designierte Sozialdezernent Czerwonka leer aus und verließ wutentbrannt die Fraktion. Nach nur Wochen kehrt indes Peter Thrun zur FM-Fraktion zurück. Die „Bürger für Maintal“ machen zu zweit weiter.

 

Wechsel bei der SPD:

Die Maintaler SPD zieht Konsequenten aus dem Debakel bei der Bürgermeisterwahl und der ungewohnten Oppositionsrolle. Fraktionschef Mario Arendt aus Bischofsheim muß gehen. Nachfolger im Februar 1995 wird der Dörnigheimer Herbert Belser. Siegfried Bornat wird im Parlament mit großer Mehrheit zum Stadtverordnetenvorsteher („Erster Bürger“) und Nachfolger von Erhard Rohrbach gewählt.

Der 25jährige Bischofsheimer Alexander Kühn wird am 20. September 1995 zum neuen Vorsitzenden des SPD-Stadtverbands gewühlt. Der Jungpolitiker erhalt 31 Stimmen der Delegierten, 24 Voten entfallen auf Dr. Hans-Jochen Schild aus Wachenbuchen. Kühn kündigt an, sich ganz der Parteiarbeit in Maintal widmen zu wollen und in seiner Zeit als Maintaler SPD-Chef kein anderes politisches Amt anzunehmen.

 

Landtagswahlen 1995:

Auch bei den Landtagswahlen am 19. Februar 1995 behält die CDU in Maintal die Oberhand. Die Christdemokraten erzielen 43 Prozent bei den Zweitstimmen. Die SPD landet bei 35,3 Prozent, die Grünen erhalten 10,6 Prozent und die FDP 6,5 Prozent. Bei den Erststimmen setzt sich Walter Korn (CDU) mit 46,7 Prozent deutlich gegen Lothar Klemm (39,3) durch.

 

Haushalt 1995:

Mit einem ungewöhnlichen Transfer von über fünf Millionen Mark vom Vermögens- in den Verwaltungshaushalt verabschiedet die Maintaler Stadtverordnetenversammlung am 13. Februar 1995 den Haushalt 1995. Im Zuge des unumgänglichen Sparkurses stimmen die Stadtverordneten vor allem deutlichen Kürzungen im Kulturetat zu.

 

Gerd Robanus wird Stadtrat:

Die neue bürgerliche Führung im einst „roten“ Maintal wird im Juli durch die Wahl des CDU-Chefs Gerd Robanus zum Ersten Stadtrat komplettiert: Mit 24 gegen 19 Stimmen wird der Christdemokrat Gerd Robanus am 3. Juli 1995 in geheimer Abstimmung im Stadtparlament zum Ersten Stadtrat gewühlt. Damit ist der hauptamtliche Magistrat in CDU-Hand. Ob es tatsächlich ein „Republikaner“ war, der die ausschlaggebende Stimme gegeben hat, kann trotz heftigster Angriffe der Opposition nie bewiesen werden. Sein Amt tritt Robanus am 1. Oktober als Nachfolger ein Dr. Karl-Heinz Schreiber an.

Stadtrat Gerd Robanus hat im Stadtparlament aber keinen leichten Stand: Im September 1996 mißbilligt die Maintaler Volksvertretung - gegen die Stimmen der CDU-Fraktion - erstmals in der Geschichte der Stadt das Verhalten eines Magistratsmitglieds. Im Zusammenhang mit dem geplanten „Kleeblatt-Altenheim“ hatte Robanus in dem CDU-Blättchen „Unsere Stadt“ arg oberflächlich von CDU-Erfolgen und SPD-Tatenlosigkeiten berichtet.

Auch auf dem Gebiet der Stadtplanung bleibt ihm im Grunde nur ein Wohnblock am Hasenpfad. Die mit einem Holzpflaster versehene Straße Alt -Bischofsheim (Ostteil) wird als „Klappergasse“ verspottet und bald wieder neu gebaut.

 

FDP will die Rolle der Freien Maintaler einnehmen:

Der „Einzelkämpfer“ Peter Czerwonka ist politisch tot. In der FDP wollte der Aussteiger der „Freien Maintaler“ und spätere Gründer der „Bürger für Maintal“ 1996 sein politisches Überleben sichern - vergeblich. Die Liberalen wollten ihn nicht, nutzten aber das Medienspektakel, um an ihre eigene Existenz zu erinnern.

 

Innenminister Kanther in der Maintal-Halle:

Als Wahlkreiskandidat kommt der Christdemokrat seinen Verpflichtungen regelmäßig nach und stattet dem Altkreis Hanau mindestens einmal im Monat einen Besuch ab. Am 5. September 1996 ist er in der Maintal-Halle zu Gast und beeindruckt mit seiner rhetorischen Brillanz.

 

Haushalt 1997:

Mit knapper Mehrheit (CDU, FM zwei Parteilose) beschließt das Maintaler Stadtparlament 1996 den Haushalt für 1997. Wichtigste Eckpfeiler. Keine Erhöhung der Gewerbesteuer, kein Bau eines neuen Kindergartens. Letzteres, der nicht erfüllbare Rechtsanspruch aller Dreijährigen auf einen Betreuungsplatz, scheint zu einem wesentlichen Wahlkampfthema zu werden. In wütenden Stellungnahmen fordert der Stadtelternbeirat von Bürgermeister Rohrbach entschlosseneres Handeln, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen.

 

Frauenamt Maintal:

 „Gleichberechtigung auch in Krisenzeiten verwirklichen“ - das ist das Leitmotto von Maintals (neuer) Frauenbeauftragten Anne Denecke angesichts des zehnjährigen Bestehens des Maintaler Frauenamts im Januar 1997. Im vollbesetzten Bischofsheimer Bürgerhaus zieht sie eine kritische Bilanz und blickt in die Zukunft: „Es ist noch viel zu tun“

Gegen Degradierung des Frauenamts

Streit gibt es im April zwischen Bürgermeister Rohrbach und der Frauenbeaufragten Anne Dene>Kanther spricht am Aschermittwoch:

Beim politischen Aschermittwoch der Maintaler CDU im Bischofsheimer Bürgerhaus ist Bundesinnenminister Manfred Kanther in seinem Element: Mit seinem Leib- und Magenthema „Innere Sicherheit“ spricht er im Februar 1997 den rund 400 Gästen aus dem Herzen und profiliert sich als Politiker, der die Sicherheitssorgen und -bedenken seiner Wähler ernstnimmt.

 

Kommunalwahl 1997:

Drei Stunden lang hauen sich im Februar 1997 die Maintaler Spitzenkandidaten von SPD, CDU, Grünen, FM und FDP ihre politischen Argumente im Dörnigheimer evangelischen Gemeindezentrum um die Ohren. Eingeladen dazu hatte der Tagesanzeiger. Die Politiker sprechen über ihre Ideen und Pläne, falls sie nach dem 2. März in Maintal das Sagen haben werden. Moderiert wurde die Veranstaltung wieder von Frank Lehmann und Tagesanzeiger-Redakteur Dirk Müller. Die Bürger stellen zum Teil bohrende Fragen. Einen eindeutigen Sieger gab es an diesem Abend übrigens nicht.

Die hessischen Kommunalwahlen am 3. März enden in Maintal mit einer Sensation: Die Rückeroberung der Mehrheit durch SPD und Grüne nach vierjähriger Opposition hatte nun wirklich niemand in Maintal auf der Rechnung. Und doch geschieht das Unglaubliche: Am Ende reicht es für eine hauchdünne Mehrheit für diejenigen, die noch 1993 für Selbstherrlichkeit und Bürgerferne so hart abgestraft worden waren. Nach vierjähriger Opposition haben SPD und Grüne nun eine Mehrheit von einem Sitz in der neuen Stadtverordnetenversammlung. Große Wahlverlierer sind die Freien Maintaler, die von 23,2 auf 8,1 Prozent abstürzen.

Die Quasi-Koalition von CDU und FM ist beendet, „Rot-Grün gegen Rohrbach“ ist nun das Motto: SPD und Grüne müssen sich mit einem CDU-Bürgermeister, einem CDU-Stadtrat und einer CDU-Magistratsmehrheit arrangieren. Für dauernde Reibereien ist gesorgt.

Sepp Sigulla scheidet aus dem Parlament aus und wird zum Stadtältesten ernannt. Die Sozialdemokraten hatten ihren Bischofsheimer Genossen auf der Kandidatenliste soweit hinten plaziert, daß er auf seine Kandidatur verzichtete.

Seinen Abschied nimmt auch Stadtverordnetenvorsteher Siegfried Bornat (zu seinem Nachfolger wird der Wachenbucher Sozialdemokrat Karl-Heinz Kaiser gewählt). Zuvor gibt es Querelen zwischen ihm und seinen SPD-Parteifreunden. Seine eigene Partei, die SPD (insbesondere die Fraktion), verhält sich bei seinem Rücktritt im Parlament nicht gerade vorbildlich und hinterläßt in den Abschiedsreden einen fahlen Nachgeschmack. Bornat war in Maintal als Stadtverbandsvorsitzender der SPD und als Parlamentschef politisch sehr aktiv. Bornat nutzt seine Abschiedsrede zu einer persönlichen Abrechnung, gibt sein Mandat zurück und siedelt in Maintals Partnergemeinde Moosburg nach Kärnten über, wo er auch wieder heiratet.

Andrea Pischke wird 1997 neue Vorsitzende der Freien Maintaler. Die Rechtsanwältin soll die Wählergemeinschaft wieder auf Kurs bringen, um sie auch 2001 erneut ins Parlament zu bringen.

Trotz vieler Bürgerstimmen, die sich in Krisenzeiten eher das Zusammengehen der beiden Volksparteien SPD und CDU gewünscht hätten, halten SPD und Grüne stramm Kurs gegen die Politik von Bürgermeister Rohrbach und vereinbaren einen Kooperationsvertrag über wesentliche Politikfragen, der einer Koalitionsvereinbarung sehr nahe kommt. Die feierliche Vertragsunterzeichnung im Hochstädter Technischen Rathaus legt im März den Grundstein für eine rot-grüne Zusammenarbeit.

 

Kühn tritt zurück:

Alexander Kühn, bisher Vorsitzender des Maintaler SPD-Stadtverbandes, erklärt im Juni 1997 seinen Rücktritt. Er wolle sich zunächst verstärkt seinem Mathematik-Studium widmen, gibt er als Begründung an. Der Rücktritt des 27jährigen Bischofsheimers löst wilde Spekulationen über den inneren Zustand der Maintaler SPD aus und irritiert selbst eingefleischte Genossen. Die wahren Gründe des Rücktritts bleiben im Dunklen.

 

Demonstration gegen die „Streich-Liste“:

Die große Diskussion um das Sieben-Millionen-Loch im Maintaler Haushalt beginnt im Oktober 1997: „Die Zukunft des Maintalbades ist ungewiß“, meldet der Tagesanzeiger und löst damit eine Welle des Protestes und ein Umdenken in der ganzen Stadt aus. Bald entlädt sich der Ärger mit Bekanntgabe der „Liste der Grausamkeiten“ durch Bürgermeister Rohrbach. (16. Oktober). Unter anderem sollen das Maintalbad geschlossen, die Ferienspiele entfallen und die Kita-Gebühren drastisch erhöht werden. Rund 400 Demonstranten versammeln sich im Dezember 1997 bei Minusgraden vor dem Bischofsheimer Bürgerhaus, um für den Erhalt des Maintalbades und gegen die soziale „Streichorgie“ des Magistrats und die „Liste der Grausamkeiten“ von Bürgermeister Rohrbach zu demonstrieren. Dietrich Puchstein, Initiator der Bürgerinitiative „Rettet das Maintaibad“, fordert Rohrbach im Stadtparlament auf, die geplanten Einschnitte nochmals zu überdenken. Auch die Kitapolitik des Bürgermeisters bringt die Bevölkerung auf die Barrikaden. Gegen die drohende Schließung des Maintalbades machen die Bürger mobil: Eine Bürgerinitiative „Rettet das Maintalbad“ gründet sich im Oktober und läßt fortan nichts unversucht, die Schließung des einzigen Maintaler Schwimmbades zu verhindern.

 

Neue Hundesatzung:

Trotz neuer Hundesatzung gibt es in Maintal nach wie vor keine Gewähr vor aggressiven Kötern: „Man kann nicht jeden Hund durch die Ordnungspolizei kontrollieren“, betont der zuständige Sachbearbeiter im Maintaler Ordnungsamt. Immerhin: Angelehnt an die neue Hundesatzung in Frankfurt, werden im September 1997 auch in Maintal bestimmte Hunderassen benannt und als potentiell gefährlich deklariert. Ohne Leine dürfen sie nicht geführt werden. Bei wiederholter Uneinsichtigkeit von Herrchen oder Frauchen drohen Verwarnungsgeld und im Wiederholungsfall Hundeentzug.

 

Belser für neuen Kämmerer:

Ein überraschender Vorschlag von SPD- Fraktionschef Herbert Belser platzt im November 1997 in die Zeit der Haushaltsberatungen: Belser tritt für die Wahl eines neuen Kämmerers ein, der die Maintaler Finanzen in Ordnung bringen soll. Gleichzeitig richtet er Gesprächsangebote an CDU, Grüne und FM und signalisiert damit, daß man den Karren gemeinsam aus dem Dreck ziehen solle.

 

Korn kandidiert nicht mehr:

Walter Korn verzichtet nun doch auf eine erneute Kandidatur für den Hessischen Landtag zur Wahl 1999. Begleitet von bitteren Vorwürfen an die Mitbewerber Angelika Feuerbach und Roland Johne erklärt Korn im Dezember 1997, daß er sich zukünftig mehr im Kreistag, in der Maintaler Kommunalpolitik und für sein Privatleben engagieren will. Der Name von Korns Wunschnachfolger sickert wenig später durch: Hugo Klein, Vorsitzender der CDU Freigericht und ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter.

 

Internetauftritt der Stadt:

Die Stadt Maintal geht im Januar 1998 den Schritt ins Internet: Unter der Internet- Adresse „http/www.maintal.net“ erhalten Internet-„Surfer“ Informationen über die Stadt. Gedacht ist die Webseite auch als Forum für Vereine und Verbände.

 

Kanther-Nominierung in Bischofsheim:

Manfred Kanther wird im Bürgerhaus Bischofsheim im Februar 1998 zum Bundestagskandidaten des Wahlkreises 137 gewählt. Für den Bundesinnenminister stimmen 226 der 242 CDU-Delegierten. (28. Februar).

 

Priska Hinz wird nun Landesministerin:

Die frühere Maintaler Stadträtin Priska Hinz (Bündnis 90/Die Grünen) kommt im Februar 1998 zu hohen Ministerehren. Sie wird zur neuen Hessischen Landesministerin für Umwelt, Energie, Jugend, Familie und Gesundheit gekürt. Dem Tagesanzeiger erklärt sie, daß sie dabei sicherlich auch von ihren Maintaler Jahren profitieren wird. Priska Hinz war in Maintal von 1989 bis 1994 Zweite Stadträtin und Kämmerin unter Bürgermeister Dr. Walter Unger. Auch ehemalige Maintaler Weggefährten gratulieren der Politikerin, die mittlerweile in Herborn lebt.

 

„Grausame Liste“ stark entschärft:

Die ominöse „Liste der Grausamkeiten“ des Magistrats, die aufgrund fehlender Finanzen etliche soziale Einschnitte vorsieht, wird vom Maintaler Stadtparlament im März 1998 in vielen Punkten entschärft. Nach wochenlangen, zähen Verhandlungsrunden raufen sich SPD und Grüne doch noch einmal zusammen und beschließen mit ihren Änderungen den Maintaler Haushalt 1998. Unter anderem sollen das Maintalbad, die Maintaler Ferienspiele, Ausländersprachkurse, Zuschüsse für soziale Einrichtungen und die Hochstädter Betreuungsschule erhalten bleiben. Rot-Grün stimmt zunächst auch für den Erhalt des Sozialamtes in Maintal und für die Einführung eines „Modellteam Maintal“ ohne finanzielle Gegenforderungen. Unstrittig ist der Verkauf des Bischofsheimer Rathauses.

Die erste Haushaltssitzung Ende Januar war in einem Desaster geendet. Die Grünen hatten die meisten SPD-Anträge abgelehnt und nach stundenlangen Kleinkriegen zwischen den Fraktionen hatte am Ende nur die CDU für den Entwurf gestimmt. Diesmal enthält sich die CDU und der Haushalt wird mit den Stimmen von SPD und Grünen beschlossen. FM und „Reps“ stimmen dagegen.

 

Maintaler SPD verschwistert sich:

Die Maintaler SPD verschwistert sich im März 1998 in der Partnerstadt Katerini mit dem dortigen Regionalverband der sozialistischen Partei Griechenlands PASOK. In einer Woche der Freundschaft wird die Maintaler SPD-Delegation immer wieder Zeuge der wohl unübertrefflichen griechischen Gastlichkeit.

 

Feuerbach unterliegt:

Maintals CDU-Fraktionsvorsitzende Angelika Feuerbach muß im April 1998 eine herbe Schlappe hinnehmen. Bei der Abstimmung um die Nachfolge des CDU-Landtagskandidaten Walter Korn unterliegt sie Hugo Klein aus Freigericht klar mit 24 zu 77. Der Maintaler Korn hatte zuvor klar für Klein Stellung bezogen, was zu einem offenen Streit mit der Bischofsheimerin führte.

 

125 Jahre SPD in Dörnigheim:

Der SPD-Ortsverein Dörnigheim feiert im August 1998 sein 125jähriges Jubiläum. Die Ortsgruppe Dörnigheim des SPD-Vorläufers „Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein“ (ADAV) wurde im Jahre 1873 bei der ADAV-Generalversammlung in Frankfurt erstmals erwähnt. Bei der Akademischen Feier zum Geburtstag in der Turnhalle der Turngemeinde in der Bahnhofstraße erinnert Festredner Bernd Reuter an diese Zeit, blickt aber auch kämpferisch und zuversichtlich auf die unmittelbar bevorstehende Bundestagswahl.

 

Keine Mehrheit für Modellteam Maintal:

Das „Modellteam Maintal“ bleibt ein Papiertiger. Nach einer Kurskorrektur der Grünen gibt es im September 1998 im Stadtparlament keine Mehrheit mehr für das Pipa-Modell. Die Ökopartei stellt den Antrag, das Maintaler Sozialamt nur dann zu behalten, wenn der Main-Kinzig-Kreis eine jährliche Zuzahlung von 550.000 Mark leistet. Im Parlament wird der Antrag mit den Stimmen von CDU, Grünen und FM angenommen. Kreis-Sozialdezernent Erich Pipa weist das Ansinnen aus Maintal zurück. Damit ist das Modellteam erledigt und das Sozialamt wird zurück an den Main-Kinzig-Kreis delegiert. Anträge auf Sozialhilfe werden aber weiterhin im Maintaler Rathaus entgegengenommen und die Antragsteller werden dort auch beraten, wie die Anträge ausgefüllt werden müssen.

 

Bundestagswahl 1998:

Die SPD gewinnt im Oktober 1998 die Bundestagswahl klar und deutlich und stellt mit Gerhard Schröder nach 16 Jahren wieder den Bundeskanzler. Auch in Maintal gehen die Sozialdemokraten als klarer Sieger durchs Ziel.

Bernd Reuter holt sich mit 45,1 Prozent der Erststimmen das Direktmandat. Bundesinnenminister Manfred Kanther, vor vier Jahren noch souveräner Sieger, erreicht nur 43,1 Prozent. In Maintal liegt Reuter mit 45,5 Prozent gegenüber Kanthers 41,6 Prozent sogar noch deutlicher vorn. Manfred Kanther spricht von einem „Desaster für meine Partei“, zeigt sich aber mit seinem persönlichen Erststimmenergebnis ganz zufrieden.

Die SPD steigert sich in Maintal bei den Zweitstimmen auf 40,4 Prozent, die CDU kommt nur noch auf 34,1 Prozent, Grüne und FDP liegen gleichauf bei acht Prozent. Bei den Erststimmen ist Reuter in Maintal der klare Sieger. Er kommt auf stolze 45,5 Prozent, Kanther nur auf 41,6. Im gesamten Wahlkreis 137 siegt Reuter mit 45,1 zu 43.1 Prozent. Für die SPD und Bernd Reuter ein großer Erfolg.

 

Hundesatzung nun in entschärfter Form:

Die Maintaler Hundesatzung wird im Oktober 1998 „nachgebessert“ und in entschärfter Form schließlich verabschiedet. Nach dem Veto aus der Hanauer Kreisverwaltung als zuständiger Aufsichtsbehörde korrigiert sich das Stadtparlament und bringt nun eine Satzung auf den Weg, die sich als tragbarer Kompromiß zwischen Hundebesitzern und anderen Spaziergängern lesen läßt. Demzufolge gilt der Leinenzwang nicht mehr für alle Hunde, sondern nun für sogenannte „gefährliche Hunde“. In puncto Maulkorbzwang gibt das Stadtparlament allerdings nicht nach: Alle „Kampfhunde und gefährliche Hunde sollen fortan einen Maulkorb tragen, dagegen fordert das Kreishaus, einen Maulkorbzwang nur für solche Hunde zu erlassen, „die sich als bissig erwiesen haben“.

 

Rot-Grün in Maintal nach Krach am Ende:

Die Politik in Maintal ist weiterhin für Überraschungen gut. Die Kooperation zwischen SPD und Grünen hält gerade mal knapp mehr als ein Jahr und zerbricht im Herbst 1998. Die rot-grüne Kooperation in Maintal ist am Ende. „Tief enttäuscht“ kündigt die SPD im Oktober 1998 die bisherige Zusammenarbeit auf, nachdem die Grünen im Stadtparlament in wichtigen Abstimmungen wiederholt mit dem „bürgerlichen Lager“ von CDU und FM votiert hatten. Zum Bruch führten schließlich das Votum der Grünen gegen den Erhalt des Sozialamts ohne finanzielle Zugeständnisse des Kreises sowie die Differenzen um die Umwandlung des Maintaler Betriebshofes. Es gab auch unterschiedliche Ansichten über den Haushalt für das Jahr 1999.

Schließlich entscheidet sich die Fraktion der Ökopartei für eine Zusammenarbeit mit dem bürgerlichen Lager. Die SPD steht, obwohl stärkste Fraktion, im Dezember ohne Mehrheit da

Im Dezember wird die Vorlage des CDU-domi­nierten Magistrats der den Haushalt mit den Stimmen von CDU, Freien Maintalern und Grünen verabschiedet. Die SPD geht als stärkste Fraktion in die Opposition. Der Schwenk der Grünen von Rot- Grün hin zu Schwarz-Grün bringt erhebliche Veränderungen in der politischen „Farbenlehre“ in Maintal und vor allem bei den Mehrheitsverhältnissen mit sich: Auf einmal bestimmt das „bürgerliche Lager“ wieder maßgeblich mit.

 

Landratswahl 1999: Ein Erdrutschsieg für Landrat Eyerkaufer:

Der Sinntaler Günter Frenz, Leiter der Kreisrealschule Bad Orb, tritt für die CDU bei der Landratswahl am 17. Januar 1999 gegen Amtsinhaber Karl Eyerkaufer an. Beim Kreisparteitag der Christdemokraten in Gelnhausen gibt es im Juli 1998 nur zehn Gegenstimmen.

Landrat Karl Eyerkaufer wird im Januar 1999 triumphal wiedergewählt. Er erhält traumhafte 62,61 Prozent. Sein Kontrahent Günter Frenz erreicht gerade einmal 33,47 Prozent. Ein Desaster erlebt der grüne Kandidat Matthias Zach, der es auf katastrophale 3,92 Prozent bringt.

Karl Eyerkaufer gelingt es, in allen Kommunen die 50 Prozent-Marke zu überspringen. Selbst in den CDU-Hochburgen im Ostkreis fährt er nie für möglich gehaltene Ergebnisse ein. In Gelnhausen verbessert er sich gegenüber 1993 um sensationelle 20 Prozent. In Maintal bleibt sein Resultat mit 61,96 knapp unter dem Kreis-Durchschnitt. Frenz kommt hier auf 33,7 Prozent, Zach bleibt auch in Maintal mit 4,3 Prozent dramatisch unter dem Ergebnis von Priska Hinz 1993. In Hochstadt erzielt der Landrat mit 73,5 Prozent ein absolutes Spitzenergebnis.

Eyerkaufer zeigt sich begeistert über das Wahlergebnis und sieht darin auch einen Steilpaß für die Landtagswahlen. Auch Hessens Wirtschaftsminister Lothar Klemm ist begeistert, drei Wochen später sieht das dann aber anders aus.

Trostpflaster für Frenz: Für seine Landrats-Kandidatur nominiert ihn die Kreis- CDU im Juni zum Vizelandrat und Ersten Kreisbeigeordneten: Am 1. November tritt der Schulleiter aus Sinntal dieses Amt an und folgt Parteifreund Hubert Müller nach, der aus Gesundheitsgründen auf eine erneute Kandidatur verzichtete.

 

Personalroulette bei SPD:

Bei der Maintaler SPD geht es im Februar und März 1999 ziemlich rund. Zuerst tritt der Fraktionsvorsitzende Alexander Kühn nach nur kurzer Amtszeit zurück. Sein Nachfolger wird Burkhard Wagner. Kühn zeigt sich „menschlich enttäuscht“ über seine Behandlung durch seinen Vorgänger Herbert Belser und andere Genossen. Kühn war in der Vergangenheit bereits als Stadtverbandsvorsitzender zurückgetreten. Diesen Entschluß begründete er damals mit Überlastung durch sein Mathematik-Studium.

Ein weiterer Paukenschlag folgt nur wenige Tage später. Bei der Jahreshauptversammlung der Dörnigheimer SPD wird der bisherige Vorsitzende Helmut Wassermann scharf attackiert. Ihm wird unter anderem Ämterhäufung vorgeworfen (Ortsvereinsvorsitzender und Stadtverordneter). Wahrer Grund dürfte jedoch Unzufriedenheit mit seiner Amtsführung sein. Wassermann tritt nicht wieder an. Seine Nachfolgerin wird die recht unbekannte Brigitte Sauer (zuvor Stellvertreterin Wassermanns).

 

Schwarz-Gelb auch in Maintal vorn:

CDU und FDP schaffen bei der Landtagswahl im Februar 1999 etwas überraschend den Machtwechsel. Auch in Maintal liegt Schwarz- Gelb vor Rot-Grün: CDU 44,1, SPD 40,7, Grüne 6,7 und FDP 4,2 Prozent. Das Direktmandat im Wahlkreis 40 verteidigt allerdings Lothar Klemm (SPD) gegen CDU-Herausforderer Hugo Klein. Auch in Maintal hat Klemm mit 45,4 gegen 44,2 Prozent der Erststimmen die Nase vorn:

 

Europawahl: CDU hat die Nase vorn:

Bei der Europawahl im Juni 1999 hat die CDU die Nase in Maintal - wie auch bundesweit - klar vorn. Das Maintaler Ergebnis: CDU 48,0, SPD 34,0, Grüne 7,4 und FDP 3,5 Prozent.

 

Die Stadt Maintal wird 25 Jahre alt:

25 Jahre Stadt Maintal auf engstem Raum: Die Stadt muß sparen und verzichtet auf ein großes Fest zum ersten Vierteljahrhundert ihres Bestehens. Eine kleine, aber feine Ausstellung zum selbigen Thema stößt im Juli 1999 dennoch auf beachtliches Interesse: In liebevoller Kleinarbeit haben Mitarbeiter des Kulturamts Erinnerungsstücke aus der 25-jährigen Stadtgeschichte zu einer Ausstellung geformt, die im Historischen Rathaus zu Hochstadt zu sehen ist. Den eher beiläufigen und lieblosen „Festakt“ zum Jubiläum beim Dörnigheimer Maafest stellt die Ausstellung deutlich in den Schatten.

 

Bürgermeister sieht „Verschnaufpause“:

Im Juni 1999 steht Bürgermeister Erhard Rohrbach der Redaktion zu vielen Themen, die die Maintaler auf kommunaler Ebene bewegen, Rede und Antwort. Die Hauptaussage nach zwei Dritteln seiner ersten Amtsperiode: „Finanziell befinden wir uns in einer Verschnaufpause“.

 

Walter Korn tritt nach 30 Jahren ab:

Der „alte Haudegen“ tritt ab: Im April nimmt Walter Korn aus Dörnigheim, seit fast 30 Jahren Mitglied des Hessischen Landtags, Abschied aus Wiesbaden - nicht ohne Wehmut. „Jetzt werde ich mich erst mal etwas erholen“, verspricht das politische Urgestein, dessen Wunschkandidat für seine Nachfolge, Hugo Klein, bei der Landtagswahl knapp an Korns Dauerkonkurrenten Lothar Klemm scheitert.

 

CDU, Grüne und FM beschließen Haushalt:

Mit den Stimmen von CDU, Grünen und FM wird im Dezember 1999 der Maintaler Doppelhaushalt 2000/2001 beschlossen. Die stärkste Fraktion, die SPD, votiert dagegen und sieht sich im Stadtparlament weiterhin isoliert.

 

SPD-Wassermann gegen CDU-Rohrbach:

Der SPD-Herausforderer von Bürgermeister Erhard Rohrbach heißt Günther Wassermann. Der gebürtige Frankfurter, zur Zeit Leiter des Leipziger Ordnungsamtes, kann sich unter den sechs Kandidaten, die sich der SPD-„Findungskommission“ zur Wahl stellen, klar durchsetzen. Der Bruder des Maintaler SPD-Stadtverordneten Helmut Wassermann will mit neuen Ideen und einer engagierten Jugend- und Seniorenpolitik den Christdemokraten Rohrbach bei der Wahl im Frühjahr 2001 beerben.

 

Leinenzwang tritt in Maintal in Kraft:

Die Stadt Maintal zieht im Juli 2000 die Konsequenzen aus den vielen Klagen über unangeleinte und teilweise aggressive Hunde, die zur Bedrohung werden können: Seit Anfang Juli 2000 gilt im Maintaler Stadtgebiet für bestimmte Gegenden Leinenzwang für alle Hunderassen. Zu den Leinenzwang-Zonen zählt unter anderem das Mainufer zwischen Mühlheimer Fähre und Kesselstädter Schleuse.

 

Handfester Skandal um CDU-„Schnüffelanrufe“:

Mit einem handfesten politischen Skandal sieht sich im Mai 2000 die Maintaler CDU konfrontiert: Der Hochstädter Stadtverordnete Othmar Heck bittet bei der Bild-Zeitung in Leipzig unverhohlen um die Zusendung möglichst negativer Berichterstattung über den dortigen Ordnungsamtsleiter Günther Wassermann, ganz offenbar mit dem Ziel, ihn als Maintaler SPD-Bürgermeister­kandidaten madig zu machen. Schlimmer noch: Vom Tagesanzeiger auf den Sachverhalt angesprochen, streitet der Stadtverordnete ab, überhaupt angerufen zu haben, bevor er tags darauf - wohl gedrängt von der eigenen Fraktion - die unappetitlichen „Schnüffel-Anrufe“ zugibt. Kurz darauf gibt Heck sein Stadtverordnetenmandat zurück, bleibt aber Ortsvorsitzender der Hochstädter Christdemokraten und kandidiert auch für die kommende Kreistagswahl.

 

Gleich zwei Wahlen im neuen Jahr in Maintal:

Aus kommunalpolitischer Sicht war das Jahr 2000 erst der Auftakt für das große Wahljahr 2001. Neben der Bürgermeisterwahl steht nämlich am 18. März noch die Kommunalwahl auf dem Programm. Dabei wird die spannende Frage sein, wer von den beiden großen Parteien eher vom Verzicht der Freien Maintaler profitiert. Sozialdemokraten oder die Christdemokraten? Wichtig ist auch, wie die grünen Wähler die Zusammenarbeit ihrer Partei mit den konservativen Fraktionen CDU und FM beurteilt.

Das Jahr 2001 wird in Maintal vor allem in der ersten Jahreshälfte sehr spannend verlaufen. Unsere Stadt steht vor einem politischen Stabwechsel. Verteidigt die CDU ihre Vormachtstellung im Magistrat? Und welche Mehrheiten kommen im Stadtparlament zustande? Schließlich steht dann noch die Frage an, wer Nachfolger von Gerd Robanus im Amt des Ersten Stadtrats wird. Die kommenden zwölf Monate werden sicherlich auch die eine oder andere Überraschung präsentieren.

Mit dem Maintal Tagesanzeiger sind die Einwohner dieser Stadt hautnah bei den Entscheidungen dabei. Und dies nicht nur bei den Podiumsdiskussionen zur Bürgermeister- und Kommunalwahl. Die Redaktion stellt ihren Lesern Parteien, Programme und Personen vor und verzichtet natürlich auch auf das kritische Hinterfragen nicht.

 

Erhard Rohrbach tritt nicht mehr an:

Bürgermeister Erhard Rohrbach sorgt für einen Paukenschlag: Am 26. Mai 2000 läßt er vermelden, daß er nicht zu einer weiteren Kandidatur bereit sei. Die Ära Rohrbach geht somit im Frühsommer 2001 zu Ende. Zunächst bleibt unklar, warum der Hochstädter keine zweite Amtszeit ins Auge faßt. Später gibt er familiäre Gründe an (Betreuung seiner Kinder nach dem Auszug seiner Frau). Von Verletzungen durch die Öffentlichkeit oder Enttäuschungen im Umfeld der eigenen Partei mag Bürgermeister Rohrbach nicht sprechen - auch nicht von Amtsmüdigkeit, und so scheinen die wahren Gründe ein wenig im Dunkeln zu bleiben.

Seine Partei scheint völlig überrascht und steht zunächst vor dem Nichts: Wer soll nun gegen den längst feststehenden SPD- Kandidaten Günther Wassermann antreten?

 

Bürgermeisterwahl: Dorothee Diehl tritt an:

Die Maintaler CDU nominiert Dorothee Diehl im August 2000 zur Bürgermeisterkandidatin. Die 32-Jährige aus Schaafheim ist Regierungsrätin im Hessischen Sozialministerium und war zuletzt als Referentin im hessischen Sozialministerium tätig. Im Rahmen einer CDU-Mitgliederversammlung setzt sie sich deutlich gegen Mitbewerber Joachim Siegel durch. Die Maintaler Christdemokraten können von Glück reden, daß sie nicht Siegel nominiert haben: Der 48-jährige, beim Frankfurter Magistrat beschäftigte Verwaltungsfachwirt, hatte sich fast zeitgleich als CDU-Bürgermeisterkandidat in Erzhausen (Kreis Darmstadt-Dieburg) beworben. Für die Maintaler Bürgermeisterwahl am 28. Januar 2001 bleibt es bei zwei Kandidaten, die Maintaler werden zwischen Diehl und ihrem SPD-Kon­kurrenten Günther Wassermann entscheiden.

 

Diehl und Wassermann diskutieren öffentlich:

Auf Einladung des Vereins „Pro Polizei“ stellen sich die beiden Bürgermeisterkandidaten

Teilen Dorothee Diehl (CDU) und Günther Wassermann (SPD) im November 2000 erstmals gemeinsam der öffentlichen Diskussion. Der ganz im Zeichen des Themas „Innere Sicherheit“ stehende Abend stößt auf große Resonanz: das Kolleg der Maintal-Halle in Dörnigheim platzt förmlich aus allen Nähten. Gewählt wird am 28. Januar 2001. Am 18. Januar werden die beiden Kandidaten im Rahmen der Tagesanzeiger-Podiumsdiskussion „Den Kandidaten auf den Zahn gefühlt“ (Beginn 19.30 Uhr, evangelisches Gemeindezentrum Dörnigheim) erneut der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen.

 

Freie Maintaler treten nicht mehr zur Wahl an:

Die Wählergemeinschaft Freie Maintaler steht nach achtjähriger Parlamentszugehörigkeit im November 2000 vor dem Aus. Im Rahmen einer Mitgliederversammlung beschließt ein verbliebenes „Häuflein Aufrechter“ den Nicht-Wiederantritt zur Kommunalwahl am 18. März. Zuvor hatten die beiden „Zugpferde“, Vorsitzende Andrea Pischke und Fraktionschef Ludwig Stein, ihren Rückzug aus beruflich-privaten beziehungsweise gesundheitlichen Gründen angekündigt. Die Wählervereinigung hatte sich 1992 nur wenige Monate vor der Kommunalwahl im Frühjahr 1993 gegründet und aus dem Stand sensationelle 23,2 Prozent erreicht. Im Stadtparlament votierte die FM überwiegend mit der CDU - auch bei den Haushaltsabstimmungen, pochte jedoch stets auf ihre Eigenständigkeit und stellte dies in etlichen Einzelabstimmungen auch unter Beweis. Bei der Kommunalwahl 1997 fielen die Freien Maintaler auf 8,1 Prozent ab, erhielten nach dem Bruch der rot-grünen Kooperation im Herbst 1998 aber dennoch wieder eine einflußreiche Position als mehrheitsfähiger Bündnispartner von CDU und Grünen. Mit dem Nicht-Wiederantritt ist das politische Ende der FM jedoch noch nicht ganz besiegelt: Die Freien Maintaler lösen sich nicht auf und werden nach Angaben von Frontfrau Andrea Pischke „vielleicht später wieder einmal antreten“. Doch davon ist bald keine Rede mehr, denn sie wird die Lebensgefährtin von Bürgermeister Rohrbach.

 

Die Maintaler CDU gibt Robanus den Laufpaß:

Die CDU gibt ihrem Ersten Stadtrat Gerd Robanus den Laufpaß: Der Vorstand der Maintaler Christdemokraten will den früheren Parteichef nicht zur Wiederwahl für den Posten des Ersten Stadtrats vorschlagen und gibt im Dezember 2000 als Begründung an, „mit neuen Kräften neue Wege“ einschlagen zu wollen. Robanus selbst sieht sich „demontiert“ und „schäbig abserviert“. . Bürgermeister Erhard Rohrbach hatte schon lange keinen Hehl mehr daraus gemacht, daß er mit Robanus' Arbeit absolut unzufrieden ist. Aus seiner tiefen Enttäuschung über die Parteispitze um Fraktionschefin Angelika Feuerbach und den Vorsitzenden Kai Kohlberger macht Robanus keinen Hehl. Für Maintal steht somit ein kompletter Wechsel der hauptamtlichen Magistratsmitglieder an. Bürgermeister Rohrbachs Nachfolger/in wird am 28. Januar gewählt, und über Robanus Nachfolger, dessen Amtszeit im September 2001 zu Ende geht, wird das neu gewählte Stadtparlament entscheiden.

 

 

Infrastruktur

Rolf Pollmüller wird Geschäftsführer:

Obwohl Rolf Pollmüller von den Freien Maintalern einst erbitterter Gegner der Maintal Werke (MWG) war, wird er im September 1995 technischer Geschäftsführer der MWG. Der elfköpfige Magistrat spricht sich mehrheitlich für den Stadtverordneten der Freien Maintaler aus. Zwei Sondersitzungen des Stadtparlaments zur Popmüller-Wahl - einberufen von Oppositionspolitikern, die in der Wahl einen Skandal wittern - werden von den Abgeordneten von CDU und FM boykottiert. Obwohl einst erbitterter Gegner der Maintal-Werke, entwickelt sich Pollmüller an deren Spitze in kurzer Zeit zum engagierten Verfechter der Maintaler Stadtwerke. Kungelvorwürfe im Zusammenhang mit der Stadtratswahl von Gerd Robanus bleiben Spekulation.

 

Erdgas für Wachenbuchen:

Im Februar 1996 fällt die Entscheidung: Das Maintaler Gasnetz wird auf Wachenbuchen ausgeweitet. Wie eine Umfrage der Maintal-Werke GmbH ergibt, sind Nachfrage und Interesse im kleinsten Stadtteil entsprechend groß. Das Maintaler Energieversorgungsunternehmen hat gute Argumente auf seiner Seite: Erdgas ist kostengünstig und gilt als die umweltfreundlichste Energieform. Beim „Gasfest2 1996 „zündet“ Bürgermeister Rohrbach die neue Ära im kleinsten Stadtteil symbolisch an.

 

Mieterinitiative Maintal:

Ein neues Kind in dieser Stadt: die „Mieterinitiative Maintal“. Unter der Führung von DKP-Frontmann Klaus Seibert versammeln sich 1996 unter diesem Namen Mieterinnen und Mieter, die vom Verkauf ihrer Sozialwohnungen durch die Stadt Frankfurt bedroht sind. Rund 400 Wohnungen sind es, die Frankfurt in Maintal verkaufen will - mit der Beteuerung, daß sich die Situation für die Mieter nicht verschlechtern wird.

 

Ende der Straßenreinigung:

Die städtische Straßenreinigung stellt 1996 nach einem knappen Beschluß des Stadtparlaments (CDU, Freie Maintaler und „Bürger für Maintal“ stimmen dafür) zum Jahresende den Dienst ein. Bürgermeister Rohrbach verteidigt den Beschluß: „Das entspricht einem Stück Bürgersinn, wenn jeder wieder vor seiner eigenen Haustür kehrt. Später wurde allerdings die Straßenreinigung- vor allem in den Gewerbegebieten- mit kleineren Fahrzeugen wieder eingeführt.

Zweiter Friedhof für Hochstadt:

Im November 1997 wird Hochstadts zweiter Gottesacker offiziell eingeweiht. Pfarrer Hermann Langheinrich bezeichnet die zentrale Lage gleich hinter dem evangelischen Gemeindehaus als ideal: „Sterben gehört zu Leben dazu, und ein Friedhof mitten in den Ort.“ Der Friedhof ist zwar im Streuobstwiesengebiet, aber Herr Langheinrich begrüßte vor allem die Nähe zum Gemeindehaus wegen des Essens nach der Beerdigung.

 

MWG pachtet Maintaler Stromnetz:

Die Maintal-Werke GmbH (MWG) pachtet zum 1. April 1998 das Maintaler Stromnetz vom bisherigen Anbieter EAM. Eine Erhöhung des Strompreises werde dies nicht zur Folge haben, verspricht MWG-Geschäftsführer Rolf Pollmüller. Dennoch bleiben die Stadtwerke im Vergleich zu anderen Anbietern teuer, zumal sie auch jedes Jahr eine Million Mark Gewinn an die Stadt abführen müssen.

 

Die Mieterinitiative Maintal:

Die Mieterinitiative Maintal fühlt sich im Juli 1998 hinters Licht geführt: Entgegen anderslautender Aussagen der Frankfurter Wohnungsholding wurden 498 Maintaler Wohnungen an einen Immobilienhändler verkauft und nicht - wie zunächst von Holding-Chef Junker beteuert - an die Hessische Landesbank. Außerdem habe Junker jegliche Zusammenarbeit mit der Mieterinitiative abgelehnt. „Für die Mieter ändert sich nichts“, betont dagegen der gescholtene Holding-Chef.

 

Sozialwohnungen an der Kollwitz-Straße:

Die Bewohner der Sozialwohnungen in der Dörnigheimer Käthe-Kollwitz-Straße machen im Oktober 1998 mobil: Schimmelpilze, undichte Dächer, gefrorene Rohre und ein zu selten anwesender Hausmeister verärgern die Bewohner der 168 Frankfurter Sozialwohnungen nachhaltig. Nach einem ersten Diskussionsabend, der auf Initiative des Bürgerforums Westend zustande gekommen ist, verspricht ein Vertreter der Wohnheim GmbH immerhin Begehungen der gesamten -Anlage, wonach den schlimmsten Mißständen Abhilfe geschaffen werden soll.

 

Betriebshof wird zum Eigenbetrieb:

Der Maintaler Betriebshof wird zu einem Eigenbetrieb, und wieder stimmen die Grünen mit CDU und FM. Ziel der Umwandlung, dem sich im September 1998 im Stadtparlament nur die SPD verschließt, sind größere Transparenz, Flexibilität und Wirtschaftlichkeit des Betriebshofes. In Zukunft soll der Betriebshof Aufgaben wie die Unterhaltung und Reinigung von Straßen, Wegen und Plätzen, städtischer Gebäude, Grünflächen und Friedhöfe, Sport-, Spielplätze und Wasserläufe sowie die Kanalreinigung und den Winterdienst in Eigenregie regeln. Ziel ist vor allem die „Wirtschaftlichkeit“, also die Vermeidung hoher Defizite. Die Mitarbeiter müssen durch die Umwandlung nicht um ihre Jobs bangen.

 

Sparkasse Hanau gibt Filiale auf:

Die Sparkasse Hanau gibt im Juli 1998 ihre Filiale in der Berliner Straße in Dörnigheim auf. Betroffene Kunden sprechen von einem „Bürgerstreich“, dagegen führt Pressesprecher Thiele „betriebswirtschaftliche Gründe“ an sowie die „relative Nähe“ zur Filiale in der Kennedystraße, die ihrerseits technisch und kundenfreundlich deutlich aufgestockt worden ist.

 

Raiffeisenbank und BVB zur Frankfurter Volksbank:

Die Raiffeisenbank Maintal und die Frankfurter Volksbank fusionieren im März 1998. Die Genossenschaftsbanken wollen zukünftig ihre Kräfte bündeln, anstatt sich im Konkurrenzkampf aufzureiben. Die Fusion tritt mit dem 31. Dezember 1998 in Kraft. Bereits zum 1. April 1998 kooperiert die Bad Vilbel-Bergen-Enkheimer Volksbank (BVB) mit der Frankfurter Volksbank. Auch diese Kooperation soll im Jahr 2000 auf eine Fusion hinauslaufen.

 

„Wohnen am Teich“ auf Kling-Gelände:

Auf dem ehemaligen Firmengelände des Furnierwerks Kling in Hochstadt soll idyllisches „Wohnen am Teich“ Wirklichkeit werden. Die holländische Staatsfirma „Bouwfonds“ stellt im März 1998 ein entsprechendes Konzept vor, bei dem bis zu 400 Häuser in kleinen Einheiten entstehen sollen. Das Stadtparlament stimmt dem Vorhaben im Grundsatz zu, jedoch gilt es noch viele Details zu klären. Bebaut werden soll demzufolge nur das Kling-Areal mit rund 160 Wohnungen und nicht die Anrainerflächen. An den weiteren Planungen, die zu einem Lückenschluß zwischen Hochstadt und Dörnigheim führen sollen, wird unter anderem das Stadtteilforum Dörnigheim beteiligt. Gegen Wohnbebauunng auf dem Kling-Gelände spricht sich der Dörnigheimer Gewerbeverein aus.

 

Thurau pleite, Schandfleck bleibt:

Der Schandfleck an der Dörnigheimer Kennedystraße bleibt. Was aus der Bauruine an der Ecke Hasengasse nach dem Konkurs der Firma Thurau Immobilien wird, ist auch im März 1998 völlig ungewiß.

 

Helikoptereinsatz für Kollektoren:

Kamerateams von HR, RTL und SAT 1 sind dabei, als der Hubschrauber „Hellflight“ Sonnenkollektoren auf das Dach des Hochhauses in der Herman-Löns-Straße 5 verfrachtet. Das seltene Schauspiel erweist sich als Präzisionsarbeit. Installiert werden im April 1998 die 28 fokussierenden CPC-Kollektoren, die nun immerhin Hessens drittgrößte Solarkollektorfläche bilden, nach einem Beschluß der Eigentümergemeinschaft.

 

Maintalbad:

Viel Wirbel gibt es um die Eintrittspreise im Maintalbad: Der Magistrat beschließt im Mai 1998 die Erhöhung von sechs auf acht beziehungsweise von drei auf vier Mark. Die Initiative „Rettet das Maintalbad“ protestiert heftig, der Landrat als Aufsichtsbehörde weist die Magistratsentscheidung als unrechtmäßig zurück. Zuständig sei das Stadtparlament. Das Stadtparlament beschließt schließlich salomonisch einen moderaten Anstieg auf 3,50 Mark beziehungsweise sieben Mark.

Rund 200 Besucher kommen zum ersten Open-Air-Kinoabend im Mai 1998 ins Maintalbad, gezeigt wird „Sieben Jahre in Tibet“. Weitere Kinoabende fallen, abgesehen von „Titanic", buchstäblich ins Wasser. Die Maintaler nehmen nicht zuletzt aufgrund es guten Kinoangebots in der näheren Umgebung das Maintalbad als Großleinwand-Filmschauplatz nicht an. Nach einem weiteren Mißerfolg bei der Mitternachts-Premiere von „Godzilla“ in der leeren Dörnigheimer August-Roth-Halle hängt Kinobetreiber Peter Werner aus Oberursel seine ehrgeizigen Maintaler Kinopläne an den Nagel.

 

Wahltarif-Kampagne der Maintal-Werke:

Energieversorger Maintal-Werke GmbH (MWG) geht im Januar 1999 in die Offensive: Mit einer Werbekampagne „Günstige Wahltarife“ versuchen die MWG, möglichst viele Stromkunden über drei Jahre zu binden. Nicht zuletzt deshalb, um mögliche Billiganbieter mit einer möglichst breiten Phalanx „sicherer“ - und zufriedener - Kunden abzuschrecken.

 

Europas größte Skatehalle öffnet in Maintal:

Die Skater sind los! Im Februar 1999 eröffnet im Maintaler Gewerbegebiet Mitte Europas größte Indoor-Skatehalle. Die Halle entwickelt sich schnell zum Renner für skatebegeisterte Jugendliche, mit weiteren Events steigert die Railslide Sport und Mode GmbH zusätzlich die Bekanntheit der Halle, die im ehemaligen Domizil der Pleitefirma Maintal Getränke Einzug hält.

 

Maintalbad:

Mit einem „Tag des offenen Bades“ feiern rund 1.000 Besucher das 25-jährige Jubiläum des Maintalbades. Im Mittelpunkt steht eine Open-Air-Geburtstagsparty am zweiten Freitag im Mai 1999, der Samstag bleibt dann wegen der mäßigen Witterung doch etwas hinter den Erwartungen zurück.

Roland „Ali“ Allmannsdörfer ist Hessens beliebtester Bademeister: Ausgerechnet am Freitag, 13. August 1999, erhält der Maintaler von den Hörern der HR 3-Radiosendung „Pop und weg“ von den sechs Bewerbern die mit Abstand höchste Stimmenzahl. Die Auszeichnung für den Sympathieträger des Maintaler Schwimmbades ist die „Goldene Badekappe“ des Radiosenders.

Pleiten, Pech und Pannen - unter diesem Motto stehen im Mai bis August 2000 die Renovierungsarbeiten im Freibadbereich des Maintalbades, die die Eröffnung der Freibadsaison immer weiter herauszögern: Nicht erscheinende Vertragspartner, nicht funktionierende Bagger, nicht lieferbare Ersatzteile: Die Probleme häufen sich, der Frühsommer zeigt sich von seiner allerbesten Seite, doch das Freibad bleibt dicht - und als es Ende Juni endlich öffnet, herrscht erst mal zwei Wochen Regenwetter. Immerhin folgt noch ein schöner Spätsommer, die Besucher kommen in Strömen und die zunächst zweigeteilt geplanten Renovierungsarbeiten sind nun sogar „in einem Aufwasch“ erledigt.

 

Das Kling-Gelände wird abgeräumt:

Der Schornstein fällt. Am Mittwoch, 10. November 1999, endet auf dem Gelände des ehemaligen Furnierwerks Kling ein weiteres Kapitel Firmengeschichte. Planmäßig sackt der 40 Meter hohe Ziegelschornstein in sich zusammen, die Sprengmeister haben ganze Arbeit geleistet. Bis März 2000 laufen die Abrißarbeiten, dann wird mit dem Bau der Einfamilienhäuser der niederländischen Firma Bouwfonds beginnen. „Wohnen am See“ wird Realität: Weihnachten 2000 sollen die ersten Familien in ihre neuen Eigentumswohnungen einziehen.

Der Vorschlag, ein Kleinspielfelds am Maintalbad zu schaffen, wurde von den Klingsee-Bewohnern abgelehnt. Sie wollen einen Bolzplatz mehr in ihrer Nähe. Dieser war im Bebauungsplan vorgesehen, wurde aber von der Firma Bouwfonds bebaut. Die Stadt hat nichts dagegen unternommen. Jetzt will man versuchen von Privatleuten eine Fläche zu erhalten.

Auch sonst hat sich die Stadt von der Firma Bouwfonds über den Tisch ziehen lassen, weil sie im Grunde völlig freie Hand gelassen hat. Und auch die von der Stadt vorgeschriebene Grenze der Bebauung wurde nicht eingehalten, denn von den 50 altenEichen an der Straße blieben nur zehn stehen und dazwischen wurden häßlich Carports gebaut.

 

Dörnigheimer Post mit neuem Gesicht:

Bisher muffige Schalterstube, jetzt offen und kundennah: Die Dörnigheimer Postfiliale an der Berliner Straße verwandelt Anfang November 1999 ihr Gesicht. Neu sind nicht nur das offene Konzept und die hellen Farben, sondern auch die durchgehenden Öffnungszeiten. Ein bundesweites Konzept der Deutschen Post AG, das nach längerer Umbauphase nun auch in Dörnigheim Anwendung findet.

 

Über 1.000 Besucher im neuen Rathaus:

Mehr als 1.000 Besucher sind im Oktober 1999 beim Tag der offenen Tür der Maintaler Stadtverwaltung dabei. Anlaß ist der Umzug der Maintaler Rathauses von Bischofsheim nach Hochstadt: Ab sofort befinden sich alle Ämter im „Technischen Rathaus“ an der Klosterhofstraße, das jetzt einfach „Rathaus Maintal“ heißt. Grund des Umzuges: Kosten sparen. Der „Glaspalast“ und alle Mitarbeiter zeigen sich von ihrer besten Seite, gewähren Einblicke hinter die Kulissen und stoßen auf in dieser Größenordnung wohl nicht erwartete Resonanz.

 

Bürgerforum Westend: Abschied nach 6 Jahren:

Der Verein „Bürgerforum Westend“ hat viel erreicht im strukturschwachen Dörnigheimer Westen. Doch nach knapp sechs Jahren heißt es im Mai und Juni Abschied nehmen: Der Vorstand legt seine Arbeit nieder, Nachfolger sind nicht in Sicht, infolgedessen löst sich der Verein auf. Das Erreichte ist unbestritten - Stichworte: Fußgänger-Ampelanlagen über die Querspange und die verlängerte Kennedystraße, Gestaltung des Brüder-Schönfeld-Hauses zu einem echten Treffpunkt mit vielen Vereinen und sozialen Initiativen, Anregung zur Gründung von „Bonis Treff“, Tempo 30 im gesamten Wohngebiet, soziale Verbesserungen rund um die Käthe-Kollwitz-Straße und natürlich das Westendfest, das ebenso wie der Leitgedanke des Vereins selbigen deutlich überleben soll und wird. Schon im Juni wird das Westendbüro mit Ansprechpartnerin Renee Escosura eröffnet - wieder eine Institution, für die das Bürgerforum als Ideengeber Pate stand.

Dafür entsteht bald das Westendbüro im Brüder-Schönfeld-Haus, das als Ansprechpartner von den Bürgern im Westend schnell angenommen wird. Unbestritten ist die Integrationsarbeit des Bürgerforums, das viel für die Verbesserung des Lebens in diesem Dörnigheimer Wohnquartier getan hat.

 

Schandfleck an der Hasengasse:

Der sprichwörtliche „Schandfleck“ an der Hasengasse beschäftigt das ganze Jahr 2000 über viele Gemüter: Erst soll das Gelände an der Ecke Kennedystraße/Hasengasse in Dörnigheim zwangsversteigert werden, dann wieder nicht, dann wird das seit Jahren leerstehende Wohnhaus abgerissen, doch von der seit Jahren angekündigten Neubebauung mit einem mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshaus fehlt auch bis zum Jahresende noch jede Spur. Noch immer ziert eine Schutthalde eine der meistbefahrenen Straßen Maintals. Nachdem im Dezember dann sogar das Privathaus des Eigentümerehepaares Thurau in Bergen-Enkheim versteigert wird, scheint die Neubebauung in noch weitere Ferne gerückt - und vom Magistrat hört man nur die immer gleiche Auskunft: „Uns sind die Hände gebunden“.

 

Siehe auch die Exkurse:

1. Regionaler Flächennutzungsplan

2. Stadtentwicklung bis 1999 (Erwin Henkel).

3.Stadtplanung

4. Bebauungsplan „Beiderseits der Konrad-Höhl-Straße

 

Verkehr

Ärger mit dem Verkehrsverbund:

In Maintal löst der Start des Rhein-Main-Verkehrsverbund am 28. Mai 1995 kaum Begeisterung aus. Die Verkehrsverbindung verbesset sich nicht, sondern wird eher schlechter. Verbesserte Anschlüsse und Fahrbedingungen Fehlanzeige. Dafür werden die Fahrpreise wieder teurer. Nachbesserungsforderungen kommunaler Politiker sind - von kleineren „Schönheitskorrekturen“ abgesehen - ohne konkretes Ergebnis geblieben.

 

Bürgerentscheid „Brücke an der Eichenheege“ klar gescheitert:

Die „Bürger gegen Brücke“ sind klar gescheitert. Nur 3.556 Stimmberechtigte kann die Bürgerinitiative am 1. Oktober  1995 im ersten Maintaler Bürgerentscheid zum Votum gegen das geplante Ersatzbauwerk bewegen. Über 6.400, also 25 Prozent aller Maintaler Wahlberechtigten, wären nötig gewesen. 3.278 Bürger stimmen für die Brücke. Damals meint man noch, die Brücke würde nun voraussichtlich an der Eichenheege gebaut. Es gab ja schon Baupläne, die allerdings wer weiß wie lange Rampen zur Auffahrt vorsah. Doch bei der Planung der S-Bahn

wurde dann einfach keine Brücke mehr vorgesehen, es sei denn, die Stadt Maintal hätte sie allein finanziert.

In den 80iger Jahren wurde der Bahnübergang in der Bahnhofstraße geschlossen und nur eine Fußgängerunterquerung mit Zugang zu den Bahnsteigen gebaut. Dadurch wurde der Bahnübergang an der Eichenheege mehr benutzt. Weil aber schon in den 90iger Jahren die S-Bahn nach Frankfurt ausgebaut werden sollte, mußte eine neue Querung gefunden werden. Der erste Plan sah einen Autoübergang mit langen Rampen und noch längeren behindertengerechten Rampen für Fußgänger und Radfahrer vor. Ein Bürgerbegehren erreichte nicht die erforderliche Wahlbeteiligung

Als man von einer S-Bahn ab dem Jahr 2015 sprach, wurde der Plan eines Autoübergangs wieder fallen gelassen und es sollte nur noch eine Fußgängerunterführung dorthin. Aber die Rampen wären weiterhin lang gewesen und man hätte auch 5 Millionen Euro aufwenden müssen (bei einem Autoübergang wären es 10 Millionen gewesen).

Außerdem sollte jetzt eine Verkehrszählung eine Unterführung oder Brücke für den Autoverkehr nicht notwendig machen. Außerdem wollte man wieder vermeiden, daß zusätzlicher Verkehr durch das Klingseegebiet fährt (an diesem Gebiet vorbei). Der Autoverkehr wird dann auf andere Wege ausweichen, also über die Querspange und dann in die Berliner Straße und die Kennnedystraße. Am besten wäre sicherlich eine Autounterführung in der Bahnhofstraße. Das Argument, die Rampen würden dort unzulässig steil, kann nur vorgeschoben sein angesichts ähnlicher Unterführungen in Obertshausen oder Butzbach.

 

Kreuzung Rumpenheimer Fähre:

Nach einem weiteren tragischen Unfall im Oktober 1995 an der „Todeskreuzung- Rumpen­heimer Fähre soll die B 8 in diesem Bereich endlich entschärft werden. Das Hanauer Amt für Straßen- und Verkehrswesen verspricht sofortige Entschärfungsmaßnahmen - bis zum Jahresende geschieht indes nichts. Die gefährliche Unfallkreuzung an der Rumpenheimer Fähre wird 1996 endlich baulich völlig umgekrempelt. Aus Fahrtrichtung Frankfurt fällt ein Fahrstreifen weg, die Linksabbieger aus Richtung Frankfurt haben Dauergrün“, um gefährliche Rückstaus zu vermeiden. Das heißt: Die Linksabbieger können an den anderen Autos vorbeifahren bis zur Ampel oder umgedreht. Eine Blitzanlage erfaßt Schnellfahrer und Rotsünder. Immerhin: Im Jahr 1996 gibt es dort keinen schwereren Unfall mehr.

 

Brücke über die Kennedystraße:

Zwei schwere Unfälle im Frühjahr 1996 lösen neue Diskussionen um die unbefriedigende Situation auf der Kennedystraße in Höhe der Fußgängerbrücke am westlichen Eingang des Stadtteils aus: In beiden Fällen werden Schüler, die die Straße überqueren wollen, anstatt die Brücke zu benutzen, von Autos erfaßt und schwer verletzt. Das Ende des Dilemmas signalisiert schließlich Wiesbaden: Verkehrsminister Lothar Klemm kommt persönlich und verspricht, das Land Hessen werde die Gelder für die von der Stadt schon lange geplante Umgestaltung dieses Straßenabschnitts kurzfristig bereitstellen. Die Brücke wird dann - vermutlich im Frühjahr 1997- verschwinden. Stattdessen soll ein Ampelübergang für Fußgänger eingerichtet werden.

 

„Maintaler Straße“ in Hanau:

Hanaus Oberbürgermeisterin Margret Härtel und Maintals Bürgermeister Erhard Rohrbach weihen 1996 die neue Maintaler Straße ein. Eine Ehre für unsere Stadt: Aus der Hanauer „Umgehungsstraße“ wird die „Maintaler Straße“. Von der Maintaler Stadtgrenze bis zur Bruchkö­beler Landstraße wird die alte B 8 feierlich umbenannt - eine nette Geste der Hanauer Stadtverordnetenversammlung, die diesen Beschluß mit großer Mehrheit faßte. Hanaus Oberbürgermeisterin

 

Bahnhof:

Die Bahn AG rationalisiert 1996 an allen Ecken und Enden. Ein Beispiel aus Maintal: Der Kartenschalter am Bahnhof Hochstadt-Dörnigheim, der zum 1. November 1996 dichtgemacht wird. Bahnkarten gibt es jetzt nur noch bei einigen Maintaler Reisebüros. Was aus dem Bahngebäude wird, ist ungewiß.

Maintals Bahnhöfe gleichen sich im Mai 1997dem Namen der Stadt an. Lange genug hat es ja gedauert, bis aus den Bahnhöfen Bischofsheim-Rumpenheim und Hochstadt-Dörnigheim

Nun „Maintal-West“ und „Maintal-Ost“ wurden. Bürgermeister Rohrbach übergibt die neuen Bahnhofsbezeichnungen der Öffentlichkeit. Allerdings kommt es durch die Umbenennung und den Wegfall der Stadtteil-Bezeichnungen zu größeren Verwirrungen, denn wer jetzt nach Dörnigheim will, weiß nicht, wo er aussteigen soll. Hätte man den einen Bahnhof Maintal-Bischofsheim genannt, hätte jeder gewußt, daß er in diesem Fall in „Maintal Ost“ aussteigen muß. Im Grund war diese Umbenennung die einzige Tat von Bürgermeister Rohrbach in seiner ersten Amtsperiode.

Mit historischen Dampflokfahrten würdigt die Deutsche Bahn im September 1998 das 150jährige Jubiläum der Nordmainischen Bahnlinie Hanau-Frankfurt. Die imposanten Dampfrösser machen natürlich auch in Maintal-Ost und -West Station - ein lohnender Wochenendausflug auch für viele Maintaler. Eine Foto- und Dokumenteausstellung im Hochstädter Historischen Rathaus schließt sich im November und Dezember an. (21. September).

 

Chaos auf der B 8 nach Frankfurt:

Durch umfangreiche Fahrbahnerneuerungs- und Umgestaltungsmaßnahmen am Fechenheimer Kreisel kommt es im August 1998 in den Sommerwochen zu kilometerlangen Staus in beiden Richtungen.

 

Mainfähre feiert Doppeljubiläum:

 95 Jahre Dörnigheimer Mainfähre, 75 Jahre „Familienbetrieb“ Schäfer: Die Fähre zwischen Maintal und Mühlheim feiert Doppeljubiläum. Bürgermeister Rohrbach gratuliert im September 1998 dem Betreiberehepaar Ursula und Peter Schäfer sowie den Mitarbeitern Edmund Seng und Peter Spiegel mit einer Urkunde - auf die nächsten 75 Jahre! (3. September).

 

Marode Straßen in ganz Maintal:

Mit dem Artikel „Schlaglöcher und Mondlandschaften“ dokumentiert der Tagesanzeiger im Januar 1998 in Wort und Bild den maroden Zustand des Maintaler Straßennetzes. Im Laufe des Jahres erneuert die Stadt Maintal trotz leerer Kassen immerhin einzelne Straßenstücke, unter anderem die desolatesten Teilstücke der Kennedystraße in Dörnigheim und der Straße Am Kreuzstein in Bischofsheim.

 

Verkehrsberuhigung in ganz Maintal:

„Tempo 30“ wird Schritt für Schritt die Stadt erobern: Das Stadtparlament stimmt im Mai 1998 in einer Grundsatzentscheidung für flächendeckende Verkehrsberuhigung. Nur auf dem sogenannten Grundstraßennetz soll es bei Tempo 50 bleiben. (

 

Kennedystraße fünf Monate „stillgelegt“:

Vom 14. Juni bis zum 14. November 1999 war sie gesperrt, seitdem fließt der Verkehr wieder: Nach genau fünf Monaten ist die Kennedystraße in Dörnigheim zurückgebaut, der Fahrstreifen ist wesentlich enger, die Bürgersteige (vor allem an der Stadtmauer) sind deutlich breiter geworden. Für die Geschäftsinhaber ist die Zeit der Flaute vorbei, sie feiern die Wiedereröffnung mit einem Straßenfest. Ärger hat es schon gegeben - zu viele oder zu wenige Parkbuchten, warum ein so breiter Bürgersteig auf der „toten“ Südseite. Doch nach der Wiedereröffnung, die vier Wochen früher als vom Stadtbauamt ursprünglich festgelegt erfolgt, überwiegt doch die Zufriedenheit. Den Pkw- und Schwerlastverkehr beeindruckt der Rückbau allerdings nicht. Vor allem die „Brummis“ donnern wie bisher durch Dörnigheims Hauptstraße.

 

Hauptstraße:

 Im Januar 2000 häufen sich die Beschwerden von Anwohnern über rücksichtslose Autofahrer, die das dortige Gebot der Schrittgeschwindigkeit - erlaubt sind 10 Stundenkilometer - offenbar mit Füßen treten. Geschwindigkeiten von 30, 40. 50 und mehr Stundenkilometern sind offenbar keine Seltenheit. Nach Messungen des Ordnungsamts und der prompten Einleitung von Bußgeldverfahren beruhigen sich die Gemüter zunächst wieder.

 

Stadtbusverkehr:

„Wenn Ölsardinen im Stadtbus über die Autobahn schlingern“ - die Überschrift und die „Live-Reportage“ eines Tagesanzeiger-Redakteurs im März 2000 verhallen nicht ungehört und sind der Auftakt zu einer kritischen Bestandsaufnahme des Maintaler Busverkehrs, der vor allem zu den üblichen Schulanfangs- und Schußzeiten erhebliche Mängel aufweist: Drangvolle Enge in den Bussen, nicht mitgenommene Schüler vor den Bussen, genervte Busfahrer - am Ende der Fahnenstange steht ein stark überarbeiteter Fahrplan, der ab Mai 2001 gültig sein wird - und sogar die Gründung einer eigenen Stadtverkehrsgesellschaft unter Ausbootung des bisherigen Partners Alpina-Busbetriebe. Inwieweit besagter Artikel all dies in Gang gesetzt hat, kann freilich nur vermutet, darf aber auch nicht unterschätzt werden.

Maintal nimmt das Lenkrad im Jahre 2000 selbst in die Hand: Mit deutlicher Mehrheit stimmt das Stadtparlament dem Vorschlag des Magistrats zu, eine eigene Stadtverkehrsgesellschaft zu gründen und die Zusammenarbeit mit dem Partner Alpina Verkehrsbetriebe nach mehr als 40 Jahren zu beenden. Mit der neuen Gesellschaft soll auf Probleme flexibler reagiert und nicht zuletzt die Einnahmeseite verbessert werden. Partner der Stadt Maintal, die 50,8 Prozent der neuen Gesellschaft trägt, sind die Kraftverkehr Kinzigtal GmbH Hasselroth (25,2 Prozent) und das Omnibusunter nehmen Rack Erlensee (24 Prozent).

 

Neue Bahntrasse würde Maintal zerschneiden:

Gedankenspiele der Deutschen Bahn AG, im Zuge des Mega-Projekts „Frankfurt 21“ eine neue Bahntrasse mitten durch Maintal verlaufen zu lassen, um den Frankfurter Westen zu entlasten, stoßen in Maintal auf einhellige Ablehnung. Die Trasse würde zwischen Bischofsheim und Dörnigheim/Hochstadt entlangführen und Maintal quasi zerschneiden. Erster Stadtrat Gerd Robanus kündigt im Oktober 2000 schon mal vorsorglich massive Gegenwehr an.

 

 

Gewerbe, Arbeitgeber, Arbeitnehmer

Konkurs bei Kling:

Es war einst ein weltbekanntes Unternehmen, die Firma Kling Furniere in Hochstadt. Edelste Hölzer wurden an der Hochstädter Bahnhofstraße zu feinsten Furnieren verarbeitet. Anfang Juni 1995 meldet die Firma Konkurs an. Im Jahre 1996 kommt dann für Kling in Hochstadt das Aus, das Unternehmen geht ganz in Konkurs. Die Eigentümer verlagern ihr Geschäft in die Filiale in den USA. Aber sie werden von der Stadt noch belohnt: Auf dem Firmengelände soll eine umfangreiche Wohnbebauung entstehen, „Wohnen am Teich“ heißt das Projekt.

 

Ärger um die neue Einkaufsmeile:

Die neuen Parkregelungen in der Bischofsheimer „Einkaufsmeile“ Fechenheimer Weg/ Schäfergasse stoßen überwiegend auf Ablehnung - vor allem bei den betroffenen Einzelhändlern: Sie bedauern im Juli 1995 die in „Nacht und Nebel“ weggefallenen Parkplätze und fordern die Rücknahme der Maßnahme. Schließlich einigt sich der Verkehrsausschuß auf eine tragfähige Kompromißlösung.

 

Hoher Besuch bei Honeywell:

Hoher Besuch beim größten Maintaler Arbeitgeber. Am 31. Juli 1995 ist Generalleutnant Bernhard Mende zu Gast. Inspekteur der Bundesluftwaffe. US-Botschafter Charles E. Redmann läßt sich am 23. Oktober durch das Werk führen.

 

Höhl und das Tafelwasser:

Auf Kritik der Schutzgemeinschaft Vogelsberg, stoßen im Oktober 1995 die Pläne des Hochstädter Apfelweinproduzenten Höhl, Wasser aus dem Vogelsberg als Tafelwasser abzufüllen. Firmenchef Rudolf Höhl weist die Angriffe zurück und veranschaulicht, daß es sich bei der geplanten Entnahmemenge von 10 Millionen Litern jährlich wirklich um „peanuts“ handelt. Zum Vergleich: die Frankfurter Stadtwerke entnehmen jährlich 27 Milliarden Liter. Höhl: „Für Menschen in unserer Region ist heimisches Tafelwasser eine sinnvolle Bereicherung!“

 

Ende der Maintal-Getränke:

Das Ende der Maintal-Getränke in der Philipp-Reis-Straße ist besiegelt: Trotz eines Protestzuges der Belegschaft vor das Bischofsheimer Rathaus, Rettungsbemühungen hinter der Kulisse und Gründung einer Auffanggesellschaft kommt Ende Oktober 1996 das Aus: Der Getränke-Großverlag ist kaputt, insgesamt 180 Arbeitnehmer verlieren ihren Job.

 

Protest gegen Sparpaket:

Die ÖTV macht ernst: Rund 400 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes demonstrieren im Mai 1996 vor dem Maintaler Rathaus in Bischofsheim gegen das „Sparpaket“ der Bundesregierung. Sie befürchten den Umbau des Sozialstaats von oben nach unten.

 

Läden länger offen:

Die Maintaler Einzelhändler reagieren auf das neue Ladenschlußgesetz und verlängern ihre Öffnungszeiten pünktlich zum 1. November 1996. Alle Fachhändler machen aber nicht mit, obwohl sich der Dörnigheimer Gewerbeverein und die Gemeinschaft der Bischofsheimer Fachge­schäfte um möglichst große Einigkeit bemühen. In vielen Läden ist Einkaufen fortan bis 19 Uhr möglich.

 

Parkscheinautomaten in der Kennedystraße:

Grünes Licht für die Dörnigheimer Parkscheinautomaten: Erstmals versucht die Stadt Maintal 1996 mittels automatischer Geldschlucker, Dauerparker auf Teilstücken der Kennedystraße zu vergraulen und Platz für Kunden zu schaffen. Die Aktion ist zwar von Bürgermeister Rohrbach gewünscht und vom Verkehrsausschuß mehrheitlich abgesegnet: doch Anwohner und Geschäftsleute sind skeptisch. Für sie wiegen Komplikationen und Kosten schwerer als der Nutzen.

 

Stadt investiert in Ausbau des Gewerbegebietes Ost:

Das Maintaler Industriegebiet Ost wird 1996 allmählich recht ansehnlich: Mit dem Ausbau der Carl-Zeiss-Straße und der Industriestraße verbessern sich die Bedingungen für die dort ansässigen Gewerbebetriebe erheblich. Der neue Straßenzug wird begleitet von einem kombinierten Rad- und Fußweg. Gesamtkosten für die Stadt: rund eine halbe Million Mark.

 

Neuer Slogan für die Stadt:

Im Juni 1997 einigt sich eine Jury aus Maintaler Politikern, Geschäftsleuten und Journalisten auf den Slogan „Stadt - Land- Fluß“. Voraus gegangen lange Debatten und Diskussionen und ein extra zu diesem Zweck ausgeschriebener Bürgerwettbewerb. Das Gremium, bestehend aus Vertretern der Maintaler Politik, Wirtschaft und Presse unter dem Vorsitz von Bürgermeister Erhard Rohrbach, einigt sich auf ein Motiv mit rotem Dreieck, blauer Linie und grünem Kreis, das die drei Slogan-Bestandteile Stadt, Land und Fluß einfach, aber sehr anschaulich darstellt. Der Entwurf stammt von Miriam Hepp von der Offenbacher Hochschule für Gestaltung. Der Slogan, für dessen Ermittlung sogar eine Medienberatungsfirma eingeschaltet würde, soll von nun an städtische Briefköpfe und Werbebroschüren zieren. Erfindet des Slogans ist aber der katholische Pfarrer Durstewitz.

 

Desoutter bleibt:

Der Hochstädter „Schraubenriese“ zieht nur eine Ecke weiter und sorgt damit nicht nur im Rathaus im Mai 1997 für allgemeines Aufatmen: Ein wichtiger Steuerzahler und Arbeitsplatz-Garant bleibt der Stadt erhalten. Übrig blieb allerdings nur die Verwaltung, die Produktion wurde anderswohin verlagert. Der Umzug erfolgte von der Edison-Straße in die Edmund-Seng-Straße.

 

Konkurs Horchler:

Beim Bischofsheimer Traditionsunternehmen Horchler in der Gutenbergstraße gehen im Januar 1998 die Lichter aus. Zum Jahresanfang räumt Firmenchef Karl Horchler zunächst 20 Entlassungen ein, doch wenige Woche später schließt die Firma für Innenausbau und Einrichtungen endgültig die Tore. Weitere 70 Arbeitskräfte stehen auf der Straße.

 

„Schaufenster“ ein Erfolg:

Das 20. Bischofsheimer Schaufenster wird zu einem ansehnlichen Erfolg. Die Gewerbeschau der Gemeinschaft Bischofsheimer Fachbetriebe unterstreicht im März 1998 eindrucksvoll die Leistungsvielfalt der heimischen Anbieter.

 

Explosion sorgt für Freudendämpfer:

Eine gewaltige Explosion zerstört am Mittwoch, 5. Mai, auf dem ehemaligen Klöckner-Windsor-Gelände in Bischofsheim das Labor der Firma Lubricant Consult und beschäftigt weitere Räume erheblich. Der Sachschaden liegt bei rund 500 000 Mark. Nur wenige Tage zuvor hatte sich Bürgermeister Rohrbach im Rahmen einer Begehung mit der Presse über die Wiederbelebung des brachgelegenen Firmengeländes gefreut: 160 Arbeitsplätze sind vor Ort bereits entstanden, fünf Firmen konnten neu angesiedelt werden.

 

Aus „Wertkauf' wird „Wal-Mart“:

„Der Wertkauf in Dörnigheim, Anlaufpunkt für Tausende Maintaler als einer „der“ Einkaufsmärkte in der Region, existiert nicht mehr. Jedenfalls nicht mehr unter dem vertrauten Namen. Ende Juli 1999 übernimmt der US-Megakonzert „Wal-Mart“, der die gesamte bundesdeutsche Wertkauf-Kette aufgekauft hat, auch namentlich das Kommando: Der „Wertkauf“ heißt jetzt „Wal-Mart“.

 

Honeywell:

Die Beschäftigten der Firma Honeywell in Dörnigheim bangen im Dezember 1999 um ihre Arbeitsplätze. Nach der Fusion des Automations-, Luft- und Raumfahrt-Weltkonzerns mit einem weiteren US-Giganten („Allied Signal“) fürchten die Arbeitnehmer in Maintal die komplette Auflösung des Standortes. Seit Jahren schrumpft die Belegschaft, von den verbliebenen 700 Arbeitsplätzen werden weitere 150 (90 im Bereich Wehrtechnik, 60 in der Ventilproduktion) gestrichen.

Eine „Umwidmung“ eines früheren Teils des Firmengeländes, die der Magistrat geplant hat, kann die Belegschaft aufgrund massiver Proteste vor der Dezember-Sitzung des Stadtparlaments verhindern. Der Magistrat zieht seinen Antrag zurück. Mit der „Umwidmung“ habe Honeywell „mehr Profit“ herausschlagen und den Standort dann dichtmachen wollen, mutmaßt der Betriebsrat. Ob der Standort erhalten bleibt, wird aber an anderer, wohl viel höherer Stelle entschieden.

 

Das beherrschende Thema des Jahres 2000 in Maintal ist das Schicksal der Beschäftigten von Honeywell Maintal. Der Standort Maintal wird scheibchenweise demontiert. Belegschaft und Betriebsrat befürchten die komplette Aufgabe des Standorts Maintal und damit den Verlust hunderter Arbeitsplätze. Mit massiven Protesten machen die Beschäftigten auf die immer dramatischere Entwicklung aufmerksam: Der Weltkonzern und Honeywell-Aufkäufer Allied Signal scheint auf den Standort Maintal nicht allzuviel Wert zu legen, immer mehr Arbeitsplätze werden abgebaut.

Auch den Verkauf des Honeywell-Grundstücks an die Firma HAST in Bad Vilbel können die „Honeyweller“ nicht verhindern. Zum Jahresende verbleibt nur der Bereich Sondertechnik in Maintal, die Belegschaft von in Spitzenzeiten mehr als 1.100 und zuletzt noch rund 500 Beschäftigten reduziert sich auf rund 220. Etwa 220 Arbeitsplätze werden abgebaut, rund 60 an andere Standorte verlagert. Daß die meisten entlassenen Kollegen zum Jahreswechsel zunächst in Auffanggesellschaften überwechseln können, bezeichnet der Betriebsrat zwar als Erfolg, erscheint aber nur als schwacher Trost. Der einst größte Maintaler Arbeitgeber ist somit innerhalb von zehn Jahren um rund 900 Beschäftigte geschrumpft. Größter Maintaler Arbeitgeber ist jetzt die Firma Rasmussen.

 

 

Kinderbetreuung

Neuer Kindergarten im Dörnigheimer Westend:

In der Diskussion um fehlende Kindergartenplätze kann Bürgermeister Erhard Rohrbach einen Erfolg vermelden: Am 1. April 1995 öffnet der private Kindergarten im Dörnigheimer Atriumbau an der Bonhoefferschule seine Pforten - dank massiver finanzieller Unterstützung der Stadt Maintal, die das Gebäude vom Main-Kinzig-Kreis für 530.000 Mark erwarb und weitere Sanierungskosten in erheblichem Umfang übernahm. Den größten Schritt auf dem Weg zur neuen Kita leistete aber der Eltern-Kind-Verein Dörnigheim: In über 2.000 Arbeitsstundenhaben die Aktiven die Räume kindgerecht hergerichtet. Trotz dieser vom Eltern-Kind-Verein getragenen Einrichtung fehlt es in Maintal weiterhin an genügend Kita-Plätzen.

 

Die Kinderkarawane zieht durch Maintal:

Großer Andrang im Juli 1998 beim Gastspiel der „Karawane für mehr Kinderfreundlichkeit“ in Bischofsheim: Die Stadt Maintal wurde als eines von 50 Etappenzielen der Karawane ausgewählt, die am 1. Juni in Leipzig. startet .und am 20. September zum Weltkindertag in Berlin ankommt. Eine Kinderversammlung mit Politiker- Fragestunde, viel Musik und eine Fülle an Informationsständen begleiten die Karawane in Maintal, die vor allem ein Ziel hat: Die UN-Kinderrechts­konvention in Städten und Gemeinden bekannter machen. Die Resonanz ist zur Freude der Kinderbeauftragten Editha Kaudelka groß.

 

Kita-Gebühren: Kräftiger Anstieg:

Die Kita-Gebühren steigen kräftig an: Das Stadtparlament beschließt im Mai 1998 mit Wirkung zum 1. September 19'98 eine Erhöhung von durchschnittlich rund 30 Prozent. Nach Angaben des Stadtelternbeirats sind es sogar 47 Prozent. Die Staffelung je nach Einkommen wird beibehalten. Der Ärger bei den Eltern wird noch größer.

 

Die neue Bücherei wird Wirklichkeit:

Die neue kombinierte Stadtteil- und Schulbücherei in Bischofsheim wird im Juni 1999 Realität: Zunächst etwa 15.000 Medien finden in den Räumen der Erich-Kästner-Schule Platz, die rund zehnjährige Konzeptions- und Vorbereitungszeit wird mit dem Tag der offenen Tür beendet. Insgesamt können auf den 500 Quadratmetern Büchereifläche rund 28.000 Medien angeboten werden.

 

 

 

Schule

Nach Sachschulstreit jetzt Zuversicht:

Nach dem leidigen Schulstreit, der vor allem von den Gegnern der Standortverlagerungen mit äußerster Härte geführt wurde, herrscht im August 1995 wieder Zuversicht - bestes Beispiel ist die Siemens-Schule, die an ihrem Standort zu einer Haupt- und Realschule erweitert werden soll. . Im August genehmigt Kultusminister Holzapfel die weiterführenden Zweige, unterdessen sind die Anmeldezahlen gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen. Schulleiter Werner Brosch: „In Maintal gibt es jetzt von der Sonderschule bis zum Gymnasium das breitestmögliche Schulangebot!“

 

Asbest in der „Villa“:

Die „Villa Kunterbunt“ ist asbestverseucht. Eine Nachricht wie eine Bombe. die Ende März 1996 in der Redaktion einschlägt. Anlaß der folgenden Total-Innensanierung sind Meßergebnisse in einem Klassenzimmer, die nach Aussage einer Fach-Arbeitsgemeinschaft auf einen „höchst dringlichen Sanierungsbedarf schließen lassen. Im Zuge der Sanierung läßt Landrat Karl Eyerkaufer als Schulträger alle Asbestplanen entfernen - auch aus denjenigen Räume, in denen keinerlei Asbeststaub nachgewiesen werden konnte.

 

Protest der Kästner-Eltern:

Die Eltern der Kästner-Kinder proben den Aufstand: Rund 50 Mütter und Väter versammeln sich Anfang Juli 1996 vor dem Staatlichen Schulamt in Hanau, um gegen die massiven Stundenausfälle an der Bischofsheimer Erich-Kästner-Gesamtschule zu protestieren. Das Zimmer des Schulamtsdirektors Hans-Rainer Hill finden sie unverschlossen, aber verwaist. Hinterher erweist sich die Aktion als Erfolg: Die Kästnerschule bekommt acht zusätzliche Lehrkräfte zugewiesen.

 

Erste Abiturienten endlich am Ziel:

Der erste „echte“ Maintaler Abiturjahrgang ist „durch“: Vor acht Jahren begann das einzige Maintaler Gymnasium, die Albert-Einstein-Schule in Bischofsheim, mit Maintaler „Eigengewächsen“ hochzuwachsen. Im Juli 1997 ist der erste Jahrgang am Ziel. Fazit von Sprecherin Saskia Heck: „Wir mußten laut sein!“

 

Lehrer protestieren gegen Holzapfel:

Massive Proteste erntet Hessens Kultusminister Hartmut Holzapfel für seine Schulpolitik: Weil er sich nach Meinung vieler Lehrkräfte nicht für eine ausreichende personelle Abdeckung an Hessens Schulen einsetzt, kommt es im Juli 1997 zu einer Großdemonstration in Wiesbaden, an der auch rund 100 Maintaler Lehrerinnen und Lehrer teilnehmen. Da Beamte nicht streikberechtigt sind, müssen sie mit Disziplinarmaßnahmen rechnen.

 

Sportlicher Erfolg für Einsteinschule:

Im Mai 1998 erringt das Maintaler Albert-Einstein-Gymnasium einen großen Erfolg: Das männliche Handball-Schülerteam holt sich als Hessen-Vertreter in Berlin den Bundestitel des Wettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“. Bei ihrer Rückkehr wird das Team um Sportlehrer Klaus-Dieter Hoffmann schon am Bahnhof Maintal-West von Landrat Eyerkaufer empfangen.

 

Einstein-Gymnasium feiert Erweiterungsbau:

Mit einem bunten Tag der offenen Tür feiert das Albert-Einstein-Gymnasium im September 2000 die Eröffnung seines zweiten Erweiterungsbaus. Zur Einweihung lobt Landrat Eyerkaufer, früher selbst Schulleiter vor Ort, die Entwicklung der Schule als „Erfolgsstory“. Der ganze Stolz der Schule ist die neue „Mediothek“ im Erweiterungsbau - eine große Arbeitsbibliothek mit 16 PCs, natürlich alle mit Internetzugang.

 

 

Jugend

Aktion gegen Ausbildungsnot:

Ende Juli 1995 beginnt eine Lehrstellen-Vermittlungsserie im Tagesanzeiger, eine gemeinsame Aktion mit dem Arbeitsamt Maintal. Tatsächlich finden einige Schulabgänger mit Hilfe ihrer Lokalzeitung einen Ausbildungsplatz - immerhin ein kleiner Lichtblick in der allgemeinen Ausbildungsmisere.

 

„Mitternachtsliga“:

Neu in dieser Stadt: Die „Mitternachtsliga“, initiiert vom Main-Kinzig-Kreis, allen voran von Landrat Karl Eyerkaufer. „Weg von der Straße, rein in die Halle“ ist die Devise: Mitten in der Nacht haben Jugendliche ab Januar 1997 in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit. in der Sporthalle der Bischofsheimer Erich-Kästner-Schule Sport zu treiben. Eine gute Idee, die sich schnell bewährt und bei den Jugendlichen auf große Resonanz stößt.

„Mitternachtsliga“ bewährt sich schnell:

 

Neue Wege durch Lehrstellenbörse:

Die erste Lehrstellenbörse in der Dörnigheimer Werner-von-Siemens-Schule, initiiert von dem Maintaler SPD-Kreistagsabgeordneten Manfred Wallesch und unterstützt von Landrat Eyerkaufer und Bürgermeister Rohrbach als Schirmherren, stößt im Juni 1998 bei den angesprochenen Jugendlichen auf recht reges Interesse. Zwölf Maintaler Firmen stellen sich vor. Auch das Maintaler Arbeitsamt beteiligt sich maßgeblich an der Aktion. die neue Wege gegen die Ausbildungsplatz- Knappheit weist. Weitere Lehrstellenbörsen sind geplant. (6. Juni).

 

Naturschutz und Umwelt

Neue Försterin:

Im Maintaler Wald sind jetzt zarte Frauenhände zugange. Die neue Maintaler Försterin heißt Sigrun Brell. Anfang April 1995 tritt sie die Nachfolge von Heiner Koch an, der mit seiner Familie als Entwicklungshelfer für zwei Jahre nach Lesotho im Herzen Südafrikas geht. Nach seiner Rückkehr geht Frau Brell ins Forstamt Wolfgang und ist dort im Naturschutz tätig.

 

Umwelttage im Zwielicht:

Die vielversprechenden und unter großem Aufwand organisierten „Maintaler Umwelttage“ geraten im September 1995 noch im Vorfeld ins Zwielicht. Etliche Veranstalter, die ihre Teilnahme angekündigt hatten, sagen kurzfristig ab. Der Grund: Die Umwelttage werden offenbar vom Bund für fachgerechten Natur- und Artenschutz (BNA) unterwandert. Dem Vorstand werfen die Boykotteure vor, unter einem Umwelt-Mäntelchen den vereinfachten Handel mit exotischen Tieren und Pflanzen zu verfolgen. „Zugpferd“ Dr. Franz Alt bleibt Veranstalter Hermann Krauß vom Vogelschutzverein Dörnigheim indes treu und sorgt mit einem vielbeachteten Vortrag für den Höhepunkt der alles in allem gelungenen Umwelttage.

 

Waschmaschinenstreit:

Im September 1995 erzürnt der „Waschmaschinenstreit“ die Gemüter: Die Stadt Maintal erhält 100.000 Mark aus Wiesbaden für Umweltschutzmaßnahmen. Bürgermeister Rohrbach fördert mit dem Geld den Kauf wassersparender Waschmaschinen von Maintaler Einzelhändlern mit 400 Mark Zuschuß je Kauf. Der Protest von Waschmaschinenanbietern aus Frankfurt und Hanau bleibt nicht aus. Doch vergebens: Der Magistrat hält das Motto „Maintaler, kauft Waschmaschinen nur bei Maintalern“ eisern durch.

 

Bio-Kompostierung:

Mit der neuen Bio-Kompostierungsanlage setzt die Stadt Maintal Akzente: Schon bei der Grundsteinlegung Ende Juni 1996 lobt der Hauptgeldgeber, der Umlandverband Frankfurt, Maintal als „Vorreiter und Vorbild in der Abfallpolitik“.

Ein neues Zeitalter in der Abfallentsorgung beginnt im Januar 1997. Mit der Eröffnung der Maintaler Bioabfall-Kompostierungsanlage verbinden sich im Dörnigheimer Osten modernste Technik mit Sicherheit und Umweltverträglichkeit. Bedenken von Anwohnern hinsichtlich möglicher Geruchsbelästigungen zerstreuen sich im Winde. Immerhin ist die Maintaler Anlage bislang die einzige ihrer Art, die der Umlandverband in seinem gesamten Verbandsgebiet tatsächlich durchgesetzt hat. (18. Januar).

 

Wildtierpflegestation: Tierschutzpreis für die Rölls:

Eine hohe Auszeichnung gibt es am 13. Dezember 1997 für Irene und Günter Röll von der Pflegestation für Wildtiere: Aus den Händen von Ministerin Stolterfoth erhalten sie den erstmals ausgelobten Hessischen Tierschutzpreis für ihr großes Engagement. Gedacht sei der Preis „für Menschen, die nicht im Rampenlicht stehen und dennoch Großartiges leisten“, betont die Ministerin.

Die Dörnigheimer Pflegestation für Wildtiere feiert 1998 ihr 20-jähriges Bestehen. Irene und Günter Röll können sich aus diesem Anlaß auch über den Besuch von Tierforscher Heinz Sielmann freuen.

 

Qualvoller Tod in der Säulache:

In der Dörnigheimer Säulache ersticken Hunderte von Fischen qualvoll - Sauerstoffmangel ist der Todesgrund. Der zuständige Angelsportverein gibt den Schlittschuhläufern die Schuld, die für Streß und erhöhten Sauerstoffbedarf bei den Fischen gesorgt und dadurch den Erstickungstod verursacht hätten. Jetzt soll das ganze Gelände versanden. (8. Februar).

 

Kahlschlag“ in Hochstadt:

„Kahlschlag“ im Hochstädter Weidbachgebiet: 18 aufgebrachte Hochstädter richten einen offenen Brief an die Stadt Maintal, in dem sie sich dezidiert gegen die Baumschnittmaßnahmen in der nördlichen Hochstädter Gemarkung aussprechen. Ein geforderter Ortstermin mit dem Revierförster wird im Oktober 1997 von dem Förster aus Termingründen abgelehnt Es handelt sich um das Gebiet „Gemeindeweide“ im Lohfeld.

 

Müll: Pipa und Robanus an einem Tisch:

Auf Anregung des Maintal Tagesanzeiger und des Hanauer Anzeiger setzen sich im April 1998 Kreisbeigeordneter Erich Pipa und Maintals Erster Stadtrat Gerd Robanus an einen Tisch und debattieren über die künftige Entsorgung des Maintaler Mülls. Dabei äußert Robanus erneut Zweifel an Pipas Zahlen, demzufolge die Müllverbrennung in der geplanten Hanauer Konversionsanlage die für Maintal kostengünstigste Variante wäre. Das Gespräch soll auch dazu beitragen, die angespannte Lage zwischen Stadt Maintal und Main-Kinzig-Kreis zu bessern. Weitere Gespräche sollen folgen. In den Folgejahren stellt sich heraus, daß aus der von Hanau geplanten Verbrennungsanlage der Firma Thermoselect wegen technischer Mängel nichts wird.

 

Grundwasserskandal in Wachenbuchen:

Eine unscheinbare „Amtliche Mitteilung“ der Kreis-Wasserbehörde schreckt im März 1999 die Tagesanzeiger-Redaktion auf: Das Grundwasser im südlichen Wachenbuchen ist erheblich belastet, die Grundwasserentnahme verboten, nicht einmal Gartenpflanzen dürfen damit gewässert werden. Schritt für Schritt stellt sich bei den Recherchen der Redaktion heraus, um welches Gift es sich handelt (Chlorierte Kohlenwasserstoffe) und wer der Verursacher der Verunreinigungen (die ehemalige Firma Tephax) ist. Über Monate zieht sich der Rechtsstreit zwischen dem jetzigen Eigentümer (die Firma Tuppi) und den Gerichten hin: Wer bezahlt die fällige Bodensanierung? Bis zum Jahresende bleiben offene Fragen.

 

Maintaler sind die besten Müll-Trenner:

Maintal vorn: Die Maintaler sind die fleißigsten Müll-Trenner aller 43 Städte und Gemeinden des Umlandverbands Frankfurt (UVF). Eine UVF-Statistik weist im Juli 1999 die Stadt Maintal mit einer Wertstoff-Quote von 53,2 Prozent auf Platz 1 aus: In Maintal wird mehr Müll verwertet als vernichtet. Die Nachbarstadt Mühlheim steht mit einer Wertstoff-Quote von 27,3 Prozent auf dem vorletzten Platz.

 

Alles happy auf der Horse-Ranch?:

Geht auf der Happy-Horse-Ranch in Hochstadt, die wegen ihres Streichelzoos und der Ponys besonders bei Kindern sehr beliebt ist, wirklich alles mit rechten Dingen zu? Ranch-Betreiber Klaus Karau sieht sich schweren Vorwürfen der Vernachlässigung bis hin zur Mißhandlung ausgesetzt. Ein Besuch des Tagesanzeiger im Oktober 1999 vor Ort bestätigt die Vorwürfe nicht. Weitere Stichproben folgen.

 

Bäume an der Einsteinschule bleiben stehen:

Fünfzehn Kastanienbäume schaffen es im Frühjahr 2000, den Schulfrieden am Bischofsheimer Albert-Einstein-Gymnasium ins Wanken zu bringen: Die Bäume müssen nach Ansicht der Schulleitung und des Schulträgers (Main-Kinzig-Kreis) beseitigt werden, da ihr Wurzelwerk unterirdisch Elektro-, Gas- und Wasserleitungen gefährden und oberirdisch zur Stolperfalle geworden sein solle. Doch die massiven Proteste von Schülern, Eltern und Lehrern haben schließlich Erfolg: Nach mehreren Ortsbesichtigungen, Anhörungen und Aussprachen lenkt der Main-Kinzig-Kreis mit Landrat Eyerkaufer und seinem Stellvertreter Frenz ein, die Bäume bleiben stehen. In erster Linie um, wie Frenz an die Schulleitung schreibt im Dezember, „den Schulfrieden nicht zu gefährden.“

 

Die „Anti-Lärm-Aktion (ALAM) formiert sich gegen Lärmbelastungen:

Die Interessensgemeinschaft um den ehemaligen Hochstädter Stadtverordneten und Bürgermeisterkandidaten Peter Czerwonka (damals „Freie Maintaler“) setzt sich vor allem für eine Reduzierung von Flug-, Eisenbahn- und Autobahnlärm in Maintal ein. Ein Nachtflugverbot und die Wiedereinführung des im September 2000 aufgehobenen Tempolimits 100 auf der A 66 lauten die Hauptforderungen der Initiative. die auch durch Unterschriftenlisten auf sich aufmerksam macht.

 

 

 

Weidekaute:

Im Streitfall „Weidenkaute“ dürfte das letzte Wort gesprochen sein: Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Frankfurt im Januar 1998 muß die Stadt Maintal das Hochstädter Grundstück nicht vom Main-Kinzig-Kreis zurückkaufen. Der Streit geht bis auf das Jahr 1972 zurück, als der Kreistag des damaligen Kreises Hanau beschlossen hatte, auf der Weidenkaute ein „klassenloses Krankenhaus“ zu errichten. Nachdem das Land Hessen das Krankenhaus aus dem Bettenbedarfsplan gestrichen hatte, verklagte die Nassauische Heimstätte, die das Areal zwi­schen­zeitlich gekauft hatte, den Main-Kinzig-Kreis auf Übernahme. Der Kreis mußte 16 Millionen Mark zahlen. Der Versuch des Kreises, die Weidenkaute zwangsweise an die Stadt Maintal weiterzuveräußern. ist mit dem Frankfurter Urteil gescheitert.

Der Main-Kinzig-Kreis unternimmt dann einen neuerlichen Vorstoß in Sachen Weidenkaute: Vizelandrat Günter Frenz hat sich zum Ziel gesetzt, das rund zwölf Hektar große Streuobstwiesengebiet in Hochstadt als Gewerbe- und Wohnfläche lukrativ zu veräußern. Der Kreis war nach dem Scheitern der Baupläne eines „klassenlosen Krankenhauses“ in den siebziger Jahren auf dem Areal sitzengeblieben und muß dafür jährliche Zinszahlungen in Höhe von rund 600.000 Mark aufbringen. Doch in Maintal nicht Neues: Sowohl im Stadtparlament als auch im Magistrat ist man sich von schwarz bis grün einig: „Finger weg von der Weidenkaute!“ Und obwohl Frenz mit Geld lockt - ein Teilerlös aus den Grundstücksverkäufen soll direkt in den Maintaler Stadtsäckel fließen - ändert sich zumindest bis zum Jahresende 2000 an der einmütig ablehnenden Haltung in Maintal nichts.

 

 

Gesundheitswesen

Im Maintalbad Leben gerettet:

Lebensrettend greifen Schwimmeister Erich Bergmann und seine Mitarbeitet Toni Porcellini und Roland Allmannsdörfer Anfang Juni 1995 im Maintalbad ein. Kurz hintereinander waren ein 30jähriger Badegast nach einem Asthmaanfall und ein 70jähriger Schwimmer mit Herzattacke zu Boden gesunken, konnten aber durch den beherzten Einsatz von Bergmann und des DLRG-Teams gerettet werden.

 

Knochenmarktypisierung:

Eine nicht erwartete Solidarität entwickelt sich für den kleinen Kevin, der an Knochenkrebs erkrankt ist und unbedingt einen geeigneten Knochenmarkspender braucht. Exakt 3.336 Blutspender beteiligen sich an der Aktion „Kevin muß gerettet werden“ und lassen sich am 23. Januar 1995 im Bischofsheimer Feuerwehrgerätehaus Blut nehmen. Die Aktion geht als Symbol von Hilfsbereitschaft und Anteilnahme in die Stadtgeschichte ein. Der knochen­krebs­kranke Kevin Heitzmann aus Dörnigheim löst eine Geld- und Blutspendenaktion aus, die in der Region ihresgleichen sucht. Höhepunkt ist das Handball-Benefizspiel der SG Wallau-Massen­heim gegen den Oberligisten TG Dörnigheim in der vollbesetzten Maintal-Halle. Tatsächlich findet sich ein geeigneter Knochenmarkspender, die Transfusion im Juli verläuft erfolgreich. Nach schweren Rückschlägen befindet sich Kevin Heitzmann dann auf dem Wege der Besserung.

 

Pflegeverein wird doch nicht aufgelöst:

Der Krankenpflegeverein Wachenbuchen macht weiter: Den Antrag auf Selbstauflösung lehnen die Mitglieder im April 1997 im Rahmen einer Versammlung mit großer Mehrheit ab. Der neue Vorsitzende Karl-Heinz Oehme hofft auf die Zusammenarbeit mit einer noch zu gründenden Maintal-weiten Vereinigung. Das Pflegeangebot für Wachenbuchener Bürger hat sich seit Februar 1998 verbessert: durch die Zusammenarbeit des Krankenpflegevereins Wachenbuchen (KPV) mit dem Mobilen Sozialen Hilfsdienst (MSHD) der Stadt Maintal ist auch das Überleben des KPV gesichert. Für die Menschen im kleinsten Maintaler Stadtteil besteht jetzt ein zu den anderen Stadtteilen qualitativ gleichwertiges Angebot.

 

Neuer Notdienst:

Zum 1. Januar 1997 wird in Maintal ein neuer ärztlicher Notdienst eingerichtet, der nun auch Wachenbuchen umschließt: Ein Notärzte-Team wird außerhalb der Praxiszeiten zuständig sein. Die Notrufnummer lautet 400-110. Untergebracht war er im Rotkreuzstützpunkt in der Berliner Straße, allerdings nur mit einem Arzt.

 

Kleeblatt Seniorenheim:

Das gemeinsame Projekt des Kreisverbandes Hanau des Deutschen Roten Kreuzes, der Stadt Maintal und des Landes Hessen, in Bischofsheim die Zentrale für das Senioren- und Pflegeheim zu errichten, kann endlich in Angriff genommen werden. Der Baubeginn am Bischofsheimer Ortseingang (aus Richtung Querspange kommend) ist im Oktober 1998, die Zentrale soll im Frühjahr 2000 bezugsfertig sein. Noch ist unklar, wie es um die
Zweigstellen in den anderen drei Stadtteilen bestellt ist. In Dörnigheim laufen bereits die Planungen, in Hochstadt und Wachenbuchen ist man davon noch weit entfernt.

 

DLRG Maintal feiert 25jähriges Bestehen:

Eine neue Heimat für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Maintal und für den Verein SC Budokan: Die beiden Organisationen beziehen im Mai 1998 die Räumlichkeiten des ehemaligen Asylbewerberheims in der Dörnigheimer Braubachstraße. Mit viel Eigeninitiative richten sich die Mitglieder schmucke Domizile ein. Der Grund und Boden, der nach wie vor der Stadt Maintal gehört, wird für 33 Jahre gepachtet.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Maintal feiert im November 1998 ihr 25jähriges Bestehen. Festredner ist Ex-Bürgermeister Dr. Walter Unger, der in seiner Amtszeit für die Anschaf­fuung des ersten Einsatzfahrzeuges gesorgt hatte.

DLRG und Budokan in neuen Räumen

 

Neue Fahrzeughalle für DRK Maintal:

Dank der neuen Fahrzeug- und Gerätehalle ist das Maintaler Deutsche Rote Kreuz in Dörnigheim ist seit April 1998 optimal ausgestattet. Nach siebenmonatiger Bauzeit übergibt DRK-Chef Josef Reinert den symbolischen Schlüssel an Bereitschaftsführer Timo Schnürpel. Die Maintaler DRK-Fahrzeuge sind fortan trocken und sicher untergebracht.

 

Behandlungszentrum: Gefahren abgewendet:

Das zumindest teilweise drohende „Aus“ des Behandlungszentrums für Körper- und Mehrfachbehinderte in der Dörnigheimer Hermann-Löns-Straße ist im Oktober 2000 einmal mehr abgewendet: Dank rascher Krisenintervention des Main-Kinzig-Kreises bleibt es zumindest bis zum Jahresende 2001 beim bisherigen Behandlungsangebot für alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Eine Befristung des Angebots auf Kinder von bis zu sechs Jahren, wie vom Trägerverein Behindertenwerk Main-Kinzig zunächst angekündigt, ist vom Tisch. Die Folgen der neuen Heilmittelvereinbarung werden jetzt anderweitig aufgefangen - finanziell zu gleichen Anteilen durch den Main-Kinzig-Kreis und das Behindertenwerk. Im Laufe des Jahres 2001 soll nun eine langfristige Lösung gefunden werden.

 

Erster Maintaler Apothekentage:

Auf große Resonanz stoßen die ersten Maintaler Apothekentage im Oktober 2000 im Bischofsheimer Bürgerhaus. Mehrere hundert Maintaler informieren sich über das breite An- gebot der Maintaler Apotheker und machen diese erste Gesundheitsmesse zu einem Erfolg.

 

                                                                                 

Das „Kleeblatt“ ist jetzt offiziell eröffnet:                                                                          

Nach rund zehnjähriger Vorlauf- und recht kurzer Bauzeit wird im November2000das DRK-Seniorenwohn- und -pflegeheim an der Hochstädter Straße in Bischofsheim seiner Bestimmung übergeben - und nicht nur von seinen Betreibern als „hochmodern“, „freundlich eingerichtet“ und. „sehr funktional“ gelobt. Das neue Seniorenzentrum verfügt über 39 stationäre Ein-Zimmer-Apartments, zwölf Tagespflegeplätze und zwölf Kurzzeitpflegeplätze. Wann die als Kleeblätter bezeichneten Filialen in den anderen Maintaler Stadtteilen Wirklichkeit werden, steht allerdings noch in den Sternen. 

 

 

Kirche

Neue Pfarrerin im Juli 1995: Ines Fetzer heißt die neue Dörnigheimer Pfarrerin und Nachfolgerin von Ulrich Frick. Am 9. Juli gibt die sympathische Jung-Geistliche ihren Einführungs-Gottesdienst.

Helga Czysewski verläßt Maintal im Jahr 1997. Nach fünf Jahren Amtszeit als Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim sagt die beliebte Geistliche „Good bye“ und überläßt Jungpfarrer Eckard Sckell das Feld. Czysewski wird Leiterin des Gemeindebildungszentrums in Bad Orb.

Im November 1997 feiert Pfarrer Hans-Joachim Uhde sein 25jähriges Dienstjubiläum in der katholischen Kirche „Maria Königin“ in Dörnigheim.

Festliche Bläserklänge für einen guten Zweck:

Im November 1998 bringt ein Sonderkonzert des Blechbläserensembles Ludwig Güttler in der evangelischen Kirche Hochstadt 15.000 Mark für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche. Mit großer Freude nimmt Güttler den Scheck aus den Händen von Pfarrer Hermann Langheinrich entgegen. Über Jahre hinweg hat der rührige Geistliche die bemerkenswerte Konzertreihe in der heimeligen Kirche aufgebaut, die das Flaggschiff der ansonsten dahin dümpelnden Maintaler Kultur ist. Langheinrich feiert im selben Jahr seinen 60. Geburtstag.

Die katholische Kirchengemeinde St. Theresia Bischofsheim freut sich im September 1999 über ihre neue Orgel: An zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen wird die Orgel geweiht und im Rahmen eines Konzerts ihrer Bestimmung übergeben. Das seit 1993 bestehende „Projekt Orgel“ ist erfolgreich abgeschlossen.

Eine prägende Persönlichkeit geht im Juli 2000 in den Ruhestand: Pfarrer Hermann Langheinrich wird im Rahmen der Hochstädter Zeltkerb in den Ruhestand verabschiedet. 33 Jahre war der aus der Rhön stammende Gottesmann Pfarrer in Hochstadt. Voller Symbolkraft hat er das Leitthema seiner Verabschiedung gewählt: „Alles Ding währt seine Zeit, Gottes Lieb' Ewigkeit!“ - ein bewegender Abschied im Hochstädter Festzelt. Nachfolger wird im Oktober der 37-jährige Uwe Rau aus dem nordhessischen Oedelsheim.

Auch in Dörnigheim vollzieht sich ein Wechsel unter Seelsorgern. Der ebenso streitbare wie beliebte Pfarrer Manfred Dehnen geht im August 2000 in den Ruhestand, sein Nachfolger wird im Oktober Martin Streck, der in der Kesselstädter Friedenskirche gemeinsam mit 20 weiteren Vikarinnen und Vikaren ordiniert wird. Mit dem Rückzug Dehnens scheint in Dörnigheim gleichsam eine „politische“ Ära zu Ende zu gehen, die vor Einmischung nicht zurückschreckte und stark von den Pfarrern Frick und Dehnen geprägt war.

Martinsplakette für Elisabeth Schürhoff: Hohe Auszeichnung für Elisabeth Schürhoff: Zum 80. Geburtstag im November 2000 wird die Kirchenälteste von Hochstadt von Propst Gerhard Pauli mit der Martins-Plakette geehrt - eine der höchsten Auszeichnungen, die die Evangelische Landeskirche KurhessenWaldeck zu vergeben hat.

 

 

 

Vereine

Neben vielen anderen Organisationen, Elternvereinigungen und Interessensverbänden machen nun auch die Chefs der beiden größten Maintaler Turnvereine, die Turngemeinde Dörnigheim und die Freie Turnerschaft Dörnigheim, in einem gemeinsamen Krisengespräch zusammen mit TGD-Kassierer Wolfgang Wich auf die ernste Situation aufmerksam, die die „Liste der Grausamkeiten“ in ihrem Bereich zur Folge hätte: Eine Kürzung der Vereinszuschüsse würde bedeuten, daß die Vereine ihrem sozialen Auftrag nicht mehr in der bisherigen Form nachkommen könnten, betonen die Vorsitzenden Klaus-Dieter Engelberg (TGD) und Jörg Herpich (FTD) im November 1997.

 

Fußball:

Der FSV Bischofsheim gewinnt im August 1996 die 21. Fußball-Stadtmeisterschaft und im

August 1997 die 22. Fußball-Stadtmeisterschaf­t.

Der FSV Bischofsheim wird im Mai 1997 Meister der Bezirksliga, steigt in die Bezirksoberliga auf und feiert seinen 90. Geburtstag. Im Januar 1998 gewinnt er auch die Fußball-Stadt­meisterschaft in der Halle.

Die Soma-Fußballer des FC Germania gewinnen im Dezember 1996 und im Dezember 1998 die Stadtmeisterschaften in der Halle.

Birgit Prinz gewinnt 1995 mit der Fußball-Nationalmannschaft den Titel eines Europameisters. und im Juli 1997 mit der Damenfußballnationalmannschaft durch ein 2:0 im Endspiel über Italien Europameisterin. Prinz erzielt eines der beiden Tore.

Helmut Wassermann wird im Januar 1995 der neue Vorsitzende des Dörnigheimer SV. Der Verein übernimmt im Februar 1995 die Sportanlage „Dicke Buche“ in eigener Regie und hat damit eine Vorreiterrolle. Aber sehr bewährt hat sich die Entscheidung nicht, die Anlage verkam immer mehr. Die Fußballerinnen des DSV steigen im April 1996 in die Landesliga ab.

Die Männer steigen im Mai 1997 aus der Bezirksliga ab. Der Dörnigheimer SV feiert im September 1998 seinen 25. Geburtstag.

Der FC Hochstadt gewinnt im Januar 1996 in der Maintalhalle die 6. Fußball-Stadt­meister­schaft. Die A-Jugend-Fußballer des FC Hochstadt gewinnen im Juni 1996 die Kreismeisterschaft, den Kreispokal und den Main-Kinzig-Pokal. Die B-Jugend des FC Hochstadt wird im Juni 1997 Kreis-Pokalsieger. Hochstädter A-Schüler siegen im Februar 1997 bei Südhessen-Meisterschaften. Der FC Hochstadt steigt im Mai 1997 aus der Bezirksoberliga ab. Im Mai 1998 wird er Zweiter der Bezirksligameisterschaft und scheitert in der Relegation. Die A-Jugend des FC Hochstadt gewinnt im Juni 1998 die Fußball-Kreismeisterschaft. Der FC Hochstadt trauert im April 1998 um sein Ehrenmitglied Fritz Eibelshäuser.

Kewa Wachenbuchen gewinnt im August 1995 die 20. Fußball-Stadtmeisterschaft und stellt mit ihrer Reserve den Kreismeister. Auch im Januar 1997 gewinnt sie zum siebten Male die Fußball-Hallen-Stadtmeister­schaft. Klaus Kirchner wird im März 1997 neuer Vorsitzender von Kewa Wachenbuchen. Kewa Wachenbuchen scheitert im Mai 1997 zum dritten Male an der Relegation zur Bezirksoberliga. Aber sie gewinnt im Mai 1998 die Fußball-Bezirksliga­meisterschaft und steigt in die Bezirksoberliga auf. Kewa Wachenbuchen gewinnt im August 1998 die Fußball-Stadtmeisterschaft.

Ioannis Milossis wird im Juni 1998 neuer Vorsitzender des FC Hellas Maintal.

 

Weitere Sportvereine:

Mit Jean Sauermilch stirbt im Februar 1995 eine Dörnigheimer Handball-Legende. Der ehemalige TGD Handballtrainer Manfred Just stirbt im November 1998 im Alter von 74 Jahren.

Die Handballer I der TG Dörnigheim schaffen im April nach dem Bezirksliga-Titelgewinn den Aufstieg in die Oberliga. Die Handballer der TG Dörnigheim eröffnen den Sportleraustausch im Mai 1995 mit der griechischen Partnergemeinde Katerini. Im Pokalwettbewerb auf Hessenebene verlieren im Februar 1996 die Handballer der TGD gegen Eschwege 17:18.

Die Dörnigheimer Handballer veranstalten im März 1998 für einen an Leukämie erkrankten Feuerwehrmann eine Benefizspiel gegen den Bundesligisten TV Großwallstadt. Der TVG siegt 41:20. Die Vorsitzenden von FTD und TGD erklären, daß ab der neuen Saison auch bei den Männern eine Handballspielgemeinschaft an den Start gehen wird.

Die TG Dörnigheim steigt im April 1998 aus der Handball-Oberliga ab.

Die Handball-Damen der FTD müssen im März 1996 aus der höchsten hessischen Spielklasse absteigen. Handballer der FT Dörnigheim werden im April 1997 Meister der Kreisklasse A und steigen in den Bezirk II auf. Die Handabteilung trauert im Februar 1997 um Vorstandsmitglied. Herbert Kruse.

Das traditionelle Pfingstturnier 1995 eröffnet den 75. Geburtstag der Handballabteilung der Turnerschaft Bischofsheim. Im Mai 1996 nehmen 106 Mannschaften am Pfingstturnier teil.

Die D-Jugend Handballer der TS Bischofsheim gewinnen im März 1996 die Bezirksmeisterschaft und die erste Männermannschaft steigt auf in die Bezirksliga 2. Die männliche Handball-B-Jugend der TS Bischofsheim steigt im Mai 1998 in die Oberliga auf.

Im Februar 1998 erreichen die Mädchen der Albert-Einstein-Schule bei dem Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ zweimal Gold auf Landesebene. In Berlin gewinnen im Mai 1998 die Handballer der Einstein-Schule den Bundesentscheid „Jugend trainiert für Olympia“.

 

Die Basketball-Damen der Freien Turnerschaft Dörnigheim schaffen im März 1995 den Aufstieg in die Bezirksliga.

 

Eine erfreuliche Bilanz verkündet die Leichtathletikgemein­schaft: 137 Sportler und Sportlerinnen legen 1995 das Sportabzeichen ab. Zwei Frauen und 14 Männer der Leichtathletik­gemeinschaft Dörnigheim nehmen im Oktober 1995 am Frankfurt Marathon teil, erreichen alle das Ziel. Nadja Wichter und Larry James von der LG Dörnigheim werden im Juli 1996 Bezirksmeister. Maintaler Triathlet Burghard Blacke ist im Mai 1997 Hessens schnellster Duathlet. Sacha Bräuning wird im Oktober 1996 Vierter den Deutschen Meisterschaft im Jahn-Neun­kampf. Jahn-Neunkämpfer Sacha Bräuning wird im Juni 1997 beim Landesturnfest überlegener Hessenmeister. LG Dörnigheims Leichtathlet Christoph Krauß wird im September 1997 über 1000-Meter Hessenmeister. Schüler Marc Szyrnanski von der Leichtathletikgemein­schaft Dörnigheim wird im Januar 1998 zum Kreissportler des Jahres gewählt.

 

90 Jahre FT Dörnigheim:

Der neben der Turngemeinde Dörnigheim größte Maintaler Verein, die Freie Turnerschaft Dörnigheim, feiert 90. Geburtstag. Ein großes Festprogramm hat die Mannschaft um den 1. Vorsitzenden Jörg Herpich zusammen mit einem auswärtigen Veranstalter auf die Beine gestellt. Aber die kulturellen Aktivitäten des Großvereins werden von der Bevölkerung und den eigenen Mitgliedern kaum angenommen: Der Festkommers im Januar, bei dem Anneliese Schmidt mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet wird, ist mittelmäßig besucht

Das Gastspiel der Erdinger Musikanten wird so bei sengender Hitze und hohen Eintrittspreisen zum Mißerfolg: Gerade einmal 50 Besucher werden gezählt. Zu den „Wildecker Herzbuben“ kommen immerhin 400 Gäste. Aber die Freie Turnerschaft Dörnigheim gewinnt im Oktober 1995 einmal mehr die Stadtmeisterschaft im Turnen. Fritz Kaiser, mit 94 Jahren ältestes Mitglied der FTD, wird im April 1997 Ehrenmitglied und bekommt das Goldene Lorbeerblatt.

 

Die Gymnastinnen I der TG Dörnigheim gewinnen im November 1995 die Hessenmeisterschaft in der Disziplin Gymnastik und Tanz. Auch bei den Deutschen Meisterschaften im Dezember 1996 wird die Gruppe Deutscher Vize-Meister. Im November 1997 gibt es zwei Hessenmeistertitel für die Kunstturnerinnen der TG Dörnigheim.

 

 

Bei der traditionellen Sportschau des TV Hochstadt im November 1995 gehen erstmals Behinderten-Weltmeister und Olympia-Teilnehmer an den Start. Mannschafts-Stadtmeister im Turnen wird im September 1996 der TV Hochstadt. Der TV Hochstadt feiert im November 1997 seinen 110. Geburtstag.

Über 3000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus ganz Hessen strömen im Juni 1998 zum Gauturntag nach Wachenbuchen und Mittelbuchen. Bestens organisiert und bei herrlichem Wetter geht die sportliche Großveranstaltung reibungslos über die Bühne. Günter Maker wird im März 1998 wieder Vorsitzender des TV Hochstadt.

Die FT Wachenbuchen richtet im November 1998 einen Gauturntag aus.

 

Brigitte Bender wird im Januar 1995 an die Spitze des 1. TC Blau-Rot Maintal gewählt. Die Feierlichkeiten zum 25jährigen Jubiläum beginnen im April 1995 beim 1. Tennis-Club Blau-Rot Maintal mit der Platzeröffnung. Die Tennis-Damen des Bischofsheimer TV steigen im Juni 1996 in die Bezirksklasse A auf. Im Mai 1997 wird die Tennisgemeinschaft Dörnigheim 25 Jahre alt. Rolf Gerike ist im Januar 1998 neuer Vorsitzender des 1. Tennis-Clubs Blau-Rot Maintal.

 

Die Schülermannschaft des Badminton-Vereins wird im März 1995 Kreismeister. Gerdi Bohlender wird im Februar 1996 fünfte bei den Deutschen Badminton-Meisterschaften. Der Main­taler Badminton-Verein steigt im April 1996 in die Zweite Bundesliga auf. Marc Nover vom Badminton Verein wird im November 1996 hessischer Jugendmeister. Karlheinz Fix wird im Februar 1997 wieder Badminton-Hessenmeister der Senioren. Günter Neukirch vom Badminton-Verein Maintal wird im Juni 1997 an die Spitze des Hessischen Verbandes gewählt.

Der 1. Badminton-Verein Maintal richtet im September 1997 in der Maintal-Halle ein Deutsches Ranglistenturnier aus. Bei den Hessischen Nachwuchs-Badmintonmeisterschaften erringt Matthias Becker im November 1997 drei Vizetitel. Karlheinz Fix (Badminton-Verein Maintal) holt im April 1998 bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften Gold und Silber.

Matthias Becker (Badminton-Verein Maintal) gewinnt im September 1998 die Südwestdeutsche Jugendrangliste. Matthias Becker gewinnt im November 1998 bei den Hessischen Junioren- Meisterschaften im Badminton im Einzel und Doppel. Der Badminton-Verein Maintal holt im Dezember 1998 bei den Hessischen Meisterschaften Bronze im Mixed.

 

Shotokan Maintal richtet im Juni 1995 in der Hanauer August-Schärttner-Halle die deutschen Karate-Meisterschaften aus. Der Shotokan Maintal richtet im Mai 1998 bereits zum zehnten Male einen Kata-Spezial-Lehrgang aus, gleichzeitig auch den German-Kata-Cup. Über 400 Aktive nehmen im April 1998 am Osterlehrgang der Karateschule Shotokan teil.

Bei den Deutschen Karate-Meisterschaften im Juli 1995 holt Fotini Delesos zusammen mit den Frankfurterinnen Vera Krämer und Monika Blaska den Mannschaftstitel. Die Maintaler Karate-Schule veranstaltet im April 1996 einen Osterlehrgang mit über 500 Aktiven.

Der Judo-Club Bischofsheim feiert im November 1995 sein 25jähriges Jubiläum. Zum vierten Mal in Folge richtet im Dezember 1995 die Budoabteilung der FT Dörnigheim die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Landesverbände Hessen aus. Auch im November 1996 richtet sie die Deutschen Jugend-Mannschafts­meisterschaften in der Maintal-Halle aus. Die Budoabteilung trennt sich im November 1997 von der Freien Turnerschaft Dörnigheim und firmiert zukünftig unter SC Budokan Maintal. Judo-Mannschaft des SC Budokan wird im September 1998 Meister der Landesliga Nord.

 

Die SSG-Schützin Birgit Sczeburek erringt die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften. Heinz-Jürgen Suter von der SSG Maintal wird im April 1998 Hessischer Schützenkönig.

Im Bürgerhaus Bischofsheim treffen sich im Oktober 1998 die Schützenkreise aus Hanau und Gotha zu einem Interessensaustausch und schießen um den Wiedervereinigungspokal.

 

Die erste Mannschaft der Maintaler Eisstockschützen steigt im September 1996 in die Oberliga auf.

Die Hochstädter Gehörlosen-Sportlerin Gabi Meyer ist im August 1997 Doppel-Olympiasiegerin im Bowling.

Tanja Fiur wird im September 1996 im Rollkunstlauf Hessenmeisterin ihrer Altersklasse. Im Juli 1997 vom RSC Dörnigheim wird sie Hessenmeisterin in der Klasse Nachwuchs B im Rollkunstlauf.

Im Oktober 1996 folgen zur zehnjährigen Auflage des Fechtturniers um die „Goldene Maske von Maintal“ 215 Teilnehmer aus ganz Deutschland der Einladung der TGD. TGD-Fechter Matthias Kamberg wird im November 1998 Hessischer Vizemeister.

Weltklasse-Radball: im Hochstädter Bürgerhaus: Bereits zum 7. Mal veranstaltet der RVH im Juni 1995 ein internationales Turnier, das Lustenau aus Österreich gewinnt. Im Bürgerhaus Hochstadt findet im März 1998 ein Radball-Länderkampf zwischen Deutschland und Tschechien statt. Hochstädter Radballer steigen im November 1998 in die Landesliga auf.

Der Squash Club Maintal trauert im Juni 1995 um seinen Vorsitzenden Hans-Jürgen Dietrich.

Nachwuchsspieler des SC Yellow Dot Maintal holen im März 1998 Hessenmeisterschaften.

Im Mai 1998 erringen für die Wasserfreunde Maintal 16 Titel bei den Schwimm-Kreis­meisterschaften. Die Wasserfreunde Maintal werden im November 25 Jahre alt.

Die Lateinformation des 1. Maintaler Tanzsportclubs steigt im Mai 1998 in die Regionalliga auf.

Bei herrlichem Wetter schwingen sich am „Radlersonntag“, dem 10. September 1995, über 200.000 Aktive aller Altersklassen aufs Fahrrad und machen die Aktion „Kinzigtal Total“ wieder zu einem überwältigenden Erfolg. Mit gutem Beispiel voran geht Landrat Karl Eyerkaufer, der vom heimischen Hochstadt bis zur Kinzigquelle bei Sinntal-Siebfritz durchradelt. Auch der in Hochstadt geborene Hessische Wirtschaftsminister Lothar Klemm (SPD/Mitte) strampelte auch kräftig mit. Doch es soll bei dem einmaligen Einstieg in Hochstadt bleiben

Es ist doch etwas Sand im Organisations-Getriebe. Ansonsten wird das große Rahmenprogramm in Dörnigheim aber gut angenommen.

 

Weitere Vereine:

Beim Jubiläum „100 Jahre Humor-Musik-Verein Edelweiß Hochstadt“ wird der Festkommers im April 1996 wird zum vollen Erfolg und läßt das runde Jubiläum im würdigen Licht erstrahlen. Ehrengast Lothar Klemm, Kabarettist Rainer Bange und das Roland-Schneider-Trio setzen die Glanzlichter. Auch die Hochstädter Kerb mit einem imposanten Festzug wird zu einem Erfolg für den Verein, der die Kerb im Jubiläumsjahr austrägt. Zur Kerb gibt es in Hochstadt noch mehr zu feiern: Der schönste Maintaler Stadtteil feiert sein 1150iähriges Bestehen.

Die Gruppe „Mikrokosmos“ des Hochstädter HMV sorgt Jahr für Jahr für Kabarettprogramme vom Feinsten, auch 1996.

Im Januar 1997 nehmen erstmals die „Narren“ das Rathaus im Beschlag Beim ersten Maintaler Rathaussturm kapitulieren Bürgermeister Rohrbach und Stadtrat Robanus nach kurzer Gegen­wehr und rücken die Stadtkasse heraus, die allerdings nur mit Lumpen gefüllt ist.

Rund 400 Menschen wohnen im Januar 1998 dem zweiten Maintaler Rathaussturm bei. In Vertretung des urlaubsbedingt abwesenden Bürgermeisters Erhard Rohrbach übergibt Erster Stadtrat Gerd Robanus die leere Stadtkasse an die Tollitäten. Der Maintaler „närrische Lindwurm“ zieht bei idealen Wetterbedingungen durch Dörnigheim. Tausende säumen im Februar seinen Weg von der Berliner bis zur Frankfurter Straße. Sonnenschein, tolle Zugnummern und närrische Begeisterung machen den Maintaler Karnevalszug wieder zu einem vollen Erfolg

 

Alexander Wich ist im Februar 1997 neuer Vorsitzender des Schachvereins Maintal.

Die erste Mannschaft des Schachvereins Maintal steigt im Mai 1997 nach 35 Jahren aus der Landesklasse ab. Die zweite Schach-Mannschaft des SK 59 Bischofsheim steigt im Juni 1997 in die Bezirksoberliga auf.

Die Foto-Amateure Maintal (FAM) feiern im November 1999 ihr 25-jähriges Jubiläum. Eine „Stadt-Land-Fluß“-Diashow und ein New-York-Vortrag setzen neben dem traditionellen Fotowettbewerb, der Ausstellung und der Fotobörse die Glanzpunkte.

 

Lichtblick des Jahres: Seniorenhilfe Maintal:

Kleinere Reparaturen im Haushalt erledigen, beim Ausfüllen von Formularen helfen, zum Arzt begleiten, einkaufen oder einfach nur da sein und zuhören - und das unter dem Motto „Miteinander - Füreinander“: Der Verein „Seniorenhilfe Maintal", im März 2000 gegründet, gehört sicherlich zu den absoluten Positiv-Botschaften, die das Jahr 2000 für Maintal zu vermelden hat. Dem Gründer und 1. Vorsitzenden Herbert Belser ist es zu verdanken, daß der Verein nach dem Vorbild des bundesweit kopierten „Dietzenbacher Modells“ nur so aus dem Boden sprießt und bis zum Jahresende bereits an die 600 Mitglieder zählt, rund ein Fünftel von ihnen „Aktive“, die sich vom im Mai ins Leben gerufenen Büro an Hilfsbedürftige vermitteln lassen und dafür durch ein einfaches Punktesystem honoriert werden. Herbert Belser und seine Mitstreiter haben eine ehrenamtliche „Marktlücke“ entdeckt und das Alleinsein und die Hilflosigkeit vieler vor allem älterer Menschen abgemildert. Im November erhält Herbert Belser dafür den erstmals vergebenen Ehrenamtspreis des Main-Kinzig-Kreises. Heute heißt der Verein „Bürgerhilfe“.

 

Kulturvereine und Kultur:

Der Bischofsheimer Flaneur Jürgen Gladitz ist - aus Maintaler Sicht - die literarische Entdeckung des Jahres 1996. Seine Lesungen. bei denen seine sehr eigenen Frankfurter Betrachtungen im Mittelpunkt stehen, sind gut besucht und sorgen kulturell für frischen Wind in unserer Stadt.

Dörnigheim ist um eine kulturelle Institution reicher: Der neue „Kultur- und Musikverein Dörnigheim“ betritt im Herbst 1996 die Bühne und stellt sich als Organisator musikalischer und literarischer Veranstaltungen vor. Den Anfang macht im November ein Konzert des Frankfurter Jugendchores in der Kirche, das zu einem vollen Erfolg wird.

 

Der Tagesanzeiger ist im April 1998 erstmals Mitorganisator einer kulturellen Veranstaltung. Das Musical „Non(n)sense“ übertrifft alle Erwartungen. Das Bürgerhaus in Bischofsheim ist bis auf den letzten Platz ausverkauft. Die Mimen des Hanauer ,.JoCulture Clubs“, allen voran Jeanne -Marie Nigl und Connie Bunn, reißen die Besucher von den Stühlen. Ein Teil der Einnahmen kommt einem guten Zweck zugute. Die Maintaler Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs erhält einen beachtlichen Scheck für ihre wichtige und notwendige Arbeit.

 

Unter dem Titel „Maintal - alte neue Stadt“ erscheint im November 1998 der neue historische Bildband des Hochstädter Chronisten Peter Heckert. Ein Jahr vor dem 25jährigen Jubiläum der Stadt existiert nun eine Dokumentation, die auf 128 Seiten anschaulich den Werdegang der heutigen Stadtteile und der Stadt Maintal schildert. Erhältlich ist das umfassende Werk für 29,50 Mark im Buchhandel.

 

Die Maintaler Jugend-, Musik- und Kunstschule hat allen Grund zum Feiern. Sie besteht im November 1998 seit nunmehr 30 Jahren. Mit einem großen Festakt im Bürgerhaus Bischofsheim begeht die populäre Einrichtung für musikalische Früherziehung, bildnerisches Gestalten. Töpfern, Instrumentalunterricht sowie darstellerisches Spiel und Theater ihr Jubiläum. Es gibt Theateraufführungen, Ausstellungen und Musikdarbietungen.

 

Erstes Musikfestival am Gänsweiher:

Ein neuer Kultur-Event in Maintal: Das erste Gänsweiher-Musikfestival im Juli 1999 lockt immerhin rund 150 Besucher in den Bischofsheimer Wald. Zwei Bands bieten Rock- und Schlagermusik bis zu vorgerückter Stunde. Anlaß genug für die Initiatoren, im Jahr 2000 das zweite Gänsweiher-Musikfestival zu starten und diesmal sogar zweitägig.

 

Zweimal 125 Jahre Chorgesang:

Doppeljubiläum zweier traditionsreicher Bischofsheimer Chöre: Der Gesangverein Eintracht und der Volkschor Liederlust feiern ihr jeweils 125-jähriges Bestehen mit einer Reihe von Konzerten und Festivitäten, die in einer originellen Festschrift zusammengefaßt sind. Eine Mahnung von Landrat Eyerkaufer an beide Jubel-Chöre: „Kümmert euch um den Nachwuchs!“

 

Feuerwehr:

Im Jahre 1995 wird die Freiwillige Feuerwehr Dörnigheim 75 Jahre alt. Der Bürgermeister weiß um die Bedeutung und sagt „jegliche Hilfe“ zu.

Die hessischen Feuerwehren laufen 1996 Sturm gegen die Pläne der rot-grünen Landesregierung, die Zweckbindung der Feuerschutzsteuer aufzuheben. Mehrere tausend Brandschützer demonstrieren Ende Januar vor dem Wiesbadener Landtag, darunter 35 Feuerwehrleute aus Maintal, zwei „Freie Maintaler“ und Stadtrat Gerd Robanus. Der Maintaler Stadtbrandin­spek­tor sieht in den Plänen eine Gefährdung für den Brandschutz in seiner bisherigen Form.

 

Ein spektakulärer Brand ereignet sich kurz vor Weihnachten 1996 in der Bischofsheimer Spessartstraße: Die Feuerwehr rettet neun Menschen über die Drehleiter vor dem Flammentod. Zwei Familien stehen nach dem Brand, ausgelöst durch einen implodierten Fernseher, vor dem Nichts. Die Stadt richtet Notunterkünfte, die Arbeiterwohlfahrt ein Sonderkonto ein.

 

Der erster Spatenstich für das neue Hochstädter Feuerwehrgerätehaus erfolgt im September 1998. Das neue Domizil der Hochstädter Brandschützer soll im Jahr 1999 fertiggestellt werden. Die Baukosten betragen insgesamt rund vier Millionen Mark. Beim symbolischen Baubeginn zählen zu den 150 Gästen auch Landrat Eyerkaufer und Landesminister Klemm.

 

 

Partnerschaft:

Jetzt ist es offiziell: Maintals vierte Partnerstadt nach Luisant, Moosburg und Esztergom heißt

Katerini in Griechenland. Bei der Verschwisterungsfeier 1996 im Hochstädter Bürgerhaus sind bewegende Worte zu hören: Katerinis Bürgermeister Menelaos Terzpopoulos orakelt vom „Grundstein für eine neue Welt, für eine Zukunft voller Blumen“

Die Verschwisterung mit Katerina im perfekt. Die Stadt am Fuße des Olymp wird Anfang April 1996 durch Vertrag zur vierten Partnerstadt nach Luisant. Moosburg und Ezstergom. Eine kleine Maintaler Delegation erledigt - umrahmt von vorbildlicher Gastfreundschaft - die Formalien im Lande der Hellenen.

Dank vieler Spenden aus Maintal kann die neunjährige Renata Koselak aus der ungarischen

Im März 1998 weilen auch Stadtrat Gerd Robanus, Stadtverordnetenvorsteher Karl-Heinz Kaiser und ein Vertreter der Industrie- und Handelskammer Hanau in Katerini, um der Verschwisterung der Maintaler Partnergemeinden Katerini und Moosburg (Österreich) beizuwohnen und die Kontakte zu intensivieren.

Partnerstadt Esztergom wieder lachen: Auf Initiative des Maintaler Arbeitskreises Esztergom beteiligen sich im Mai 1998 viele Maintaler Firmen und Bürger an einer Spendenaktion, um eine Operation des Mädchens, das wegen einer schweren Rückgratverformung weder laufen noch sitzen konnte, zu ermöglichen. Die Operation am Uniklinikum Heidelberg verläuft erfolgreich. Durch Hilfslieferungen macht der Arbeitskreis Esztergom im Laufe des Jahres noch mehrfach positiv auf sich aufmerksam.

Ungarn feiert 1000-jähriges Bestehen, und Maintal ist dabei: Eine große Abordnung der Stadt Maintal weilt im August 2000 zur Feier zu Ehren des Staatsgründers Stephan in der Partnerstadt Esztergom, die über Jahrhunderte der politische und geistliche Mittelpunkt Ungarns war. Mit einer Ausstellung zum Thema „1000 Jahre Ungarn“ im Maintaler Rathaus revanchieren sich die ungarischen Freunde im November.

 

Feste

1200 Jahre Buchen:

Höhepunkt des Festaktes zum 1200jährigen Bestehen von Buchen (Maintal-Wachenbuchen und Hanau-Mittelbuchen) an Pfingsten ist die Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Ehren­urkunde an die Städte Hanau und Maintal durch Staatsminister Lothar Klemm. Der Festakt im Juni am Pfingstsonntag in der Mehrzweckhalle von Mittelbuchen steht ganz im Sinne des funktionierenden Gemeinsinns zweier lebendiger Stadtteile. Werner Borger, Vorsitzender des Festausschusses, moderiert gekonnt das Programm, zu dem der Mittelbuchener Pfarrer Eugen Heinz Sauer die Festrede hält. Auch das Blasorchester Wachenbuchen sowie die Gesangvereine „Vorwärts“ und „Ruth'sches Doppelquartett“ tragen zum Gelingen des Festprogramms bei.

Ein grandioser Historischer Festzug mit rund 1.000 Aktiven krönt im August 1998 die Feierlichkeiten zum 1200jährigen Jubiläum von Maintal-Wachenbuchen und Hanau-Mittelbuchen. Tausende säumen bei herrlichem Sommerwetter die Zugstrecke vom Mittelbuchener Obertor bis zum Festplatz in Wachenbuchen und lassen ihr „Buchen“ hochleben. Die prächtigen Kostüme, imposanten Wagen und nicht minder eindrucksvollen Fußgruppen sind eine wahre Augenweide und machen den Festzelt zu einem großen Höhepunkt in der Geschichte beider Stadtteile. Vier Tage lang ist das Festzelt in Wachenbuchen, in dem ein großes musikalisches Rahmenprogramm für Stimmung sorgt. sehr gut gefüllt. Mit einer eigenen Beilage, die in Mittel- und Wachenbuchen kostenlos verteilt wird, setzt der Tagesanzeiger das festliche Ereignis zusätzlich in Szene.

 

Kriminalität

Auf offener Straße erschossen wird ein 24jahriger in Maintal lebender Türke am 3. Januar 1995 im Hanauer Freigericht-Viertel. Der junge Mann wurde von einem Landsmann mit fünf Schüssen regelrecht hingerichtet. Der 51jährige Täter stellt sieh kurz nach der Tat.

Bei einem schrecklichen Bombenanschlag Anfang Mai 1995 im Frankfurter Paketzustellamt kommt die 35jährige Marcella Berger aus Dörnigheim ums Leben. Die Bombe galt eigentlich einem Türken aus dem kriminellen Milieu. Was bleibt ist fassungsloses Entsetzen.

Maintaler Türke erschossen

„Mehr Verständnis für einen der schwersten Berufe unserer Zeit“ fordert CDU- Landtagsabgeordneter Walter Korn im März 1997 bei der Gründungsveranstaltung des Vereins „Pro Polizei Maintal“. Korn, 1. Vorsitzender des neuen Vereins, kündigt gemeinsame Aufklärungs- und Informationsveranstaltungen mit der Polizei an. Hauptziel ist, einen Beitrag zur Vermeidung von Einbruchs-, Diebstahls- und Gewaltkriminalität zu leisten.

Die Stadt Maintal stellt im August 1998 einen zweiten Feldschütz ein und reagiert damit auf den überhandnehmenden Obstklau im Bereich der Maintaler Streuobstwiesen. Dabei handelt es sich nicht nur um Kavaliersdelikte wie Mundraub, vielmehr werden ganze Grundstücke von Dieben abgeerntet. Wer sich erwischen läßt, muß mit einem Bußgeld bis zu 5.000 Mark rechnen.

Eine abscheuliche Bluttat erschüttert im April 1999 Wachenbuchen und ganz Maintal: Der 32-jährige Udo P. tötet in der gemeinsamen Wohnung in der Schulstraße mit etlichen Messerstichen seine eigene Mutter (72). Der Amoklauf des Wachenbucheners kann erst durch zwei Polizeikugeln gestoppt werden. Nach dem Spruch des Haftrichters wird der Täter in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

Nach wochenlangen Ermittlungen kann im Mai 1999 die Kriminalpolizei Hanau die Überfallserie auf Maintaler Supermärkte aufklären: Ein türkisches Räuber-Quartett gesteht die Raubüberfälle vom 12. Februar (HL-Markt in Hochstadt), 25. Februar (Aldi-Markt in Dörnigheim) und 9. März (Plus-Markt in Bischofsheim). Das Trio ging immer nach dem gleichen Strickmuster vor und lauerte dem Marktleiter frühmorgens auf. Außer in Maintal schlugen die Räuber auch in Frankfurt, Bad Vilbel, Dreieich und Seeheim-Jugenheim zu. Gesamte . Beute: rund 130.000 Mark.

Eine unbegreifliche Bluttat schockt die Maintaler im Spätsommer: Ende August sticht ein 21-jähriger Afghane seine 18-jährige Cousine am hellichten Tag auf offener Straße nieder. Die junge Frau, Schülerin des Albert-Einstein-Gymnasiums, stirbt noch am Tatort. Der Täter läßt sich widerstandslos festnehmen. Als Tatmotiv vermutet die Polizei Eifersucht.

 

 

Personen

Wilfried Krebs geht im Juli 1995 nach über 50jähriger Dienstzeit in den wohlverdienten Ruhestand. „Wenn man sich engagiert, dann gehen 50 Jahre schnell vorbei“, resümiert der scheidende Leiter des Maintaler Hauptamtes.

Zum Main-Kinzig-Kreis hat Bundesinnenminister Manfred Kanther eine besondere Verbindung - als Wahlkreisabgeordneter stattet der Christdemokrat mindestens einmal im Monat den Altkreisen Hanau und Gelnhausen einen Besuch ab und stellt sich den Fragen interessierter Bürger. Ende Juli 1995ist Kanther wieder einmal Maintal zu Gast, um die Integrative Kindertages­stätte in der Dörnigheimer Hermann-Löns-Straße zu besichtigen. Der Minister zeigt sich tief beeindruckt von der engagierten Arbeit der Tagesstätte und des Behandlungszentrums. Aus Anlaß des Besuchs trägt er sich in das „Goldene Buch“ ein.

Großer Auftritt für die Raabes aus Dörnigheim: Bei Michael Schanzes „Flitterabend“ präsentieren sich Nicole und Olaf am 28. Oktober 1995 einem Millionenpublikum. Und obwohl den sympathischen Neu-Maintalern nur Platz drei bleibt, bereuen sie nichts: „Eis war ein tolles Erlebnis“, sind sich die beiden einig und setzen ihre „Showkarriere“ als Prinzenpaar der FTD Blau-Weißen fort.

 

Kurt Junior seit zehn Jahren im Amt:

Im Juli 1997 ist Kurt Junior seit zehn Jahren der Behindertenbeauftragte der Stadt Maintal. Seit seinem Amtsantritt hat der engagierte Bischofsheimer, dem man Kontakte in höchste politische Kreise auf Landes- und Bundesebene nachsagt, einiges bewegt: Viele behindertenfreundliche Erfolge, von der Bordsteinabsenkung bis zur Blindenampel, sind dem unermüdlichen Engagement von Kurt Junior zu verdanken.

 

Sepp Sigulla wird Stadtältester:

Mit Sepp Sigulla geht im Februar 1997 eine politische Institution in den Ruhestand. Sepp Sigulla, eine schillernde politische Figur Maintals. verabschiedet sich aus der Stadtverordnetenversammlung. Der Bischofsheimer, echtes SPD- und Gewerkschaftsurgestein, wird bei seinem letzten Auftritt im Maintaler Stadtparlament in Anerkennung seiner Verdienste zum Stadtältesten ernannt.

 

Gedenken an die Brüder Schönfeld

Nach langer Diskussion um die Frage, wie man den von den Nazis aus Dörnigheim verschleppten und im Osten ermordeten Brüdern Schönfeld ein ehrendes Gedenken bewahren könne, einigen sich am 5. Februar 1997 die Maintaler Parteien schließlich auf die Umbenennung des Atriumgebäudes der Dörnigheimer Bonhoeffer-Schule in „Brüder-Schönfeld-Haus“.

Das Gebäude hatte die Stadt vom Kreis gekauft, um es zu einem Treffpunkt für die Bürger des Westends umzuwandeln. Das 1994 gegründete Bürgerforum Westend ist hier sehr rührig und sorgt für ein Identitätsgefühl im Westen Dörnigheims. Eine von SPD und Grünen gewünschte Umbenennung des Platzes vor dem Frankfurter Hof in „Brüder-Schönfeld-Platz“ scheitert an der Weigerung von CDU, FM und „Rep“.         

Auf Einladung der Stadt besuchen die überlebenden früheren jüdischen Einwohner von Dörnigheim, Bischofsheim, Hochstadt und Wachenbuchen das heutige Maintal. Bewegende Momente der Erinnerung, aber auch interessante Gespräche - vor allem mit der jungen Generation - prägen den längst fälligen Besuch. Bürgermeister Rohrbach gelingt eine angemessene Rede im Parlament: Auch in Maintal habe die „Freiheit des Geistes Platz gegriffen“, betont Rohrbach in seiner Ansprache. Das schwierige Besuchsprogramm der jüdischen Gäste in Maintal verläuft im Mai 1997 weitgehend komplikationslos. Ende November tagt erstmals das „Brüder-Schönfeld-Forum". Alljährlich soll dabei über Menschlichkeit und Toleranz gesprochen werden.

 

Erwin Henkel geht in den Ruhestand: Der „alte Lotse“ geht von Bord: Erwin Henkel, letzter Dörnigheimer und erster Maintaler Bürgermeister, wird im Juni 1999 im benachbarten Mühlheim als Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes auf eigenen Wunsch in den Ruhestand verabschiedet. Staatssekretär Udo Corts überreicht dem Dörnigheimer, der nicht nur als „Mann des Volkes“, sondern auch als hervorragender Kenner der kommunalpolitischen Praxis gilt, die sehr selten vergebene Freiherr-vom-Stein-Plakette für herausragende kommunalpolitische Verdienste.

 

Im Gespräch mit Rainer Eppelmann: Berlin-brandenburgische „Schnodderschnauze“ mit Herz: Beim Tagesanzeiger-Redaktions­gespräch beeindruckt Rainer Eppelmann durch seine menschlich-sympathische Art. Der Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ist zum 25-jährigen Jubiläum der Kreis-CDA im Main-Kinzig-Kreis zu Gast und beweis daß der Spagat zwischen Kirche (Eppelmann ist evangelischer Theologe) und Politik gelingen kann.

 

Maintaler spenden für Erdbebenopfer:

Im Alleingang führen Deutsches Rotes Kreuz und Ausländerbeirat Maintal im Oktober 1999 eine Spendenaktion für die Erbebenopfer in der Türkei durch; nach mehreren Spendenaufrufen im Tagesanzeiger reist eine Delegation mit 54.000 Mark an Spendengeldern aus Maintal ins Katastrophengebiet und leistet konkrete Hilfe für rund 120 Familien, die in vielen Fällen einen oder mehrere Angehörige, in jedem Fall aber ihr Dach über dem Kopf verloren haben und notdürftig in „Zeltstädte“ hausen. Vor dem Frühjahr ist an einen Wiederaufbau nicht zu denken. Eine Welle der Dankbarkeit schlägt den Maintalern im Namen aller Spender entgegen: Allah razi olsun - Gott sei mit euch!“

 

Bundesverdienstkreuz für Josef Reinert: Ehre, wem Ehre gebührt, doch auch in der Stunde der höchsten Ehrung bleibt Josef Reinert bescheiden: „Ich nehme dies in Empfang stellvertretend für alle, die in einem Ehrenamt tätig sind", erklärt der Maintaler DRK-Vorsitzende Josef Reinert, als ihm Landrat Eyerkaufer das Bundesverdienstkreuz im Rahmen der DRK-Jahreshauptversammlung ans Revers heftet.

 

Claudia Lindner lächelt für Hans Meiser: Das bezauberndes Lächeln für die Kamera ist kein Problem für Claudia Lindner, professionelles Modell und Mannequin aus Maintal, denn gelernt ist gelernt. Großer Erfolg für die Bischofsheimerin im Frühsommer: Unter Hunderten von Bewerberinnen wird sie im Juli 2000 beim Casting als eine von zwei Assistentinnen für Hans Meisers neue RTL-Show „Quiz einundzwanzig“ ausgewählt. Angst vor dem Altern gibt es für die knapp 30-Jährige nicht: „Gesucht werden nicht nur die ganz jungen Models, sondern eigentlich alte Altersklassen“, er- klärt die wohl „schönste Frau aus Maintal“ mit dem gekonnten Foto-Lächeln, das schon im Jahr 1990 „Miss Hessen“ und Viertplatzierte bei der Wahl zur „Miss Germany“ war.

 

Dieter Iffland geht in den Ruhestand: Mit Dieter Iffland geht ein weiterer Repräsentant der „alten Garde“ aus der Maintaler Stadtverwaltung in den Ruhestand. Der Dörnigheimer war mehr als 40 Jahre lang in der Verwaltung der Stadt Maintal und ihrer Vorgängergemeinden Bischofsheim und Dörnigheim tätig, davon allein 30 Jahre als Ordnungsamts- und Wahlleiter.

 

Altbürgermeister feiert sein 90. Wiegenfest: Ein Hochstädter Original wird 90: Alt- und Ehrenbürgermeister Philipp Ziegler feiert seinen hohen Geburtstag geistig fit und körperlich wohlauf. Nach wie vor unternimmt er täglich mehrstündige Wanderungen durch die heimische Gemarkung und liest täglich seinen Tagesanzeiger. Philipp Zieglers Motto: „Man darf sich nie aufgeben“. Bürgermeister war der rüstige Jubilar war von 1956 bis 1974, dem Jahr der Eingemeindung Hochstadts. In dieser Zeit hat er den Charakter Hochstadts stark geprägt und den eher ländlich geprägten Ort in einen modernen, gleichwohl liebenswerten Industriestandort gewandelt. September

 

Bundesverdienstkreuz für Kurt Junior: Bundesverdienstkreuz für Kurt Junior: Im neuen Maintaler Seniorenwohn- und -pflegeheim „Kleeblatt“ wird im Dezember 2000 dem Behindertenbeauftragten der Stadt Maintal diese hohe Ehrung aus den Händen von Hessens Sozialministerin Marlies Mosiek-Urbahn zuteil. Der 74-jährige Bischofsheimer ist seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich für Menschen mit Behinderungen im Einsatz und hat in dieser Zeit in unzähligen Gremien und Arbeitsgruppen dafür gekämpft, vor allem die „Barrieren in den Köpfen“ zu beseitigen.

Er stirbt im 76. Lebensjahr.

 

 

Sonstiges

Die offizielle Rechnung des Einwohnermeldeamtes belegt es: Maintals Bevölkerungszahl durchbricht die 40.000-Schallmauer. Mit der Geburt der kleinen Julia Kraft am 11. August 1996 - das erste Kind des Hochstädter Paares Elke und Uwe Kraft - ist die magische Marke erreicht. Allerdings werden bei dieser Rechnung alle Nutzer von Maintaler Zweit- und Nebenwohnungen in die Statistik mit einbezogen. Ohne sie liegt die Einwohnerzahl knapp über 38.000. Von der Einbeziehung der Zweitwohnsitze ist man später wieder abgekommen, weil sie unüblich ist.

Zwei Wochen an den Küsten des Lichts: Die 30köpfige Maintaler Gruppe war 1996 mit ihrer Entscheidung, an der ersten dokumentierten Tagesanzeiger-Leserreise in die Ägäis teilzunehmen, außerordentlich gut beraten: Begleitet von dem Ehepaar Buchner als Reiseveranstalter wurden die Erwartungen der meisten Teilnehmer noch